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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Preis/Leistung ARM gegen den Rest


Autor: Sascha Pypke (Gast)
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Hallo,
ich hätte mal gerne eure Meinung über folgendes Thema gehört.
Wenn ich Heute die Preise der Controller sehe, und wie ich jahrelang
auf PIC,8051 und M16C62 arbeite, und mache den Newsletter von einem
Lieferanten auf und sehe die Preise der ARM7 Controller von Philips und
Atmel dann hauts mich beinahe vom Stuhl runter.
LPC2101FBD48 bei 200 Stück 1.48€
Na ja von der Größe des Speichers in etwa PIC oder 8051, aber halt 70
MHz. Nur bekomme ich für dieses Geld noch keinen PIC und auch noch
keinen 8051.

Habe ich da all die Jahre zuviel bezahlt ?
Oder wird Philips auch noch teurer ?
Was ist wenn alles dann auf den ARM7 Zug mit aufspringt ?
Schauen dann die Anderen in die Röhre ?
Wird der Kontrollermarkt sich preislich verändern ?

Die Frage ist eigentlich wer ist bereit umzusteigen ?
Ich selbst sehe es nur mit zerissenem Gefühl, da ARM7 nicht alles kann
aber durch seinen speed ist er momentan im Vorteil.

Als freier Entwickler hat man doch kaum noch eine Chance einen teuren
Controller bei seinem Kunden rechtzufertigen ?

Gruß Sascha

Autor: Barti (Gast)
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Ich würde sagen Du hast nicht zuviel bezahlt. Die Preise fallen halt
immer weiter. nd wozu sollte man einen ARM7 einsetzen, wenn ein kleiner
8bitter reichen würde? Bedenke jeder Controller hat seine Vor- und
Nachteile und jeder hat seine Berechtigung. Spontan fällt mir da ein,
dass ein ARM7 nicht mit 5V läuft, die AVR und die M16C schon.

Autor: Dietmar (Gast)
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@Sascha:

>Habe ich da all die Jahre zuviel bezahlt ?

Möglich. Für 8051-Leistung bekommt man heute eben einen ARM. Philips
versucht, über den Preis die 8-Bitter platt zu machen. Einskommawenig
Euro für 32 Bit.

Nach meiner Erfahrung, steckt der ARM von Philips einen vergleichbaren
PIC oder 8051 in Performance meistens auch locker weg.

>Oder wird Philips auch noch teurer?

Das wäre abzuwarten. Zur Zeit ist aber im Gespräch, das Philips die
Halbleitersparte komplett an eine Investorengruppe (so genannte
Heuschrecken) abgeben wird.

Aber Philips ist wirklich weltweit nur einer von vielen Anbietern von
µC mit ARM7-Kern.

>Was ist wenn alles dann auf den ARM7 Zug mit aufspringt?

Das macht nichts, denn ARM7 etabliert sich zunehmend am Markt. D.h.,
ARM7-Kerne finden sich in immer mehr Mikrocontrollern von immer mehr
Herstellern, und bilden irgendwie einen Standard.

Ich bin schon aufgesprungen. Aber, der ARM verlangt seine eigene
Aufmerksamkeit (Arbeitspensum, Umstieg Entwicklungsumgebung, usw.).

>Schauen dann die Anderen in die Röhre ?

Möglich.

>Wird der Kontrollermarkt sich preislich verändern?

Muß man abwarten.

>Die Frage ist eigentlich wer ist bereit umzusteigen?

Z.B. ich. Und ich bereue es nicht.

>Als freier Entwickler hat man doch kaum noch eine Chance
>einen teuren Controller bei seinem Kunden rechtzufertigen?

Das Know-How bzw. die Komplexität wird immer kniffliger. Vielleicht
damit auch die Entwicklungszeit. Das wissen gute Kunden in der Regel
aber auch.

Der ARM hat meiner Meinung nach die Chance, noch eine Weile zu
überleben, da mittlerweile ein Standard und in vielen µC-Familien
weltweit verbreitet.

Gruß

Dietmar

Autor: Peter Dannegger (peda)
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"Nur bekomme ich für dieses Geld noch keinen PIC und auch noch
keinen 8051."


Doch, z.B. bei Reichelt:

AT89C2051: 0,94€ (Preis für 1 Stück incl. MwSt.)
AT89S52: 1,30€
ATMega48: 1,40€

Die 8-Bitter werden also auch immer billiger (starker Euro ?).


Außerdem sparst Du ja Zeit (Zeit ist auch Geld) beim Programmieren,
denn die 8051/AVR sind wesentlich einfacher zu beherrschen und haben
weniger Bugs und sind von der Laufzeit vorhersehbar (definierte
Zyklenzahl pro Befehl).

Atmel hat grad erst nen neuen 8051 rausgebracht: AT89C51RE2 (8kB SRAM,
128kB Flash).
Es ist also nicht anzunehmen, daß die 8051 in den nächsten 10 Jahren
auslaufen werden.


Auch sind pure MHz nicht alles, RISC hat so seine Probleme mit
Bitschubsen (keine Bitbefehle), da kann die ein 8-Bitter durchaus
abhängen.
Versuch mal ein simples "CPL P3.7" oder "XRL P2, #0A5h" mit
ARM-Befehlen zusammen zu basteln.


Peter

Autor: crazy horse (Gast)
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Seh ich auch so, und inzwischen bin ich auch der Meinung, dass es die
AVRs noch eine ganze Weile geben wird, da sie den Einstieg in den
Massenmarkt geschafft haben.
Ist schon 1,2 Jahre her, da hab ich mal gelesen, dass 4bit-Controller
um die 70% Stückzahlen des Weltmarkt an MCs ausmachen - ich hab noch
nie einen bewusst in der Hand gehabt oder gar damit gearbeitet.
Und es wird doch keiner auf die Idee kommen, z.B. einen
Zigarettenautomaten mit einem ARM auszurüsten?? Es gibt so viele
Anwendungen, wo MHz oder Rechenleistung überhaupt keine Rolle spielen.
By the way: ich habe mir gestern das STK1000 geordert, AVR32, hat damit
schon mal jemand gespielt?

Autor: A.K. (Gast)
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Man sollte daran denken, dass kleine Programme hautpsächlich an der
Peripherie arbeiten. Peter hat schon die Bitsteuerung erwähnt. Da wird
man feststellen, dass in 8KB 8051 deutlich mehr reinpasst als in 8KB
ARM.

Etwas anders sieht es bei grossen Programmen aus.

Autor: Robert Teufel, NXP ex Philips (Gast)
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Da muss ich doch auch ein paar Kommentare abgeben.
@Dietmar. Philips Halbleiter ist bereits verkauft worden. Die neue
Firma heisst NXP, ansonsten bleibt da vor allem bei den Micros erst mal
beim alten. Vom Bereich Micros erhoffen sich die Investoren Wachstum und
anstelle von Abbau, haben wir doch tatsaechlich ein paar zusaetzliche
Stellen bekommen :-))

Also unsere Firma entwickelt und fertigt beides 8-bit und 32-bit
Microcontroller. Es gibt gute Gruende in manchen Anwendungen die
8-bitter einzusetzen.

Zum Thema Preis/Leistung 8-bit zu 32-bit da wuerde ich sagen die Frage
sollte eher lauten was kostet es mich einen ARM zu benuetzen im
Vergleich zu einem 8-bit Prozessor. Das Preis / Leitungsverhaeltnis ist
klar zu Gunsten des 32-bit Prozessors sobald sagen wir mal 16k oder mehr
gebraucht werden. Aber was bringt mir der Effekt, dass der Quotient
Preis/Leistung viel besser ist, wenn Preis immer noch hoeher ist?  Wie
bereits erwaehnt, werden auch die 8-bitter billiger. Wenn also mein
Projekt ohne sichtbare Einschraenkungen auf einem KLEINEN 8-bit
Controller laeuft und keine Folgeprojekte mit hoeheren Anforderungen
geplant sind, dann waere die Ver(sch)wendung eines 32-bit daneben. Ein
GROSSER 8-bit Controller ist meiner Meinung nach nur mit "Time to
Market", 5V zwingend erforderlich oder Kleinstueckzahlen zu
rechtfertigen. Wer fuer eine neue Anwendung mit hohem Volumen heute
einen teuren 128k 8-bit einsetzt, dem kann nur noch wenig geholfen
werden, vor allem in Punkto Kosten.

Ganz allgemein, wenn ich einen Controller mit 32k oder mehr brauche,
dann ist es (fuer mich) keine Frage mehr, ich nehm den 32-bitter.
Wahrscheinlich spielt dabei eine grosse Rolle, dass ich weiss wie gross
die Chips sind fuer einen typischen 8-bit und unsere 32-bit, beide mit
32k Flash aber der 8-bit mit 1k SRAM, der 32-bit mit 8k SRAM. Kleiner
Tip, der 32-bit passt mehrmals auf die Flaeche des 8-bit. Natuerlich
ist der Preis fuer dieselbe Flaeche im 8-bit billiger aber nicht um
denselben Faktor wie die Flaeche. Kurz und gut, die Stueck-Kosten fuer
einen 32-bit mit 32k sind deutlich geringer als fuer einen 32k 8-bit.
Also in der Preisentwicklung spricht alles fuer den 32-bit.

Leider gibt es da noch die Entwicklungskosten, nicht nur beim
Programmierer, auch beim Chip Entwickler. Die sind derzeit nocht
deutlich hoeher bei 32-bit aber auch die kommen schneller runter als
8-bit noch weiter nach unten gehen kann.

Noch ein Kommentar zur Erhoehung von Preisen. Ist vielleicht manchmal
verlockend als Hersteller aber alle Kalkulationen und alle Erfahrungen
gehen davon aus, dass neue Produkte im Preis nach unten gehen, dagegen
alte, die am Ende des Lebenszyklus sind keine Preisreduzierung mehr
sehen.

Mein Vorschlag: Falls 32-bit benoetigt werden, auf jeden Fall mal bei
ARM7 Chips reinschauen, die haben auch noch die tolle Eigenschaft, dass
sie recht einfach auf einen ARM9 aufgeruestet werden koennen. Der ARM7
wird haeufig als der "neue 8051" bezeichnet. Verfuegbar von vielen
Herstellern, dadurch ist Konkurrenz da (nicht wie AV.. und PI..) und
sorgt fuer zuegige Weiterentwicklung. Die niedrigen Preise sind vor
allem durch die Konkurrenz zu erklaeren.

So, genug geschrieben fuer heute, Robert

p.s. der neue Link fuer informationen von NXP (ehemals Philips)
Microcontrollern ist der hier:
http://www.standardics.nxp.com/microcontrollers/

Autor: Dietmar (Gast)
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@Robert, @Peter:

>Vom Bereich Micros erhoffen sich die Investoren Wachstum
>und anstelle von Abbau, haben wir doch tatsaechlich ein
>paar zusaetzliche Stellen bekommen :-))

Na, an Abbau dachte ich auch nicht im Geringsten. Und wo gibt es denn
hier sonst noch zusätzliche Stellen außer in Indien??? Tolle Sache!

Es ist ja auch kein Geheimnis mehr, daß die "Heuschrecken" die
Wirtschaft nicht nur ausbluten, denn die wollen doch schließlich
verdienen und müssen daher effizienter gestalten.

Mit Preis-/Leistungsquotienten 8 bit/32 bit haut es nicht immer hin:
Unsere 8051-Anwendung (100 MHz-Typen, ausgereizt) streckt in Sachen
Performance gerade alle viere von sich. Das hat noch nicht mal mit
Speicher zu tun, sondern auch mit Effizienz in Sachen Datendurchsatz,
Rechenleistung, und da machen 32 bit bei gleicher Taktfrequenz eben
wesentlich mehr als 8 bit, nämlich 4-fach, ebenso bei Arithmetik,
insbesondere Division und Floating Point, und durchweg integrierte 32
bit Peripherieelemente. Z.B. ist ein 32 bit Timer erheblich einfacher
zu handhaben als 16 bit, und beim LPC ist der auch noch sehr
ausgeklügelt konstruiert (z.B. 4 Match-Register mit Interrupt- oder
Reset-Wahl je Timer).

>Leider gibt es da noch die Entwicklungskosten, nicht nur
>beim Programmierer, auch beim Chip Entwickler.

Dafür würde mich mein Chef am liebsten erschlagen, da kaum Verständnis
für nicht projektrelevante Verzögerungen, aber langfristig gesehen
entsteht mit dem erworbenen Know-How ein guter Grundstock auch für
weitere Umstiege bei anderen Projekten.


@A.K.:

Die Bitsteuerung beschränkt sich meist nur auf die Ansteuerung einiger
LEDs und ein paar I/O. Das ist sehr geringfügig in der ohnehin stets
gigantisch wachsenden Software. Also, das Programm ist nicht mehr
klein.

Beim 8048 hat man noch auf "Ein-Byte-Befehle" und Bitprozessor
gesetzt, weil jedes Byte Speicher unerschwinglich war. Und ich kannte
noch Leute, die mit 20 Bytes ein komplettes ausgeklügeltes Programm
erstellten. Aber die Ansprüche an Komfort wachsen. Wie ist das denn
heute?

Bei Rechnerei ist der ARM in der Speicherbelegung dennoch bescheidener
als der 8-Bitter (ellenlange Divisionsroutinen), und in der Rechenzeit
auch noch erheblich besser.

Und bei Floating Point Berechnungen, und das ohne Coprozessor, streckt
der 8-Bitter dann vollständig die Waffen.

Beim LPC2129 mit 256k Flash spende ich auch gerne einige KB für die
Floating Point Library.


@crazy horse:

>dass 4bit-Controller um die 70% Stückzahlen des
>Weltmarkt an MCs ausmachen

Einen 4-Bitter wollte ich nicht gerade freiwillig programmieren. Wie
verarbeitet der eigentlich ein ASCII-Zeichen oder Divisionen?

Was haben diese Dinger eigentlich für Preise?

Und man mag es nicht glauben: Der 30 Jahre alte 8085 ist derzeit der
meist produzierte Prozessor bei INTEL, obwohl er auch einer der ersten
8-bit-Mikroprozessoren war.

Gruß

Dietmar

Autor: crazy horse (Gast)
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ich kenne die 4bit-Welt eben auch überhaupt nicht, habe es nur gelesen,
dass die eben den Löwenanteil ausmachen. Das werden auch alles
maskenprogrammierte Typen sein und wird sich im kleinen Cent-Bereich
abspielen. Aber wo stecken sie alle??
Und wenn ich das mit dem ARM7 so lese, dann wird wohl die 16bit-Welt
davon am ehesten betroffen sein, das scheint mir im Moment so ein
Zwitter zu sein, den man vielleicht bald gar nicht mehr braucht?

Autor: Michael (Gast)
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@Sascha
Die Preisliste von Schukat hat mich gestern auch in Grübeln gebracht.
Aber der Stückpreis ist bei kleinen Stückzahlen (sagen wir 100) doch
ziemlich egal.
Mein Knackpunkt ist die Umstellung auf 3,3V. Alles, was bislang als
selbstverständliche IO-Lösung eingesetzt wurde, kann man vergessen oder
man muß - wie auch immer - Pegelkonvertierung machen. Aber dann nutzt
der Preisvorteil der 32-Bitter nichts mehr.

Bei den großen 32-Bittern kann einem das Wasser im Mund zusammenlaufen;
die Tage war hier eine Anfrage zum SH7760 - tolles Teil; oder auch die
ARM9. Um all die schönen Funktionen nutzen zu können, braucht man dann
aber ein Betriebssystem, und da befürchte ich erhebliche neue
Probleme.

Also bleibe ich konservativ bei den Teilen, die funktionieren und noch
ausreichen, inbesondere, wenn die Zeit fehlt, auf Verdacht neue
Lösungen anzutesten.

Autor: Sascha Pypke (Gast)
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Vorteil.Super Super, ich bin begeistert von den Meinungen,

Dietmar, finde ich klasse so denke ich eigentlich auch, nur
das mit den Investoren (Heuschreken) ist echtes Zeitproblem.
(Es wird nur noch ausgebeutet wie einfach...wenns fürs Kaputmachen
auch noch Geld gibt.)

Peter, beim Bitschubsen nehme ich einen M16C/R8C die haben eine
super Bitorientierte Arithmetik aber es geht auch mit den AND,XOR,OR
Befehlen genauso. Aber sicher die AVRs sind auch super schnell
geworden.

crazy horse, doch der Zeitgeist wird auch dafür sorgen das in den
Zigarettenautomat ein ARM7 vieleicht sogar mit Linux und GSM Modem
reinkommt, er soll doch melden was so los ist (Auffüllen, Einbruch...)

Michael, genau diese Preisliste habe ich gemeint.
Ja 3V3 ist bei manchen sachen etwas blöde zugegeben, aber alles was
meist neu kommt kommt damit zurecht. Übrigens RAM und Flash wird bald
immer seltener mit 5V ?!?
Ich nehme die Spannungsregler von Ti Tps73118 (bei einer Rolle 1 Stück
ca. 0.05€)

Nur eines will ich noch sagen, wer wie ich viel mit Mathematik im
Kontroller macht (Floating Point und auch 32bit Integer) straft sich
nur selber mit 8-Bit und 16-Bit(geht gerade) aber die 4-Bit Geschichte
erinnert mich an Pioniergeist vergangener Zeiten.
Ich habe fast 2 Monate an einer Floating Point Bibliothek für den PIC
gearbeitet, da fragt nach Bitschubsereien keiner mehr bei einem
32-Bitter.

Natürlich muss ich zugeben verdiene ich (oder besser meine Firme) mit
PIC und 8051 das meiste Geld.

Über Verschwendung darf man nicht nachdenken, nur weil das Register 32
Bit breit ist und ich in den meisten Fällen nur 8 Bit nutze.

Es kommt natürlich auch noch darauf an, in welcher Sprache man
Programmiert.

Gruß Sascha
Klar als Beispiel lese mal ein paar MBs von einer Festplatte mit
8051,AVR,M16C. Da ist der ARM klar als Store und Load CPU im

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Es gibt natürlich Milliarden von Anwendungen für MCs.

Aber wenn ich mir meine ansehe (Gerätesteuerungen), dann fällt mir auf,
daß wirklich nur äußerst wenig gerechnet wird und dafür aber sehr viel
Bitgeschubst wird, also logische Verknüpfungen, Entscheidungen,
Vergleiche, Zählen, Warten, Pins einlesen, ausgeben usw.

Und selbst wenn mal gerechnet wird, dann hauptsächlich um Werte für den
Bediener auszugeben. Dann müssen aber noch zusätzliche Wartezeiten
eingefügt werden, damit Der Mensch es auch ablesen kann und nicht nur
ein Zahlenflimmern sieht.

Und diese Anwendungen machen sich eben wesentlich leichter mit nem
8-Bitter, statt mit nem ARM.


Peter

Autor: Dirk (Gast)
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Peter D. schrieb:
Aber wenn ich mir meine ansehe (Gerätesteuerungen), dann fällt mir
auf,daß wirklich nur äußerst wenig gerechnet wird und dafür aber sehr
viel Bitgeschubst wird, also logische Verknüpfungen, Entscheidungen,
Vergleiche, Zählen, Warten, Pins einlesen, ausgeben usw.

Waere es effenzienter für den AVR direkt die Berechungen durch
zufuehren anstatt über Bitverschiebungen zu rechnen würderst du wohl
auch eher direkt die Formel eintippen oder?

In meinen Augen vergesst Ihr alle ein grossen Aspekt bezueglich
AVR/8051 -> ARM7 Vergleich. Bei einem Hardwareaufbau mit ARM7 µC hat
man keine Treiberleistung an den Outputs. Für eine einfache
Reedrelaykarte muesste man die kosten für die externe Zusatzbeschaltung
mit einrechnen und einlagig wird die PCB auch nicht mehr.
Die Einarbeitungszeit und die grosse VPE bei den LPC ARM7 ist meiner
Meinung nach auch ein hoher Kostenfaktor.

Gruß,
Dirk

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Wohin jetzt Philips/NXP steuert, ist mir überhaupt nicht klar.

Aber es scheint, daß sie die Markführerschaft im 8051 zugunsten von
Atmel abgeben wollen.

Den P89C668 (8kB SRAM) haben sie völlig abgekündigt und dann die Kunden
auch noch total verarscht, indem sie die LPC2xxx als Replacement
angeben.

Die haben ja nun wirklich absolut überhaupt nicht das Allergeringste
gemeinsam:

Portzugriff: völlig unterschiedlich
UART: völlig unterschiedlich
Timer: völlig unterschiedlich
Counter: nicht vorhanden
CAN: völlig unterschiedlich
Interrupts: völlig unterschiedlich
Compiler: völlig unterschiedlich
Spannungsversorgung: völlig unterschiedlich
Pinanordnung, Gehäuse: völlig unterschiedlich
Nur das I2C soll ähnlich sein.

Auf den LPC2xxx umzusteigen hieße also Hardware und Software von Grund
auf völlig neu zu machen.


Nun, Atmel wirds freuen, daß sie das Philips-Geschäft übernehmen
können.
Für den P89C668 haben sie jedenfalls den AT89C51RE2 (auch 8kB SRAM)
vorgestellt, d.h. die Atmels sind wesentlich besser als Philips-Ersatz
geeignet.

Ob Philips/NXP damit gut fahren wird, bezweifle ich, ich nehme dann
eben die Atmels. Atmel hat ja viele neue 8051-er im Programm und auch
keine Abkündigungen.


Den ARM7 kann man auch leider nicht als Multisource bezeichnen, wie den
8051.
Nur der CPU-Core ist bei den ARM7 der gleiche, aber Peripherie,
Interruptsystem, Pinning usw., d.h. alles was nicht CPU ist, ist völlig
unterschiedlich bei Atmel, Philips, ST.
Ein Wechseln des Herstellers ist also mit erheblichen Mehraufwand
verbunden im Vergleich zum 8051.


Was die 64Bit Timer beim LPC2xxx für nen Nutzen haben sollen, ist mir
auch schleierhaft, wozu braucht man 10.000 Jahre Interruptzeit ???
Wenn man wenigstens Prescaler und Timer in 2 32Bit Timer splitten und
natürlich auch als Counter verwenden könnte.


Peter


P.S.:
Den Split-Timer in Mode 3 beim 8051 finde ich einfach genial.
Hab ich z.B. bei meinem Frequenzmesser verwendet (1*8Bit Counter,
1*8Bit Zeitbasis, 1*8Bit-Relod für die Baudrate). 8Bit in Hardware zu
zählen reicht völlig, die höheren Bits zählt man dann eben im
Überlaufinterrupt.

Autor: Robert Teufel, NXP ex Philips (Gast)
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@ PeDa
Also ehrlich gesagt weiss ich nicht wer auf die Schnapsidee kam einen
ARM als Ersatz anzugeben. Das enzige was da hinkommt ist der Speicher.
Bin mehr mit den 32-bittern verheiratet.
Das mit dem 89C668 ist nicht aus freiem Willen geschehen. Wir arbeiten
da (auch XA-G49 und 664) mit einem externen Partner, der den Flash
Prozess bereits hatte, als Philips den noch entwickelt hat. Die ganzen
LPC2000 und auch LPC900 sind Philips eigene Prozesse und deutlich mehr
unter Kontrolle.
Bei den o.g. Typen wurde uns die Fertigung abgekuendigt, da bleibt uns
nur uebrig den Baustein auch abzukuendigen, leider!

Mit faellt es immer noch schwer NXP zu schreiben wie oben leicht
ersichtlich ist aber ich denke fuer die kommenden Jahre sind die
Microcontroller recht gut dran, weil es ein aufstrebendes Business ist.


Noch ein Kommentar zum Thema Multisourcing. Beim 8051 sind auch nur die
Ultra-Basistypen Multisource. Das wichtige ist doch wohl, dass die
Architektur dieselbe bleibt bei einem Umstieg. So ist ein Umstieg von
Atmel SAM7 auf LPC2000 Sicherlich viel schneller als von SAM7 nach
AVR32 oder SH7 oder Coldfire oder was auch immer. Die ARM7 Typen sind
sich so aehnlich, dass sie sich maechtig Konkurrenz machen. Einkaeufer
lieben das und deshalb wird man da immer einen ziemlich guten
Preis/Leistungsfaktor finden. Bei proprietaeren (sp?) Architekturen ist
man sehr viel mehr auf Gedeih und Verderb darauf angewiessen, dass der
Hersteller immer nett ist.

p.s. Atmel darf sich auch mal freuen, dass sie was von Philips
bekommen, ist auch oft anders rum.

Jetzt ist es spaet hier, also lass ich's gut sein.

Gruss Robert

Autor: Peter Dannegger (peda)
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@Robert,

danke für die Information.

Was ist denn aus den P89V660..664 geworden ?

Irgendwie scheint die Webseite völlig ins Chaos abzugleiten.
Wenn man hirarchisch nach Informationen sucht
(Product->Microcontrollers->8Bit 80C51->Instruction Set) findet man nur
wenig.
Nur wenn man exakt weiß, wie das Produkt heißt, kommt man doch noch
irgendwie auf Seiten.
Das kanns doch eigentlich nicht sein.


Naja, ich hab mich jetzt entschieden, das Layout auf den AT89C51ID2 +
externes SRAM aufzubohren (brauche I2C + 5kB SRAM).
Falls es doch mal den P89V668 geben sollte, bleibt der SRAM eben
unbestückt.


Peter

Autor: Gottfried (Gast)
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Die 4-Bit CPU's stecken in:

Taschenrechner (TI-59)
Waschmaschinen
Fernseher
Videorekorder
Timern
Echtzeituhren

Um nur einige zu nennen
Dazu ein schöner link :)
http://de.wikipedia.org/wiki/Intel_4004

Autor: Elektrikser (Gast)
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4-Bit CPU's findet man auch in Funkfernbedienungen (KFZ) (MARC4 Atmel).

Gruß Elektrikser

Autor: Marco S. (masterof)
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Gottfried wrote:
> Die 4-Bit CPU's stecken in:

> Waschmaschinen

Bei Miele sind es schon 32Bitter.

Autor: Marius S. (lupin) Benutzerseite
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aber nur damit das userinterface auf nen Farbbildschirm statt findet mit 
lustigen Animationen und 3D Spielen während man auf die Wäsche 
wartet.... ;)

Autor: ARM (Gast)
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Weiß jemand, wie ein MSP430 im Vergleich zu den ARMs abschneidet?

Der MSP430 ist ein 16 Bitter und auf einen sehr niedrigen Stromverbrauch 
optimiert, ich kann mir also vorstellen, daß er hier deutlich gegen ARM 
punktet.

Aber wie sieht es denn in den anderen Bereichen aus?


Peter Dannegger schrieb:
> Was die 64Bit Timer beim LPC2xxx für nen Nutzen haben sollen, ist mir
> auch schleierhaft, wozu braucht man 10.000 Jahre Interruptzeit ???

Für interstellare Weltraumsonden. ;) duck und wech

Autor: Alter Sack (Gast)
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Endlich sagt uns das mal jemand nach vier Jahren...

Autor: ARM (Gast)
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Man muß die Sonde nach < 10000 Jahren ja auch wieder aus dem Tiefschlaf 
aufwecken, sobald sie angekommen ist.

Die Stromversorgung könnte man mit Nukleartechnik in Kombination mit 
Solarzellen realisieren.
Die Solarzellen werden dann aber erst bei Ankunft am Ziel eingesetzt um 
die dann aufgeweckten Komponenten mit Strom zu versorgen.

Autor: ARM (Gast)
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Weiß jemand  eine Antwort bezügl. MSP430?

Autor: Martin (Gast)
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> Die Solarzellen werden dann aber erst bei Ankunft am Ziel eingesetzt um
> die dann aufgeweckten Komponenten mit Strom zu versorgen.

Oder die Fläche ist groß genug, dass unsere Sonne die Versorgung 
übernimmt.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Peter Dannegger schrieb:
> Naja, ich hab mich jetzt entschieden, das Layout auf den AT89C51ID2 +
> externes SRAM aufzubohren (brauche I2C + 5kB SRAM).
> Falls es doch mal den P89V668 geben sollte, bleibt der SRAM eben
> unbestückt.

Mal ein Update dazu:
Die Geräte werden weiter fleißig produziert.
Der NXP ist rausgeflogen und durch den Atmel AT89C51RE2 (8kB SRAM) 
ersetzt.
Die Änderungen (SW/HW) waren minimal, ich mußte also doch nicht nen 
extra SRAM raufsetzen.

Danke Atmel.
Und tschüß NXP, die 10s Page-Löschzeit waren wirklich nervig.


Peter

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