Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltungen von früher - ungewöhnlich da PNP


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von Dot M. (dotm)



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Hallo Alle.
Ich hab hier ein altes (1963) Schaltungsbeispielheft von Intermetall. 
Was sofort auffällt: man tut sich zunächst etwas schwer das alles zu 
lesen, da die Schaltungen mit einer negativen Spannung versorgt werden 
(kommt natürlich auf die Sichtweise an) und meistens PNP-Transistoren 
verwendet werden.
Das ganze Heft ist so geschrieben, von 73 Schaltungen sind nur zwei 
dabei, wo ein NPN-Transistor vorkommt (BSY51). Weiss jemand warum das 
damals so war?
Grüsse.
M.

: Bearbeitet durch User
von Franko P. (sgssn)


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Hallo
hatte das nicht mit dem Material Germanium zu tun? Die npn-Transistoren 
sind doch erst mit Silizium als Material so dicke gekommen.
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_oc307.html

Gruß
Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Franko P. (sgssn)


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Kann mich noch erinnern: Der AC127 war einer der wenigen 
npn-Transistoren.
Der BSY51 ist ja schon ein Silizium-Transistor.
:-)

: Bearbeitet durch User
von Josef (Gast)


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Der PNP-Transistor wurde als erstes erfunden.

von Franko P. (sgssn)


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war wohl ein Spitzen-Transistor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spitzentransistor

Da gabs auch die ersten germanium-Dioden noch als Spitzendioden. Als 
Detektor-Dioden im MW-Empfänger. :-)

von Dot M. (dotm)


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Danke!

von Franko P. (sgssn)


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Damals, lang ists her, da hab ich mit dem Radiomann von Kosmos 
angefangen....
seufz...

:-)

von Dot M. (dotm)


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Ist wirklich eine Art Hirntraining diese Schaltungen zu lesen. Was für 
längere Sitzungen. Einfacher wirds wenn man die Schaltpläne auf den Kopf 
stellt.

: Bearbeitet durch User
von lach (Gast)


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> Einfacher wirds wenn man die Schaltpläne auf den Kopf stellt.

Ersatzweise könntest du einen Kopfstand machen.

In meiner ersten Quarzuhr sind säckeweise Germaniumtranistoren
verbaut. Da war auch keine extra Hirnakrobatik nötig.
Allenfalls eine extra positive Sperrspannung damit die
Germaniumdingsies auch ordentlich sperrten!

Stell er sich also nicht so an!

von Andreas B. (bitverdreher)


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Dot M. schrieb:
> Weiss jemand warum das
> damals so war?

Weil früher npn Germaniumtransistoren die absolute Ausnahme waren.
Wo ist das das Problem? pnp statt npn und negative Versorgung, das hast 
Du ja schon erkannt. Das war es eigentlich in wesentlichen schon.
Ja ja, die Gewohnheiten.....

: Bearbeitet durch User
von Georg (Gast)


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Wir sind es gewohnt, dass GND unten ist und die (positive) 
Versorgungsspannug oben, aber das ist wirklich nur Gewohnheit, wäre es 
überall andersrum würde es garnicht auffallen.

Vielleicht kommt das daher dass die "Erde" halt (meistens) unten ist, 
aber das ist nicht wirklich ein zwingendes Argument. Die Bordspannung 
von Autos kann übrigens auch unterschiedliches Potential gegenüber der 
Karosserie haben, was der Funktion aber keinen Abbruch tut.

Georg

von Andreas B. (bitverdreher)


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Georg schrieb:
> Wir sind es gewohnt, dass GND unten ist und die (positive)
> Versorgungsspannug oben,

Das war schon immer so, nur war diese Spannung früher eben negativ.

von c-hater (Gast)


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Andreas B. schrieb:

> Das war schon immer so, nur war diese Spannung früher eben negativ.

Ganz genau so ist das.

Und weil das so ist, muss man eigentlich auch nicht großartig umdenken. 
Ich bin noch mit pnp-Germanium-Transistoren aufgewachsen. Es hat mich 
damals(tm) keinerlei nennenswerte Mühe gekostet, auf npn-Silizium 
umzudenken.

Wirkliches Denken ist nur bei Misch-Schaltungen nötig. Lustigerweise 
erlauben aber gerade solche Komplementärschaltungen oft attraktive 
Vereinfachungen für bestimmte Zwecke.

Das Blöde ist halt bloß: für solche Schaltung alleine gibt es eigentlich 
kein Potential, was sozusagen "von Hause aus" GND sein sollte. Meist 
wird das dann je nach dem Kontext gewählt, in dem die Teilschaltung 
verwendet wird. Und deshalb muss man hier ganz genau aufpassen, sonst 
kommt man leicht zu falschen Schlüssen.

von michael_ (Gast)


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Kompliziert wird es aber, wenn die Masse trotzdem - ist.

https://www.gfgf.org/GFGF-Schaltplandienst/SternRadioSonneberg_Transstereo_sch.pdf

von Günni (Gast)


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Dot M. schrieb:
> Ist wirklich eine Art Hirntraining diese Schaltungen zu lesen. Was für
> längere Sitzungen. Einfacher wirds wenn man die Schaltpläne auf den Kopf
> stellt.
Noch einfacher wird es, wenn man die PNP-Transistoren in NPN 
"umzeichnet", wobei Emitter, Basis und Kollektor so bleiben, wie sie 
sind, dann die Dioden und die Elkos umpolen und bei der 
Versorgungsspannung + und - vertauschen. Dann ist das Prinzip schon 
klar. Beachten muss man bei genau dimensionierten Schaltungen, dass 
Siliziumtransitoren eine höhere Basisschwellspannung und eine höhere 
Stromverstärkung haben. Aber viele Schaltungen funktionieren auch ohne 
Umdimensionierung.

Philips Elektrologica und Olympia hatten Rechner, bei denen Flip-Flops 
mit 2 Germaniumtransistoren aufgebaut waren und die Logikverknüpfungen 
mit Dioden- / Widerstandslogik realisiert waren. Funktioniert haben die 
Rechner. Die Philips "X1" war sogar in Algol programmierbar. Programme 
wurden über Lochstreifen eingelesen.

von G.Ast (Gast)


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Wer die teilweise unmöglichen Elektor-Schaltungen kennt, den wird das 
nicht schocken können ;)

von Franko P. (sgssn)


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Das Beste an den Elektor-Schaltungen waren immer die April-Hefte mit 
Geisterdetektor, Geruchsgenerator (CD4711), oder 
Auto-Türschlossenteiser, den man am Zigarettenanzünder ansteckt....

von Franko P. (sgssn)


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Und Elektor hatte auch was gutes: Den Junior-Computer, damit hat meine 
"Computer-Laufbahn" begonnen! :-)

von HildeK (Gast)


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Günni schrieb:
> Noch einfacher wird es, wenn man die PNP-Transistoren in NPN
> "umzeichnet", wobei Emitter, Basis und Kollektor so bleiben, wie sie
> sind, dann die Dioden und die Elkos umpolen und bei der
> Versorgungsspannung + und - vertauschen.

Eigentlich sind es doch nur die Dioden, die fürs Verständnis störend 
sind.
Die Emitter einfach von etwas weiter entfernt betrachten 😀, die Elkos 
als (ungepolte) Kondensatoren - meist sieht man auf den ersten Blick eh 
nicht, wie herum die gepolt sein müssen.
Und wohin man 'Masse', 'GND' legt, ist doch eh egal. Es gibt halt 
sinnvolle und weniger sinnvolle Punkte für das Bezugspotential.

Die oben gezeigten Multivibratoren sind doch ohne weiteres als solche zu 
erkennen; jedenfalls besser als wenn man das Blatt umdreht.
Zum Nachbau mit NPN gilt natürlich, was du gesagt hast.

von c-hater (Gast)


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michael_ schrieb:
> Kompliziert wird es aber, wenn die Masse trotzdem - ist.
>
> 
https://www.gfgf.org/GFGF-Schaltplandienst/SternRadioSonneberg_Transstereo_sch.pdf

Naja, da ist halt die gesamte Schaltung mehr oder weniger komplementär. 
Das ist also so ein Fall, wo man aufpassen muss.

von MaWin (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Und Elektor hatte auch was gutes: Den Junior-Computer, damit hat
> meine "Computer-Laufbahn" begonnen! :-)

Was war an der schlechten Kopie vom KIM-1 gut ?
Junior war sogar teurer als das Original

von Martin H. (horo)


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Andreas B. schrieb:
> Georg schrieb:
>> Wir sind es gewohnt, dass GND unten ist und die (positive)
>> Versorgungsspannug oben,
>
> Das war schon immer so, nur war diese Spannung früher eben negativ.

Stimmt nicht, die Anodenspannung war schon immer positiv. :)

von Lötkolben zu kurz (Gast)


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michael_ schrieb:
> Kompliziert wird es aber, wenn die Masse trotzdem - ist.
>
> 
https://www.gfgf.org/GFGF-Schaltplandienst/SternRadioSonneberg_Transstereo_sch.pdf

Das ist doch ein klares Beispiel für zu viel Alkohol am 
(Entwickler-)Arbeitsplatz. ;-)
Endstufen mit je drei Leistungstransistoren und das kalte Ende vom 
Lautstärkepoti liegt auf +9,6Volt! Aber Hallo...:-)

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Franko P. schrieb:
> lang ists her, da hab ich mit dem Radiomann von Kosmos
> angefangen

Ach Du auch ... (der war klasse, bei mir war ein OC612 drin)!

Die ersten Transistoren waren ja alle Germanium. Und npn war die 
Ausnahme. Meine erste Endstufe hatte AC178/179 als Komplementärpaar. 
Erst Mitte der 60er kam dann der Siegeszug des Siliziums und damit kamen 
auch überwiegend npn-Transistoren.

Dot M. schrieb:
> altes (1963) Schaltungsbeispielheft

Theoretisch kannst Du bei allen (simplen) Schaltungen npn- statt 
pnp-Typen einsetzen, wenn Du die Versorgung umpolst. Allerdings muß man 
viele Schaltungen etwas umdimensionieren, weil die BE-Spannung bei Ge 
0,3V, bei Si 0,7V beträgt. Bei exotischen Schaltungen klappt das nicht 
so einfach.

Germanium könnte eine Wiederbelebung erfahren:
https://www.chemie.de/news/113744/weg-vom-silizium-hin-zum-germanium.html

von Franko P. (sgssn)


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Mohandes H. schrieb:
> Ach Du auch ... (der war klasse, bei mir war ein OC612 drin)!

Ich habe im Web etwas gestöbert und jetzt bin ich mir gar nicht mehr 
sicher, ob die Transistoren beim Radiomann dabei waren. Die Abbildungen 
zeigen noch Röhren, und richtig, ich hatte auch Röhren. Kamen die 
Transitoren dann beim Elektronik-Labor oder waren die auch beim 
Radiomann dabei, oder eine Erweiterung????? Das Elektronik-Labor hatte 
ich auch. Aber meine ersten Transistoren waren ACxxx-Typen, das weiss 
ich noch...

von Lars R. (larsr)


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c-hater schrieb:
>> Das war schon immer so, nur war diese Spannung früher eben negativ.
>
> Ganz genau so ist das.
>
> Und weil das so ist, muss man eigentlich auch nicht großartig umdenken.
> Ich bin noch mit pnp-Germanium-Transistoren aufgewachsen. Es hat mich
> damals(tm) keinerlei nennenswerte Mühe gekostet, auf npn-Silizium
> umzudenken.

Du widersprichst dir...

Wenn die VS negativ ist, gehört die unter GND. Es keineswegs 
erforderlich, dass die VS positiv ist, das ist korrekt. Aber dass eine 
negative Spannung oberhalb von GND steht, welches in diesem Falle 
positiver ist, ist in der Tat ungewöhnlich.

von Harald W. (wilhelms)


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Martin H. schrieb:

> Stimmt nicht, die Anodenspannung war schon immer positiv. :)

und die Kathodenspannung war schon immer negativ und das wird auch
in Zukunft so bleiben. Egal ob Germanium- oder Siliziumdioden.

von HildeK (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Ich habe im Web etwas gestöbert und jetzt bin ich mir gar nicht mehr
> sicher, ob die Transistoren beim Radiomann dabei waren. Die Abbildungen
> zeigen noch Röhren, und richtig, ich hatte auch Röhren. Kamen die
> Transitoren dann beim Elektronik-Labor oder waren die auch beim
> Radiomann dabei, oder eine Erweiterung?????

Ein Ge-PNP OC612 waren beim Radiomann dabei, auch ein paar wenige 
passive Teile, ein einfacher Drehko, zwei Spulen, gewickelt auf Pappe 
für den Mittelwellenempfang, eine Diode, ein Kopfhörer. Den Elko konnte 
man selber bauen ...
Hier ist ein Bild vom Inhalt aus den 60er Jahren: 
https://www.sarganserland-walensee.ch/radio_tv_historisch/radiomann/Radiomann_1.jpg
(andere Ausführungen sind auch auf der Seite 
https://www.sarganserland-walensee.ch/radio_tv_historisch/radiomann/radiomann0.htm 
zu finden).

Eine Röhre (EF98, habe ich noch 😀) für 12V Anodenspannung musste man, so 
meine Erinnerung, extra kaufen. Es gab wohl später eine Ausführung, bei 
der die Röhre mit dabei war.

von Franko P. (sgssn)


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jaja, auf der Abbildung kann man auch die Position noch erkennen, wo der 
Transistor reinkam!

Aber es gab auf jeden Fall eine Erweiterung. ich habe mal irgendwas mit 
2 Röhren gebaut.
:-)

Gerhard

von Manfred (Gast)


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Das, was später in Silizium von der Elektor als TUN bezeichnet wurde 
(BC107), war in Germanium der AC125 - aber PNP. AC125 waren für mich die 
ersten Basteltransistoren.

von Berittener Meldungsbote (Gast)


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In der Telefontechnik (vor der Halbleitertechnik) war lange das Chassis 
auf + und die Signalspannungen demgegenüber negativ.
Das hat mit der Jonenwanderung zu tun: es ist definitiv besser dass 
Material sich von den dicken Chassisteilen löst und sich an den 
filigranen Schaltkontakte ablagert, als umgekehrt. So hielten die 
Kontaktpillen der Relais viel länger.

Heute hat man die Werkstoffe viel besser im Griff, sodass dieser Aspekt 
selten mehr wichtig ist.


Auch ist die DC-Stromrichtung von + nach - eine reine Konvention.
Tatsächlich bewegen sich die Elektronen von - nach +, was man jedoch 
erst später endgültig herausfand.

von Thomas W. (dbstw)


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Moin, -

Franko P. schrieb:
> Und Elektor hatte auch was gutes: Den Junior-Computer, damit hat meine
> "Computer-Laufbahn" begonnen! :-)

Meine auch! Ich habe den Junior sogar noch hier im Regal...

Gruesse

Th.

von Marek N. (Gast)


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Eben,
es muss einen Grund gegeben haben, weshalb man die Schaltungen mit den 
ersten pnp-Germanium-Transistoren halt so gezeichnet hat, dass +0V Masse 
unten und -6V die Versorgungsspannung und oben war?

Bei den Röhrenschaltungen war es docht auch schon richtiger: Positive 
Anode oben und negative Kathode unten.

Später (mit Verbreitung der monolithischen OPVs?) dann wieder die uns 
bekannte Zeichenweise: Masse unten, positive Versorgung oben. 
npn-Transistor mit Emitter unten, pnp mit Emitter oben.

Heute: Wortsuchspiel mit zig Labels im Schaltplan und keinen 
Verbindungen mehr ;-)

Vielleicht kann ja jemand eine entsprechende Norm/TGL aus jener Zeit 
zitieren.

von Dieter D (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Radiomann

Es gab einen Radiomann, der hatte Traansistoren und eine Roehre. Habe 
irgendwo die Kopie des Handbuchs.

von Manfred (Gast)


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Berittener Meldungsbote schrieb:
> In der Telefontechnik (vor der Halbleitertechnik) war lange das Chassis
> auf + und die Signalspannungen demgegenüber negativ.

Nee, auch in der Telefontechnik mit Halbleitern liegt Plus auf der 
Masse, z.B. an der DeTeWe varix200.

von HildeK (Gast)


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Marek N. schrieb:
> es muss einen Grund gegeben haben, weshalb man die Schaltungen mit den
> ersten pnp-Germanium-Transistoren halt so gezeichnet hat, dass +0V Masse
> unten und -6V die Versorgungsspannung und oben war?

Nimm eine einfache Emitterschaltung - die häufigste Schaltungsvariante 
mit Transistoren. Eingang zwischen Basis und Emitter, Ausgang zwischen 
Kollektor und Emitter. Der Emitter ist also der gemeinsame Bezugspunkt. 
Und schon deshalb ist es sinnvoll, den als GND zu bezeichnen. Und war 
halt in der Zeit, als man fast ausschließlich PNP verbaute, es 
übersichtlich, unten im Plan den Bezugspunkt zu zeichnen. So wie heute 
auch.
Beim späteren Übergang auf Si-NPN-Transistoren sehen die Strukturen der 
Schaltungen genau so aus, nur eben VCC wurde positiv (und nur ein paar 
'Kleinigkeiten' mussten angepasst werden).
Ich finde das einfacher, als alles auf dem Kopf gestellt zu sehen und 
geistig umdrehen zu müssen. Siehe ganz oben die Bilder: der 
Doppelblinker sieht doch auf den ersten Blick absolut gewohnt aus ...

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Franko P. schrieb:
> bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob die Transistoren beim Radiomann
> dabei waren.

Doch, der OC612 war dabei. Damals waren Transistoren fast so teuer wie 
Röhren. Die EF98 mußte man dazu kaufen. Elko mußte man selber basteln, 
die Drehkondensatoren waren zwei verdrehbare Messingplatten.

Meiner war von ca 1968, ich habe noch das Handbuch. Der Radiomann war 
unglaublich lehrreich und damit war meine Leidenschaft zur Elektronik 
geboren. Spätestens als ich die ersten Töne aus dem selbstgebauten Radio 
hörte ...

Wie man hier sieht, war der Radiomann ja für viele der Einstieg in die 
Elektronik.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Marek N. schrieb:
> Bei den Röhrenschaltungen war es docht auch schon richtiger: Positive
> Anode oben und negative Kathode unten.

Masse war eigentlich schon immer unten. Und minus oben, oder heute plus 
oben. Oder bipoar, plus oben, minus unten und Masse überall.

Ist schon eine Kunst einen guten Schaltplan zu zeichnen.

Bei Röhrenschaltungen sind die Anoden zwar oben, aber die (plus) 
Versorgung kommt trotzdem von unten. Damit hatte ich anfangs Probleme 
aber irgendwann denkt man um und gewöhnt sich daran.

von Gerald K. (geku)


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PNP Transistor war der erste Transistor:

>> zwei Kontaktpunkte auf der Oberfläche eines kleinen n-dotierten Germanium-
Blocks dicht beieinander befestigt waren <<

Quelle,  guter Artikel über die Geschichte des Transistors:

https://www.all-electronics.de/wp-content/uploads/migrated/article-pdf/83438/ei09-07-22.pdf

Interessant ist die Entstehung der verschieden Halbleiterproduzenten aus 
der "Mutter" Fairchild .

: Bearbeitet durch User
von Franko P. (sgssn)


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Mohandes H. schrieb:
> Wie man hier sieht, war der Radiomann ja für viele der Einstieg in die
> Elektronik.

Ja, der Radiomann war nach dem Elektromann der Anfang
http://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/Elektromann.html

Danach kam das Kosmos Elektronik-Labor
http://www.martin-wagner.org/Elektronik-XG-XR-XS-XU.htm

Danach hab ich das nicht mehr gebraucht. Dann kam der Junior-Computer 
und die Zeit, wo man seine Platinen mit Eisen-III-Chlorid (oder was war 
das?) selber geätzt hat....

Gruß
Gerhard

von Harald W. (wilhelms)


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Manfred schrieb:

> Das, was später in Silizium von der Elektor als TUN bezeichnet wurde
> (BC107), war in Germanium der AC125 - aber PNP. AC125 waren für mich die
> ersten Basteltransistoren.

Der AC125 war eher ein Germanium der späten Jahre. Einer der ersten
in D gefertigten war der TF65 und die OC-Typen.

von HildeK (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Doch, der OC612 war dabei. Damals waren Transistoren fast so teuer wie
> Röhren. Die EF98 mußte man dazu kaufen. Elko mußte man selber basteln,
> die Drehkondensatoren waren zwei verdrehbare Messingplatten.

> Meiner war von ca 1968, ich habe noch das Handbuch. Der Radiomann war
> unglaublich lehrreich und damit war meine Leidenschaft zur Elektronik
> geboren. Spätestens als ich die ersten Töne aus dem selbstgebauten Radio
> hörte ...

Sieht ganz so aus, als ob wir in der selben Altersklasse sind 😀
Könnte meine Story sein ...

von Karl B. (gustav)


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c-hater schrieb:
> für solche Schaltung alleine gibt es eigentlich
> kein Potential, was sozusagen "von Hause aus" GND sein sollte. Meist
> wird das dann je nach dem Kontext gewählt, in dem die Teilschaltung
> verwendet wird. Und deshalb muss man hier ganz genau aufpassen, sonst
> kommt man leicht zu falschen Schlüssen.

Hi,
bei Radios HF-Stufen trotz NPN-Transistoren Plus gemeinsames GND 
Potenzial, aber mit Kondensator nach Minus-"Masse" abgeblockt... und NF 
Stufen wieder andersherum.
Gerde bei Autoradios oft Probleme damit.

ciao
gustav

von Rack (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Kann mich noch erinnern: Der AC127 war einer der wenigen
> npn-Transistoren.
> Der BSY51 ist ja schon ein Silizium-Transistor.
> :-)

Muss ich widersprechen. AC = Germanium

Beitrag #6692378 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen.

von Hilde K.

> Sieht ganz so aus, als ob wir in der selben Altersklasse sind 😀
> Könnte meine Story sein ...

Meine auch.
Mein Radiomann 1961 oder 62 zu Weihnachten. Der schwarze Transistor auf 
dem gelben Teller war ungestempelt. Nix OC612, das war ja schon HF! ;-) 
Die Diode war so ein grüner Lümmel.., Das blaue Heft habe ich immer 
noch.
An den Kohärer kann ich mich noch erinnern, die Lampe auf dem 2. 
Steckbrett kam auch zum Leuchten. Später separat einen Detektorempfänger 
in eine Zigarrenkiste gebaut; der Fernseh/Radio Fritze (absolut 
Bastleraffin, Herr Glander) empfahl einen OC71 als Ersatz und hatte auch 
alle sonst benötigten Teile. Da wurde das Milchgeld in harte Materie 
umgesetzt. Das war schon was, ein eigenes Radio.

AUFHÖREN!!!
Wenn wir Alten so weiter machen, muss das Forum wegen zu grossem 
Datenaufkommen schliessen.

73
Wilhelm

von Franko P. (sgssn)


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Rack schrieb:
> Muss ich widersprechen. AC = Germanium

Hi
wo ist da der Widerspruch?

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Wilhelm S. schrieb:
> AUFHÖREN!!!
> Wenn wir Alten so weiter machen ...

Ach, ist doch schön, mal in solchen Erinnerungen zu schwelgen (solange 
man nicht nur der Vergangenheit verhaftet ist)!

Viele der Jungen werden das kaum verstehen, im Zeitalter der 
Mikrocontroller. So ein Radiomann war ja richtig teuer, überhaupt war 
Elektronik damals teuer.

Ich denke gerne an Weihnachten damals zurück, die Dampfmaschine die ich 
mir wünschte bekam ich nicht. Dafür eben den Radiomann und dafür bin ich 
meinen Eltern bis heute dankbar.

Nur die EF98 und den Kopfhörer habe ich noch, alles andere wurde im 
Laufe der Zeiten verbastelt. Und das Anleitungsbuch hat auch überdauert. 
Bei den neuen Radiomännern ist quasi direkt ein mehr oder minder 
fertiges Radio drin. Selber Spulen wickeln oder einen Elko aus einem 
Aluröhrchen plus Natron formieren, das war echt spannend und lehrreich.

(Genug geschwelgt ... schönen Samstag wünsche ich allen).

von (prx) A. K. (prx)


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Mohandes H. schrieb:
> Masse war eigentlich schon immer unten. Und minus oben, oder heute plus
> oben. Oder bipoar, plus oben, minus unten und Masse überall.

ECL Logik kenne ich mit Masse/Vcc oben, Minus/Vee unten.

von Serge W. (musikfreund)


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Mohandes H. schrieb:
> Ich denke gerne an Weihnachten damals zurück, die Dampfmaschine die ich
> mir wünschte bekam ich nicht. Dafür eben den Radiomann und dafür bin ich
> meinen Eltern bis heute dankbar.

Du Glückspilz ;)

Ich hatte nie einen Radiomann, aber trotzdem bin ich RFT geworden.

Ja, machmal ist es verwirrend und man fällt leicht drauf rein, weil bei 
den ersten Transistorgeräten "Plus Ub" immer "unten" war und 
gleichzeitig auf Masse lag. War bei vielen Fernsehern später so, welche 
mit Halbleitern arbeiteten. Beim Philips Goya ist es noch ein 
klassischer Röhrenschaltplan, wie ihn viele kennen.

In meinen Fachbüchern von damals wurde erstmals ein neuartiger PNP 
Transistor vermerkt, NPN gab es erst viel später. Wenn ich es finde, 
werde ich mal einen Auszug davon fotografieren. Da war die vage 
Vermutung, dass der Transistor die Röhren irgendwann vielleicht 
ablösen könne, aber nicht in den nächsten Jahren ;)

Der Rest ist ja leider bekannt.

Grüße, Serge

von Werner H. (werner45)


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Mein Geburtstags-"Radiomann" war das gebohrte Holzbrett mit 
Messing-Steckklemmen und einer Raumladungsgitterröhre mit Europasockel. 
Muß so um 1958 gewesen sein. Die Klemmen habe ich heute noch. Ein 
italienisches Multimeter gab es zu Weihnachten.
Der erste Spitzentransistor (OC51?) kostete über 70 DM, war also 
unerschwinglich und blieb ein Traum. Einige Jahre später gab es 
Transistoren (ungestempelter Ausschuß) im Hunderterpack. Ein 
selbstgebautes Transistorprüfgerät war das wichtigste Instrument zum 
Aussortieren.

Papa spendierte fast alle Bücher von Heinz Richter zum Thema.
Aus der Nachbarschaft Dutzende alter Radios (Zweikreiser/Super) 
erbettelt und meist erfolgreich repariert. Am Amateurfunk scheiterte ich 
nur, weil ich Morse-Hören und noch schlimmer -Geben nie auf die Reihe 
kriegte.

von Kiwi (Gast)


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Meine ersten Berührungspunkte mit Elektronik war zu der Zeit als es noch 
Sperrmülltage in der Siedlung gab. Eine Woche lang lag haufenweise altes 
Zeug neben der Straße das man zerlegen konnte ohne dafür geschimpft zu 
werden.
Zerlegen konnte ich damals schon als kleiner recht gut und mit ein par 
Schraubendrehern bewaffnet gings los, und so hatte ich mir auch eine 
Sammlung an Röhren verschiedenster Größe und Dicke aufgebaut aus den 
alten Fernsehern. Da mir auch keiner Sagen konnte wozu die gut sind habe 
ich sie halt genutzt um Vater-Muter-Kind damit zu spielen, bis meine 
Eltern auf die Idee kamen das wäre gefährlich. Vermutlich haben sie auch 
was von Radioaktivität und so geredet, die Zeit hätte dafür gepasst 
(nach 86), aber meine Erinnerung lässt mich im Stich.

Damit war das Thema Elektronik bis zur höheren Schule für mich auch 
erledigt.

Dort gings dann los mit den damaligen Standards NE555, 1N4148, BC547, 
BD139, TL072, 4049er bzw. Standard-Logikzeugs, später dann Assembler auf 
den 8051ern, das ganze aufgebaut auf weißen Steckbrettern oder selbst 
geätzten Platinen.

Und natürlich hat man auch in diesem Zeitalter, also den 90ern, 
Erinnerungen an spezifische Projekte aus dieser Zeit, selbstgebaute UKW 
sender, 30W AB Endstufen, surround-decoder, die klassiker eben aus 
dieser Zeit bzw. was man halt so in den Elektor fand.
Natürlich gab es damals ja schon viel mehr als in den 60ern, und dann 
schaue man sich nur an wie das heutzutage ist, und wie es wohl in 30 
Jahren sein wird, wenn ich dann 70 Jahre alt werde

So wird halt jede Generation ihre Geschichte(n) haben.

Ist auf jeden Fall interessant einen Einblick in frühere Zeiten erhalten 
zu können. In diesem Sinne!
LG
Stefan

von Horst O. (obelix2007)



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Harald W. schrieb:
> Der AC125 war eher ein Germanium der späten Jahre. Einer der ersten
> in D gefertigten war der TF65 und die OC-Typen.

... die "Exclusivität" dieser Bauteile fand auch Ausdruck in ihrer 
Verpackung.

Gruß Horst

von Helmut Hungerland (Gast)


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Werner H. schrieb:
> ...gebohrte Holzbrett mit Messing-Steckklemmen...

Mein erster Kosmosbaukasten von 1959 mit gebohrtem Holzbrett hatte auch 
diese Messingklemmen und Rändelmuttern.

von Manfred (Gast)


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Horst O. schrieb:
>> Der AC125 war eher ein Germanium der späten Jahre. Einer der ersten
>> in D gefertigten war der TF65 und die OC-Typen.

Nanu, Blechgehäuse - dann muß der ja jünger als die OC im Glasgehäuse 
sein. Ab Hersteller ein Schrumpfschlauch drauf, habe ich nie gesehen.

> ... die "Exclusivität" dieser Bauteile fand auch Ausdruck in ihrer
> Verpackung.

Da kommt mir Henninger in den Sinn, der den Fernsehklitschen für teuer 
Geld Transistoren in einzelnen Schachteln verkaufte. Großes 
Unverständnis kam dann, als ich für die Fernsehbude Transistoren bei 
Dahms bestellt hatte und diese einfach in Papiertüten steckten (und ein 
Bruchteil kosteten).

von Horst O. (obelix2007)


Angehängte Dateien:

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Manfred schrieb:
> Nanu, Blechgehäuse - dann muß der ja jünger als die OC im Glasgehäuse
> sein. Ab Hersteller ein Schrumpfschlauch drauf, habe ich nie gesehen.

... ev. hat der ja hier noch 'nen verschlüsseltes Datum drauf?

P.S. Schrumpfschlauch auf Metallgehäuse machen auch andere als Siemens.

Gruß Horst

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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Ge-Transistoren waren in der Regel PNP. Nur die CSSR (Tesla) produzierte 
Ge-Transistoren als NPN.
Das gabt dann immer ein schönes Qualmen, wenn die Werkstätten in der DDR 
einen CSSR-Radio reparierten.

von Lutz S. (lutzs)


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Na ja, z.B. die Komplementärendstufen mit AC187/188 waren eigentlich 
breit bekannt.

Mich haben am Anfang die geringen Verstärkungsfaktoren von 
Germaniumtransistoren enttäuscht, da war mit Röhrenschaltungen z.B. bei 
Empfängern schon mit 2 Stufen weitaus mehr drin, bis hin zum 
Lautsprecherempfang. Ausserdem war das Material aus alten Radios günstig 
zu bekommen, Literatur dazu hatte ich auch und Transistoren waren eben 
sehr teuer. Mit den 'Bastelbeuteln', die in den 70ern z.B. auch im 
Werkzeugladen hingen, änderte sich das dann.

: Bearbeitet durch User
von Manfred (Gast)


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Lutz S. schrieb:
> Na ja, z.B. die Komplementärendstufen mit AC187/188 waren eigentlich
> breit bekannt.

Na das waren doch schon Leistungtransistoren, kenne ich mit 
aufgepresstem Kupferklotz als AC187K. Ob vorher oder nachher, gab es 
auch AC117/AC175 als Endstufenpärchen.

Der AC125 hatte als Gegenspieler den AC127 NPN, keine Ahnung, ab der 
zeitgleich oder erst später in den Handel kam.

von michael_ (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Ge-Transistoren waren in der Regel PNP. Nur die CSSR (Tesla) produzierte
> Ge-Transistoren als NPN.
> Das gabt dann immer ein schönes Qualmen, wenn die Werkstätten in der DDR
> einen CSSR-Radio reparierten.

Warum sollte man in der DDR so ein Radio reparieren?
Und so doof waren die auch nicht. Vielleicht du.
Höchstens im Grenzgebiet.
Wenn man nach Chomutov reinkam, rechts in der Seitenstraße, da gab es 
alles in dem Elektronikladen.

Lutz S. schrieb:
> Mich haben am Anfang die geringen Verstärkungsfaktoren von
> Germaniumtransistoren enttäuscht, da war mit Röhrenschaltungen z.B. bei
> Empfängern schon mit 2 Stufen weitaus mehr drin, bis hin zum
> Lautsprecherempfang.

Übertreibe mal nicht.
Bei einem NF-Verstärker mit Trafokopplung braucht es nicht mehr 
Verstärkerstufen.

Natürlich gab es in der Anfangszeit im freien Handel nur den Rest.
Meine ersten Basteltransistoren LA50 (OC810) hatten sehr miese 
Verstärkung.
Im Nachhinein wurde mir zusätzlich klar, dass im Radioladen (Krumpe) 
junge Leute rumhüpften, die diese noch vorher selektiert hatten.
Den Rest bekamen die dummen Käufer.
Verstärkung ca. 15.

Meine erste Verstärkerstufe nach dem Detektor war ein P2B.

https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=15884

Ich war glücklich, dass es lauter war als nur mit dem Detektor.
Verstärkung so 12.

von Franko P. (sgssn)


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Hallo
ist ja Wahnsinn. Hab solche Teile us der DDR und der SU noch nie gesehn. 
Ist ja ne Wissenlücke! Wow!
@michael_:danke

Gruß
Gerhard

von Peter D. (peda)


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michael_ schrieb:
> Warum sollte man in der DDR so ein Radio reparieren?

Es gab auch CSSR-Geräte im DDR-Fachhandel zu kaufen.

michael_ schrieb:
> Und so doof waren die auch nicht.

Doch, waren sie.
Meine Oma brachte das Radio hin, er sagte nach dem Reparaturversuch 
Totalschaden. Ich konnte es dann wieder mit einem SF126 reparieren.

michael_ schrieb:
> Höchstens im Grenzgebiet.
> Wenn man nach Chomutov reinkam

Meine Oma wohnte in Ilmenau, also andere Seite.

von michael_ (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Hallo
> ist ja Wahnsinn. Hab solche Teile us der DDR und der SU noch nie gesehn.
> Ist ja ne Wissenlücke! Wow!
> @michael_:danke

Schau mal hier.

http://wylie.org.uk/technology/semics/Soviets/Soviets.htm

von Karl B. (gustav)


Angehängte Dateien:

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Da gab es für UKW-Teil einmal M und einmal V.
Aber die ersten mit Kühlklotz, die mir über den Weg gelaufen sind, waren 
die AC153K. Häufig in Kassettenrekordernetzteilen verbaut.

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Franko P. (sgssn)


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michael_ schrieb:
> @michael_:

nochmal danke! :-)

von Michael W. (miks)


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Horst O. schrieb:
> die "Exclusivität" dieser Bauteile fand auch Ausdruck in ihrer
> Verpackung.

Jou - mein erster gekaufter Transistor war ein BC107C - kam in einem 
(Maße geschätzt, ist zu lange her...) ca. 40 - 50mm langen, im 
Querschnitt quadratischen (ca. 10x10mm) klaren Kunststoffbehältnis 
daher, vorne dran ein gewinkeltes 'Griffstück' mit schwarzem Aufdruck 
BC107C. Der Deckel könnte klappbar oder zum Aufschieben gewesen sein... 
Es könnte sein, daß es für diese Art der Verpackung(en) sogar ein 
spezielles Kleinteilemagazin o.Ä. gab. Hab' mich damals kaum getraut, 
die Transe aus der Verpackung zu nehmen...

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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Michael W. schrieb:
> Hab' mich damals kaum getraut,
> die Transe aus der Verpackung zu nehmen

Die ersten MOSFETs SM103, SM104 gabs mit Drahtstück zwischen den 
Anschlüssen. Nach dem Einlöten hat von 3 Stück nur noch einer 
funktioniert. ESD-Arbeitsplätze kannte man damals nicht.

von Werner H. (werner45)


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...Und niemand hat Einen irgendwie informiert, daß man den Draht erst 
nach dem fertigen Einlöten abwickelt.

von Gerald K. (geku)


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https://www.mikrocontroller.net/attachment/517215/OC615V_0.jpg

Wenn man den Lack entfernte konnte man den OC70/71 als  Fotodiode 
verwenden.
Er war auch im Infrarotbereich empfindlich. Das lag vermutlich am 
Germanium. Man konnte die Annäherung eines heißen Lötkolben auf 5 cm 
detektieren.

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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Peter D. schrieb:

> Die ersten MOSFETs SM103, SM104 gabs mit Drahtstück zwischen den
> Anschlüssen. Nach dem Einlöten hat von 3 Stück nur noch einer
> funktioniert. ESD-Arbeitsplätze kannte man damals nicht.

Ja, die ersten FETs hatten noch keine eingebauten Schutzdioden.
Solche ungeschützten FETs gibts m.W. auch heute noch, und zwar
eingebaut in Elektret-Mikrofonen.

von Marek N. (Gast)


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Gerald K. schrieb:
> Er war auch im Infrarotbereich empfindlich. Das lag vermutlich am
> Germanium. Man konnte die Annäherung eines heißen Lötkolben auf 5 cm
> detektieren.

Hm,
nehmen wir einen Lötkolben mit 375 °C (650 K) an.
=> Strahlungsmaximum bei ca. 4,6 µm.
Ist da das Glasgehäuse überhaupt transparent?
Ich tippe eher auf Konvektion.

Harald W. schrieb:
> Solche ungeschützten FETs gibts m.W. auch heute noch, und zwar
> eingebaut in Elektret-Mikrofonen.

Hm^2,
da ist doch ein JFET drinne!?

von Mittel-Alter (Gast)


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Franko P. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> @michael_:
>
> nochmal danke! :-)

Dito. :) Haufenweise mir nicht bekanntes gesehen hier.

Kiwi schrieb:
> Meine ersten Berührungspunkte... (etc.)

Dito. :)

Daß hier verschiedene Generationen existieren, ist ein
riesiger Vorteil bzw. eine starke Forums-Bereicherung.

Daher... bleibt möglichst so gesund Ihr nur könnt! :)

von Nichtverzweifelter (Gast)


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Michael W. schrieb:
> Es könnte sein, daß es für diese Art der Verpackung(en) sogar ein
> spezielles Kleinteilemagazin o.Ä. gab.

Ja, gab es.

Von der Firma heninger, ehedem in Berlin.

von likeme (Gast)


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Es gab mal ne Zeit, da war mein Elektronikhändler froh wenn er mal paar 
PNP Transistoren loswerden konnte. 99% der Basler brauchten NPN! War das 
damals Marketing um den einseitigen Lagerbestand zu reduzieren?

von Georg (Gast)


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Mittel-Alter schrieb:
> Daß hier verschiedene Generationen existieren, ist ein
> riesiger Vorteil bzw. eine starke Forums-Bereicherung.

Das hält sich doch sehr in Grenzen, für die meisten Jüngeren gibt es nur 
noch Arduino mit Copy&Paste von Hard- und Software. Keine Ahnung was 
überhaupt ein Transistor ist und dass es die mal einzeln gab, die 
Erzählungen hier von alten Säcken sind nur sowas wie Opa erzählt vom 
Krieg (von welchem?). So unter sich die Geschichten ja recht nett, wenn 
auch ohne Relevanz, eine Milliarde Transistorfunktionen müssen es heute 
schon sein.

Ich beteilige mich nicht mehr an Erzählungen was ich vor vielen 
Jahrzehnten mal konstruiert habe, die hämischen Kommentare dazu brauche 
ich nicht.

Georg

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Georg schrieb:
> die meisten Jüngeren gibt es nur noch Arduino mit Copy&Paste von Hard-
> und Software. Keine Ahnung was überhaupt ein Transistor ist und dass es
> die mal einzeln gab,

Naja ... auch hier im Forum gibt es genügend Beispiele, wie Leute an 
elementaren Transistorschaltungen rechnen und basteln. Gegenbeispiele 
gibt es natürlich auch genug: Arduino für LED-Ansteuerung und dann nicht 
wissen wie man einen Vorwiderstand berechnet (da gibt es sogar 
Online-Rechner dafür, oder auch fürs Ohmsche Gesetz). Bei manchen 
Menschen verführt das Internet zur Bequemlichkeit ohne Erkenntnisgewinn.

Georg schrieb:
> die hämischen Kommentare dazu

Das verstehe ich sowieso nicht. Muß einfach nicht sein. Wenn ich lese 
"du hast keine Ahnung" o.ä. dann scrolle ich einfach weiter.

von Elliot (Gast)


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likeme schrieb:
> Es gab mal ne Zeit, da war mein Elektronikhändler froh wenn er mal paar
> PNP Transistoren loswerden konnte. 99% der Basler brauchten NPN! War das
> damals Marketing um den einseitigen Lagerbestand zu reduzieren?

Ist doch heute auch nicht anders. Sobald ein PNP oder P-Kanal ins Spiel 
kommt, sind die meisten überfordert, von echter 
Komplementär-Schaltungstechnik ganz zu schweigen. Es ist so wie Georg 
gerade schrob.

von Karl B. (gustav)


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Hi,
um die "Fülle" an Typen übersichtlicher zu gestalten, wurden von den 
Gangeltern dann TUNs und TUPs eingeführt.
(Transistor Universal NPN und entsprechend PNP)
Manchmal die Schaltungen extra so designet, dass nicht nur die "geraden" 
Widerstandswerte, sondern auch andere der E12-er Reihe gekauft wurden. 
;-)
Was nun genau z.B. ein TUN an Beta (heute Hfe) oder andere wichtige 
Parameter haben musste, wurde afaik nicht so genau erläutert, oder?

Elliot schrieb:
> Sobald ein PNP oder P-Kanal ins Spiel
> kommt, sind die meisten überfordert, von echter
> Komplementär-Schaltungstechnik ganz zu schweigen.

Die 3N-Typen wurden zwar in der Radio Praktiker Bücherei erwähnt, waren 
aber wohl kaum beschaffbar.
z.B. 3N143

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Georg schrieb:
> noch Arduino mit Copy&Paste von Hard- und Software

Anders als im letzten Jahrhundert gibt es mittlerweile haufenweise 
günstige Module für alles Mögliche, und nicht nur aus China. Teils 
fertig, teils geeignet fürs Baukastenverfahren. Nicht immer lohnt es 
sich, das Rad neu zu erfinden.

: Bearbeitet durch User
von Mittel-Alter (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Georg schrieb:
>> die meisten Jüngeren gibt es nur noch Arduino mit Copy&Paste von Hard-
>> und Software. Keine Ahnung was überhaupt ein Transistor ist und dass es
>> die mal einzeln gab,
>
> Naja ... auch hier im Forum gibt es genügend Beispiele, wie Leute an
> elementaren Transistorschaltungen rechnen und basteln.

Und wer hilft denen oft genug oder fast immer dann?
Sicher nicht ihre "gleichaltrigen Kumpels"... oder?

Die älteren verfügen doch über viel weitreichendere
bzw. tiefergehende Kenntnisse bzgl. praktisch allem.

Außer gewissen sehr modernen Ausnahmen natürlich.

Bestimmt ist nicht jeder (oder sogar viele nicht)
völlig up to date bzgl. einiger ultramoderner Dinge.

Aber wer kann schon alles wissen, was es zu wissen
geben mag, im weiten Bereich "unserer" Elektronik.

Ich tue das nicht - natürlich lerne ich aber dazu,
wann und wo ich kann und/oder muß, so daß sich diese
Lage bessert... ich bin (siehe Nick) "in der Mitte".

;)

Nun hat ein "älteres Semester" aber schon ein Hobby-
und/oder Arbeitsleben lang dazulernen können... das
sollte man keinesfalls geringschätzen, sondern dem
Wissensumfang entspr. würdigen.

Es gibt auch genügend Schaltungen, die topologisch
überhaupt nicht zu verbessern sind (und gestern und
heute und noch morgen aktuell waren, sind, bleiben).

Da sehe ich absolut keinen Grund, dumm daherzureden.

von Franko P. (sgssn)


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Das ist doch ne überflüssige Diskussion. Wir, die "älteren" Semester 
hatten den Vorteil, dass wir mit der Entstehung der Elektronikwelt gross 
geworden sind. Da gibts heute vermutlich noch Leute, die ihre 
Schaltungen analog, mit Diode, und Transistoren aufbauen, andere mit 
Logik-Bausteinen (74xx, 40xx). Als ich noch jung war, habe ich noch jede 
Elektronica-Messe besucht und einen Rucksack voll Datenbücher nach Hause 
geschleppt. Das gibts schon lange nicht mehr. Wozu auch. "Damals" kamen 
fast täglich neue, innovative Schaltungen und IC's auf den Markt, da 
bist du kaum dahinter her gekommen, hute alle alter Tobak. Klar hat man 
da mehr Grundlagen mitbekommen. Heute finde ich das schon schwerer. Auch 
die Prozessoren waren in den 80ern noch verstehbar. Aber wer versteht 
heute noch den Aufbau von nem Intel I7/I9 ? Damas wurde der Mist noch in 
Assembler programmiert, da ging das auch noch. Heute ist das wie bei den 
Autos. Nix mehr Unterbrecher, heute musst du u.U schon zum Wechseln der 
Blei-Batterie in die Werkstatt fahren (hat mir mein Nachbar erzählt, der 
fährt nen BMW 2er). Ich komme hute auch nicht mehr nach. ich 
programmiere meine Microchip PIC's, die von minem letzten Arbitgeber noc 
kenne und schreibe meine PC-Programme mit nem 20 Jahre alten Borland 
C++-Builder. Java, Python, und der Grafik-Scheiss (mein Sohn tu damit, 
weiss gerade nicht wie das heisst) und so weiter, das interessiert mich 
nicht mehr. Das sollen jetzt eben die Jungen machen. Bei dem ganzen 
alten zeug kommt dabei natürlcih einiges unter die Räder. Ds sieht man 
ja an des Posts hier.

Gruß
gerhard

von Franko P. (sgssn)


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Nachtrag, jetzt weiss ich wieder wie der Grafik-Scheiss heisst: "unity"

Und noch was: Auch früher gabs schon Leute, die nix verstanden haben. 
Haben die Schaltungen von Elektromann und Radiomann nachgebaut, 
Schaltungen aus Schaltungsbüchern (Elektor; 276 Schaltungen, 300 
Schaltungen oder so ähnlich) nachgebaut, und das wars dann auch schon. 
Bei den anderen, für die Elektronik zum Hobby geworden ist, war das nur 
die "Initialzündung".

:-)
Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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likeme schrieb:

> 99% der Basler brauchten NPN!

...und wie war das in den anderen Städten? :-)

von Peter D. (peda)


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Nervig ist an den Bastelsätzen von Alibaba und Co, daß keinerlei 
Informationen dabei sind (Daten, Anschlußpläne, Timingdiagramme usw.).
Unter technische Daten verstehen die superwichtige Angaben, wie Gewicht 
der Verpackung usw. Lach. Irgendwie kommen die von nem anderen Planeten.

Trotzdem gibt es Leute, die den Mist kaufen und dann hier aufschlagen 
und sich wundern, warum keiner helfen kann.
Einfach den Mist nicht kaufen, egal wie billig. Nur dann kann sich das 
ändern und man kriegt auch Informationen zur Benutzung.

von uropi (Gast)


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Mittel-Alter schrieb:
> Und wer hilft denen oft genug oder fast immer dann?
> Sicher nicht ihre "gleichaltrigen Kumpels"... oder?
>
> Die älteren verfügen doch über viel weitreichendere
> bzw. tiefergehende Kenntnisse bzgl. praktisch allem.

Ich frage mich gerade ob ich es mal schaffen werde in Würde zu altern, 
ohne in irgendwelchen Technikerforen beliebige Threads zu kapern um dort 
eine unreflektierte Breitseite gegen "die Jugend" abzurotzen.

von Ahnungsloser (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Unter technische Daten verstehen die superwichtige Angaben, wie Gewicht
> der Verpackung usw. Lach. Irgendwie kommen die von nem anderen Planeten.

Das sind doch die wichtigsten Daten überhaupt, neben der Größe. Nur so 
kann der Händler den Karton auswählen und ne Briefmarke draufkleben

Ahnungsloser

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Dafür gibts dann die Bildersuche, um doch noch ein paar Informationen 
aufzutreiben. Man findet oft sehr ähnliche Ausführungen, da kupfert auch 
einer vom anderen ab. Für Datenblätter braucht man dann einen 
Webübersetzer. Wenn das Datenblatt keine computerlesbaren chinesischen 
Schriftzeichen enthält muss man noch die OCR bemühen. Erstaunlicherweise 
funktioniert das sogar einigermaßen.

Beitrag "Nostalgie: Transistoren und Dioden"
hier hatten wir schon mal Nostalgie, mit vielen Fotos alter 
Transistoren. Ich hatte auch den Philips EE20 mit AF116 und 2* AC126, 
natürlich Plus an GND. Hatte nicht auch der alte VW Käfer 6V mit Plus an 
Masse?
Es gab noch die Komplementärtypen AD161/162, für NF-Endstufen. Elektor 
hat mal daraus Manschettenknöpfe gebastelt.

Beitrag #6695848 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Ich schwelge mal kurz mit in der Vergangenheit.

Christoph db1uq K. schrieb:
> Hatte nicht auch der alte VW Käfer 6V mit Plus an Masse?

Stelle mir gerade vor, wie er von einem Mercedes Starthilfe bekommt...

> Es gab noch die Komplementärtypen AD161/162, für NF-Endstufen. Elektor
> hat mal daraus Manschettenknöpfe gebastelt.

Auch ein lustiger Gedanke. AD161/162 habe ich sogar noch, unbenutzte. 
Putziges Gehäuse, nicht so klobig wie TO-3 z.B. beim 2N3055. Dafür 
machten die TO-3 auf ihren außen liegenden Kühlkörpern an Verstärkern 
mächtig Eindruck.

Beitrag #6695871 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6695878 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6695887 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Axel S. (a-za-z0-9)


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Mohandes H. schrieb:
> Naja ... auch hier im Forum gibt es genügend Beispiele, wie Leute
> an elementaren Transistorschaltungen rechnen und basteln.

Rechnen ja. Aber für die Hausaufgaben. Basteln eher nicht.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Huch, ein Beitrag gelöscht, auf den ich gerade antworten wollte.

Puh, so stehen im Elektronikforum Beiträge mit Emitter also im Verruf, 
ein Altherrenwitz zu sein?

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Karl B. schrieb:
> Was nun genau z.B. ein TUN an Beta (heute Hfe) oder andere wichtige
> Parameter haben musste, wurde afaik nicht so genau erläutert, oder?

Doch, wurde:

U_CEO >= 20 V
I_Cmax >= 100 mA
hFE >= 100
P_max >= 100 mW
f_T >= 100 Hz

Aber als Bastler hat einen das nicht groß interessiert. Wenn da TUN 
stand, dann griff man zum BC-"irgendwas mit Kleinsignal" den man gerade 
da hatte oder kaufte BC107, BC237 oder BC547. Je nachdem was man gerade 
"preiswert" bei den üblichen Apotheken bekam.

> Die 3N-Typen wurden zwar in der Radio Praktiker Bücherei erwähnt, waren
> aber wohl kaum beschaffbar.
> z.B. 3N143

FET mit herausgeführtem Substrat? Damals nicht zu bekommen. Wenn in 
einem Schaltplan 3N stand ist man als Bastler gerannt. Das blöde an 3N 
ist auch noch, dass 3N nur für 4 Beinchen steht. Dass musste nicht 
notwendigerweise ein FET sein, dass konnte auch ein SCS sein. Sowas 
bekam man als Bastler nicht.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Peter D. schrieb:
> Nervig ist an den Bastelsätzen von Alibaba und Co, daß keinerlei
> Informationen dabei sind (Daten, Anschlußpläne, Timingdiagramme usw.).

Ich kann damit leben. Mal genau drauf geschaut, ein paar Datenblätter 
überflogen und gut ist, dann weiß man schon was los ist.

> Unter technische Daten verstehen die superwichtige Angaben, wie Gewicht
> der Verpackung usw. Lach.

Ist doch wichtig, wenn das Porto in China pro 1 Gramm Schritt berechnet 
wird.

> Trotzdem gibt es Leute, die den Mist kaufen

Ich kaufe gelegentlich so was. Ich finde es lustig herauszufinden was 
die Chinesen jetzt wieder getrieben haben. Letzter Bastelsatz waren 10 
Panel-Meter mit ICL7107 für ein Projekt.

Der Schaltplan war natürlich falsch. Ein paar Bauteile waren nicht 
erwähnt.  Man musste einige Bauteile in einer speziellen Reihenfolge 
einlöten sonst kam man an einige Lötstellen nicht mehr ran.

Aber nichts was sich nicht durch Blick ins ICL7107 Datenblatt und durch 
einen Blick auf die Platine klären ließ.

> und dann hier aufschlagen

Ich werde mich hüten hier mit solchen Problemen aufzuschlagen.

Was mich am meisten wundert bei Leuten die hier mit solchen Fragen 
aufschlagen ist die komplette Unfähigkeit ihr Problem zu analysieren. 
Die wissen nicht wie sie in Schwierigkeiten geraten sind, die wissen 
nicht mal was ihre Schwierigkeiten sind, sie haben Null Versuche gemacht 
ihr Problem erst mal selber zu verstehen.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #6696191 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Manfred (Gast)


Angehängte Dateien:

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Georg schrieb:
> Das hält sich doch sehr in Grenzen, für die meisten Jüngeren gibt es nur
> noch Arduino mit Copy&Paste von Hard- und Software. Keine Ahnung was
> überhaupt ein Transistor ist und dass es die mal einzeln gab, die
> Erzählungen hier von alten Säcken sind nur sowas wie Opa erzählt vom
> Krieg (von welchem?).

Ein blöder Kommentar. Ohne klassische Bauteile drumherum bringt man 
einen µC nur selten in die reale Welt. Diese Kasper nerven dann hier, 
weil sie ein Relais nicht geschaltet bekommen.

(prx) A. K. schrieb:
> Anders als im letzten Jahrhundert gibt es mittlerweile haufenweise
> günstige Module für alles Mögliche, und nicht nur aus China. Teils
> fertig, teils geeignet fürs Baukastenverfahren. Nicht immer lohnt es
> sich, das Rad neu zu erfinden.

Genau, Internetsuche nach Arduino und man findet z.B. IRF540 mit 
Schraubklemmen "for Arduino", was elektrisch nicht passt. Dann kommt man 
im µC-net an "Hilfe, mein Transistor wird heiß und der Motor läuft nicht 
los". Schöne Welt.

Franko P. schrieb:
> Da gibts heute vermutlich noch Leute, die ihre
> Schaltungen analog, mit Diode, und Transistoren aufbauen, andere mit
> Logik-Bausteinen (74xx, 40xx).

Ich habe vor einiger Zeit eine Schaltung mit ICL7665, CD4093 und BC238 
gezeigt und wurde direkt bepöbelt "sieht aus wie von Opa oder so 
ähnlich".

Peter D. schrieb:
> Nervig ist an den Bastelsätzen von Alibaba und Co, daß keinerlei
> Informationen dabei sind (Daten, Anschlußpläne, Timingdiagramme usw.).
> Unter technische Daten verstehen die superwichtige Angaben, wie Gewicht
> der Verpackung usw. Lach. Irgendwie kommen die von nem anderen Planeten.
>
> Trotzdem gibt es Leute, die den Mist kaufen und dann hier aufschlagen
> und sich wundern, warum keiner helfen kann.

Ich habe diverse Boards vom Aliexpress gekauft, dazu findet man immer 
etwas im Netz und zieht natürlich sofort das zum Halbleiter passende 
Datenblatt.

Rainer Z. schrieb:
> Auch ein lustiger Gedanke. AD161/162 habe ich sogar noch, unbenutzte.
Ich auch.

Kleinere Verstärker haben wir z.B. mit AC117/175 gebastelt, mein AC117 
hat einen Aluklotz, meine AC175 Kupfer vernickelt. Es wurde also schon 
damals geschaut, Herstellungskosten zu verringern.

> Putziges Gehäuse, nicht so klobig wie TO-3

Mal das Internet fragen, erster Fund ein Siemens-Datenblatt der 70er. Da 
heißt das Gehäuse "9 A 2 DIN 41875 (SOT-9)", das habe ich ja noch nie 
gehört. Ich kenne die als TO-66. Dieses Gehäuse hat es auch noch in die 
Siliziumwelt geschafft, hier liegen ein paar Thyristoren in TO-66, waren 
im Kuba C1000-Fernsehchassis im Einsatz.

Nett auch, dass im Datenblatt Maße für die Montage-Isoliernippel 
angegeben sind.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Manfred schrieb:
> Dieses Gehäuse hat es auch noch in die
> Siliziumwelt geschafft, hier liegen ein paar Thyristoren in TO-66, waren
> im Kuba C1000-Fernsehchassis im Einsatz.

Du hast Recht! An die Thyristoren habe ich nicht gedacht. Die waren 
sogar extrem verbreitet, weil Grundig in den 70er Jahren 
Horizontal-Endstufen mit Thyristoren baute.

Beitrag #6696298 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mittel-Alter (Gast)


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uropi schrieb:
> Ich frage mich gerade ob ich es mal schaffen werde in Würde zu altern,
> ohne in irgendwelchen Technikerforen beliebige Threads zu kapern um dort
> eine unreflektierte Breitseite gegen "die Jugend" abzurotzen.

"Uropi"? "Kapern"? "Breitseite"? "Abzurotzen"?

Was für eine blühende Phantasie "die Jugend" doch hat.
(Obwohl Uropi vermutl. nur wenig jünger ist als ich).

Manfred schrieb:
> IRF540 mit
> Schraubklemmen "for Arduino", was elektrisch nicht passt

Paßt doch, darf man nur nicht als "directly for IO Pins
of Arduino, without Level Shifter and 8...12V auxiliary
voltage from e.g. an SMPS" verstehen - und das steht ja
auch gar nicht dort/wird nicht behauptet.

Raffiniert, wie u.a. ebenjene fehlenden konkreteren Infos
(bzw. daß sich darum niemand zu_kümmern scheint) diese
große, lustige Party am Laufen halten.

von michael_ (Gast)


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Manfred schrieb:
> Ich habe vor einiger Zeit eine Schaltung mit ICL7665, CD4093 und BC238
> gezeigt und wurde direkt bepöbelt "sieht aus wie von Opa oder so
> ähnlich".

Ich hätte mich da gefreut und geadelt gefühlt!

Manfred schrieb:
>> Putziges Gehäuse, nicht so klobig wie TO-3
>
> Mal das Internet fragen, erster Fund ein Siemens-Datenblatt der 70er. Da
> heißt das Gehäuse "9 A 2 DIN 41875 (SOT-9)", das habe ich ja noch nie
> gehört. Ich kenne die als TO-66. Dieses Gehäuse hat es auch noch in die
> Siliziumwelt geschafft, hier liegen ein paar Thyristoren in TO-66, waren
> im Kuba C1000-Fernsehchassis im Einsatz.

Nicht nur Thyristoren, sondern auch ganz normale Transistoren.
Und "putzig" ist das Gehäuse schon gar nicht.
In der Germanenzeit massenhaft üblich.

Beitrag #6696706 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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michael_ schrieb:
> In der Germanenzeit massenhaft üblich.

Dann aber eher im ostgotischen Reich.

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Franko P. schrieb:
> Und noch was: Auch früher gabs schon Leute, die nix verstanden haben.
> Haben die Schaltungen von Elektromann und Radiomann nachgebaut,
> Schaltungen aus Schaltungsbüchern ...

Und so einer war ich auch mal. Eine Schaltung aus einem Buch aufgebaut 
und wenn sie dann nicht funktionierte, ab in die Ecke. Erst mit der Zeit 
kam das Interesse für die tieferen Zusammenhänge.

Und auch heute habe ich Defizite. Z.B. kenne ich mich mit Röhren oder 
HF-Technik besser aus als mit FETs oder uControllern.

Die Dinge sind im stetigen Wandel, früher gab es kein Internet und 
Elektronik oder Bücher waren teuer. Heute gibt es eher ein Überangebot 
an allem. Jeder kann daraus machen was ihm gefällt.

Wieso gibt es eigentlich so wenig Frauen in diesem Bereich? Spiegelt 
sich ja auch hier im Forum wider. Die gleiche Frage zum Snooker (oder 
Billard allgemein). Unter den Top100 im Snooker gibt es keine einzige 
Frau. Eigentlich gibt es dafür keine echte Erklärung im 21. Jahrhundert.

von Peter D. (peda)


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Aus einem Batterieplattenspieler hatte ich mal OC821 ausgebaut.
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_oc821.html

von Marek N. (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Z.B. kenne ich mich mit Röhren [...] besser aus als mit FETs [...]

Aha!

von Mohandes H. (Firma: مهندس) (mohandes)


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Marek N. schrieb:
> Aha!

Ja Marek, isso! Was auch immer Dein wissendes 'aha!' bedeuten soll. 
Meine Röhrenverstärker kenne ich in- und auswendig, theoretisch und 
praktisch, mache ich schon eine Weile. Was ich bei FETs nicht gerade 
sagen kann.

Ich glaube, es gibt auch kaum jemanden, der sich auf allen Gebieten der 
Elektronik gleichermaßen auskennt.

von Harald W. (wilhelms)


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Mohandes H. schrieb:

> Ich glaube, es gibt auch kaum jemanden, der sich auf allen Gebieten der
> Elektronik gleichermaßen auskennt.

Vielleicht ein moderner Leonardo da Vinci? :-)

von Marek N. (Gast)


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Weil FETs genauso funktionieren wie Röhren.

Beitrag #6696859 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Franko P. (sgssn)


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ja, nach den Kosmos-Geschichten habe ich schon meine eigenen Schaltungen 
gebaut, ohne Vorlage. Zuerst kamen Verstärker dran, dann 
Netzteil-Technik. Dann kam die Zeit von Junior-Computer, 
Z80-Microprofessor, Motorola 68000-Board. Später hatte ich ne Honda, ne 
CB500Four mit Unterbrecherzündung, die ich durch ne selbstgebaute 
Transistorzündung ersetzt habe. Vieles habe ich inzwischen auch 
vergessen. Das meiste wurde längst entsorgt - auch aus Mangel an freien 
Ecken... ;-)

Gerhard

von Serge W. (musikfreund)


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Mohandes H. schrieb:
> Meine Röhrenverstärker kenne ich in- und auswendig, theoretisch und
> praktisch, mache ich schon eine Weile. Was ich bei FETs nicht gerade
> sagen kann.

Ich denke, Marek meinte das nicht gegen Dich, sondern eher als Hinweis, 
dass Röhren und FETs mehr gemeinsam haben als man denkt, dass sie 
spannungs- und nicht stromgesteuert sind.

Seine Röhrengeräte bis ins Detail zu kennen, ist sehr von Vorteil, denn 
man lernt sehr viel und weiß auch die Spannungen besser einzuschätzen, 
als wenn man nur stupide nachbaut. Sondern erst durch Ausrechnen usw. 
mitbekommt, warum gerade dieses Bauteil und kein anderes...

Grüße, Serge

(auch noch GE-Transistoren hier, auch wenn ich lieber mit Röhren 
arbeite. Um auch im Urlaub oder unterwegs Radiohören zu können, baute 
ich mir einen Detektor mit AA112 und AC153, mit Hörkapsel und 1,5V 
Batterie war das recht brauchbar für MW ;)   Damals hätte ich mir 
ohnehin nie ein Kofferradio mit D-Röhren leisten können. Oder selbst 
wenn, dann hätte ich es nicht einfach mit mir rumgetragen, sondern an 
einem Ehrenplatz im Jugendzimmer untergebracht.

Traurig, heute ist UKW-Stereo in passabler Qualität eine 
Zusatzfunktion beim Smartphone, die die wenigsten überhaupt nutzen.

Grüße, Serge

: Bearbeitet durch User
von Franko P. (sgssn)


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Serge W. schrieb:
> Um auch im Urlaub oder unterwegs Radiohören zu können, baute
> ich mir einen Detektor mit AA112 und AC153, mit Hörkapsel und 1,5V
> Batterie war das recht brauchbar für MW ;)

Ja, das war noch ein Erlebnis. MW Empfang -ohne Verstärker- ging auch 
ohne Strom. Spitzendiode (AA112) und ein guter Hopfhörer haben gereicht. 
Auch KW-Empfänger-Bau war noch ohne grossen Aufwand möglich. 
Radiomann+HF-Erweiterung habens gebracht. Leider ist das Angebot an 
Sendern in dem Bereich dramatisch geschrumpft. In den 70ern und 80ern 
habe ich noch im Urlaub Deutsche Welle auf KW gehört um Nachrichten zu 
hören. Täglivh auf den Untergang der Sonne gewartet, dass KW-Empfang 
möglich war. Heute gibt es meines Wissens DW auf KW gar nicht mehr.

Gruß
Gerhard

von Peter D. (peda)


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Serge W. schrieb:
> Damals hätte ich mir
> ohnehin nie ein Kofferradio mit D-Röhren leisten können.

Ich hatte mal eins geschenkt bekommen. Als ich dann versuchte, eine 
Anodenbatterie 67,5V zu kaufen, wußte ich, warum. Den entsetzten Blick 
der Verkäuferin werde ich wohl nie vergessen.
Später bekam ich noch eins, aber mit eingebautem Netzteil. Das benutzte 
ich dann auch ne Weile, ehe ich es zerlegt habe. Das hatte noch dieses 
häßlich ovale Brotbüchsendesign, ähnlich den Clamshell iBooks.

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Lange her, aber 2N3055 sind das nicht, die wären viel größer.

Beitrag #6697286 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6697290 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Serge W. (musikfreund)


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Dot M. schrieb im Beitrag #6697290:
> Leute ihr seid einfach wirklich unerträglich.
> Ich beantrage eine Löschung oder zumindest Sperrung.
> Danke.

Ach komm, bisher verlief die Diskussion (für µC.net verhältnisse) doch 
erstaunlich ruhig und sachlich. Dass der Umgangston hier etwas rauh ist 
(bei manchen zumindest) ist ja auch nicht neu. Da gibt es ganz andere 
Threads...

Zu deiner Frage nochmal: Damals war es technisch noch nicht möglich, NPN 
Transistoren herzustellen. Natürlich gab es welche, aber zum Zeitpunkt 
des Drucks waren die Schaltungen (als es wirklich nur PNP gab) schon 
veraltet. Dafür aber geprüft usw.. die Entwicklung war hier auch damals 
schon schneller als die Veröffentlichungen.

Also alles halb so wild.

Btw. GE-Leistungstransistoren hielten sich bis weit in die 70er Jahre 
hinein als Endstufen, nicht nur AD161/162 sondern besonders der AD166.
Dann in Quasikomplementärschaltung.

Grüße, Serge

von Dot M. (dotm)


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Serge W. schrieb:
> Dass der Umgangston hier etwas rauh ist
> (bei manchen zumindest) ist ja auch nicht neu. Da gibt es ganz andere
> Threads...

Das verstehe ich wirklich nicht. Es geht ums gezielte niedermachen mMn 
teilweise.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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ohne Worte :-)

von Mittel-Alter (Gast)


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Dot M. schrieb:
> Serge W. schrieb:
>> Dass der Umgangston hier etwas rauh ist
>> (bei manchen zumindest) ist ja auch nicht neu. Da gibt es ganz andere
>> Threads...
>
> Das verstehe ich wirklich nicht. Es geht ums gezielte niedermachen mMn
> teilweise.

Bitte schere nicht alle(s) über einen Kamm, indem Du

Dot M. schrieb im Beitrag #6697290:
> Leute ihr seid

denkst und schreibst.

Denn_das ... war ein einzelner (gelangweilter) Spinner
oder sogar mehr als das (das böse Wort mit V...ermeide
ich jetzt lieber, sonst triggert ihn das zu schlimmerem
da er sicher nicht zum ersten mal so bezeichnet würde).

Die absolute Mehrheit besteht aus Menschen, die evtl.
mal in hitzigen Diskussionen zu weit gehen - doch die
Sorte, welche so etwas rausläßt, wie gerade, gehört in
eine völlig andere Sparte Mensch als der Durchschnitt.

von Mittel-Alter (Gast)


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Josef L. schrieb:
> ohne Worte :-)

"Die dreibeinigen Herrscher"

von Mittel-Alter (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Wenn ich lese
> "du hast keine Ahnung" o.ä. dann scrolle ich einfach weiter.

Eine sehr kluge Entscheidung. Weiterzuempfehlen!

von Nautilus (Gast)


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Franko P. schrieb:
> Heute gibt es meines Wissens DW auf KW gar nicht mehr

Doch! Gesendet wird in zwei Sprachen, die in Afrika gesprochen werden 
über angemietete Sender auf diesen Kontinent. In Deutschland  habe ich 
diese leider noch nicht hören können.

Quelle: 
http://www.wrth.com/_shop/wp-content/uploads/WRTH2021IntRadioSuppl2_A21Schedules.pdf

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Nautilus schrieb:
> über angemietete Sender auf diesen Kontinent

Nicht ganz richtig: die Abkürzungen im WRTH sind ganz am Ende erklärt, 
der eine Sender ("iss") steht in Issoudun in Frankreich, das scheint 
eine größere Anlage zu sein mit vielen Antennen und auch einem 
Radiomuseum, von da aus wird für Nordafrika gesendet; der andere Sender 
("sao") steht auf der Insel Sao Tomé und Príncipe vor der Küste Gabuns, 
auf deren nordwestlichstem Zipfel, sendet für die Länder am Golf von 
Guinea. Der Sender in Frankreich ist von uns etwa 700 km Luftlinie, aber 
er sendet natürlich vorwiegend nach Süden. Der Sender au Sao Tome sendet 
auch nach Norden, ist von uns aber 5500 km entfernt. In beiden Fällen 
stehen die Chancen eher schlecht.

Beide Sender sind in Google Earth leicht zu finden.

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Josef L. schrieb:
> nordwestlichstem

nordöstlichstem - manche meinen lechts und rinks kann man nicht 
velwechsern werch ein illtum!

von Manfred (Gast)


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Mohandes H. schrieb:
> Z.B. kenne ich mich mit Röhren oder
> HF-Technik besser aus als mit FETs oder uControllern.

Als FernsehpfuschlEErling habe ich massenhaft Röhren gewechselt und in 
der Berufsschule noch daran rechnen müssen. Ein Transistorverstärker 
stand natürlich auch auf dem Lehrplan und musste gerechnet werden.

Aber der Wandel der Zeit, in der Berufsschule "Es wird mal einen 
Transistor geben, der ähnlich einer Röhre funktioniert".

Das "ähnlich" bezieht man auf Typen wie z.B. BF245, MOS-FETs benehmen 
sich anders und kamen erst später.

Viele Jahre später machte ein Bekannter aus gesundheitlichen Gründen 
eine Umschulung aus der Mechanik zum Elektroniker, wir haben viel 
zusammen gebastelt. Ihm wurde gelehrt, dass eine Röhre ähnlich einem FET 
funktioniert habe - Grins.

Josef L. schrieb:
> ohne Worte :-)

Oh, noch etwas neues - OC kenne ich nur im Glasgehäuse. War das 
Ostblockware?

von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Manfred schrieb:
> Oh, noch etwas neues - OC kenne ich nur im Glasgehäuse. War das
> Ostblockware?

Wenn du so willst - geh auf 
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_oc604.html und du wirst deine 
Glasgehäuse sehen, und dort den Verweis auf OC 1604 (die 1 ist auf 
meinem Bild evtl. nur schwach zu sehen, ganz am Rand) - das sind 
entsprechende Nachbauten von Tungsram 
https://de.wikipedia.org/wiki/Tungsram

Hier ein besonders schönes Plakat: Wir kennen Tungsram nur als 
Lampenhersteller, aber sie haben auch Röhren und Halbleiter hergestellt, 
und sonst alles Mögliche von dem ich nichts wusste!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ef/Farag%C3%B3%2C_G%C3%A9za_-_Poster_for_Tungsram_Light_Bulbs_%28ca_1910%29.jpg

und Ungarn war damals Ostblock, ja, aber ganz peripher. Siehe 1989!

von Helge (Gast)


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Manfred schrieb:
> Thyristoren in TO-66, waren im Kuba C1000-Fernsehchassis

Die Doppelthyristor-Horizontalstufen waren mir immer Horror zum 
reparieren. Wurde einer der beiden schwächer, ging nix mehr. Es war ja 
immer einer zum einsachalten und einer zum löschen.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Helge schrieb:
> Die Doppelthyristor-Horizontalstufen waren mir immer Horror zum
> reparieren.

Sie gab's immerhin nur wenige Jahre, die Epoche zwischen PL 519 und BU 
108/208. Grundig hatte eher Probleme mit den Lötstellen in der 
Ablenkstufe.

Was mich aber immer schon interessierte und ich hier mal frage: Ich 
glaube, es war Telefunken, die früh den Transistor BU 108 einsetzten. 
Andere Hersteller stiegen erst Jahre später auf den Transistor um. Wie 
z.B. Grundig. Obwohl Transistor-Endstufen wahrlich einfacher sind. 
Weshalb eigentlich die Zaghaftigkeit mit dem Transistoreinsatz in der 
Horizontalendstufe? Traute man den Transistoren dort noch nicht über den 
Weg?

: Bearbeitet durch User
von Josef L. (Firma: Volkssternwarte Würzburg e.V.) (joe88349)


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Ich habe außer BU208 sogar noch das Startmodell der Reihe hier, siehe 
auch
https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_bu100.html

von Haha (Gast)


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Rainer Z. schrieb:
> Weshalb eigentlich die Zaghaftigkeit mit dem Transistoreinsatz in der
> Horizontalendstufe?

Das hatte wirtschaftliche Gründe.

Ein Thyristor-TV-Chassis wurde direkt aus dem unstabilisierten Netz 
gespeist, der Aufwand war extrem gering: Gleichrichter, Lade- und 
Siebkondensator, fertig.

TV-Chassis mit Transistor-Zeilenendstufe brauchten zwingend ein 
stabilisiertes "Hochvolt-Netzteil, und auch das mit "ordentlich" 
Leistung.
Telefunken, als grosser Hersteller beispielsweise genannt, löste das 
Problem recht umständlich mit einem Phasenanschnitt-Thyristor-Netzteil, 
mit teurer Spannband-Siebdrossel und nachgeschaltetem 
Transistor-Längsregler. Dabei war das Chassis noch gar nicht 
netzgetrennt.

Grundig entwickelte sein Thyristorkonzept weiter zu einem 
3-Thyristor-Chassis. Der 3. Thy ermöglichte eine Regelung der 
"überflüssig" aufgenommenen Energie aus dem Netz, es wirde ein 
"energiesparendes" Ablenkkonzept daraus. Ganz nebenbei ergab das auch 
noch eine Stabilisierung gegen Netzschwankungen.

Alles schon uralt...

Beitrag #6698260 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Carlo (Gast)


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... solange es den Collector nicht zu sehr belastet ;-)

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Die beiden Transistoren für den Philips-Kasten gab es im "Nürnberger 
Spielwarenhaus" als Ersatzteil, in einer kleinen Pappschachtel wie sie 
für Röhren üblich waren.
Die hat wohl keiner aufgehoben, ich finde auch mit der Bildersuche 
nichts.

das war dann auch mal weg:
"Nürnberger Spielwarenhaus in Mannheim (ein Paradies auf 3 Stockwerken)"
https://www.altemodellbahnen.de/t51705f157-Spielwarengeschaefte-Stempel-und-Aufkleber-5.html

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Haha schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Weshalb eigentlich die Zaghaftigkeit mit dem Transistoreinsatz in der
>> Horizontalendstufe?
>
> Das hatte wirtschaftliche Gründe.

Ich danke Dir wirklich ausdrücklich für Deine Erläuterungen!
So wird mir Hobby-Elektroniker eine 30 Jahre alte Frage beantwortet.

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