Maschenstromverfahren, warum Knoten?

Gast #6733127
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Hallo,

wenn ich für die Netzwerkanalyse das Maschenstromverfahren nutze, muss 
ich dann immer für die Aufstellung des Gleichungssystems auch einen 
Knoten berücksichtigen?

Mal angenommen, wir haben ein Netzwerk aus zwei Maschen in Form einer 
Acht.

Dann hätte ich ja eigl. 3 Maschen, links, rechts und die umlaufende.

Reicht es nicht aus, ein Gleichungssystem aufzustellen auf Basis der 
drei Maschen?

Was mich verwundert:

Beim Knotenpotentialverfahren muss ich keine Maschen betrachten. Da 
reicht es aus für jeden Knoten eine Gleichung aufzustellen, bis auf den 
Referenzknoten.

Warum unterscheiden sich die Vorgehensweisen so sehr?

lg elektrobussy
Beitrag #6733211 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #6733270
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Elektrobussy schrieb:

> wenn ich für die Netzwerkanalyse das
> Maschenstromverfahren nutze, muss ich dann immer
> für die Aufstellung des Gleichungssystems auch einen
> Knoten berücksichtigen?

Kommt darauf an, was Du am Ende wissen willst.

Wenn Du mit den Maschenströmen zufrieden bist, brauchst
Du keinen Knoten.

Wenn Du mit Zweigspannungen (oder den Zweigströmen)
zufrieden bist, brauchst Du auch keinen Knoten.

Willst Du aber letztlich Knotenpotenziale wissen, ist
es sinnvoll, einen Bezugsknoten zu haben :)


> Mal angenommen, wir haben ein Netzwerk aus zwei Maschen
> in Form einer Acht.
>
> Dann hätte ich ja eigl. 3 Maschen, links, rechts und
> die umlaufende.

Und wenn Du insgesamt 4 Fenstermaschen hast (zwei unten
nebeneinander und zwei obendrüber nebeneinander), dann
gibt es insgesamt DREIZEHN Maschen :o)

Du großer Gott!!!elf


> Reicht es nicht aus, ein Gleichungssystem aufzustellen
> auf Basis der drei Maschen?

In das Gleichungssystem gehören die linear unabhängigen
Maschen.
Lineare Unabhängigkeit. Schon mal gehört?


> Was mich verwundert:
>
> Beim Knotenpotentialverfahren muss ich keine Maschen
> betrachten. Da reicht es aus für jeden Knoten eine
> Gleichung aufzustellen, bis auf den Referenzknoten.

Siehe oben.

Wenn Du mit den Maschenströmen zufrieden bist, brauchst
Du auch keine Knoten.

Leider sind die Maschenströme fiktive Größen, die man
nicht direkt messen kann -- man müsste wenigstens
Zweigströme bestimmen.

In der Praxis sind Spannungen noch bequemer als Ströme,
und Potenziale bequemer als Zweigspannungen.
(Firma: L-E-A) #6733460
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Achim M. schrieb:
> Elektrobussy schrieb:
>> Reicht es nicht aus, ein Gleichungssystem aufzustellen auf Basis der
>> drei Maschen?
>
> Ja. Du kannst beide Verfahren äquivalent verwenden.

Wobei die Kontenpotentialanalyse für Netzwerke, wo parallelgeschaltete 
Elemente dominieren, das kompaktere Gleichungsystem liefert, die 
Maschenstromanalyse jedoch bei vielen in Reihe geschalteten Elementen 
effizienter ist.

Grüßle
Volker
Gast #6733670
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>Dann hätte ich ja eigl. 3 Maschen, links, rechts und die umlaufende.

Es gibt keine "Anzahl von Maschen". Die Eigenschaft "Anzahl" haben nur 
Zweige und Knoten. Oder wenn man es so sehen will: Jedes Netzwerk hat 
immer unendlich viele Maschen.

Eine Masche ist ja definiert als ein über Zweige geschlossener Umlauf 
und von diesen gibt es immer unendlich viele (weil man z. B. jeden 
solchen Umlauf auch 58 mal wiederholen kann).

Was aber sehr wohl eine Rolle spielt ist die Anzahl der 
MaschenGLEICHUNGEN, die man benötigt, damit das Gleichungssystem zur 
Berechnung eines Netzwerkes vollständig ist (es muss so viele 
Gleichungen haben wie es Unbekannte gibt und die Gleichungen müssen alle 
linear unabhängig voneinander sein).
Gast #6733807
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LostInMusic schrieb:
>>Dann hätte ich ja eigl. 3 Maschen, links, rechts und die
> umlaufende.
>
> Es gibt keine "Anzahl von Maschen". Die Eigenschaft "Anzahl" haben nur
> Zweige und Knoten. Oder wenn man es so sehen will: Jedes Netzwerk hat
> immer unendlich viele Maschen.
>
.
???
> Eine Masche ist ja definiert als ein über Zweige geschlossener Umlauf
> und von diesen gibt es immer unendlich viele (weil man z. B. jeden
> solchen Umlauf auch 58 mal wiederholen kann).
>
> Was aber sehr wohl eine Rolle spielt ist die Anzahl der
> MaschenGLEICHUNGEN, die man benötigt, damit das Gleichungssystem zur
> Berechnung eines Netzwerkes vollständig ist (es muss so viele
> Gleichungen haben wie es Unbekannte gibt und die Gleichungen müssen alle
> linear unabhängig voneinander sein).

Was manchmal etwas schwierig sein kann…
Gast #6733884
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Z.B.

Würfel, in jeder Kante einen Widerstand, zusätzlich dazu in jeder 
Diagonale einer.

So und jetzt den Widerstand von der größten Diagonalen berechnen.

Jeder Widerstand hat einen Kilo Ohm.

Viel Spaß bei der Berechnung. Das gute ist das man mit einem Ohm Meter
die Berechnung überprüfen kann…

So, und jetzt warte ich auf das Ergebnis…. ;)

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