Forum: HF, Funk und Felder Oszillator mit Lecherleitung


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von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Hallo in die Runde,

beim Blättern habe ich in einem Buch (Nührmann, Werkbuch Elektronik, 3. 
Auflage 1981) eine interessante Schaltung gefunden: ein UHF-Oszillator 
mit Lecherleitung. Hat jemand von euch schon mal so einen Oszillator 
aufgebaut?

Angegeben ist: 'bis 1,56GHz je nach Transistor'. Wieso so ein krummer 
Wert? Was soll die Frequenz auf so einen Wert begrenzen?

Mein Gedanke ist, so etwas als Audion zu bauen. Vor einiger Zeit hatte 
'Old Europe' eine Schaltung mit Röhren und Lecherkreis gezeigt, die bis 
hinunter in den UKW-Bereich arbeitete. Wodurch wird bei der 
Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?

Mohandes

von xyz (Gast)


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Ganz alter Hut. Solche Lecherleitungen wurden schon zum Abstimmen des
roehrenbestueckten Oszillators bei UHF-Konvertern eingesetzt.

Weitere Vorteile: Keine.

Nutzen in der heutigen Zeit: Ditto.

von pnp (Gast)


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xyz schrieb:
> Weitere Vorteile: Keine.
Danach hat er nicht gefragt.
>
> Nutzen in der heutigen Zeit: Ditto.
Danach auch nicht.

Sondern:
Mohandes H. schrieb:
> Wodurch wird bei der Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?

von xyz (Gast)


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> Sondern:
> Mohandes H. schrieb:
>> Wodurch wird bei der Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?

Wenn er es selber nicht ausrechnen kann, was will er dann damit?

von pnp (Gast)


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xyz schrieb:
>> Sondern:
>> Mohandes H. schrieb:
>>> Wodurch wird bei der Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?
>
> Wenn er es selber nicht ausrechnen kann, was will er dann damit?

Wieder vollständig an der eigentlichen Frage vorbei.
Wenn er es ausrechnen könnte, würde er ja auch wissen, wodurch sie 
begrenzt wird. Sag doch einfach, dass du es auch nicht weißt. Dann wärst 
du wenigstens ehrlich.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Mohandes H. schrieb:

> (...) Wodurch wird bei der
> Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?

Durch die Größe Deines Wohnzimmers. Als einfacher Resonator hat die 
Leitung lambda-viertel oder -halbe, wenn man damit Frequenzen messen 
will (Glühbirnchen verschieben und den Abstand zwischen zwei Mimima 
messen), dann braucht man drei halbe Wellenlängen.

https://nvhrbiblio.nl/biblio/boek/UKW-Sender.pdf

von Kurt (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
 Wodurch wird bei der
> Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?
>

Die Laufzeit auf der Leitung bestimmt die untere Grenzfrequenz.

 Kurt

von pnp (Gast)


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Kurt schrieb:
> Die Laufzeit auf der Leitung bestimmt die untere Grenzfrequenz.

Rechne bitte vor!

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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pnp schrieb:
> Danach hat er nicht gefragt.

Stimmt auffallend ...

> Wenn er es selber nicht ausrechnen kann, was will er dann damit?

Doch, ich kann es tatsächlich ausrechnen. Interlektuell bin ich in der 
Lage dazu und  die Feinheiten der HF-Technik sind mir auch nicht 
gänzlich unbekannt. Ich habe die Schaltung heute erst entdeckt und das 
war ein spontaner Einfall das hier zur Diskussion zu stellen. In einem 
HF-Forum sollte der Horizont so weit reichen ;-)

Ich werde also weiter zur Lecherleitung lesen (und rechnen). Meine 
eigentliche Frage ist, ob hier jemand schon einmal praktische 
Erfahrungen mit Lecherleitungen hat.

Und die Idee, einen Empfänger mit Lecherleitung zu bauen, welcher bis 
hinunter in den UKW-Bereich funktioniert, finde ich interessant.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Hallo Mohandes H,

Ab Seite 7.6 im Link wird dieses Thema theoretisch und praktisch 
ausführlich behandelt. Jedenfalls findest Du dort eine Schatzgrube an 
diesbezüglichen Informationen und mehr in dieser Richtung.

https://worldradiohistory.com/UK/RadCom/SPECIALS/Radio-Communication-Handbook-RSGB-4th-Edition-1968.pdf

https://tu-dresden.de/mn/physik/ressourcen/dateien/studium/lehrveranstaltungen/praktika/pdf/LL.pdf?lang=en

https://www.ew.tu-darmstadt.de/media/ew/alte_lehrveranstaltungen/etit1_praktikum/ETiT_Praktikum_V5_Stoffdurchsprache.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=wOlfuYpT_80

Was mich betrifft finde ich die Beschäftigung mit diesen HF Sachen 
immer noch sehr interessant und faszinierend. Schöner ist es allerdings 
solche Experimente mit geeigneten Röhrenschwingungserzeugern 
durchzuführen.

Im Deutschen Museum in München gab es in den siebziger Jahren eine 400 
MHz Demonstration einer Lecherleitung über einige Meter Länge. Ein 
langsam geführter Motorschlitten mit Spannungs und Strom Indikatoren 
demonstrierte die Spannungs (Neonlämpchen) und Stromknoten(Glühlämpchen) 
während der Schlitten hin und her gezogen wurde. Eine QQE03/20 erregte 
die L.L. Im 400MHz Gebiet als direkt gekoppelter Gegentaktoszillator. 
Leider existiert dies Abteilung nicht mehr. Bei einem Besuch in 1997 
konnte ich es nicht mehr finden.

Auch gab es eine motorisierte Demonstration der Wellenpolarisation wo 
ein Dipol mit einem Lämpchen als Energieanzeige langsam um seine Achse 
gedreht wurde und so schön den Effekt der Wellenpolarisation sichtbar 
demonstrierte. Ja, das D. Museum war damals für mich als Junge ein 
magischer Anziehungsplatz.

Es würde mich freuen wenn diese Information Dich zu weiterer 
Beschäftigung damit inspirieren wird. In meinen Augen sind solche Sachen 
"Wahre Funktechnik". Das heutig versteckte Radio in digitalen Sachen ist 
meist unsichtbar bzw. unnahbar, wenn man von Beschäftigung mit B.T. u.ä. 
Mal einmal absieht.

Ich baute damals als angehender F.A. In Ö in 1972 meinen ersten 12W 
UKW-Sender auf 144MHz mit QQE03/12 Gegentakt Endstufe und Lecherleitung 
als Ausgangskreis auf. Da konnte man ein induktiv angekoppeltes 12V Auto 
Soffittenlämpchen zur Weißglut bringen bzw. durchbrennen lassen. Hat 
damals mächtig Spaß gemacht solche Apparaturen zu konstruieren und 
bauen. Diese Art der HF Erzeugung und Verstärkung ist Radiotechnik in 
seiner ursprünglichsten Form. Historisch gesehen, auf alle Fälle 
bemerkenswert. Richtig konstruiert und eingestellt konnten solche Sender 
sehr saubere Signale erzeugen.

Es ist halt doch etwas anderes wenn die HF Erzeugung nicht in einem IC 
versteckt ist und man die verantwortlichen Schaltungsstufen diskret vor 
sich hat und für sich optimieren kann.

Grüsse,
Gerhard

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Mohandes H. schrieb:
> Und die Idee, einen Empfänger mit Lecherleitung zu bauen, welcher bis
> hinunter in den UKW-Bereich funktioniert, finde ich interessant.

Interessant isses auf jeden Fall und wenn es nur dazu taugt das eigene 
Verständnis für dir physikalischen Verhältnisse zu erweitern.

Praktisch allerdings, find ich es nicht so prickelnd, dann der 
Lecherkreis ist frequenzabhängig und wird somit nach tieferen Frequenzen 
ziemlich groß und ein großer Lecherkreis strahlt auch entsprechend, was 
wiederum große Verluste mitsich bringt.

Vielleicht einer der Gründe warum das Ding mehr oder weniger in der 
Versenkung gelandet ist.

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Ich baute damals als angehender F.A. In Ö in 1972 meinen ersten 12W
> UKW-Sender auf 144MHz mit QQE03/12 Gegentakt Endstufe und Lecherleitung
> als Ausgangskreis auf.

@Gerhard
wenn du das Ö in deinem Satz weglässt, könnte der Satz glatt von mir 
stammen  ;-)
Meine QQE03/12 hat eine Rücklichtbirne (20W) hell zum Leuchten gebracht.

uuups, meine Röhre wurde mit einer Lecherleitung angesteuert, der 
Ausgangskreis war gewickelt, mit Schmetterlingskondensator zur 
Abstimmung.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich baute damals als angehender F.A. In Ö in 1972 meinen ersten 12W
>> UKW-Sender auf 144MHz mit QQE03/12 Gegentakt Endstufe und Lecherleitung
>> als Ausgangskreis auf.
>
> @Gerhard
> wenn du das Ö in deinem Satz weglässt, könnte der Satz glatt von mir
> stammen  ;-)
> Meine QQE03/12 hat eine Rücklichtbirne (20W) hell zum Leuchten gebracht.

Toll! Schade, daß wir und damals nicht gekannt haben. Ich war in OE7 und 
Chiemseegebiet QRV.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich baute damals als angehender F.A. In Ö in 1972 meinen ersten 12W
>> UKW-Sender auf 144MHz mit QQE03/12 Gegentakt Endstufe und Lecherleitung
>> als Ausgangskreis auf.
>
> @Gerhard
> wenn du das Ö in deinem Satz weglässt, könnte der Satz glatt von mir
> stammen  ;-)
> Meine QQE03/12 hat eine Rücklichtbirne (20W) hell zum Leuchten gebracht.
>
> uuups, meine Röhre wurde mit einer Lecherleitung angesteuert, der
> Ausgangskreis war gewickelt, mit Schmetterlingskondensator zur
> Abstimmung.

Eine aufgewickelte L.L. Als Ausgangskreis habe ich nie probiert. Wie gut 
hat die Auskopplung funktioniert? Wie weit war der Röhrenanschlußabstand 
der L.L. Auseinander? Wie hat die Ankopplungsschleife ausgesehen? Kannst 
Du Dich noch an die Details erinnern?

Damals verwendete ich einen NSF 2x12pF UKW-Drehko. Erst später bestellte 
ich dann von H.Bauer einen Schmetterlingstyp. Der NSF funktionierte 
anstandslos.

Nachtrag:

War der Ausgangskreis ein Schwingkreis oder auch eine aufgewickelte 
L.L.?

http://www.dj6ca.de/dj6caqqe0640/
http://www.ve6aqo.com/images/September%2003,%202000/Senderoehren1.jpg

: Bearbeitet durch User
von Egon D. (egon_d)


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Mohandes H. schrieb:

> [...] ein UHF-Oszillator mit Lecherleitung. Hat
> jemand von euch schon mal so einen Oszillator
> aufgebaut?

Mit einem reinen Leitungskreis nicht, nein. Bei
mir war immer auch ein Drehko im Spiel.

Zum Experimentieren würde ich aber vielleicht eine
"halbe" Lecherleitung vorziehen, also nur einen
Leiter in halben Abstand über einer Massefläche.


> Wodurch wird bei der Lecherleitung die Frequenz
> nach unten begrenzt?

Wie Kurt schon sagte: Durch die Laufzeit -- und
indirekt durch die Länge. Mittelwelle mit
Lecherleitungen stelle ich mir... ambitioniert vor.

Vielleicht geht eine Unter-Wasser-Lecherleitung
(natürlich mit demineralisiertem Wasser). Wird
aber trotzdem noch knapp mit dem Wohnzimmer...

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Toll! Schade, daß wir und damals nicht gekannt haben. Ich war in OE7 und
> Chiemseegebiet QRV.

So weit bin ich damals nicht gekommen, wenns gut ging, dann bis in die 
Schweiz. Ich sitze hier im Saarland und wohnte damals in Frankenholz, 
das ist ein Ort fast so hoch wie der Höcherberg, die höchste Erhebung in 
diesem Gebiet.
Wenn ich meine Experimente mit der QQE03/12 machte und eine 
Autorücklichtbirne als Abschluß dran hatte, bekam ich trotzdem Rapporte 
von umliegenden Amateurfunkstationen, wir nannten das Konstrukt 
Osram-Antenne ;-)

Nochmal zur Lecherleitung. Selbige konnte man aus einem kurzen Stück 240 
Ohm-Flachbandkabel oder Hühnerleiter herstellen und mit einem Stück 
Stanniol  drumherum gewickelt abstimmen indem man das Stanniol 
verschoben hat.

von xyz (Gast)


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> Edition-1968.pdf

Man beachte das Jahr.

> Deutschen Museum

Da sollte man sie auch belassen.

Ein einigermassen faehiger HF-Transistor, wird als Oszillator
eher "sonstwo" schwingen, als nach der Pfeife der L-Leitung
zu tanzen. Vorzugsweise einige GHz hoeher.

> Solche Lecherleitungen wurden schon zum Abstimmen des
> roehrenbestueckten Oszillators bei UHF-Konvertern eingesetzt.

So einer Roehre blieb auch gewissermassen nichts anderes uebrig.

> Doch, ich kann es tatsächlich ausrechnen.

Warum fragst du dann noch?
Nur am Rande: Ich auch.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Toll! Schade, daß wir und damals nicht gekannt haben. Ich war in OE7 und
>> Chiemseegebiet QRV.
>
> So weit bin ich damals nicht gekommen, wenns gut ging, dann bis in die
> Schweiz. Ich sitze hier im Saarland und wohnte damals in Frankenholz,
> das ist ein Ort fast so hoch wie der Höcherberg, die höchste Erhebung in
> diesem Gebiet.
Ich war damals während meiner Ausbildung in der Nähe von Grassau und mit 
C-Lizenz Gastrufzeichen aktiv.

> Wenn ich meine Experimente mit der QQE03/12 machte und eine
> Autorücklichtbirne als Abschluß dran hatte, bekam ich trotzdem Rapporte
> von umliegenden Amateurfunkstationen, wir nannten das Konstrukt
> Osram-Antenne ;-)
Das kenne ich auch gut. Meinen TX konnte nan so auch km weit hören;-)
>
> Nochmal zur Lecherleitung. Selbige konnte man aus einem kurzen Stück 240
> Ohm-Flachbandkabel oder Hühnerleiter herstellen und mit einem Stück
> Stanniol  drumherum gewickelt abstimmen indem man das Stanniol
> verschoben hat.
Interessant. Ich nehme an, daß die Leitung nebeneinander aufgerollt 
wurde. Icb sah mal einen L.L. Aufwickelvorschlag wo das gemeinsame Ende 
in der Mitte war und das Abstimmungsende weit auseinander, mit 
Koppelschleife in der Mitte.

Langes Flachbandkabel ist nur noch schwer zu bekommen bzw. Sündteuer. 
Die Chinesen verkaufen konfektionierte 300 Ohm Antennen.

Bei der verlinkten DJ6CA Endstufe kann man so eine Endstufen 
Lecherleitunganordnung und Leistungsauskopplung schön sehen.

: Bearbeitet durch User
von Egon D. (egon_d)


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Phasenschieber S. schrieb:

> Praktisch allerdings, find ich es nicht so prickelnd,
> dann der Lecherkreis ist frequenzabhängig und wird
> somit nach tieferen Frequenzen ziemlich groß

It's not a bug, it's a feature.

Der Charme an Leitungskreisen besteht ja gerade darin,
dass man für Frequenzen oberhalb 100MHz noch zu
Resonatoren kommt, die mit Amateurmitteln (Säge, Feile,
Lötkolben,...) herstellbare sind, weil sie handhabbare
Abmessungen haben.

Deutlich unter 100MHz sind konventionelle LC-Kreise
aus konzentrierten Bauelementen überlegen, das ist
keine Frage.


> und ein großer Lecherkreis strahlt auch entsprechend,
> was wiederum große Verluste mitsich bringt.

Der Übergang zu Koaxialkreisen ist fließend. Erster
Schritt in diese Richtung ist -- wie schon geschrieben --
eine halbierte Lecherleitung mit Massefläche. Diese
(die Massefläche) kann man bei Bedarf auch zu einem "U"
biegen; wer will, setzt noch einen Deckel drauf.


> Vielleicht einer der Gründe warum das Ding mehr oder
> weniger in der Versenkung gelandet ist.

Das ist immer derselbe Grund: Nicht miniaturisierbar,
zu teuer in der Herstellung. Ob es -- rein technisch
gesehen --- funktioniert, ist nur ein Kriterium unter
vielen, und bei weitem nicht das wichtigste. (Der
Siegeszug der X7R-MLCCs lässt grüßen...)

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> War der Ausgangskreis ein Schwingkreis oder auch eine aufgewickelte
> L.L.?

Meiner Ansicht nach ist das ein Schwingkreis. Die Induktivität als 
Schleife gab es häufiger. Der Lecherkreis ist am Ende offen, bzw. nicht 
kurzgeschlossen.

In meiner Endstufe hatte ich solch eine Lecherleitung vom Treiber EL95 
nach den beiden Gittern der QQE03/12, also die offenen Enden des 
Lecherkreises an die Gitter.

von Gerhard O. (gerhard_)


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xyz schrieb:
>> Edition-1968.pdf
>
> Man beachte das Jahr.
>
>> Deutschen Museum
>
> Da sollte man sie auch belassen.
>
> Ein einigermassen faehiger HF-Transistor, wird als Oszillator
> eher "sonstwo" schwingen, als nach der Pfeife der L-Leitung
> zu tanzen. Vorzugsweise einige GHz hoeher.
>
>> Solche Lecherleitungen wurden schon zum Abstimmen des
>> roehrenbestueckten Oszillators bei UHF-Konvertern eingesetzt.
>
> So einer Roehre blieb auch gewissermassen nichts anderes uebrig.
>
>> Doch, ich kann es tatsächlich ausrechnen.
>
> Warum fragst du dann noch?
> Nur am Rande: Ich auch.

Moin,

Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber warum wirkst Du gegenüber 
Mohandes so abfällig? In 1968 war die Röhrentechnik HF-Leistungstechnik 
immer noch prominent weil wirklich leistungsfähige HF Halbleiter immer 
noch in der anfänglichen Entwicklung steckten und erst in den siebziger 
Jahren die Röhren vielfach verdrängten. Erst die Overlay Transistor 
Konstruktion brachte den entscheidenen Durchbruch. Ein 2N3632 kostete 
mich Lehrling damals ein Vermögen. Schon in 1974 baute ich mir damals 
eine 144Mhz 10W Endstufe für mein Portabelgerät.

Wir alle wissen, daß man heute alles anders macht und die moderne 
Technik allerhand bietet. Aber darum geht es doch nicht.

Seien wir doch ehrlich; auch wenn heutzutage beeindruckende Ergebnisse 
auf diesen Gebiet erzielt werden ist es hauptsächlich die Domaine der 
Halbleiter Entwicklungsfirmen. Die Anwender Entwickler müssen nur noch 
wissen wie man die entsprechenden Halbleiter sinnvoll einsetzt um die 
gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Über die interne Arbeitsweise haben 
sie aber wenig oder keinen Einfluß. Und gerade das war damals mit 
diskreter Technik anders. Auch die Notwendigkeit Anpassungsnetzwerke 
errechnen zu müssen ist wegen der Standard 50 Ohm Ports nur noch in 
Spezialfällen mit diskreten Leistungshalbleitern notwendig. Auf so hohen 
Rossen sitzen aus diesen Grund die Entwickler dann dort auch nicht.

Die wenigsten unter uns können z.B. eigene Mikrowellenradar Frontends 
konstruieren bzw. bauen wie sie heutzutage immer mehr im KFZ Bereich für 
adaptive Cruise Control und Sicherheitsanwendungen eingesetzt werden. Da 
ist mit Amateurmitteln nicht mehr viel Spielraum oder Betätigungsfeld. 
Im Vergleich dazu ist auch 10GHz Technik "Gleichstrom". Auch der teure 
Meßgerätepark ist nicht unbeträchtlich. Da ist halt UKW/UHF doch etwas 
"Hobbyfreundlicher".

In meinen Augen schadet es nicht wenn man noch Wissen und Erfahrung in 
herkömmlicher "großer" Mikrowellentechnik und Theorie hat was die 
Resonatoren und Abstimmkreise betrifft.

Daß die damalige Technik uninteressant ist, lässt sich nicht wirklich 
argumentieren. Also wäre m.M.n. eine gewisse Toleranz nicht unbedingt 
unfair.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> War der Ausgangskreis ein Schwingkreis oder auch eine aufgewickelte
>> L.L.?
>
> Meiner Ansicht nach ist das ein Schwingkreis. Die Induktivität als
> Schleife gab es häufiger. Der Lecherkreis ist am Ende offen, bzw. nicht
> kurzgeschlossen.
>
> In meiner Endstufe hatte ich solch eine Lecherleitung vom Treiber EL95
> nach den beiden Gittern der QQE03/12, also die offenen Enden des
> Lecherkreises an die Gitter.

OK. Danke für die Infos. Erstaunlich wie gut die EL95 im UKW Gebiet noch 
funktionierte. OM Adolf Vogel hatte damit in der Funkschau einen 
interessanten Aufbauvorschlag:

http://www.ve6aqo.com/Roehren_Geraete/UKW_TX/UKW_TX_1b.jpg
http://www.ve6aqo.com/ukw_sender.htm

: Bearbeitet durch User
von Elektrofan (Gast)


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Ganz lang' her; Klasse 12.
Da brachte ich zum Physik-LK einen UKW-Sender mit
(ca. 1 W, selbstgebaut, nach G. Wahl ...)
und hing eine ca. 3 m lange Lecherleitung dran, blanke 2*1,5 mm².
Mit dem quer rübergelegtem Glühlämpchen wurde dann die Frequenz
bestimmt.
(War nicht schlecht für meine Note.)

von Kurt (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Hallo in die Runde,
>
Funktioniert die Schaltung, so wie im Bild, überhaupt?

 Kurt

von xyz (Gast)


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> Funktioniert die Schaltung, so wie im Bild, überhaupt?

Schwingen wird der Transistor schon.
Ein BFPxyz vielleicht bei 10 GHz.
Vielleicht auch etwas mehr oder etwas weniger.
Je nach Groesse der Loetkleckse mit denen das arme Kerlchen
auf die Platine getackert wurde.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Elektrofan schrieb:
> Ganz lang' her; Klasse 12.
> Da brachte ich zum Physik-LK einen UKW-Sender mit
> (ca. 1 W, selbstgebaut, nach G. Wahl ...)
> und hing eine ca. 3 m lange Lecherleitung dran, blanke 2*1,5 mm².
> Mit dem quer rübergelegtem Glühlämpchen wurde dann die Frequenz
> bestimmt.
> (War nicht schlecht für meine Note.)

Kann ich selber nachvollziehen. Bei mir war es ein OC171 UKW Senderchen 
mit ein paar mW und Kofferradio Demonstration über ein paar hundert m 
das mir auch bei der Note im Physikunterricht in der 12. verhalf. Von 
Lecherleitungen wusste ich damals in dem Alter allerdings noch nichts 
und OC171 UKW Schwingschaltungen waren eine "Errungenschaft".

Ich beschäftigte mich später mit einer EF42 und EC92 144Mhz 
Pendelschaltung mit ECL11, EBC11 NF-Verstärker. Konnte damit immerhin 
2-m Stationen in über 20km Entfernung in AM mit einer Dachdipolantenne 
gut abhören. Damals sendeten alle noch in AM mit QQE03/12 
Stationssender. Trennschärfe war kein Thema weil es nur ein paar 
Hausfrequenzen gab. UKW-Relais auf FM existierten überhaupt noch nicht.

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Erstaunlich wie gut die EL95 im UKW Gebiet noch
> funktionierte. OM Adolf Vogel hatte damit in der Funkschau einen
> interessanten Aufbauvorschlag:

Danke Gerhard, da geht mein Herz auf, wenn ich solche alten Schaltpläne 
sehe.
Die Endstufe war bei mir fast identisch aufgebaut, nur der Treiber 
bestand aus EL95 und die Kopplung eben über eine Lecherleitung.
Das brachte nochmal ein bisschen Selektion in die Kette, da die 
Vorstufen meist Frequenzvervielfacher waren.
Ja, die EL95 war zu dieser Zeit sehr häufig in Sendern zu finden, bei 
145MHz konnte man noch gut mit 5W Output rechnen, wie gesagt, gut für 
Treiber.
Der Anodenkreis mit dem Schmetterlingskondensator und der Auskoppelspule 
in Serie mit einem Trimmer, waren bei mir identisch.

Die Lecherleitung hat man auf Grund ihrer Länge auch sehr gerne benutzt, 
wenn es eine räumliche Distanz zu überbrücken galt, wenn also die 
Endröhre etwas abgesetzt von der Treiberstufe war.

Das musste man manchmal tun um die Endstufe vor dem Schwingen zu 
bewahren.
Soviel ich noch in Erinnerung habe, war die QQE03/12 intern kompensiert, 
d.h. trotz aller Anschlüsse am Sockel, neigte sie nicht zum Schwingen.
Ihr großer Bruder hatte ja dann die Anoden quasi als Hörner oben auf dem 
Glaskolben.

Gerhard O. schrieb:
> Damals sendeten alle noch in AM mit QQE03/12
> Stationssender.

Diese Röhre stand zu dieser Zeit in großen Mengen zur Verfügung, denn 
sie war in den meisten Taxi-Funkgeräten verbaut.
Als dann bei den Taxiunternehmen die Umstellung von Röhrengeräten auf 
Halbleiter anstand, wurde der Amateurfunk-Markt mit gebrauchten 
Taxifunkgeräten geflutet und die Röhre lag haufenweise überall herum.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Danke Gerhard, da geht mein Herz auf, wenn ich solche alten Schaltpläne
> sehe.

Leider geht bei mir nvhrbiblio.nl nicht mehr. Die haben viele alte 
Ausgaben der Funkschau und Funktechnik.

Hier ein paar nette Sachen aus Frankreich:
http://f6csx.free.fr/F1HN/tx_qqe03-12.htm
http://www.rotilom.com/F6IDT/nostalgie.htm
http://site.araccma.com/emetteur-am-vhf-f8yg/
http://150610triocler.over-blog.com/pages/Mon_premier_emetteur_VHF_bande_144_Mhz_homemade-6321455.html

Hast Du noch Bilder von Deinen damaligen Selbstbauten?

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:

> Leider geht bei mir nvhrbiblio.nl nicht mehr. Die haben viele alte
> Ausgaben der Funkschau und Funktechnik.

Hier funktioniert es noch. Den Steinhauser hatte ich ja ganz oben schon 
verlinkt. Da wird die Lecherleitung noch als Kaltstart-Methode 
empfohlen, für denjenigen, der noch keinen Sender oder Empfänger hat, 
weder Frequenzzähler, Messender oder Grid-Dipper besitzt und trotzdem 
das 2 m-Band finden möchte.

https://nvhrbiblio.nl/biblio/boek/UKW-Sender.pdf

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Hast Du noch Bilder von Deinen damaligen Selbstbauten?

Leider nurnoch von vereinzelten Projekten, wie z.B. ein selbstgebauter 
Frequenzzähler.
Leider ging das Meiste in den Wirren meines Lebens verloren.

Nochmals, vielen Dank für die interessanten Links 👍

von Michael M. (michaelm)


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Soul E. schrieb:
> Hier funktioniert es noch.

Hast du dazu auch die Home-Adresse, die man benutzen müsste? Ich bekomme 
da leider nur "forbidden"... :-(

So wie im Link auf S. 16 sieht etwa auch der aufgewickelte Lecherkreis 
an der QQE 06/40 in einem 2m-Allmode-Trx "2 G 70" (Götting & Griem) aus.
Michael

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Soul E. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>
>> Leider geht bei mir nvhrbiblio.nl nicht mehr. Die haben viele alte
>> Ausgaben der Funkschau und Funktechnik.
>
> Hier funktioniert es noch. Den Steinhauser hatte ich ja ganz oben schon
> verlinkt. Da wird die Lecherleitung noch als Kaltstart-Methode
> empfohlen, für denjenigen, der noch keinen Sender oder Empfänger hat,
> weder Frequenzzähler, Messender oder Grid-Dipper besitzt und trotzdem
> das 2 m-Band finden möchte.
>
> https://nvhrbiblio.nl/biblio/boek/UKW-Sender.pdf

Ja. Dort wurden scheinbar die Schrauben angezogen. Keine der alten Links 
von mir werden durchgelassen. Es sei denn, die mögen mich nicht mehr. 
Den Steinhauser Link wollte ich gerade posten - Bist mir 
zuvorgekommen;-) Ich habe übrigens die erste Auflage davon. Sind 
historisch betrachtet wirklich nette Sachen.

In den alten 1951—1959 Funktechnik ( und auch Funkschau) Ausgaben gibt 
es schöne UKW Selbstbau Beiträge.

Besonders hochwertig sind die Konstruktionsprojekte von Helmut 
Schweitzer, DL3TO und auch vom A. Vogel. DL1HM und F. Kühne hatten auch 
oft interessante Sachen.

In der Funkschau ist auch ein sehr netter 70-cm Sender mit der QQE02/5 
und QQE04/5 beschrieben. Technisch sind diese Konstruktions wunderschön.

Auch der 80W UKW Steinhausersender mit der 829B drin ist eine 
beeindruckende technische Konstruktion für sich.

Die damalige Nachkriegszeitentwicklung in der Funktechnik war sehr 
produktiv.

http://frank.yueksel.org/other/Philips/Philips_Quick-heat_VHF.pdf
http://frank.yueksel.org/other/Philips/Philips_QQE03-12.pdf
http://frank.yueksel.org/other/Philips/index.html

von xyz (Gast)


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Versuchs mal damit:

https://www.proxysite.com/

von Bismark-Hering (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Mein Gedanke ist, so etwas als Audion zu bauen. Vor einiger Zeit hatte
> 'Old Europe' eine Schaltung mit Röhren und Lecherkreis gezeigt,

Meinst du das?

Beitrag "Audion 90/200 de DD3ET"

von Gerhard O. (gerhard_)


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xyz schrieb:
> Versuchs mal damit:
>
> https://www.proxysite.com/

Danke. Habs gerade probiert und bekomme immer noch die "403 Forbidden" 
Antwort.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Bismark-Hering schrieb:
> Mohandes H. schrieb:
>> Mein Gedanke ist, so etwas als Audion zu bauen. Vor einiger Zeit hatte
>> 'Old Europe' eine Schaltung mit Röhren und Lecherkreis gezeigt,
>
> Meinst du das?
>
> Beitrag "Audion 90/200 de DD3ET"

Das ist ja eine toll aussehende Konstruktion. Danke!

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Viel zu lesen....👍

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Hast Du noch Bilder von Deinen damaligen Selbstbauten?
>
> Leider nurnoch von vereinzelten Projekten, wie z.B. ein selbstgebauter
> Frequenzzähler.
> Leider ging das Meiste in den Wirren meines Lebens verloren.
>
> Nochmals, vielen Dank für die interessanten Links 👍

Danke fürs "Wollen". Hätte mich schon sehr interessiert. Leider habe ich 
aus meinen jungen Jahren auch keine Projektbilder. Da gabs Taschengeld 
für eine Camera und Film einfach nicht genug her.

Bilder vom Frequenzzähler würden mich schon interessieren. Mein erstes 
TTL Projekt in 1974 war eine ZM1332K Nixie Quarzuhr.

: Bearbeitet durch User
von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Bilder vom Frequenzzähler würden mich schon interessieren.

Werde ich gerne morgen mal posten, aber ich will ja nicht Mohandes´ 
Thread kapern....wo ist der eigentlich abgeblieben?

Ich hoffe ja nicht, daß er sich von unerzogenen XYZ-Gästen hat 
vergraulen lassen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Werde ich gerne morgen mal posten

Danke. Ja, ich fühle mich auch schon schuldig;-)

von Michael M. (michaelm)


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...bisschen OT (Sorry Mohandes ;-) )...

72/73 haben ein Schulkamerad und ich auch den ersten TTL-Zähler gebaut, 
war sündhaft teuer (1 Stck 7490 = 6,50 DM !!). Anzeige waren sogenannte 
"Apollo"-Röhren (Glühfaden, jedoch schön groß), wenn ich das richtig 
erinnere.
Ein einziges Exemplar der 7490 zählte sogar bis knapp 30 MHz :-O Mann, 
was waren wir begeistert !! Der kam natürlich auch im Physik-Unterricht 
zwecks Noten"auffrischung" zum Einsatz. :-D

Michael

von Hp M. (nachtmix)


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Mohandes H. schrieb:
> Angegeben ist: 'bis 1,56GHz je nach Transistor'. Wieso so ein krummer
> Wert?
Wahrscheinlich, weil er das auch nur aus irgend einer 
Applikationsschrift abgekupfert hat. 1560MHz war mal als Sendefrequenz 
für GPS vorgesehen. Der endgültige Wert liegt ja auch nah dran.
https://ntrs.nasa.gov/api/citations/19690026164/downloads/19690026164.pdf
Auch Richtfunkstrecken wurden in dieser Gegend betrieben.

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Eine aufgewickelte L.L. Als Ausgangskreis habe ich nie probiert. Wie gut
> hat die Auskopplung funktioniert? Wie weit war der Röhrenanschlußabstand
> der L.L. Auseinander? Wie hat die Ankopplungsschleife ausgesehen? Kannst
> Du Dich noch an die Details erinnern?
>
> Damals verwendete ich einen NSF 2x12pF UKW-Drehko. Erst später bestellte
> ich dann von H.Bauer einen Schmetterlingstyp. Der NSF funktionierte
> anstandslos.

Sorry Gerhard, habsch erst jetzt gesehen.

Also, das war ganz simpel aufgebaut.
Die EL95 hatte einen par. Resonanzkreis als Arbeitswiderstand.
Die Auskopplung musste ja symmetrisch erfolgen, da die Endröhre im 
Gegentakt arbeitete.

Eine Schleife mit Mittelanzapf erfüllte den Zweck; selbige wurde in den 
Arbeitsschwingkreis der EL95 eingetaucht, variabel, dann über ein Stück 
240 Ohm-Leitung, als Lambda/4-Lecherleitung, zu den Endröhrengitter 
geführt.

Das hat super funktioniert.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Mohandes ....wo ist der eigentlich abgeblieben?

Haha ... gibt noch andere Dinge und wenn der Frühling kommt, dann bin 
ich gerne draußen, Garten habe ich auch.

Danke für eure vielen Antworten und Infos! Die links lese ich mir später 
durch.

Phasenschieber S. schrieb:
> Ich hoffe ja nicht, daß er sich von unerzogenen XYZ-Gästen hat
> vergraulen lassen.

Nein, aber das hatte mich gestern schon genervt. Nur weil ich eine 
simple Schaltung aus einem alten Buch zitiere heißt das nicht daß ich 
keine Ahnung habe. Egal, ihr anderen habt mir einige Inspirationen 
gegeben.

So wie ich dieses Forum verstehe, ist es gedacht zum Austausch von 
Erfahrungen und Informationen Gleichgesinnter.

Auch wenn die Technik veraltet ist, ich finde das faszinierend. Ok, ein 
'Radio' wäre schon etwas größer. UKW würde noch gehen. Ich habe irgendwo 
gesehen wie jemand eine (einfache) Lecherleitung aufgerollt hatte. 
Vielleicht könnte man die Leitung elektrisch verkürzen? Oder mechanisch 
(falten)?

Bismark-Hering schrieb:
> Meinst du das?
> Beitrag "Audion 90/200 de DD3ET"

Ja, das meinte ich. Tolle Konstruktion. Schade daß Dariush hier nicht 
mehr schreibt - er ist ja oft angeeckt bis an die Grenze zur Arroganz 
aber Ahnung hat er und ungewöhnliche Ideen.

Was mir auch an der Lecherleitung gefällt ist die präzise mechanische 
Abstimmung. Ich mag z.B. auch Variometer, auch wenn das heute im 
digitalen Zeitalter out ist.

Das mit dem Empfänger mit Lecherleitung behalte ich im Auge, im Winter 
werde ich damit experimentieren (natürlich stilecht mit Röhren - ich 
habe noch ein paar HF-Röhren aus der UDSSR).

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Kurt schrieb:
> Funktioniert die Schaltung, so wie im Bild, überhaupt?

Das hatte ich auch überlegt. Transistor in Basisschaltung. Die Drossel 
150nH blockt die HF. Lecherleitung = Schwingkreises. Fehlt noch die 
Rückkopplung (oder nimmt man da an, daß die parasitären Kapazitäten des 
Transistors das erledigen)?

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Moin in die Runde,
habsch gerade gefunden, höchst interessant.
Das dürfte so ziemlich den Topic dieses Threads treffen:
https://www.tu-chemnitz.de/physik/ION/Technology/RF_AC_oscillator/270%20MHz%20oscillator_QQE06.pdf

Noch mehr davon: 
https://www.emsp.tu-berlin.de/fileadmin/fg232/Lehre/MixedSignal/Dateien/High_Speed_1/04_Oszillatoren_50_140_MHz.pdf

: Bearbeitet durch User
von Petra (Gast)


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Gerhard O. schrieb:
> Langes Flachbandkabel ist nur noch schwer zu bekommen bzw. Sündteuer.
> Die Chinesen verkaufen konfektionierte 300 Ohm Antennen.

Da bekommst Du die zumindest 240 Ohm Flachbandleitung:
https://www.neuhold-elektronik.at/catshop/advanced_search_result.php?keywords=E9030

von Marek N. (bruderm)


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Gerhard O. schrieb:
> Langes Flachbandkabel ist nur noch schwer zu bekommen bzw. Sündteuer.

2 €/ Meter. Erstbester Treffer: 
https://www.maas-elektronik.com/Huehnerleiter-300-Ohm-Wireman-CQ-562.2.html

Beitrag #6676389 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6676403 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Gerhard O. (gerhard_)


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Petra schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Langes Flachbandkabel ist nur noch schwer zu bekommen bzw. Sündteuer.
>> Die Chinesen verkaufen konfektionierte 300 Ohm Antennen.
>
> Da bekommst Du die zumindest 240 Ohm Flachbandleitung:
> 
https://www.neuhold-elektronik.at/catshop/advanced_search_result.php?keywords=E9030

Vielen Dank Petra und Marek.

Der erste Link wäre ganz passabel. Mal sehen was die zu Überseeversand 
meinen.

Gruß, Gerhard

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


Angehängte Dateien:

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Hallo Gerhard,
da hier im Thread ja nichtmehr viel los ist und ich somit nichtmehr 
Gefahr laufe den Thread zu hijacken, will ich dir das versprochene Bild 
meines Eigenbauzählers posten.
Ist auf Grund des Alters schon ziemlich ramponiert.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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http://s53mv.s56g.net/spectana/vco.html
Den VCO mit Varicap-abgestimmten Leitungen hat Matjaž Vidmar S53MV mal 
in einem Vortrag besprochen, den ich gehört habe. Er erreicht mit BFP420 
Si-Ge-Transistoren über 4 GHz auf gewöhnlichem 0,8mm FR4 Material.
https://www.infineon.com/cms/de/product/rf-wireless-control/rf-transistor/low-noise-si-transistors-up-to-5-ghz/bfp420/

von Gerhard O. (gerhard_)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Hallo Gerhard,
> da hier im Thread ja nichtmehr viel los ist und ich somit nichtmehr
> Gefahr laufe den Thread zu hijacken, will ich dir das versprochene Bild
> meines Eigenbauzählers posten.
> Ist auf Grund des Alters schon ziemlich ramponiert.

Moin,

Danke für Dein Bild. Stecken da TTL/CMOS Bausteine drin oder schon 
irgendein LSI wie die damals populären ISL7208,7216 u.ä.? Wie hoch geht 
er übrigens? In den 80ern baute ich auch einen kleinen FZ mit dem 
ISL7207/7208 und 11C90 Vorteiler. Das Design stammte von einen Freund in 
D der mir auch die LP dafür schickte.

Gruß,
Gerhard

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Die Intersil-Zähler hießen ICL...
Es gab noch die Mostek MK50395..398, später von Micrel als MIC50398 
gefertigt. Und einen LS7031 von LSI/CSI, der hatte 6 interne Stellen und 
den Speicher/Decoder für zwei weitere. So konnte man z.B. einen 
schnellen ECL-Zähler vorschalten, ELV hatte einen Bausatz damit

von Serge W. (musikfreund)


Angehängte Dateien:

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Hallo zusammen,

schön, dass die Freunde der Röhren- und HF-Technik wieder beisammen 
sind.

Keine Sorge Mohandes, ich bin auch nicht immer online. Habe neben der 
Arbeit im Homeoffice auch eine Frau und fünf Kinder (ok zwei sind schon 
erwachsen und ausgezogen), einen Garten gibt's auch dazu. Und ein 
eigenes Haus, da gibt es immer was zum Ausbessern, Erneuern, 
Reparieren etc...

Ich poste hier mal einen Mittelwellensender, den ich auch privat auf 
meinem Grundstück betreibe um alte MW-Radios zu füttern. Beachtenswert 
ist die Anodenmodulation und die Quarzstabilität. Funktioniert aber 
einwandfrei!

Grüße, Serge

von Phasenschieber S. (phasenschieber)


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Gerhard O. schrieb:
> Stecken da TTL/CMOS Bausteine drin oder schon
> irgendein LSI wie die damals populären ISL7208,7216 u.ä.? Wie hoch geht
> er übrigens?

Alles TTL 74XXX bis auf die Vorverstärker.
Der eine ist analog bis 20MHz und der andere ein VV mit Teiler 10:1, 
geht bis  200MHz.

Der Zähler ist ziemlich empfindlich, ein Stück Draht am Eingang und ich 
kann die Frequenz meiner Handfunke ablesen.

Leider kann ich nichtmehr sehen wie die Chips im Teiler-VV heißen, habe 
kleine Kühlkörper drauf geklebt.

Das ganze Gerät ist sowieso ein kleines Heizgerät :-)

Gebaut habe ich das Gerät Ende der 70er Jahre.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Mohandes H. schrieb:

> beim Blättern habe ich in einem Buch (Nührmann, Werkbuch Elektronik, 3.
> Auflage 1981) eine interessante Schaltung gefunden: ein UHF-Oszillator
> mit Lecherleitung. Hat jemand von euch schon mal so einen Oszillator
> aufgebaut?

Als Oszillator nicht, aber als Filter habe ich Lecherleitungen schon 
eingesetzt. Hat aber eher schlecht geklappt, damals wegen mangelnder 
Messmöglichkeiten. Und zu wenig Ahnung.

> Angegeben ist: 'bis 1,56GHz je nach Transistor'. Wieso so ein krummer
> Wert? Was soll die Frequenz auf so einen Wert begrenzen?

Der Autor hat in irgendein Datenblatt nach der Grenzfrequenz von 
Transistoren geschaut, und den dort stehenden Wert übernommen?

Ist eher eine doofe Idee, weil zum einen streut die Grenzfrequenz von 
Transistor zu Transistor, und dann sollte die obere Grenzfrequenz zum 
sicheren Schwingen einen deutlichen Abstand zur erwünschten 
Betriebsfrequenz des Oszillators haben. Aber es könnte damals die 
einzige praktikable Idee gewesen sein.

Damals war einen Oszillator mit Lecherleitung nehmen, den Transistor 
einsetzten und die Lecherleitung so verändern, bis der Oszillator nicht 
mehr höher kommt wohl eine Messmethode, die obere Grenzfrequenz zu 
bestimmen, weil die geometrischen Abmessungen des Lecherkreises die 
Schwingfrequenz bestimmen, und wenn man die sonstigen parasitären 
Schwinkreiselemente klein hält der Transistor das limitierende Bauteil 
wird.

> Mein Gedanke ist, so etwas als Audion zu bauen. Vor einiger Zeit hatte
> 'Old Europe' eine Schaltung mit Röhren und Lecherkreis gezeigt, die bis
> hinunter in den UKW-Bereich arbeitete.

Es ist vielleicht keine schlechte Idee, Deinem Audion eine Vorstufe zu 
verpassen, um den Oszillator von der Antenne etwas zu entkoppeln.

Auch wenn eine Lecherleitung theoretisch nicht strahlt, so tut sie es 
praktisch doch. Vergleichbar einem MW-Audion, welches Du auch in 
benachbarten Empfängern hören kannst, auch wenn Schwingkreise 
theoretisch nicht strahlen. ;O) Schirmen könnte also auch eine gute Idee 
sein.

Darum werden Lecherleitungen gerne auch koaxial statt mit paralellen 
Drähten aufgebaut. Dann nennt man sie aber Topfkreis. Als 
Topfkreisfilter immer noch eine aktuelle Technologie z.b. beim Betrieb 
von UHF und VHF Relaisfunkstellen, auch digitalen Relaisfunkstellen, 
wenn sie nicht gerade versuchen, Eingabe und Ausgabe im Zeitpultiplex 
auf der gleichen Frequenz zu machen, was aber aus Laufzeitgründen die 
Reichweite beschneidet. Fängst Du nun an, den Innenleiter zur 
Platzersparnis im Topfkreis aufzuwickeln, wird daraus ein 
Helical-Filter.

> Wodurch wird bei der
> Lecherleitung die Frequenz nach unten begrenzt?

Durch die geometrischen Abmessungen der Lecherleitung auf der einen 
Seite und die parasitären Kapazitäten und Induktivitäten der Einbindung 
des aktiven Bauteils auf der anderen Seite.


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

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