Hallo
Ein Kondensator wird über einen Vorwiderstand geladen - die
Quellspannung ist konstant:
Es ergibt sich diese mehr oder weniger bekannte Formel deren Anwendung
jeden ohne Abitur oder Mathematikverliebten immer wieder Fragen
aufwirft.
So auch hier:
https://www.gutefrage.net/frage/zeit-von-uc
Wunderbar endlich wurde in der Antwort von "mihisu" (dritte Antwort) das
mal Schritt für Schritt vorgerechnet
(Wobei man schon wissen muss was und wie da in den Schritten gemacht
wurde, das wird dann doch nicht erklärt, auch das haben so manche nie
verstanden oder vergessen und verdrängt - wie z.B. ich - viel Kram
musste ich mir wieder aneignen bzw. zum ersten mal überhaupt
verstehen...).
Jetzt meine Frage:
Was was und wie wurde eigentlich im letzten Schritt gemacht?
Ja es wurden "einfach" (wenn man es denn beherrscht - ich beherrsche ich
aber nicht wirklich...) die Umgestellte Formel mit den eingesetzten
Werten ausgerechnet.
Aber wie denn?
1. - Was wurde in den Taschenrechner (Schritt für Schritt) eingetippt
2.- Wenn ich jetzt mal keinen Taschenrechner habe (und natürlich auch
keine App, kein schönes Internettool was mir die Berechnung abnimmt
usw.) sondern ich die ganze Sache auf den Papier rein händisch
ausrechnen wollte:
Wie würde das aussehen - eine Schritt für Schritt Erklärung über das was
und wie wäre ne schöne Sache... ;-)
Ja mir ist klar das ist "Kram" den man mit einen Abitur beherrschen
sollte - das habe ich aber nicht und in Mathe bin (teilweise
mittlerweile ist das Vergangenheit, dank einiger sehr guter
Onlinevideos) ich nur mäßig begabt (auch ein wenig Faul muss ich zugeben
aber auch die Vermittlung durch die verschiedenen Mathelehrer war... na
ja...)
Darum würde es mich freuen wenn diese eigentlich mehr mathematische
Frage (Anleitung, Vormachen) abgeklärt werden könnte.
Und nein - es ist für keine Prüfung oder ähnliches - ich will das
"Spiel" aber endlich mal beherrschen und bräuchte was wo ich
"abschreiben" kann
Coulomb schrieb:> Jetzt meine Frage:>> Was was und wie wurde eigentlich im letzten Schritt gemacht?
Da hat er für die Formelzeichen (z.B. R; C; U) die Werte mit den
zugehörigen Einheiten eingesetzt.
Der Widerstand R beträgt 2kΩ, die Kapazität C beträgt 50nF, und die
Spannung U beträgt 2V.
Coulomb schrieb:> Wunderbar endlich wurde in der Antwort von "mihisu" (dritte Antwort) das> mal Schritt für Schritt vorgerechnet
Der entscheidende Schritt fehlt: Die e-Funktion fällt einfach so vom
Himmel. Nix wird da richtig vorgerechnet.
Coulomb schrieb:> Was was und wie wurde eigentlich im letzten Schritt gemacht?> Ja es wurden "einfach" (wenn man es denn beherrscht - ich beherrsche ich> aber nicht wirklich...) die Umgestellte Formel mit den eingesetzten> Werten ausgerechnet.> Aber wie denn?> 1. - Was wurde in den Taschenrechner (Schritt für Schritt) eingetippt
2kOhm = 2000 Ohm = 2e3
50nF = 0,00000005 F = 50e-9
Wie man sieht, tippt kein Mensch, der bei Verstand ist 0,00000005 ein,
denn das ist nicht nur viel Tipp-Arbeit, sonder vor allem
fehleranfällig. Es lebe die Expontentialschreibweise!
Im Taschenrechner tippt man 50 EXP 9 +/-
> usw.) sondern ich die ganze Sache auf den Papier rein händisch> ausrechnen wollte:
Macht doch in der Hipstergeneration so oder so keiner. Die alten weißen
Männer, so wie ich, machen ne Überschlagsrechnung im Kopf, ist bei den
zahlen ja einfach. Da weiß man auch, daß kilo * nano = mikro
> Und nein - es ist für keine Prüfung oder ähnliches - ich will das> "Spiel" aber endlich mal beherrschen und bräuchte was wo ich> "abschreiben" kann
So funktioniert es nicht. Man muss das Konzept verstehen.
Wolfgang schrieb:> Der entscheidende Schritt fehlt: Die e-Funktion fällt einfach so vom> Himmel. Nix wird da richtig vorgerechnet.
Du hast sie echt nicht mehr Alle beisammen! Aber Hauptsache zu jedem
Thema einen oberschlauen Kommentar abgeben!
Coulomb schrieb:> Ja es wurden "einfach" (wenn man es denn beherrscht - ich beherrsche ich> aber nicht wirklich...) die Umgestellte Formel mit den eingesetzten> Werten ausgerechnet.
Wenn du mal eine alltäglichere Größe wie z.B. eine Länge von 2m gegeben
hast, das in irgendeiner beliebigen Formel verwurstest, liegt es doch
nahe am Ende den gegebenen Wert 2m dort einzusetzen, oder?
Wühlhase schrieb:> Wenn du mal eine alltäglichere Größe wie z.B. eine Länge von 2m gegeben> hast, das in irgendeiner beliebigen Formel verwurstest, liegt es doch> nahe am Ende den gegebenen Wert 2m dort einzusetzen, oder?
Das sagst du! Wenn man 2 50 etc. rechnet, kommen eben KEINE 50us
raus, eben weil die Größenordnungen (Faktoren) fehlen. Das ist heute
schon elitäres Wissen!
Wolfgang schrieb:> Coulomb schrieb:>> Wunderbar endlich wurde in der Antwort von "mihisu" (dritte Antwort) das>> mal Schritt für Schritt vorgerechnet>> Der entscheidende Schritt fehlt: Die e-Funktion fällt einfach so vom> Himmel. Nix wird da richtig vorgerechnet.
Solange der arme TS noch Schwierigkeiten hat, am Ende die richtigen
gegebenen Zahlen mit den zugehörigen Einheiten einzusetzen, wollen wir
euch nicht mit Differentialgleichungen und Laplacetransformationen
verwirren.
Coulomb schrieb:> Es ergibt sich diese mehr oder weniger bekannte> Formel deren Anwendung jeden ohne Abitur oder> Mathematikverliebten immer wieder Fragen aufwirft.
Hmm.
Warum sollte sollte Dir jemand helfen, wenn Du denen,
die es könnten, Deine Verachtung und Geringschätzung
so überdeutlich entgegenschleuderst?
Falk B. schrieb:> Das sagst du! Wenn man 2 50 etc. rechnet, kommen> eben KEINE 50us raus, eben weil die Größenordnungen> (Faktoren) fehlen. Das ist heute schon elitäres Wissen!
Das war früher schon so -- und zum Teil noch schlimmer.
"Zahlenwertgleichung" und "zugeschnittene Größengleichung"
sagen Dir etwas? Guck mal in ein Nachkriegs-Fachbuch, den
"blauen Rint" zum Beispiel. Zugeschnittene Gleichungen,
soweit das Auge blicket... man bekommt eine Krise.
Hallo
ich meine mit den letzten Schritt (das Problem) schon das "ln" was wohl
Logarithmus naturalis bedeutet.
Wie ich Potenzen in den Rechner eingebe ist mir bekannt, auch was µ,
nano, pico, mega usw. ist.
Aber eben dieser Logarithmus naturalis gibt mir Fragezeichen auf:
Eben wie gebe (in welcher Reihenfolge und warum - da steht wohl doch
mehr als Punkt vor Strichrechnung dahinter) die Zahlen und Rechenzeichen
richtig im Taschenrechner ein?
UnD noch wichtiger(interessanter): Wie (und warum so und nicht anders)
berechne ich ln "Per Hand"
Coulomb
Egon D. schrieb:> "Zahlenwertgleichung" und "zugeschnittene Größengleichung"> sagen Dir etwas? Guck mal in ein Nachkriegs-Fachbuch, den> "blauen Rint" zum Beispiel. Zugeschnittene Gleichungen,> soweit das Auge blicket... man bekommt eine Krise.
Das ist hier aber keine zugeschnittene Gleichung.
Coulomb schrieb:> UnD noch wichtiger(interessanter): Wie (und warum so und nicht anders)> berechne ich ln "Per Hand"
Wer verlangt das? Hatte doch weiter oben schon einer geschrieben, daß
das entweder der Taschenrechner weiß, oder ein Tabellenbuch.
Coulomb schrieb:> Eben wie gebe (in welcher Reihenfolge und warum -> da steht wohl doch mehr als Punkt vor Strichrechnung> dahinter)
Naja, Du musst die Klammer beachten. Das war's dann aber
auch schon mit der hohen Wissenschaft.
> die Zahlen und Rechenzeichen richtig im Taschenrechner> ein?
Das kann niemand wissen, denn wir kennen Deinen Taschen-
rechner nicht. Bei manchen kann man komplette Gleichungen
eingeben, andere führen nur die Zahlenrechnungen aus.
Bei meinem über 30 Jahre alten MR609 dividiere ich erst
die 2V durch die 5V, drehe dann das Vorzeichen herum,
addiere "1" und drücke auf "ln".
> UnD noch wichtiger(interessanter): Wie (und warum so> und nicht anders) berechne ich ln "Per Hand"
Kein normal strukturierter Mensch rechnet den Logarithmus
per Hand. Selbst Gauss, der das ganz sicher beherrschte,
hat für praktische Rechnungen die Logarithmentafel benutzt.
Da der Rechenstab heute aus der Mode ist, nimmt man den
Taschenrechner.
Also... es geht schon noch im Kopf.
Den natürlichen Logarithmus ln "per Hand" schätzen geht, wenn man weiß
wie Logarithmus funktioniert: Gleiche Verhältnisse werden durch gleiche
Abstände, also Differenzen, ausgedrückt. Aus Multiplikation wird
Addition, aus Division Subtraktion. So funktionieren auch die
"altertümlichen" Rechenschieber.
Am einfachsten geht das mit dem "normalen" Zehnerlogarithmus (log):
log(1) = 0
log(10) = 1
und damit log(0.1) = log(1/10) = log(1) - log(10) = 0 - 1 = -1
und log(100) = log(10 · 10) = log(10) + log(10) = 1 + 1 = 2
und man merkt sich log(2) ≈ 0.301, log(3) ≈ 0.477 (grob: 0.3 bzw. 0.5)
also log(6) = log(2 · 3) = log(2) + log(3) ≈ 0.301 + 0.477 = 0.778
sowie - hier wichtig! -
ln(x) = ln(10) · log(x) ≈ 2.30 · log(x)
Damit ist ln(1 - 2/5) = ln(1 - 0.4) = ln(0.6) = ln(6/10) ≈ 2.3 · (log(6)
- log(10)) ≈ 2.3 · (0.778 - 1) = 2.3 · (-0.222) = -0.5106 ≈ -0.51
Coulomb schrieb:> Hallo>> ich meine mit den letzten Schritt (das Problem) schon das "ln" was wohl> Logarithmus naturalis bedeutet.> Wie ich Potenzen in den Rechner eingebe ist mir bekannt, auch was µ,> nano, pico, mega usw. ist.> Aber eben dieser Logarithmus naturalis gibt mir Fragezeichen auf:>> Eben wie gebe (in welcher Reihenfolge und warum - da steht wohl doch> mehr als Punkt vor Strichrechnung dahinter) die Zahlen und Rechenzeichen> richtig im Taschenrechner ein?>> UnD noch wichtiger(interessanter): Wie (und warum so und nicht anders)> berechne ich ln "Per Hand">> Coulomb
Der Logarithmus naturalis ist die Umkehroperation zur e-Funktion. Wenn
du aus e^x das x isolieren willst, mußt du den ln darauf anwenden, bzw.
auf die andere Seite der Gleichung.
Aber Logarithmen im Kopf berechenen...kann ich nicht, da brauch ich auch
einen Taschenrechner dafür. Ein paar Werte hat man zwar im Kopf, aber
das hilft ja nicht weiter.
Coulomb schrieb:> Und nein - es ist für keine Prüfung oder ähnliches - ich will das> "Spiel" aber endlich mal beherrschen und bräuchte was wo ich> "abschreiben" kann
Löst jetzt nicht direkt dein Problem, hilft aber Berechnungen zu
überprüfen:
https://wetec.vrok.de/rechner/cclad.htm
Coulomb schrieb:> Was was und wie wurde eigentlich im letzten Schritt gemacht?
Es ist doch alles wunderbar erklärt. Ich würde das nachvollziehen, indem
ich ohne nachzusehen alle Schritte auf ein Blatt Papier schreibe bzw
mitrechne.
Er stellt die Formel nach t um (weil t gesucht wird).
Und die Berechnung: (1 -2/5) ausrechnen und dann erst die ln-Taste
drücken. Oder: die Klammer mit eintippen. 50n als 50E-9 eintippen,
entsprechend 2k als 2E3 oder 2000.
Wer viel rechnet kürzt direkt die E-9 und die E+3 und schreibt das
Ergebnis direkt als µs = E-6s.
Einheiten stimmen auch: [V/A][As/V] = [s].
Zum experimentellen Nachvollziehen ist das Beispiel mit 51µs natürlich
weniger geeignet. Wenn man nur ein einfaches DVM hat, mit normalerweise
10MΩ Eingangswiderstand, kann man den Vorwiderstand von 2kΩ auf 220kΩ
erhöhen, das ergäbe 5.6ms Ladedauer (x110), den Kondensator auf 47µF
(x950) und wäre dann bei etwa 5 Sekunden, bei 220µF schon bei 20
Sekunden - bei Aufladung auf 40% der angelegten Spannung am Widerstand.
Das lässt sich sogar mit einer einzelnen frischen 1.5V-AA Zelle machen,
die hat 1.55V, und 40% sind 0.62V, das ist gut in der 2000mV-Einstellung
am DVM ablesbar.
Der Kondensator muss natürlich vorher komplett entladen sein, also
mehrere Sekunden einen 100Ω-Widerstand parallel schalten!
Coulomb schrieb:> Wunderbar endlich wurde in der Antwort von "mihisu" (dritte Antwort) das> mal Schritt für Schritt vorgerechnet> (Wobei man schon wissen muss was und wie da in den Schritten gemacht> wurde, das wird dann doch nicht erklärt, auch das haben so manche nie> verstanden oder vergessen und verdrängt - wie z.B. ich - viel Kram> musste ich mir wieder aneignen bzw. zum ersten mal überhaupt> verstehen...).
Was gibt es da zu erklären? Das ist Umstellen einer Gleichung, also
enfachste Mathematik. Wenn das schon Schwierigkeiten bereitet, dann ist
Elektrotechnik/Elektronik nicht Dein Thema und solttest Dir etwas
anderes suchen. Umstellen von Gleichungen ist Stoff der Realschule, hat
also nix mit Abi zu tun.
Das Einsetzen von realen Werten mit Einheiten ist Stoff des
Physikunterrichtes und wurde zu meiner Zeit in Klassenstufe 6 oder 7
vermittelt.
WEnn Du schon an dieser Stelle scheiterst, dann ist, wie schon gesagt,
Elektronik nichts für Dich. Die Gleichung die den Ladevorgang eines
Kondensators beschreibt ist noch eine von den einfachen - es wird noch
deutlich komplizierter und umfänglicher.
Obiges: => Ohne Worte ...
Schlimmer geht nimmer, dachte ich min. von vor ca. 15 Jahren.
Irr(e)n ist/sind menschlich, habe ich inzwischen verinnerlicht ...
SCNR
Coulomb schrieb:> 2.- Wenn ich jetzt mal keinen Taschenrechner habe (und natürlich auch> keine App, kein schönes Internettool was mir die Berechnung abnimmt> usw.)
Willst du hier veralbern?
Schreibst du deinen Beitrag hier auf einem Waschbrett?
Seit 30 Jahren gibt es auf Computern einen wiss. Rechner.
Und es gibt Logarithmentafel und Rechenschieber.
Coulomb schrieb:> Eben wie gebe (in welcher Reihenfolge und warum - da steht wohl doch> mehr als Punkt vor Strichrechnung dahinter) die Zahlen und Rechenzeichen> richtig im Taschenrechner ein?
Laß es sein sein! Ich dachte immer die heutige Generation ist nur zu
blöd mal nen Überschlag im Kopf zu machen, aber es scheitert ja schon am
Drücken der Tasten des Taschenrechners. So ein Ding ist also auch nichts
für Dich. Da bleibt nur noch Alexa oder Siri zu fragen. Wenn die Dir
auch nicht helfen können, dann such Dir was anderes.
Coulomb schrieb:> ...und bräuchte was wo ich "abschreiben" kann.
Hier der ausführliche Lösungsweg aus meiner Schulzeit, allerdings nur
mit anderen Zahlenwerten, die leicht durch deine Zahlenwerte ersetzt
werden können.
Zeno schrieb:> Mit dem kann man sogar den ln berechnen - zumindest meiner kann das.
Mein Tascherechenschieber von sich aus nicht, aber die 2.3 kann man sich
ja als Faktor merken und den log mit multiplizieren.
Anbei als Bastelprojekt für Drucker und Schere - Maßstab beliebig.
Leider hat mein Scanner einen "Hau", aber ich fürchte die Antworten,
wenn ich die Frage danach hier einstelle ;-)
Ich habe mir mal ein Rechenschema ausgedacht, mit dem der natürliche
Logarithmus einer beliebigen positiven Zahl
mit einer Genauigkeit von besser als 1,5%¹ berechnet werden kann.
Verfahren:
Zuerst wird das Dezimalkomma des Arguments x so verschoben, so dass ein
Wert x' mit 0,32 < x' ≤ 3,2 entsteht. b sei die Anzahl der Stellen, um
die das Komma hierfür verschoben werden muss. Verschiebungen nach links
zählen dabei positiv, Verschiebungen nach rechts negativ.
Dann kann ln(x) angenähert werden mit
wobei
Beispiele:
Im vom TE verlinkten Beispiel ist ln(0,6) zu berechnen. Da 0,6 bereits
im o.a. Intervall liegt, ist x' = 0,6 und b = 0. Somit ist
Der tatsächliche Wert ist -0,511 und der Fehler -1,4%.
Anderes Beispiel: Es soll ln(234) berechnet werden. Hier muss das
Dezimalkomma um 2 Stellen nach links verschoben werden, also ist x' =
2,34 und b = 2, und die Näherung berechnet sich zu
Hier ist der tatsächliche Wert 5,4553 und der Fehler +0,026%.
Noch ein Beispiel: ln(0,12). Hier muss das Komma um eine Stelle nach
rechts verschoben werden, damit ist x' = 1,2, b = -1 und
Der tatsächliche Wert ist -2,120 und der Fehler -0,14%.
Rechenaufwand:
Die meisten Teiloperationen der obigen Formeln (Multiplikationen mit
einem einstelligen Faktor und Additionen) können im Kopf gerechnet
werden, nur für die Division, die Multiplikation mit 0,412 und das
"Merken" der Zwischenergebnisse braucht man Papier und Bleistift. Somit
ist das Verfahren eine durchaus praktikable Alternative, falls einmal
PC, Taschenrechner, Handy, Rechenschieber und Logarithmentafel gerade
nicht zur Verfügung stehen.
───────────
¹) Genauer als 1,5% sind Kondensatoren i. Allg. sowieso nicht ;-)
Hallo,
Yalu X. schrieb:> Somit ist das Verfahren eine durchaus praktikable Alternative,> falls einmal PC, Taschenrechner, Handy, Rechenschieber und> Logarithmentafel gerade nicht zur Verfügung stehen.
Aber nur wenn du dich gerade mutterseelenallein auf einer einsamen Insel
befindest und dein Leben aus irgend welchen Gründen davon abhängt das du
den Logarithmus einer Zahl berechnen musst.
Also nie.
rhf
Josef L. schrieb:> Mein Tascherechenschieber von sich aus nicht, aber die 2.3 kann man sich> ja als Faktor merken und den log mit multiplizieren.
Mein Taschenrechenschieber kann es (s. Bild). Eingestellt ist 10 (auf
Skale LL3), der ln wird auf Skale D abgelesen und beträgt 2,30. Genauer
kann man es halt nicht ablesen (lt. Taschenrechner wären es genau
2,302585092994046). Für die Praxis ist diese Genauigkeit oftmals
ausreichend. Die Ingenieure hatten lange Zeit nur dieses Hilfsmittel.
Wenn man es genauer haben wollte hat man halt Tabellenbücher genommen.
Yalu X. schrieb:> Die meisten Teiloperationen der obigen Formeln (Multiplikationen mit> einem einstelligen Faktor und Additionen) können im Kopf gerechnet> werden
Was verlangst Du da von der heutigen Jugend? Kopfrechnen - unglaublich.
Ich habe einen Kollegen dessen Sohn ist Mathematiklehrer und der hat an
einem Gymnasium mit mathematischer/naturwissenschaftlicher Ausrichtung
unterrichtet. Eines Tages hat er von den Schülern mal verlangt sämtliche
Rechenhilfsmittel wegzupacken und Kopfrechnen geübt - wohlgemerkt nur
zur Übung, keine Klausur oder Leistungskontrolle. Am Ende der Stunde ist
der Klassensprecher zum Direktor gegangen und sich beschwert das der
Lehrer die Schüler völlig überfordern würde. Daraufhin wurde der Sohn
meines Kollegen zum Direktor bestellt und ihm wurde mitgeteilt, das er
dies zukünftig unterlassen solle.
Was dabei am Ende raus kommt sieht man am Eröffnungspost des TO.
Also Yalu, Kopfrechnen geht ja nun mal gar nicht.
Interessant, mit welcher Ausdauer und Einsatz hier etliche Leute dem
Fragesteller weiterhelfen (wollen).
Da ist teils schon Helfersyndrom dabei.
Vielleicht sollte der Fragesteller doch Abi-Stoff / Oberstufe nachholen
und die Bedienungsanleitung seines Taschenrechners verinnerlichen.
Coulomb schrieb:> Jetzt meine Frage:> Was was und wie wurde eigentlich im letzten Schritt gemacht?
Hi,
beim (Ent-)Logarithmieren ist der "Trick", daß ln e = 1 ist, die
Exponenten als Faktor vor die Logarithmen zu setzen sind, angewendet
worden.
Wichtig: hierbei gebraucht der Logarithmus naturalis "ln" und n i c h t
der Briggsche Zehner-Logarithmus "log" -> Dezibel-Berechnung!
ciao
gustav
>Eben wie gebe (in welcher Reihenfolge und warum - da steht wohl doch>mehr als Punkt vor Strichrechnung dahinter) die Zahlen und Rechenzeichen>richtig im Taschenrechner ein?
Im Manual Deines Taschenrechners findest Du irgendwo eine Tabelle, in
der Beispiele für alle elementaren Anwendungsfälle, also Punkt- und
Strichrechnung, die Benutzung von Klammern, Funktionstasten usw. dazu
aufgelistet sind. Daraus kannst Du ableiten, welche Tasten Du in welcher
Reihenfolge auf dem TR drücken musst, um einen bestimmten arithmetischen
Ausdruck wie z. B. den zur Kondensatoraufladung gehörenden auszuwerten.
Es gibt übrigens bei Taschenrechnern nicht nur eine Eingabelogik,
sondern verschiedene je nach Modell und Hersteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Taschenrechner
War mit Formeleingabe noch nicht fertig.
Nachtrag:
wieso?
weil in diesem Schritt unten ln e gleich 1 gesetzt wird.
LostInMusic schrieb:> Im Manual Deines Taschenrechners findest Du irgendwo eine Tabelle...
Einige Taschenrechner "können" das einfach nicht.
Da muss man in den sauren Apfel beißen, und auf die Grundrechenarten
reduzieren und Zwischenergebnisse notieren.
Dann eventuell in der Logarithmentabelle nachsehen.
Die meisten "wissenschaftlichen" Taschenrechner haben bestimmte
Funktionen als Algorithmen schon drauf. Den "ln" zum Beispiel.
Die "kaufmännischen" Taschenrechner können Runden etc. besser.
Probier es mal aus, beide "Rechnerarten" liefern tatsächlich
unterschiedliche Ergebnisse.
ciao
gustav
Roland F. schrieb:> Yalu X. schrieb:>> Somit ist das Verfahren eine durchaus praktikable Alternative,>> falls einmal PC, Taschenrechner, Handy, Rechenschieber und>> Logarithmentafel gerade nicht zur Verfügung stehen.>> Aber nur wenn du dich gerade mutterseelenallein auf einer einsamen Insel> befindest und dein Leben aus irgend welchen Gründen davon abhängt das du> den Logarithmus einer Zahl berechnen musst.>> Also nie.
Vielleicht werde ich ja demnächst von einer Flut- oder sonstigen
Katastrophe heimgesucht, die nicht nur den Strom ausfallen lässt,
sondern auch den hölzernen Rechenschieber und die Logarithmentafel
unbenutzbar macht. Auch in dieser Situation gibt es noch genügend
sinnvolle Anwendungsfälle für Logarithmen, ein paar wenige davon sind
hier genannt:
https://en.wikipedia.org/wiki/Logarithm#Applications
Insbesondere Wahrscheinlichkeitsrechnung und Psychologie können dabei
helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Katastrophe
besser zu überstehen.
Nein, ich habe mir das Verfahren nicht überlegt, weil ich es unbedingt
brauche, sondern weil der TE danach gefragt hat, weil es für mich einen
Erkenntnisgewinn bringt und weil es einfach Spaß macht. Andere schauen
sich in ihrer Freizeit Rosamunde-Pilcher-Filme im Fernsehen an oder
lassen sich im Fußballstadion von den gegnerischen Fans verkloppen, ich
persönlich finde halt die Beschäftigung mit wissenschaftlichen und
technischen Dingen spannender.
Man sollte bei Freizeitbeschäftigungen nicht immer nach deren tieferem
Sinn fragen :)
>Einige Taschenrechner "können" das einfach nicht.>Da muss man in den sauren Apfel beißen, und auf die Grundrechenarten>reduzieren und Zwischenergebnisse notieren.>Dann eventuell in der Logarithmentabelle nachsehen.
In diese Kategorie fallen Bürotaschenrechner. Die können zwar keinen
"ln", aber bei den meisten gibt es eine Taste für die Quadratwurzel
("sqrt" = square root), und damit kann man - wenn auch etwas mühsam -
den "ln" approximieren:
ln(0.6) = 2^8·(sqrt(sqrt(sqrt(sqrt(sqrt(sqrt(sqrt(sqrt(0.6)))))))) - 1)
Das Argument 0.6 entstammt dem Beispiel des TO: 1 - 2/5 = 0.6.
Ich habe es mit einem billigen TR (GENIE 510, acht Digits)
nachvollzogen: 0.6 eintippen, dann achtmal auf die Quadratwurzeltaste
drücken, danach "minus 1" rechnen und das abschließend noch mit 2^8 =
256 multiplizieren. Auf dem Display steht dann -0.510336 und das ist
ln(0.6) auf immerhin drei Nachkommastellen genau (exakt wäre
-0.510825...).
Zwischenergebnisse muss man übrigens nicht notieren, denn dafür stellen
alle TR einen Speicher bereit (Tasten M+, M-, MRC oder ähnlich).
Da es Verfahren (sogenannte Differenzenschemata) gibt, die es erlauben,
Quadratwurzeln nur mit Stift und Papier einigermaßen effizient
auszurechnen, kann man über diesen Weg auch Logarithmen händisch auf
viele Stellen genau ausrechnen. Ausgedacht hat sich das alles ein
gewisser Henry Briggs - der Mathematiker, der die erste Logarithmentafel
erstellt hat.
Karl B. schrieb:> Die meisten "wissenschaftlichen" Taschenrechner haben bestimmte> Funktionen als Algorithmen schon drauf. Den "ln" zum Beispiel.> Die "kaufmännischen" Taschenrechner können Runden etc. besser.> Probier es mal aus, beide "Rechnerarten" liefern tatsächlich> unterschiedliche Ergebnisse.
Der Rechner unter W7 kann schon 4 Modi.
Yalu X. schrieb:> Ich habe mir mal ein Rechenschema ausgedacht,
Im Prinzip hübsch, aber ich gestehe, dass mir die
Zahlen in Deiner Formel zu krumm sind, und überhaupt
finde ich dekadische Logarithmen bequemer. :)
Im Prinzip muss man sich sowieso nur die Logarithmen
von 2, 3, 5 und 7 merken; log(2) ist 0.30103, das
wissen ziemlich viele Leute aus dem Kopf.
log(3) = 0.4771 habe ich mal als Schüler gelernt;
log(5) = log(10/2) = 1-0.30103 = 0.69897, muss man
also nicht lernen. Nur den log(7) weiss ich nicht
aus dem Kopf.
log(0.6) wäre dann log(6/10) = log(2*3/10)
= 0.30103+0.4771-1 = -0.22187
Wer den natürlichen Logarithmus braucht, muss halt
noch mit 2.30... malnehmen.
Hallo Coulomb
Hier wurde schon alles gut erklärt und beschrieben aber wie schon
Eingangs erwähnt wurde hat man in der Praxis keine Logarithmustabelle
bzw einen Taschenrechner zur Hand. Ich habe mich immer damit beholfen
dass ich den Kondensator auf eine Spannung aufgeladen habe und dann auf
die halbe Spannung entladen habe. Damit ist Uc/Ut immer 2. Der ln von 2
ist (abgerundet) 0,693.
Diesen Wert muss man sich merken.
Siehe Beispiele und Erklärung im Anhang.
Mit diesem Prinzip war ich auch immer in der Lage sehr grosse
Kapazitäten zu messen wo viele Kapazitätsmessgeräte versagt haben weil
deren Messbereiche nicht ausreichten.
Vielleicht ergänzt meine Erklärung Dein Verständns.
Gruβ MTh
Zeno schrieb:> WEnn Du schon an dieser Stelle scheiterst, dann ist, wie schon gesagt,> Elektronik nichts für Dich.
Exakt! Und es wird auch nichts, wenn man ihm die verlangten "Zeilen zum
Abschreiben" präsentieren würde. Ist ja trotzdem schon gemacht worden
hier. Aber ohne ein Minimum an math. Grundlagen kann man das eben nicht
verstehen. Aus meiner lang zurück liegenden Mathe-Nachhilfe-Erfahrung
weiß ich auch, dass es einfach Menschen gibt, denen bestimmte
Zusammenhänge einfach nicht zu vermitteln sind. Gerade in einem
Parallelfaden beschwert man sich darüber, dass Physik abstrakt und
unanschaulich ist. Was soll man dazu sagen??
Gruß Rainer
Coulomb schrieb:> Ein Kondensator wird über einen Vorwiderstand geladen - die> Quellspannung ist konstant:> Es ergibt sich diese mehr oder weniger bekannte Formel deren Anwendung> jeden ohne Abitur oder Mathematikverliebten immer wieder Fragen> aufwirft.
Nicht wirklich. Expontialfunktionen werden lange vor dem Abitur
behandelt. Bin nicht ganz sicher, ob es im Bundesdeutschen
Bildungssystem noch für Hauptschüler behandelt wird. Ganz sicher wird es
aber behandelt, wenn man mindestens Realschüler war.
Wenn man in der DDR geboren wurde, hat man es in jedem Fall in der
Schule vermittelt bekommen. Es sei denn, man war so prasseldoof, dass es
nichtmal für den 8-Klassen-Abschluß gereicht hat.
Wenn Dau-Dummdödel natürlich nicht hingehört hat, was der Lehrer da
vertellt, dann muss er sich jetzt nicht beschweren...
No mercy for self-issued problems...
Egon D. schrieb:> Yalu X. schrieb:>>> Ich habe mir mal ein Rechenschema ausgedacht,>> Im Prinzip hübsch, aber ich gestehe, dass mir die> Zahlen in Deiner Formel zu krumm sind,
Dabei habe ich mir so viel Mühe gegeben, möglichst wenige krumme
Konstanten zu verwenden :)
Übrig geblieben sind davon drei:
- 0,412 (ziemlich krumm)
- 2,3 (etwas krumm)
- 0,6 (nur ein ganz kleines Bisschen krumm)
> und überhaupt finde ich dekadische Logarithmen bequemer. :)
Für den Ladevorgang eine Kondensators (um den es in diesem Thread ja
geht) empfinde ich den natürlichen Logarithmus bequemer, da ist aber
Ansichtssache ;-)
Da sich beide nur um einen konstanten Faktor unterscheiden, spielt die
persönliche Präferenz zum Glück keine so große Rolle.
> Im Prinzip muss man sich sowieso nur die Logarithmen> von 2, 3, 5 und 7 merken;
Das sind ja schon mal 4 ziemlich krumme Konstanten. Ok, lg(2) wird
meistens mit 0,3 angenähert und lg(5) = 1 - lg(2) ≈ 0,7 braucht man sich
nicht unbedingt merken.
> Wer den natürlichen Logarithmus braucht, muss halt> noch mit 2.30... malnehmen.
Ok, dann zählen wir mal nach:
- 0,477 (lg(3), ziemlich krumm)
- 0,845 (lg(7), ziemlich krumm)
- 2,3 (ln(10), etwas krumm)
- 0,3 (lg(2), nur ein ganz kleines Bisschen krumm)
Dein Verfahren benötigt also eine ziemlich krumme Konstante zusätzlich
und ist dabei beschränkt auf Argumente, die nur eine signifikante Stelle
haben. Für das Beispiel des TE (Argument = 0,6) reicht das aus, aber was
machst du, wenn das Argument 0,65 oder 0,47 ist? Um auch alle Zahlen mit
zwei signifikanten Stellen abzudecken, müsste man sich zusätzlich noch
die Logarithmen aller Primzahlen von 11 bis 97 (also noch weitere 21
mehr oder weniger krumme Konstanten) merken.
Deswegen muss ich gestehen, dass mir die krummen Konstanten in deinem
Verfahren viel zu viele sind ;-)
c-hater schrieb:> Bin nicht ganz sicher, ob es im Bundesdeutschen> Bildungssystem noch für Hauptschüler behandelt wird.
Ich habe als erstes den Lehrplan von Hessen gefunden. Sieht traurig aus,
um nicht zu sagen erschreckend.
Von Expontialfunktionen und Logarithmen nichts zu sehen. Allerdings, die
Verwendung eines Taschenrechners wird gelehrt.
Von
https://kultusministerium.hessen.de/sites/default/files/HKM/lphauptmathe.pdf> Wenn man in der DDR geboren wurde,
Ach hör doch mit dem DDR-Scheiß auf. Also gut, der
Hauptschulbildungsgang-Fachlehrplan Mathematik von heute aus Sachsen. Da
man die Hauptschule in Sachsen formal aufgegeben hat ist das jetzt der
Hauptschulbildungsgang in der Oberschule. Und was ist? Auch nicht besser
http://lpdb.schule-sachsen.de/lpdb/web/downloads/49_lp_os_mathematik_2019.pdf?v2
c-hater schrieb:> Wenn man in der DDR geboren wurde, hat man es in jedem Fall in der> Schule vermittelt bekommen. Es sei denn, man war so prasseldoof, dass es> nichtmal für den 8-Klassen-Abschluß gereicht hat.
Höchstens ab Klasse 9.
Und habe mal in meinen Küstner geschaut.
Und vor mir stramm gestanden und salutiert!
Da sind handschriftliche Bemerkungen drin, wie man Zwischenwerte
zwischen den Tabellenwerten berechnen kann.
Wie schlau war ich damals, jetzt alles vergessen :-)
Übrigens ist der Küstner einige Jahre nach der Schule.
Yalu X. schrieb:> Dabei habe ich mir so viel Mühe gegeben, möglichst> wenige krumme Konstanten zu verwenden :)
"Bei großen Dingen genügt es, sie gewollt zu haben." :)
Im übrigen war mein Einwand nicht wirklich zielgenau.
Ich verstehe die Idee, mit einer gebrochenen Funktion
zu approximieren, weil das i.d.R. mit wenig Teiltermen
gute Genauigkeit gibt. In der Praxis habe ich aber bei
mir festgestellt, dass ich außerordentlich ungern
dividiere (wobei "Kehrwert bilden" nicht als dividieren
zählt :)
Meistens rechne ich solange es geht mit gemeinen
Brüchen und gehe irgendwann gegen Ende der Rechnung
auf Dezimalbrüche über. Von daher widerspricht eine
Näherung in Gestalt eines Bruches, der oben und unten
weitere Dezimalbrüche als Konstanten hat, massiv meinen
Rechengewohnheiten :) Das nur als Erklärung.
>> und überhaupt finde ich dekadische Logarithmen bequemer. :)>> Für den Ladevorgang eine Kondensators (um den es in diesem> Thread ja geht) empfinde ich den natürlichen Logarithmus> bequemer, da ist aber Ansichtssache ;-)
Stattgegeben.
Wobei... wenn ich mir das jetzt ruhig überlege... ich kann
mich nicht entsinnen, bei RC-Gliedern in der Praxis jemals
mit dem Logarithmus herumhantiert zu haben. Exponential-
funktionen bzw. geometrische Reihen -- das ja, aber
Logarithmus?
Da außerdem gilt: lim (1+1/n)^n = e für n-->oo, kann man
daraus einfache Näherungen für exponentielles Abklingen
gewinnen, denn (1-1/n)^n geht für wachsendes n gegen 1/e.
Beispiel: (1-1/10)^10 = 0.3487 ~= 0.3679 (=1/e)
Wenn zu t=0 der Kondensator auf U=1 aufgeladen ist, dann
ist die Spannung zu t=0.1, t=0.2, t=0.3,... etwa
0.9, 0.81, 0,729, 0.65 (~=0.81^2), 0.585 (~=0.95*0.9)...
Wenn ich es wirklich genauer brauche, nehme ich dann
doch den Taschenrechner :)
>> Im Prinzip muss man sich sowieso nur die Logarithmen>> von 2, 3, 5 und 7 merken;>> Das sind ja schon mal 4 ziemlich krumme Konstanten.
Ja, schon... der Knackpunkt ist, dass man die krummen
Konstanten nur addieren, subtrahieren und allenfalls
mit kleinen ganzen Faktoren malnehmen muss. Insbesondere
muss man nicht dividieren, und vor allem nicht zwei
Dezimalbrüche durch einander.
Beispiele:
log(32) = log(2^5) = 5 * log(2) = 1.505
log(12.5) = log(100/8) = 2 - 3*log(2) = 2 - 0.90309 = 1.09691
Ohh... und da gerade 12.5 als Beispielwert auftaucht: Die
Renard-Serie R10 enthält folgende Vorzugszahlen:
1
2
0 10
3
1 12.5
4
2 16
5
3 20
6
4 25
7
5 31.5
8
6 40
9
7 50
10
8 63
11
9 80
So ein unglaublicher Zufall, dass log(40) = 1.60206 und
log(16) = 1.20412 gilt... :o)
> Dein Verfahren benötigt also eine ziemlich krumme> Konstante zusätzlich
Ja.
Der Vorteil ist nicht, dass man keine krummen Konstanten
braucht -- man braucht sogar noch mehr und noch viel
krummere Konstanten. Der Hauptvorteil ist, dass die
auszuführenden Rechenoperationen ganz einfach sind -- im
Prinzip nur Plus und Minus.
> und ist dabei beschränkt auf Argumente, die nur eine> signifikante Stelle haben.
Nur theoretisch. Ein wenig schummelt ist erlaubt...
> Für das Beispiel des TE (Argument = 0,6) reicht das> aus, aber was machst du, wenn das Argument 0,65 oder> 0,47 ist?
Das entscheide ich meistens von Fall zu Fall. Bei 0.65
könnte man die Werte für 0.6 und 0.7 angucken und ggf.
interpolieren (=mitteln).
Gerade beim ln könnte man auch aus dem Anstieg und der
Differenz im Argument einen kleinen Korrekturwert
bestimmten (Taylorreihe). Das müsste ich mir mal in
Ruhe überlegen.
> Um auch alle Zahlen mit zwei signifikanten Stellen> abzudecken, müsste man sich zusätzlich noch die> Logarithmen aller Primzahlen von 11 bis 97 (also> noch weitere 21 mehr oder weniger krumme Konstanten)> merken.
Nee. Es ist wie bei den Kettenbrüchen neulich: Man kann
fast immer ein Ersatzproblem formulieren, bei dem der
Fehler nur ETWAS größer ist, das sich aber VIEL besser
rechnen lässt.
> Deswegen muss ich gestehen, dass mir die krummen> Konstanten in deinem Verfahren viel zu viele sind ;-)
Ich wollte Deine Idee gar nicht madig machen. Die
Zielrichtung finde ich ja gut -- nur widerspricht
Dein Verfahren zu stark meinen eingefleischten
Rechengewohnheiten... :)
Roland F. schrieb:> Aber nur wenn du dich gerade mutterseelenallein auf> einer einsamen Insel befindest und dein Leben aus> irgend welchen Gründen davon abhängt das du den> Logarithmus einer Zahl berechnen musst.>> Also nie.
Ich kann Dir nicht folgen. MEIN Leben hängt dauernd
von irgendwelchen Zahlen ab, und ich bin SEHR froh,
dass ich wenigstens die eine oder andere Zahl grob
abschätzen kann, die mein Gegenüber so mit kühner
Stirne, stolzer Brust in den Raum wirft.
An jeder Ecke wird von Internet of Krempel,
Industrie 4.0 und dergleichen getönt -- und Du willst
erzählen, man müsse nicht rechnen können? Arbeitest
Du im Vertrieb oder im Marketing?
> ... und Du willst> erzählen, man müsse nicht rechnen können? Arbeitest> Du im Vertrieb oder im Marketing?
Die Entwicklung geht zweifellos dahin, dass man nicht rechnen
können SOLL. -
NOCH bessere Einstellungsvoraussetzungen für unsere zukünftigen
Rentenbeitragszahler/iNNen sind jedoch (Auszug):
- Nachweis der richtigen, alternativen Herkunft, mit Potential
zur Inzucht-Vermeidung beim zusätzlich völlig überalterten
Volkskörpers
(wie es der Präsident 'unseres' Bundestages, Schäuble favorisiert),
- Gender-Kenntnisse:
Wie verlängere ich jeden trivialen Text soweit,
dass man den eigentlichen Sinn desselben nicht mehr erkennt,
z.B. bei Polizei-AnwärteriNNen, -iXXE etc. muss es dann heissen:
der/die Verbrecher-iNNen, -iXXe, Mörder/in(nen)/iX(Xe) etc.,
- mindestens 10 testierte Teilnahmen an
Veranstaltungen im Hamburger Schanzenviertel, bei
BLM-, FFF- oder gleichwertigen Demos, erfolgreiche Anzündung
von Lichterketten o.ä.,
- bei mit falschem Geschlecht Geborenen reicht schon die
gerichtsfest dokumentierte Umwandlung des ursprünglichen,
ungünstigen XY-Chromosoms ...
SCNR
Hannes J. schrieb:> Hauptschulbildungsgang-Fachlehrplan Mathematik von heute aus Sachsen. Da> man die Hauptschule in Sachsen formal aufgegeben hat ist das jetzt der> Hauptschulbildungsgang in der Oberschule. Und was ist? Auch nicht besser> http://lpdb.schule-sachsen.de/lpdb/web/downloads/49_lp_os_mathematik_2019.pdf?v2
Grad mal den Lehrplan angesehen, nach meinem Verständnis eine
Katastrophe.
Lehrpläne der ehemaligen DDR habe ich zwar auf die Schnelle nicht
gefunden, aber dafür die Lehrbücher der entsprechenden Klassenstufen. Da
wurde z.B. in Klassenstufe die Logarithmenrechnung (natürlicher
Logarithmus) behandelt, ebenso wie das Rechnen mit physikalischen
Einheiten und bis zum Erbrechen alles was mit Potenzrechnung zu tun hat.
Also alles was der TO bräuchte.
Ich habe mir mal einige Mathebücher angeschaut und da kann man sagen,
das die wichtigen Sachen alle so 1 bis 2 Jahre früher im Lehrplan
standen.
Beispiel aus eigenem Erleben: Gleichungen werden lt. dem sächsischen
Lehrplan erst in Klasse 8 behandelt, gebraucht wird das aber schon im
Physikunterricht ab Ende Klasse 6 spätestens ab Klasse 7. Ich kann mich
noch daran erinnern das es da bei meiner Tochter große
Verständnisprobleme gab und sie genau aus diesem Grund dem
Physikunterricht nicht richtig folgen konnte, weil da eigentlich
mathematisch schon Dinge angesagt waren, die erst viel im
Mathematikunterricht behandelt wurden. Lernen macht aber nun mal nur
Spaß wenn das auch versteht was einem erzählt wird, aber das wiederum
funktioniert nur wenn man die nötigen Grundlagen dazu beherrscht.
Das heutige Schulsystem ist, was die Wissensvermittlung betrifft in D
einfach nur Mist und das merkt man auch am Wissensstand der jungen
Leute, es fehlen schlichtweg die Grundlagen und es mangelt an
Allgemeinbildung.
Egon D. schrieb:> Wobei... wenn ich mir das jetzt ruhig überlege... ich kann> mich nicht entsinnen, bei RC-Gliedern in der Praxis jemals> mit dem Logarithmus herumhantiert zu haben. Exponential-> funktionen bzw. geometrische Reihen -- das ja, aber> Logarithmus?
U(t) ist eine Exponentialfunktion, die Umkehrung t(U) (um die es auch in
diesem Thread geht) eine Logarithmusfunktion. Praktische Bedeutung hat
dies bspw. bei der Berechnung der Frequenz von RC-Oszillatoren.
> Der Vorteil ist nicht, dass man keine krummen Konstanten> braucht --
Aber genau die hast du doch bei meinem Verfahren kritisiert:
Egon D. schrieb:> ich gestehe, dass mir die Zahlen in Deiner Formel zu krumm sind
;-)
> Der Hauptvorteil ist, dass die auszuführenden Rechenoperationen ganz> einfach sind -- im Prinzip nur Plus und Minus.
Das ist richtig.
> man braucht sogar noch mehr und noch viel krummere Konstanten
... die man sich dann sowieso nicht mehr merken kann, weswegen sie am
besten auf Papier geschrieben oder gedruckt werden. Und schon sind wir
nicht mehr weit von der Logarithmentafel entfernt :)
Egon D. schrieb:> Das entscheide ich meistens von Fall zu Fall. Bei 0.65> könnte man die Werte für 0.6 und 0.7 angucken und ggf.> interpolieren (=mitteln).
So wird es auch hier gemacht:
https://www.rechberg-gymnasium-donzdorf.de/fileadmin/user_upload/Lehrer-Uploads/mathematik/RoR/Logarithmen_genaehert.pdf
Allerdings ist die Interpolation im Bereich zwischen lg(1) und lg(2) und
zwischen lg(2) und lg(3) ziemlich ungenau, weswegen der Autor für diese
Bereiche jeweils eine Korrekturformel und für den Bereich von lg(1) bis
lg(1,5) noch eine weitere, direkte Näherungsformel (ohne Interpolation,
dafür aber mit Division ;-)) angibt.
> Nee. Es ist wie bei den Kettenbrüchen neulich: Man kann> fast immer ein Ersatzproblem formulieren, bei dem der> Fehler nur ETWAS größer ist, das sich aber VIEL besser> rechnen lässt.
Um dieses Ersatzproblem zu finden, muss man aber nachdenken, was u.U.
deutlich länger dauert als eine schriftliche Division auszuführen ;-)
Was mir in diesem Zusammenhang noch einfällt:
Man kann jede Zahl durch einen Bruch annähern, dessen Zähler und Nenner
nur die Faktoren 2, 3, 5 und 7 enthält. Damit wäre bspw.
lg(0.47) ≈ lg(15/32) = lg(3) + lg(5) - 5·lg(2) = -0,329 (-0,328)
lg(0,65) ≈ lg(35/54) = lg(5) + lg(7) - lg(2) - 3·lg(3) = -0,188 (-0,187)
(tatsächlicher Wert jeweils in Klammern)
Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, ohne Computerhilfe auf die
Näherungsbrüche zu kommen.
> Ich wollte Deine Idee gar nicht madig machen.
So habe ich das auch gar nicht aufgefasst, sondern genieße vielmehr die
angeregte Diskussion :)
Hallo
Danke an alle die vernünftige Antworten gebracht haben bzw. für die sich
entwickelnde fachbezogene Diskussion - die ist für mich zwar (noch?)
nicht nachvollziehbar- aber totzdem - Daumen hoch.
Ich habe mich mal ein wenig (mehr) im Netz umgeschaut und so einiges
über den Logarithmus allgemein, den Rechenregel und den "speziellen"
Logarithmen informiert (so einige Lehrvideos und "Schülererklärungen").
Vom Grundsatz her eigentlich gar nicht zu schwer - mir wird allerdings
auch wieder klar wo mein Problem ganz allgemein schon immer bei der
"höheren" (auch wenn jetzt einige lachen werden - das ist und vor allem
war es aber für mich) liegt:
Viele Sachen (in echten Aufgaben,und praktische Anwendungen) der meist
recht einfachen Grundregeln sind sehr oft ziemlich gut "versteckt" und
der ganze "alte" Kram den man mal vorher gelernt hatte (oder auch nicht
- bzw. vergessen und verdrängt wurde) darf man auch nicht vergessen
haben.
Rainer V. schrieb:> Aus meiner lang zurück liegenden Mathe-Nachhilfe-Erfahrung> weiß ich auch, dass es einfach Menschen gibt, denen bestimmte> Zusammenhänge einfach nicht zu vermitteln sind.
Ich kann (muss) dir da gleichzeitig zustimmen und widersprechen.
Zustimmen in der Weise:
Wenn diese Menschen (zu den ich auf jeden Fall gehört habe und es immer
noch ein wenig bin) mit solchen Sachen konfrontiert werden so wie es in
der Schule (und den eher schlechten Nachhilfelehrern) gelehrt wird
trifft deine Aussage leider zu.
Wiedersprechen muss ich aber auch:
Wenn auf den Problemfall eingegangen (und sei es nur virtuell in Videos
und erklärungen für "Dummies") wird und es Schritt für Schritt ohne
"Angst" durch den Lehrer (Videotutor der den Problemfall gar nicht
perönlch kennt)altes zu wiederholen erklärt wird und erstmal länger auf
"verstecken", "zusammenwürfeln" und zu viel "alten" Kram rein zu
mischen den man (der Problemschüler) angeblich schon beherrscht
verzichtet (Ganz einfach Geduld hat, im Schulumfeld -leider illusorisch-
auch mal über einen längeren Zeitraum auf Bewertung und Druck
verzichtet) dann schaffen es auch dies Menschen den "Kram" irgendwann zu
verstehen.
Das ist mein Vorteil bzw. der von "Spät" und nur zum endlich Verstehen
wollenden Eigenwilligen - da man dann alles freiwillig und ohne jeden
Zeitdruck und vor allem Leistungsdruck machen kann- was den Schüler
(Studenten, sich Fort- und weiterbildenden) leider nicht gegönnt wird.
Das man als Schüler (usw.) nicht nur mit einen Fach konfrontiert wird
(und alle immer wichtig aus Sicht des jeweiligen Lehrenden sind) sollte
man auch im höheren alter und fernab jeglicher schulischen
Bildungssituation nicht vergessen.
Viele (denen alles "so zugeflogen war?") scheinen das aber vergessen zu
haben...
Coulomb
Die generelle Diskussion um die Bildungssysteme ist für mich witz- und
sinnlos. Es ist aber natürlich schön, dass du jetzt Zeit und Musse hast,
relativ angstfrei noch mal etwas zu lernen. "Daumen hoch"
Rainer
Es gibt eigentlich gute Mathesoftware fuer Smartphones wie z.B. die
Maplesoftware (von deutschen Teenagern entwickelt - kann also nix sein
oder? Zumindest sind sie jetzt Millionaere....)
Diese Software ist in der Lage nicht nur Loesungen zu liefern sondern
auch in Einzelschritten zu erklaeren wie man zum Ergebnis kommt.
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.maplesoft.companion&hl=en
Davon abgesehen gibt es auch noch andere Smartphone Apps die eine
angenehme Dateneingabe erlauben 2e3 oder 23EXP-4 ist nicht so mein
Ding....
Hallo,
Egon D. schrieb:> Ich kann Dir nicht folgen.
Ich dir auch nicht.
> ...und Du willst erzählen, man müsse nicht rechnen> können?
Wo habe ich das erzählt?
Meine Antwort auf den Beitrag von Yalu sollte nur zu Ausdruck bringen,
das es in der heutigen Zeit so gut wie ausgeschlossen ist, das zur
Berechnung von Logarithmen PC, Taschenrechner, Handy, Rechenschieber
oder Logarithmentafel gerade nicht zur Verfügung stehen.
rhf
P.S.
Im Übrigen möchte ich nur bemerken, das die Methoden von dir und Yalu
sicherlich geeignet sind den Logarithmus einer Zahl auch ohne obige
Hilfsmittel zu ermitteln. Allerdings bezweifele ich, das das für Coulomb
auch nur im Mindesten hilfreich sein dürfte, da seine mathematischen
Verständnisprobleme schon viel früher ansetzen.
Das Problem ist einfach das in D bei der Vermittlung von Wissen oftmals
die Struktur fehlt. Da wird z.B. in Physik etwas erklärt aber es fehlen
noch die dafür erforderlichen mathematischen Grundlagen. Für das
Verständnis einfach eine Katastrophe. Viele schalten dann einfach ab,
mit der fatalen Folge das nun auch Wissenslücken in Physik enstehen.
Es fehlt generell die für das Verständnis so wichtige fachliche
Abstimmung zwischen den einezelnen Fächern.
Zeno schrieb:> Es fehlt generell die für das Verständnis so wichtige fachliche> Abstimmung zwischen den einezelnen Fächern.
Ich weiß nicht, ob das so stimmt...aber Raketen auf den Mond schicken,
das können wir doch. Und das ist doch auch was oder?!
Gruß Rainer
Hallo,
Zeno schrieb:> Das Problem ist einfach das in D bei der Vermittlung von Wissen oftmals> die Struktur fehlt. Da wird z.B. in Physik etwas erklärt aber es fehlen> noch die dafür erforderlichen mathematischen Grundlagen.
Meiner Meinung nach wird die Wichtigkeit mathematischer Kenntnisse für
da Verstehen grundlegender physikalischer Vorgänge massiv überschätzt.
> Viele schalten dann einfach ab...
Wundert mich bei der Art wie Physik und Mathematik unterrichtet wird
nicht wirklich. Hinzu kommt das es ja in der Öffentlichkeit nahezu schon
zum guten Ton gehört darauf hinzuweisen das "man in Mathe und Physik
immer schlecht war".
> Es fehlt generell die für das Verständnis so wichtige fachliche> Abstimmung zwischen den einezelnen Fächern.
Da stimme ich dir allerdings völlig zu.
rhf
Roland F. schrieb:> Meiner Meinung nach wird die Wichtigkeit mathematischer Kenntnisse für> da Verstehen grundlegender physikalischer Vorgänge massiv überschätzt.
Physik ist Mathematik. Es geht eben nicht ohne, sicher zum Leidwesen
vieler die nicht Mathematikaffin sind. Für's Grundverständnis muß es
sicher nicht höhere Mathematik sein, aber die 4 Grundrechenarten und
deren Regeln sollten schon bekannt sein und man sollte auch wissen was
eine Gleichung ist und wie man diese umstellt.
> Meiner Meinung nach wird die Wichtigkeit mathematischer Kenntnisse für> da Verstehen grundlegender physikalischer Vorgänge massiv überschätzt.
Will man wirklich etwas werden, sind Kenntnisse in NICHT-Mint-Fächern
wie z.B. Völkerrecht, Gender-Studies, Integrationsmanagement
(ja, auch sowas kann man studieren!) u.ä. auf jeden Fall wichtiger.
Wenn man dann zusätzlich noch auswendig weiss und daher jedem(r)
Ignoranten/in verklickern kann, dass der Ausstoss von Gigatonnen an CO2
und Stromverbräuche von unzähligen Megabytes auf jeden Fall
GANZ, ganz viel zu viel ist, steht einem(r) die Welt offen!
Zeno schrieb:> Es fehlt generell die für das Verständnis so wichtige fachliche> Abstimmung zwischen den einezelnen Fächern.
Was für ein Blödsinn. Wenn da was fehlt, dann ist das ein Engagement von
Schülern, Eltern und Lehrern. Ich lass mir doch keinen Lehrplan
gefallen, der ernsthaft in einem Fach Wissen voraussetzt, das erst Jahre
später vermittelt wird! Abstruser gehts nimmer...
Gruß Rainer
> Was für ein Blödsinn. Wenn da was fehlt, dann ist das ein Engagement> von Schülern, Eltern und Lehrern. Ich lass mir doch keinen Lehrplan> gefallen, ...
Die -als systemrelevant definierten- 'satten' 16 Kultusminsterien,
-die alle mit entsprechend vielen Pöstchen verbunden sind; nicht jedes
poltische Auslaufmodell kann in die EU-Farce entsorgt werden-
bekommen es seit jeher wenig bis schlecht hin, bundesweit auch nur
ähnliche Curricula (Lehrpläne) zu aufzustellen,
schon zu meiner Schulzeit nicht, jetzt NOCH weniger.
Wieviel haben da wohl in einer Veranstaltung à la
"Kultusministerkonferenz"
die Randfiguren "Schüler, Eltern und Lehrer" zu melden?
Hallo,
Zeno schrieb:> Physik ist Mathematik.
Nö, Physik ist Physik.
Der Gedanke, das Physik Mathematik ist, führt meiner Meinung nach zu der
heute in Deutschland üblichen "verkopften" Beschreibung
wissenschaftlicher Phänomene. Mit der Folge das nur noch eine kleine
Gruppe von "Eingeweihten" versteht worum es geht und der größte Teil der
Anderen sofort abschalten. Und leider gehören viele unserer
Entscheidungsträger zu diesen "Anderen".
Wenn Physik wirklich Mathematik wäre, brauchte man auch kein CERN mehr,
da würde es reichen wenn sich Mathematiker hinsetzen und mit ein paar
Formeln die Welt beschreiben. Tatsächlich ist es aber oft genau anders
herum gewesen, Physiker haben Experimente durchgeführt und anschließend
hat die Mathematik geholfen diese Effekt formal perfekt zu beschreiben
(und dadurch sicherlich auch neue Erkenntnisse zu gewinnen, man denke
nur an die Maxwell-Gleichungen).
> ...aber die 4 Grundrechenarten und deren Regeln sollten schon> bekannt sein und man sollte auch wissen was eine Gleichung ist> und wie man diese umstellt.
Das ist sicherlich wünschenswert, aber trotzdem muss es möglich sein
einen (Grund)Zugang zur Physik zu finden ohne theoretischen Ballast. Der
"Rest" kommt später.
rhf
Coulomb schrieb:> Viele Sachen (in echten Aufgaben,und praktische> Anwendungen) der meist recht einfachen Grundregeln> sind sehr oft ziemlich gut "versteckt" und der> ganze "alte" Kram den man mal vorher gelernt hatte> (oder auch nicht - bzw. vergessen und verdrängt> wurde) darf man auch nicht vergessen haben.
Ja.
Es gibt in der Praxis mehrere Schwierigkeiten:
1. "Mathematik" ist nicht deckungsgleich mit "rechnen
können". Meine Mutter war bei der Sparkasse und konnte
ziemlich gut rechnen, hatte allerdings kaum Ahung von
Mathematik.
2. Die praktische Aufgabenstellung, die physikalische
Problemstellung und das mathematische Problem sind
nicht deckungsgleich.
3. Mathematik wird meiner Meinung nach überwiegend
falsch gelehrt.
> Wenn diese Menschen [...] mit solchen Sachen konfrontiert> werden so wie es in der Schule [...] gelehrt wird trifft> deine Aussage leider zu.>> Wiedersprechen muss ich aber auch:> Wenn auf den Problemfall eingegangen [...] wird [...]> dann schaffen es auch dies Menschen den "Kram" irgendwann> zu verstehen.
Naja, das Problem bei der Sache ist: In einer Schulklasse
mit 30 Schülern kann der Lehrer unmöglich beliebig weit
auf jeden einzelnen Schüler eingehen.
Lösungsansatz: Schüler brauchen die Fähigkeit zum Selbst-
studium. Und -- ja, hier liegt m.E. ein ziemlich großes
noch unerschlossenes Potenzial.
> Das ist mein Vorteil bzw. der von "Spät" und nur zum> endlich Verstehen wollenden [Lern]willigen - da man> dann alles freiwillig und ohne jeden Zeitdruck und vor> allem Leistungsdruck machen kann- was den Schüler> (Studenten, sich Fort- und weiterbildenden) leider> nicht gegönnt wird.
Naja.
In der Schule hat mir Mathe Spaß gemacht. Zum Ende der
großen Ferien, als man die Lehrbücher für's neue
Schuljahr schon hatte, habe ich immer tagelang voller
Vorfreude im Mathe- und Physikbuch herumgelesen, was
alles so im nächsten Jahr drankommt.
Ich habe erst viele Jahrzehnte später verstanden, dass es
zwischen diesem Verhalten und der Tatsache, dass ich in
Mathe in der Schule gut war, einen inneren Zusammenhang
gibt.
U. B. schrieb:>> ... und Du willst>> erzählen, man müsse nicht rechnen können? Arbeitest>> Du im Vertrieb oder im Marketing?>> Die Entwicklung geht zweifellos dahin, dass man nicht> rechnen können SOLL.
Ich wollte die Diskussion zwar nicht auf Quertreiber-AfD-
Niveau herabziehen, aber -- ja, manchmal ist es schwer,
diesen Eindruck zu unterdrücken.
Rainer V. schrieb:> Ich lass mir doch keinen Lehrplan> gefallen, der ernsthaft in einem Fach Wissen voraussetzt, das erst Jahre> später vermittelt wird! Abstruser gehts nimmer...
Sag mal kannst Du lesen? Was hab ich hier
Beitrag "Re: Spannung an einen Kondensator nach einer bestimmten Zeit - Frage zu berechnung" und hier
Beitrag "Re: Spannung an einen Kondensator nach einer bestimmten Zeit - Frage zu berechnung"
geschrieben - genau das.
Roland F. schrieb:> Nö, Physik ist Physik.> Der Gedanke, das Physik Mathematik ist,
Da irrt der Roland. Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen Physik
ist angewandte Mathematik.
Schau Dir einfach mal den Studienplan für Physik an, der ist extrem
mathematiklastig und das nicht ohne Grund.
Selbst so simple Zusammenhänge wie Kraft, Masse und Beschleunigung
lassen sich ohne Mathematik nicht wirklich beschreiben. Oder wie willst
Du den Flug eines Geschosses ohne Mathematik beschreiben? Der
Energieerhaltungssatz ist am Ende Mathematik. Ich könnte noch viele
Beispiele aufführen. Ich hatte in meinem Studium 4 Semester
Experimentalphysik und das war zu 75% Mathematik.
Von einem Arbeitskollegen der Sohn studiert Physik. Der Anteil
Mathematik ist da extrem hoch.
Roland F. schrieb:> Wenn Physik wirklich Mathematik wäre, brauchte man auch kein CERN mehr,> da würde es reichen wenn sich Mathematiker hinsetzen und mit ein paar> Formeln die Welt beschreiben.
Jetzt machst Du es Dir aber sehr einfach. Was Du hier schreibst ist doch
einfach nur Käse und das weist Du auch.
Egon D. schrieb:> 2. Die praktische Aufgabenstellung, die physikalische> Problemstellung und das mathematische Problem sind> nicht deckungsgleich.
Das ist wohl wahr, aber ohne Mathematik läßt sich die physikalische
Problemstellung meist nicht lösen. Bedeutet im Umkehrschluß, um
physikalische Problemstellungen zu lösen braucht man schon mathematische
Kenntnisse. Die meisten physikalischen Zusammenhänge werden am Ende
durch eine mathematische Gleichung bzw. durch ein Gleichungssystem
beschrieben.
Mir ging es ähnlich wie Dir, ich habe auch schon in den Mathe- und
Physikbüchern gelesen sobald ich sie in den Händen hatte.
Selbstverständlich ist Physik Mathematik. Die Infinitesimalrechnung
wurde nur für die Physik erfunden (Newton). Oder die Vektorrechnung
(Descartes) https://de.wikipedia.org/wiki/Vektor - und umgekehrt
versucht man zB mit Symmetrien die Teichenwelt zu erklären und
Vorhersagen zu treffen. Beide Relativitätstheorien - reine Mathematik.
Dreikörperproblem (Sonne-Erde-Mond) - Mathematik. Physikalische
Fragestellungen bedingen neue Mathematik, die wiederum Voraussagen für
die Physik macht und zu Experimenten führt. Ad infinitum...
So langsam entwickelt sich der Thread in eine andere, aber imho
schon auch interessante, Richtung - eine, über die ich schon
mehrfach nachdenken mußte, angesichts der Bildungsprobleme.
(nicht, daß er bisher uninteressant gewesen wäre - z.B. auch ich
freute mich mal wieder über meinen noch vorhandenen
Egon D. schrieb:> In einer Schulklasse> mit 30 Schülern kann der Lehrer unmöglich beliebig weit> auf jeden einzelnen Schüler eingehen.>> Lösungsansatz: Schüler brauchen die Fähigkeit zum Selbst-> studium. Und -- ja, hier liegt m.E. ein ziemlich großes> noch unerschlossenes Potenzial.
Bin ja unsicher, ob ich mit folgenden Worten ausgelacht werde,
oder mir nur hart widersprochen wird (mit gewissenen Argumenten,
wieso das nicht gehe - bitte glaubt mir, die meisten davon kenne
ich wohl schon, bloß finde ich den Ansatz dennoch erwähnenswert),
... oder mir sogar ein paar User zustimmen würden:
Das Gesamtsystem Schule ist imho hart_an_der_Grenze der aktuellen
Möglichkeiten (ein Lehrer soll viele. ja genaugenommen immer_mehr
Schüler zugleich, "(ausr.) gut lehren" - was unmöglich ist).
Auch die moderne Technik arbeitet im Moment doch eher gegen die
Bildung (Schmarrnphone und Tablet werden in der Hauptsache genutzt,
whd. des "langweiligen" Unterrichts was ganz anderes zu machen...).
Tiefgreifende Änderungen (flexible Förderung des einzelnen) würden
allerdings erst mal gesellschaftliche Änderungen voraussetzen.
(Auch das ist mir bewußt - dennoch.)
Sicherlich wäre längst technisch möglich, jedem Schüler szsg. eine
Kombination aus Personal- (Lehrer-) und IT- gestütztem Unterricht -
die ihn (theoretisch) "optimal" förderte - zukommen zu lassen.
Praktisch gemeint sind - wenn überhaupt noch* - "ranglose" Schulen,
die also jeder unabhängig seiner finanziellen wie intellektuellen
Ausgangslage besuchte... und dort individuell gefördert würde.
(* da wirds noch schwieriger: für das ganze als "Home school", da
müßte sich jede Familie das ganze Gedöns leisten können...)
In-Ear-KH mit Stoffpausierung, sanfter Überblendung zu Livestimme,
wenn der Lehrer mal zum einzelnen spricht / umgekehrt soll zugleich
der Lehrer auch die Antwort via In-Ear vom jew. Schüler bekommen
können... "durcheinanderschreien" soll unmöglich gemacht werden -
dazu auch Projektion des Stoffs auf Scheibe, was einfach in die
Klarsicht wechselt, wenn nötig, ...
Solche Dinge lassen sich vglw. einfach realisieren, denke ich.
Wobei die Aufmerksamkeit des Schülers auch zu einem sehr hohen
zeitl. Prozentsatz auf den "unterrichtenden" Computer (z.B. per
Augenrichtungskontrolle etc.) und/oder Lehrer zu fixieren wäre.
Da würde es schon schwieriger - also wie man das veranstaltete.
Nicht gleich mit Elektroschocks als Strafe oder sowas, eher indem
das "Programm" durch Forderung (= "Spannung") glänzte und aber
auch bei (längerer) Nichtbeachtung z.B. "Alexa zu jodeln beginnt"
als kleine Folter oder so... na ja, da ist Spielraum.
(Wobei der unterrichtende Lehrer dann aber sowohl die Bildung zur
- da doch immer wieder zwischendurch nötigen - Hilfestellung bei
den "Klassenbesten", als auch die eher soziologisch-pädagogisch
verschwerpunktete Hilfestellung bei den "Klassenschlechteren" ...
besitzen müßte --- ist ja ebfs. szsg. eine "Ausnahmekombination".
Sonst wäre er ja ungeeignet, sowohl als auch zu unterrichten...)
Daß dem ganzen recht viel widerspricht (was die - zuallererst mal -
Gleichbehandlung, und Förderung unabh. von weiteren Gegebenheiten,
unmöglich macht), ist mir durchaus klar...
Dennoch halte ich diesen Ansatz für äußerst interessant, um nicht
zu sagen "zukunftsweisend". Wenn man denn diverse Schwierigkeiten,
die ihm widersprechen, meistern könnte.
Wann so etwas möglich ist, wage ich nicht zu prophezeihen.
Wenn überhaupt, so fürchte ich, dann erst in ferner Zukunft.
(Und das, obwohl imho rein_technischaktuell schon drin.)
Bis dahin aber sehe ich das derzeitige, bei weitem nicht perfekte
Schulsystem als alternativlos - schade ist hauptsächlich, daß man
nicht mal (wie von Zeno beschrieben) ein "aufeinander abstimmen"
der in untrennbarer Relation zueinander stehenden Fächer vornimmt.
Roland F. schrieb:> Zeno schrieb:>> Physik ist Mathematik.>> Nö, Physik ist Physik.
"Physik ist viel Mathematik." Jetzt zufrieden? ,-)
Yalu X. schrieb:>> Der Vorteil ist nicht, dass man keine krummen>> Konstanten braucht -->> Aber genau die hast du doch bei meinem Verfahren> kritisiert:
Ja -- ich schrieb aber auch, dass diese Kritik nicht
wirklich zielgenau war. Wirklich gestört hat mich die
Kombination aus Dezimalbrüchen und einem -- für
Kopfrechnung -- relativ komplizierten Term in Gestalt
eines Bruches.
>> man braucht sogar noch mehr und noch viel krummere>> Konstanten>> ... die man sich dann sowieso nicht mehr merken kann,
Ach, geh!
Dass 6dB halbe bzw. doppelte Spannung bedeutet, das
weiss fast jeder. Da der Vorfaktor 20 beträgt, muss
log(2) also in der Nähe von 0.3 liegen, und tatsächlich
ist 0.30103 korrekt.
Analog überlegt man sich, dass 10dB reichlich dreifache
Spannung sein muss, also muss log(3) ungefähr 0.5 sein.
Korrekt ist 0.4771.
Das einzige echte Problem ist log(7). Den kann man zwar
aus log(48) und log(50) interpolieren, aber das ist
sicher nicht für die Allgemeinheit anwendbar... ;)
> weswegen sie am besten auf Papier geschrieben oder> gedruckt werden. Und schon sind wir nicht mehr weit> von der Logarithmentafel entfernt :)
Das ist ja unsportlich! ;-)
> Um dieses Ersatzproblem zu finden, muss man aber> nachdenken, was u.U. deutlich länger dauert als eine> schriftliche Division auszuführen ;-)
Ja, naja, wir stellen uns offensichtlich verschiedene
Situationen vor. Ich überschlage relativ viel im Kopf,
erstens, um in der Übung zu bleiben, und zweitens, weil
ich das dann und dort machen kann, wo mir die Frage in
den Sinn kommt -- das kann unter der Dusche sein, im
Bus, beim Kaffeekochen, auf dem stillen Örtchen...
Die Problemstellung erstmal etwas umzumodeln geht
meistens, aber Zettel und Stift habe ich halt nicht
dabei.
> Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, ohne> Computerhilfe auf die Näherungsbrüche zu kommen.
Das stimmt, und das ist auch die große Schwäche meines
Vorschlages. Wenn die Zahlen passen, klappt es -- wenn
nicht, hat man Pech.
Ich würde aber gern nochmal eine Idee aufgreifen, die
offenbar etwas untergegangen ist, nämlich die Renard-
Serien. Die R5 mit den Vorzugszahlen 10, 16, 25, 40 und
63 ist ja relativ bekannt, die R10, die aus den zehn (!!)
Zahlen 10, 12.5, 16, 20, 25, 31.5, 40, 50, 63, 80 besteht,
lässt sich immerhin noch einigermaßen merken. Der Stufungs-
faktor ist meistens 1.25 = 5/4; lediglich 31.5, 63 und
der Übergang 12.5 auf 16 fallen aus dem Rahmen.
Wer die R5 kennt und eine Merkhilfe für die R10 braucht:
Zwischen den beiden R5-Werten 10 und 16 liegt in der R10
das geometrische Mittel sqrt(10*16) = 12.65, gerundet auf
12.5.
Zwischen 16 und 25 liegt sqrt(16*25) = sqrt(4*100) = 20
und so fort. Das klappt auch für alle weiteren Zahlen.
Was hat das jetzt mit dem Logarithmus zu tun?
Naja, je Dekade sind -- nicht ganz zufällig -- genau
zehn Vorzugszahlen definiert, und zwar so, dass sich
die folgende über einen festen Faktor aus der vorherigen
ergibt. Die Logarithmen dieser Zahlen müssen sich daher
um einen festen Summanden vom vorherigen Logarithmus
unterscheiden, und da es gerade zehn Zahlen je Dekade
sind, muss dieser Summand gerade 0.1 sein!
Tatsächlich gilt:
1
log(10) = 1.0
2
log(12.5) = 1.09691 ~= 1.1
3
log(16) = 1.20412 ~= 1.2
4
log(20) = 1.30103 ~= 1.3
5
log(25) = 1.39794 ~= 1.4
6
log(31.5) = 1.49831 ~= 1.5
7
log(40) = 1.60206 ~= 1.6
8
log(50) = 1.69897 ~= 1.7
9
log(63) = 1.79943 ~= 1.8
10
log(80) = 1.90309 ~= 1.9
11
log(100) = 2.0
Wer die R10 kennt, kann also überschlägig im Kopf
logarithmieren!
Dabei ist der glatte Zehner stets als die "nullte" Zahl
jeder Dekade aufzufassen, die Platznummer der größten
R10-Zahl, die kleiner als die zu logarithmierende Zahl
ist, gibt die erste Nachkommastelle an.
Jede Zahl ist zunächst in einen krummen Vorfaktor aus dem
Intervall (10;100) und einen glatten Skalierungsfaktor
der Gestalt 10^k zu zerlegen. Diese werden einzeln
logarithmiert und am Schluss addiert.
Rechenbeispiel: Der log(1400) sei gesucht.
Lösung:
1. Wir zerlegen log(1400) in log(14*100) = log(14)+log(100),
der Vorfaktor beträgt "14", der Skalierungsfaktor "100".
2. Dem Skalierungsfakor "100" entspricht ein Logarithmus
von 2.0; das ist der eine Summand.
3. Alle Zahlen im Intervall 10.0 bis 99.99... ergeben
einen Logarithmus zwischen 1.0 und 1.9999...; die
Vorkommastelle des anderen Summanden ist also stets
"1".
4. Die Platznummer der größten R10-Zahl, die kleiner/gleich
dem Vorfaktor ist, ergibt die Nachkommastelle des
gesuchten anderen Summanden.
"14" ist größer als die erste R10-Zahl "12.5", aber
kleiner als die zweite R10-Zahl "16"; folglich ist die
Nachkommastelle eine "1", und der gesuchte andere Summand
log(14) ist überschlägig 1.1
5. Da 1.1+2.0 = 3.1 gilt, ist log(1400) ~= 3.1
6. Für die ganz Verrückten: Das Resultat lässt sich noch
etwas durch eine lineare Interpolation verbessern:
(14-12.5)/(16-12.5) = 1.5/3.5 = 3/7 ~= 0.43, die folgenden
zwei Nachkommastellen lauten ungefähr "43". Es ergibt
sich als verbesserte Näherung log(1400) ~= 3.143
Exakt ist log(1400) = 3.146
Gute Nacht.
>Wer die R10 kennt, kann also überschlägig im Kopf logarithmieren!
Ja, und es ist sogar eine recht clevere Methode. Letztlich beruht sie
darauf, Rundungswerte von 10^x für x = 1.0, 1.1, 1.2, ..., 1.9 auswendig
zu wissen. Das sind die R10-Normzahlen.
>Rechenbeispiel: Der log(1400) sei gesucht.
In Kurzform:
14 liegt ungefähr in der Mitte zwischen den R10-Zahlen 12.5 (Index 1)
und 16 (Index 2). Also liegt log(14) ungefähr mittig zwischen 1.1 und
1.2 (die Vorkommastelle ist immer "1", die Nachkommastelle der Index),
kann also zu 1.15 abgeschätzt werden. Dazu muss man noch 2 addieren, um
dem Faktor 10^2 zwischen 14 und 1400 Rechnung zu tragen. Ergebnis:
log(1400) ist ungefähr 3.15.
Hallo
Zeno schrieb:> Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen Physik ist angewandte> Mathematik.
Ich lese in der obigen Aussage, das Physik eine Art Anhängsel der
Mathematik ist. Für mich steht aber die Physik im Vordergrund und die
Mathematik ist eine Art Gerüst, die die einzelnen physikalischen
Teilgebiete einerseits eindeutig beschreibt und andererseits mit
einander verbindet.
> Schau Dir einfach mal den Studienplan für Physik an, der ist extrem> mathematiklastig und das nicht ohne Grund.
Richtig, aber man muss nicht über ausgefeilte Mathematikkenntnisse
verfügen um grundsätzliche physikalische Vorgange zu verstehen.
> Oder wie willst Du den Flug eines Geschosses ohne Mathematik> beschreiben?
Ein schönes Beispiel. Du hast Recht, um die Flugbahn eines Geschosses
exakt bestimmen (einschließliche aller zu beachtender Parameter wie
Windabdrift, Lufttemperatur und Widerstand, Corioliskraft,
unterschiedliche Erdanzziehung, u.s.w) bedarf es ausgefeilter
mathematischer Beschreibungen.
Aber was war zuerst da? Die mathematische Beschreibung oder die
Beobachtung das es sinnvoll ist auf einen Punkt zu zielen an dem sich
das Ziel zum Zeitpunkt des Abschusses noch nicht befindet?
https://www.youtube.com/watch?v=yRd_AW1aZ8M
Das obigen Video ist ein schönes Beispiel dafür wie man komplizierte
physikalische Zusammenhänge anschaulich darstellen kann ohne
mathematische Kenntnisse vorauszusetzen. Und darum geht es mir.
Versteh mich nicht falsch, natürlich erleichtern mathematische
Kenntnisse enorm physikalische Zusammenhänge zu verstehen. Und wenn man
wirklich physikalische Vorgänge in ihrer ganzen Tiefe erfassen will,
führt sicherlich auch kein Weg daran vorbei. Aber wenn man grundsätzlich
Mathematikkenntnisse zu Voraussetzung macht um sich überhaupt mit Physik
zu beschäftigen, werden Mauern hochgezogen die von mathematisch nicht
vorgebildeten unüberwindlich sind.
> Jetzt machst Du es Dir aber sehr einfach.
Finde ich nicht. In der Antike hat es eine Denkrichtung gegeben, die
Experimente ablehnte und der Meinung war das das reine, theoretische
Nachdenken über ein Problem zu seiner Lösung führt.
Tatsächlich muss sich aber auch eine hoch elegante (mathematische)
Theorie am Experiment messen. Und wenn das Experiment die Theorie nicht
bestätigt, dann ist die Theorie nichts wert.
rhf
Roland F. schrieb:> Meiner Meinung nach wird die Wichtigkeit mathematischer Kenntnisse für> da Verstehen grundlegender physikalischer Vorgänge massiv überschätzt.
Ohne mathematisches Handwerkszeug ist es schwierig bis unmöglich, in der
Physik zu konkreten Aussagen zu kommen, genauso wie blindes Benutzen von
irgendwelchen Formeln ohne grundlegendes, physikalisches Verständnis nur
selten gut geht. Ganz kritisch wird es beim Aufstellen der Formeln (oben
z.B. vom Himmel fallende e-Funktion)
Roland F. schrieb:> Tatsächlich muss sich aber auch eine hoch elegante (mathematische)> Theorie am Experiment messen.
Eine mathematische Theorie muss sich an gar keinen Experimenten messen.
Die Prüfung funktioniert über Axiome und Beweisketten.
... schrieb:> ... schrieb:>>> (... freute mich mal wieder über meinen noch vorhandenen>> ... Rechenschieber.)
Mein Rechenschieber kann sogar kW in PS umrechnen und umgekehrt.
Ansonsten nutze ich ihn nur noch als Lineal und um Längen bis 13cm
messen zu können, mehr braucht man in der Praxis nicht.
Karl B. schrieb:> Lemma
es heißt Lemmata, wenn's um Mehrzahl geht :-)
Ansonsten finde ich wirklich spannend, wie sich die Leute hier eine
Physik ohne Mathe vorstellen!!?? Stellt der Lehrer sich aufs Pult und
läßt die Holzkugel fallen? Oder hält man einen satten Magneten an sein
Smartphone oder was?
Gruß Rainer
Hallo,
Wolfgang schrieb:> Eine mathematische Theorie muss sich an gar keinen Experimenten messen.
In dieser Diskussion habe ich "mathematische Theorie" mit "mathematische
Beschreibung eines physikalischen Sachverhaltes" gleichgesetzt und
leider übersehen das diese Gleichsetzung für einige Leser in diesem
Zusammenhang nicht offensichtlich war. Ich entschuldige mich.
rhf
Roland F. schrieb:> Ich entschuldige mich.
Du mußt Dich nicht entschuldigen. Verschiedene Sichtweisen auf einen
Sachverhalt sind doch legitim und man kann ja darüber diskutieren.
Solange die Diskussion dann auch sachlich bleibt und nicht unter die
Gürtellinie geht ist das auch völlig in Ordnung.
Wenn ich das hier lese wird mir klar das ich damals alles richtig
gemacht habe. In der Bundesrepublik Deutschland machen alle Länder ihr
eigenes Ding. Dabei muss Bildung Bundessache werden. Es kann nicht
jeder machen was er will. Die Länder und Schulen können sich durch
Zusatzangebote abheben. Leider werden die Anforderungen an die Schüler
angepasst, wegen Integrationskinder, statt diese individuell zu fördern
bis sie das notwendige Niveau haben. Ich würde mich im Grab umdrehen
wenn ich davon wüßte.
Liebe Grüße aus Santiago de Chile.
Karl B. schrieb:> Wolfgang schrieb:>> Die Prüfung funktioniert über Axiome und Beweisketten.>> Oder Lemma ...
Ein Satz oder ein Lemma ist letztendlich "nur" ein Meilenstein in der
Beweiskette.
Zitat aus 1. Beitrag:
Ein Kondensator wird über einen Vorwiderstand geladen - die
Quellspannung ist konstant:
Es ergibt sich diese mehr oder weniger bekannte Formel deren Anwendung
jeden ohne Abitur oder Mathematikverliebten immer wieder Fragen
aufwirft.
Man kann das "zu Fuß" natürlich auch machen.
Bekannt ist C.U = I.t und I = U(am Widerstand)/R(Ladewiderstand)
Nimmt man t klein = dt gegenüber der Zeitkonstante = R.C so etwa 1/20
so ist die Spannung am C nach dem Einschalten um den Betrag dU = I.dt /
C angestiegen.
Im nächsten Step ist die Spannung am Widerstand schon kleiner.
Macht man das oft und zeichnet den Spannungsanstieg am C auf, so sieht
man, dass es kaum eine Abweichung zur exakten Methode gibt.
Es dauert halt ohne Computer und Excel sehr lang, bis man ein Resultat
hat.
Ich bewundere deshalb auch Kepler, der die vielen Berechnungen zu den
Planetenbahnen aus den Daten von Tycho Brahe auch "zu Fuß" rechnen
musste. Alles auf Papier, schrecklich.
Man könnte auch sagen: Wenn Newton und Leibniz schon einen Computer
gehabt hätten, wäre es nicht notwendig gewesen die Infinitesimalrechnung
im 17. Jahrhundert zu erfinden. HI
Rudi D. schrieb:> Ich bewundere deshalb auch Kepler, der die vielen Berechnungen zu den> Planetenbahnen aus den Daten von Tycho Brahe auch "zu Fuß" rechnen> musste. Alles auf Papier, schrecklich.>> Man könnte auch sagen: Wenn Newton und Leibniz schon einen Computer> gehabt hätten, wäre es nicht notwendig gewesen die Infinitesimalrechnung> im 17. Jahrhundert zu erfinden. HI
Wie unendlich blöd muß man sein, um so etwas in die Welt zu setzen??? Es
schaudert mich heute immer noch, wenn all die Genies in absolut profanen
Statements für irgendeine Kaffeesatzweisheit missbraucht werden!
Rainer
Rainer V. schrieb:>> im 17. Jahrhundert zu erfinden. HI>> Wie unendlich blöd muß man sein, um so etwas in die Welt zu setzen???
Da muss wohl jemand nicht verstehen was HI bedeutet. Na ja, manchen
fehlt etwas.