Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Indische Industiral IT und Business IT und die Erfahrungen


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von Tobias N. (technick2)


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Seit dem 1. Oktober bin ich in einer neuen Firma und ziehe so für mich 
mein erstes resumé, was ich in den zurückliegenden 8 Wochen so erlebt 
habe und welche Zukunfstperspektiven sich mir bieten. Leider sieht es da 
düster was, was Entwicklertätigkeiten angeht.

Was mir besonders aufgefallen ist und beim Arbeiten der Hauptaspekt ist:

Die IT dominiert hier irgendwie alles und jeder ist komplett von fest 
installierten Prozessen und Verfahren umgeben (um nicht zu sagen : 
"Gefangen") und rennt in seinem Hamsterrad. Die IT ist - anders, als in 
vielen meiner bisherigen Firmen - aber nicht etwas gewachsen, sondern 
wurde dem Konzern gewissermassen übergestülpt. Es handelt sich um einen 
externen indischen Dienstleister, über den ich mich jetzt mal schlau 
gemacht habe.

Viele kennen Indien vorwiegend als Lieferant billiger Kleidung und 
anderer Produkte aber seit sie auf IT machen, sind sie anscheinend dick 
im Geschäft wie ich lernen musste. Was früher eine "Siemens Business 
Services" gemacht hat, wird heute preisgünstig von einem weltweit 
operierenden indischen IT unternehmen abgewickelt. der wie eine Krake 
ein ganzes Bündel an Konzernen im Griff hat. Eine interne Anfrage ergab, 
dass die IT auf extern umgestellt wurde, weil es preiswerter sei. Und 
die sind offenbar wirklich sehr preiswert, allerding das nicht ohne 
Grund wie mir scheint, kommen sie so doch prima bis in die tiefsten 
Tiefen der Firmen hinein.

Viele Geschäftsprozesse sind aus IT-Sicht inzwischen fest in deren Hand, 
was für mich ein echtes Sicherheitsproblem aufwirft. Dabei geht es nicht 
darum, dass irgendein Kasper illegal Daten klaut, sondern darum, dass 
die Jungs direkt in die Kommunikation involviert sind. Bestellungen über 
Material, Hardware, Software, deren Lieferung und Installation, Name 
Adresse und Intention der Kunden gehen direkt über die und werden dort 
formell abgewickelt, freigeschaltet und bestätigt. Die aktuellsten Infos 
über Entwicklungen und Systeme unserer Firma sind somit einer indischen 
IT-Firma zugänglich, ohne dass da jemand was klauen muesste. Die sind 
somit nicht IN der Firma, sondern inzwischen SIND sie die Firma!

Hat jemand einen ähnlichen Fall?

:
von Tobias N. (technick2)


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Ich erkläre vlt nochmal genauer, worauf ich hinaus will:

Praktisch alle Positionen der Informationsknoten sind mit Indern 
besetzt, z.B. die Beschaffungskette, die Vergabekette, die 
Bestellprozesse, die Qualitätsprozesse, die Dokumentenverwaltung und die 
Freigabeprozesse, d.h. man muss dort Anträge stellen, um etwas zu 
bekommen, ein Dokument rekonstruieren oder löschen zu lassen, oder sich 
ein neues QM-Dokument oder Verzeichnisse anlegen zu lassen. Auch die 
Rechte in den AODs werden von denen verwaltet.

Der eine oder andere scheint sich seiner Position auch bewusst wzu sein, 
bzw sie ist ihm schon zu Kopf gestiegen. Da weist man schonmal mal 
großzüzig eine Bestellung zurück, weil ein Formfehler drin ist, oder 
hinterfragt sogar die Notwendigkeit des bestellten Messmittels, möchte 
vlt gerne noch eine Kostensparmaßnahme sehen und das alles, ohne das 
technische Wissen zu haben, um das zu beurteilen. Als SW-Ingenieur 
steckst du da in einem Hamsterrad und darfst um alles betteln. Schaut 
man sich nun den Werdegang der Jungs an, dann sind das Absolventen 
irgendwelcher indischen business schools mit 2-3 Jahren Ausbildung, 
einige sind ehemalige IT-ler, self made programmierer, die mal an der 
Verwaltungssoftware gestrickt haben und dann zu einem Coordinator 
aufgestiegen sind.

Als Softwareingenieur mit Hochschulsausbildung und immerhin über 15 
Jahren Erfahrung in der IT darfst du dich dann von einem 27-jährigen 
externen IT-Dienstleister schulmeistern lassen, der seine Prozesse nicht 
auf deine Wünsche anpasst, wie es ein Dienstleister tun sollte, sondern 
diese so gestaltet, dass sie ihm genehm sind und er wenig Arbeit hat. 
D.h. seine Arbeit ist effektiv, profitbale und gewinnbringend- auch, 
weil er jeden einzelnen Arbeitsschritt in einem Ticket verpackt, das 
Geld kostet. Dabei ist es nicht nur dass Problem, dass sie mit mehr 
engamenet weniger tickets generieren würden und es für den Konzern 
billiger wäre, sondern sie behindern durch ihr Gewinnstreben auch noch 
unser Vorankommen.

In einigen Bereichen scheint man sich da schon als die eigentliche Firma 
zu sehen, was auch der Verflechtung mit dem Management geschuldet ist: 
Im Vorstand sitzen inzwischen Manager, die sich über eben jene 
Geschäftsprozesse qualifiziert haben, die von der indischen IT getrieben 
werden, weil sie sie installiert haben oder zumindest beherrschen. Genau 
diese Inder verlagern immer mehr Prozesse in hinaus an den indischen 
Dienstleister und man bekommt den Eindruck, dass die die Firma sind, die 
sich nur noch die Niederlassungen "hält" um Produkte bauen zu lassen.

Ich denke, es geht nicht mehr lange und die hebeln die Firma komplett 
aus, indem sie einfach die Entwickler auch noch austauschen.

von MaWin (Gast)


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Tobias N. schrieb:
> Viele kennen Indien vorwiegend als Lieferant billiger Kleidung

Das war Bangladesh.

In Indien ist man, wenn an der Hotline wieder ein radebrechend Englisch 
redender versucht, dir zu erklären, warum die Software nicht 
funktioniert.
Da kannst gleich wieder auflegen, der versteht noch weniger von dem 
Programm als du.

Und Indien kennt man, weil ehemals Softwareentwicklungsprojekte zu den 
ach so billigen IT Experten dort in Auftrag gegeben wurden, die laut 
curriculum vitea angeblich alles, und zwar wirklich Alles von dem du in 
der IT je gehört hast, ganz perfekt können, also wirklich perfekt, wie 
Muttersprache quasi, dann aber das ganze Projekt grandios baden geht 
weil die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und alles noch mal neu 
geschrieben werden muss. Und bei dummen Firmenführungen dauert das ein 
paar Versuche, bevor die begreifen, daß es nicht billiger ist.

Hingegen IT in den Ländern der ehemaligen UdSSR: Ein Traum. Die Leute 
haben Ahnung, stapeln nicht hoch, liefern grundsolide Arbeit, ganz 
andere Kultur.

von Tobias N. (technick2)


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In Teilen ist das Verschieben der Entwicklung schon im Gange:

In einem Fall hat der IT-Dienstleister einfach die Geschäftsleitung 
dahin gehend beraten, dass er für den Vertrieb in einem Land kurzerhand 
eine andere Firma vorschlägt, für die er auch tätig ist und rechnete 
vor, wie günstig sich das dann machen liesse. Natürlich profitiert er 
selber davon, weil in dieser Vertriebsfirma auch seine IT läuft und sich 
dadurch der Kuchen vergrößert, von dem er essen kann. Auch auf der 
anderen Seite in der supply chain lief das schon so: Es wurde als 
Lieferant primärer Lösungen vorzugsweise ein indischer Anbieter 
involviert, weil dieser angeblich besser in die supply chain und 
Abrechnungskette passt, als die deutsche Abteilung. Hinter vorgehaltener 
Hand hört man, dass es Zores gegeben haben musste, weil man in der 
DE-Abteilung die ach so tolle indische IT-Software kritisert hatte. Nun 
hat man denen die Prozesse weggenommen, die Abteilung abgebaut und die 
deutschen Entwickler entlassen oder umgesetzt, bzw durch Anbieten eines 
Jobs an einem nicht akzeptablen Standort zum Wechseln veranlasst. Die 
primäre SW macht nun eine indische Niederlassung des IT-Dienstleisters. 
Nur einige wenige Softies sind geblieben und es sind ausgerechnet die 
indischen Programmierer, die schon in der Niederlassung arbeiteten, weil 
es für die egal ist, in welcher deutschen Stadt sie ein Hotelzimmer 
mieten. Sind eh in der Fremde.

Man hat den Eindruck dass sie alle irgendwie auf Zeit spielen und die SW 
so langsam aber sicher in DE übernehmen, um dann wieder komplett nach 
Indien umziehen zu können. So richtig häuslich niederlassen, scheint 
sich keiner von denen zu wollen. Die Familien sitzen alle noch in Indien 
und das seit mehreren Jahren.

Hinzu kommt noch ein anderes Problem:

Viele dieser IT-Servicefachkräfte wollen aufsteigen und ihr schmales 
Gehalt verbessern. Daher fangen die erst einmal in einem schlechter 
bezahlten Bereich an, wo sie die interne Logistik der Firma lernen, um 
diese dann in andere Firmen zu schleppen, wo sie dann normal bezahlt 
werden. Mit dem Beraterknowhow im Rücken und der Referenz für diese 
Firma gearbeitet zu haben, wechseln viele dann zu einem 
Branchenkonkurrenten oder einem anderen Endkunden, indem sie kurzerhand 
kündigen und woanders anfangen - freilich nicht ohne sich die CD mit 
emails, Kontaktdaten und Allemmöglichen gebrannt zu haben. So wird das 
technische und logistische Knowhow der von diesem Dienstleister 
betreuten Firmen schön fein in der Welt verteilt.

Warum macht eine Geschäftsleitung das mit und erlaubt es, dass das 
Rückenmark der Firma, das aus technischen Wissen und optimierten 
logistischen Strukturen besteht (woraus auch sonst?) ausgeschlachtet und 
exportiert wird?

Haben wir nur noch Ausverkauf in Deutschland?

Beitrag #6485255 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dirk K. (knobikocher)


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Tobias N. schrieb:
> Warum macht eine Geschäftsleitung das mit und erlaubt es, dass das
> Rückenmark der Firma, das aus technischen Wissen und optimierten
> logistischen Strukturen besteht (woraus auch sonst?) ausgeschlachtet und
> exportiert wird?

Einsparungen = größere Boni? Und natürlich ist die Firma laut den 
Beratern viel besser für die Zukunft gewappnet.

Viel Erfolg dort!


(Was schätzt ihr, wie viele Post es dauert bis F. B. hier Links postet 
und gegen IGM wettert?)

von Tobias N. (technick2)


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Dirk K. schrieb:
> Einsparungen = größere Boni? Und natürlich ist die Firma laut den
> Beratern viel besser für die Zukunft gewappnet.

Das glaube ich auch, ja.

von haltet den Dieb - er hat meinen Messer im Rücken (Gast)


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FH Volldepp schrieb im Beitrag #6485255:
> ja die russen hacken doch ständig die usa^^

na sicher, wer denn sonst

https://www.youtube.com/watch?v=8HZ4DnVfWYQ

Ich habe ein Paar Bücher zur C-Programmierung von indischen Autoren 
gelesen. Zum Glück waren es nicht meine ersten C-Bücher und ich schon 
etwas Vorwissen hatte. Ich wundere mich nicht, dass Boeing Probleme mit 
Software hat.

von oszi40 (Gast)


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Tobias N. schrieb:
> Warum macht eine Geschäftsleitung das mit

Jeder bekommt das für sein Geld, was er verdient hat. Wer billig will, 
muß auch mit den Folgen leben! Meine bisherigen Erfahrungen aus dieser 
Richtung waren leider nicht positiver. Das Geld was sie glaubten 
einzusparen, verbrennen sie an anderer Stelle mit Dienstreisen und 
Missverständnissen.

Beitrag #6485295 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6485313 wurde von einem Moderator gelöscht.
von F. B. (finanzberater)


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Dirk K. schrieb:
> (Was schätzt ihr, wie viele Post es dauert bis F. B. hier Links postet
> und gegen IGM wettert?)

Ist doch klar: Die IGMler sind zu teuer, also muss an anderer Stelle 
gespart werden. Dass die IGMler langfristig sowieso durch kostengünstige 
Inder ersetzt, das hat der Threadersteller sehr schön herausgearbeitet.

Beitrag #6485333 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Nick M. (muellernick)


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Tobias N. schrieb:
> Seit dem 1. Oktober bin ich in einer neuen Firma und ziehe so für mich
> mein erstes resumé,

Was ist denn das für eine Branche? Wie viele Leute?

von Nop (Gast)


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oszi40 schrieb:

> Jeder bekommt das für sein Geld, was er verdient hat. Wer billig will,
> muß auch mit den Folgen leben! Meine bisherigen Erfahrungen aus dieser
> Richtung waren leider nicht positiver.

Meine auch nicht. Die Erbsenzähler begreifen nicht, daß es unterm Strich 
sowohl schlechter als auch teurer kommt. Andererseits kann man in der 
Zwischenzeit ein paar nette Dienstreisen auf Firmenkosten nach Indien 
machen, was auch ganz interessant ist. Gut, jetzt gerade mit Corona 
nicht so, aber sonst schon.

Beitrag #6485377 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer)


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Tobias N. schrieb:
> Was früher eine "Siemens Business
> Services" gemacht hat, wird heute preisgünstig von einem weltweit
> operierenden indischen IT unternehmen abgewickelt.
Gerade eine Siemens hat schon in den 90er massiv angefangen die 
Softwarerealisierung nach Indien auszulagern, noch bevor andere Firmen 
das auch im großen Stil gemacht haben. Als Kunde hat man dann seine 
Anforderungen mit einer deutschen Siemens-Abteilung im Detail verhandelt 
und einige Monate später wurde dann das Überrachungspaket geliefert. Oft 
nur hatte das überhaupt nicht mit dem bestellten zu tun, weil das was 
die interne Beauftragung für die Softwareentwicklung geschrieben hat 
fehlerhaft war. Da Inder ja generell keine Fehler machen kann es ja 
nicht sein das sie in Indien was falsch verstanden haben (einfach 
nachfragen ist ja Verboten weil man damit ja zugeben könnte das man 
"unfähig" ist was zu verstehen) oder falsch implementiert haben, sondern 
es muss immer die Anforderung fehlerhaft sein. Das gab dann öfter mal 
eine hübsches langwieriges hin und her zwischen Kunde, 
Anforderungsmagement und Realisierung.
Das Ganze ist also absolut nichts neues, du hast es in deiner speziellen 
Branche eventuell nur nicht so stark mitbekommen.

Tobias N. schrieb:
> ...der seine Prozesse nicht auf deine Wünsche anpasst, wie es Dienstleister tun 
sollte,
> sondern diese so gestaltet, dass sie ihm genehm sind und er wenig Arbeit hat.
Diese Unsitte "Bitte passt euere Anforderungen solange an bis es zu was 
schon vorhanden passt und die Lieferant nichts anpassen muss sondern 
ohne Aufwand kassieren kann" greift in den letzten Jahren leider 
generell stark um sich. Das hat aber nichts mit Indien zu tun, das 
machen andere genauso (zumindest größere Firmen) und das noch 
vorzugsweise nachdem sie in der Ausschreibung zugesagt haben das sie 
alles Anpassen werden und daraufhin den Zuschlag bekommen haben.

Was Indien anbelangt, scheint der Zug schon längst wieder weiter zu 
ziehen.
Hatte jetzt mit Indern zu tun die nur noch das Design gemacht haben (was 
früher mal in Europa oder Amerika gemacht wurde) und die Ralisierung 
dann nach China weitergegeben haben. so sind beide Teile nochmal ein 
Stück Billiger und der Kunde um einige graue Haare reicher, weil wenn es 
nicht Funktioniert es ja nur daran liegen kann das der Kunde seine 
Anforderungen nicht genau genug beschrieben hat.

von Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer)


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oszi40 schrieb:
> Wer billig will,
> muß auch mit den Folgen leben! Meine bisherigen Erfahrungen aus dieser
> Richtung waren leider nicht positiver. Das Geld was sie glaubten
> einzusparen, verbrennen sie an anderer Stelle mit Dienstreisen und
> Missverständnissen.
Kann ich nur Unterschreiben.

Das mit der Kosteneinsparung ist halt BWL für fortgeschrittene (also 
eher nichts für uns Technik lastige).
- Management beschießt was neues muss her
- Projekt wird gegründet
- Projekt: Untersucht Machbarkeit und etwaige Kosten
- Management: Das muss auch für die Hälfte der Kosten machbar sein...
- Projekt: Findet noch einige Möglichkeiten den Billigheimer durch noch 
einen Billigeren zu ersetzen.
- Projekt: Bestellt, geliefert und dem Betrieb übergeben
- Projekt & Management macht große Feier, weil sie das Projekt so toll 
und so Billig realisiert bekommen haben. Projektkostenstelle 
abgeschlossen.
- Betrieb: Was habt ihr da den für eine scheiße geliefert, dadurch haben 
wir ja Unmengen Mehraufwand und wir müssen erstmal noch eine ganze Reihe 
von Änderungen beauftragen damit wir es überhaupt verwendet werden kann.
- Projekt: Interessiert uns nicht, Projekt ist abgeschlossen. Weitere 
Kosten müsst ihr mit eueren Kostenstellen für den Betrieb begleichen, 
das fällt nicht mehr unter die Projektkosten.

Und so wird das eigentliche Projekt Kostensparend abgeschlossen und die 
eigentlichen Mehrkosten an ganz anderer Stelle so versteckt das sie 
keiner mehr in einen Zusammenhang mit dem eigentlichen Verursacher 
bringen kann.
Funktioniert zumindest bei größeren Firmen wurderbar.

von Nop (Gast)


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Irgend W. schrieb:

> Und so wird das eigentliche Projekt Kostensparend abgeschlossen und die
> eigentlichen Mehrkosten an ganz anderer Stelle so versteckt

BWL für Fortgeschrittene beinhaltet noch mehr: die Bonuszahlungen 
einsacken und sich firmenintern auf eine höhere Stelle wegbewerben, weil 
man ja gezeigt hat, daß man seine Projekte termin- und kostengerecht 
managen kann. Das muß man natürlich durchziehen, bevor die Wahrheit ans 
Licht kommt.

von Automotorsportexperte (Gast)


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Irgend W. schrieb:
> Gerade eine Siemens hat schon in den 90er massiv angefangen die
> Softwarerealisierung nach Indien auszulagern, noch bevor andere Firmen

Siemenssoftware war schon immer scheisse, egal ob aus Indien oder vom 
deutschen Edelingenieur, Software konnte dieser Saftladen noch nie.

von OldMan (Gast)


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Wer braucht eigentlich noch Entwicklungsunternehmen in Deutschland?
Keiner!
Kommt doch eh alles aus dem Ausland.
Spätestens 2021 geht in DE der Mittelstand komplett die Bach runter.
Die indische Industrie hat Europa schon längst abgehängt, nur etwas 
später als es die Chinesen getan.
Die Welt lacht sich in Fäustchen, wenn sie die komplexen Prozesse 
betrachtet die Europa, speziell Deutschland, nutzen um ein Produkt zu 
fertigen.
War eben kein guter Gedanke den Großteil ins Ausland zu verlagern. Die 
Fertigung in DE ist zum Assemblierer verkommen. Wehe, wenn ein Teil 
(SW/HW) nicht pünktlich ankommt. Peng, nix geht mehr!
Und dann noch das Projektmanagment outsourcen. In diesem Zustand hat ein 
Unternehmen in DE die Kontrolle komplett verloren und kann sich schon 
mal auf eine feindliche Übernahme vorbereiten, so denn es denn überhaupt 
ein interessantes Unternehmen ist. Was heute meist zweifelhaft ist.

von JJ (Gast)


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Tobias N. schrieb:
> Hat jemand einen ähnlichen Fall?

Ja, so krass zwar nicht, aber das kommt hin. Das ist alles nur noch eine 
riesige Scheiße. Sorry, aber manchmal muss die Scheiße beim Namen 
genannt werden.

Beitrag #6485735 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6485736 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6485780 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6485813 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486031 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486042 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486076 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486083 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486116 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486188 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486201 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486214 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Kaffeesatzentsorger (Gast)


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Tobias N. schrieb:
> Viele Geschäftsprozesse sind aus IT-Sicht inzwischen fest in deren Hand,
> was für mich ein echtes Sicherheitsproblem aufwirft.

Ja stimmt Boeings 346 Tote sind grösstenteils auf indische Codier-hansel 
rückführbar....

https://www.onlinecitizenasia.com/2019/06/29/software-used-in-737-max-crashes-linked-to-indian-software-companies/
Beitrag "Boeing's 737 Max Software Outsourced to $9-an-Hour Engineers"

Beitrag #6486223 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486239 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486271 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486276 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486282 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486336 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Nop (Gast)


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Kaffeesatzentsorger schrieb:

> Ja stimmt Boeings 346 Tote sind grösstenteils auf indische Codier-hansel
> rückführbar....

Bullshit. Das, was die codiert haben, haben sie so als Anforderungen 
bekommen.

Beitrag #6486592 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Claus W. (claus_w)


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"Indische Erfahrungen" in Kleinstfirma:
=======================================

- Die Firma hatte mehr als 6 Mitarbeiter (3 im Inland, 15 in einer 
indischen Auftragnehmer-Firma).
- Bevor ich im Mai kam, hatte die Subfirma in Indien auf Anweisung der 
deutschen Firma 15 Leute entlassen.
- Geschäftsmodell sind Touren für Lieferdienste auf Server und Tablet.
- Im Tool "monday.com" läuft beim Entwickeln die Stoppuhr immer mit. 
Nicht vergessen die Uhr über Nacht abzuschalten.
- Ein Projekt ist jeweils eine modifizierte Kopie eines anderen 
Projektes. Darin: Soft-Delete, d.h. eure Lieferungen werden bei Ende des 
Dienstvertrages nicht gelöscht und der Inhaber könnte sie an die 
Werbeindustrie verkaufen.
- Indien antwortet nicht auf einen Stapel von 5 Fragen sondern legt nach 
2 Fragen auf. Rauer Ton in der Anrede: "Dear Friend!" oder "Share your 
screen!"
- Wie endete das AV? Der Inhaber forderte mich laut auf, ihm folgende 
Sätze nachzusprechen: "Ich habe einen Fehler gemacht. Es tut mir leid. 
Es wird nicht wieder vorkommen."
- Gehe ich an der Firma jetzt vorbei, ist meistens alles zu. Nachdem es 
für mich Ende Juli endete, sucht er jetzt ab Januar meinen Nachfolger.

von F. B. (finanzberater)


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Infosys likely to win $1.3 billion Daimler deal

The IT outsourcing deal involves 500-600 Daimler employees transferring 
to the IT firm. Some sources told TOI that the number could be more than 
that.

https://economictimes.indiatimes.com/tech/information-tech/infosys-likely-to-win-1-3-billion-daimler-deal/articleshow/79361897.cms

Liest man in letzter Zeit vermehrt, dass IT-Mitarbeiter deutscher 
Konzerne an die Inder verramscht werden.

Beitrag #6486738 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486767 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6486923 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487032 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487033 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487040 wurde von einem Moderator gelöscht.
von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Tobias N. schrieb:
> Eine interne Anfrage ergab,
> dass die IT auf extern umgestellt wurde, weil es preiswerter sei.

Und mit dem Outsourcing gehts bergab.
Auch in anderen Bereichen (Nicht-IT) ist das so.

Beitrag #6487055 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487069 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487070 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Kaffeesatzentsorger (Gast)


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Nop schrieb:
> Kaffeesatzentsorger schrieb:
>
>> Ja stimmt Boeings 346 Tote sind grösstenteils auf indische Codier-hansel
>> rückführbar....
>
> Bullshit. Das, was die codiert haben, haben sie so als Anforderungen
> bekommen.

Soso, kann man sich also auf eine Art "Befehlsnotstand" berufen, weil 
offensichtlich lücken-/fehlerhafte Anforderung umsetzt und als Indische 
Fachkraft wohl nicht gewillt ist, nachzuhaken??!!

Firmen, die den für sicherheitsrelevante Software notwendigen CMM-Level 
noch nicht erreicht haben, zu beauftragen, schafft ein 
Sicherheitsrisiko, eine Frage dabei ist, ob man Aufträge, denen man 
nicht gewachsen ist, ablehnen muß.

https://de.wikipedia.org/wiki/Capability_Maturity_Model
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__34.html

Beitrag #6487080 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487082 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487093 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487105 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487130 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487140 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487151 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487157 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487160 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487281 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6487369 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Oliver S. (oliverso)


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Tobias N. schrieb:
> Praktisch alle Positionen der Informationsknoten sind mit Indern
> besetzt, z.B. die Beschaffungskette, die Vergabekette, die
> Bestellprozesse, die Qualitätsprozesse, die Dokumentenverwaltung und die
> Freigabeprozesse, d.h. man muss dort Anträge stellen, um etwas zu
> bekommen, ein Dokument rekonstruieren oder löschen zu lassen, oder sich
> ein neues QM-Dokument oder Verzeichnisse anlegen zu lassen. Auch die
> Rechte in den AODs werden von denen verwaltet.

In was für einer Klitsche hast du denn vorher gearbeitet, daß dich jetzt 
so etwas verwundert? Willkommen im Leben...

Oliver

von Tobias N. (technick2)


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Oliver S. schrieb:
> In was für einer Klitsche hast du denn vorher gearbeitet, daß dich jetzt
> so etwas verwundert? Willkommen im Leben...

In einem ähnlich großen Konzern, der aber unter deutscher Führung war 
und eine eigene IT hatte, die sich noch als Dienstleister begriffen hat 
und nicht alle 3 Monate die Leute wechseln und man wegen jedem Vorgang 
ein Ticket braucht und einen anderen Ansprechpartner hat, der 
telefonisch nicht zu erreichen ist.

Nick M. schrieb:
> Tobias N. schrieb:
>> Seit dem 1. Oktober bin ich in einer neuen Firma und ziehe so für mich
>> mein erstes resumé,
> Was ist denn das für eine Branche? Wie viele Leute?
Meßtechnik, rund 300 Personen am Standort, ähnlich viele in der 
"Schwesterfirma" auf dem Gelände und deutschlandweit mehr als 2.000 
glaube ich.

von Tobias N. (technick2)


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Toni Tester schrieb im Beitrag #6485313:
> Trolltag war Freitag. Ansonsten viel Mühe rein gesteckt, und nette und
> innovative Geschichte – also abgesehen vom falschen Wochentag gebe ich
> glatte zehn Punkte – Glückwunsch!

Nein, keine Geschichte. Man muss sich die Dinge eben vom Leib schreiben 
und kann das schlecht mit Kollegen tun und die Familie möchte man ja 
nicht belasten.

Warum ich so besorgt bin? Ich wollte mich eigentlich in dem Thema 
festsetzen, um mittelfristig an einem anderen Standort des gleichen 
Konzerns zu arbeiten, wenn es in 2-3 Jahren familäre Veränderungen gibt. 
Das hat mit dem Job meiner Frau zu tun und wo sie eingesetzt ist. Nun 
muss ich sehen, dass ich in einem Konzern gelandet bin, wo man eher 
weniger zu sagen hat und sich das Management vom Rest abzulösen scheint.

Einige denken im Übrigen ähnlich wie ich, wie man so hört und denken 
über einen staff buy out nach. Hat allerdings zwei Seiten: Die Firma hat 
sehr spezifische Kunden und Patente, die man sich nicht einfach greifen 
und umgehen kann. Es würde also nicht reichen, einfach gut oder besser 
zu sein.

Zu dem Thema IT nochmal: Heute ging wieder eine tolle Erfolgmeldung rum, 
was der Standort so tolles gebracht hat. Alle sind wieder voll des Lobes 
und verschweigen die vielen Totstunden, die so verbraten wurden, weil es 
an kleinen Dingen klemmt. Man darf aber - wie es in einem Beitrag weiter 
vorn auch schon anklang - nicht kritisieren.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Such dir eine richtige Firma.

Beitrag #6489837 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6489970 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6489972 wurde von einem Moderator gelöscht.
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