Hallo, wir haben im Jugendhaus eine ältere Laufschrift die wir gerne
wieder verwenden würden.
Leider keine Ahnung wie das möglich ist. Bitte um Tipps wie man die
sinnvoll ansteuern kann und eine Neubeschriftung erfolgen kann.
Im Anhang die verbaute Platine
Harald schrieb:> Hallo, wir haben im Jugendhaus eine ältere Laufschrift die wir gerne> wieder verwenden würden.> Leider keine Ahnung wie das möglich ist.
Ziemlich simpel: Gehäuse, Versorgung, Leistungsteil und LEDs
beibehalten, Controllerplatine im Wertstoffhof entsorgen. Neu machen mit
einem neuzeitlichen µC, der dann so ziemlich das einzige aktive
Bauelement auf der neuen Platine sein wird, dazu kommen maximal noch ein
paar Pegelwandler/Buffer (hängt von der konkreten Schaltung des
Leistungsteils ab).
Das dürfte jedenfalls der Ansatz zur Lösung des Problems sein, der noch
am Schnellsten zum Ziel führt.
Mach mal zusätzliche Bilder von der Steuerung, von weiter weck, bzw von
einem der LED Pannels.
Das ganze sieht stark nach einem parallelen Interface zwischen MCU und
Pannel aus.
Was willst du den genau mit dem Display machen? Live Nachrichten
anzeigen, oder nur den vorprogrammierten Text ändern?
Welche Messmittel (Multimeter, Oszi, LogicAnalyzer)sind verfügbar?
Hast du Programmiererfahrung in einer MCU Programmiersprache? (C oder
Assembler)
Gabriel M. schrieb:> Das ganze sieht stark nach einem parallelen Interface zwischen MCU und> Pannel aus.
Eher nicht, es sind insgesamt rund 1000 LEDs, dazu sind's viel zu wenig
Strippen an JP5. Ein Teil könnte parallel sein, ja. Aber das meiste muss
zwingend seriell sein, steuert vermutlich irgendwelche Schieberegister
auf den Leistungsteilen.
Wobei - i2c waren eher die FlipDot Anzeigen welche deutlich langsamer
waren.
LEDs waren dann per SPI (nur Takt und Daten raus)
Damit lassen sich solche Anzeiger auch mit Lauftext betreiben.
NichtWichtig schrieb:> Ohne passende Unterlagen/Schaltpläne dürfte das nix werden.
Glaube ich nicht. Die Leistungsteile dürften sich ziemlich einfach
"reverse engineeren" lassen. Und deren Schaltung ist alles, was man
wissen muss, um einen komplett neuen Controller da dran zu flanschen und
das passende Programm dafür zu schreiben.
Genau deswegen ist der komplette Ersatz der existierenden
Controllerplatine ja auch die einfachste Lösung.
Ohne Kenntnis der LED-Module nützt das nix.
Ob man denen ansieht welche(r) Chips da drauf sind und wie die LEDs dran
hängen ...
Für den Fall das man es schafft LEDs anzusteuern kann man das
Rätzelraten der seriellen Zuordnung starten.
Man kann das Ding offenbar über zwei RS232/422/485 Ports steuern, der
Standard kann über die DIP-Switches eingestellt werden.
Scheint auf RS-232 eingestellt zu sein (Switch 1 und 4 ON).
Die Ports sind die beiden schwarzen Buchsten über dem LED-Anschluss.
Ansonsten sehe ich da ein 4 Mbit Flash (28SF040), offenbar In-Circuit
programmierbar (benötigt nur 5V) und den DS80C320 Controller. Außerdem
unter dem Geglibber ein 62C256 SRAM. Oben unter dem Aufkleber dürfte
dann vermutlich ein Eprom oder auch ein Flash mit dem eigentlichen
Programm sein.
Der Rest ist halt Logik und Treiber...
Hey, sie haben Präzisionssockel verwendet...
NichtWichtig schrieb:> Ohne Kenntnis der LED-Module nützt das nix.
Die LED-Module selber enthalten offensichtlich nur LEDs. Eins sieht an
ja auf dem zweiten Foto von der Rückseite.
Die eigentliche "Magie" muss also in den Leistungsteilen stecken, von
denen der TO aber nur ein Puzzleteilchen und eine völlig unbrauchbare
Aufnahme aus riesiger Entfernung geliefert hat.
So ist das eben, wenn man keine Ahnung hat. Dann weiß man halt auch
nicht, was wirklich wichtig ist...
Offensichtlich habe ich da deutlich mehr Ahnung von als Du.
Nein, die Module enthalten Spalten- und Zeilentreiber und sind einseitig
bestückt.
Kein Schwein würde es sich antuen die parallel anzusteuern.
Da sind Schieberegister/Treiber drauf die irgendwie seriell gefüttert
werden.
NichtWichtig schrieb:> Da sind Schieberegister/Treiber drauf die irgendwie seriell gefüttert> werden.
Logisch! Und wenn es keine Deppen gebaut haben, weren die Zeilen 7:1
gemultiplext und nicht die Spalten 100:1 ;-)
Eine nette Bastelei für jemanden, der ausreichend KnoW How hat.
Kommt drauf an in welche Richtung gemultiplext wird. (horizontal oder
vertikal)
Ich habe da schon alles mögliche vorgefunden.
Die Module auf dem Bild haben 32 Spalten/7Zeilen.
Da könnte auch eine 4 fach Multiplex alle 8 Spalten drauf sein: 4
Bytes/pro Modul.
NichtWichtig schrieb:> Nein, die Module enthalten Spalten- und Zeilentreiber und sind einseitig> bestückt.
Dann müßte man die je sehen können. Ich kann keine sehen, obwohl das
zweite und alle folgenden LED-Module von oben zu sehen sind. Mag aber
natürlich am grottigen Foto liegen. Die Auflösung reicht einfach vorne
und hinten nicht.
Aber bei genauerer Betrachtung: ja das ist noch irgendwas verschwommenes
rechteckiges oberhalb und unterhalb der LEDs. Das könnte die "Magie"
sein. Ist das Leistungsteil halt Teil des LED-Moduls. Ansonsten ändert
sich nix.
Das Urproblem sind die absolut unzureichenden Fotos des TO. Er hat sich
auf das Falsche konzentriert. Das, was man sinnvollerweise wegwirft.
Also, des Ding ist ja schon ne Weile Alt. Gibt es die Möglichkeit das
auf halbwegs realistischem (verständlichem) Weg zum laufen zu bekommen,
ohne Informatik Studium?
Irgendwie ist das ja schon mal in Benutzung gewesen.
Hängt bei uns schon ewig rum, kann niemand Normalsterblicher bedienen.
Eine genaue Typenbezeichnung (gibts kein Typenschild?) wäre hilfreich
...
Wenn das Teil eine RS232-Schnittstelle hat, kann man es sicher auch
darüber programmieren.
Harald schrieb:> Also, des Ding ist ja schon ne Weile Alt. Gibt es die Möglichkeit das> auf halbwegs realistischem (verständlichem) Weg zum laufen zu bekommen,> ohne Informatik Studium?
ich bin sicher das können auch Elektro Praktiker oder Ingenieure, ohne
Informatik.
Harald schrieb:> Also, des Ding ist ja schon ne Weile Alt. Gibt es die Möglichkeit das> auf halbwegs realistischem (verständlichem) Weg zum laufen zu bekommen,> ohne Informatik Studium?
Ja, von einem Bastler oder (Semi)profi, der sich damit auskennt.
> Hängt bei uns schon ewig rum, kann niemand Normalsterblicher bedienen.
Was, kein chinesisches Handbuch dabei? ;-)
Joachim B. schrieb:> Harald schrieb:>> Also, des Ding ist ja schon ne Weile Alt. Gibt es die Möglichkeit das>> auf halbwegs realistischem (verständlichem) Weg zum laufen zu bekommen,>> ohne Informatik Studium?>> ich bin sicher das können auch Elektro Praktiker oder Ingenieure, ohne> Informatik.
Ich habe so ein ähnliches Ding mal billig in der Bucht bekommen, weil
der Besitzer die Fernbedinung verbummelt hatte. Zufällig fand ich über
die Bildersuche das Gerät und ein Programmers Manual. Heute nutze ich es
als Hobby-DJ zur Titelanzeige ...
Harald schrieb:> Bitte um Tipps wie man die> sinnvoll ansteuern kann und eine Neubeschriftung erfolgen kann.
µC und los geht es.
Wenn es ein Sauf Jugendhaus ist,dann.....
Frank E. schrieb:> Eine genaue Typenbezeichnung (gibts kein Typenschild?) wäre hilfreich> ...> Wenn das Teil eine RS232-Schnittstelle hat, kann man es sicher auch> darüber programmieren.
Für gewöhnlich aber nur die "Kundendaten", nicht die Firmware.
Sowas wurde und wird in Fahrzeugen haufenweise eingesetzt, Busse,
Bahnen, etc.
IBIS Protokoll ist/war dort der übliche Standard auf dem dann jeder
Hersteller seinen Lieblingsdatensatz gefahren hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Integriertes_Bordinformationssystem
Damit lassen sich dann abgelegte Daten oder auch Klartexttelegramme
senden, je nach dem.
Jedes ÖPNV Unternehmen hat da so seine eigenen Wünsche und
Vorstellungen.
Schau mal mit dem neuen Detailwissen auf das erste Bild der Module -
wenn man's weis erkennt man sogar die drolligen DoppelLEDs.
Immerhin ist schonmal ein Schieberegister zu sehen.
Harald schrieb:> Das sind auf der LED Platine. Gibt leider weder Hersteller, noch> irgendwelche Daten zum Typenschild.
Naja, das was man erwarten konnte. Ein 74HC164, das ist ein
seriell/parallel Schieberegister ohne Ausgangsregister, der TPIC6B595
ist ein Schieberegister mit Leistungsstufen, der steuert vermutlich die
Zeilen an. Alles in allem leicht ansteuerbar, schafft sogar ein Arduino.
Allerding muss man aufpassen, damit man beim Testen nicht die LEDs
grillt, siehe LED-Matrix.
https://www.mikrocontroller.net/articles/LED-Matrix#Ansteuerung
"Die Ansteuerung des Multiplex darf NIE stehen bleiben, sonst brennen
die LEDs durch! Für die Testphase der Matrix sowie Softwareentwicklung
sollte man deshalb die Ströme stark verringern, die LEDs sind dann zwar
wesenlich dunkler, überleben aber einen Softwareabsturz der Steuerung"
Hallo Harald,
ich hatte genau das gleiche Problem vor einigen Jahren. Der Kunde wollte
festen Text ohne Änderungsmöglichkeit. Reverese Engineering der
seriellen Schnittstelle schien mir zu aufwendig. Deshalb habe ich das
EEPROM "emuliert". Habe an der Stelle von EEPROM einen PIC mit super
kleinen Platine eingebaut, der die Adressdaten im Prinzip ignoriert hat
und in einem festen Takt die 8 vertikalen Pixel für den Text auf dem
Datenausgang ausgegeben hat.
Hat super funktioniert, Kunde glücklich, ich zufrieden, weil nicht zu
viel Zeit vergeudet und was schönes für die Rubrik "quick & dirty"
hatte.
Grüße,
Aleks
Harald schrieb:> Also, des Ding ist ja schon ne Weile Alt.
Es steht auf vielen ICs 0209 bis 0218. Tippe also auf Anfang 2002
Harald schrieb:> Gibt es die Möglichkeit das> auf halbwegs realistischem (verständlichem) Weg zum laufen zu bekommen,> ohne Informatik Studium?> Irgendwie ist das ja schon mal in Benutzung gewesen.
Nochmals: Was willst du mit dem Display genau machen? Nur den
vorprogrammierten Text ändern, oder Irgendwelche Echtzeitnachrichten
Anzeigen (Uhrzeit, Aktuelle Biertemperatur, Nachrichten auf
Knopfdruck...)
Abhängig davon ist auch welcher Aufwand betrieben werden muss, bzw. ob
es dafür einen Studierten Informatiker braucht :-) Im Normalfall sind
diese Displays aber alle recht einfach aufgebaut, sodass sich mit etwas
Ahnung von der Materie und geeigneten Messmitteln, bzw. etwas Reverse
engineering der aktuellen Ansteuerung so einiges machen lässt.
Joachim B. schrieb:> https://www.mikrocontroller.net/attachment/483694/IMG_20201208_160724.jpg> https://www.mikrocontroller.net/attachment/483706/IMG_20201208_192413.jpg>> sach mal willst du uns veräppeln?>> im ersten Bild,> alle LED stehen im 90° Winkel schön senkrecht und waagerecht!>> im 2ten Bild stehen die versetzt unter 45° und nicht so dicht> geschlossen oder sind da noch Segmentabdeckungen die immer 2 LEDs zu> einer Leuchtfläche bündeln?>> Deine Worte sollten schon erklären was man auf Bildern nicht erkennt.
Schau dir das Erste Bild noch mal genau an (Ausschnitt im Anhang)
Bei mir liegen hier 2 'Patienten' denen ich jeweils eine neue
Kontrolllogik verpassen will. Bisher habe ich nur die Ansteuerung der
Matrix analysiert und mit KiCad nachgezeichnet, es sind eine 96x7_Matrix
in Rot und eine 60/60x7-Matrix in Rot/Grün (Amber als Mischfarbe).
Bei Interesse kann ich ja die Schaltplane hochladen.
Der Hinweis auf Daktronics fiel schon, hilft aber anscheinend nix. Ich
würde das Jugendheim nochmal genau nach der kleinen Anstecktastatur
absuchen, die bei den Geräten oft beilag. Die wird an den zweiten RS232
Stecker angeschlossen und liefert mehr oder weniger nur Scancodes der
Tasten. Diese sind allerdings lustig belegt (für Attribute und
Grafikzeichen u.ä.) und ohne weitere Infos ist das rausklingeln eine
Frage der Geduld.
Bei unserem alten LED Lauflicht sah die Tastatur etwa wie ein Sinclair
ZX81 aus.
@Aleks: Top Idee , +1 von mir!