Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Kompressor baut wenig Druck auf


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von Sven L. (sven_rvbg)


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Hallo Zusammen,
ich habe einen Kompressor aus dem Nachlass eines Bekannten bekommen.

Dieser baute aber irgenwie nur noch 4 bar Druck auf.

Nach Recherche im Internet erfuhr ich, das im Zylinderkopf wohl sog. 
Ventilblättchen verbaut sind.

Nun schrieb ich den Hersteller an, ob es noch Ersatzteile gibt und bekam 
eine pos. Antwort.

Also habe ich heute mal die Zylinderköpfe abgenommen, schön einen anch 
dem anderem und habe geschaut wie es sich dort verhält.

Die Ventilblättchen waren stark verschmutzt, durch eine harte 
(gewordene?) Paste, die eventuell zur Montage benutzt wurde.

Die Oberflächen und die Blättchen habe ich gereinigt und mit einem 
Küchenschwamm poliert.

Nun schafft der Kompressor immerhin 5 bar.

Allerdings sifft Öl aus dem Füllstutzen, obwohl dieser gut verschlossen 
ist.

Dann habe ich mal weiter gesucht und diesen Thread hier gefunden:


Beitrag "Kompressor: Öldruck zu hoch?"

Da heisst es wahrscheinlich sind die Dichtungen an den Kolbenringen nix 
mehr und der Kompressor blässt Luft zwischen durch.

Nun bin ich weniger der Schrauber und würde gerne wissen, ob einer der 
sich da besser auskennt sagen kann, wie man das prüfen kann, ohne 
eventuell noch mehr kaputt zu machen.

Kann falsches Öl zu einer schlechteren Abdichtung führen?
Was für Öl ist für Kompressoren üblich?

Ist ein Güde 400/10/50 CD Bj. 2005.
10 bar, 50 Liter Tank.

: Verschoben durch Moderator
Beitrag #6444508 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Güde 400/10/50 CD Bj. 2005
Das Ding ist 13 Jahre über Soll. Noch Fragen? Also keine.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Nach meinen Berechnungen ist es sogar 15 Jahre alt. Aber das ist nicht 
Thema des Threads.

: Bearbeitet durch User
von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Jo, 15 Jahre alt, davon zwei Garantie-Soll, bleiben 13 Jahre LMAA.

von Klaus W. (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Das Ding ist 13 Jahre über Soll.

Unfug. Das Zeugs damals war um Faktoren besser als das heutige Gelumpe. 
Mein GÜDE (Trockenläufer) schnurrt nach 40 Jahren noch wie am ersten 
Tag. Die Laufleistung spielt sicher eine entscheidende Rolle und die ist 
bei mir ca. 1x pro Monat.

@TO: Komplett zerlegen, prüfen und evtl. verschlissene Teile tauschen.

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Ben B. schrieb:
>> Güde 400/10/50 CD Bj. 2005
> Das Ding ist 13 Jahre über Soll. Noch Fragen? Also keine.

Mein kleinerer Doppelzylinder st etwa aus den 50er Jahren und drückt 
noch gut 10Bar bei 180l/Min.
Klar, diese Chinadinger (Güde, Einhell...) sind wahrscheinlich etwas 
weniger soliede gebaut, doch bei 15 Jahrn sind die gerade mal 
"eingefahren".

Kolbenringe kann sein (dann aber schon heftig), aber auch zuviel Öl...
Etwas geht IMMER an den Ringen vorbei, darum gibt es ja die 
Entlüftungsöffnung im Kurbelgehäuse. Ist diese wirklich offen?

Old-Papa

von ;) (Gast)


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Sven L. schrieb:
> Da heisst es wahrscheinlich sind die Dichtungen an den Kolbenringen nix
> mehr und der Kompressor blässt Luft zwischen durch.

Die Kolbenringe sind die Dichtungen. Durch Übermaß sitzen die
gehärteten Ringe in den Nuten der Kolben und drücken auf die
Zylinderwand.
Die können brechen, verharzen oder trockenlaufen, so das die
ihren Zweck nicht mehr erfüllen können. Das könnte eine Erkläung sein.
Mangelschmierung oder Ölverschlammung könnte mit die Ursache sein.
Manchmal schreibt der Hersteller ein spezielles Öl vor was mal
in Ermangelung nicht besorgt und ein falsches mit dem Vorhandenen
gemischt wurde. Öl ist eben nicht gleich Öl.
Auch könnte die Zylinderkopfdichtung defekt sein, wie es bei meiner
Kiste mal war. Das Ersatzteil war dann qualitativ hochwertiger
durch eine Metallblecheinlage, die die ursprüngliche Dichtung
nicht hatte. Hatte nur ein paar Jahre gehalten. Nun läuft die Kiste
seid über 20 Jahren anstandslos.

> Nun bin ich weniger der Schrauber und würde gerne wissen, ob einer der
> sich da besser auskennt sagen kann, wie man das prüfen kann, ohne
> eventuell noch mehr kaputt zu machen.

Man kann etwas Öl in den Verdichterraum geben und schauen ob der
Kompressor erstmal besser läuft. Das hält aber meist nur kurz vor
und nachdem das Öl wieder in den Sumpf gesickert ist, hat man wieder
das selbe Problem.
Will man es richtig machen, öffnet man den Verdichter von der 
Unterseite,
löst die Schrauben von den Pneulstangen(Schrauben sorgfältig markieren)
und kann die Kolben von oben aus den Zylindern nehmen ohne die
Kurbelwelle ausbauen zu müssen.
Dann kommt man an die Kolbenringe ran. Sollte ein Verschleiß der
Kolbenwände vorliegen, muss man den vermessen und Kolbenringe mit
Übermaß bestellen.
Muss man Sitz und Ring nur reinigen, sind die wohl schnell wieder
gangbar zu machen. Bei Bruch muss man sich eben Ersatz bestellen.
Bei der Montage drauf achten das die Schrauben von den Pneulstangen
wieder so angezogen werden, wie die vorher waren, damit die Lager
nicht klemmen. Je nach dem, wie die Schmierung gelöst wurde muss man
mal schauen ob die Versorgungskanäle frei sind. Mit einem Draht
sollte das leicht zu erledigen sein. Also alles im allen keine
Raketentechnik.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Danke für das Feedback,
das momentan verwendete Öl scheint mir ziemlich dünnflüssig zu sein.

Das Ölschauglas ist ein schlechter Witz, da erkennt man nicht viel.
Der Ölmesstab an der Ölschraube ist auch eher kontraproduktiv, weil das 
öl so dünnflüssig ist.

Was für ein Öl da drin ist, weiß ich nicht. Der Hersteller schreibt bei 
ähnlichen Kompressoren 5W-40.

Was meinnst du mit von unten öffnen? die Zylinderköpfe vom 
Kurbelwellengehäuse abschrauben?

Mit was würdest Du die Teile reinigen?

von Ralf X. (ralf0815)


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;) schrieb:
> Will man es richtig machen, öffnet man den Verdichter von der
> Unterseite,
> löst die Schrauben von den Pneulstangen(Schrauben sorgfältig markieren)
> und kann die Kolben von oben aus den Zylindern nehmen ohne die
> Kurbelwelle ausbauen zu müssen.

Warum soll man die Pleuel von der Kurbelwelle lösen, statt einfach die 
Zylinder abzunehmen?

von L. H. (holzkopf)


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Sven L. schrieb:
> Da heisst es wahrscheinlich sind die Dichtungen an den Kolbenringen nix
> mehr und der Kompressor blässt Luft zwischen durch.

Gemeint ist damit wohl eher, daß die Dichtwirkung der Kolbenringe 
mangelhaft ist.
>
> Nun bin ich weniger der Schrauber und würde gerne wissen, ob einer der
> sich da besser auskennt sagen kann, wie man das prüfen kann, ohne
> eventuell noch mehr kaputt zu machen.

Fahr den (die) Kolben auf UT und kontrollier die Zylinderwand auf 
Riefen.
Wenn keine krassen Riefen vorhanden sind, dürften eher die Kolbenringe 
"fertig" sein.
Auch das kannst Du kontrollieren, indem Du Kolben ca. auf die Mitte des 
Hubes stellst und dann Diesel- od. Heizöl in Zylinder füllst und über 
Nacht stehen läßt.
Wenn sich dabei der Pegelstand nennenswert vermindert, dichten 
Kolbenringe nicht mehr richtig; d.h. der Kompressionsdruck säuselt 
teilweise an ihnen vorbei.
>
> Kann falsches Öl zu einer schlechteren Abdichtung führen?

Wenn es zu dünnflüssig ist, ja.
Nun wird aber kein vernünftiger Mensch Dieselöl zur Kompressorschmierung 
einfüllen, womit auch klar wird, daß die "letzte Ölung" für einen 
Kompressor tendenziell ein erheblich zähflüssigeres Öl als z.B. 
Motorenöl (10W40) ist.

> Was für Öl ist für Kompressoren üblich?

Normalerweise reicht Motorenöl (10W40) völlig aus.
Es gibt aber für Kompressoren auch zähflüssigere Schmieröle.

Die meisten Kompressoren "verrecken" weder an ihren Flatterventilen, 
noch an einem "falschen" Öl, sondern an Ölmangel, weil der Soll-Ölpegel 
schlampig kontrolliert wird.
Wodurch sie dann heißlaufen und Kolbenringe und Zylinder entspr. 
vorzeitig verschleißen.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Auch Dir vielen Dank für eine konstruktive Antwort.

Dann werde ich das gute Stück die Tage mal zerlegen und nachschauen... 
zu verlieren hab ich ja nichts.

Einen Ölwechsel werde ich dem Gerät dann bei der Gelegenheit auch mal 
spendieren.

Wie ich ganz oben schrieb, hab ich ja im ersten Step die 
Flatterblättchen gereinigt, die waren wirklichn verdreckt von einer 
festen blauen Masse, die wahrscheinlich mal pastös war.

von ;) (Gast)


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Sven L. schrieb:
> festen blauen Masse, die wahrscheinlich mal pastös war.

Kann auch sein, das einer mit dem Kompressor blaue Farbe
verspritzt hatte und das Gerät einen Teil des Farbnebels
gezogen hat. Wenn ein Filter, der im Ansaugbereich
eigentlich seinen Dienst tun sollte nicht mehr intakt ist
könnte das ursächlich sein. Manchmal ist das nur ein lumpiger
Schwamm, der größere Partikel abhält, aber bei Feinstäuben
sind die Dinger ein Witz. Da gehört ein richtiger Papierfilter
wie er in jedem Verbrennungsmotor usus ist, dran.

Ralf X. schrieb:
> Warum soll man die Pleuel von der Kurbelwelle lösen, statt einfach die
> Zylinder abzunehmen?

Kommt auf den Kompressor an. Ist ja schließlich kein Moped wo
Zylinder und Kurbelgehäuse oft (aber auch nicht immer) getrennt
sind. Ich kenne nicht alle Typen, aber bisher sind mir nur Verdichter
unter gekommen, wo Kurbelgehäuse und Zylinder aus einem Guss waren.

L. H. schrieb:
> Diesel- od. Heizöl in Zylinder füllst und über
> Nacht stehen läßt.

Wenn diese Methode man zuverlässig ist, denn Kolbenringe haben
ja kontruktivbedingt im Einbauzustand einen Spalt, der bei neuen
Verdichtern fast Null ist und mit zunehmenden Verscheiß der Zylinder
immer breiter wird. Da man das im eingebauten Zustand nicht sehen kann
ist diese Testmethode nur bedingt aussagekräftig, denn es fehlt
einem da schlicht der Vergleich durch Erfahrung und wäre auch nur
statisch. Eine dynamische Testmethode bei sich bewegender 
bestimmungsgemäßer Bewegung der Maschine wäre da aussagekräftiger.
Da erscheint mir auch das von dir empfohlene Prüföl sehr dünn und wenn
man die Viskosität da nicht berücksicht ist das Ergebnis untem Strich 
nichts wert. ;(

von Ralf X. (ralf0815)


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;) schrieb:
> Sven L. schrieb:
>> festen blauen Masse, die wahrscheinlich mal pastös war.
>
> Kann auch sein, das einer mit dem Kompressor blaue Farbe
> verspritzt hatte und das Gerät einen Teil des Farbnebels
> gezogen hat. Wenn ein Filter, der im Ansaugbereich
> eigentlich seinen Dienst tun sollte nicht mehr intakt ist
> könnte das ursächlich sein. Manchmal ist das nur ein lumpiger
> Schwamm, der größere Partikel abhält, aber bei Feinstäuben
> sind die Dinger ein Witz. Da gehört ein richtiger Papierfilter
> wie er in jedem Verbrennungsmotor usus ist, dran.

Die meisten, oft baugleichen/-ähnlichen Chinabüchsen haben fast 
ausschliesslich Mini-Grobschwämme in der Luftansaugung.
(Die Roller, Stromgeneratoren, andere Benzingeräte übrigens auch)
Bei Kompressoren oder Zweitaktmotoren habe ich auch schon farbige 
"Paste" an den Ventilblättchen erlebt, auch schon verhärtete.

> Ralf X. schrieb:
>> Warum soll man die Pleuel von der Kurbelwelle lösen, statt einfach die
>> Zylinder abzunehmen?
>
> Kommt auf den Kompressor an. Ist ja schließlich kein Moped wo
> Zylinder und Kurbelgehäuse oft (aber auch nicht immer) getrennt
> sind.

Nicht einmal an einem Einzylindermotor/Kompressor ist mir bisher ein 
chinesischer Motorblock mit festem Zylinder am Kurbelgehäuse 
untergekommen.
Gerade solche Chinaware glänzt durch Austauschbarkeit aller Komponenten.
Bei einem Zweizylinder in V-Anordnung erst recht.

> Ich kenne nicht alle Typen, aber bisher sind mir nur Verdichter
> unter gekommen, wo Kurbelgehäuse und Zylinder aus einem Guss waren.

Kannst Du dazu mal einen Hersteller oder sogar Modell nennen?

> L. H. schrieb:
>> Diesel- od. Heizöl in Zylinder füllst und über
>> Nacht stehen läßt.
>
> Wenn diese Methode man zuverlässig ist, denn Kolbenringe haben
> ja kontruktivbedingt im Einbauzustand einen Spalt, der bei neuen
> Verdichtern fast Null ist und mit zunehmenden Verscheiß der Zylinder
> immer breiter wird. Da man das im eingebauten Zustand nicht sehen kann
> ist diese Testmethode nur bedingt aussagekräftig, denn es fehlt
> einem da schlicht der Vergleich durch Erfahrung und wäre auch nur
> statisch. Eine dynamische Testmethode bei sich bewegender
> bestimmungsgemäßer Bewegung der Maschine wäre da aussagekräftiger.
> Da erscheint mir auch das von dir empfohlene Prüföl sehr dünn und wenn
> man die Viskosität da nicht berücksicht ist das Ergebnis untem Strich
> nichts wert. ;(

Da gebe ich Dir in allen Punkten absolut recht.
Im Frühjahr habe ich zuletzt so einen China-Verdichter/Kompressor als 
Einzylinder überholt, der innerlich weitgehend unter Wasser stand.
Leichte Korrosion ders Ventilblättchen UND der Aluauflage, der Kolben 
musste mit (gefühlvoller) Kraft aus dem Zylinder getrieben werden, 
Korrosion an Kolbenringen, zwischen Kolben-Pleuelhülse und 
Pleuel/Kurbelwellenbolzen, alles direkte Gleitlagerung.

Unter Kenntnis der chinesischen Toleranzen/Robustheit in diesem Bereich, 
sowie den Ersatzteilpreisen, etc., wurde die "Überholung" ohne 
irgendwelche Ersatzteile und Megaaufwand gemacht.
Also Dremel mit Messingbürsten, Feinschleifpapier und sehr feiner 
Stahlwolle.

Erste Wieder-Inbetriebnahme mit Kompressoröl verlief erst(!) einmal 
erfolgreich, also schneller Hochlauf auf 8 bar im 50l-Kessel und dann 
automatische Abschaltung, aber mit deutlicher Überhitzung, insb. im 
langsam gesteigerten provozierten Dauerlauf durch Luftentnahme.
Nach dem Abkühlen war ein Neustart nicht möglich, das 
Pleuellager/Kurbelwellenmitnehmer sass fest (RICHTIG fest, nur durch 
Erhitzen mit grossen Lötbrenner zzgl. Kraft wieder zu lösen).
PS: Die Pleuel der tyischen(!) ein-/zweizyndrischen Chinakompressoren 
muss man nicht "Aufschrauben", um sie von der Kurbelwelle zu lösen, 
sondern nur seitlich vom Bolzen des Exzenters ziehen.

Also nochmals (primitiv) geschliffen und Neuversuch mit "Leichtlauföl" 
niedriger Viskosität.
Seither hat der wieder viele (sehr viele) Stunden einwandfrei 
gearbeitet, scheidet aber natürlich etwas mehr Öl am Abscheider ab.
(Nur um es erwähnt zu haben: Den 50l-Kessel habe ich danach auch noch 
einer Inspektion mit der Endoskopkamera und einer Druckprüfung mit ~13 
bar unterzogen.)

@ Sven L.
Neben natürlichen oder verschleissbedingten Undichtigkeiten im 
gesamten(!) Kompressorbereich gibt es noch eine andere Ursache, wenn es 
sich um einen Kondensatormotor handelt.
(Gerade die Zweizylinderausführungen gibt es oft als Wechsel- UND 
Drehstromausführung)
Da viele Chinageräte in manchen Dingen eh auf Kante genäht sind, KANN 
bei Asynchron-Kondensatormotoren auch ein defekter Betriebskondensator 
dafür sorgen, dass die notwendige mechanische Leistung für den 
Nenndruckaufbau nicht mehr geliefert wird:
https://learnchannel-tv.com/wp-content/uploads/2019/01/Drehmomentkennlinie-Kondensatormotor-436x272.png

von Hans B. (Gast)


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;) schrieb:
> Die Kolbenringe sind die Dichtungen. Durch Übermaß sitzen die
> gehärteten Ringe in den Nuten der Kolben ...

Wieso muss man sich immer unbedingt irgendwelchen Mist aus den Fingern 
saugen, wenn man doch keine Ahnung hat? Finger still halten wäre besser.

von Sven L. (sven_rvbg)


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So ich habe gerade mal beide Zylinder vom Kurbelwellengehäuse 
abgenommen.

Die Zylinderwände, die Kolben und Kolbenringe sehen gut aus

Keine Schleifspuren, keine Abnutzungserscheinungen.

Jetzt muss ich halt beim Hersteller fragen, ob der auch passende 
Papierdichtungen als Ersatzteil hat. Oder hat jemand Erfahrung mit 
diversen Flüssigdichmitteln, die angeblich Wunder verbringen?

von Ralf X. (ralf0815)


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Sven L. schrieb:
> So ich habe gerade mal beide Zylinder vom Kurbelwellengehäuse
> abgenommen.
> Die Zylinderwände, die Kolben und Kolbenringe sehen gut aus

Sorry, aber das erinnert mich an die Aussage mancher 
Fragesteller/Foristen, dass ein Kondensator, Transistor, etc. "gut" 
aussieht, auch wenn es da natürlich noch grosse Unterschiede gibt.

Keine per Auge sichtbaren Schäden an Kolben und Zylinder ist (bei einem 
8 bar Kompressor!) schon einmal gut, die Kolbenringe sind schon (etwas!) 
schwieriger ohne Erfahrungen zu beurteilen.

Welche Spannung haben diese, wie leichtgängig laufen diese in den Nuten, 
manche sind auch noch mit Federing unterlegt, der sie an die 
Zylinderwandung drücken soll.
Und Vorsicht, diese Teile weisen eine SEHR hohe Bruchgefahr auf.
Für die Verdichtung ist (überwiegend) der oberste Kolbenring (beim 
Komressor mit Ölzuführung von innen!) zuständig, nach unten kommt die 
Ölabstreifwirkungs mehr zum tragen

> Jetzt muss ich halt beim Hersteller fragen, ob der auch passende
> Papierdichtungen als Ersatzteil hat. Oder hat jemand Erfahrung mit
> diversen Flüssigdichmitteln, die angeblich Wunder verbringen?

Seit Jahrzehnten predige ich meiner Umgebung, die Ursachenforschung bei 
einem Problem dem Austausch von Teilen weit voranzustellen.

Wenn Dein 10 bar (8 bar Abschaltung durch Druckschalter?) Kompressor 
nicht über 5 bar kommt, brauchts Du nach Deinen bisherigen Schilderungen 
erstmal keine Ersatzteile, sondern eine vernüftige Analyse.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Sven L. schrieb:
> Jetzt muss ich halt beim Hersteller fragen, ob der auch passende
> Papierdichtungen als Ersatzteil hat.

Wenn nicht: es gibt Dichtungspapier zum Selberschnippeln. Ist meist auch 
deutlich preiswerter als Originaldichtungen.

Das habe ich damals bei den Zylinderköpfen meines alten Güde mit 
V-Doppelkolben (war auch ein 400/10/50, ist vielleicht sogar dasselbe 
Modell) gemacht - geht wunderbar.

Meiner baute auch nur noch bis 4 Bar Druck auf - Ursache waren 
angesprochene Dichtungen.

: Bearbeitet durch Moderator
von Ralf X. (ralf0815)


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Hans B. schrieb:
> ;) schrieb:
>> Die Kolbenringe sind die Dichtungen. Durch Übermaß sitzen die
>> gehärteten Ringe in den Nuten der Kolben ...
>
> Wieso muss man sich immer unbedingt irgendwelchen Mist aus den Fingern
> saugen, wenn man doch keine Ahnung hat? Finger still halten wäre besser.

Was ist an der Aussage des Vorforisten falsch, solange man es nicht 
falschverstehen will oder selber keine Ahnung hat?

von Sven L. (sven_rvbg)


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Ralf X. schrieb:
> Sorry, aber das erinnert mich an die Aussage mancher
> Fragesteller/Foristen, dass ein Kondensator, Transistor, etc. "gut"
> aussieht, auch wenn es da natürlich noch grosse Unterschiede gibt.
Du alles Gut, ich habe von Anfang an geschrieben, das ich nicht der 
Schrauber mit Erfahrung bin. Ich zerlege einen Kompressor zum 1. Mal.

Und habe auch auch keinen den ich Fragen könnte im direkten Umfeld.
Die Alternative wäre der Container gewesen, da kann man auch mal 
probieren und lernen.

Irgendwelche anderen Vögel werfen das Teil halt in den Container, nur 
weil's mal 15 Jahre alt ist.

Da ich weiß, das hier ein paar Leute unterwegs sind, die was Schrauben 
und Mechanik angeht mehr Erfahrung haben, hier der Thread.

>
> Keine per Auge sichtbaren Schäden an Kolben und Zylinder ist (bei einem
> 8 bar Kompressor!)
Ja so ist es, keine Schleifspuren.

> schon einmal gut, die Kolbenringe sind schon (etwas!)
> schwieriger ohne Erfahrungen zu beurteilen.
Jo, auch hier sind keine Abnutzungserscheinungen zu sehen.
>
> Welche Spannung haben diese, wie leichtgängig laufen diese in den Nuten,
Ja die laufen in den Nuten, man kann sie frei um den Kolben drehen und 
sie spannen nach außen und sind nicht verdreht.

> manche sind auch noch mit Federing unterlegt, der sie an die
> Zylinderwandung drücken soll.
> Und Vorsicht, diese Teile weisen eine SEHR hohe Bruchgefahr auf.
> Für die Verdichtung ist (überwiegend) der oberste Kolbenring (beim
> Komressor mit Ölzuführung von innen!) zuständig, nach unten kommt die
> Ölabstreifwirkungs mehr zum tragen

Ralf X. schrieb:
> Seit Jahrzehnten predige ich meiner Umgebung, die Ursachenforschung bei
> einem Problem dem Austausch von Teilen weit voranzustellen.
>
> Wenn Dein 10 bar (8 bar Abschaltung durch Druckschalter?) Kompressor
> nicht über 5 bar kommt, brauchts Du nach Deinen bisherigen Schilderungen
> erstmal keine Ersatzteile, sondern eine vernüftige Analyse.
Ich gehe davon aus, der schon bei 10 bar abgeschaltet hat.
Ich habe das Teil vor ein paar Wochen bekommen, natürlich ohne 
Checkheft, ich weiß es daher nicht, wann der abgeschaltet hat.

Eine Analyse, wenn auch nicht so professionel wie ein Schrauber habe ich 
ja durch geführt, in dem ich die Rückschalgventil gecheckt habe, die 
Leitungen zu den Zylindern mal abgeschraubt habe und mal mit dem Finger 
geprüft habe, wie der Druck auf baut, da hat man schon gemerkt, das der 
nicht ganz will.

Dann wie ich bereits schrieb hab ich oben die Ventilplättchen gereinigt 
und neu eingelegt, was immerhin schon mal ein bar Verbesserung brachte.

Dan hört es mit äußerlicher Analyse ja auch schon irgendwann auf.

Und nach dem es hies man solle sich die Kolben anschauen, müssen halt 
die Zylinder mal runter, da dabei die Papierdichtung kaputt geht, war 
mir vorher eigentlich auch fast klar.

von Ralf X. (ralf0815)


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Chris D. schrieb:
> Sven L. schrieb:
>> Jetzt muss ich halt beim Hersteller fragen, ob der auch passende
>> Papierdichtungen als Ersatzteil hat.
>
> Wenn nicht: es gibt Dichtungspapier zum Selberschnippeln. Ist meist auch
> deutlich preiswerter als Originaldichtungen.
>
> Das habe ich damals bei den Zylinderköpfen meines alten Güde mit
> V-Doppelkolben (war auch ein 400/10/50, ist vielleicht sogar dasselbe
> Modell) gemacht - geht wunderbar.
>
> Meiner baute auch nur noch bis 4 Bar Druck auf - Ursache waren
> angesprochene Dichtungen.

Je nach Aufbau und Standort ist bei diesen Kompressoren keine fremde 
Luftströmung vorhanden oder aber auch abzuschotten.
Ein Flamm- oder Rauchtest zeigt i.d.R. deutlich, ob da etwas durch die 
(Kopf-) Dichtungen blässt.

WENN eine Kopfdichtung blässt, heisst es erst einmal die Oberfächen 
Zylinder/Kopf genau zu betrachten und zu reinigen/planen.
WENN die bisherige Dichtung beschädigt und augenscheinlich unbrauchbar 
wurde, reicht aus dickere Alufolie passend zugeschnitten als Ersatz.
Beim Zulieferer für X Euro, beim Discounter für den halben Preis und mit 
einem T-Bonesteak in der Grillschale dabei. :-)

von L. H. (holzkopf)


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;) schrieb:
> L. H. schrieb:
>> Diesel- od. Heizöl in Zylinder füllst und über
>> Nacht stehen läßt.
>
> Wenn diese Methode man zuverlässig ist, denn Kolbenringe haben
> ja kontruktivbedingt im Einbauzustand einen Spalt, der bei neuen
> Verdichtern fast Null ist und mit zunehmenden Verscheiß der Zylinder
> immer breiter wird. Da man das im eingebauten Zustand nicht sehen kann
> ist diese Testmethode nur bedingt aussagekräftig, denn es fehlt
> einem da schlicht der Vergleich durch Erfahrung und wäre auch nur
> statisch.

Die Methode ist sogar bei Dieselmotoren zuverlässig genug, um beurteilen 
zu können, ob es überhaupt angebracht ist, evtl. auch die Kolbenringe zu 
erneuern.
Und bei Ottomotoren und Kompressoren, die ja auf einem recht ähnlichen 
Kompressions-Niveau liegen, ist sie sowieso zuverlässig.
Wenn man damit hinreichend genug Erfahrungen in Vergleichen mit etwas 
ramponierten (durch Riefen od. Rostnarben) Zylinderwänden hat, geht man 
damit jedenfalls "auf Nummer Sicher".

Dies natürlich auch vor dem Hintergrund, daß ausnahmslos jedes übliche 
Schmieröl in seiner Viskosität um das ca. 10 bis 20-fache höher liegt. 
:)
Hier eine Tabelle dazu:
https://addinol.de/service/expertentipps/viskositaet/

> Eine dynamische Testmethode bei sich bewegender
> bestimmungsgemäßer Bewegung der Maschine wäre da aussagekräftiger.
> Da erscheint mir auch das von dir empfohlene Prüföl sehr dünn und wenn
> man die Viskosität da nicht berücksicht ist das Ergebnis untem Strich
> nichts wert. ;(

Das jeweilige Ergebnis ist sehr wohl etwas wert - eben genau deshalb, 
weil das Kontrollöl sehr dünnflüssig ist und das Betriebsöl erheblich 
zäher.
Was der Kompressor im bestimmungsgemäßen Betrieb bringen sollte und 
derzeit noch bringt, wurde ja genannt.

Und das ist an sich gleichwertig mit einer Kompressionsprüfung an 
Verbrennungsmotoren einzuordnen, die es auch nur erlaubt festzustellen, 
daß die Kompression mangelhaft ist.
Eine Aussage, woran das liegen könnte, erlaubt das aber noch lange 
NICHT!

Es geht hier aber um bestmögliche Fehlereingrenzung und weiter gar 
nichts.

Ralf X. schrieb:
> Keine per Auge sichtbaren Schäden an Kolben und Zylinder ist (bei einem
> 8 bar Kompressor!) schon einmal gut, die Kolbenringe sind schon (etwas!)
> schwieriger ohne Erfahrungen zu beurteilen.

Zweifellos ist schon mal SEHR gut, wenn Zylinder noch i.O. sind.
Was sollte denn bei Kolbenringen schwierig zu beurteilen sein?
Wenn die nicht gebrochen und im Querschnitt "überquadratisch", d.h. noch 
deutlich rechteckig sind, ist es eher unwahrscheinlich, daß sie die 
Fehlerursache sind.
>
> Welche Spannung haben diese, wie leichtgängig laufen diese in den Nuten,
> manche sind auch noch mit Federing unterlegt, der sie an die
> Zylinderwandung drücken soll.

Vergrützte und in Nuten festgepappte Kolbenringe liegen bei Kompressoren 
eher nicht vor.

> Und Vorsicht, diese Teile weisen eine SEHR hohe Bruchgefahr auf.

Übertreib das mit der Bruchgefahr bitte mal nicht. :)
So "empfindlich" sind Kolbenringe nicht gerade; denn immerhin müssen sie 
beim Einbau ja auch (im elastischen Bereich) dehnbar sein, damit man sie 
überhaupt in die Nuten einbauen kann.

Was man sich auch zunutze machen kann, um den Verschleiß an Kolbenringen 
beurteilen zu können:
Dazu braucht man einen Kolbenring nicht komplett auszubauen, sondern man 
lupft ihn am Stoß (einseitig) aus der Nut heraus und blockiert ihn so, 
daß er nicht mehr in die Nut hineinfedern kann.
Anschließend kann man seinen Querschnitt und die Nuttiefe messen, um 
beurteilen zu können ob er weiterhin tauglich ist.
Nochmal:
Wo sollte da ein Problem liegen können, Kolbenringe zu beurteilen?

> Für die Verdichtung ist (überwiegend) der oberste Kolbenring (beim
> Komressor mit Ölzuführung von innen!) zuständig, nach unten kommt die
> Ölabstreifwirkungs mehr zum tragen

Mir ist klar, was Du damit sagen willst.
Erlaub mir dennoch eine Ergänzung zum richtigen Verständnis dazu:
Wenn mehrere Kolbenringe über dem per Federring hinterstützten 
Ölabstreifring liegen, dann ist das eine klassische Labyrinth-Dichtung.
Bei der JEDER Kolbenring intakt sein muß, damit das richtig 
funktioniert.
(Bis auf den Ölabstreifring, der an der Kompression an sich unbeteiligt 
ist.)

Die Ergänzung ist nicht ganz unwichtig, weil man das beim Einbau von 
Kolbenringen wissen sollte:
Die Stöße von ihnen sollten immer um 180° versetzt eingebaut werden, 
damit die Labyrinth-Wirkung maximiert werden kann.
Leider können diese Stöße auch "wandern", sofern sie nicht blockiert 
sind.
Was auch als Fehlerursache für nachlassende Kompression in Frage kommen 
kann.
Es ist nicht besonders schwer, sich vorzustellen, was bei der 
Kompression abläuft, wenn alle Kolbenring-Stöße linear übereinander 
liegen.
Dann ist das ganze Labyrinth-Ansinnen mehr oder weniger völlig "für die 
Katz".

Ralf X. schrieb:
> Wenn Dein 10 bar (8 bar Abschaltung durch Druckschalter?) Kompressor
> nicht über 5 bar kommt, brauchts Du nach Deinen bisherigen Schilderungen
> erstmal keine Ersatzteile, sondern eine vernüftige Analyse.

Das mit den Ersatzteilen sehe ich etwas anders.
Aber nur insofern als man prinzipiell Pleuellager erneuert wenn man 
schon alles zerlegt hat:
Gar nicht lang herummachen und Standard-Abmessung erneuern!
Hauptlager braucht man i.d.R. nicht zu erneuern, weil die wesentlich 
unempfindlicher sind.

Was den Rest v.a. bzgl. Kompression anbelangt, kann man durchaus das 
vergleichsweise heranziehen, was bei (unfrisierten) Ottomotoren relevant 
ist:
Kompression von ca. 10bar ist i.O.
Kompression von unter 6bar => überholungsbedürftig.

Fragt sich halt nur, was wirklich überholt werden muß.
Allerdings kommt dabei nicht allzu viel in Frage, sofern die Laufzeit 
richtig eingeordnet werden kann. :D
Im Wesentlichen könnten das auch nur die Ventile sein.

von L. H. (holzkopf)


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Sven L. schrieb:
> Ja so ist es, keine Schleifspuren.
>
>> schon einmal gut, die Kolbenringe sind schon (etwas!)
>> schwieriger ohne Erfahrungen zu beurteilen.
> Jo, auch hier sind keine Abnutzungserscheinungen zu sehen.
>>
>> Welche Spannung haben diese, wie leichtgängig laufen diese in den Nuten,
> Ja die laufen in den Nuten, man kann sie frei um den Kolben drehen und
> sie spannen nach außen und sind nicht verdreht.

Laß Dich hierbei nicht auf das ein, was Du vom Anschauen noch als gut 
einordnest.
Sondern kontrollier durch Messungen ob das noch tauglich sein kann.

Sven L. schrieb:
> Ich gehe davon aus, der schon bei 10 bar abgeschaltet hat.
> Ich habe das Teil vor ein paar Wochen bekommen, natürlich ohne
> Checkheft, ich weiß es daher nicht, wann der abgeschaltet hat.

Ist an sich völlig wurscht, wann ein Kompressor per Druckschalter seinen 
Antriebsmotor abschaltet.
Normalerweise kann man diesen Abschaltdruck frei einstellen.
>
> Eine Analyse, wenn auch nicht so professionel wie ein Schrauber habe ich
> ja durch geführt, in dem ich die Rückschalgventil gecheckt habe, die
> Leitungen zu den Zylindern mal abgeschraubt habe und mal mit dem Finger
> geprüft habe, wie der Druck auf baut, da hat man schon gemerkt, das der
> nicht ganz will.

Einen direkten Zusammenhang zwischen professionellen Schraubern und 
Analysen vermag ich nicht zu erkennen. :)
Auf- und Zusammenschrauben ist eine Fertigkeit und auch das 
grundsätzliche Vertrauen darauf, daß man Zusammengefügtes lösen und auch 
wieder genau so zusammenschrauben kann, wie es vorher war.

Mehr oder weniger gute Analysen basieren aber entweder auf Angelesenem 
oder eigenen Erfahrungen zu Sachverhalten.
Angelesenes vergißt man leichter.
Erhärtet wird es aber immer durch eigene Erfahrungen, die keineswegs in 
Widerspruch zu dem stehen können, was die h.M. zu etwas ist.
In der Technik ist es unmöglich, daß dies anders sein könnte.
In anderen Bereichen, die ich nicht so genau kenne, dürfte sich das 
analog verhalten.

Das aber nur nebenbei, weil ich Dir damit nur verdeutlichen will, daß 
man schon mutig genug sein sollte, die "Spreu vom Weizen" trennen zu 
wollen. :)

>... wie ich bereits schrieb hab ich oben die Ventilplättchen gereinigt
> und neu eingelegt, was immerhin schon mal ein bar Verbesserung brachte.

Was jedoch offensichtlich noch nicht ganz ausreicht, um die Kompression 
steigern zu können.
>
> Dan hört es mit äußerlicher Analyse ja auch schon irgendwann auf.

Nein, damit hört es noch lange nicht mit äußerlicher Analyse auf. ;)
Laß Dich bitte nicht vom Augenschein blank polierter Zylinder und 
Kolbenringe täuschen.
Das kann nämlich alles blank poliert sein, obwohl es komplett "fertig" 
und keineswegs mehr dazu geeignet ist, ordentliche Kompression aufbauen 
zu können.

Meß und kontrollier also alles nach und kontrollier v.a. auch im 
Zylinder (ganz oben) Abweichungen vom D.
Denn alle Hub-Kolben-Maschinen haben eine Gemeinsamkeit:
Im OT kippen unweigerlich die Kolben bei der Bewegungsumkehrung.

Dabei verschleißen sie die Zylinder.
Aber dominant nur im Bereich, wohin der oberste Kolbenring nur laufen 
kann.
Heißt - ganz oben im Zylinder bleibt normalerweise der ursprüngliche D 
von Zylindern erhalten, weil die Al-Legierung der Kolben den GG nicht 
"abnagen" kann.

Sieh Dir das mal ganz genau an.
Weil das die einzige Möglichkeit ist, einen Rückschluß darauf ziehen zu 
können, welche Laufzeit die Kombination Kolben/Zylinder bereits hinter 
sich hat.

Oder anders ausgedrückt:
Wenn Du dort deutlich erkennbare od. meßbare D-Abweichungen hast, hat 
sich nicht nur der D des Zylinders verändert, sondern dann sind auch 
Deine Kolbenringe - so "schön" sie auch noch aussehen mögen - nicht mehr 
geeignet dazu, das kompensieren zu können.
Kompensieren kannst Du das nur so einigermaßen mit neuen Kolbenringen.

Wenn Du Dir in der Bewertung dessen unsicher bist:
Erneuer alle Kolbenringe.

Denn bei mangelhafter Kompression gibt es ja an sich nur zwei dominante 
Fehlerursachen beim Status quo eines Zylinders:
1) Ventile
2) Kolbenringe

Tuschier Deine Flatterventile ab, um darin sicher zu sein, daß sie auch 
wirklich dichten können.
Was Du bisher durch die Reinigung von ihnen erreichen konntest, ist 
unbefriedigend.
Folglich muß wohl auch noch eine andere Fehlerursache vorliegen.

Und laß Dich ja nicht auf so einen Quatsch mit Fluid-Dichtungen od. 
Al-Folien undefinierter Dicke als Kopfdichtung ein.
Es geht dabei nur um abdichtende Flächenpressungen, die auch 
Unebenheiten "schlucken"/kompensieren können.
Du hast bei Kompressoren nur reine Kompressions-Drücke und keine 
Spitzen-Drücke wie bei Verbrennungsmotoren.
Dichtpapiere mit z.B. 1mm Stärke kannst Du von elring (Langenzenn) 
beziehen    oder bei Motoren-Instandsetzungsbetrieben kaufen.

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