OpAmp zu Line Out

OP (Firma: Brainit GmbH) #6540217
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Ich versuche gerade rauszufinden, wie man "sauber" vom OpAmp-Ausgang auf 
eine Line-Out-Buchse beschaltet.

Ich habe 5V Single-Supply, das Signal hat also einen 
Gleichspannungsanteil, der Koppel-C ist also in jedem Fall erforderlich.

Aber ich finde Schaltungen mit nur C, welche mit zusätzlichem 
Serienwiderstand mit Werten von 12 Ohm bis 1 kOhm (nur nie die 
"offiziellen" 600 Ohm), und noch weitere mit einem zusätzlichen 
Widerstand gegen Masse.

Der Serienwiderstand würde allermindestens den Strom bei 
kurzgeschlossenem Ausgang begrenzen und damit den OP schützen. Das mit 
den 600 Ohm Impedanz (bzw. findet man auch 100-600 Ohm) scheint aber 
kaum jemanden zu interessieren...

Den zusätzlichen "Parallelwiderstand" könnte ich mir so erklären, dass 
der Ausgang bei fehlender Versorgung nicht "in der Luft hängt" (und als 
Antenne fungiert). Oder damit sich der Koppel-C bei nicht 
angeschlossenem Ausgang schon mal auf die Offset-Spannung aufladen kann.

anyway - wie macht man es richtig?

Danke!
Gast #6540229
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Hmm, also 600 Ohm Innenwiderstand sind ein Relikt aus der Telefonzeit 
aber heute schon lange nicht mehr üblich. Ich würde ehr zu 100 Ohm 
tendieren.

Der Widerstand hat außer der Strombegrenzung bei Kurzschluß noch eine 
weitere wichtig Aufgabe, nämlich die Kapazität von längeren Leitungen 
vom Opamp fernzuhalten daß der nicht anfängt zu schwingen.

Serienkondensator um Gleichspannung fernzuhalten und Paralellwiderstand 
um den Gleichstrompfad zu schleißen daß der ausgang sich auf 0V 
einpegelt wenn nichts angeschlossen ist hast du schon richtig erkannt.

Ansonsten würde ich noch eine Ferritperle spendieren daß weniger 
Hochfrequenz rückwärts reinkommt.
Gast #6540247
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Michael R. schrieb:
> und noch weitere mit einem zusätzlichen Widerstand gegen Masse.

Klar, damit der Koppelkondensator gleichspannungsmäßig geladen ist und 
bleibt.

A-Freak schrieb:
> Hmm, also 600 Ohm Innenwiderstand sind ein Relikt aus der Telefonzeit
> aber heute schon lange nicht mehr üblich.

600 Ohm waren Standard bei symmetrisch erdfreien Ausgängen der 
Tonstudiotechnik und haben keinen Bezug zum Telefon. Verstärker hat man 
mit dB gerechnet, der Bezugswert 0dBm = 775mV passt nur an 600 Ohm.

Schaust Du in die alten FTZ-Regelwerke, die FTZ 1TR6 müsste es sein, 
sind dort nirgendwo 600 Ohm benannt, sondern ZR, ein Gemisch aus 
Widerständen und Kondenstoren.

> nämlich die Kapazität von längeren Leitungen
> vom Opamp fernzuhalten daß der nicht anfängt zu schwingen.

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den ich bestätigen kann.

Die ganze Jubelelektronik hat beliebige Impedanzen, Hauptsache, der 
Pegel am hochohmigen Eingang passt.
Gast #6540273
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Gar nicht so falsch, was der Manfred schreibt, aber die
symmetrischen 600 Ohm kommen ganz genau aus der Telefontechnik!
Das ist das Zo der üblichen Telefondrähte in der geom. Mitte des
Sprachbandes (etwa 800 Hz).

Da musste die Gleichtaktunterdrückung nicht nur im Tonstudio
funktionieren, sondern über viele km, auch wenn mal eine 50 Hz
Hochspannungsleitung 20 m darüber den gleichen Weg nahm.

In der Studiotechnik wären auch andere Impedanzen möglich, aber
da hat man anfangs das Wissen und die Normen der Telefoniker genutzt.
Und später auf HiFi optimiert...
Gast #6540285
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> den 600 Ohm Impedanz (bzw. findet man auch 100-600 Ohm) scheint aber
> kaum jemanden zu interessieren...

Du hast hier keine Leistungsanpassung und du brauchst auch keine 
Kabelimpedanz zu beachten. Eigentlich waere so niederohmig wie moeglich 
sinnvoll. Jedoch ist ist ein gewisser Kurzschlusschutz vermutlich nett.
Wichtig ist nur das der Wert nicht zu hoch wird damit es nicht zu einer 
Klangbeeinflussung kommt. Also sollte sichergestellt werden das der 
Ausgangswiderstand deutlich kleiner wie die Eingangswiderstand ist. 
Daher sind wohl 600R eher das Maximum des Ertraeglichen.

Olaf
Gast #6540363
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Ja, die die OPA365 können das wohl ab. Schön für dich.
Oder das steckt sowieso fest im nachfolgenden Verstärker.

Für meine Ohren (bzw. den nachfolgenden Verstärker) würde
ich hinter den ElKos nicht auf 10...100 kOhm nach Masse
verzichten. -> Definierte 0 V.
#6540369
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Jack schrieb:
> Ja, die die OPA365 können das wohl ab. Schön für dich.

Der Threadersteller hat nicht genannt welche OPVs er verwendet. Könnte 
also auch für ihn passen.

Jack schrieb:
> Oder das steckt sowieso fest im nachfolgenden Verstärker.

Gibt es hier nicht, ich habe da Kopfhöhrer dran.

Jack schrieb:
> Für meine Ohren (bzw. den nachfolgenden Verstärker) würde
> ich hinter den ElKos nicht auf 10...100 kOhm nach Masse
> verzichten. -> Definierte 0 V.

Kann man bestimmt machen. War ja nur ein Vorschlag meinerseits.
Gast #6541431
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Harald W. schrieb:
> Für normale Ansprüche reicht auch ein NE5532.

Streiche 'normale Ansprüche': NE5532 und 5534 waren Standard in der 
Tonstudiotechnik, lieferten auf dem Meßplatz bessere Werte als 
OPA_irgendwas, die angeblich so toll sein sollten. Der Trick dabei war 
aber, dass die Entwickler deren Beschaltung verstanden hatten. Ein 
weiterer Kandidat war der TL074 im Vierbandkompander.

Auch heutzutage hätte ich keine Bedenken, diese "Altbauteile" zu 
verwenden, solange mir niemand vormisst, was er mit aktuellen OPs im 
Audiobereich besser kann.
Gast #6541533
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> Streiche 'normale Ansprüche': NE5532 und 5534 waren Standard in der
> Tonstudiotechnik, lieferten auf dem Meßplatz bessere Werte als

Das sehe ich auch so. Ich verwende NE5532 z.b als Kopfhoererverstaerker 
fuer einen 250R Kopfhoerer und bin damit zufrieden.

Nicht das man nicht manchmal auch gerne was neueres und cooles verwenden 
kann und sollte, aber man hat oft den Eindruck als wenn Leute den 
neuesten OP kaufen in der Meinung der allein wird es jetzt richten.

Olaf
Gast #6541546
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> und die sind bei 5V single supply sinnvoll einsetzbar?

Ja siehst du, da hast du dann wohlmoeglich einen Grund fuer einen
moderneren OP gefunden. :-)

Allerdings weiss ich nicht ob 5V single supply die richtige 
Vorgehensweise fuer Goldohren ist die das Maximum rausholen wollen.

Olaf
Gast #6542292
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Michael R. schrieb:
> Manfred schrieb:
>> NE5532 und 5534
> und die sind bei 5V single supply sinnvoll einsetzbar?

Das ist für Audioanwendungen keine sinnvolle Forderung. Ich denke mal, 
an 5V bekäme man 0dBm noch bei erträglichem Klirrgrad hin.

Olaf schrieb:
> Das sehe ich auch so. Ich verwende NE5532 z.b als Kopfhoererverstaerker
> fuer einen 250R Kopfhoerer und bin damit zufrieden.

Da haben wir 1989 mal etwas mehr Aufwand getrieben, basierend auf einer 
Funkschau von 1986. Der angeblich so tolle OP27 wollte ganz fix raus aus 
der Schaltung (Rauschen) und musste einem NE5534 weichen. Des weiteren 
haben wir ein paar Widerstandswerte geändert, Mist, ich habe es nicht 
dokumentiert. Versorgt per Ringkerntrafo, hatte das Ding richtig 
anständige Werte und treibt 32Ohm-Kopfhörer klaglos.

Haben wir als private Kleinserie im Kollegenkreis aufgelegt ... ja, da 
war in der Firma noch Luft für solche Spielereien.
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