Forum: FPGA, VHDL & Co. [S] Aktuelle FPGA's im Nicht-BGA Gehäuse


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von Johannes K. (krjdev)


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Hallo Community!

Ich suche nach einem FPGA in einem TQFP Gehäuse. Kann auch eine andere
Gehäuseart sein. Jedenfalls ohne Spezialwerkzeuge lötbar. Was wegfällt
sind also alle BGA Gehäusetypen. Leider hat Xilinx nicht mehr solche
Bausteine die vom aktuellen Vivado 2020.1 Webpack unterstützt werden.
Zu mindestens habe ich auf Digikey keine gefunden.

Also bleibt mir nichts anderes übrig als den Hersteller zu wechseln. 
Bitte
um Vorschläge, welche Hersteller in Frage kommen würden.

Schön wäre es noch, wenn das Synthesetool vom jeweiligen Hersteller auch 
unter
Linux laufen würde.

Vorweg vielen Dank!

von Nick M. (Gast)


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Z.B. Alter^H ... Intel

von -gb- (Gast)


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Intel MAX10.

Aber:
Auch die BGA kann man mit etwas Übung gut mit Heißluft löten.

von Johannes K. (krjdev)


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-gb- schrieb:
> Intel MAX10.
Vielen Dank!

Demoboard ist bei Digikey auch nicht so teuer.
Vor allem unterstützt die IDE bzw. EDA auch Linux. :)

> Aber:
> Auch die BGA kann man mit etwas Übung gut mit Heißluft löten.

Wie macht man das? Hab zwar eine Heißluftentlötstation, wüsste aber
auf die Schnelle nicht wie man vorgeht.

von -gb- (Gast)


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Johannes K. schrieb:
> Vor allem unterstützt die IDE bzw. EDA auch Linux. :)

Welche denn nicht? Vivado läuft auch unter Linux.

Johannes K. schrieb:
> Wie macht man das? Hab zwar eine Heißluftentlötstation, wüsste aber
> auf die Schnelle nicht wie man vorgeht.

Draufsetzen, also möglichst gut mittig auf die Pads und dann direkt von 
oben mit der Heißluft erwärmen bis das FPGA schön gleichmäßig absackt.
Und dann noch etwas weiter erhitzen oder vorher die Platine ohne FPGA 
vorheizen. Was hilft ist eine dünne Schicht Flussmittel wie das von 
Amtech. Das erhitzt man etwas bis es leicht klebrig wird, dann hält das 
das FPGA schön an Ort und Stelle. Ich verwende keine Lotpaste oder so 
sondern nur die Bällchen liefern das Zinn.
Wichtig ist aber erstmal die Platzierung, dann dass man den IC nicht mit 
dem Luftstrahl verschiebt und dann dass man das schön heiß macht.
Du kannst ja mal an einem billigen IC mit BGA üben. Und dann kannst du 
ja FPGAs mit 1 mm BGA verwenden. Gibt da sowohl Spartan7 als auch 
Artix7.

von Duke Scarring (Gast)


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Ich tue mich mit QFN/MLF-Packages auch immer schwer, aber ich glaube es 
ist eine Fragen der Technolgie und der Übung.
Hier sieht man, wie sich das Bauteil von selbst richtig auf die Pads 
zieht:
https://youtu.be/c_Qt5CtUlqY?t=355

Duke

von -gb- (Gast)


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Ja, aber Achtung! Bei QFN ist es gut wenn man mit der Pinzette oder dem 
Heißluftstrahl etwas am Bauteil wackelt, das positioniert sich dann 
quasi von selbst.
Wenn man aber an einem BGA wackelt, dann kann es recht schnell 
passieren, dass sich zwei Bällchen berühren.

Genauso kann man ein QFN schön mit der Pinzette flach auf die Platine 
drücken damit das Zinn an den Rändern herausquillt. Und dann geht man 
einmal mit dem Lötkolben am Rand entlang um das herausgequollene Zinn 
einzusammeln. Beim BGA geht das nicht, da hätte man dann Verbindungen 
zwischen den Bällchen.

von M. H. (bambel2)


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-gb- schrieb:
> Und dann geht man
> einmal mit dem Lötkolben am Rand entlang um das herausgequollene Zinn
> einzusammeln.

Genauso mache ich das auch. Das klappt einwandfrei!

Bei BGAs ist mein Hauptproblem nicht das Löten, sondern die Leiterplatte 
selbst. Sehr häufig stoße ich dabei auf das Problem, dass es mit einer 
"billig" China PCB selbst mit 4 Lagen nicht möglich ist die Balls zu 
entflechten, da teilweise schon die "minimum via drill size" so groß 
ist, dass keine Vias zwischen die Balls passen. Gerade bei 0.8 mm Pitch 
balls sieht es doch immer sehr schwarz aus.

Macht jemand im Hobby-Bereich häufiger was mit BGAs? Wo macht ihr eure 
PCBs?

von Gustl B. (-gb-)


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M. H. schrieb:
> "billig" China PCB selbst mit 4 Lagen nicht möglich ist die Balls zu
> entflechten

Irgendwann hat Billig eben sein Ende. Ich bestelle derzeit gerne bei 
Eurocircuits, die machen auch mehr als 4 Lagen zu ordentlichen Preisen. 
Vor allem können die auch definierte Impedanz im Pool, also recht 
günstig gerade wenn man USB3 oder so braucht/haben will.

M. H. schrieb:
> Gerade bei 0.8 mm Pitch
> balls sieht es doch immer sehr schwarz aus.

Ich mache öfter BGA, verwende aber die FPGAs mit 1 mm Pitch. 0.8 würde 
auch noch gehen. Ich verwende die FPGAs mit eher wenigen Bällchen, weil 
das sonst zusätzliche Lagen kostet und für Hobby irgendwann zu teuer 
wird.

von Bürovorsteher (Gast)


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> Leider hat Xilinx nicht mehr solche
> Bausteine die vom aktuellen Vivado 2020.1 Webpack unterstützt werden.

Einfach mal ISE 14.7 installieren: Spartan 3, Coolrunner

> Vorschläge, welche Hersteller in Frage kommen würden.

Latticesemi: MachXO2

TQFP/PQFP bis zum Abwinken...

von Bürovorsteher (Gast)


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Oder welche Raketentechnik brauchst du?

von m2m (Gast)


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Bürovorsteher schrieb:
> Latticesemi: MachXO2
👍

von Mampf F. (mampf) Benutzerseite


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Die hier zB

https://www.digikey.com/en/products/detail/intel/10CL025YE144A7G/10483715

Vor 2 Jahren waren die nagelneu.

Altera/Intel Cyclone 10 LP mit 25kLE.

Das waren die größten als QFPs, die ich damals gefunden hatte

Ich glaub es gibt von damals einen Thread mit dem fast identischen Titel 
wie dieser hier.

Es gibt für wenig Gelt von Trenz das Board CYG1000, das eine BGA-Version 
drauf hat, aber mit der gleichen Menge an Gates (nur Speed-Grade ist 
-8).

https://shop.trenz-electronic.de/de/TEI0003-02-CYC1000-mit-Cyclone-10-FPGA-8-MByte-SDRAM?c=479

Und falls du ein erprobtes Layout + Schaltplan in KiCad brauchst mit der 
EQFP144-Version, hätte ich da was fertiges.

https://gitlab.com/microengineer18/pidiver1.3/-/wikis/home

: Bearbeitet durch User
von User (Gast)


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wie wäre es mit ICE40 von Lattice im VQFP100
iCE40HX1K-VQ100

oder ECP2 im PQFP208
LFE2-20SE-6QN208C

von Johannes K. (krjdev)


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Sorry, für die späte Rückantwort.

-gb- schrieb:
> Johannes K. schrieb:
>> Vor allem unterstützt die IDE bzw. EDA auch Linux. :)
>
> Welche denn nicht? Vivado läuft auch unter Linux.

War eine Annahme. Da EDA Software zu mindestens früher hauptsächlich auf 
Windows gelaufen ist. Ja, Vivado läuft auch unter Linux. War bzw. ist 
ein Anliegen von mir, dass das Synthesetool auch unter Linux läuft.

> Johannes K. schrieb:
>> Wie macht man das? Hab zwar eine Heißluftentlötstation, wüsste aber
>> auf die Schnelle nicht wie man vorgeht.
>
> Draufsetzen, also möglichst gut mittig auf die Pads und dann direkt von
> oben mit der Heißluft erwärmen bis das FPGA schön gleichmäßig absackt.
> Und dann noch etwas weiter erhitzen oder vorher die Platine ohne FPGA
> vorheizen. Was hilft ist eine dünne Schicht Flussmittel wie das von
> Amtech. Das erhitzt man etwas bis es leicht klebrig wird, dann hält das
> das FPGA schön an Ort und Stelle. Ich verwende keine Lotpaste oder so
> sondern nur die Bällchen liefern das Zinn.
> Wichtig ist aber erstmal die Platzierung, dann dass man den IC nicht mit
> dem Luftstrahl verschiebt und dann dass man das schön heiß macht.
> Du kannst ja mal an einem billigen IC mit BGA üben. Und dann kannst du
> ja FPGAs mit 1 mm BGA verwenden. Gibt da sowohl Spartan7 als auch
> Artix7.

Cool, danke. Werde ich mal versuchen.

von Johannes K. (krjdev)


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Sorry, für die späte Rückantwort.

Bürovorsteher schrieb:
>> Leider hat Xilinx nicht mehr solche
>> Bausteine die vom aktuellen Vivado 2020.1 Webpack unterstützt werden.
>
> Einfach mal ISE 14.7 installieren: Spartan 3, Coolrunner

Das will ich aber vermeiden. Klar, es ist auch möglich.

>> Vorschläge, welche Hersteller in Frage kommen würden.
>
> Latticesemi: MachXO2
>
> TQFP/PQFP bis zum Abwinken...

Vielen Dank.

von Johannes K. (krjdev)


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> Und falls du ein erprobtes Layout + Schaltplan in KiCad brauchst mit der
> EQFP144-Version, hätte ich da was fertiges.
>
> https://gitlab.com/microengineer18/pidiver1.3/-/wikis/home

Cool, danke! Werde ich mir anschauen.

von Johannes K. (krjdev)


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Mampf F. schrieb:
> Die hier zB
>
> https://www.digikey.com/en/products/detail/intel/10CL025YE144A7G/10483715
>
> Vor 2 Jahren waren die nagelneu.
>
> Altera/Intel Cyclone 10 LP mit 25kLE.

Fraglich, ob ich überhaupt so viele Logikelemente benötige. Für ein 
Projekt muss ich im FPGA eine AXI ähnliche Schnittstelle und eine SPI 
Schnittstelle implementieren. Der Rest ist eigentlich nur, das die 
Aus-/Eingänge vom FPGA und die SPI Schnittstelle über diese AXI ähnliche 
Schnittstelle angesteuert werden.

Grob gesagt, sollte das eine I/O Karte werden, die über einen ARM 
Prozessor angesteuert wird.

Gut, ist vielleicht nicht eines FPGA's würdig.

von Noch ein Ingenieur (Gast)


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Spartan 6 gab es auch im TQFP Gehäuse.

Im Augenblick läuft mein 2tes Projekt mit ice40 FPGAs und irgendwie 
wundert es mich immer mehr, dass das erste so verhältnismäßig 
reibungslos abgelaufen ist.
Einmal muß man bei den FPGAs zum Teil mit ziemlichen Einschränkungen 
leben, ich glaube den FPGAs im TQFP-Gehäuse ist die PLL deaktiviert.
Die Entwicklungsumgebung hat bei mir zum Anderen nicht sehr viel 
Vertrauen hinterlassen. Die Einbindung vom Aldec Simulator war sehr 
gewöhnungsbedürftig.
Mit den ice40 FPGAs möchte Lattice doch eher in Smart Devices landen und 
ein Großteil der angebotenen Packages sind deswegen Chip-Scale-BGAs.

von Mampf F. (mampf) Benutzerseite


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Noch ein Ingenieur schrieb:
> ich glaube den FPGAs im TQFP-Gehäuse ist die PLL deaktiviert.

Zumindest auf dem ice40up5k im TQFP funktioniert die PLL. War damals 
nicht trivial und hat mich 2 Tage gekostet ... 😝

Andere hab ich nicht getestet. Mir ging es aber ähnlich ... War Xilinx 
und Altera verwöhnt und war von den Dingern ziemlich geschockt. Zum 
Glück gab es damals schon die Radiant Software - die Icecube (hieß die 
so?) war richtig schlecht.

von Bürovorsteher (Gast)


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> Spartan 6 gab es auch im TQFP Gehäuse.

Gibt es immer noch: die beiden kleinsten im TQFP144.

von Johannes K. (krjdev)


Angehängte Dateien:

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Noch ein Ingenieur schrieb:
> Einmal muß man bei den FPGAs zum Teil mit ziemlichen Einschränkungen
> leben, ich glaube den FPGAs im TQFP-Gehäuse ist die PLL deaktiviert.
Habe mir zwischenzeitlich das MAX 10 Evaluation Kit 10M08 bestellt. Hhm, 
habe mal auf der Intel zwecks Dokumentation nachgeschaut. Zu mindestens 
laut dieser Dokumentation sollte eine PLL vorhanden sein. Ist der 
Baustein 10M08SAE144C8G im TQFP Gehäuse verlötet.

Kann den FPGA aber noch nicht ausprobieren, da ich Tro**el das JTAG (USB 
Blaster) Kabel vergessen habe dazu zu bestellen.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Johannes K. schrieb:
> War eine Annahme. Da EDA Software zu mindestens früher hauptsächlich auf
> Windows gelaufen ist. Ja, Vivado läuft auch unter Linux. War bzw. ist
> ein Anliegen von mir, dass das Synthesetool auch unter Linux läuft.

EDA-Software für ASIC- und FPGA-Entwicklung lief traditionell eher auf 
UNIX-Workstations, meist mit SunOS bzw. Solaris, alternativ auch mit DEC 
Ultrix oder VAX/VMS. Ansonsten lief das ganze eher unter MS-DOS. Erst 
verhältnismäßig spät gab es  auch Programme für Windows. Auch Xilinx ISE 
war ein Programm für Solaris.

von Johannes K. (krjdev)


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Andreas S. schrieb:
> EDA-Software für ASIC- und FPGA-Entwicklung lief traditionell eher auf
> UNIX-Workstations, meist mit SunOS bzw. Solaris, alternativ auch mit DEC
> Ultrix oder VAX/VMS. Ansonsten lief das ganze eher unter MS-DOS. Erst
> verhältnismäßig spät gab es  auch Programme für Windows. Auch Xilinx ISE
> war ein Programm für Solaris.
Stimmt, MS-DOS. Das erste Layoutprogramm,  mit dem ich Berührung 
gekommen bin war ein DOS Programm. Das war vor ungefähr 21 Jahren. Mit 
ASIC EDA Software habe ich noch nie zu tun gehabt.

Gut, dafür war die Haupt IDE (Visual Studio in Verbindung mit NI 
Measurement Studio) hauptsächlich Windows only. Hab in der Entwicklung 
von Prüfgeräten gearbeitet.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Johannes K. schrieb:
> Das war vor ungefähr 21 Jahren.

Also schon in der Neuzeit. Viele Entwicklungswerkzeuge haben aber schon 
eine deutlich längere Historie, gerade im ASIC/FPGA/CPLD-Bereich. Ende 
der 90er Jahre waren Sun-Rechner mit SunOS/Solaris für solche Zwecke 
sehr verbreitet, aber es war auch die Zeit der teilweise 
grottenschlechten Portierungsversuche in die Windows-Welt. Linux wurde 
reichlich hochnäsig von manchen Toolherstellern als Spielzeug angesehen 
und nicht als sinnvoller Migrationspfad von der teuren Workstationwelt 
auf den PC.

Im Schaltplan/Layout-Bereich begann die MS-DOS-PC-Nutzung um 1985. 
Insbesondere OrCAD und Protel (mittlerweise Altium Designer) waren 
damals im profesionellen Bereich einer der Platzhirsche, allerdings auch 
preislich. EAGLE war Ende der 1980er Jahre ein sensationeller 
Durchbruch, da es für damalige Verhältnisse sehr anständige Qualität für 
kleines Geld bot.

Mentor Graphics hingegen setzte Anfang der 80er Jahre auf 
Apollo-Workstations, später auf Suns.

Als ich um 1988 herum das DESY besuchte, wurde mit auch stolz die 
CAD-Abteilung gezeigt, in der ein selbstentwickeltes EDA-System auf Sun 
3-Workstations verwendet wurde. Diese Eigenentwicklung wurde im Rahmen 
des HERA-Baus betrieben, weil es kein kommerzielles System gab, das für 
dermaßen große Projekte geeignet war. Die Datenerfassungselektronik 
bestand schränkeweise aus backblechgroßen Baugruppen mit FPGA und ASICs.

> Gut, dafür war die Haupt IDE (Visual Studio in Verbindung mit NI
> Measurement Studio) hauptsächlich Windows only. Hab in der Entwicklung
> von Prüfgeräten gearbeitet.

Ach? Es wundert mich nicht im geringsten, dass man mit einer (damals) 
reinen Microsoft-Entwicklungsumgebung nur Software für Microsoft Windows 
entwickelt.

Gerade im Prüftechnikbereich hat aber auch schon seit mindestens zehn 
Jahren Python Einzug gehalten, was es zusätzlich auch deutlich 
vereinfacht, Prüfsysteme wahlweise mit Windows oder Linux zu verwenden.

: Bearbeitet durch User
von Johannes K. (krjdev)


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Andreas S. schrieb:
> Ach? Es wundert mich nicht im geringsten, dass man mit einer (damals)
> reinen Microsoft-Entwicklungsumgebung nur Software für Microsoft Windows
> entwickelt.

Bei meiner ehemaligen Firma ist damals auch nichts anderes in Frage 
gekommen, da die Entscheidungsträger Microsoft Fanboys waren. Vor allem 
da auf den Prüf-PC's nur Windows im Einsatz war. Mag sein bzw. wird 
sein, dass ich deswegen diese falschen Gedanken hatte, dass EDA Software 
hauptsächlich für Windows war.

> Gerade im Prüftechnikbereich hat aber auch schon seit mindestens zehn
> Jahren Python Einzug gehalten, was es zusätzlich auch deutlich
> vereinfacht, Prüfsysteme wahlweise mit Windows oder Linux zu verwenden.

Was sicherlich eine tolle Sache ist. Allerdings kann ich das nicht mehr 
miterleben, da ich seit 12 Jahren in Invaliditätsrente bin. Somit weiß 
ich nicht ob in meiner ehemaligen Firma ein Sinneswandel hier 
stattgefunden hat.

Zugegeben ich würde, könnte ich die Zeit zurückdrehen, vieles anders 
machen. Sofern es in meiner Macht stehen würde.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Johannes K. schrieb:
> Mag sein bzw. wird sein, dass ich deswegen diese falschen
> Gedanken hatte, dass EDA Software hauptsächlich für Windows war.

Die ersten Versionen von Microsoft Windows waren doch völlig 
unbrauchbar. Erst mit Windows 3.1 wurde es für einige wenige 
Büroanwendungen einsetzbar und mit Windows NT 3.51 und Windows 2000 auch 
für "richtige" Anwendungen einsetzbar. Zu der Zeit war die UNIX-Welt mit 
X Window aber noch meilenweit voraus.

Und spätestens die PC-Mainboards der 386er-Klasse wurden definitiv nicht 
mehr mit Klebesymbolen und Tuschefüller gezeichnet, sondern mit 
"richtigen" EDA-Systemen.

von Johannes K. (krjdev)


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Andreas S. schrieb:
> Zu der Zeit war die UNIX-Welt mit
> X Window aber noch meilenweit voraus.

Tja, schade eigentlich, dass ich mit der UNIX-Welt bzw. UNIX-ähnlichen 
Welt erst durch Linux im Jahr 2007 das erste Mal in Kontakt getreten 
bin. Kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal Knoppix 
ausprobiert habe und anschließend die Box-Version von SUSE Linux gekauft 
habe. Bin bei diesem System (jetzt halt OpenSUSE) geblieben. Kannte 
vorher UNIX-basierende Systeme nur vom Hörensagen. Wurde zwar von meinem 
damaligen EDV-Lehrer zwar auch erwähnt, aber mit dem Zusatz, dass es 
hauptsächlich für Server eingesetzt wird.

> Und spätestens die PC-Mainboards der 386er-Klasse wurden definitiv nicht
> mehr mit Klebesymbolen und Tuschefüller gezeichnet, sondern mit
> "richtigen" EDA-Systemen.

Obwohl ich noch relativ jung bin, aber das mit den Klebesymbolen kann 
ich mich noch erinnern. :)

von MCUA (Gast)


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> Und spätestens die PC-Mainboards der 386er-Klasse wurden definitiv nicht
> mehr mit Klebesymbolen und Tuschefüller gezeichnet, sondern mit
> "richtigen" EDA-Systemen.
Das soll heisen, die ersten PC-Platinen wären mit Klebesymbolen und 
Tuschefüller gemacht worden ???

von Bounce Up after ground crash (Gast)


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MCUA schrieb:
>> Und spätestens die PC-Mainboards der 386er-Klasse wurden definitiv nicht
>> mehr mit Klebesymbolen und Tuschefüller gezeichnet, sondern mit
>> "richtigen" EDA-Systemen.
> Das soll heisen, die ersten PC-Platinen wären mit Klebesymbolen und
> Tuschefüller gemacht worden ???

Naja der PC von damals (1981) ist nicht mit heutigem Maschinen 
vergleichbar,
selbst die Amiga (1983) Custom-chps wurden als prototypen gefädelt.

https://twitter.com/EbenUpton/status/625334080830357506/photo/1

https://www.ardent-tool.com/5150/5150_wire-wrap_top.jpg

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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MCUA schrieb:
> Das soll heisen, die ersten PC-Platinen wären mit Klebesymbolen und
> Tuschefüller gemacht worden ???

Das habe ich an keiner Stelle behauptet.

Vermutlich wird IBM schon damals mit EDA-Systemen gearbeitet haben, aber 
in den 1980er Jahren wurde in der Tat noch viel mit Klebesymbolen und 
Tuschefüller gearbeitet. Damals gab es ganze Konstruktionsabteilungen, 
die nicht nur mechanische Konstruktionszeichnungen auf Reißbrettern 
erstellten, sondern auch Leiterplattenlayouts.

Der große Unterschied zwischen Profis und Hobbybastlern bestand darin, 
dass die Profis Layouts im Maßstab 2:1 oder 4:1 erstellten und erst 
anschließend bei der Herstellung der Belichtungsfilme auf den richtigen 
Maßstab herunterskaliert wurde, wohingegen Hobbybastler gleich 1:1 
zeichneten und die Vorlage direkt belichteten.

https://warmcat.com/2016/09/08/in-praise-of-kicad.html

von Andi (Gast)


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MCUA schrieb:
> Das soll heisen, die ersten PC-Platinen wären mit Klebesymbolen und
> Tuschefüller gemacht worden ???

Die Platine eines ZX-81 sieht jedenfalls sehr nach Klebetechnik aus:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/ZX81_Leiterkarte.jpg/500px-ZX81_Leiterkarte.jpg

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Hmmm, bei reiner Klebetechnik hätten die Leiterbahnen nur einfache 
geometrische Formen. Die ZX-81-Leiterplatten hat aber geschwungene 
Leiterbahnen, d.h. sie sind mit dem Tuschefüller o.ä. freihändig 
gezogen. Möglicherweise sind die Bauelementeanschlüsse geklebt bzw. 
aufgerieben.

von Bounce Up after ground crash (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Vermutlich wird IBM schon damals mit EDA-Systemen gearbeitet haben, aber
> in den 1980er Jahren wurde in der Tat noch viel mit Klebesymbolen und
> Tuschefüller gearbeitet. Damals gab es ganze Konstruktionsabteilungen,
> die nicht nur mechanische Konstruktionszeichnungen auf Reißbrettern
> erstellten, sondern auch Leiterplattenlayouts.

So sah es aus:
https://www.autodesk.com/products/eagle/blog/wp-content/uploads/2017/10/engineeringdrawing500.jpg

Dort das Patent zur Durchkontaktierung:
https://www.autodesk.com/products/eagle/blog/history-of-pcbs/

Noch mehr meisterwerke:
http://golddredgervideo.com/kc0wox/tek/7504/detailedpictures.htm

von Blechbieger (Gast)


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Die Unixwurzeln der ganzen FPGA-Tools merkt man auch daran dass sie alle 
mit TCL skriptbar sind, was unter Windows völlig unüblich ist aber unter 
Unix/Linux gang und gäbe ist.

von Christoph Z. (christophz)


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Blechbieger schrieb:
> Die Unixwurzeln der ganzen FPGA-Tools merkt man auch daran dass sie alle
> mit TCL skriptbar sind, was unter Windows völlig unüblich ist aber unter
> Unix/Linux gang und gäbe ist.

http://www.tcl.tk/about/history.html

ASIC (und entsprechend FPGA Tools) sind in TCL scriptbar weil TCL genau 
dafür gebaut wurde :-)

Und ja, TCL hat dann generell Verbreitung gefunden in der Unix Welt. Die 
ASIC/FPGA Welt bleibt TCL noch treu, andere Bereiche tendieren schon 
länger zu anderen Sprachen (JS, Python, LUA).

von Nick M. (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Die ZX-81-Leiterplatten hat aber geschwungene
> Leiterbahnen, d.h. sie sind mit dem Tuschefüller o.ä. freihändig
> gezogen.

Dann zieh mal mit dem Rapidographen solche geschwungenen Linien ohne zu 
zittern. Die Linien wurden geklebt, mit solch Feinkrepp wie es die 
Lackierer heute noch hernehmen.

von Blechbieger (Gast)


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Christoph Z. schrieb:
> http://www.tcl.tk/about/history.html
>
> ASIC (und entsprechend FPGA Tools) sind in TCL scriptbar weil TCL genau
> dafür gebaut wurde :-)

Danke für die Infos. Mir war nicht bewusst wie eng der Zusammenhang ist.

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