Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Mikrofontechnologie 2021


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von Lors (Gast)


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Warum ist die Soundqualität meines Mikrofons aus dem 20€ Headset so viel 
besser als das, was die NASA benutzt?
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wissen/Nasa-Video-zeigt-komplette-Mars-Landung-article22381013.html

von hinz (Gast)


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Lors schrieb:
> Warum ist die Soundqualität meines Mikrofons aus dem 20€ Headset so viel
> besser als das, was die NASA benutzt?

Poste mal ein paar Marsböen, die du mit deinem Headset aufgenommen hast.

von Jemand (Gast)


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Hallo

Ohne es jetzt in diesen Einzelfall genau zu wissen kann man von 
Allgemeinen in diesen Umfeld ausgehen:

1- Nischenprodukt - fast Einzelanfertigung bei gleichzeitig hohen 
Anforderungen.

2- Hoher Werkzeugaufwand und Handarbeitsanteil für geringe Stückzahl - 
siehe auch Punkt 1

3- 1001 Test und Zertifizierungen sind vorgeschrieben - Avionik "alles 
was in fliegende Mann*innen ;-) tragende Objekte" verbaut wird ist schon 
schlimm - jetzt geht es ab in den Weltraum und einen anderen Planeten 
-zugriff zusätzlich noch unmöglich...

4- Es ist soweit irgendwie möglich garantiert das das Produkt (Mikrofon) 
funktioniert.

5- Auf dem Mars ist es "unwesentlich" anders als hier auf der Erde...

6- Bei der NASA wohl Made in USA - und zwar in zertifizierte 
Ingenieursbüros oder gar bei Rüstungsfirmen... den Rest darf sich jeder 
denken - Wobei es bei der ESA auch nicht anders aussehen wird...

7- Der Steuerzahler bezahlt es letztendlich...

von Spock (Gast)


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Damals bei der Mondlandung hatten die Filmstudios auch schon bessere 
Videotechnik als die NASA.

von Lors (Gast)


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ich meine die Mikrofone in den Headsets der Kommentatoren.

von Jack V. (jackv)


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Jemand schrieb:
> [man] kann von
> Allgemeinen in diesen Umfeld ausgehen:
> […]

Ist denn das Mikro des Geräts auf dem Mars gemeint, oder meint der TE 
vielleicht die Sprachqualität der Mitschnitte aus dem Kontrollzentrum? 
Wenn ich mir mal ein Stück im O-Ton anschaue, etwa 
https://www.youtube.com/watch?v=lFiTjZDOekg, und mit bedenke, dass mit 
einem Headset verglichen wurde, würde eher das Zweite annehmen.

Wobei ich die Ursache da nicht bei den Mikrofonen suchen würde, sondern 
bei der weiteren Verarbeitung des Tonsignals.

Edit: zu langsam. Lasse es jetzt trotzdem stehen, weil’s bei dem 
verlinkten Video vielleicht besser zu hören ist – ich kann das ntv-Video 
nicht anschauen.

: Bearbeitet durch User
von hinz (Gast)


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Lors schrieb:
> ich meine die Mikrofone in den Headsets der Kommentatoren.

Und was daran ist schlecht?

von Pandur S. (jetztnicht)


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Das Mikrophon ist die ganze Zeit aussen ? Es wird ja nicht fuer die 
Landung speziell aus dem Inneren ausgefahren. Beim Start ist der Lärm 
dermassen laut, da waere ein normales Mikrophon schon lange zerfetzt. 
Bei der Landung dasselbe nochmals. Die Windgeräusche und das Triebwerk 
werden so laut sein, dass ein normales Mikrophon schon lange zerfetzt 
wäre.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Die Headsets sind ja nicht auf hohe Übertragungsqualität konzipiert, 
sondern auf beste Sprachverständlichkeit. Dabei wird alles unter 
100-200Hz abgeschnitten und oberhalb von 3-4 kHz auch. Das spart 
Bandbreite, wenns um Fernübertragung geht und verbessert die 
Sprachverständlichkeit, weil Plopps und Zischeln gar nicht erst 
verstärkt werden.
Die alten Posttelefone waren oft besser zu verstehen als ein heutiges 
iPhone (wobei ich die besonders schlecht finde).
Marsmikrofone sind übrigens ein alter Hut. Auf beiden Vikingsonden waren 
welche, wobei eines nicht spielte.

: Bearbeitet durch User
von Elektry (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Dabei wird alles unter 100-200Hz abgeschnitten und oberhalb von 3-4 kHz auch.

Hast Du das gemessen oder grob geschätzt? Was heißt "abgeschnitten" 
(6dB/Oct, 12, ...)?

Matthias S. schrieb:
> verbessert die Sprachverständlichkeit, weil Plopps und Zischeln gar nicht erst 
verstärkt werden.

Plopps sind ja wohl eher breitbandig. Zischeln ist da, wo auch Frikative 
sind. Dass man bei alten Telefonen f und s nicht unterscheiden 
konnte, ist hinlänglich bekannt, aber es gab noch viele dieser Fehler 
durch die begrenzte Bandbreite, die nicht wegen der "besseren" 
Sprachverständlichkeit gewählt wurde, sondern weil es das minimale 
Frequenzband war, um Sprache überhaupt noch nach einigen zig-Kilomentern 
Analogkabel verstehen zu können.

Matthias S. schrieb:
> Marsmikrofone sind übrigens ein alter Hut. Auf beiden Vikingsonden waren
> welche, wobei eines nicht spielte.

Jetzt wirds ja noch bunter ...

von Spock (Gast)


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von Lors (Gast)


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Leider wahr: mikrofonkapseln für 50Cent sind oftmals besser als Headsets 
für über 200€.

von Tobias N. (technick2)


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Lors schrieb:
> Leider wahr: mikrofonkapseln für 50Cent sind oftmals besser als Headsets
> für über 200€.

Ganz bestimmt. Schon mal ein richtiges Headheadset mit Phantomspeisung 
und Kondensatorkapsel (nicht Elektret!) besessen?

von Lors (Gast)


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Es ist ja nicht nur die begrenzte Bandbreite. Die übersteuern doch auch 
massiv.

von Dieter (Gast)


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Das sind ganz moderne genderkonforme Mikrofone. Es kann durch diese 
High-Tech der Tonqualitätsminderung bei guter Sprachverständlichkeit 
nicht mehr die Stimme zu m/w/d zugeordnet werden.

von Dieter (Gast)


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Woran das aber wirklich liegt, empfehle ich nach Housten zu reisen, dort 
die Tour der Nasa im Museum zu buchen und bei der Technik im 
Kontrollraum genau hinzusehen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Elektry schrieb:
> Plopps sind ja wohl eher breitbandig.

Nö. Schau dir so einen Plopp mal auf dem Analyzer an und du wirst sehen, 
das der Löwenanteil der Energie unter 100Hz ist und sowieso keine 
Information trägt. Das muss nicht übertragen werden. Ebenso ist das mit 
Wind- oder Pustegeräusschen.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Vor vielen Jahren hatte ich mir mal einen Vorverstärker für Elektret 
Mikrofone gebaut und dabei mit der Begrenzung des Frequenzbereiches 
experimentiert. Ich kam zu dem Schluss, das ich alles unter 200Hz 
ausblenden sollte.

Ansonsten übertragt man viele unnötige Störgeräusche (z.B. wenn man das 
Mikrofon anfasst, dessen Kabel bewegt oder jemand durch den Raum läuft). 
Die Sprachqualität und auch der subjektive Klang der Stimme werden 
dadurch nicht beeinträchtigt.

http://stefanfrings.de/mikrofon_vorverstaerker/index.html

Um Musik und Gesang aufzuzeichnen, würde ich die Grenzfrequenz jedoch 
weiter unten ansetzen und dazu passend gelagerte Mikrofone verwenden. 
Aber ich bin kein Musiker, keine Ahnung, wie die das machen.

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (michaelm)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Um Musik und Gesang aufzuzeichnen, würde ich die Grenzfrequenz jedoch
> weiter unten ansetzen...
Unter 150 Hz passiert da jedoch nicht mehr viel (Sänger mit Qualitäten 
eines I.Rebroff mal ausgenommen); insofern ist es sinnvoll, frühestens 
ab hier zu übertragen.

> Aber ich bin kein Musiker, keine Ahnung, wie die das machen.
Wie wäre es mit Equalizer? HP-Filter? U.U. Notch? ;-)

: Bearbeitet durch User
von HildeK (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Um Musik und Gesang aufzuzeichnen, würde ich die Grenzfrequenz jedoch
> weiter unten ansetzen und dazu passend gelagerte Mikrofone verwenden.

Bei Gesang brauchst du keine Anstrengung für Frequenzen unter 100Hz zu 
unternehmen, bei Musik schon (z.B. Base, Klavier, Orgel, Kontrabass 
u.a.).

Bei der Stimme ist schon einiges an Einfluss vorhanden: Nahbesprechung, 
Stimmlage, Mikrofontyp. Um das auszugleichen, hat man parametrische 
Equalizer erfunden.

Beim verlinkten Video fehlt einfach etwas Bandbreite, das hat sehr viel 
mehr mit der Nachbearbeitung zu tun als mit dem Mikrofon selber. 
Typische Intercom-Qualität - Sprechfunk hört sich auch nicht besser an, 
ob im Flugfunk, bei der Feuerwehr oder den PRM-Geräten. Es sind halt nur 
schmale Übertragungskanäle vorhanden.

Man sollte beide Anwendungen jedoch nicht in einen Topf werfen.

Matthias S. schrieb:
> Die alten Posttelefone waren oft besser zu verstehen als ein heutiges
> iPhone (wobei ich die besonders schlecht finde).

Beim Mobilfunk ist die Sprachqualität wirklich unterirdisch schlecht - 
ich selber vermeide es, damit zu telefonieren. Das hat aber eher nichts 
mit dem iPhone zu tun als generell mit der Komprimierung auf niedrige 
Bitraten. Die Mikros in den Geräten sind sehr viel besser als die alten 
Kohlemikros im Posttelefon.

von A. K. (foxmulder)


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Lors schrieb:
> 20€ Headset so viel
> besser als das, was die NASA benutzt?

Wieso glaubst du, dass die teurere Headsets verwenden?
Schau mal ins Mission Control, das ist ganz normalen PC-Hardware, wie 
wohl auch in jeder anderen Bundesbehörde in den USA.
Logitech/HP Maus und Tastatur und wohl eben auch die entsprechenden 
Headsets.
Der andere Teil der Großbestellung bei HP steht im 
Landwirtschafstministerium und bei der CIA.

Im Video ist es denke ich eher ein Render/Schnitt Problem, darum klingt 
es so abgehackt, aber die Stimme ist leicht verstädndlich, also was ist 
dein Problem?

Generell werden Raumfahrtagenturen gerne überschätzt, dort kocht man 
auch nur mit Wasser und so steht in manchen JPL Laboren auch Rigol usw. 
herum.
Das stellen sich viele zu romantisch vor. Wieso sollte es dort auch 
anders sein als überall sonst?

Das ist wieder so dermaßen typisch Deutsch, da landen die einen 1t 
schweren Rover am Mars, und hier beschwert man sich über die 
Audioqualität von mission control.

Böse:
Die ESA hatte bei Schiaparelli bessere Headsets, sind aber leider am 
Mars zerschellt weil man bei der Flugsoftware gepfuscht hat...
Aber der Lander war eh ein Witz gegenüber diesem Rover.

Sei froh, dass es überhaupt was gibt, von den Russen und Chinesen gibt 
es sowieso fast keine Informationen oder gar Livestreams/Intervies uÄ.

: Bearbeitet durch User
von 2aggressive (Gast)


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Michael M. schrieb:
> Stefan ⛄ F. schrieb:
>> Um Musik und Gesang aufzuzeichnen, würde ich die Grenzfrequenz jedoch
>> weiter unten ansetzen...
> Unter 150 Hz passiert da jedoch nicht mehr viel (Sänger mit Qualitäten
> eines I.Rebroff mal ausgenommen); insofern ist es sinnvoll, frühestens
> ab hier zu übertragen.
Hmmm, Ivan ist nicht allein, es gibt auch Taties... :D


>> Aber ich bin kein Musiker, keine Ahnung, wie die das machen.
> Wie wäre es mit Equalizer? HP-Filter? U.U. Notch? ;-)
Am Mike selbst (und wegen Übersteuerung genau dort richtig) die 
sogenannte Spinne, ein elastisch zum Stativ entkoppelndes Konstrukt aus 
Gummi"fäden".
Schön anzusehen zB hier:
JINJER - Judgement (& Punishment) - Tatiana Shmayluk - One Take Vocal 
Performance
https://www.youtube.com/watch?v=Q5rg_63Shqg


HTH, leider OT

von Jonas B. (jibi)


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Geringere Atmosphäre => geringerer Druckunterschied => geringere 
Dynamik...

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Elektry schrieb:
> Matthias S. schrieb:
>> Marsmikrofone sind übrigens ein alter Hut. Auf beiden Vikingsonden waren
>> welche, wobei eines nicht spielte.
>
> Jetzt wirds ja noch bunter ...

Wie meinen? Oder wusstest du nicht, das im Jahre 1975 zwei Sonden, 
jeweils bestehend aus Orbiter und Lander, zum Mars geflogen sind? Das 
waren Viking 1 und Viking 2, die 1976 landeten und dann jahrelang Daten 
vom Mars zur Erde gefunkt haben.
https://en.wikipedia.org/wiki/Viking_program
Man war damals recht optimistisch bzgl. Leben auf dem Mars - Carl Sagan 
schlug sogar vor, Köder auszulegen :-P

: Bearbeitet durch User
von Jonas B. (jibi)


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>Wie meinen? Oder wusstest du nicht, das im Jahre 1975 zwei Sonden,
>jeweils bestehend aus Orbiter und Lander, zum Mars geflogen sind? Das
>waren Viking 1 und Viking 2, die 1976 landeten und dann jahrelang Daten
>vom Mars zur Erde gefunkt haben.

In der Tagesschau (vorgestern?) war halt von der ersten Tonaufnahme die 
Rede. Haben die wohl ein bisschen geschummelt :)

>Man war damals recht optimistisch bzgl. Leben auf dem Mars - Carl Sagan
>schlug sogar vor, Köder auszulegen :-P

Hehe :D

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Jonas B. schrieb:
> Haben die wohl ein bisschen geschummelt :)

Haben sie. Abgesehen von den Seismometern der Viking Sonden hat auch 
Insight schon Marswind aufgenommen:
https://www.nytimes.com/2018/12/07/science/mars-wind-sounds.html

von A. K. (foxmulder)


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Matthias S. schrieb:
> Marsmikrofone sind übrigens ein alter Hut. Auf beiden Vikingsonden waren
> welche

Davon hätte ich noch nichts gehört, konnte auch jetzt nichts dazu 
finden.
Laut NASA gab es bisher zwei Versuche Mikrofone auf den Mars zu bringen:
Mars Polar Lander, Fehlschlag
Phönix Lander, Mikrofon wurde nie aktiviert

Zitat aus der NY Times:
The two Viking landers that NASA sent to Mars in 1976 also carried 
seismometers that captured some wind noise. But Dr. Banerdt said those 
recordings were at much lower sampling rates and did not pick up 
anything at audible frequencies.

Mikrofon kann man das wohl nicht nennen.

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