Forum: HF, Funk und Felder Dämpfungstabelle gesucht


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von Jan (Gast)


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Hallo zusammen,

Wenn ich eine P2P Verbindung via Funk aufbauen will, ist natürlich eine 
freie Sichtverbindung ideal. Die ist aber nicht immer gegeben. Sicher 
wird dieses Problem oft auftreten und da es Funk nicht erst seit gestern 
gibt, muss es doch Tabellen geben, die Angaben zu den verschiedenen 
Dämpfungen bei verschiedenen Frequenzen/Materialen machen können.

Z.B. sowas:
1
                     400MHz     1GHz     2.4GHz ...
2
Beton 10cm           20dB       25dB     ...
3
Holz 30cm feucht
4
Holz 30cm trocken
5
Buche
6
Eiche
7
Erdboden trocken pro Meter
8
Erdboden feucht pro Meter
9
etc.

Schon klar, dass sowas nicht genau ist, aber als grobe Übersicht, ob es 
überhaupt Sinn macht, eine 5 GHz Funkverbindung durch 5 Bäume hindurch 
auszuprobieren oder nicht, wäre das ja recht hilfreich.

Oder durch 40 Meter Erdreich, wenn die Topologie unschön ist.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jan schrieb:

> Schon klar, dass sowas nicht genau ist, aber als grobe Übersicht, ob es
> überhaupt Sinn macht, eine 5 GHz Funkverbindung durch 5 Bäume hindurch
> auszuprobieren oder nicht, wäre das ja recht hilfreich.

Das hängt ganz extrem von den Umständen ab. Sind die Bäume voller Laub, 
sieht die Sache schon völlig anders aus als im Herbst, wenn die Blätter 
runter gefallen sind. Hat es auch noch frisch geregnet, nochmal anders.

> Oder durch 40 Meter Erdreich, wenn die Topologie unschön ist.

Durch 40 m Erdreich kommen nur noch sehr tiefe Frequenzen durch. Mit 
bissel Glück geht ein DCF77-Empfänger da noch, aber sehr viel mehr kaum.

von Egon D. (egon_d)


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Jan schrieb:

> Schon klar, dass sowas nicht genau ist, aber als grobe
> Übersicht, ob es überhaupt Sinn macht, eine 5 GHz
> Funkverbindung durch 5 Bäume hindurch auszuprobieren
> oder nicht, wäre das ja recht hilfreich.

Nicht wirklich. Stichwort: Reflexionen (=Mehrwegeausbreitung).


> Oder durch 40 Meter Erdreich, wenn die Topologie unschön ist.

Erdreich enthält lösliche Salze und Feuchtigkeit, also auch
Salzwasser. Da brauche ich keine Tabelle für...

von Bernd (Gast)


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Jan schrieb:
> Schon klar, dass sowas nicht genau ist, aber als grobe Übersicht, ob es
> überhaupt Sinn macht, eine 5 GHz Funkverbindung durch 5 Bäume hindurch
> auszuprobieren oder nicht, wäre das ja recht hilfreich.
Dafür gibt es verschiedene Modelle:
http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/technik/funkfeld_2.htm

Auch die englische Wikipedia hat da was:
https://en.wikipedia.org/wiki/Radio_propagation#Empirical_models

von ham (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Das hängt ganz extrem von den Umständen ab. Sind die Bäume voller Laub,
> sieht die Sache schon völlig anders aus als im Herbst, wenn die Blätter
> runter gefallen sind. Hat es auch noch frisch geregnet, nochmal anders.

Hier spielt übrigens auch die verwendete Schwingungsebene eine signifi-
kante Rolle. Ein horizontal polarisiertes Signal erfährt in bestimmten
Frequenzbereichen eine deutlich geringere Dämpfung durch Waldgebiete
als mit vertikaler Polarsation.

von Jan (Gast)


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ham schrieb:
> Hier spielt übrigens auch die verwendete Schwingungsebene eine signifi-
> kante Rolle. Ein horizontal polarisiertes Signal erfährt in bestimmten
> Frequenzbereichen eine deutlich geringere Dämpfung durch Waldgebiete
> als mit vertikaler Polarsation.

Heisst das jetzt blöd gesagt, ich soll einfach mal die Antenne um 90° 
drehen?

von Jan (Gast)


Angehängte Dateien:

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Ich habe mittlerweile was gefunden dazu. Habs mal hochgeladen, falls es 
noch jemanden interessiert.

von Wolfgang (Gast)


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Jan schrieb:
> Sicher wird dieses Problem oft auftreten und da es Funk nicht erst
> seit gestern gibt, muss es doch Tabellen geben, die Angaben zu den
> verschiedenen Dämpfungen bei verschiedenen Frequenzen/Materialen
> machen können.

Meist tritt das Problem noch zusammen mit einer gegebenen Topographie 
und den Höhen der Antennen über dem Erdboden auf. Mit einer Tabelle ist 
es nicht getan, da es sehr drauf an kommt, was in der Fresnel-Zone für 
Hindernisse vorhanden sind.
Dafür gibt es Modellierungssoftware, z.B. Radio Mobile
https://www.ve2dbe.com/

von Hp M. (nachtmix)


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Jörg W. schrieb:
> Durch 40 m Erdreich kommen nur noch sehr tiefe Frequenzen durch. Mit
> bissel Glück geht ein DCF77-Empfänger da noch, aber sehr viel mehr kaum.

Habe ich im nördlichen Ruhrgebiet schon bis in ca. 1000m Tiefe testen 
lassen. Trotz starken Störnebels durch die Maschinen synchronisierte der 
Funkwecker.
Allerdings ist nicht klar, ob die HF durch die Starkstromkabel und 
Schienen bis dorthin verschleppt wurde.

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