Hallo,
hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie
kommt man da rein?
Überall werden Experten gesucht. Und ich erfülle nur ein Bruchteil der
Kentnisse aus meinem Studium. Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt
oder lieber Software?
Laura schrieb:> Und ich erfülle nur ein Bruchteil der> Kentnisse aus meinem Studium. Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt> oder lieber Software?
So viel musst du für den Durchschnitts-HW Job nicht können.
Wenn du trotzdem üben willst dann solltest du wissen wie man
Leiterplatten erstellt etc.
Kannst ja mit KiCad anfangen und mal ne Platine erstellen.
Ansonsten halt das übliche Programm mit Praktika, Werksstudentenkobs
etc. auf jeden Fall machen.
Lernen nen Lötkolben in die Hand zu nehmen...
Gehaltstechnisch liegt der SW Entwickler aktuell leicht vorne.
Das kann in ein paar Jahren ganz anders aussehen.
Mach das worauf du Bock hast.
> hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie> kommt man da rein?
Als Student bereits bei so einer Firma jobben. Also bewusst nach
entsprechenden Studentenjobs suchen.
Ach so, vor 30Jahren gab es vereinzelt sogar (gute) Techniker die es bis
in die Entwicklung geschafft haben. Mittlerweile haben bei uns 80-90%
bereits einen Doktor wenn sie anfangen oder machen den in der Firma.
> Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt oder lieber Software?
Das ist eine dumme Frage. Ob es sich lohnt haengt davon ab wie gut man
in etwas ist. Also sollte man das waehlen was einem am meisten Spass
macht, sonst wird das sowieso nichts.
Olaf
Olaf schrieb:> Ach so, vor 30Jahren gab es vereinzelt sogar (gute) Techniker die es bis> in die Entwicklung geschafft haben. Mittlerweile haben bei uns 80-90%> bereits einen Doktor wenn sie anfangen oder machen den in der Firma.
verschwendete zeit. kein schwein braucht einen doktor für die
hardwareentwicklung lol...
> verschwendete zeit. kein schwein braucht einen doktor für die> hardwareentwicklung lol...
Es ist irrelevant was man braucht um den Job zu machen. Ich finde die
Entwicklung auch etwas bizarr. Aber es kommt drauf was man braucht um
zum Bewerbungsgepraech eingeladen zu werden.
Olaf
Olaf schrieb:> Ach so, vor 30Jahren gab es vereinzelt sogar (gute) Techniker die es bis> in die Entwicklung geschafft haben. Mittlerweile haben bei uns 80-90%> bereits einen Doktor wenn sie anfangen oder machen den in der Firma.
In was für einem Unternehmen arbeitest du?
Also nicht den Namen nennen, sondern nur Branche, Größe etc..
Bei mir arbeiten nur FH-Ings und ich mit meinem Uni-Abschluss.
Damals war auch sogar mal nen Techniker da, aber das war vor meiner
Zeit.
Q.B.-Qwerzberater schrieb:
Lol So viel musst du für den Durchschnitts-HW Job nicht könne
Wie bitte? Das ist eine hochanspruchsvolle und übrigens auch sehr gut
bezahlte Tätigkeit. Für die gute Bezahlung muss man übrigens die
richtige Firma finden, das ist gar nicht so leicht. Gerne kann ich
darauf bei Interesse genauer eingehen.
Ich hab mich auf eine Stelle beworben, wo dabeistand, sie würden auch
Studienabgänger nehmen.
Die war nicht so gut bezahlt, aber dort haben sie mich als
Hardwareentwickler beschäftigt. Nach 5 Jahren bin ich dann zu einer
kleineren Firma gewechselt.
Im Normalfall sind das größere Firmen mit einer größeren
Entwicklungsabteilung, da fängt man dann mit kleineren Aufgaben an. Nach
ein paar Jahren weiß man dann, worauf es ankommt.
Es gibt tausende Dinge, die man in keinem Studium lernt.
Ich denke, keine (auf Dauer Erfolgreiche) Firma mit einer kleineren
Entwicklung wird Produkte eines Bastlers oder Studienabgängers auf eine
Serienfertigung loslassen.
Wenn du Bastler bist:
Sei dir klar, dass Hardwareentwicklung mit Basteln nichts zu tun hat.
Wenn du glaubst, du würdest mit Widerständen im Haar Schaltungen
entwerfen und am Breadboard auspobieren, wirst du sehr enttäuscht sein.
Hardwareentwicklung ist zu 90% oder mehr PC-Arbeit und Besprechungen.
Simulieren, zeichnen und Dokumentation (oder schlimmer:
Normenrecherche), nur in ganz wenigen Fällen wird ausprobiert, meist ist
alles praktische nur noch Verifikation.
In der Firma habe ich kein Breadboard, die letzten Restbestände DIL-IC
habe ich vor 10 Jahren weggeschmissen und eine Lochrasterplatine habe
ich in meiner ganzen Karriere noch nicht benutzt. 5V gibt es nur noch
für USB.
Die Anforderungsprofile in den "üblichen" Stellenausschreibungen sind
schlicht und einfach ein Witz!
30 Jahre Berufserfahrung sollten das junge Team schon unterstützen.
Bist Du kein Dynamo, brauchst Du dich erst gar nicht zu bewerben.
Waschen, bügeln sowie Öl wechseln sollten auch drin sein.
Laura schrieb:> Hallo,>> hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie> kommt man da rein?> Überall werden Experten gesucht. Und ich erfülle nur ein Bruchteil der> Kentnisse aus meinem Studium. Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt> oder lieber Software?
1. mach das was Dir liegt, nicht wo das Gehalt besser ist. Was hilft es
wenn Du mit SW nicht weiterkommst aber mehr Geld erhälst (von verdienen
rede ich nicht) - oder umgekehrt. Gehalt ist nicht das Maß der Dinge.
2. Wenn Du beides kannst - gut so, dann verstehst Du die andere Seite,
ein wichtiger Aspekt bei allen Dingen die entwickelt werden.
3. die Frischlinge aus den Unis haben - egal ob HW ode SW - noch einen
weiten Weg vor sich der durch Erfahrung gepflastert ist.
4. EMV ist... meistens nicht so schlimm wie es sich anhört, das meiste
ist eh klar und normales Handwerk, kein Grund sich zu fürchten. Und wenn
es wirklich feigelt ist es spannend und lehrreich.
Egal, wir suchen Hardwareleute. Westliches Oberösterreich, nächster
Grenzübergang nach Bayern ist ist 10 bzw. 16km entfernt.
Melde Dich hier an und ich kontaktiere Dich, der Rest ist Deine Sache.
QWERTZ schrieb:> Q.B.-Qwerzberater schrieb:> Lol So viel musst du für den Durchschnitts-HW Job nicht könne>> Wie bitte? Das ist eine hochanspruchsvolle und übrigens auch sehr gut> bezahlte Tätigkeit. Für die gute Bezahlung muss man übrigens die> richtige Firma finden, das ist gar nicht so leicht. Gerne kann ich> darauf bei Interesse genauer eingehen.
Das wurde mir auch andauernd gesagt als ich noch studiert habe.
Die ersten Jahre im Job waren auch recht anspruchsvoll.
Aber es war dann halt doch irgendwann immer das gleiche.
Platine, Spannungsversorgung, Pegelwandler, Bus-Systeme,
Mikrocontroller. EMV etc.
Die meiste Zeit die ich mit HW-Entwicklung verbringe ist es die Artikel
der Platinen im System anzulegen und zu Dokumentieren etc.
Ich bin sehr froh darüber auch mal was programmieren zu können, da das
Abwechslung schafft.
Wenn ich das nicht hätte, würde ich mich sehr langweilen.
Aber es gibt sicherlich auch anspruchsvolle Bereiche der HW-Entwicklung:
Motorsteuerungen, Hochfrequenztechnik....
Solche Sachen sind dann doch recht speziell und recht anspruchsvoll.
Dingenskirchen schrieb:> Wenn du Bastler bist:> Sei dir klar, dass Hardwareentwicklung mit Basteln nichts zu tun hat.> Wenn du glaubst, du würdest mit Widerständen im Haar Schaltungen> entwerfen und am Breadboard auspobieren, wirst du sehr enttäuscht sein.> Hardwareentwicklung ist zu 90% oder mehr PC-Arbeit und Besprechungen.> Simulieren, zeichnen und Dokumentation (oder schlimmer:> Normenrecherche), nur in ganz wenigen Fällen wird ausprobiert, meist ist> alles praktische nur noch Verifikation.
Kann ich zu 100% unterschreiben.
In meinem Unternehmen "malt" man an einem Tag die Leiterplatten und ist
2 Wochen lang beschäftigt die Bauteile im System anzulegen, sowie
Stücklisten zu erstellen.
Überspitzt gesagt.
Das Tüfteln kommt bei manchen neuen Sachen auch vor, ist aber leider
recht selten geworden.
Q.B.-Qwerzberater schrieb:> Kann ich zu 100% unterschreiben.> In meinem Unternehmen "malt" man an einem Tag die Leiterplatten und ist> 2 Wochen lang beschäftigt die Bauteile im System anzulegen, sowie> Stücklisten zu erstellen.> Überspitzt gesagt.> Das Tüfteln kommt bei manchen neuen Sachen auch vor, ist aber leider> recht selten geworden.
Spannung auf dem Siedepunkt!
fed schrieb:> den Punkt, im Westen nichts neues, erreicht man doch quasi mit ein> paar Jahren be in jedem bereich
Ja, das ist so. Ich kann aber nicht so recht nachvollziehen, was daran
so schlimm sein soll (das klingt in den letzten Beiträgen so durch). Man
nennt es auch Routine, die gehört nun mal dazu, in fast jedem Beruf.
Routine bedeutet aber nicht automatisch Langeweile. Ich mag es sogar,
wenn ich eine Aufgabe direkt mit meinem aktuellen Skillset effizient
lösen kann.
Laura schrieb:> Überall werden Experten gesucht.
Ist normal. Als Anfänger kommt man nur mit sehr guten Beziehungen rein.
Vorteilhaft ist auch eine Promotion. Wenn dann dein Spezialgebiet zu
mindestens 95% auf die Stelle passt, dann erhöht das die Chance zum
Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden sehr.
Soviel zum angeblichen Fachkräftemangel.
Bei mir war es so: Am Ende des Studiums bei einem Fertiger für
Leiterplatten in der Entwicklungsabteilung gejobbt. Dort dann in der
Auftragsvorbereitung angefangen nach dem Studium. ca. 2 Jahre später
gewechselt zu einem kleinen Ingenieurbüro, reiner Layoutdienstleister.
Einstellungsvoraussetzung: Hobbybezug zur Elektronikentwicklung und
meine Kenntnisse der LP Fertigung (von denen ich heute noch zehre).
Weitere 2 Jahre später nicht ganz freiwillig gewechselt (Im Zusammenhang
mit der Wirtschaftskrise sind Aufträge weggebrochen) zu einer größeren
Firma und dort reine Hardwareentwicklung. Mach ich nun seit 11 Jahren.
Der ursprüngliche Plan im Studium war ein komplett anderer, da sollte es
eher in Richtung Halbleitertechnik gehen. Schlussendlich habe ich mein
Hobby zum Beruf gemacht (Wobei ich das Hobby immer noch pflege, jetzt
aber mit den professionellen Werkzeugen des AG, welche ich auch
außerhalb der Arbeitszeit großzügig privat nutzen darf). Im Prinzip habe
ich mich treiben lassen und bin so in diese Schiene gerutscht, obwohl
das nie meine Intention war. Aber so spielt das Leben. Ich kann aber
nicht sagen, dass ich einen Schritt davon bereue, jeder war notwendig
und hat mir Wissen eingebracht, welches ich für den nächsten Step
zwingend brauchte.
Hardwareentwickler schrieb:> Einstellungsvoraussetzung: Hobbybezug zur Elektronikentwicklung
Das ist übrigens nicht die schlechteste Visitenkarte. Und es sind nicht
die schlechtesten Leute, die wir mit einem Augenmerk darauf gefunden
haben.
Kleine Anekdote: ich hatte mich mal auf die explizit als
"Hardwareentwickler CAN-Bus" ausgeschriebene Stelle bei einem
internationalen LKW-Hersteller beworben. Beim Vorstellungsgespräch kam
heraus, dass ich da überhaupt nichts zu entwickeln gehabt hätte, sondern
meine Lebenszeit mit dem Koordinieren von Zulieferern und dem Sortieren
von Akten hätte umbringen sollen. Danke dann auch...
Meine Empfehlung: wenn ihr gut im Entwickeln seid, dann sucht euch einen
netten Maschinenbauer im Bereich um 400++MA. Da brauchts dann auch
keinen Doktor. Es reicht, wenn man zeitig zeigt, dass man was kann.
Q.B.-Qwerzberater schrieb:> Das Tüfteln kommt bei manchen neuen Sachen auch vor, ist aber leider> recht selten geworden.
Finde ich nicht. Man tüftelt halt in der Simulation oder in Excel.
Ich habe die Mentalität des Herumprobierens in der Hardware nie
verstanden, speziell bei einem Thema, das theoretisch so gut erfassbar
ist wie die E-Technik. 95% aller Schaltungen verhalten sich in der
Praxis EXAKT so, wie man es berechnet oder simuliert hat, und wenn
nicht, ist das ein Fehler.
Das ist bei den heutigen Bauformen ohnehin nötig. Bei 0201, BGA und QFN
sind "Hand-on" und "Tüftelmentalität" ein echter Hemmschuh.
Tüfteln darf man trotzdem noch genug, spätestens bei der EMV, und wer
macht schon keine Fehler...
Dingenskirchen schrieb:> Bei 0201, BGA und QFN sind "Hand-on" und "Tüftelmentalität" ein echter> Hemmschuh.
1. Ähnliche Worte waren schon beim Umstieg von bedrahtet auf SMD zu
hören.
2. Und da war dann noch der eine Ball am BGA, der hinterher auch noch
kontaktiert werden musste, weil dort der vergessene Interrupt herauskam.
Zum Glück lag er in der äußeren Reihe und konnte für das "Proof of
Concept" per "Hands-On" und "Tüftlermentalität" doch noch kontaktiert
werden.
Dingenskirchen schrieb:> Ich habe die Mentalität des Herumprobierens in der Hardware nie> verstanden, speziell bei einem Thema, das theoretisch so gut erfassbar> ist wie die E-Technik. 95% aller Schaltungen verhalten sich in der> Praxis EXAKT so, wie man es berechnet oder simuliert hat
Das aber nur deshalb, weil ein anderer für dich an der Hardware
herumgetüftelt und das Datenblatt samt Simulationsmodell hinreichend gut
geschrieben hat. Die sind ja nicht vom Himmel gefallen. Und einige
Parameter davon wurden eben komplexerweise nicht berechnet, sondern
wurden einfach an exemplarischen Serienmustern ermittelt.
> und wenn nicht, ist das ein Fehler.
Nein, dann bist du nach meiner Erfahrung in einer Ecke, die bisher noch
nicht hinreichend untersucht wurde. Je analoger die Schaltung wird, umso
eher findest du eine solche Ecke.
Laura schrieb:> würde gerne in die Hardwareentwicklung.
In welche denn?
Lothar M. schrieb:> Das aber nur deshalb, weil ein anderer für dich an der Hardware> herumgetüftelt und das Datenblatt samt Simulationsmodell hinreichend gut> geschrieben hat. Die sind ja nicht vom Himmel gefallen. Und einige> Parameter davon wurden eben komplexerweise nicht berechnet, sondern> wurden einfach an exemplarischen Serienmustern ermittelt.
Dsa mag ja sein, nur macht solche Dinge im Normalfall kein
Hardwareentwickler.
Lothar M. schrieb:> Nein, dann bist du nach meiner Erfahrung in einer Ecke, die bisher noch> nicht hinreichend untersucht wurde. Je analoger die Schaltung wird, umso> eher findest du eine solche Ecke.
Das stimmt schon. Aber die analogen Ecken werden immer weniger.
Natürlich macht man teils noch Verifikation einer Schaltung bevor man
eine Leiterplatte baut. Ein Typisches Beispiel wäre ein Schaltregler,
besonders Kompensation und dergleichen.
Aber auch da nimmt man im Normalfall ein Evalboard.
Und wenn man eine komplett neue Schaltung ausprobiert, dann nicht am
Breadboard, sonder üblicherweise lässt man sich eine Platine anfertigen.
Teilweise sogar bestücken. Wie, als Beipsiel, willst du diesen auf
Lochraster aufbauen:
https://www.monolithicpower.com/en/mp4470.html
Gar nicht.
Und damit sitzen wir wieder am PC.
Lochraster und Bredabord benutzt hier niemand mehr.
Wir sind auch ein relativ großes mittelständisches Unternehmen.
Bei uns ist Hardwareentwicklung die Bauteile aussuchen und den
Schaltplan machen. Angelegt werden die Bauteile von einer anderen
Abteilung, ebenso das Layout.
Wenn die Platine da ist, wird sie von dem gleichen Entwickler in Betrieb
genommen. Zumeist ist noch ein FPGA mit drauf, wofür Code geschrieben
werden muss. Dass macht ebenfalls der Hardwareentwickler. Die Firmware
des DSPs oder der CPU schreibt ein Firmware-Entwickler.
Im Bewerbungsgespräch wird immer nach Hobbyprojekten gefragt, und es ist
ein deutlicher Pluspunkt wenn man das hat. Das sind meist die besten.
Gerald M. schrieb:> Angelegt werden die Bauteile von einer anderen> Abteilung, ebenso das Layout.
Was genau ist damit gemeint?
Dass jemand Anderes die "Systemarchitiktur" macht? Oder habt ihr eine
Abteilung, die Widerstandswerte berechnet?
Nein, die reine Anlage der Bauteile in unsere Datenbank machen nicht die
Entwickler.
Der Entwickler gibt das Bauteil mit Datenblatt an diese Abteilung
weiter, und die legen dann das Symbol für den Schaltplan, das Footprint
für das Layout und die CAD-Datei für den 3D-Export an.
Früher haben das auch die Entwickler gemacht, da das aber recht selten
vorkommt, wurde immer wieder vergessen wie es geht, und so wurden immer
wieder fehlerhafte Bauteile angelegt, was dann aufwendiger war zu
korrigieren als wenn es gleich richtig gemacht wurde.
Wenn das Bauteil angelegt wurde, kann der Entwickler es ganz normal aus
der Bibliothek holen und für seinen Schaltplan nutzen.
Das Layout wird ebenfalls in der Abteilung gemacht in der auch die
Bauteile angelegt werden.
Gerald M. schrieb:> Wenn das Bauteil angelegt wurde, kann der Entwickler es ganz normal aus> der Bibliothek holen und für seinen Schaltplan nutzen.>> Das Layout wird ebenfalls in der Abteilung gemacht in der auch die> Bauteile angelegt werden.
Ist im Endeffekt bei uns auch so. Wir haben 2 Leute fürs Layout, die
machen das mit.
Das zahlt sich schon aus, weil wir auch Dinge wie 10-lagige CPU-Platinen
machen. Ich kann zwar prinzipiell Layouten, aber bei so komplexen Dingen
macht der Profi das besser.
Laura schrieb:> Hallo,>> hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie> kommt man da rein?> Überall werden Experten gesucht. Und ich erfülle nur ein Bruchteil der> Kentnisse aus meinem Studium. Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt> oder lieber Software?
Du wahrscheinlich gar nicht, da du
1. vermutlich das falsche Fach studiert hast. Die Angabe fehlt und wenn
du das richtige Fach studiert hättest, wüstest du es.
2. den falschen Beweggrund hast (Gehalt).
Für alle Andere (Experte wie Anfänger) gilt: bewerben.
Laura schrieb:> hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie> kommt man da rein?
Da kommt man nur mit den passenden Beziehungen rein. Ist leider so.
Andere Möglichkeit ist, schon während des Studiums Praktika und
Nebenjobs in einer Firma machen, die in diesem Bereich tätig ist und für
die du später arbeiten willst.
Eine normale Bewerbung nach dem Studium - vergiss es einfach, es ist
Zeitverschwendung. Viele Bewerber mit entsprechender Erfahrung stehen
Schlange für solche Jobs. Da hat ein Anfänger auf normalem Wege keine
Chance. Da hilft dir auch keine Bastelerfahrung. Denn ohne nachweisbare
Berufserfahrung kommst du höchstwahrscheinlich noch nicht mal bis zum
Vorstellungsgespräch. Und selbst wenn es nicht viele Mitbewerber gibt,
lässt man die Stelle lieber unbesetzt als dass man einen Anfänger
einstellt. Ein Unternehmer geht heutzutage kein Risiko mehr ein.
Alex schrieb:> Ist normal. Als Anfänger kommt man nur mit sehr guten Beziehungen rein.> Vorteilhaft ist auch eine Promotion. Wenn dann dein Spezialgebiet zu> mindestens 95% auf die Stelle passt, dann erhöht das die Chance zum> Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden sehr.> Soviel zum angeblichen Fachkräftemangel.
Zustimmung, das überall Experten gesucht werden.
Was Anfänger angeht widerspreche ich deiner Behauptung. Mein jetziger AG
hat einen Absolventen direkt eingestellt als Entwickler. These
widerlegt. Tipp: relativiere die Aussage: "Als Anfänger kommt man
oftmals nur mit sehr guten Beziehungen rein." dies würde ich gelten
lassen.
Fachkräftemangel ist real. Aber abhängig vom Fachgebiet, der Region, vom
suchendem Unternehmen, der Konkurrenz in der direkten Umgebung und
sicherlich noch anderen Faktoren und darum genau so wenig pauschal zu
betrachten. Wir würden auch sicherlich wieder einen Anfänger einstellen,
wenn er denn tauglich ist. Der damals eingestellte Anfänger hat sich als
guter Fang erwiesen :)
Thomas schrieb:> Und selbst wenn es nicht viele Mitbewerber gibt,> lässt man die Stelle lieber unbesetzt als dass man einen Anfänger> einstellt. Ein Unternehmer geht heutzutage kein Risiko mehr ein.
Dem widerspreche ich. Siehe oben.
Laura schrieb:> hab mein Studium fertig und würde gerne in die Hardwareentwicklung. Wie> kommt man da rein?
Ne Gegenfrage: Was bittesehr verstehst du denn unter
"Hardwareentwicklung"?
Als Geräte-Entwickler ist man Hardware-Entwickler. Und der Arbeitsinhalt
umfaßt eben auch das Durchziehen von Meßreihen im Labor - ok, da muß
unsereiner nicht jedes Detail selber in die persönliche Hand nehmen,
aber man überläßt die Durchführung nicht zu 100% den Laborleuten. Zweck
des Ganzen ist das Finden von Funktionalitäten, die man für ein neues
Gerät ausnutzen kann. Also ist an zweiter Stelle das Sitzen am
Schreibtisch mit Stift und Notizpapier und DENKEN und dabei Erfinden.
Und danach kommt das Nachdenken über die technische Realisierung und
dann das Durchsprechen des Erfundenen mit dem Technologen bzw. den
Zulieferern, weil man all die Möglichkeiten, die die Zulieferer kennen,
eben nicht komplett und vollständig selber kennen kann. Aber ob ein
Zulieferer geeignet ist oder nicht, das muß man erkennen können. Naja,
man sitzt dann auch am PC, um dort zu konstruieren. Schließlich braucht
man Dokumente für die Vertraglichkeiten zu den Zukieferern - und diese
Dokumente sind letztlich Fertigungsunterlagen, die man auch mit dem
hauseigenen Technologen abstimmen muß.
Naja, das Thema Elektronik-Entwicklung, Leiterplatten und
Firmwareerstellung kommt auch noch und in kleineren Firmen macht man das
alles selber, in größeren Firmen gibt es zwar dafür Abteilungen, aber
die brauchen es wie alle anderen Zulieferer auch.
Und Anrufe von Kundenseite her usw. Hat man obendrein zwischendurch. Die
bringen einen dann jedesmal aus dem Tritt.
So. Und an welcher Stelle würdest du dich da sehen?
W.S.
Thomas schrieb:> Da kommt man nur mit den passenden Beziehungen rein.
Wir haben allein dieses Jahr zwei Absolventen als Hardware Entwickler
eingestellt. Tatsächlich ist es schlimmer, denn es hat sich nur einer
beworben, und der zweite kommt jetzt vom Dienstleister, mit der Absicht
übernommen zu werden.
Das interessante dabei war, dass der Dienstleister dem Absolventen
keinen Arbeitsvertrag angeboten hat, bis nicht klar war dass eine Firma
diesen Absolventen "bucht".
Der Dienstleister hat quasi null Risiko und bekommt jetzt 6 Monaten lang
über 10k€, und zur Übernahme noch einmal zwei Monatsgehälter.
Wer momentan im Südwesten nichts bekommt sollte sich Gedanken darüber
machen wie er rüber kommt.
Gerald M. schrieb:> Thomas schrieb:>> Da kommt man nur mit den passenden Beziehungen rein.>> Wir haben allein dieses Jahr zwei Absolventen als Hardware Entwickler> eingestellt. Tatsächlich ist es schlimmer, denn es hat sich nur einer> beworben, und der zweite kommt jetzt vom Dienstleister, mit der Absicht> übernommen zu werden.> Das interessante dabei war, dass der Dienstleister dem Absolventen> keinen Arbeitsvertrag angeboten hat, bis nicht klar war dass eine Firma> diesen Absolventen "bucht".> Der Dienstleister hat quasi null Risiko und bekommt jetzt 6 Monaten lang> über 10k€, und zur Übernahme noch einmal zwei Monatsgehälter.>> Wer momentan im Südwesten nichts bekommt sollte sich Gedanken darüber> machen wie er rüber kommt.
Region Bodensee?
> Lohnt sich Hardware überhaupt vom Gehalt oder lieber Software?
Heutzutage sollte man wissen, dass Hardware nicht mehr von alleine
laeuft sofern sie die komplexitaet eines Widerstandes und einer Led
ueberschreitet.
Und nicht vergessen, Software kann jeder selbst eingearbeitete Toeggeler
Laura schrieb:> Und ich erfülle nur ein Bruchteil der> Kentnisse aus meinem Studium.
Das ist der Haken. Kenntnisse aus dem Studium genügen schon seit
mindestens 20 Jahren nicht mehr für einen Job. Von Ausnahmen abgesehen,
die jetzt hier im Forum als Allgemeingültigkeit angepriesen werden. Hast
du während des Studiums keine vorzeigbaren Nebenjobs im Bereich
Hardwareentwicklung gemacht?
Was in den Stellenausschreiben steht, sind Wunschvorstellungen der
Unternehmen. Du bist Berufseinsteiger und wirst dich im Laufe der
nächsten Jahre erst spezialisieren können. Wenn du HW entwickeln
möchtest, dann sag das im Anschreiben und im Bewerbungsgespräch. Mach
das zu deinem Kernelement. Erläutere, warum du das willst und was du
schon alles gemacht hast. Ich habe in die Gespräche damals
Vorzeigematerial mitgebracht. Das kann ein Schaltplan, HW, SW oder ganz
was anderes sein. Es geht darum, deine Gegenüber davon zu überzeugen,
dass du willst. Erkennen sie deine Lernbereitschaft und haben sie Mittel
dich darin einzuarbeiten, wirst du die Stelle bekommen.
Die Stelle, die ich momentan besetze, war eigentlich für jemanden
ausgeschrieben, der >5 Jahre Berufserfahrung hat. Ich kam aber frisch
von der Uni. Hat trotzdem geklappt.
Dingenskirchen schrieb:> Teilweise sogar bestücken. Wie, als Beipsiel, willst du diesen auf> Lochraster aufbauen:> https://www.monolithicpower.com/en/mp4470.html> Gar nicht.
Sprich bitte nur für dich selbst. Ich habe mir für solche DFNs
Adapterboards geroutet, die wunderbar auf das Steckbrett passen. Wenn
ich mal ein neues Bauteil testen will, löte ich das fix von Hand auf so
ein Adapterbördchen und schon ist es auf dem Steckbrett.
Natürlich ist auch Steckbrettbasteln eine Kunst und man muss sich an
gewisse Regeln halten. Z.B. dass man das Steckbrett immer schön
staubdicht verpackt und nach einigen Versuchen wegschmeisst. Die kosten
ja nix. Die Oxidation ist halt brutal bei gesteckten Kabeln und
irgendwann bist du nur noch am Suchen von Wackelkontakten. Auch stabile
"Verbindungen" mit 20 Ohm sind gerne mal dabei, obwohl es 20mOhm sein
sollten.
Und es verbietet auch niemand, den 100er Kerko mal schnell auf die Pins
zu löten, wenn VDD und GND benachbart sind.
Aber klar, bei grossen Schaltungen will man das nicht mehr stecken.
Allein schon weil es einfach ne elende Fummelei ist.
Jan schrieb:> Dingenskirchen schrieb:>> Teilweise sogar bestücken. Wie, als Beipsiel, willst du diesen auf>> Lochraster aufbauen:>> https://www.monolithicpower.com/en/mp4470.html>> Gar nicht.>> Sprich bitte nur für dich selbst.
Hast du dir das Bauteil überhaupt angesehen?
DAs ist kein DFN oder BGA-8, sondern so ein Teil, wo die Pads unten
drunter sind. Da käme man nur über Bohrungen dran, wollte man das
anschließen, alternativ mit Heißluft (setzt aber ein entsprechendes
Layout voraus). Dazu Entwärmung über Pads.
Das KANN Man machen.
Man Kann auch seine Stecknadeln aufbewahren, indem man sie unter seine
Fingernägel sticht.
T. T. schrieb:> Die Stelle, die ich momentan besetze, war eigentlich für jemanden> ausgeschrieben, der >5 Jahre Berufserfahrung hat. Ich kam aber frisch> von der Uni. Hat trotzdem geklappt.
Und was sagt dieses Einzelschicksal aus? Genau - garnix.
Der Normalfall sieht ganz anders aus.
Olaf schrieb:> T. T. schrieb:>> Die Stelle, die ich momentan besetze, war eigentlich für jemanden>> ausgeschrieben, der >5 Jahre Berufserfahrung hat. Ich kam aber frisch>> von der Uni. Hat trotzdem geklappt.>> Und was sagt dieses Einzelschicksal aus? Genau - garnix.
Doch es sagt schon aus, das man in zeiten des fachkräftemangels statt
einen Erfahrenen auch ein greenhorn nimmt, ist immer noch besser als
garnix.
Das das greenhorn dabei u.U. mit einem Bein im Knast steht (weil es sich
vom managment beispielsweise zu Nicht-DIN und damit
Arbeitsschutzwidrigen Lösungen hinreißen lässt) erkennt das Greenhorn
mangels Berufserfahrung nicht.
> Der Normalfall sieht ganz anders aus.
Nöh, genau so sieht es aus, wer heute frisch von der Uni kommt und Ing
o.ä. studiert hat kann sich zwecks mangels an wechselwilligen alten
Hasen auch auf Stellen mit Berufserfahrung bewerben. Auch Werksstudent,
also noch Abschluß, werden gesucht, Hardwareentwicklung kann man
schliesslich auch nebenher lernen.
Zack schluß schrieb:> Das das greenhorn dabei u.U. mit einem Bein im Knast steht (weil es sich> vom managment beispielsweise zu Nicht-DIN und damit> Arbeitsschutzwidrigen Lösungen hinreißen lässt) erkennt das Greenhorn> mangels Berufserfahrung nicht.
Dass du totalen Unsinn schreibst erkennst du aber auch nicht. Die DIN
hat keinerlei Gesetzescharakter. Niemand muss die darin gemachten
Festlegungen so ausführen. Davon abgesehen treffen Regelungen der DIN
oder, IEC sowieso nur in Teilbereichen in Erscheinung, wo die Frage ist,
ob man das jemanden einfach so machen lässt. Und in den Knast geht man
damit erst recht nicht.
Prinzipiell ist der Rat: Bewirb dich einfach, vielleicht nicht gleich
beim Großkonzern, aber da ist "Hardwareentwicklung" sowieso nur
Anforderungen schreiben und Aufträge vergeben. Wirklicher Schaltungs-
oder Leiterplattenentwurf passiert dort nicht oder kaum.
Wieso durch ein Nichtbeachten gleich ein Arbeitsschutzrechtliches
Problem entstehen soll ist mir komplett nicht erklärlich. Wenn ich mal
meinen Hardwarebereich der Steuerungselektronikentwicklung hernehme, da
komme ich mit der 60601-1-III üblicherweise nur in Kontakt, wenn es um
die Breite der Isolationsgräben geht. Wenn ich den schmaler mache
passiert erstmal überhaupt nichts. nur im Unwahrscheinlichen Fall, dass
der PE unterbrochen ist und dann noch ein Blitz einschlägt hätte man
eine erhöhte Gefährdung. Ob ich dort aber einen Atmel oder einen ST
Controller verwende und mit welcher Spannung ich den Betreibe
interessiert die Normungen überhaupt nicht und ist auch in keinster
Weise Arbeitsschutzrechtlich bedenklich.
Zack schluß schrieb:> Hardwareentwicklung kann man> schliesslich auch nebenher lernen.
Ich würde sogar sagen: Hardwareentwicklung kann man ausschließlich
nebenher lernen. Niemand kommt von der Uni und kann sofort mit einem
Layoutprogramm umgehen, Bauteildatenbanken anlegen und
Impedanzkontrollierte Schaltungen entwerfen. In der Ausbildung lernt man
allenfalls, dass es so etwas gibt und sieht mal, wie ein Layoutprogramm
bedient wird. Wenn einem das niemand zeigt wird das also nichts, oder
zumindest sehr steinig. Klar, man kann sich alles anlesen aber
spätestens beim Thema EMV gibt es für jedes Problem mindestens 20
mögliche Lösungen, wovon sich 17 gegenseitig ausschließen und mindestens
10 kontraproduktiv sind und zu negativen Entwicklungen an anderer Stelle
führen (Die auf anderer Platine aber wieder ganz anderes Verhalten
zeigen können). Dann kommt man nur mit Verständnis für die Problematik
weiter, was man aber kaum an der Uni oder in Schulungen lernt, sondern
am besten, wenn man neben dem Ingenieur im Prüflabor sitzt und mit dem
dann mal einen Sondengang ums (geöffnete) Gerät macht. Außerdem kennen
die viele Anekdoten, die sie mehr oder weniger gern preisgeben, aus
denen man mehr lernen kann als aus jeder Schulung. Die Erfahrung, wann
welche Regel wie anzuwenden ist kann man nicht rein theoretisch lernen,
das geht nur durch try and error oder indem einer da ist, der einem das
zeigt.
Hardwareentwicklung lernt zum Großteil im Studium.
Dann muss man noch die Praxis sich beibringen. Welche Bauteile gibt der
Markt her, Layoutprogramme, Simulationsprogramme... und so weiter und
sofort. Es nimmt ja eh nie ein Ende. Ein Ing lernt ständig dazu :X
Dingenskirchen schrieb:> Jan schrieb:>> Dingenskirchen schrieb:>>> Teilweise sogar bestücken. Wie, als Beipsiel, willst du diesen auf>>> Lochraster aufbauen:>>> https://www.monolithicpower.com/en/mp4470.html>>> Gar nicht.>>>> Sprich bitte nur für dich selbst.>> Hast du dir das Bauteil überhaupt angesehen?
Was spricht jetzt dagegen einfach das Evalboard für 50$ zu kaufen und
die Schaltung den eigenen Bedürfnissen anzupassen? Das ist doch der
gängige Weg um neue Bauteile oder Lösungen fix zu testen, bevor man sie
in das eigene Produkt übernimmt.
Karsten B. schrieb:> Was spricht jetzt dagegen einfach das Evalboard für 50$ zu kaufen und> die Schaltung den eigenen Bedürfnissen anzupassen?
Nichts. Mache ich immer so, um den Preis bekomme ich das selber nicht
aufgebaut (wir müssen Arbeitszeit verbuchen...).
Karsten B. schrieb:> Was spricht jetzt dagegen einfach das Evalboard für 50$ zu kaufen
Meine Erfahrung: wenn es so ein Evalboard gibt, dann MUSS man es kaufen,
um die Schaltung bewerten zu können. Und seinen Aufbau auch mal gegen
den Vorschlag des Herstellers vergleichen zu können.
Und wenn es kein Evalboard gibt, dann sucht man sich Module oder Geräte,
wo der vorgesehene Baustein drauf ist und analysiert die.
Hardwareentwicklung kostet halt auch was. Oder andersrum: wer Hardware
billig entwickelt bekommt billige Hardware.
Christian B. schrieb:> Zack schluß schrieb:>> Hardwareentwicklung kann man schliesslich auch nebenher lernen.> Ich würde sogar sagen: Hardwareentwicklung kann man ausschließlich> nebenher lernen.
Das "nebenher" ist hier sicher so gemeint, dass man Hardwareentwicklung
nicht in der theoretischen Schule, sondern neben der Schule her im
praktischen Geschäft lernt. In der Schule lernt man nur die Werkzeuge
und die Grundlagen kennen. Wie man sie am Besten anwendet, das bringt
die Praxis.
Das ist, wie wenn man einem Verputzer in der Schule beibringt, wie er
die Putz mit der Kelle an die Wand zu befördern hat. Er wird trotzdem
einige Arbeitszeit brauchen, bis er den real nötigne Schwung heraus hat,
dass der Putz auch an der Wand kleben bleibt. Und mancher Putzer bekommt
den Schwung nie richtig heraus...
MiWi schrieb:> Gehalt ist nicht das Maß der Dinge.
Ja, es gibt wichtige/schönere Dinge als Geld -- nur leider sind diese
Dinge alle so teuer (Graucho Marx)
Andrew T. schrieb:> MiWi schrieb:>> Gehalt ist nicht das Maß der Dinge.>> Ja, es gibt wichtige/schönere Dinge als Geld -- nur leider sind diese> Dinge alle so teuer (Graucho Marx)
Jo, sehe ich auch so. Vor 20 Jahren mag das noch anders gewesen sein,
aber heutzutage zählt wirklich jeder Euro, um sich sowohl jetzt als auch
in der Rente ein vernünftiges Leben leisten zu können.
> Ach so, vor 30Jahren gab es vereinzelt sogar (gute) Techniker die es bis> in die Entwicklung geschafft haben. Mittlerweile haben bei uns 80-90%> bereits einen Doktor wenn sie anfangen oder machen den in der Firma.
Aufgrund meiner notorischen Bastelsucht habe ich es mit "nur" Techniker
in die Entwicklung in eine Ing. Position geschafft. Das Zusammenarbeiten
mit Ingenieuren in der gleichen Abteilungen zeigt, sie sind nicht
ansatzweise besser wie talentierte Tüftler mit NurAusbildung. Eher
schlechter, da sie sich ständig mit dem Lötkolben die Finger verbrennen
und im Projekt vor lauter studieren vergessen zu probieren.
Gute Chefs wissen das Titel nicht Garant für Talent ist.
Christian M. schrieb:> Aufgrund meiner notorischen Bastelsucht habe ich es mit "nur" Techniker> in die Entwicklung in eine Ing. Position geschafft.
Lass das "nur" unbedingt weg. Warum wertest du dich selber ab?
Christian M. schrieb:> Das Zusammenarbeiten> mit Ingenieuren in der gleichen Abteilungen zeigt, sie sind nicht> ansatzweise besser wie talentierte Tüftler mit NurAusbildung. Eher> schlechter, da sie sich ständig mit dem Lötkolben die Finger verbrennen> und im Projekt vor lauter studieren vergessen zu probieren.
Traurige Firma, wenn dort nur solche Ings angestellt sind.
Christian M. schrieb:> Gute Chefs wissen das Titel nicht Garant für Talent ist.
Diese Aussage unterstütze ich.
Lothar M. schrieb:> Das "nebenher" ist hier sicher so gemeint, dass man Hardwareentwicklung> nicht in der theoretischen Schule, sondern neben der Schule her im> praktischen Geschäft lernt. In der Schule lernt man nur die Werkzeuge> und die Grundlagen kennen. Wie man sie am Besten anwendet, das bringt> die Praxis.
Ja, mit nebenher meine ich tatsächlich neben einem erfahrenen Entwickler
während man die Tätigkeit erlernt. Nicht so aus dem Ärmel schütteln auf
dem Heimweg, wie man es auch deuten könnte. Ich hab aufgrund meines
vollkommen anderen Lebensplanes im Studium recht wenig für
Hardwareentwicklung brauchbares mitgenommen. Ein Semester
Schaltungsentwurf und Simulation, wo man schlussendlich gelernt hat,
dass es Spice Programme gibt und wie man die grob bedient, dann hatten
wir ein Semester Fertigungstechnik, wo man zumindest erklärt bekam, dass
es G-Code gibt und wie der entstanden ist. Später kam dann noch ein
Semester mit EMV mit herum. Achja, elektrische Bussysteme hatten wir
auch, da ging es um die einzelnen ANSI Schichten der Busverbindungen.
Viel mehr war es nicht. Allein damit hätte ich keine Chance gehabt.
Nichtsdestotrotz bekomme ich durchaus reflektiert, dass ich einen sehr
guten Hardwareentwickler abgebe. Es ist halt die Frage, was man
entwickeln will. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt's halt da auch nicht,
es ist ein sehr weites Feld. Es gibt Entwickler für Antriebstechnik, für
Netzteile, für digitale Steuerungstechnik, teilweise mit
Firmwareschreiben, für Analoge Elektronik u.s.w. In größeren oder
spezialisierten Firmen hat man auch Spezialisierungen in der Richtung,
je kleiner und variabler die Firma, desto mehr Teilbereiche muss man als
Entwickler abdecken, wobei ich der festen Überzeugung bin, dass niemand
alle Teilbereiche gleich gut abdecken kann.