Hallo Kollegen
ich habe einen Mikrocontroll-Eingang vorliegen, an dem maximal 3V3
anliegen darf. Es wird ein analoges Signal an diesem Eingang angelegt,
der vom uC ausgewertet wird.
Es geht nun darum diesen Eigang gegen pulsförmige Überspannungen zu
schützen (Pulsbreite ~20 µs bis 200 µs mit einer Höhe von ~ 36 V) gibt
es dafür elegante Lösungen?
Wichtig ist außerdem, dass durch die Schaltung das Messsignal im
Normalfall nicht belastet werden soll, da sonst die Messwerte nicht zu
gebrauchen sind.
Aktuell habe ich einen n-MOSFET genutzt, der mit 5V am Gate betrieben
wird. Das Messsignal liegt auf Drain, so dass am Source der
Mikrocotroller Anschluss vorliegt. Das Problem ist, dass zuviel vom Puls
auf den uC durchkommt und dieser dadurch hops geht.
Vielen Dank und viele Grüße
Jamal
Jamal schrieb:> Wichtig ist außerdem, dass durch die Schaltung das Messsignal im> Normalfall nicht belastet werden soll, da sonst die Messwerte nicht zu> gebrauchen sind.
Definiere "nicht belastet" mit Zahlen. Denn eine Schaltung ohne
jeglichen Leckstrom gibt es nicht.
> Es geht nun darum diesen Eigang gegen pulsförmige Überspannungen zu> schützen (Pulsbreite ~20 µs bis 200 µs mit einer Höhe von ~ 36 V)
Welche Impedanz? Oder: woher kommt dieser Impuls?
> Aktuell habe ich einen n-MOSFET genutzt, der mit 5V am Gate betrieben> wird. Das Messsignal liegt auf Drain, so dass am Source der> Mikrocotroller Anschluss vorliegt.
Ich vermute, dass dir da solche Effekte wie die Millerkapazität gehörig
in die Suppe spucken. Denn die macht den Mosfet "langsamer". Besonders
dann, wenn die Source relativ hochohmig am µC-Pin angeklemmt ist.
Bau die Schaltung doch mal im Simulator auf und schau, wie sie reagiert.
1. Belastung im µA (1 bis 100) Bereich wären noch verträglich.
2. Die Überspannung wird kann beispielsweise von einem Akku kommen. Die
Quelle ist also sehr niederohmig.
3. Das mit der Millerkapazität ist eine gute Spur.
Ich habe schon mit der Sinulation rumgespielt und kam auf Basis dieser
zu der oben genannten Erkenntnis, dass zuviel von der Überspannung
durchkommt.
Kurze Impulse lassen sich mit einem geeignet dimensionierten RC-Tiefpass
unterdrücken. Bei längeren Impulsen bieten sich meist eine Kombination
aus Widerstand und Z-Diode an. Es gibt auch sog. Transientenschutzdioden
(TVS-Dioden), die ähnlich wie Z-Dioden funktionieren und auf die
Aufnahme besonders hoher Impulsleistungen (oft im Kilowattbereich)
optimiert sind.
Welche Bandbreite hat denn überhaupt Dein Messsignal?
Ein RC-Tiefpass hat neben der obigen Funktion auch noch zwei weitere
Effekte: zum einen unterdrückt er hochfrequente externe Störungen und
zum anderen reduziert er auch Ladungsinjektionen beim Umschalten von
ADC-Kanälen oder der S/H-Stufe.
Jamal schrieb:> Wichtig ist außerdem, dass durch die Schaltung das Messsignal im> Normalfall nicht belastet werden soll, da sonst die Messwerte nicht zu> gebrauchen sind.
Du kannst eine SS12 bis SS14 mit z.B. 3,0 V vorspannen. Sie haben bei 1
A eine Durchflussspannung von 400 mV. Der Reversestrom liegt deutlich
unter 10 µA bei 3,0 V.
Wenn der ADC noch etwas mehr Spannung verträgt, dann kannste auch gleich
mit UB = 3,3 V vorspannnen. Im Signalzweig liegt ja der Vorwiderstand.
Den würde ich aber so auslegen, das keine 1 A abzuleiten sind. Bei 100
mA haben diese Dioden nur noch ca. 270 mV Flussspannung.
LTspice hat leider nur die SS24 zur Auswahl, aber Du kannst damit und
dem Datenblatt auch die Tendenz erkennen.
https://www.mouser.de/Semiconductors/Discrete-Semiconductors/Diodes-Rectifiers/Schottky-Diodes-Rectifiers/Datasheets/_/N-ax1mj?keyword=SS11
mfg klaus
Klaus R. schrieb:> Du kannst eine SS12 bis SS14 mit z.B. 3,0 V vorspannen. Sie haben bei 1> A eine Durchflussspannung von 400 mV. Der Reversestrom liegt deutlich> unter 10 µA bei 3,0 V.
Schottky-Dioden sind für leckstromarme Anwendungen völlig ungeeignet.
Normale Dioden sind da schon wesentlich besser. Ein Serienwiderstand
zwischen der Klemmschaltung und dem ADC-Eingang verhindert dann die
Zerstörung, weil heutzutage fast immer zusätzliche Schutzdioden auf dem
Halbleiterchip sitzen.
Bei einer Klemmung gegen die Versorgungsspannung sollte man auch nicht
vergessen, dass eine Überspannung dann auch leicht die
Versorgungsspannung der ganzen Schaltung unzulässig anheben kann.
Das Messignal ist sehr hochohmig und darf nur sehr wenig belastet
werden.
Die Störung ist 10 mal höher (bis 30V) und sehr niederohmig (Akku) und
impulsförmig.
Der Rest fehlt, wie so oft.
- Bandbreite
- verwenderer ADC
- konkrete Zahlen
- Genauigkeit
- Auflösung
- das eigentliche Problem
Ich versuche mal einen "educated guess"
Es ist eine wie auch immer geartete Umschaltung um Einzelzellen eines
Akkusatzes zu messen.
Die "Störimpulse" kommen von der unzureichenden Umschaltung.
Jamal schrieb:> 1. Belastung im µA (1 bis 100) Bereich wären noch verträglich.
Das ist recht viel.
> 2. Die Überspannung wird kann beispielsweise von einem Akku kommen. Die> Quelle ist also sehr niederohmig.
Wieso? Klemmt da einer einen 30V Akku an einen 3V ADC-Eingang? Ein Akku
allen macht keine Störpulse.
> 3. Das mit der Millerkapazität ist eine gute Spur.
Trotzdem Unsinn, denn deine Schaltung ist Unsinn.
> Ich habe schon mit der Sinulation rumgespielt und kam auf Basis dieser> zu der oben genannten Erkenntnis, dass zuviel von der Überspannung> durchkommt.
Jaja, wahrscheinlich so wie die Simulation der Klimamodelle auf den
Weltuntergang in 11 Jahren kommt.
Der Klassiker für Überspannungsschutz sind Klemmdioden nach GND und VCC.
Wenn die halbwegs leckstromarm sind, ist das OK. Dazu in Reihe noch 1-2
Widerstände, fertig. Siehe Anhang. R1 begrenzt den Strom durch die
Klemmdioden. R2 den Strom von den Klemmdioden während der Klemmung (3,3V
+ FLußspannung, die bei hohen Strömen 1-2V sein kann, also ~5V) zum ADS
mit internen, schwachen Klemmdioden.
Andreas S. schrieb:> Schottky-Dioden sind für leckstromarme Anwendungen völlig ungeeignet.> Normale Dioden sind da schon wesentlich besser.
Deswegen habe ich auch die SS11 bis SS14 empfohlen. Wie gesagt, der
Reversestrom liegt bei 3,0 V deutlich unter 10 µA. Ein Link zum
Datenblatt liegt ja auch dabei. Der TO wollte sogar bis zu 100µA
tolerieren.
Andreas S. schrieb:> Ein Serienwiderstand> zwischen der Klemmschaltung und dem ADC-Eingang verhindert dann die> Zerstörung, weil heutzutage fast immer zusätzliche Schutzdioden auf dem> Halbleiterchip sitzen.
Nur die internen Schutzdioden sind in der Regel für unter 10 mA gedacht
und eher ein ESC Schutz.
Andreas S. schrieb:> Bei einer Klemmung gegen die Versorgungsspannung sollte man auch nicht> vergessen, dass eine Überspannung dann auch leicht die> Versorgungsspannung der ganzen Schaltung unzulässig anheben kann.
Deswegen hatte ich auch erwähnt den Strom auf unter 100 mA zu begrenzen.
Wenn der TO noch zusätzlich Beads einsetzt und den Impuls mindert, dann
um so besser.
Klar, eine 1N4148 hat fast keinen Reversestrom und auch sehr wenig
Kapazität, verträgt aber nur 100 mA bis 200 mA. Der TO hat hat einen
Simulator, vielleicht auch LTspice. Er kann damit ja feststellen welche
Begrenzung im besser gefällt. Ein wenig spielen ist immer lehrreich.
mfg Klaus
Klaus R. schrieb:> Deswegen habe ich auch die SS11 bis SS14 empfohlen. Wie gesagt, der> Reversestrom liegt bei 3,0 V deutlich unter 10 µA. Ein Link zum> Datenblatt liegt ja auch dabei. Der TO wollte sogar bis zu 100µA> tolerieren.
Ein großes Problem ist die extreme Temperaturabhängigkeit des
Leckstroms. Und plötzlich sind aus den 10 µA dann 1 mA geworden.
> Andreas S. schrieb:>> Ein Serienwiderstand>> zwischen der Klemmschaltung und dem ADC-Eingang verhindert dann die>> Zerstörung, weil heutzutage fast immer zusätzliche Schutzdioden auf dem>> Halbleiterchip sitzen.>> Nur die internen Schutzdioden sind in der Regel für unter 10 mA gedacht> und eher ein ESC Schutz.
Sinnentstellendes Zitieren ist offenbar Deine Lieblingsdisziplin. Der
Serienwiderstand kommt natürlich hinter den Klemmdioden. An ihm fallen
dann nur noch maximal 0,7 V o.ä. ab.
> Andreas S. schrieb:>> Bei einer Klemmung gegen die Versorgungsspannung sollte man auch nicht>> vergessen, dass eine Überspannung dann auch leicht die>> Versorgungsspannung der ganzen Schaltung unzulässig anheben kann.>> Deswegen hatte ich auch erwähnt den Strom auf unter 100 mA zu begrenzen.> Wenn der TO noch zusätzlich Beads einsetzt und den Impuls mindert, dann> um so besser.
100 mA sind doch für viele Schaltungen viel zu viel. Man darf nicht von
deren maximaler oder durchschnittlicher Stromaufnahme ausgehen, sondern
von der minimalen. Wenn nicht viel mehr als der nackte Microcontroller
aktiv ist, liegt man bei vielen Microcontrollerschaltungen bei 1 mA oder
gar noch darunter.
> Klar, eine 1N4148 hat fast keinen Reversestrom und auch sehr wenig> Kapazität, verträgt aber nur 100 mA bis 200 mA.
Ich habe niemals behauptet, dass er eine 1N4148 verwenden solle. Und
zuvor hast Du noch eine Strombegrenzung durch den ersten Vorwiderstand
auf 100 mA gefordert. Warum soll dann plötzlich eine 1N4148, die diesen
Strom schafft, nicht mehr ausreichend sein, insbesondere bei
impulsförmiger Last? Außerdem gibt es auch noch etliche andere
pn-Sperrschichtdioden mit höherem Spitzenstrom. Nein, ich behaupte jetzt
(auch wenn Du mir gleich anderes unterstellen wirst...) nicht, dass es
sich dann um eine 1N400x handeln müsse.
Klaus R. schrieb:> Nur die internen Schutzdioden sind in der Regel für unter 10 mA
Mit einem entsprechend hochohmigen Serienwiederstand reicht das auch für
Hunderte Volt Überspannung. So lange wir die Anforderungen an die
Meßbandbreite nicht kennen...
So oder so klingt das nach einem "komischen" Problem. Wenn schon eine
Transiente von 20µs den ADC Eingang killt, kann da ja gar kein
strombegenzender Widerstand verbaut sein.
Andreas S. schrieb:> Ein großes Problem ist die extreme Temperaturabhängigkeit des> Leckstroms. Und plötzlich sind aus den 10 µA dann 1 mA geworden.
Wenn dies plötzlich eintritt, dann stimmt aber etwas anderes ganz und
gar nicht.
Andreas S. schrieb:> Sinnentstellendes Zitieren ist offenbar Deine Lieblingsdisziplin. Der> Serienwiderstand kommt natürlich hinter den Klemmdioden. An ihm fallen> dann nur noch maximal 0,7 V o.ä. ab.
Was ich gemeint habe ist in der Schaltskizze von Falk der R1.
Andreas S. schrieb:> 100 mA sind doch für viele Schaltungen viel zu viel. Man darf nicht von> deren maximaler oder durchschnittlicher Stromaufnahme ausgehen, sondern> von der minimalen. Wenn nicht viel mehr als der nackte Microcontroller> aktiv ist, liegt man bei vielen Microcontrollerschaltungen bei 1 mA oder> gar noch darunter.
In der Regel können diese Spannungsquellen mehr als 100 mV. Aber der TO
weiss doch sicher was seine Spannungsquellen schlucken können. Es sollte
ihm doch nur der Weg gezeigt werden.
Andreas S. schrieb:> ich behaupte jetzt> (auch wenn Du mir gleich anderes unterstellen wirst...) nicht, dass es> sich dann um eine 1N400x handeln müsse.
Oh bitte, ich will Dir doch nichts unterstellen. Ich liebe es im Team zu
arbeiten. Wir wissen ja nicht genau welche Bandbreite der TO wünscht,
aber einen Vorschlaghammer, wie die 1N400x, braucht er beim ADC wohl
nicht. Aber wer weiss, solche Schaltungen gibt es auch.
mfg Klaus
Axel S. schrieb:> kann da ja gar kein strombegenzender Widerstand verbaut sein.
Sowas vermute ich auch. 100 Ohm vor den Schutzdioden könnten schon ein
Wunder bewirken? ---R---> Eingang mit Schutzdioden
Klaus R. schrieb:> Andreas S. schrieb:>> Ein großes Problem ist die extreme Temperaturabhängigkeit des>> Leckstroms. Und plötzlich sind aus den 10 µA dann 1 mA geworden.>> Wenn dies plötzlich eintritt, dann stimmt aber etwas anderes ganz und> gar nicht.
Es hängt vom Temperaturbereich ab. Falls es sich um irgendeine Bastelei
am Auto oder einem anderen Konstrukt mit Wärmequelle oder direkter
Sonneneinstrahlung handeln sollte, darf man natürlich nicht die
Leckströme bei 20°C oder 25°C ansetzen, sondern bei >=70°C.
> In der Regel können diese Spannungsquellen mehr als 100 mV. Aber der TO> weiss doch sicher was seine Spannungsquellen schlucken können. Es sollte> ihm doch nur der Weg gezeigt werden.
Seit wann kann ein normaler 3,3V-Spannungsregler auch als Stromsenke
arbeiten? Bestenfalls wird er auch eine Klemmdiode vom Ausgang zum
Eingang haben, was dann die Betriebsspannung auf z.B. 5,x V oder 12,x V
begrenzt. Es gibt aber auch Spannungsregler, die einen explizit nicht
rückspeisefähigen Ausgang besitzen. Und bei den meisten ist es auch
nicht näher spezifiziert. Die fangen dann an zu leiten oder auch nicht;
oder sie gehen kaputt.
> aber einen Vorschlaghammer, wie die 1N400x, braucht er beim ADC wohl> nicht. Aber wer weiss, solche Schaltungen gibt es auch.
Genau. Immerhin hätte eine 1N400x den Vorteil, billig und leicht
erhältlich zu sein. Das ist aber noch keine Aussage über deren sonstige
Eignung.