Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Hilfe bei bleifreiem Löten


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von Baum B. (der_saiter)


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Moin moin,
ja, ich bin nicht der erste der Probleme damit hat, aber ich weiss nicht 
was ich falsch mache.
Ich hab mein ganzes Leben immer verbleit gelötet.ich bin bei weiten kein 
Lötprofi, aber bis jetzt hat das immer sehr zufriedenstellend 
funktioniert. Ich bau mir gerade eine freestyle drohne zusammen und da 
gibt es auch einiges zu löten. Jetzt bin ich auf die Idee gekommen mal 
modern (also bleifrei) zu löten. Dazu habe ich mir eine neue Station 
gekauft und bleifreies Lot, Sn99,3Cu0,7.
Was soll ich sagen? Ich werd noch wahnsinnig.
Ich hab mit mühe und not die kabelenden mit lot verlitzen können. Ich 
wollte noch lot auf die Kontakflächen auftragen, aber es klappt nicht. 
Das lot bleibt an der spitze und wenn es zu viel wird tropft es runter 
.... natürlich irgendwo hin, nur nicht auf die kontaktflächen. Ich habe 
es mit allen Temperaturen zwischen 220 grad und 350 grad probiert. Was 
mach ich falsch?
Gruß
der Saiter

von Christian H. (netzwanze) Benutzerseite


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Baum B. schrieb:
> Was soll ich sagen? Ich werd noch wahnsinnig.

Dann lass das. Nimm das althergebrachte Blei-Lot.

von Jonas B. (jibi)


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Ich würde sagen, gehe zurück auf Los. Aber woher bleihaltiges Lot 
beziehen? Meine Rolle geht auch zu Ende.

von Jack V. (jackv)


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Baum B. schrieb:
> Das lot bleibt an der spitze und wenn es zu viel wird tropft es runter
> .... natürlich irgendwo hin, nur nicht auf die kontaktflächen.

Von dem Trick mit dem Flussmittel hast du gehört?

von Jonas B. (jibi)


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>Von dem Trick mit dem Flussmittel hast du gehört?

Ist das nicht im Lot schon drin? Sag nicht bleifrei ist auch immer 
Flussmittelfrei?

von Baum B. (der_saiter)


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Christian H. schrieb:
> Baum B. schrieb:
>> Was soll ich sagen? Ich werd noch wahnsinnig.
>
> Dann lass das. Nimm das althergebrachte Blei-Lot.

Das kann ich leider nicht mehr so ohne weiteres. Die Kabelenden hab ich 
ja schon bleifrei verlitzt. Mischen ist soweit ich weiss keine gute 
Alternative...

von Baum B. (der_saiter)


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Jack V. schrieb:
> Baum B. schrieb:
>> Das lot bleibt an der spitze und wenn es zu viel wird tropft es runter
>> .... natürlich irgendwo hin, nur nicht auf die kontaktflächen.
>
> Von dem Trick mit dem Flussmittel hast du gehört?

Da steht drauf, daß kein zusätzliches Flussmittel benötigt wird.

von Jack V. (jackv)


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Baum B. schrieb:
> Da steht drauf, daß kein zusätzliches Flussmittel benötigt wird.

Das ist allerdings nicht allgemeingültig. Wärest nicht der Erste, in 
dessen Lötzinn nicht ausreichend Flussmittel war, und/oder bei dem sich 
das vorhandene Flussmittel aufgrund fehlender Lötpraxis (zu langes 
Draufhalten, zu warm) verflüchtigt hätte. Ich würde zusätzlichem 
Flussmittel einen Versuch einräumen – nachdem sichergestellt wurde, dass 
die Pads und alles, was mit Lötzinn benetzt werden soll, auch blank und 
fettfrei ist, selbstredend. Wärest auch nicht der Erste, der an 
schmutzigen Pads verzweifelt ;)

von Baum B. (der_saiter)


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Jack V. schrieb:
> Baum B. schrieb:
>> Da steht drauf, daß kein zusätzliches Flussmittel benötigt wird.
>
> Das ist allerdings nicht allgemeingültig. Wärest nicht der Erste, in
> dessen Lötzinn nicht ausreichend Flussmittel war, und/oder bei dem sich
> das vorhandene Flussmittel aufgrund fehlender Lötpraxis (zu langes
> Draufhalten, zu warm) verflüchtigt hätte. Ich würde zusätzlichem
> Flussmittel einen Versuch einräumen – nachdem sichergestellt wurde, dass
> die Pads und alles, was mit Lötzinn benetzt werden soll, auch blank und
> fettfrei ist, selbstredend. Wärest auch nicht der Erste, der an
> schmutzigen Pads verzweifelt ;)

Sauber machen muss ich die pads erstmal wieder. Da ist von meinen 
versuchen jetzt jede menge mittel/ harz drauf.

von Jack V. (jackv)


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Kann natürlich ebensogut sein, dass dein Lötzinn einfach schlecht ist – 
hört man von Zeit zu Zeit von billigem Kram, überwiegend aus dem fernen 
Osten.

Ist daher auch keine schlechte Idee, auf bewährtes Zinn zu setzen – 
idealerweise welches mit noch etwas Silber drin. Ist zwar erstmal etwas 
teurer, aber wenn man’s gegen die Lebenszeit und Stimmung aufrechnet, 
ist das schon okay.

von tiefflieger (Gast)


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Baum B. schrieb:
> Mischen ist soweit ich weiss keine gute
> Alternative...

Ach Quatsch, sobald da etwas normales Zinn mit dabei ist geht gleich 
alles viel besser! So eine Drohne ist ja nun auch nichts was 100Jahre 
halten muß. Und aus anderen Gründen auch nicht wird...

von Baum B. (der_saiter)


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Womit mache ich diese verharzten Kontaktflächen am besten denn sauber?

von Jonas B. (jibi)


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IPA

von Baum B. (der_saiter)


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Jonas B. schrieb:
> IPA

Indian Pale Ale?

von Madsen (Gast)


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Baum B. schrieb:
> Jonas B. schrieb:
>> IPA
>
> Indian Pale Ale?

Isopropanolalkohol
-  -       -

von Thomas O. (kosmos)


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wenn du das Lötpad nicht auf Temperatur bekommst wirds auch nichts 
werden probiere mal dein Bauteil und das Lötpad erstmal zu erwärmen und 
dann erst Lötzinn hinzu zugeben. Dann hat auch das Flussmittel eine 
Chance zu wirken.

Und vor allem ein Messgerät kaufen um erstmal festzustellen wie warm die 
Spitze wirklich ist, iat nicht selten das die Temp 50°C daneben liegt 
oder es sehr lange dauert bis diese erreicht ist. Gerade bei einer 
billigen Station. z.B. 
https://www.aliexpress.com/item/4000811053952.html

von Gustl B. (-gb-)


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Das Problem ist bekannt und hängt auch mit dem Lötinn zusammen. Ich 
hatte früher bleifreies Lot, das konnte ich ohne viel Flussmittel kaum 
sinnvoll verwenden. Jetzt habe ich hier ein bleifreies Lot, das lässt 
sich wunderbar auch ohne zusätzliches Lot verwenden und lötet sich sehr 
ähnlich wie bleihaltiges Lot.

Tja wie das heißt kann ich schwer sagen, steht in Chinesisch drauf. 
Jedenfalls:
Sn95, Sb5, 2.5% Flux. Sieht aus wie dieses hier:
https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/71EXL1aNiRL._AC_SL1200_.jpg

Sonst habe ich hier bleihaltiges Lot der Firma Fixpoint:
Pb38, Sn60, Cu2
Das kann man auch noch problemlos kaufen.

von Nick M. (Gast)


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Baum B. schrieb:
> Womit mache ich diese verharzten Kontaktflächen am besten denn sauber?

Spiritus gibts in jedem Haushalt.

Zusätzliches Flussmittel bei bleifrei ist ein guter Ansatz. Meine 
Erfahrung mit bleifrei ist, dass nacharbeiten der Lötstelle es jedesmal 
noch schlechter macht. Ausser man ist noch großzügiger mit Flussmittel.

Nimm verbleit, das ist bei Reparaturen zulässig. Und du musst ja jetzt 
reparieren. :-)

von Jonas B. (jibi)


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>Sonst habe ich hier bleihaltiges Lot der Firma Fixpoint:
>Pb38, Sn60, Cu2
>Das kann man auch noch problemlos kaufen.

Das mag ich haben, hast du einen Link für mich?

von Thomas O. (kosmos)


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Ich achte immer drauf das auch etwas selber Ag = Silber mit drin ist.

von Philipp G. (geiserp01)


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Jonas B. schrieb:
> Ich würde sagen, gehe zurück auf Los. Aber woher bleihaltiges Lot
> beziehen? Meine Rolle geht auch zu Ende.

Reichelt hat noch genügend im Angebot. Habe mir grad letztlich 2kg 
bestellt.

von Heinzel (Gast)


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ich hatte mal einen IPC-A-610 Kurs und durfte dort mit diversen Loten 
arbeiten.
Es stellte sich heraus, dass je nach Legierung und Flussmittel erheblich 
Unterschiede in der Verarbeitung vorhanden sind.

Daher ist es für einen Hobbyanwender echt Glückssache das passende 
bleifreie zu finden. Wer bestellt sich schon diverse Rollen um das 
passende zu finden.
Bei REICHELT finde ich kein bleihaltiges mehr. Aber letztes Jahr konnte 
ich noch was über die Google-Suche bzw bei Ebay finden.

Eine Versuchsreihe mit unterschiedlichen Temperaturen hilft auch. Man 
könnte auch ggf mal höher als 350 gehen.

Privat nutze ich neben bleihaltigen Lot für bleifrei Arbeiten STANOL mit 
HS10 FAIR Flussmittel Artikelnummer 599105. Die Lötstellen sind zwar 
auch matt wie bei bleifreien fast immer aber recht gut zu verarbeiten.

von Stefan (Gast)


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Philipp G. schrieb:
> Reichelt hat noch genügend im Angebot. Habe mir grad letztlich 2kg
> bestellt.

Wo soll es denn dieses bei Reichelt geben?

von Purzel H. (hacky)


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Beim Einkauf von bleifreiem Lot auf den Flussmittelanteil achten. Es 
gibt welches zwischen 0.5% und 2.5%. Ich nehm jewils das welche mit 
2.5%.
Und, ah ja. Der Loetkolben sollte auch bleifrei koennen. Da das 
bleifreie Lot viel aggressiver, heisst legierender ist, bedeutet die 
Spitze schneller zerstoert, sind die modernen (ab vielleicht 2000) 
Loetkolben jeweils selbstabschaltend, wenn sie in die Station 
zurueckgesteckt werden. Ein alter Loetkolben wird viel mehr Loetspitzen 
benoetigen.

: Bearbeitet durch User
von Philipp G. (geiserp01)


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von Jonas B. (jibi)


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>Habe mal eine Alternative rausgesucht:

Danke.

von Uli S. (uli12us)


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Nicht glaubwürdig, dass es letztes Jahr noch eines bei Reichelt gegeben 
hat. Ich hatte mich vor so ungefähr 1 1/2 Jahren genau dort erkundigt, 
weil ich eines mit 0,5 in bleifrei haben wollte. Da wurde mir gesagt, 
das dürfen die durch diese EU-Rohs Gesetze nicht mehr an Privat 
verkaufen. Bis dahin galten die ja bloss für Industrie, wo mans noch 
einsieht. Da gehts ja nicht um ein paar Gramm pro Jahr sondern viele Kg. 
Wenn ich wirklich mal bleifrei verwende, dann hat das SN100NI+ von 
Felder ganz gut funktioniert. Amasan BF32 soll noch besser sein, ist 
aber leider nicht so einfach zu kriegen.
Conrad, Bürklin habens noch im Programm, aber verkaufens offiziell nicht 
an privat.
Neuhold in Österreich hat noch eines im Prospekt stehen, aber ob der 
tatsächlich noch was auf Lager hat, kann ich nicht sagen.
https://online.flippingpages.de/live/neuhold/neuhold-02-2020/14/#zoom=z

von Gerald K. (geku)


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Ich habe gute Erfahrung mit bleifreien Löt mit Silberbeimischung 
gemacht:

https://www.reichelt.at/at/de/loetzinn-bleifrei-mit-silber-und-kupferanteil-1-5-mm-250-g-gb-40848-p258138.html

von Jack V. (jackv)


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Uli S. schrieb:
> Nicht glaubwürdig, dass es letztes Jahr noch eines bei Reichelt gegeben
> hat.

Nicht liegt mir ferner, als deinen Glauben infrage stellen zu wollen – 
allein: auch ich habe letztes Jahr dort noch ein Kilogramm als „fast 
ausverkauft“ markiertes Lötzinn von Felder dort gekauft, nachdem es 
vorher eine Weile dort gar nicht zu haben war – es gibt hier auch ’nen 
Thread von mir zu dem Thema, weil ich nämlich ebenfalls nachgefragt 
hatte, und die Antwort von denen mir nicht vollständig weitergeholfen 
hat. Kurz nach dem Kauf letztes Jahr war’s dann wieder von der Seite 
verschwunden und ist seither nicht mehr aufgetaucht.

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Das Bleilot wird dann aber eher sowas wie Lagerräumung gewesen sein. Das 
wär eher typisch fürn Bürklin. Da hab ich mir, das wird aber locker 
schon 2-3 Jahre her sein, ne Pfundrolle voll gekauft. Neuhold oben ist 
auch so ein Restlverwerter. Das müsste fürs Leben reichen. Aber wies der 
Zufall will, mit dem Lötkolben kriegte ich nochmal ne volle Pfundrolle.

von Stefan (Gast)


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@Philipp
Auch von meiner Stelle nochmal Vielen Dank.

LG

von someone (Gast)


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Bleifrei löten ist kein großes Problem. Mit 350°C anfangen, ggf. auf 370 
hoch oder ein wenig runter. Ordentliches Lötzinn kaufen. Amasan BF32 ist 
extrem gut, Felder Sn99Cu etc. gehen aber auch. Die Lötspitze muss so 
breit wie möglich sein. Mit Blei gingen noch viel zu kleine Spitzen, 
bleifrei eben nicht mehr. Mit einer 2mm-Meißelspitze sollte viel 
funktionieren.

von michael_ (Gast)


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Nun, beim Bleilot hatte man eigentlich die Gewißheit, dass es eine 
Verarbeitungstemperatur mit weitgehenden gleichen Parametern gibt.
Egal von welchem Hersteller.
Bei bleifrei gibt es hunderte verschiedene Sorten.
Mit ebenso vielen verschiedenen Eigenschaften.

Und dort geht das Problem los.
Vielleicht einigen sich die Hersteller mal auf wenige Sorten, die dann 
zum Grundprogramm jedes Herstellers gehören.

von Gerald K. (geku)


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michael_ schrieb:
> Bei bleifrei gibt es hunderte verschiedene Sorten.
> Mit ebenso vielen verschiedenen Eigenschaften.

Hier werden die verschiedenen Legierungen sehr gut beschrieben :

https://www.loetkolben-vergleich.de/loetzinn/

Ich habe gute Erfahrungen mit silberhaltigem bleifreiem Lot gemacht. 
(0,3% Silber)

https://www.loetstation.info/loetzinn

Beitrag "Empfehlungen für bleifreies Löten (Lötzinn etc)?"

https://www.vergleich.org/loetzinn/

: Bearbeitet durch User
von someone (Gast)


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michael_ schrieb:
> Nun, beim Bleilot hatte man eigentlich die Gewißheit, dass es eine
> Verarbeitungstemperatur mit weitgehenden gleichen Parametern gibt.
> Egal von welchem Hersteller.
> Bei bleifrei gibt es hunderte verschiedene Sorten.
> Mit ebenso vielen verschiedenen Eigenschaften.
>
> Und dort geht das Problem los.
> Vielleicht einigen sich die Hersteller mal auf wenige Sorten, die dann
> zum Grundprogramm jedes Herstellers gehören.

SAC305 ist eine Standarsorte. Bei Bleilot gibt's auch hunderte 
verschiedene Sorten. Moderne Metallurgie funktioniert gut, dann kann man 
deren Errungenschaften auch nutzen. Es gibt Berichte und Empfehlungen zu 
konkreten Loten, die auch gut erhältlich sind. Wesentlich für den Erfolg 
ist ein brauchbares integriertes Flußmittel, auch bereits bei Bleilot.
Bleifrei löten ist anders, aber nicht besonders schwer. Wer mit Bleilot 
vernünftig löten kann, schafft das auch bleifrei. Wer verbleit gerade so 
Verbindungen hinkriegt, weil er pfuscht und keine gute Technik 
beherrscht, der scheitert an bleifreien Loten, da deren Prozeßparameter 
enger sind und die visuelle Kontrolle schwieriger ist.

von Uli S. (uli12us)


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Es gibt, bzw gab zwar viele Sorten, real beschränkte sich das aber auf 
bloss 4
60/40 und 63/37 bzw dasselbe mit noch 2% Kupfer drin, was aber 
eigentlich seit Jahrzehnten obsolet ist, weil so gut wie kein Lötkolben 
heute noch unbehandelte Kupferspitzen hat.

von DK7SK (Gast)


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Baum B. schrieb:
> Jonas B. schrieb:
>> IPA
>
> Indian Pale Ale?

YMMD

von michael_ (Gast)


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someone schrieb:
> Bei Bleilot gibt's auch hunderte
> verschiedene Sorten.

Nur in Bezug der Flussmittel.
Praktisch kein merkbarer Unterschied.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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michael_ schrieb:
>> Bei Bleilot gibt's auch hunderte
>> verschiedene Sorten.
>
> Nur in Bezug der Flussmittel.

Michael, du kommst doch aus der DDR. Da kennst du auch noch LSn40 oder 
gar LSn30 … (Hinweis an die Mitleser: die Zahl bezog sich auf den 
Zinn-Anteil.)

Da gab's auch spürbare Unterschiede.

Wenn man von bismuthhaltigen Loten mal absieht (die man wohl nur noch 
für Spezialanwendungen in Betracht zieht), dann unterscheiden sich die 
Temperaturbereiche aktueller bleifreier Lote kaum mehr als die genannten 
bleihaltigen mit 60/40 vs. 63/37. Die Verarbeitungstemperaturen liegen 
grob 30 K über denen der bleihaltigen Versionen, das ist aber auch schon 
alles.

Bezüglich des TE wäre meine Vermutung, dass er mit Werkzeug arbeitet, 
was zu wenig Wärmefluss produziert, um eben diese 30 K Mehrtemperatur 
aufzubringen. Wenn man nun versucht, das dadurch auszugleichen, indem 
man die Temperatur deutlich darüber aufdreht, dann ist das Flussmittel 
in der Regel schon verdampft, bevor das Lot schmilzt. Das ist eigentlich 
der wesentliche Punkt bei der Verarbeitung bleifreier Lote: das Werkzeug 
muss in der Lage sein, ausreichend Wärme an die Lötstelle zu 
transportieren. (Mit zusätzlichem externen Flussmittel kann man das ggf. 
etwas kompensieren. Spaß macht das dann alles trotzdem nicht.)

Wenn es das nicht kann, funktioniert das alles gar nicht. Wenn es das 
kann, ist das konkrete Lotmaterial schon fast wieder egal.

von Philipp G. (geiserp01)


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Uli S. schrieb:
> Nicht glaubwürdig, dass es letztes Jahr noch eines bei Reichelt gegeben
> hat. Ich hatte mich vor so ungefähr 1 1/2 Jahren genau dort erkundigt,
> weil ich eines mit 0,5 in bleifrei haben wollte. Da wurde mir gesagt,
> das dürfen die durch diese EU-Rohs Gesetze nicht mehr an Privat
> verkaufen.

Schon möglich Uli. Ich lebe in der Schweiz und da kommt man an 
bleihaltiges Lot schon des Längeren nicht ran. Habe es über einen Kumpel 
in Deutschland bestellt. Gut möglich, dass dieser das über seine Firma 
bestellt hat.

Ich mochte halt immer das Lot von Stannol. In Zukunft werden wir das Lot 
über aliexpress bestellen müssen ;)

von michael_ (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> michael_ schrieb:
>>> Bei Bleilot gibt's auch hunderte
>>> verschiedene Sorten.
>>
>> Nur in Bezug der Flussmittel.
>
> Michael, du kommst doch aus der DDR. Da kennst du auch noch LSn40 oder
> gar LSn30 … (Hinweis an die Mitleser: die Zahl bezog sich auf den
> Zinn-Anteil.)

Wir sind doch hier in der Elektronik?
Und nicht bei den Dachdeckern oder Rohrverlegern.

Und bei LSN60 gab es keine merkbaren Unterschiede.
Egal ob Ost, West, 1960, 2010, Indien oder Afrika.

Bei bleifrei gibt es große Unterschiede.
Im Fließverhalten, Schmelztemperatur, Oberfläche.
Die Firmen haben experimentiert und sich die Mischungen auch schützen 
lassen.

Niedrige Schmelztemperaturen gab es am Anfang noch nicht.
Die Bestücker hatten schon Schwierigkeiten.

Irgendwann habe ich die Augen zugemacht und mir aus dem großen Sortiment 
eine Rolle zugelegt.
Sn95,5Ag3,8Cu0,7 Felder.
Keine Ahnung, ob gut oder schlecht.
Ich lebe nun einfach damit.
Ist auch zu teuer um mehrere Sorten auszuprobieren.

von Manfred Ruh (Gast)


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Oh mann, das ist hier doch schon des öfteren besprochen worden. Es läuft 
immer wieder auf folgendes heraus:
Kauf dir Amasan BF32-3 und du wirst zufrieden sein und kein verbleites 
Lot mehr benötigen. Das meiste andere Zeug führt in der Regel zu 
Unzufriedenheit. Außer für absolute Ausnahmefälle vielleicht 1x pro Jahr 
benutze ich seit 10 Jahren kein Blei mehr.

Ansonsten wg. Flussmittel: ich habe gute Erfahrung mit den Fluxstiften 
von Edsyn und Stannol gemacht:
https://de.farnell.com/edsyn/fl-88-b/flussmittel-pinselapplikator-9ml/dp/2829347
und
https://www.display3000.com/shop/werkstatt/loetzubehoer/stannol_flussmittelstift_x32-10.html

So ein Stift hält bei mir sicherlich 3-4 Jahre, aktuell habe ich den von 
Stannol. Gel nutze ich nur in ganz wenigen Ausnahmefällen, da dies immer 
in einer Sauerei endet; der Stift ist wesentlich praktischer und 
schneller. Damit würde ich dann z.B. einmal über die Litzen streichen 
und schon werden die sich ohne Probleme löten lassen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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michael_ schrieb:

> Wir sind doch hier in der Elektronik?
> Und nicht bei den Dachdeckern oder Rohrverlegern.

LSn40 war oft genug das Einzige, was man als Bastler bekam damals, und 
LSn30 habe ich tatsächlich noch rumliegen in fetten Stangen (die dann 
aber wirklich eher Dachdecker-tauglich :).

> Bei bleifrei gibt es große Unterschiede.

Wie geschrieben: wenn man bismuthhaltige Lote ausklammert 
(Sonderlösungen) sind sie kleiner als du meinst.

Ich habe hier neben den immer wieder genannten Felder 100Ni+ und BF32-3 
auch noch 'ne uralte Rolle SAC-Lot (mal bei Conrad gekauft zu Anfang der 
Bleifrei-Zeit). Der Draht ist dicker als die anderen, daher nehme ich 
die nach wie vor für "Grobschlächtiges" (Zusammenlöten von FR4-Teilen 
und sowas). An der Lötstation muss ich dafür nichts anders einstellen 
als für die feineren Drähte.

von Uli S. (uli12us)


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Vor ae, wobei Ihbä nicht besser ist kann ich bei chinesischen Zinn nur 
warnen.
Ich hatte mir da nach langer Suche mal eines gekauft, Da wurde 
versprochen 63/37
bei 0,3 Durchmesser Angeblich 50Gramm. Wies ankam gleich getestet. 
Schmilzt gar nicht, bzw erst bei Temperaturen von 50° mehr, als es 
müsste. Vielleicht ists ja ein reines Bleilot. Die 0,3 waren 
nachgemessen 0,5. Nunja und die 50Gramm stellten sich als 13 Gramm raus, 
der Rest war das Gewicht der Spule.
Ich hab mich zwar beschwert, brachte aber leider nix, Das zurückschicken 
wär
teurer gekommen, als die mögliche Rückerstattung.
Ich hab dann verrückterweise von nem Schweizer ne Rolle Felder 60/40 in 
0,5 kaufen können.

von michael_ (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> LSn40 war oft genug das Einzige, was man als Bastler bekam damals, und
> LSn30 habe ich tatsächlich noch rumliegen in fetten Stangen (die dann
> aber wirklich eher Dachdecker-tauglich :).

Ich hatte schon immer Radiolot, dank meiner Schwester, die am Band einer 
Radiofabrik war :-)
Es war aber knapp und ich habe Reste in einer Schachtel gesammelt.
Wenn man wollte, kriegte man schon welches.
Später saß ich sowieso an der Quelle.

Manfred Ruh schrieb:
> Kauf dir Amasan BF32-3 und du wirst zufrieden sein und kein verbleites
> Lot mehr benötigen.

Nö!
Ich habe genug Bleilot und eine Rolle bleifrei. Reicht bis LE.

von Uli S. (uli12us)


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Manfred Ruh; Bei Edsyn bin ich zu faul zum nachlesen, das Stannol wird 
mit No-Clean beworben, aber die Inhaltsstoffe geben das leider nicht 
her. Der Feststoffanteil ist zwar gering, das meiste ist einfach Ipa, 
trotzdem sagen andere Firmen, die das einsetzen, saubermachen. Ich hab 
einfach ein Pinselfläschchen, wie von nem Nagellack wo ich ein paar 
Brocken Kolofonium in Spiritus aufgelöst hab.

: Bearbeitet durch User
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Baum B. schrieb:
> Jonas B. schrieb:
>> IPA
>
> Indian Pale Ale?

Ich schmeiß mich weg... wäre fast gestorben vor Lachen.

Aber im Ernst: Beim bleifreien Löten muss alles eher "stimmen" als beim 
Löten mit Blei, wie ich beim ausgiebigen Spielen mit meiner jüngst 
angeschafften Station festgestellt habe. Das war für mich nach 30 Jahre 
löten in verbleiten historischen Geräten eine neue und interessante 
Erfahrung. Stimmen müssen:

- Qualitätslötzinn
- Lötstation, die WIRKLICH Wärme an die (große!) Spitze liefert
- ausreichend Flussmittel

Es wird also in allen Beiträgen Zutreffendes gesagt, die Bedingungen 
müssen aber kumulativ und nicht alternativ vorliegen. Wenn am Lötzinn 
gespart wird (China) oder an der Lötstation (China), geht dies 
unweigerlich am Erfolg vorbei. Übrigens darf die Lötspitze lieber zu 
groß als zu klein sein. Jörg hat es auf den Punkt gebracht, die 
Temperatur alleine bringt es nicht, bei hohen Temperaturen ist auch der 
Temperaturabfall am Lötpad höher. Das bügeln gute Lötstationen rasch aus 
und auch die größere Spitze hat dank mehr Masse schlicht Reserven gehen 
eine vollständige Wärmeableitung durch das Pad und das einzulötende 
Bauelement.

Auf gutes Werkzeug zu setzen zahlt sich übrigens in allen 
Lebensbereichen aus. Die Schrauber können ein Lied von blutigen Knöcheln 
singen, verursacht durch Abrutschen mit Schrottwerkzeug.

Beim bleifreien Lötzinn auf Flussmittelanteil achten, da gibt es Drähte 
mit bis zu 3,5% Flux. Nützt aber nix, wenn der Kolben zu heiß ist und 
alles verbrennt. Ich benutze im Bedarfsfall das gute alte Kollophonium 
in IPA (nein, das ist kein Ale). Mit Wattestäbchen lässt es sich 
gezielter einsetzen als mit Pinsel und dann gibt es auch keine 
verklebten Platinen.

So, nun wünsche ich dem Thread-Ersteller Erfolg. Übrigens hast Du bisher 
nicht verraten, WELCHE neue Lötstation Du angeschafft hast.

von Name: (Gast)


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Also in der Firma löte ich immer bleifrei. Ich kann mal kucken was wir 
da für ein Lot haben, vor nächsten Dienstag wird das aber nichts, aber 
soweit ich weiß enthält das Lot Kupfer.
Eines ist aber auf alle Fälle zu sagen: Die Temperatur muss recht hoch 
sein. Ich dreh die JBC auf 420°C. Die Bauteile  halten das aus.

Ich habe jetzt schon SMD-Platinen Zuhause mit der Ersa MS300 verbleit 
und mit den JBC in der Firma bleifrei zusammengelötet.
Zuhause löte ich auch nur deshalb verbleit, weil die alte  Ersa das 
bleifreie Lot nicht  packt.

Also:
Mal Temperatur hochdrehen.

Die üblichen alten Brummelbärte hier im Forum mögen bleifrei halt nicht, 
weil sie damals im Reich oder der DDR halt gelernt haben, dass 
Lötstellen glänzen müssen. Ich kann darüber nur lachen:
Mein Arbeitgeber baut täglich tausende Platinen, zu 100% bleifrei und 
teilweise mit Handlötstellen (bei einige Steckern z.B.). Alle 
Reparaturen werden bleifrei gemacht.
Und das klappt seit 20 Jahren problemlos, und die Elektronik ist 
zuverlässig. Also haben die Brummelbärte unrecht. Sie kommen wieder nur 
nicht mit, und verkünden mit zittriger Stimme veraltete "Weisheiten".

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Name: schrieb:
> Ich dreh die JBC auf 420°C.

Hmpf. Ich auf 320 °C. :-)

von Gerald K. (geku)


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Bei einer Zusammensetzung : 0, 3 % Silber, 0, 7 % Kupfer, 96, 5 % 
Zinn; Flußmittelanteil: 2, 5% liegt der Schmelzpunkt bei 217° C. So 
gesehen reichen 320°C vollkommen aus.

: Bearbeitet durch User
von Stefan M. (derwisch)


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Name: schrieb:
> Eines ist aber auf alle Fälle zu sagen: Die Temperatur muss recht hoch
> sein. Ich dreh die JBC auf 420°C. Die Bauteile  halten das aus.

Das ist nach meiner Erfahrung der Kernpunkt.
Ich löte bleifrei auch immer deutlich heißer, als verbleit.
350° oder gar 320° ist grademal für verbleit ok. Selbst das löte ich oft 
heißer.
Mir ist noch nie wegen der Temperatur irgendwas gestorben.
Für mich gilt immernoch der Merksatz "löte heiß aber kurz".

Bei bleifreiem Lot gibt es den schon erwähnten Nachteil, dass die Spitze 
schnell altert (nimmt immer schlechter Lot an, obwohl sie nicht 
zerfressen aussieht).
Das Problem wird mit höherer Temp. schlimmer.
Daher achte ich darauf, dass bei bleifreiem löten die Lötstation auf 
150° runterfährt, sobald der Kolben in der Ablage ist.

P.S.: Ich löte schon seit 40 Jahren beruflich wie privat...
Beruflich seit fast 30 Jahren

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan M. schrieb:

> Mir ist noch nie wegen der Temperatur irgendwas gestorben.

Das nicht, aber das Flussmittel ist dann ratz-batz weg.

> Bei bleifreiem Lot gibt es den schon erwähnten Nachteil, dass die Spitze
> schnell altert (nimmt immer schlechter Lot an, obwohl sie nicht
> zerfressen aussieht).

Bei solchen Temperaturen allerdings kein Wunder. ;-)

Es gilt ja immer noch die alte Faustformel: 10 K Temperaturerhöhung 
verdoppeln die Reaktionsgeschwindigkeit.

von Gerald K. (geku)


Angehängte Dateien:

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Stefan M. schrieb:
> Für mich gilt immernoch der Merksatz "löte heiß aber kurz"

Der Streß ist natürlich umso größer je rascher der Temperaturanstieg 
erfolgt. Nicht umsonst wird meist eine Wärmeprofil definiert.

Wichtig ist auch, dass der Lötkolben an der Spitze genügend Wärme 
speichern kann, damit diese beim Kontakt mit dem Baulement und Lötzinn 
nicht zu rasch abgeführt wird und daher abkühlt, sonst muss das mit 
einer höheren Löttemperatur kompensiert werden.

Auch ein schlechtes Design von Anschlusspads, die Masseflächen 
kontaktieren, können eine höhere Löttemperatur erfordern. Um dies zu 
vermeiden, gibt es Wärmefallen zwischen den Anschlusspads und der 
Massefläche.

Bei Target waren die Wärmefallen zu übig ausgeführt. Für 
Stromversorgungsleitungen kann unter anderem die Leiterbahnbreite 
definiert werden. Es ist aber nicht notwendig Pads über vier 
Stromversorgungsleiterbahnen anzuschließen, noch dazu wenn die Länge 
sehr sehr kurz ist. Der Pin 4 (blauer Layer 16, siehe Beilage) war daher 
sehr schlecht lötbar, da die Wärme über dicken Leitungen in Richtung 
Kupferfläche abfloss.  Eine Leiterbahn reicht elektrisch vollkommen aus 
und realisiert eine wirksamere Wärmefalle (75% weniger Wärmeverlust). 
Die Anregungen flossen bei einer neuen Version von Target ein, es gab 
eine flexible Lösung. Auch ein kleiner Fehler, dass das Pad am zweiten 
GND-Layer (roter Layer 2) überhaupt nicht mit Masse verbunden wurde 
(optimale Wärmefalle) wurde beseitigt.

Wie realisieren andere Layoutprogamme Wärmefallen?

: Bearbeitet durch User
von Christian J. (Firma: privat) (christianj)


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Hmm...

ich habe leider auch gestern den letzten  Meter verbraten. Man muss ja 
immer auch die 0,5er Cu Litze abschmelzen für die IC Pins, verbraucht 
also doppelt.

Ebay-Artikel Nr. 373390624533

Hatte dann davon gleich 3 Stück bestellt. Mal eben 40 Euro. Kamen nach 4 
Wochen an und langes Gesicht: Das Zeug ist niemals Sn60Pb40 und hat wohl 
auch keinen Fluxer drin. Das ist selbst bei 380 Grad so eine zähe Pampe, 
die auch absolut nicht auf die Pads will und am Kolben haftet wie 
Kaugummi. Mit 25W Lötkolben zuckt die nicht mal.

ebay Fall aufgemacht, sie wollen mir 3 Euro erstatten pro Rolle. Nö! 
Alles zurück, egal wie.

ebay hat dann den Fall zu meinen Gunsten entschieden und mir alles 
zurück gezahlt. Die Rollen sind im Müll, da kann man ja gleich wieder 
mit Lötwasser anfangen :-(

: Bearbeitet durch User
von Stefan (Gast)


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Ebay-Artikel Nr. 174794874835

Soviel zu "es gibt kein verbleites Lötzinn mehr zu kaufen"...

von Christian J. (Firma: privat) (christianj)


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Stefan schrieb:
> Soviel zu "es gibt kein verbleites Lötzinn mehr zu kaufen"...

Jo, flüssiges Gold für den Preis...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan schrieb:
> Soviel zu "es gibt kein verbleites Lötzinn mehr zu kaufen"...

"privater Verkäufer"? Hmm, naja.

von Christian J. (Firma: privat) (christianj)


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Jörg W. schrieb:
> "privater Verkäufer"? Hmm, naja.

Lach nicht, ich habe heute 2x250g für 48 Euro bestellt :-( Hoffe das 
reicht ne Weile. Sobald ich wieder in Polen bin wird eingekauft.

von Stefan M. (derwisch)


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Baum B. schrieb:
> Ich habe
> es mit allen Temperaturen zwischen 220 grad und 350 grad probiert.

Ohne bei diesem Thread alles gelesen zu haben...

Das ist nach meiner Erfahrung zu kalt.
Seit es bleifrei gibt, habe ich die Löttemperatur nicht mehr unter 400°C 
eingestellt (verschiedene Weller Stationen).
Bei größeren Lötstellen auch gern "volle Pulle" (450°C).
Das gleiche beobachte ich bei meinen Kollegen auch, ohne dass es mal 
eine Absprache gab...
Ich löte beruflich wirklich viel (bleifrei).

Der berühmte Satz:"Löte heiß aber schnell, statt kalt und lange" scheint 
bei bleifrei besonders zu stimmen.
Zu Hause für´s Hobby nehme ich noch verbleites Lot.

: Bearbeitet durch User
von Thomas O. (kosmos)


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das wird die Temperatur am Heizelement sein an der Spitze sind 
warscheinlich mind. 50° weniger oder die Wärme kommt sehr verzögert 
vorne an.

Kauf dir ma soetwas hier, da staunt man nicht schlecht, was für 
Abweichungen möglich sind.
https://www.aliexpress.com/item/32871398740.html

von addi (Gast)


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Bei der Fragestellung, ich habe nicht den ganzen Thread gelesen, kam mir 
sofort, dass das viel zu kalt ist und zusätzliches Flußmittel braucht. 
Ich löte beruflich viel und stelle die Temperatur bei einer 
Wellerstation auf 390 bis 420 Grad, je nach Wärmeabfuhr der Lötstelle. 
Ich verwende als Flussmittel SSK-15.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan M. schrieb:
> Seit es bleifrei gibt, habe ich die Löttemperatur nicht mehr unter 400°C
> eingestellt (verschiedene Weller Stationen)

Siehste, deshalb ist JBC so beliebt. ;-) Da stelle ich für bleifrei 320 
°C ein ... vielleicht mal 350, wenn ich zu faul bin, eine adäquate 
Spitze für irgendwas größeres rauszukramen.

Der Nachteil von höheren Temperaturen ist schlicht, dass das Flussmittel 
verdampft ist, bevor das Lot geschmolzen ist.

(Aber der Thread war dahingehend eh schon "gelutscht", ist nur wegen der 
Verfügbarkeit bleihaltigen Lots nochmal ausgebuddelt worden.)

von Stefan M. (derwisch)


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Jörg W. schrieb:
> Siehste, deshalb ist JBC so beliebt. ;-) Da stelle ich für bleifrei 320
> °C ein ... vielleicht mal 350, wenn ich zu faul bin, eine adäquate
> Spitze für irgendwas größeres rauszukramen.

Kannst Du das erklären?

320 bis 350°C sind doch bei Weller und JBC sicherlich gleich.
Verstehe ich nicht ganz...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Stefan M. schrieb:
> 320 bis 350°C sind doch bei Weller und JBC sicherlich gleich.

Die Wärmenachfuhr der JBC-Station ist besser als bei den "klassischen" 
Weller-Stationen. (Inzwischen gibt's wohl von Weller auch welche mit 
direkter Heizung, die habe ich noch nicht in den Fingern gehabt, kenne 
nur den WSP-80 Lötkolben.)

von Vorname N. (mcu32)


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Bleifrei kann ich jedes Lot von Stannol mit mind. 2,5% Fluxanteil 
empfehlen, z.B. Sn95Ag4Cu1.
Und natürlich vieeeeeeel zusätzliches Flux, z.B. AMTEC NC559.

Damit hat es bei mir auch bleifrei eigentlich immer funktioniert.

Trotzdem versuche ich noch so lange ich kann mit meiner alten 100g Rolle 
vom verbleiten Felder 1mm hin zu kommen :D
Ist einfach nicht das selbe...

von Hans W. (Firma: Dipl.-Ing. Johann Maximilian W) (hans-)


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Jörg W. schrieb:
> Stefan M. schrieb:
>> 320 bis 350°C sind doch bei Weller und JBC sicherlich gleich.
>
> Die Wärmenachfuhr der JBC-Station ist besser als bei den "klassischen"
> Weller-Stationen. (Inzwischen gibt's wohl von Weller auch welche mit
> direkter Heizung, die habe ich noch nicht in den Fingern gehabt, kenne
> nur den WSP-80 Lötkolben.)

Kann ich nur zustimmen... seit ich mir die JBC gegönnt habe, löte ich 
wesentlich kälter. Damit gibt's viel weniger "Zunder" obwohl ich 
wesentlich mehr Flußmittel verwende. Mir war das immer zu viel Arbeit 
den ganzen verbrannten Schmotter wieder runterzukriegen. Das gibt's 
jetzt nicht mehr!

Habe die klassischen Ersa und Weller lange genug benützt.
Das war damals schon ok, aber gegen eine moderne, von innen beheizte 
Lötspitze (Marke egal!) haben die keine Chance!

Übrigens, ich habe mir einige Kleinstpackungen Lötzinn geordert (also 
die Typen die man empfohlen bekommt) und dann das für mich am besten 
funktionierende rausgesucht.

Sn99 war wirklich nicht mein Favorit, aber das SAC-Lot (Kristall 511 von 
Stannol), das ich jetzt habe, kann es aber locker mit den mir bekannten 
Blei-Loten aufnehmen.

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