Sind die irgendwo dokumentiert? Ich den Datenblättern der Hersteller,
die ich mir bisher angesehen habe, sind sie nicht enthalten. Messen mit
dem Analog-Oszi macht keine Freude, aber ich könnte es zur Not
versuchen.
Ich finde zu diesem Parameter keine Angaben in den mir zugänglichen
DaBla.
Aus eigener Messung kann ich Dir sagen: Ansteuern mit 2Mhz und R_load=
200 Ohm gegen +20V, Emitter an GND: Der BC107/337 und vergleichbare
waren so langsam das die Flanken in der Signaldauer unter gingen.
Ein 2N2222 schaffte das dagegen problemlos.
Ähnlich äußern sich z.B.
https://www.elektroda.com/rtvforum/topic3306312.html
Man könnte Dir besser helfen, wenn D umal sagst was Du schalten willst
(Art der LAst) und die Randbedingungen (frequenz, T_fall, T_rise) die Du
haben möchtest.
Ohne weitere Info würde ich Dir für schnelle Schaltanwendungen vom BC107
o.ä abraten.
Dietmar S. schrieb:> Messen mit> dem Analog-Oszi macht keine Freude, aber ich könnte es zur Not> versuchen.
"Zur Not" versucht man es mit einer LTSpice Simulation. Ich
vermute mal das schafft das Programm "gerade noch".
Andrew T. schrieb:> Ansteuern mit 2Mhz und R_load=> 200 Ohm gegen +20V, Emitter an GND: Der BC107/337 und vergleichbare> waren so langsam das die Flanken in der Signaldauer unter gingen.
Darf ich fragen, wie die Ansteuerung aussah? R <<1k@5V und Shottky-Diode
gegen Basis-Sättigung?
Hallo Dietmar,
was hast du denn vor, wenn es auf schnelles Schalten ankommt? Den BC547
kenne ich als „Mädchen für alles“, Relais ansteuern, NF-Verstärker etc.
Es ist kein Transistor, der jetzt explizit für schnelle, digitale
Schaltvorgänge entwickelt wurde. Um die Schaltgeschwindigkeit zu
erhöhen, gibt es zwei Maßnahmen:
A) Kondensator parallel zum Basiswiderstand, um die BE- Kapazität zu
kompensieren, das macht die Ansteuerung „eckiger“ (wenn du ihn über eine
Push-Pull Endstufe steuerst, reicht das aus)
B) Zusätzlicher Widerstand oder Diode zwischen Basis und Emitter, um die
Basis beim Abschalten schneller zu entladen). Das brauchst du, wenn der
Transisor nur nach High aktiv angesteuert wird und die Basis bei
Ansteuerung AUS „in der Luft“ hängt.
Bei der Auslegung des Basiswiderstands musst du für schnelles Schalten
auch noch darauf achten, den Transistor nicht in die Dättigung zu
treiben - er braucht sonst länger zum sperren.
A. S. schrieb:> Darf ich fragen, wie die Ansteuerung aussah? R <<1k@5V und Shottky-Diode> gegen Basis-Sättigung?
Korrekt.
Und als Alternativ auch Ausräumen der Basis gegen -3V durch Treiber.
Ist allerdings schon a bisserl her, so um 1980 habe ich mal die BC107
etc. eingesetzt.
Dietmar S. schrieb:> Sind die irgendwo dokumentiert? Ich den Datenblättern der Hersteller,> die ich mir bisher angesehen habe, sind sie nicht enthalten.
Dann müsstest Du erstmal spezifizieren von welchem Hersteller und aus
welchem Baujahr. Ein BC107 von 1970 hat deutlich andere Eigenschaften
als ein BC847/BC547/BC237/BC107/2N3904 aus heutiger Produktion. Das was
im Datenblatt steht wird immer noch eingehalten, die meisten
Eigenschaften werden vom heuigen "Universal Die" aber deutlich
übertroffen.
Andrew T. schrieb:> Ansteuern mit 2Mhz und R_load=> 200 Ohm gegen +20V, Emitter an GND: Der BC107/337 und vergleichbare> waren so langsam das die Flanken in der Signaldauer unter gingen.
Kein Wunder, wenn man ihn (BC107) an der Imax.-Grenze "vergewaltigt".
Patrick schrieb:> Bei der Auslegung des Basiswiderstands musst du für schnelles Schalten> auch noch darauf achten, den Transistor nicht in die Dättigung zu> treiben - er braucht sonst länger zum sperren.
So isses...
Michael M. schrieb:> Andrew T. schrieb:>> Ansteuern mit 2Mhz und R_load=>> 200 Ohm gegen +20V, Emitter an GND: Der BC107/337 und vergleichbare>> waren so langsam das die Flanken in der Signaldauer unter gingen.>> Kein Wunder, wenn man ihn an der Imax.-Grenze "vergewaltigt".
Es war bei 200 Ohm gegen +8V nicht besser.
Nur zu Deiner Info.
Michael M. schrieb:> Andrew T. schrieb:>> Es war bei 200 Ohm gegen +8V nicht besser.>> MMn immer noch zu viel für das arme "Pony"...
Du irrst. Schau Dir mal das DaBla an, z.B. st.com
die Transitfrequenz ist 170 MHz bei Ic= 100mA.
und 200MHz bei 35mA.
somit ist das nicht das was es großartig beeinflußt
Gruss Dietmar
Beschreib doch mal was Du vorhast.
Ob allgemein, erste Versuche zum
Kennenlernen und/oder spezifische Auslegung.
Die Konditionen des Schaltens mit BJT wurden ja hier schon dargelegt.
Dirk St
Patrick schrieb:> was hast du denn vor, wenn es auf schnelles Schalten ankommt?
Also ich habe nichts spezielles mit den Transistoren vor. Wollte sie
einfach mal vergleichen. BC107BC147BC237BC547 und vielleicht ein paar
andere.
jo mei schrieb:> "Zur Not" versucht man es mit einer LTSpice Simulation. Ich> vermute mal das schafft das Programm "gerade noch".
Dazu müssten die Schaltzeiten ja aber erst mal im Spice-Model stehen,
oder?
Michael M. schrieb:> Andrew T. schrieb:>> Ansteuern mit 2Mhz und R_load=>> 200 Ohm gegen +20V, Emitter an GND: Der BC107/337 und vergleichbare>> waren so langsam das die Flanken in der Signaldauer unter gingen.>> Kein Wunder, wenn man ihn (BC107) an der Imax.-Grenze "vergewaltigt".
Genau diese Werte hätte ich jetzt auch für meinen Versuchsaufbau
genommen. Und dazu noch einen Transistor mit bekannten Angaben heran
gezogen, um zu sehen ob mein Versuchsaufbau was taugt. Beim gängigen
2N3904 sind die Schaltzeiten z.B. angegeben.
Dietmar S. schrieb:>> Kein Wunder, wenn man ihn (BC107) an der Imax.-Grenze "vergewaltigt".>> Genau diese Werte hätte ich jetzt auch für meinen Versuchsaufbau> genommen.
Kannst Du auch nehmen. Wie gesagt, die 100mA sind (siehe z.B. DaBla von
St.com,) nicht das Problem. Vergiß also den Punkt.
> Und dazu noch einen Transistor mit bekannten Angaben heran> gezogen, um zu sehen ob mein Versuchsaufbau was taugt. Beim gängigen> 2N3904 sind die Schaltzeiten z.B. angegeben.
Der ist ja bei z.B. NXP auch explizit als Transistor für (schnelle)
Schaltanwendungen im DaBla angegeben.
wie ich oben bereits fragte:
Was möchtest Du den mit 100mA wie schnell schalten?
Läuft es mit dem 2n3904?
Du hast gesehen das der 2N3904 eine deutliche höhere Transistfrequenz
hat als der BC107?
> dem Analog-Oszi macht keine Freude,> aber ich könnte es zur Not versuchen.
Dann versuch es. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sich
ungeeignete Transistoren selbt mit einem 10 MHz-Oszi
leicht nachweisen lassen.
Dietmar S. schrieb:> Dazu müssten die Schaltzeiten ja aber erst mal im Spice-Model stehen,> oder?
Noch ist Dir nicht mal ansatzweise bewußt, "was LTSpice alles kann". Du
kennst den Begriff "Spice-Model", aber weißt praktisch nichts darüber.
Da steht noch viel mehr drin, als "nur diese" ("Schaltzeiten bei typ.
Schaltanwendung - bei Beschaltung+Ansteuerung exakt wie bei parametrisch
möglichst identischem Vergleichstyp im Datenblatt gezeigt"). Du könntest
(oder solltest) bei Gelegenheit einige Variationen durchspielen damit.
Andrew T. schrieb:> Der ist ja bei z.B. NXP auch explizit als Transistor für (schnelle)> Schaltanwendungen im DaBla angegeben.
Naja früher fuhr man auch Pferdewagen als der Transistor noch neu war.
Spaß beiseite, die Schaltzeiten wird er nur bei optimaler Schaltung und
optimalem Arbeitspunkt erreichen. Bisher haben wir keine Schaltung des
TO gesehen.
Gruss
Vielleicht hängt das noch irgendwo in der Luft oder so, der BC 547 mit
Basis Widerstand, wurde mal von einer Fachzeitschrift, als Ersatz für
einen BS107(MosFet), mangels dessen,
angegeben. Im Vergleich als Grundlage auch interessant.
Dirk St
Andrew T. schrieb:> Was möchtest Du den mit 100mA wie schnell schalten?
Um mich selbst zu zitieren:
Dietmar S. schrieb: "Also ich habe nichts spezielles
mit den Transistoren vor. Wollte sie einfach mal vergleichen. BC107BC147BC237BC547 und vielleicht ein paar andere."
> Du hast gesehen das der 2N3904 eine deutliche höhere Transistfrequenz> hat als der BC107?
Ja das ist mir natürlich aufgefallen. Den 2N3904 habe ich ja nur als
Beispiel genannt. Den könnte ich zuerst messen, weil bei diesem die
Schaltzeiten dokumentiert sind. Um zu sehen ob mein Versuchsaufbau
überhaupt brauchbar ist und ich auch nachvollziehbare Messergebnisse
bekomme.
spicey schrieb:> Noch ist Dir nicht mal ansatzweise bewußt, "was LTSpice alles kann". Du> kennst den Begriff "Spice-Model", aber weißt praktisch nichts darüber.> Da steht noch viel mehr drin, als "nur diese"
Zugegeben kenne ich nur die Grundfunktionen, drum will ich nicht
streiten. Ich probiere es auch gerne aus. Aber selbst wenn ich mir dann
die Anstiegs- und Abfallzeiten ansehen kann, wird mir immer noch nicht
klar sein warum. Dazu müssen doch in der Datei erst mal die relevanten
Daten stehen, also mehr als im Datenblatt? Es sei denn das Programm kann
auch hellsehen?
Ohne besondere "Tuning"-Maßnahmen schafft ein org. BC107 (ITT) aus den
'70ern:
I-c = 1 mA , I-b = 10 uA und 100 kHz eine Schaltflanke von locker
< 250 ns; sieht kerzengerade wie gemalt aus. Das dürfte bei sehr
niederohmiger Ansteuerung leicht noch ein Stück weit zu unterschreiten
sein.
Bei I-c nahe dem Max. konnte ich das jetzt nicht testen. Ich gehe davon
aus, dass die Spannnungsverstärkung im MHz-Bereich dann auch sehr
schnell gegen eins geht. Und das verstehe ich dann jedenfalls nicht
mehr als "Schalten" mit einem Transistor... ^^, sondern eher Energie
umwandeln.
Dafür ist ein BC107 ja auch nicht wirklich gedacht (gewesen) und
logischerweise ist man mit reinen Schalttransen in einem Kaliber größer
sicherlich besser bedient.
Dietmar S. schrieb:> einfach mal vergleichen. BC107BC147BC237BC547 und vielleicht ein
wenigstens die ersten drei sind elektrisch eh gleich
unterscheiden sich durch das Gehäuse.
spicemodels vlt. mal zusätzlich vergleichen
https://en.wikipedia.org/wiki/BC108_familyBC107 TO-18 45 V CEO 300mW
BC147 Lockfit 45 V CEO 250mW
BC237 TO92-F CBE 45 V CEO 300mW
BC547 " 45 V CEO 500mW
---
die 327,8/337,8 sind deutlich anders
Dietmar S. schrieb:> [...]> Aber selbst wenn ich mir dann> die Anstiegs- und Abfallzeiten ansehen kann, wird mir immer noch nicht> klar sein warum. Dazu müssen doch in der Datei erst mal die relevanten> Daten stehen, also mehr als im Datenblatt? Es sei denn das Programm kann> auch hellsehen?
"Müssen" trifft, falls man das auf diese Weise ausgedrückt, nicht zu.
Die Schaltzeiten ergeben sich als kausale Konsequenz physischer
Parameter. Schaltzeiten ergeben sich z.B. durch die Anzahl der
Ladungsträger die im Moment des Schaltens in den B-C-E-Schichten
vorhanden sind bzw. die eingebracht werden. Diese Anzahl wiederum hängt
u.a. von der schieren Größe dieser Schichten ab. Die Schaltzeit ist
daher sozusagen ein "mittelbarer" Wert.
Das hängt damit zusammen, dass man zwar die physische Größe der
Schichten und z.B: den Grad der Dotierung bei der Fertigung direkt
kontrollieren kann, aber nicht die Konsquenzen daraus.
Im wesentlichen hängt die Tatsache, ob ein bestimmter Wert (mittelbar
oder unmittelbar) angegeben wird, davon ab, was für ein Modell eines
Transistors gewählt wird.
Es gibt (ich glaube beim Berkely-Spice sind es 2) verschiedene
Transistormodelle für Spice. Die für Spice relevanten Einzelheiten sind
in der Dokumentation zumindest genannt und man erhält Stichwörter für
weitere Recherche.
Das eine Firma sich die Mühe macht, gewisse mittelbare Parameter
auszuweisen und andere nicht, ist kein Hinweis darauf, dass deren
Modell, deren Vorstellung von Transistoren vollständiger oder gar
korrekter ist, als eine andere. Die Entscheidung hängt eher davon ab, ob
und wieviel Mühe man den Kunden machen will, den passenden zu finden.
(Also Marketing).
oszi40 schrieb:> Bisher haben wir keine Schaltung des TO gesehen.spicey schrieb:> Noch ist Dir nicht mal ansatzweise bewußt, "was LTSpice alles kann".
Für die Simulation muss er spätestens eine Schaltung haben.
Vielleicht sei angemerkt, dass im Modell auch ein paar parasitäre
Elemente enthalten sind, damit dem TO so eine Ahnung beschleicht, was
aus den Daten noch so eine Rolle spielen könnte.
binford_2000 schrieb:> wenigstens die ersten drei sind elektrisch eh gleich> unterscheiden sich durch das Gehäuse.
Damals(tm) waren die einzelnen Evolutionsstufen durchaus erkennbar, d.h.
ein BC237 war besser als ein BC107 seiner Zeit, und ein BC547 besser als
ein BC237. Es hat sich halt keiner die Mühe gemacht, sowohl den BC547 im
neuen Prozess, als auch den alten BC107 im Steinzeit-Prozess zu
fertigen. Stattdessen wurde der neue Chip auch ins alte Gehäuse gepackt
und mit dem alten Namen bestempelt. Die Spezifikation hielt er ja ein,
und übertreffen war erlaubt.
Heute ist überall das gleiche "Universal Die" drin, welches die
einzelnen Spezifikationen alle erfüllt bzw übertrifft. Betrachtest Du
also einen BC107 von 1970 und BC547 und 2N3904 von 1980, dann wirst Du
signifikante Unterschiede feststellen. Nimmst Du die gleichen Bauteile
aus heutiger Fertigung, dann sind sie identisch.
Ja, aber die (eine passende) Schaltung findet sich (folgt noch).
Was Theor beschrieb anders gesagt:
In Spice Modellen stehen ausreichend Daten, um aus so einer doch
eher simplen Simu (vgl. m. komplexen Schaltungen - was es nämlich
so wertvoll macht, ist, es auch dafür benutzen zu können) völlig
brauchbare Werte ziehen zu können, die evtl. nicht im DB stehen.
Und die Schaltung... man nehme die Standard-Schalt-Schaltung. :)
Bau in Spice die DB-Schaltung zur Ermittlung ... blabla nach
(in irgend einem Schalttransistor-DB wirst Du sicher eine finden)
erst mit dem betr. Transistor, nach evtl. nötigen Anpassungen
(je nachdem, wie weit Original und neues DUT parametrisch ausein-
anderliegen (V_ceo / I_c(dauer)) - vorzugsweise nahe identisch,
dann muß evtl. gar nichts, oder nur minimal, angepaßt werden)
kannst Du die Schaltzeiten des Transistors ohne angegebene
Schaltzeiten im Datenblatt ermitteln -JA!- das Model kann das.
In_von_der_DB_Standard_Schaltung_abweichender_Beschaltung -
andere R_b und I_C und sonstige Werte... oder statt dortiger
"common emitter" z.B. "common base" Transistor Grundschaltung
- sind die Datenblattangaben sowieso_nicht_zutreffend ...
Spice kann helfen, viele unnötige Transistortode zu verhindern.
Soul E. schrieb:> Heute ist überall das gleiche "Universal Die" drin, welches die> einzelnen Spezifikationen alle erfüllt bzw übertrifft. Betrachtest Du> also einen BC107 von 1970 und BC547 und 2N3904 von 1980, dann wirst Du> signifikante Unterschiede feststellen. Nimmst Du die gleichen Bauteile> aus heutiger Fertigung, dann sind sie identisch.
Entschuldigung - das ist dabei natürlich unbedingt zu beachten!
Soul E. schrieb:> Heute ist überall das gleiche "Universal Die" drin, welches die> einzelnen Spezifikationen alle erfüllt bzw übertrifft.
Das bedeutet, ein BC107 aus heutiger Fertigung ist elektrisch identisch
mit einem BC547?
Da stellt sich auch die Frage warum es so viele Typen von z.B.
Standard-Transistoren gibt.
Hier hatten wir schon mal die Diskussion wie sich die 1N4001-4007
eigentlich unterscheiden. Das Ergebnis war (die Vermutung): alles
dieselbe Fertigung, nur unterschiedliche Aufdrucke!
Mohandes H. schrieb:> Da stellt sich auch die Frage warum es so viele Typen von z.B.> Standard-Transistoren gibt.
Weil die Leute sie kaufen. BC107 und BC847 unterscheiden sich immerhin
durch das Package.
Noch extremer ist der 2N3055. Original war das ein einfachdiffundierter
Mesa-Transistor, der mit Mühe und Not seine Datenblattwerte erreichte.
Heute langweilt sich in der Blechdose ein BD249. Richard K hat ja schon
einige Evolutionsstufen dokumentiert.
> Hier hatten wir schon mal die Diskussion wie sich die 1N4001-4007> eigentlich unterscheiden. Das Ergebnis war (die Vermutung): alles> dieselbe Fertigung, nur unterschiedliche Aufdrucke!
...und unterschiedliche Testprogramme. Eine 1N4001 wird mit 150 V
geprüft, eine 1N4007 mit 1,2 kV. Das heisst nicht dass die 1N4001 nicht
auch die 1,2 kV ausgehalten hätte, sie wurde nur nicht gefragt.
Binning macht bei Commodity-Bauteilen keiner mehr, das lohnt sich nur
bei deutlich teureren Komponenten wie Desktop-CPUs oder GPUs, wo der
Verkaufspreis im 2-3stelligen Dollarbereich liegt.
Soul E. schrieb:>> Hier hatten wir schon mal die Diskussion wie sich die 1N4001-4007>> eigentlich unterscheiden. Das Ergebnis war (die Vermutung): alles>> dieselbe Fertigung, nur unterschiedliche Aufdrucke!>> ...und unterschiedliche Testprogramme. Eine 1N4001 wird mit 150 V> geprüft, eine 1N4007 mit 1,2 kV. Das heisst nicht dass die 1N4001 nicht> auch die 1,2 kV ausgehalten hätte, sie wurde nur nicht gefragt.
In vielen Datasheet ist ausser der Spannung kein Unterschied. Hier
jedoch unterscheidet das Diagramm zur Sperrschichtkapazität die
4001-4004 von 4005-4007 und suggeriert damit 2 getrennte Fertigungen:
http://www.farnell.com/datasheets/1691914.pdf
Soul E. schrieb:> binford_2000 schrieb:>>> wenigstens die ersten drei sind elektrisch eh gleich>> unterscheiden sich durch das Gehäuse.>> Damals(tm) waren die einzelnen Evolutionsstufen durchaus erkennbar, d.h.> ein BC237 war besser als ein BC107 seiner Zeit, und ein BC547 besser als
Schon der 107 hat sich gewandelt ;)
electronsandbooks als Quelle zu Mullard/Philips ist leider tot,
bleiben die bitsaver bspw. National
1971_National_Transistors
BC107 process 27
BC238 hat da bei denen noch nicht gegeben
1982_National_Transistors
BC107 = BC238 = BC547 process 04
107 ist eben auf TO-18
147 das exotische lockfit hatte eh nicht jeder.
(gab ja noch weitere spezial packages)
~ zu dem Zeitpunkt als diese Typen gleichzeitig zu erwerben waren war
auch in allenen wohl meist das gleiche drin, that's all
was heute im CDIL BC107 werkelt, fragt den Richard K.
binford_2000 schrieb:> was heute im CDIL BC107 werkelt, fragt den Richard K.
Das würde mich auch sehr interessieren. Richard, hast du den BC107 schon
auf dem Tisch gehabt?
spicey schrieb:> Was Theor beschrieb anders gesagt:> In Spice Modellen stehen ausreichend Daten, um aus so einer doch> eher simplen Simu (vgl. m. komplexen Schaltungen - was es nämlich> so wertvoll macht, ist, es auch dafür benutzen zu können) völlig> brauchbare Werte ziehen zu können, die evtl. nicht im DB stehen.
Das verstehe ich so weit und mag beim BC547 funktionieren. Jedoch kann
ich jetzt 3 oder 4 verschiedene BC107 in der Bastelkiste haben, die sich
im Alter und im Herstellungsprozess unterscheiden. Z.B. wird der
Telefunken von 1970 nicht identisch mit einem aktuell gekauften sein und
das Spice-Model ist nun nicht auf das Gehäuse aufgedruckt. Ob ich das in
der Praxis brauche ist was anderes, da würde ich natürlich keinen BC107
einsetzen.
@souleye war das nicht beim 2N3055 erstmal andersherum (erst ein
massiver Möller der später als 2N3055H gesondert angeboten wurde aber
extrem langsam war, dann ein "fliegt in 80% der Anwendungen nicht sofort
in die Luft" Sparprogramm)?
...
Wenn man einen Transistor wie aus einem Logik-IC will, nimmt man wohl
besser einen 2N2369 :)
Dietmar S. schrieb:> spicey schrieb:>>> Was Theor beschrieb anders gesagt:>> In Spice Modellen stehen ausreichend Daten, [...]>> Das verstehe ich so weit und mag beim BC547 funktionieren. Jedoch kann> ich jetzt 3 oder 4 verschiedene BC107 in der Bastelkiste haben, die sich> im Alter und im Herstellungsprozess unterscheiden. Z.B. wird der> Telefunken von 1970 nicht identisch mit einem aktuell gekauften sein und> das Spice-Model ist nun nicht auf das Gehäuse aufgedruckt.
Nun, es gibt ebenso, wie es Transistoren von 1970 gibt auch Datenblätter
vno 1970. (z.B. archive.org) Die alten Datenbücher sind übrigens
wesentlich ausführlicher und konziser als die neueren. Ich gucke auch
gerne mal in meine alten Bücher von Motorola oder SGS-Thompson oder
Siemens oder in die gute alte Eulentabelle.
Da kann man nachschauen und das Modell entsprechend parametrieren. Und
ebenso wird es, wenn auch evtl. weniger leicht zu finden umd eher aus
den späten 70ern, für die europäischen Transistoren, Modelle geben. Und
last-but-not-least kann man auch nachmessen.
Aber das ist doch ein ganz anderes Thema. Zunächst ging es darum, dass
bestimmte Parameter in manchen Datenblättern nicht genannt werden und in
anderen doch.
Nachdem das nun (wie ich befriedigend) beantwortet wurde, machst Du ein
neues Thema auf (ohnehin wäre m.M.n. da ein neuer Thread wünschenswert).
Ich habe, mit Verlaub und vielleicht ist Dir das nur nicht bewusst, den
Eindruck, Du "suchst" mit allen Mitteln irgendwas zum kritisieren.
Vermutlich ist das so direkt nicht der Fall, aber jedenfalls kommen wir
hier von Pontius zu Pilatus. Oder siehst Du das anders?
Nun ist es also die Tatsache, dass alte Transistoren der gleichen
Bezeichnung andere Daten haben als neue. Wo soll das nun hinführen?
Und wie gesagt, gibt es auch dafür eine Lösung.
> Ob ich das in> der Praxis brauche ist was anderes, da würde ich natürlich keinen BC107> einsetzen.
Schön. Da hätten wir uns das ganze auch sparen können, oder? :-)
binford_2000 schrieb:> BC107 = BC238 = BC547 process 04
Aus meiner Erfahrung heraus, bedeutete gleiche Prozesszahl, dass die
Scheiben in der gleichen Reihenfolge durch die Maschinen geschleußt
wurden und viele Parameter gleich waren, oder nur geringe Unterschiede
aufwiesen. Die Belichtungsmaster waren unterschiedlich.
Theor schrieb:> Nun ist es also die Tatsache, dass alte Transistoren der gleichen> Bezeichnung andere Daten haben als neue. Wo soll das nun hinführen?
Zusätzlich ist das Ganze noch herstellerspezifisch. Die Angaben in den
Datenblättern sind garantierte Eigenschaften, die man beliebig
übertreffen darf.
Hier noch ein Video zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=XgSKLsWAWGs
Eher zum Schluss kommt noch eine wichtige Sache: Die Speicherzeit...
Weil's mich selbst eben auch interessierte, habe ich noch einen kleinen
Test gemacht, nach wie vor BC107 BJ '70er.
So wie ich es sehe, deckt sich das nicht mit Andrews Feststellungen, ich
habe aber auch Faktor 5-10 kleineren C-Strom.
Ic-on = 12 mA
Ub = über 1 kOhm Serie mit Parallel-C, Rechteck bis max. 4 Vss, Offset =
0
f = 100 kHz - 2 MHz
T-rise (= Einschaltvorgang) am C vom BC107: zwischen 5 ns und 10 ns,
abhängig von der Ansteuerung, kaum von der Frequenz.
Einschalt-Verzögerungszeit T-delay: nicht unerhebliche 20 ns, fast
f-unabhängig, jedoch etwas von der Ansteuerung.
Da ich keine Maßnahmen gegen die CE-Sättigung vorgesehen habe, habe ich
diese Daten eben nicht erfasst.
Fazit: Einschalten kann er sehr ordentlich, den Ausschaltvorgang muss
man mit entsprechender Beschaltung optimieren. Heißt, zahmere
Ansteuerung, also nicht in die Sättigung treiben (T-rise wird
geringfügig langsamer) + Diode oder B-Spannung unter Null.
Soul E. schrieb:> Die Angaben in den Datenblättern sind garantierte Eigenschaften,> die man beliebig übertreffen darf.
1.Das mag theoretisch schön sein, kann praktisch aber Schwingungen zur
Folge haben bei gleichem Aufbau.
Es gibt auch Säcke von typgleichen digitalen Schaltkreisen, die sich je
nach Hersteller trotzdem etwas anders verhielten.
2.Es kommt jeweils auf DIE konkrete Schaltung an. Bei ungünstiger
Dimensionierung (zu hochohmig) war mit BC107 schon bei ca. 100kHz das
Ende der Fahnenstange erreicht. Selbst gemessen bei einer Eingangsstufe.
Theor schrieb:> Nun, es gibt ebenso, wie es Transistoren von 1970 gibt auch Datenblätter> vno 1970. (z.B. archive.org)> Da kann man nachschauen und das Modell entsprechend parametrieren.> Ich habe, mit Verlaub und vielleicht ist Dir das nur nicht bewusst, den> Eindruck, Du "suchst" mit allen Mitteln irgendwas zum kritisieren.> Vermutlich ist das so direkt nicht der Fall, aber jedenfalls kommen wir> hier von Pontius zu Pilatus. Oder siehst Du das anders?
Das sehe ich anders. Mir geht es doch nicht darum irgendwelche
Ungereimtheiten oder Fehler aufzudecken oder Recht zu haben. Wenn mir
jedoch etwas erzählt wird, das ich nicht schlüssig finde, dann ist es
mein Recht nachzufragen. Mit Kritik hat das nun wirklich nichts zu tun.
Wenn man das Modell nach den Datenbüchern erstellt, dann kann es doch
auch nur beinhalten was in den Datenbüchern steht. Darum kann ich nicht
die Schaltzeiten eines jeden Transistors mit Spice herausfinden. Darum
ging es, um mehr nicht. Mir kommt es eher umgekehrt so vor als wolle man
mir etwas mit Gewalt eintrichtern.
> Nun ist es also die Tatsache, dass alte Transistoren der gleichen> Bezeichnung andere Daten haben als neue. Wo soll das nun hinführen?
Meine Güte, ich vergleiche halt Schaltzeiten. Es gibt auch Foristen die
sägen Transistoren auf, wohin soll das erst führen?
Dass du Schaltzeiten vergleichen willst ist kein Verbrechen!
Aber wenn du in Datenblättern von uralten BC107, oder ACxxx keine
Schaltzeiten findest, liegt das daran, dass das kein Kriterium war,
mit dem man die Verkaufszahlen steigern konnte. Die Dinger sollten
damals (altmodisch analog) Signale verstärken.
Diesbezügliche Parameter wurden ermittelt und (Minima) garantiert.
Keine Verschwörung, kein böser Wille, ... nur der Lauf der Zeit!
Ah Ja
Heute kann man Schaltungen simulieren.
Die stimmen dann halt fast perfekt oder auch
mal ganz und gar nicht
und dann kommt dann der Anspruch dessen.
Zum Schaltverhalten der Transistoren gehört
die gesamte Schaltung dazu.
Die Klassifizierung von Transistoren
ist in "Europa entsprechend der
Anwendung typisiert" und ein 2N . . . u. a.
in seinen Möglichkeiten beruflich, professionell
oder anheim bekannt.
Dirk St
> von uralten BC107, oder ACxxx keine Schaltzeiten findest
Weil die eben eher "schlecht" bis "ganz schlecht" sind.
Dafuer fanden sich aber in jedem Datenbuch eines Halbleiterherstellers
auch "Schalttransistoren".
Wer schon mal pMOS ansteuern durfte, kennt den Unterschied.
Ein 2N3904 ist mit seinen 200 ns "Storage Time" im uebrigen
auch kein guter Schalttransistor. Das geht auch deutlich fixer.
Aber, muss er ja auch nicht, als "NPN General Purpose Amplifier".
Da hilft dann eine Transitfrequenz von 300 MHz auch nicht wirklich.
Nach Bezeichnungsnomenklatur trifft das wohl auch auf alle
"BCxyz" zu. Schnelle Schalter hoeren auf "BSxyz".
Und wer mit AC (Transistoren) schnell schalten will, so altes
Germanium hat schon bei analogen 20 kHz seine Probleme.
Wer es nicht glaubt, kann ja mal einen 20 KHz Sinus auf so eine
AC187/AC188 Endstufe geben, und den Finger an die Transistoren
halten. Er sollte auch ein neues Paerchen zum Austausch bereit
halten.
@ Dietmar
Ich bedaure Dich offenbar in die Defensive getrieben zu haben.
Ich möchte Dir dennoch höflich raten, Dir zu überlegen was der innere
Zusammenhang zwischen den Tatsachen, 1. ob und das Schaltzeiten in
Datenblättern genannt sind und 2. es alte Transistoren gibt, ist.
Ich sehe da, wie gesagt, keinen Zusammenhang.
Theor schrieb:> Ich möchte Dir dennoch höflich raten, Dir zu überlegen was der innere> Zusammenhang zwischen den Tatsachen, 1. ob und das Schaltzeiten in> Datenblättern genannt sind und 2. es alte Transistoren gibt, ist.>> Ich sehe da, wie gesagt, keinen Zusammenhang.
Es gibt keinen. Dieses Aussage stammt aber auch nicht von mir.
Ich kann nicht, wie mir (weiß nicht mehr von wem) suggeriert werden
sollte und darum ging es, in Spice irgendeinen BC107, BC547 oder was
auch immer anklicken und allgemeingültige Ergebnisse erhalten. Wenn ich
drei gleichnamige Transistoren vor mir liegen habe, können die dennoch
mit unterschiedlichen Verfahren hergestellt worden sein. Natürlich nutzt
mir dann auch das Datenblatt nichts, wenn ich nicht das passende habe.
So dumm bin ich ja auch nicht. Diese Frage stellte ich in meinem
Eingangsbeitrag aber auch nicht.
Offenbar wurde mein Eingangsbeitrag von manchen als Kritik aufgefasst,
dann verstehe ich die Aufregung. Die war aber völlig unnötig. Vielleicht
ist es ein guter Zeitpunkt das Thema abzuschließen. Meine eigentliche
Frage wurde ja beantwortet.