Forum: HF, Funk und Felder Entwicklung Funkgerät mit zeitgemäßen Bauteilen


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Florian (florianfa)


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Liebe Community,

seit kurzem beschäftige ich mich mit der Funktechnik. Dabei ist mir 
aufgefallen, das es zahlreiche Schaltungen (Transceiver, Receiver) im 
Netz gibt, welche leider oft alte Bauteile beinhalten (wird nicht mehr 
hergestellt, bzw. teuer weil selten geworden). Hat jemand Ideen wie man 
diese Schaltungen für die Zukunft adaptieren kann, um diese Schaltungen 
weiterhin nachzubauen?

Oder macht es keinen Sinn diese Schaltungen zu adaptieren? Welche 
Bauteile sind in einem modernen Funkgerät heute enthalten und kann mir 
bitte jemand hilfreiche Tipps, Links geben oder Literatur hierzu 
empfehlen?

Danke

Viele Grüße
Florian

von MaWin (Gast)


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Je moderner die Bauteile (komplette SDR Frontends) um so kurzlebiger.

Nur die ganz alten diskret aufgebauten Designs wirst du heute wohl 
nachbauen können ohne Beschaffungsschwierigkeiten.

von Marek N. (Gast)


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Zeitgemäß ist SDR.
Wenn die Software open-source ist (und vernünftig dokumentiert!), wird 
man sie auch noch in den nächsten Jahrzehnten auf das dann gültige 
Betriebsystem und Prozessor portieren können.

Es ist dann egal, was als AD/DA-Wandler und FPGA davor hängt.

von Florian (florianfa)


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Hallo Mawin und Marek,

find es aus meiner Sicht ein bisschen Schade das heute viele Anwendungen 
"Software Designed" gemacht werden, da teilweise das tiefere Verständnis 
verloren geht wie Dinge eigentlich funktionieren. IC,Mikrocontroller und 
Computer lässt Grüßen :-)

Natürlich bezogen auf den Lerneffekt, nicht aus wirtschaftlicher Sicht.
Quasi vom Transistor bis zum SDR.

Danke für Eure Antworten.

: Bearbeitet durch User
von Marek N. (Gast)


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Moin,

naja, ganz so schlimm ist es nicht.
Die "passive" Analog-Elektronik bleibt ja noch erhalten, also Tiefpässe 
im Frontend oder die Anpass-Netzwerke an die Antenne.
An diesen LC-Netzwerken kann man dank nanoVNA sehr gut experimentieren 
und lernen.
Auch der Vorverstärker bleibt ja noch, nur ob man dann noch einen BF981 
oder was aktuelles aus Shenzen nehmen muss, das steht in der Glaskugel.
Ebenso wird es für den IRF510 in der Sendeendstufe äquivalenten Ersatz 
geben.

Bei diskreten Einzelbauteilen wie Dioden oder Transistoren wird man 
durch das Studium der Datenblätter immer ein äquivalentes oder besseres 
Bauteil finden.

Standard-ICs wie SO42P, NE612 und andere wird es auch weiterhin für 
Bastler geben: z.B. bei https://www.box73.de/index.php?cPath=82_84_279

Sobald das Signal dann digitalisiert ist, beginnt dann das wunderbare 
Abenteuer der digitalen Signalverarbeitung: Keine notwendigen 
Abgleicharbeiten, reproduzierbare und vor allem vorhersagbare 
Ergebnisse, einfache Erweitbarkeit.

Gerade durch die allgegenwärtig und billig verfügbaren DVB-T-Sticks 
beschäftigen sich mehr Leute denn je mit der "Erforschung des 
Spektrums", auch oder besonders Nicht-Amateure.

von Stefan M. (derwisch)


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Florian F. schrieb:
> Hallo Mawin und Marek,
>
> find es aus meiner Sicht ein bisschen Schade das heute viele Anwendungen
> "Software Designed" gemacht werden, da teilweise das tiefere Verständnis
> verloren geht wie Dinge eigentlich funktionieren. IC,Mikrocontroller und
> Computer lässt Grüßen :-)
>
> Natürlich bezogen auf den Lerneffekt, nicht aus wirtschaftlicher Sicht.
> Quasi vom Transistor bis zum SDR.
>
> Danke für Eure Antworten.

Du sprichst mir aus der Seele.

Die Software basierten Lösungen bieten zwar viele Möglichkeiten, die mit 
purer Hardware extrem teuer und aufwändig wären, aber (gefühlt) ist 
Software schnell Schall und Rauch.
Die Gefahr, dass nur der Urheber der Software weiß, was da eigentlch so 
"abgeht" ist groß.
Grundlagen der HF Technik sind außerdem trotzdem nötig.
Selbige lassen sich n.m.M am besten mit klassischer Elektronik 
vermitteln.
Gibt es z.B. Literatur, die es einem reinen "Softwerker" ohne HF 
Kenntnisse ermöglicht einen SDR zu programmieren (und zu verstehen wie 
alles zusammenspielt)?

Software ist schnell veraltet oder schnell von niemandem mehr 
nachvollziehbar.
Das halte ich unserer digitalen Welt grundsätzlich für "dünnes Eis".

Zum Glück geht Funktechnik aber nie ganz ohne Hardware.
Eine Sendeendstufe kann man nicht aus Software bauen :-)

von Marek N. (Gast)


Angehängte Dateien:

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P.S. Als gutes Lernprojekt empfinde ich den µBitX: 
https://www.hfsignals.com/index.php/ubitx-v6/
Dieser KW-Allband-TRX ist komplett nur mit Standard-Dioden und 
Transistoren aufgebaut.
Fast: Als Lautsprecher-Verstärker kommt ein IC LM386 zum Einsatz. Die 
verschiedenen Oszillator-Frequenzen werden von einem Synthezizer Si5351 
abgeleitet, der von einem Arduino-nano angesteuert wird.

Durch den modularen, übersichtlichen Aufbau und die quelloffene Software 
hat es jede Menge Potenzial für eigene Modifikationen und Erweiterungen, 
wenn gewünscht.

von Sven D. (sven_la)


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Marek N. schrieb:
> Ebenso wird es für den IRF510 in der Sendeendstufe äquivalenten Ersatz
> geben.

Der IRF 510 hat in einer Endstufe eh nix zu suchen.

von Florian (florianfa)


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Marek N. schrieb:
> P.S. Als gutes Lernprojekt empfinde ich den µBitX:
> https://www.hfsignals.com/index.php/ubitx-v6/
> Dieser KW-Allband-TRX ist komplett nur mit Standard-Dioden und
> Transistoren aufgebaut.
> Fast: Als Lautsprecher-Verstärker kommt ein IC LM386 zum Einsatz. Die
> verschiedenen Oszillator-Frequenzen werden von einem Synthezizer Si5351
> abgeleitet, der von einem Arduino-nano angesteuert wird.
>
> Durch den modularen, übersichtlichen Aufbau und die quelloffene Software
> hat es jede Menge Potenzial für eigene Modifikationen und Erweiterungen,
> wenn gewünscht.

Sehr interessantes Projekt! Ist sicher lohnend sich das mal 
durchzudenken und versuchen es zu verstehen. Danke für den Link.

von Lotta  . (mercedes)


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Gerüchteweise wird gemunkelt, das der "Funkamateur"
nen Fortsetzungslehrgang für die Grundlagen des SDR machen will.
Ist da was Wahres dran?
Wir haben ja hier ein Agent des FA auf dem Board:
Bitte kannst Du mal das mal schecken?

Es wäre verdammt geil, dann ne gut dokumentierte Library
zu erstellen, sodaß auch der "gemeine Bastler" sich mit SDR
beschäftigen kann.

mfg

von Thomas W. (twust)


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Stefan M. schrieb:
> Gibt es z.B. Literatur, die es einem reinen "Softwerker" ohne HF
> Kenntnisse ermöglicht einen SDR zu programmieren (und zu verstehen wie
> alles zusammenspielt)?

Ach da gibt es einige. Ich fand dieses ganz gut und verständlich und 
damit habe ich tatsächlich mein erstes SDR für DWD 147.3 kHz 
zusammen-soft-werken können.

Software Defined Radio-Systeme für die Telemetrie: Aufbau und 
Funktionsweise von der Antenne bis zum Bit-Ausgang.

ISBN-13: 978-3662532331
ISBN-10: 3662532336

Klar ist Mathe, aber damit sollten "Softwerker" kein Problem haben, 
oder?!

von Marek N. (Gast)


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thumbsup
Magst du dein DWD-SDR-Projekt verlinken bitte?

von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen.

Thomas W. schrieb:
> Klar ist Mathe, aber damit sollten "Softwerker" kein Problem haben,
> oder?!

Klar, der "Softwerker" hängt einen Draht in die Luft und schliesst ihn 
an die Soundkarte an. ;-) QO 100, GHze ..., alles von SAQ bis Terahertz. 
..und die Soundkarte bekommt alles geregelt. So einfach wird es wohl 
kaum sein. Zumindest ein bisschen Analogkram wird wohl nötig sein.

73
Wilhelm

: Bearbeitet durch User
von Thomas W. (twust)


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Wilhelm S. schrieb:
> Zumindest ein bisschen Analogkram wird wohl nötig sein.

Bis zum ADC ist es analog, aber so ein Frontend auch im GHz-Bereich ist 
kein Hexenwerk Wilhelm. Direktmischer, Superhet, alles altbekannte 
Prinzipien, die auch hier existieren. Kann der Softwerker aber fertig 
kaufen oder zur Not seinen ADC auch an die ZF eines Dampfradios hängen 
und digital weitermachen.
Dahinter, also hinter dem ADC, im Bereich der digitalen 
Signalverarbeitung kommt für Ihn die Magie durch Mathematik. Im 
niedrigen Frequenzbereich, ich sag mal alles bis 100 MHz reicht dem 
Softwerker oftmals auch nur ein ADC mit TP-Filter.
Da ist das Frontend tatsächlich nur ein Fliegenschiss und verdient 
wirklich kaum mehr als die Bezeichnung "Draht der in der Luft hängt".

Also der reine Softwerker wie Stefan M. ihn nennt, kommt damit auch klar 
und findet Literatur um einen SDR selbst zusammenzubauen.

: Bearbeitet durch User
von Ham (Gast)


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Hallo

Stefan M. schrieb:
> Gibt es z.B. Literatur, die es einem reinen "Softwerker" ohne HF
> Kenntnisse ermöglicht einen SDR zu programmieren (und zu verstehen wie
> alles zusammenspielt)?

Da gibt und gab es ganze Abteilungen in Technischen 
Universitätsbibliotheken - zumindest wenn mann letztendlich nicht wieder 
nur Softwarebiblotheken und fertige "Kuchenstücke" zusammensetzen und 
leicht modifizieren möchte.
Nicht zu vergessen das man einen längeren "Abstecher" in die 
mathematikabteilung machen sollte.
Alles was oberhalb von Software AM (Modulation und Demodultion) wird 
sehr schnell sehr (sehr, sehr, sehr...)anspruchsvoll wenn man nah an der 
"Maschine" z.B. in C oder gar in einigen Details in ASM und eben auf 
Verzicht(!) schöner fertiger Software Bibliotheken arbeiten möchte - 
aber das ist eben "echtes" Programmieren wenn es um das Verständniss 
geht wie das "Bit für Bit" funktioniert.
Was nicht bedeutet da AM einfach ist...

Analog und "alte" Schaltungen ist im Vergleich "Kindergartenkram" wobei 
der Kindergarten dort auch durchaus mal Studienniveau meint...

von W.S. (Gast)


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Florian F. schrieb:
> Dabei ist mir aufgefallen, das es zahlreiche Schaltungen...
> im Netz gibt, welche leider oft alte Bauteile beinhalten

Das liegt in der Natur der Sache. Wenn man die Historie betrachtet, dann 
hatte die gesamte HF-Technik zu Anfang einen sehr starken mechanischen 
Einschlag und hat sich von dort in ihrer Entwicklung immer weiter 
entfernt. Denke mal an Mehrfach-Drehkondensatoren in fast jedem Radio. 
Heutzutage wird digital abgestimmt und die Kosten für das 
Plastik-Gehäuse rings um den Chip ist mittlerweile einer der größten 
Kostenfaktoren. Je mehr Zeit ins Land gegangen ist, desto teurer ist 
alles mechanische im Vergleich zum rein elektronischen geworden. Und 
ähnlich ist es sich mit dem Verhältnis zwischen analog und digital.

Nur zur Verdeutlichung: ein gutes Quarzfilter war schon immer teuer und 
die Verarbeitung von Empfangssignalen auf Rechenbasis kostet dagegen 
fast nichts. Ist aber den meisten Funkamateuren noch immer nicht 
geläufig, da ist das Land hinter dem ADC noch immer 'terra incognita'.

Wenn du also nach Schaltungen in Büchern oder im Internet suchst, dann 
ist das immer mehr oder weniger ein Blick in die Vergangenheit. Ein 
Gleiches gilt für Bauteile, die man heutzutage zumeist nicht mehr oder 
nur für astronomisches Geld kriegt.

Schaue also lieber nach vorn und eigne dir Kenntnisse in der 
rechentechnischen Signalverarbeitung an. Das ist mit einiger Mathematik 
verbunden, aber das ist nun mal so.

Lotta  . schrieb:
> Gerüchteweise wird gemunkelt, das der "Funkamateur"
> nen Fortsetzungslehrgang für die Grundlagen des SDR machen will.
> ...
> Es wäre verdammt geil, dann ne gut dokumentierte Library
> zu erstellen, sodaß auch der "gemeine Bastler" sich mit SDR
> beschäftigen kann.

Nö, erwarte lieber nicht, daß so etwas wie eine Library jemals entsteht, 
die es einem besorgt, ohne daß man selbst in die Grundlagen der 
softwaregestützten Signalverarbeitung eintaucht. Für jemanden, der 
bislang nur Analogtechnik gemacht hat, ist das gewiß ein ziemliches 
Neulernen, aber es ist notwendig. Andernfalls kommt man nicht zu Potte.

Allerdings hat sich an den Prinzipien der Signalübertragung per HF 
nichts geändert (AM bleibt AM und SSB bleibt SSB), lediglich sind neue 
Modulationsarten mit der Zeit entwickelt worden, aber die muß man auch 
als reiner Analogtechniker verstehen, wenn man sich damit näher befassen 
will.

Naja, und ob der FA so eine Weiterbildungs-Reihe auflegt, werden wir ja 
sehen. Ich habe da so meine Bedenken, denn schließlich ist ein 
ziemlicher Teil der Leserschaft nicht auf technische Weiterbildung aus, 
sondern weitaus mehr auf 'Betrieb machen' und da sind vielen Leuten 
Berichte wie von OH2BH viel interessanter. Und der FA muß die Interessen 
seiner Leser ja auch berücksichtigen. Mal abgesehen davon, daß das Thema 
SDR ein riesiges Feld ist, was man nicht nur mit einigen Textspalten 
abhandeln kann. Und auch die etwaigen Autoren sind ein Thema für sich: 
bei Leuten wie F.Sichla kommt dann womöglich sowas heraus: "SDR ganz 
einfach mit dem NE602"

Aber, wo wir hier schon mal beim Thema sind: In diesem Forum könnte man 
so etwas ähnliches wie einen SDR-Thread zur Erklärung einiger Grundlagen 
ja mal andenken. Oder?

W.S.

von Ham (Gast)


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Hallo

W.S. schrieb:
> Aber, wo wir hier schon mal beim Thema sind: In diesem Forum könnte man
> so etwas ähnliches wie einen SDR-Thread zur Erklärung einiger Grundlagen
> ja mal andenken. Oder?

Du bist schon länger in diesen Forum unterwegs?(!)

Selbst im diesen relativ gesitteten Unterforum habe ich meine Bedenken 
das das gut gehen wird.
Sowohl wie leider üblich in Richtung "mobbing" und "trolling" als aber 
auch abdriften einiger weniger auf das Niveau von Hochschulvorlesungen 
bzw. SHF Techniker und Entwickler trifft anderen SHF Techniker und 
Entwickler und Diskutiert über den "neusten geilen Scheiß" bzw. 
umstrittene Theorien und neue alternative Herangehensweisen.

Für die  Serienfans:
Einerseits jede Menge Eric Cartman's
Andererseits:
Einige Sheldon Cooper's

Beides Typen von Menschen die es zuhauf auch in echten Leben vor allem 
in in technischen Foren gibt - leider ich hab so was auch lange Zeit für 
Übertreibungen und Karikaturen gehalten...

von Thomas W. (twust)


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@Ham: Ja das ist wichtig. Das erste SDR sollte man Schritt für Schritt 
selbst auf einem Controller implementieren! Nur so versteht man es.

Und bevor man sich ans Board setzt, Buch in die Hand und erst mal rein 
die Mathematik mit Programmen wie Octave, Matlab oder eigenes C-Programm 
am PC durchrechnen lassen.

Ich bin so vorgegangen:

-Buch besorgt - durchgelesen und Beispiele mit Octave durchgerechnet

-in C einen Signalgenerator geschrieben, der AM, SSB usw. kann 
(Modulationssignal aus WAV-Datei kommend) -> die HF wird auf Festplatte 
weggeschrieben

- ein AM, SSB Radio in C geschrieben, das die Dateien mit der HF von der 
Festplatte einlesen und wieder demodulieren kann

- anschließend ein Spektrum mit einem richtigen ADC und "Draht in der 
Luft" gesampled und auf Festplatte geschrieben

- wieder mit dem selbst geschriebenen Softwareradio demodulieren

Als das alles geklappt hat, kommt die Arbeit das alles auf einen 
Controller zu portieren. Klar steckt da Arbeit drin, muss man aber 
investieren, wenn man vorankommen will. Will aber nicht jeder.

: Bearbeitet durch User
von Helge (Gast)


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So gern ich mich mit diskretem beschäftige, an die Empfindlichkeit von 
so einem digitalen Chip wie z.B. hier 
Beitrag "Velleman 194N1 Radio hacken?" kommt man analog kaum noch 
ran. Aber SDR gibts schon sehr lange. 1990 ungefähr gings in der 
damaligen Firma los, da wurden mim V30 (oder V40?), schnellem ADC und 
paar Tricks aus der 2. ZF richtig ordentliche Empfindlichkeiten 
rausgerechnet. Analogteil auf "bissi mehr rauschen" einstellen, Audio 
oder Daten hat der Rechner gemacht.

Man muß gut programmieren können und die Algorithmen verstehen für gute 
Geräte, geht nicht mehr anders.

von Daher meine Frage, wie wird bestimmt, Günter Lenz (Gast)


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von Helge schrieb:
>kommt man analog kaum noch
>ran. Aber SDR gibts schon sehr lange.

An Analog, also mit Quarzfilter, kommt SDR nie
heran, hat der Erfinder von SDR, Professor Rode
mal gesagt.

von Thomas W. (twust)


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...und ist dann mit immer leistungsfähigeren Signalprozessoren voll auf 
den SDR Zug aufgesprungen der Herr Rohde. Gerade er hat doch das Thema 
massiv gepusht, weiterentwickelt und angewandt.

: Bearbeitet durch User
von Lotta  . (mercedes)


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Thomas W. schrieb:
> ...und ist dann mit immer leistungsfähigeren Signalprozessoren
> voll auf
> den SDR Zug aufgesprungen der Herr Rohde. Gerade er hat doch das Thema
> massiv gepusht, weiterentwickelt und angewandt.

Hey!!

etwa der Herr Rohde von Rhode & Schwarz? :-O

Gibts eigentlich schon einigermaßen verständliche Litheratur
der Grundlagen des SDR? Wo also die benötigten Algorithmen
ein bissel verständlicher beschrieben werden?

mfg

von F. M. (foxmulder)


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Lotta  . schrieb:
> Rohde von Rhode & Schwarz?

Rohde
Warum schreiben das so viele falsch?

Ja, der ist gemeint.
R&S hat in diesem Bereich recht viel Grundlagenarbeit geleistet

https://drc.bz/wp-content/uploads/2020/05/amateurfunkmagazin-interview-mit-prof-rohde.pdf

Ab S. 2

mfG

von Jens B. (dasjens)


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Bibliothek für SDR?

GNURadio, falls es noch nicht erwähnt wurde.

von W.S. (Gast)


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Thomas W. schrieb:
> Ich bin so vorgegangen:

Naja, das sieht doch ziemlich geradlinig aus.
Ich war da anders herangegangen:
Vor vielen Jahren hatte ich mich darüber geärgert, daß selbst alte 
gebrauchte Empfänger und Transceiver noch immer recht teuer waren (und 
sind). So hatte ich aus reinem Mutwillen (es MUSS doch auch billiger 
gehen!) einen rein analogen VHF-Empfänger (allerdings mit digitaler 
Abstimmung) entworfen und gebaut (das Ding gibt's noch immer). Aber 
nicht wirklich bis zum Ende, denn so im Laufe des Bauens war ich in 
zunehmendem Maße darüber gestolpert, daß man gar viele Bauteile nicht 
mehr kriegt und andererseits Gerald Youngblood seine ersten Artikel über 
Amateurfunk per SDR und Pilotprojekte mit einem der ersten bezahlbaren 
Signalprozessoren von AD veröffentlicht hatte.

Das Thema als solches ist schon viel älter, immerhin hatte Eugene 
Hogenauer seinen CIC Algorithmus bereits vor 40 Jahren oder mehr 
veröffentlicht - und das deutet darauf hin, daß bereits in den 
70er..80er Jahren als Empfängerbauweise SDR benutzt wurde - vermutlich 
nur für die Anwender, die exorbitante Preise für sowas zahlen konnten.

Also, als ich Youngbloods Artikel in die Hände bekam, wußte ich von 
diesem Themengebiet noch garnichts, ich hatte mir also einiges der im 
Inet zu kriegenden Artikel durchgelesen und war dann bei dspguide.com 
hängengeblieben. Was folgte, waren einige selbstgeschriebene 
PC-Programme zum Austesten verschiedener Ansätze und eine Menge 
Selbststudium.

Selbst die noch vorhandenen Kenntnisse vom Mathe-Studium her sind da 
nicht wirklich hilfreich, denn es macht z.B. einen Riesenunterschied, ob 
man beispielsweise die Hilbert-Funktion von der theoretischen Seite 
(Integral von -unendlich bis +unendlich und so) her kennt, oder ob man 
sie ganz konkret anwenden muß. Na und so weiter. Den Hogenauer hatten 
schon damals seine Fachkollegen auch bloß nicht verstanden, obwohl er 
funktioniert und mittlerweile zum Standard-Inventar der SDR-Szene zählt. 
Selbst R.Lyons, der ja wohl jahrelang in der Szene gearbeitet hat, kann 
nicht wirklich den Schalter mitten zwischen den Summierern und den 
Differenzierern in dem seither üblichen Bildchen zum CIC erklären.

Naja, also wer sich in die Gefilde der softwaremäßigen 
Signalverarbeitung begeben will, wird seine mathematischen Kenntnisse 
auffrischen müssen, insbesondere dann, wenn er beruflich jahrelang 
Anderweitiges gemacht hatte.

Aber im Prinzip ist das alles kein großes Problem. Ein digitales Radio 
funktioniert eigentlich genau so wie ein analoges - bloß eben nicht mit 
physischen Bauteilen, sondern mit Algorithmen. Von da her kann 
eigentlich ein jeder gestandene Funkamateur, der sich mit Technik 
auskennt und nicht nur Betrieb gemacht hat, seine angesammelten 
Kenntnisse auch für das digitale Radio gut gebrauchen.


Und zu einem etwaigen SDR-Thread:
Ham schrieb:
> Selbst im diesen relativ gesitteten Unterforum habe ich meine Bedenken
> das das gut gehen wird.

Nun, im Grunde habe ich da auch Bedenken, daß so etwas von Trollen 
kaputtgeredet wird. Aber man soll die Flinte ja nicht zu früh ins Korn 
werfen. Oder?

W.S.

von Lotta  . (mercedes)


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Ein Versuch wärs aber wert.
Immerhin gibts hier Bitpfriemeler, von denen
die Jugend lernen kann, nicht nur Trolle.
Wenn der Unterbau stimmt, das Ganze gut dokumentiert ist,
könnte man in C auf dem Arduino anfangen im Langwellenbereich.
Tools könnten im Namen unseres Boards geschrieben werden,
ne kleine Szene könnte aufgebaut werden.
Wenn ich so an den "HF-Heizer" hier denke, was solche Leuts
für "jugendlichen Schwung" in den Laden bringen würden... :-P

mfg

von kai (Gast)


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Florian F. schrieb:
> Hat jemand Ideen wie man
> diese Schaltungen für die Zukunft adaptieren kann, um diese Schaltungen
> weiterhin nachzubauen?

uSDX Sandwich von DL2MAN, hier die Startseite:
https://dl2man.de/

Hier der Middle Layer (Links zu Bottom und Top Layer bitte selber 
suchen):
https://dl2man.de/mainboard/

Hier ein Überblick, wie es aufgebaut ist:
https://www.youtube.com/watch?v=poQm4ig3uEI

Das Teil benutzt im Prinzip nur moderne ICs und kann auf allen 
KW-Bändern in CW und SSB (!) senden und empfangen, ein AVR-uController 
macht es möglich.


Übrigens alles Open Source, auch die PCB-Layouts.

von HF Max (Gast)


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Florian F. schrieb:
> Hat jemand Ideen wie man
> diese Schaltungen für die Zukunft adaptieren kann, um diese Schaltungen
> weiterhin nachzubauen?

Es wäre erst mal Interessant was das Funkgerät können soll.
Wenn es um ein FM Funkgerät für 2 Meter / 70 CM geht dann solltest Du 
Dir mal das anschauen wie es bei den einfachen China Geräten gemacht 
wird.
Suche mal nach den Schaltplänen des Baofeng UV5 R oder Baugleichen 
Geräten.

Herzstück dieser FM Transceiver ist der IC RDA1846, ein IC wo nur noch 
wenig externe Beschaltung notwendig ist.
Diese Baofeng Geräte haben auch ein UKW Radio eingebaut, auch mit einem 
einzigen IC Realisiert. RDA5807 FM Stereo  Radio.

Deshalb suche auch nach den Datenblatt des RDA1846.
Eine weiter Möglichkeit sind die Transceiver Module DRA818V und DRA818U.
Diese beinhalten den RDA1846.
Mit diesen Modulen gibt es auch einige Bauvorschläge für einen FM 
Transceiver.

Der RDA1846 ist nicht der einzige IC, was auch noch Interessant wäre,
der BK4802.

Es gab hier im Forum schon mal das Thema zum RDA1846.

von Thomas S. (doschi_)


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Wilhelm S. schrieb:
> Hallo zusammen.
>
> Thomas W. schrieb:
>> Klar ist Mathe, aber damit sollten "Softwerker" kein Problem haben,
>> oder?!
>
> Klar, der "Softwerker" hängt einen Draht in die Luft und schliesst ihn
> an die Soundkarte an. ;-) QO 100, GHze ..., alles von SAQ bis Terahertz.
> ..und die Soundkarte bekommt alles geregelt. So einfach wird es wohl
> kaum sein. Zumindest ein bisschen Analogkram wird wohl nötig sein.
>
> 73
> Wilhelm

aber fast.
siehe https://github.com/dj0abr/QO100_Transceiver
und 
https://forum.amsat-dl.org/index.php?thread/3819-qo-100-linux-sdr-transceiver/

73  Thomas

von Thomas S. (doschi_)


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Lotta  . schrieb:
> Thomas W. schrieb:
>> ...und ist dann mit immer leistungsfähigeren Signalprozessoren
>> voll auf
>> den SDR Zug aufgesprungen der Herr Rohde. Gerade er hat doch das Thema
>> massiv gepusht, weiterentwickelt und angewandt.
>
> Hey!!
>
> etwa der Herr Rohde von Rhode & Schwarz? :-O
>
> Gibts eigentlich schon einigermaßen verständliche Litheratur
> der Grundlagen des SDR? Wo also die benötigten Algorithmen
> ein bissel verständlicher beschrieben werden?
>
> mfg

Da kann ich dieses kostenlose Buch nur empfehlen:
"Software-Defined Radio for Engineers"
https://www.analog.com/en/education/education-library/software-defined-radio-for-engineers.html
https://sdrforengineers.github.io/

von HF-Bastler (Gast)


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Hallo zusammen,

Interessante Diskussion!

Lotta  . schrieb:
> Wenn der Unterbau stimmt, das Ganze gut dokumentiert ist,
> könnte man in C auf dem Arduino anfangen im Langwellenbereich.

In der Art gab es mal eine Artikel-Serie in einer Elektronikzeitschrift, 
wohl Elektor (bin aber nicht mehr ganz sicher). Muss so ca. um 2010 
gewesen sein. Als MC wurde glaub ein AVR verwendet und mit 
Unterabtastung wurden LW-Signale (DCF77 etc.) verarbeitet. Vielleicht 
erinnert sich ja noch jemand daran. Dann könnten diese Artikel als 
Anregung dienen.

Eine allgemeine Library, die sowohl auf nem AVR, als auch auf einem 
richtigen DSP läuft, wär natürlich super für den Einstieg. Und zugleich 
wäre die Motivation da, etwas zu lernen, mit dem man später auch etwas 
"Richtiges" machen kann.

von TW (Gast)


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HF-Bastler schrieb:
> Eine allgemeine Library, die sowohl auf nem AVR, als auch auf einem
> richtigen DSP läuft, wär natürlich super für den Einstieg. Und zugleich
> wäre die Motivation da, etwas zu lernen, mit dem man später auch etwas
> "Richtiges" machen kann.

Warum eigentlich immer eine fertige Lib? Wo bleibt da der Lernerfolg und 
das Verständnis?

Wie man Daten über einen ADC sampelt findet man am Besten im Datenblatt 
des verwendeten Controllers. Eine Softwareoszillator in C zu schreiben 
ist nicht schwer zu verstehen, genauso wie ein Digital Down Converter 
funktioniert. Filter und Filterkonstanten kann man sich (online) 
berechnen lassen.  Wie man aus I/Q-Daten letztendlich SSB, AM, FM 
demoduliert ist nur eine einfache Gleichung die man schnell im Buch oder 
blitzschnell in einer Suchmaschine findet. Die NF-Samples schickt man 
wieder zu einem DAC + Endstufe.

Ich finde wer sich damit beschäftigen will, der sollte das zunächst 
Schritt-für-Schritt selbst implementieren und nicht nach fertigen Libs 
suchen. Mindestens beim ersten SDR würde ich so vorgehen.

Gruß
Thomas

von Marek N. (Gast)


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Daher meine Frage,  wie wird bestimmt, Günter Lenz schrieb im Beitrag 
#6855970:
> An Analog, also mit Quarzfilter, kommt SDR nie
> heran, hat der Erfinder von SDR, Professor Rode
> mal gesagt.

Jein. Man sollte diese Aussage dahin relativieren, wann sie getätigt 
wurde und in welchem Zusammenhang.

"Radio" ist schon lange nicht mehr nur schmalbandiger Single-Carrier 
Sprechfunk. Und die Welt dreht sich auch schon lange nicht mehr um 
einige wenige verrückte Hobbyfunker, die Nummern durch die Gegend 
schicken.

Nur zum Vergleich für die typtische SSB-Signalaufbereitung mit 9 MHz ZF: 
Das Quarzfilter hat eine Seitenbandunterdrückung von ca. 60 dB. Der 
Dioden-Ringmischer hat eine Trägerunterdrückung von ebenso 60 dB. Das 
ist State-of-the-Art. Diese Werte erreicht man mit AD/DA-Wandlern ab 
einer ENOB von 10 Bit!
Weiterer Vorteil: Ein digitales Filter lässt sich bgl. seiner Welligkeit 
im Durchlass- und Sperrbereich exakt dimensionieren z.B. durch 
Tschebyscheff-Polynome. Die Weitab-Selektion von Quarzfiltern 
verschlechtert sich wieder um ca. 20 dB. Ein Digitalfilter bleibt 
flach. Die Güte kann bequem über die Filterordnung eingestellt werden.
Es gibt keine Temperaturdrift, keine Alterung, keine 
Mikrofonie/Shock-Empfindlichkeit, keine Probleme mit der 
Anpassung/Transformation der Impedanzen...

Viele breitbandige Datenfunkanwendungen benötigen gar keine 
schmalbandigen "ZF"-Filter da sie dank Quadraturmischer direkt im 
Basisband arbeiten: Z.B. DVB-*, DAB, DSL, UMTS, LTE...

DSP ist viel mehr, als nur FFT und Wasserfall: In jeder Festplatte 
arbeitet seit mindestens 30 Jahren ein DSP, der aus den verrauschten 
Signalen der Leseköpfe wieder den ursprünglichen Datenstrom herstellt 
mit einer verschwindend geringen Fehlerrate. Kompression von Bild, Audio 
und Video in JPEG, MP3, MPEG2, H264/265 oder was noch kommen mag.
Radioastronomie und digitales RADAR im zivilen und militärischen 
Bereich, bildgebene Verfahren in Medizin und 10.000 andere Dinge mehr.

DSP ist aber auch viel mehr, als ein einzelner Mensch in seinem ganzen 
Leben überhaupt überblicken oder gar bearbeiten kann. Darum kann ich nur 
empfehlen, sich mit den Grundlagen der Signaltheorie vertraut zu machen. 
Lernt die spektralen Eigenschaften der Signale und spezialisiert euch 
dann auf Feld, das euch besonders interessiert: Codierung, Modulation, 
Entzerrung, Kompression...

von Markus W. (dl8mby)


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Falls noch nicht bekannt!

Anregungen zu der SDR Thematik könnt Ihr Euch auch bei den
u.g. Links holen. Es sind reale Projekte die funktionieren.
In den zugehörigen Github-Repos könnt ihr den Code studieren.

Beitrag "mcHF-SDR Selbstbau-Projekt"
https://www.amateurfunk-sulingen.de/forum/index.php?board=15
https://www.amateurfunk-sulingen.de/forum/index.php?board=29
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Stichworte mcHF, UHSDR, Odyssey II, Wolf TRX.

Markus

von Matthias K. (kannichauch)


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Das mit der Auswahl von Bauteilen ist etwas komplex.

"Alte Bauteile" und Schaltungen damit, das geht noch, aber warum nicht 
neuere SMD Technik mit wirklich billigen und besseren Transistoren? Man 
müsste dann nur die Arbeitspunkte neu errechnen, einstellen. Dann soll 
es wahrscheinlich weniger Platz verbrauchen und IC's sind erwünscht. 
Alte IC's mit integrierter Empfängertechnik gibt es noch, mit so Radio 
IC's und Mischern ist es recht klein und einfach. Die älteren IC's 
rauschen etwas mehr, man schaue in die Datenblätter. Soll es eine I und 
Q-Demodulation sein, kann man normale Mischer-IC's (mehrere) nehmen oder 
z.B. Diodenringmischer könnten auch gehen.
Mit I&Q Demodulation erreicht man fortschrittlichere Betriebsarten.
Für den hochfrequenten Eingang gibt es rauscharme Verstärkermodule, was 
ziemlich hilfreich ist.

MfG

von W.S. (Gast)


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Thomas W. schrieb:
> Also der reine Softwerker wie Stefan M. ihn nennt, kommt damit auch klar
> und findet Literatur um einen SDR selbst zusammenzubauen.

Da habe ich so einige Zweifel. Selbst hier in diesem Thread ist der Ruf 
nach einer Bibliothek, die es einem erledigt, mehrfach laut geworden.

Ich schiebe das auf die mentalen Einstellungen heutiger reiner 
Softwerker. Es nützt nix, nach fertigen Lösungen zu suchen, die man nur 
zu benutzen braucht, ohne sie verstehen zu müssen. Es wäre ja schön und 
leicht, aber der einzige Weg wäre bei ICOM und Konsorten nachzufragen 
und dort ein fertiges Gerät zu kaufen.

W.S.

von F. M. (foxmulder)


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Matthias K. schrieb:
> "Alte Bauteile"

Es gibt doch sowieso genug Bauteile?
Was soll das Gejammer?

Viele heute noch verfügbaren ICs sind sowieso 20 Jahre alt, vorallem 
auch im HF Bereich. Man schaue sich einen Micrel (jetzt Microchip) 
Katalog aus 2003 oder so an und staune wie viele ICs noch verfügbar 
sind.

Gerade damals erreichten manche Dinge einen "idealen" Integrationsgrad.
Auch wenn Hersteller heute noch viel stärker integrierte Lösungen 
anbieten, manchmal braucht man eben nur einen IQ Modulator, ohne 
eingebauten Synth./Codec/Spannungsregler/Bluetooth etc.

Nachdem man jetzt einen großen Teil des Minicircuits Sortiments bei 
Mouser bekommt, gibt es echt nichts mehr zu jammern.
(Das war früher als Privatperson nicht so leicht)

von Matthias K. (kannichauch)


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Wer jammert denn??

von Lotta  . (mercedes)


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Matthias K. schrieb:
> Wer jammert denn??

keiner. :-P
Naja. Ne library ist vielleicht ein falscher Begriff,
ich würd mehr für ein Software-Baukastensystem sein,
wo sich der entsprechende Freak eigene Soft "zusammenstecken"
kann.
Das könnten in Schicht 1 etwa ein "bare metal" Treiber sein,
aber auch Ansteuerungen für verschiedene Chips.
Darüber liegt ne interne Anpassungsschicht, darüber dann die API,
die es ermöglicht, das Ganze auf leichte Art in die eigene Soft
einzubinden.
Ds Ganze wäre dann gut kommentiert, sodaß man die Sache auch
zum Lernen und weiterentwickeln (unter GPL?) benutzen kann.


mfg

von Thomas W. (twust)


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Lotta, solche Ökosysteme zum "Zusammenstecken" gibt es auf PC-Basis doch 
genug. Schaue in Richtung GNU-Radio.

Wenn Du SDR auf einen Controller wie ATmega, STM32, ... packen willst, 
dann ist der erste Ansprechpartner das Datenblatt des Chips -> 
ADC-Sektion, DMA, ... . Der Rest ist Downsampling, Filterung, 
Demodulation.

Hast Du eigentlich nun schon mal eines der oben genannten Bücher gekauft 
und Dich selbst eingelesen wie SDR (auf Seiten der Algorithmen) 
funktioniert? Wenn das klar ist, erst dann macht es Sinn weiter über 
eigenen Code oder fremde Libs zu reflektieren wenn es nicht nur Copy & 
Paste werden soll. Es fehlt Dir sonst an den Grundlagen für den 
SDR-Ansatz.

: Bearbeitet durch User
von Marek N. (Gast)


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Ich hatte vor einiger Zeit einen SDR im AVR vorgestellt: 
Beitrag "µSDX: SDR-Transceiver im ATMega328p"

von Lotta  . (mercedes)


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Thomas W. meinte:

> Hast Du eigentlich nun schon mal eines der oben genannten Bücher gekauft
> und Dich selbst eingelesen wie SDR (auf Seiten der Algorithmen)
> funktioniert? Wenn das klar ist, erst dann macht es Sinn weiter über
> eigenen Code oder fremde Libs zu reflektieren wenn es nicht nur Copy &
> Paste werden soll. Es fehlt Dir sonst an den Grundlagen für den
> SDR-Ansatz.

Huch, OM's, ihr lacht mich nicht aus?
Keine Prokrastination u.s.w.? :-p
In diesem Faden hier ist's ja wirklich anders als im
restlichen Board! :-O

Also, ich setz zur Zeit meine kleine Workstation auf.
Da kommt dann gleich die Community Editon des Emba-C++ Builder drauf,
ne Vollversion des RAD Studios 11 in ner VM und Hilfsprogramme
wie install Maker, Ressourceneditor, ein Zeichenproggy / Logo-Maker,
easycode und ein UML-Proggy.
Natürlich lade ich auch das AVR-Projekt runter.

Vater hat das Buch ISBN-10: 3662532336 "Systeme für die Telemetrie"
bestellt und meine Nanny wird mit mir Abens vor dem Rechner nicht nur
Deutsch English und C++, sondern auch Mathe üben.
Das wird jetzt in den Wintermonaten geschehen.

Ob ich dann hier aufkommende Fragen stellen kann?

Mit vollster Hochachtung!
Lotta

von Gerhard H. (ghf)


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von Der Zonk (Gast)


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War Lotta nicht noch bis vor Kurzem eine "Lolita"?

von Soul E. (Gast)


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Wir werden alle älter :-))

von W.S. (Gast)


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Lotta  . schrieb:
> Darüber liegt ne interne Anpassungsschicht, darüber dann die API,...

und darüber dann was bitte?
Nee, das ist Denke in der verkehrten Richtung.

Ich schätze, am ehesten geht es so, daß man für einige Teilgebiete 
ausreichend verständliche und nachvollziehbare Dokumente hat und sich 
anhand dieser dann seine Firmware selber gestalten kann.
Mal in einer konkreten Liste:
- wieviel Zeit (Takte) hat man auf seinem Controller pro Sample? (gilt 
nur für all das Zeugs, was man nicht in einem FPGA macht)
- wie geht das Empfangen und richtig einstapeln von Samples bei der 
vorhandenen Hardware
- wie geht das Erzeugen eines LO Signals für I/Q Mischer
- wie geht das Mischen und Dezimieren
- wie geht das Filtern
- wie berechnet man einen Filterkernel
- wie gehen die Demodulatoren für die üblichen 
Kommunikationsmodulationem (AM, FM, SSB)
- plattformabhängige Dinge: wieviel Zeit (Takte) muß man für Nebensachen 
einplanen (benutzte Register auf/vom Stack usw.)

So, zu jedem Teilgebiet eine verständliche Dokumentation und man ist in 
der Lage, sich das alles selber zu machen. Vielleicht wird's etwas 
konkreter mit der Diskussion, wenn man die Sache erstmal auf Teilthemen 
aufteilt.

W.S.

von Lotta  . (mercedes)


Angehängte Dateien:

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So, die Lotta wird nun in den nächsten Tagen 2 Männer mit ins
Bett nehmen.

Da die Beiden ja in deutsch "reden", wird es für mich
dann einfacher sein, die Grundlagen zu lernen, um dann auch
meine gefühlten 42 Millionen aus dem Netz gesaugten PDF's
verstehen zu können. ;-) :-P

mfg

von Dieter (Gast)


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Da gab es ein Buch über alle Modulationsarten und Verfahren. Das muss so 
um 2001 herum herausgekommen sein. Da stand vieles sehr gut erklärt 
drin. Von AM, FM, QPSK, UWB auch Mobilfunk usw. ging es über viele 
Bereiche.

von Fan von Yussif (Gast)


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von Lotta  . (mercedes)


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Rudolf Mäusl
Jürgen Göbel

Analoge und digitale Modulationsverfahren
ISBN 3-7785-2886-6

mfg

von Dieter (Gast)


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Dort ist das Inhaltsverzeichnis:
https://docplayer.org/158837905-Karl-dirk-kammeyer-nachrichtenuebertragung.html

Möglich wäre es, aber das ist schon so lange her. Nach meiner Erinnerung 
war das mehr ein weißer Buchumschlag, wie dies die meisten Fachbücher 
vom Vogel oder Hüthig Verlag haben.

Das scheint mir eher hinzukommen:
https://docplayer.org/131407995-Analoge-und-digitale-modulationsverfahren.html

von Thomas W. (twust)


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Ich fand neben dem Buch welches ich Lotta empfohlen hatte auch diese 
Scripte recht lesenswert:

http://www.diru-beze.de/signale/skripte/index.html
http://www.diru-beze.de/funksysteme/skripte/index.html
http://www.diru-beze.de/modulationen/skripte/index.html

Also wenn man sich hinsetzt und das alles mal in Ruhe durchgeht, dann 
mit scilab, C oder was man gerade hat, am PC mathematisch durchspielt, 
ist ein PC gestütztes SDR nicht mehr sooo wahnsinnig kompliziert 
umzusetzen. Danach kann man den Weg auf einen kleinen Controller oder 
FPGA wagen. So grob war mein Weg zum SDR. Wenn Fragen zu den einzelnen 
Stufen (ADC, DDC/Filter, Demodulation) auftreten, einfach mal schreiben. 
Vielleicht einen eigenen Thread dafür aufmachen Lotta.

Gruß
Thomas

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