Hallo Zusammen,
ich bin zwar Elektroniker, musste aber feststellen dass HF Technik
einfach was ganz anderes ist...
Kann mir jemand anhand von dem Schaltplan einer Handfunke erklären, wie
der VCO Regelkreis funktioniert?
Also alles was um den LC 7132 passiert?
Den Wiki Artikel über den Überlagerungsempfänger und die
Phasenregelschleife habe ich schon gelesen, aber ich kann die Baugruppen
hier einfach nicht erkennen.
Wenn ich alles richtig interpretiere, dann ist im IC alles bis auf den
VCO enthalten, nach dem VCO muss dann ja wieder eine Frequenz in den IC
zurückgeführt werden, damit diese regeln oder einrasten kann.
Ich hoffe Ihr versteht, was ich genau wissen möchte.
Grüße Georg
FFT schrieb:> Also alles was um den LC 7132 passiert?
Das Datenblatt hast Du Dir angeschaut? Siehe hier:
https://www.alldatasheetde.com/datasheet-pdf/pdf/40762/SANYO/LC7132.html> Wenn ich alles richtig interpretiere, dann ist im IC alles bis auf den> VCO enthalten
Richtig. Und bis auf das Schleifenfilter.
> nach dem VCO muss dann ja wieder eine Frequenz in den IC> zurückgeführt werden, damit diese regeln oder einrasten kann.
Das passiert am Pin 19 "P_in".
Und die anderen Anschlüsse: Der Quarz kommt an die Pins X_in und X_out,
der zugehörige Referenzoszillator ist im IC. PD_out ist der Ausgang des
Frequenz-Phasendetektors. Zwischen den Pins A_in und A_out liegt das
Schleifenfilter, und ein IC-interner Verstärker. Die Abstimmspannung für
die beiden VCOs liegt an R36. Zwei VCOs, weil der Sende-VCO modulierbar
ist. Nachtrag: Und natürlich wegen der ZF-Ablage.
Der PLL-Teilerfaktor wird über die Pins 1 bis 8 im Siebensegment-Code an
das IC übergeben.
Wow das war jetzt mal richtig hilfreich!
Wenn man das nochmal so ein bisschen erläutert bekommt, dann wird man
sicherer.
Ich hatte einfach zu viele Unsicherheiten in meinem Denken, man wird
durch die unterschiedliche Begriffe dann doch wieder aus dem Konzept
geworfen.
Wichtig war PD_Out und Pin nochmals zu erklären, die Schaltungen ist
umgedreht, es wird nicht der Oszillator abgestimmt, sondern die
Feedbackschleife.
So wie ich das sehe, wird die Spannung am R36 in Abhängigkeit des
Phasenregelkreises dann eingestellt -der VCO folgt dann dieser Spannung.
Dennoch kann ich mir die Frage wo die VCO Spannung am Schleifenfilter
abgeglichen wird nicht herleiten, könntest Du da bitte nochmal
Hilfestellung leisten?
Lg Georg
FFT schrieb:> So wie ich das sehe, wird die Spannung am R36 in Abhängigkeit des> Phasenregelkreises dann eingestellt -der VCO folgt dann dieser Spannung.
Richtig.
> Dennoch kann ich mir die Frage wo die VCO Spannung am Schleifenfilter> abgeglichen wird nicht herleiten, könntest Du da bitte nochmal> Hilfestellung leisten?
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage verstehe. Die Abstimmspannung
hinter dem Schleifenfilter und damit die VCO-Frequenz wird vom
Regelkreis so geführt, dass die Einrastbedingung der PLL erfüllt ist und
bleibt.
Ehrlich gesagt verstehe ich die Frage auch nicht so richtig, aber so
stehts in der Anleitung und ich versuche erst einmal Fehler auf meiner
Seite auszuschließen..
Ich habe vor einen Prozessor PLL von Gerhard Maurer in das Gerät
einzubauen um es um weitere 40 Kanäle zu erweitern.
Im Grunde muss man den originalen IC einfach gegen die neuen
Pinkompatible Prozessor IC Platine austauschen.
In der Anleitung steht als optional Anpassung Schleifenfilter
(vermutlich wegen den erweiterten Frequenzbereich) und Anpassung der
Kondensatoren an XTAL.
Ferner eben soll die VCO Spannung sich im Bereich von 0,5-1V über das
gesamte Frequenzraster bewegen, die liegt bei mir bei 1,5-3,7V
Wenn diese aber nicht stimmen würde, dann würde das Gerät ja auch
überhaupt nicht tun, oder sehe ich das falsch?
Bei mir geht Empfang über alle Kanäle und Senden bis auf wenige Kanäle
auch überall, nur ein paar wenige Kanäle tut senden nur, wenn ich die
Sendeleistung zuvor verringere.
Deshalb versuche ich hier zu verstehen, wie alles tut um einordnen zu
können wo dieser Fehler liegen könnte.
FFT schrieb:> Dennoch kann ich mir die Frage wo die VCO Spannung am Schleifenfilter> abgeglichen wird nicht herleiten, könntest Du da bitte nochmal> Hilfestellung leisten?
Ich vermute einfach mal ins Blaue, weil es in den Serviceunterlagen
praktisch aller Funkgeräte der 70-90er Jahre mit etwas größerer
Schaltbandbreite so beschrieben ist, das einfach nur gemeint ist das er
den VCO Schwingkreis so abgleichen soll, das sich die genannte Spannung
einstellt.
Bei Betriebs- oder BOS Funkgeräten stellt man ja üblicherweise auf eine
mittlere Frequenz (also in der Mitte des zu überdeckenden
Frequenzbereichs) und gleicht dann den VCO so ab, das die Regelspannung
ziemlich in der Mitte des möglichen Bereichs liegt. Sich also ähnlich
weit nach oben und nach unten bewegen kann...
Bei BOS Vielkanalfunkgeräten für das 4m oder 2m Band, wo der
Frequenzbereich auf dem die Arbeiten sollen ja genau bekannt ist, ist
manchmal auch statt "Bereichsmitte" ein Kanal genannt und eine Spannung
dich sich idealerweise am VCO einstellen soll wenn auf diesem gestellt
wird.
Dabei muss dieser Kanal bzw. diese Spannung nicht zwingend in der Mitte
liegen.
@TE
Bei einem PLL geregelten Oszillator kannst du die Steuerspannung nicht
direkt einstellen. Du kannst nur einstellen auf welcher Frequenz der
Oszillator arbeiten würde wenn gar keine Ansteuerung da wäre (Dann hat
die Kapazitätsdiode MAXIMALE Kapazität, das ist die tiefstmögliche
Frequenz).
Schaltet man die PLL nun dazu und liegt die gewünschte Frequenz höher
als die oben eingestellte Frequenz, dann muss die Kapazität der
Kapazitätsdiode kleiner werden damit man dahin kommt. Das geschieht
durch erhöhen der Ansteuerspannung.
Ist der VCO aber auf eine zu niedrige Frequenz abgeglichen, dann ist die
maximale Steuerspannung erreicht bevor die Kapazität der Diode klein
genug ist. Dann kann die Freqenz nicht erreicht werden. Bei einem Gerät
mit mehreren Kanälen kann das dann dazu führen das entweder alle Kanäle
nicht mehr funktionieren (wenn man ganz falsch liegt) oder aber das die
Kanäle oberhalb einer gewissen Grenze fehlen.
Liegt die Sollfrequenz niedriger als der Oszillator ohne Ansteuerung
arbeiten würde, dann kann die PLL das nicht mehr ausgleichen weil sie
die Kapazität der Diode nicht mehr erhöhen kann.
In diesem Fall würden dann Kanäle am unteren Ende fehlen. (oder alle
falls man grob danebenliegt)
Wie oben schon geschrieben: Wenn man keine genaueren Vorgaben hat (die
SPannung auf dem Kanal) stellt man eine mittlere Frequenz ein und
gleicht mittels des zum Abgleich vorgesehenen Bauteils (meist
Trimmkondensator in den Funkgeräten, aber Spulen kommen auch vor. Hier
wird es wohl über die Spulen L15/L16 gemacht) das ganze so ab, das sich
eine mittlere Steuerspannung einstellt. Damit die Frequenz möglichst
gleich weit nach oben und nach unten geregelt werden kann.
BTW: Bei maximaler Spannung und ganz besonders bei fast 0V
Steuerspannung arbeiten die Oszillatoren oft nicht mehr so stabil, daher
sollte immer noch reserve da sein
(Wenn du das CB Gerät von den BRD-40Kanälen auf die BRD 80 Kanäle
umbauen willst, dann wäre übrigens Kanal 1 oder Kanal 80 die richtige
Wahl für die mittlere Frequenz. Denn die "neuen" Kanäle liegen UNTER den
alten...)
Es kann natürlich immer auch sein das es bei einem Gerät gar keinen
abgleichbaren Bauteile im Oszillator gibt. Dann muss man Bauteile
tauschen.
Ist bei ganz billigen Geräten oft der Fall.
Mit dieser Methode stellt man die Mittenfrequenz ein um die sich die
Frequenz ändern kann. Aber der insgesamt einstellbare Frequenzbereich
(Spanne = höchste Frequenz - tiefste Frequenz) ändert sich fast nicht.
Will man auch die diese Spanne vergrößern (SChaltbandbreite erhöhen),
dann muss man dafür sorgen das sich die Frequenz bei einer
SPannungsänderung um einen bestimmten Wert stärker verändert.
Das macht man am einfachsten in dem man dafür sorgt das die
Kapazitätsdioden einen größeren Einfluss haben. Wenn möglich kann man
die Kopplung erhöhen, manchmal kann es aber auch nötig sein andere
Dioden einzusetzen. (Ich würde es als erstes mal mit einer stärkeren
Ankopplung versuchen. C44 und C51 etwas vergrößern käme mir da in den
Sinn...
Da die Frequenz dann aber etwas runter geht kann aber bedeuten das man
dann auch an anderer Stelle wieder dafür sorgen müsste das man das
ausgleicht wenn einfaches Nachgleichen dafür nicht ausreicht...)
Gruß
Carsten
Super Carsten auch Dir herzlichen Dank für die sehr ausführliche
Erklärung!
Dann kann ich am dem Punkt offtopic schon sicher sagen, dass der
Abgleich wohl nicht das Problem ist, denn Kanal 41 und Kanal 40
funktionieren sehr stabil und liegen direkt an dem Rande des
Frequenzbandes.
Ich habe Probleme mit dem Kanal 34-38, hier rastet der PLL wohl nicht
sauber ein, bzw. er rastet nur ein, wenn ich die Sendeleistung
verringere.
Vielleicht kann ja jemand nochmal offtopic ein kurzes Statement dazu
abgeben.
Bzw. vielleicht gibt es ja doch Zusammenhänge zum Regelkreis, das kann
ich aber nicht abschätzen.
FFT schrieb:> Ich habe Probleme mit dem Kanal 34-38, hier rastet der PLL wohl nicht> sauber ein, bzw. er rastet nur ein, wenn ich die Sendeleistung> verringere.
Das kann viele Gründe haben. Zunächst zur Erklärung: Der LC7132 hat
einen Lock-Monitor-Ausgang, das ist der Pin 14 (LM). Das ist ein offener
Drain; wenn die PLL nicht eingerastet ist, wird die linke Seite von R87
auf ungefähr 0V gezogen (am rechten Ende von R84 liegt eine geregelte
Spannung von ca. 10 V), und die Verdopplerstufe Q14 im Sender wird
stillgelegt.
An der Stelle wird auch das Sendeteil stillgelegt, wenn AM und nicht ein
Kanal zwischen 4 und 15 eingestellt ist.
Du könntest also mal messen, was am LD-Ausgang beim Senden auf den nicht
funktionierenden Kanälen passiert.
Ferner könntest Du die Abstimmspannung (oberes Ende von R36) auf den
fraglichen Kanälen beobachten, wenn man beim Senden die Leistung
umschaltet, und schauen, ob die Spannung gegen den Anschlag läuft. Wenn
das der Fall ist, und Du die Möglichkeit hast, könntest Du im nächsten
Schritt schauen, was der VCO macht (reißt die Schwingung ab, etc.).
Warum die Sendeleistung Einfluss auf die PLL oder direkt den VCO hat,
ist Spekulation. Vielleicht bricht eine Betriebsspannung ein. Du
könntest mal die Spannung am Pin 8 (Vdd) von IC2 beim Senden beobachten.
Da sollte eigentlich eine geregelte Spannung von ca. 7,5 V anliegen, mit
der auch die beiden VCOs versorgt werden. Oder der Sendeteil nimmt auf
irgendeinem anderen Weg Einfluss auf den VCO.
> Ich habe vor einen Prozessor PLL von Gerhard Maurer in das Gerät> einzubauen um es um weitere 40 Kanäle zu erweitern.> [...]> Dann kann ich am dem Punkt offtopic schon sicher sagen, dass der> Abgleich wohl nicht das Problem ist, denn Kanal 41 und Kanal 40> funktionieren sehr stabil und liegen direkt an dem Rande des> Frequenzbandes.
Nochmal zum Verständnis: Hast Du den Umbau gemacht, oder möchtest Du das
machen, und besteht das Problem mit dem originalen LC7132, oder dem
neuen PLL-IC?
Hallo,
danke für deine Gedanken.
Ich werde das alles mal prüfen, vor allem der Unterschied rund um den
VCO zwischen geringer und hoher Sendeleistung, das ist eine echt gute
Idee.
Ich habe den Umbau gemacht, naja Umbau, ich habe anstelle von dem
original PLL die Prozessorplatine eingebaut, das ist ja keine so große
Sache :-)
Ich habe aber echt die Befürchtung, dass da etwas von der Sendeleistung
in die Prozessorplatine des Ersatz PLL einstreut und diesen irgendwie
aus dem Takt bringt.
Der originale PLL hat ja keinen Prozessor drinnen? und somit keinen
eigenen Takt, oder sehe ich das falsch? Ich habe gerade keine Ahnung wie
da die Teilung von statten gehen sollte, vielleicht ein Schieberegister,
dann bräuchte es ja doch ein Takt, egal wie gesagt ich habe keine
Ahnung, aber vermutlich wird die Teilung einfach anders bewerkstelligt
und das führt dann eben wohl zu weniger Probleme.
Aber wie gesagt, ich schaue mir das nochmal mit dem ganzen neu
erworbenen Wissen an.
So langsam merke ich dass hier was mit der Regelung nicht stimmen kann:
Ich habe eine LED mit 10mA Stromfluss zwischen Vdd und LM gehängt und
diese leuchtet immer, beim Senden und Empfangen.
Beim Senden geht diese dann ganz kurz (0,5sek) aus und wieder an, das
passiert immer, auch auf den Kanälen, die nicht gehen.
Das würde dann ja bedeuten, dass der VCO nie einrastet, aber dennoch
wohl der Sender ab und an angeht, sehe ich das richtig?
Am PDout darf nach dem abgeschlossenen Regelprozess vermutlich auch
keine Spannung mehr messbar sein, richtig?
Die Versorgungsspannung am Vdd gegen Masse ist übrigens 5,9V sollte die
Spannungsstabilisierung auf 7,5V regeln, dann zieht hier der
ausgetauschte Prozessor PLL wohl die Spannung nach unten.
Heute Abend werde ich mal ohne PLL Platine die Spannung messen um diese
Annahme zu bestätigen.
Schwingt denn der Sendeoszillator (Transistor Q10) beim Senden?
D7 steuert die Sendefrequenz, D8 moduliert den Oszillator.
L16 ist die Schwingkreisspule des Sendeoszillators. Q9, L15
bilden den Empfangsoszillator. D6 Steuert die Empfangsfrequenz.
Stift 17, TP am IC2 liefert die Steuergleichspannug für
die VCOs. Schwingt denn der 10,24MHz Quarz am IC2?
Ich muss mich revidieren, der VCO rastet ein, die LED an LM geht nur
ganz kurz an, beim senden.
(Ich hatte gegen Pin8 gemessen, hätte aber gegen Pin 18 messen müssen,
dieser ist Vdd, war etwas schwer im Schaltplan zu lesen)
Versorgungsspannung liegt immer mit und ohne Prozessor PLL bei 6,2V.
Trotzdem sendet das Gerät auf den besagten Kanälen ab und an dennoch mal
nicht - wie gehabt..
Die LED verhält sich immer gleich auch wenn das Gerät nicht sendet, nur
warum sendet es nicht wenn der VCO einrastet?