Hallo,
ich wollte meinem Labornetzteil ein paar 10-Gang-Potis gönnen nachdem
die Alten 270° Potis etwas fummelig in der Einstellung sind, v.a. bei
kleinen Werten.
Jetzt sehe ich, die Werte des Strom- und Spannungspotis sind 7kOhm und
6kOhm. Zumindest linear, immerhin. Wer nimmt denn so krumme Werte? Und
warum?
Damit sich das aufschrauben gelohnt hat: Ein paar Fotos vom Aufbau.
Schaut für ein Fernost-Produkt im Comsumer-Preisbereich eigentlich ganz
ordentlich aus. Man beachte den Trafo mit den überraschend vielen
Sekundärwicklungen.
Viele Grüße
asd schrieb:> Jetzt sehe ich, die Werte des Strom- und Spannungspotis sind 7kOhm und> 6kOhm. Zumindest linear, immerhin. Wer nimmt denn so krumme Werte? Und> warum?
Gemessen oder anhand der Bezeichnung abgeleitet?
Beim Einen scheinen ja noch Widerstände zum Anpassen auf der Platine zu
sein.
asd schrieb:> Und> warum?
Keine Ahnung. Es sollte aber kein Drama sein, die durch 5k oder 10k zu
ersetzen.
asd schrieb:> Man beachte den Trafo mit den überraschend vielen> Sekundärwicklungen.
Das machen bessere Linearnetzteile ja zum Verringern der Verlustleistung
im Regeltransistor. Ein gutes Zeichen und erkennbar an klickenden
Relais, wenn man die Spannung ändert.
> Gemessen oder anhand der Bezeichnung abgeleitet?> Beim Einen scheinen ja noch Widerstände zum Anpassen auf der Platine zu sein.
Gemessen. Wenn man den Stecker hängt bei beiden Potis einer der Kontakte
in der Luft. Die Trimmer hängen an dem anderen Kontakt des Potis, gehen
dann aber separat auf den Stecker. Nullabgleich vielleicht?
> Es sollte aber kein Drama sein, die durch 5k oder 10k zu ersetzen.
Hast recht.
> Das machen bessere Linearnetzteile ja zum Verringern der Verlustleistung
Stimmt. Man hört Relais klicken. Und die 5 und 12V Ausgänge sind
galvanisch getrennt. Kommt also hin.
Ich habe ein paar Bourns 1kOhm Potis da. Ich nehme mal an da gibt es
keinen Schaltungstrick die verwenden zu können? Bei 10k Potis könnte man
einen Widerstand parallel schalten...
In der Schaltung ist bei den Original-Potis der Schleifer mit einem der
Endpunkte verbunden, die sind also als einstellbarer Widerstand
verschaltet. Und das auch noch mit max. Widerstand entspricht max
Spannung, also in der Selbstmörder-Schaltung falls mal der Schleifer
einen Wackelkontakt hat. Und das nennt sich "Labornetzteil"...
In vielen Datenblättern steht ein Passus wie "quote for additional
values".
Wenn du 100 Reels zu je 10k Stück kaufst, bekommst du jeden Wert den du
willst. Auch schräge Werte die nicht Normreihe sind.
Mein Arbeitgeber hat ein paar Dinge in Verwendung, die solche
Spezialanfertigungen sind. Z.B. Bauteile mit längeren Füsschen für
einige sehr spezielle Anwendungen.
Die sind obendrein billiger als die Katalogware (sie liegen unter 50%
vom Katalogpreis). Weil halt große Mengen gekauft werden.
Wenn die Serie groß genug ist, kauft man Bauteile nicht im Katalog oder
vom Distributor, sondern vom Hersteller, und da kann man im Prinzip
alles bekommen. Wenn 6k einen Vorteil hat, wird man es nehmen.
Hrrmpf schrieb:> Wenn du 100 Reels zu je 10k Stück kaufst, bekommst du jeden Wert den du> willst. Auch schräge Werte die nicht Normreihe sind.
!0-Gang Potis? Das ist eine gehörige Kapitalanlage, sprich, das kostet
eine riesen Menge Geld.
Matthias S. schrieb:> !0-Gang Potis? Das ist eine gehörige Kapitalanlage, sprich, das kostet> eine riesen Menge Geld.
Wieso?
Wer keine große Serie hat, tut sowas nicht. Wer eine große Serie hat,
hat auch das nötige Kapital. Am Ende bezahlen das hnehin die Kunden.
Und wie schon erwähnt, bei hohen Stückzahlen kostet der Speziakram
sowieso nicht mehr.
Vergiss mal die Bastlersicht.
Hrrmpf schrieb:> Vergiss mal die Bastlersicht.
Wir reden jetzt ja nicht vom Hersteller des NT, sondern davon, wie man
da am besten 10-Gang Potis reinbekommt. Wie und woher der Hersteller
seine krummen Potis bekommt, ist hier nicht wichtig.
Hallo
Hrrmpf schrieb:> Wieso?> Wer keine große Serie hat, tut sowas nicht. Wer eine große Serie hat,> hat auch das nötige Kapital. Am Ende bezahlen das hnehin die Kunden.>> Und wie schon erwähnt, bei hohen Stückzahlen kostet der Speziakram> sowieso nicht mehr.
Hinzu kommt:
Wenn man nur will kann man auch qualitativ für diese Anwendung
vollkommen genügende 10 Gang Potis bzw. irgendwelche "Spezialwerte"
herstellen bzw. bei großen Mengen als Kunde auch beziehen- zumindest die
Chinesen schaffen das.
Das wir als Einzelkunden den, betreffen der Herstellungskosten einfach
nur unfähigen Europäische (?) und USA Hersteller, und für den
Einsatzbereich oft viel zu hochwertige Elektromechanische Komponenten,
bezahlen müssen ist eine Mischung aus Pech und Dummheit.
Ja eindeutig auch eigene Dummheit (gerade als Hobbyist)
Denn viel ist nun schon lange möglich indem man fundamental umdenkt und
eben Halbleiterlösungen einsetzt die, wenn überhaupt noch notwendig, nur
sehr einfache Mechanik als Schnittstelle zum Mensch benötigen.
Auch das noch recht weit verbreitete Denken (hier im Forum leider immer
wieder zu bewundern) das Mechanik nun mal Kosten muss (...) und sowieso
immer die beste Lösung ist (das war es wohl 1970 und davor als es noch
keine anderen Lösungen gab oder diese noch teurer waren) ist eine eine
"typische" Krankheit gerade im Hobbybereich...
"Der Chinamann" und die wenigen verbleibenden Konsumgerätehersteller
außerhalb von SO-Asien und Indien haben das schon länger verstanden, nur
viele Hobbyisten und so manche kleinen "Entwicklerbuden" lieben es
möglichst teure Elektromechanische Lösungen zu nutzen die oft auch viel
zu hochwertig für den jeweiligen Einsatz sind (da stechen ein fester
Teil Hobbyisten dann noch mal heraus - insbesondere die welche dann mit
ihren Werk in die Öffentlichkeit der Netz gehen und einen auf Angeber
oder "ich bin der Allwissende" machen).
Über "HiFi Vodoo" wird hier im Forum vollkommen zurecht regelmäßig
gelästert - warum aber "Mechanikvodoo" immer noch hochgehalten wird kann
ich nicht wirklich nachvollziehen (Obwoh eigentlich doch - aber eher mit
den Blick auf die Denkweise der Leute die diese so hochhalten gut
finden und ohne zu Zucken "jeden" Preis rechtfertigen)
So mal sehen ob die getroffenen Hunde jetzt aufheulen und meinen
geworfenen Stöckchen hinterher springen... ?
> Wenn du es schon auseinander hast, habe mal ein Augenmerk auf den schon> gut gebräunten Widerstand links neben dem Stecker auf Foto t.jpg
Gut gesehen. Inzwischen ist das Netzteil wieder zu. Wenn ich die 10-Gang
Potis besorgt habe schaue ich mir die Stelle aber an.
In der Tat, wenn man einem 10k Poti einen 20k Festwiderstand parallel
schaltet bekommt man einen Berich von 0 bis ca. 6,6kOhm (orange) und die
Abweichung vom linearen Verlauf ist relativ gering (blau).
Es gibt zumindest 5,6k als Mehrgangpoti. 2 * 15k die man parallel
schalten könnte, hab ich leider nicht gefunden. Man könnte auch einen ca
23k Widerling
parallel zur 10k Schleiferbahn schalten, bloss verbiegts dann die
Kennlinie. Was in dem Fall aber völlig gleichgültig sein sollte.
Hallo,
nachdem in den Bildern oben schon jemand bemerkt hat dass da ein
angebrannter Widerstand ist hab ich bemerkt dass der 12V Zweig
offensichtlich schon eine Weile nicht mehr geht -> 22V am Ausgang.
In meinem perfektioniesmus habe ich den Schaltplan des 12V Teils
abgezeichnet um das kaputte Bauteil zu identifizieren (in Klammern ein
paar gemessene Spannungen). Der Widerstand 1R4 offensichtlich (Achtung:
1R5 bedeutet nicht 1,5 Ohm, sondern ist die seltsame Methode die
Referenzen zu bilden).
Leider habe ich festgestellt dass nicht nur der OP durch ist(LM358)
sondern auch der Transistor (Beschriftung "D313" also vermutlich ein
2SD313), was die ganze Reparatur nicht mehr lohnenswert macht. Ich werde
an die Stelle des Transistors einen 7812 einbauen und gut ist.
Da ich den Schaltplan des 12V Teils jetzt schon raus gezeichnet habe
stelle ich ihn hier rein, vielleicht ist es ja mal für jemanden
nützlich.
Interessant ist der recht niederohmige Spannungsteiler für die
einstellbare Spannung (4mA durch den Trimmer!). Beim 5V Teil ist die
Z-Diode 1V0 durch einen zweiten TL431 ersetzt, und der bekommt 25mA über
den Vorwiderstand.
Was auffällt ist die schlaue Art die Strombegrenzung zu realisieren,
aber mit der Auslegung liegt die eher bei 3A statt bei 0,5A was vorne
auf der Frontplatte steht. Bei 3A bekommt der TO220 ca. 25W ab was
sportlich ist auch wenn der am großen Hauptkühlkörper hängt.
Was mich wundert ist der Schaltungsaufwand. Ist das wirklich billiger
als einfach einen 78(M?)12 einzubauen? Und der 2-Weg Gleichrichter statt
eines Brückengleichrichters, was eine doppellte Sekundärwicklung
erfordert.
Viel Spass.
ich habe ein 6010D, da flattern die Relais schon heftig beim langsamen
hochdrehen der Spannung. Ich vermute das es auch die Potis sind, können
die Schleifer da eingebrannt sein? Habe das oft sehr lange im
Dauerbetrieb imt unveränderter Einstellung laufen gehabt. Ist das ein
Standardproblem bei den Peaktechs?
Nach Schaltplänen hatte ich auch schon öfter gesucht, nichts zu finden.
Oder gibts die irgendwo? Auf der Website wird ein Reparaturservice
angeboten, aber bei so einem älteren Schätzchen wird das wohl nicht
wirtschaftlich sein wenn man die aktuellen Korad Angebote sieht.
asd schrieb:> nachdem in den Bildern oben schon jemand bemerkt hat dass da ein> angebrannter Widerstand ist hab ich bemerkt dass der 12V Zweig> offensichtlich schon eine Weile nicht mehr geht -> 22V am Ausgang.
Uh, da wäre ich aber nicht glücklich, wenn mir vergleichbares an dem 5V
Ausgang passiert. Ich habe das selbe Netzteil fürs Hobby. Die
galvanische Trennung der Ausgänge find ich ansonsten echt schön - habe
das schon genutzt um mal 17V durch Reihenschaltung zu erhalten.
Ich habs mir damals gekauft weil ich gesehen hatte dass mein AG die
Variante mit zwei regelbaren Ausgängen gefühlt hundertfach in der
Entwicklung/Produktion einsetzt - scheint wohl was zu taugen.
> Der TL431 ist so aber sinnlos!
Hast recht, so macht das keinen Sinn. Den hab ich wohl falsch
abgezeichnet. Mit A an die Basis, Ref an das linke Ende von 1R5 und K an
das rechte Ende von 1R5 macht es mehr Sinn.
>> 22V am Ausgang.> Uh, da wäre ich aber nicht glücklich,
Ja, da hab ich Glück gehabt dass es mir nichts zerschossen hat.
> gefühlt hundertfach in der> Entwicklung/Produktion einsetzt - scheint wohl was zu taugen.
Für so ein Consumer-Preis-Netzteil kommt mir die Verarbeitung durchaus
ordentlich vor. Nur mit der Erstfehlersicherheit haben die es wohl nicht
gehabt...
> ich habe ein 6010D, da flattern die Relais schon heftig beim langsamen> hochdrehen der Spannung. Ich vermute das es auch die Potis sind,
Ich hab es aufgeschraubt weil ich die Potis durch 10-Gang Potis ersetzen
wollte. So wie der mechanische Aufbau ist sollte das gut klappen weil an
der Stelle genügend Platz ist.
asd schrieb:> Ist das wirklich billiger> Und der 2-Weg Gleichrichter statt> eines Brückengleichrichters, was eine doppellte Sekundärwicklung> erfordert.
Weniger Verluste als ein (Grätz)-Brücke,
gerade bei niedrigne Spannungen ist das von Vorteil.
Weniger Wärme
Daher:
Kupfer 2x gewickelt .-)
Peaktech hat auf seiner Website ein Serviceangebot, z.B. Geräte
reparieren zu lassen.
Ich habe über das Kontaktformular angefragt ob es Alternativen zu den
Potis gibt oder ob man die als Ersatzteil kaufen kann.
In weniger als 12 h später kam die Antwort das ich die Potis kostenlos
zugeschickt bekomme, man bräuchte nur ein Foto dieser Potis.
Das nenne ich mal guten Service, das Schätzchen ist BJ. 2009.
Interessant wären schon das 10k Poti + 2k R, so ein Poti gibt es auch
als 3-Gang Version. Allerdings kostet sowas 30€ netto bei Mouser.
Johannes S. schrieb:> Interessant wären schon das 10k Poti + 2k R, so ein Poti gibt es auch> als 3-Gang Version. Allerdings kostet sowas 30€ netto bei Mouser.
Tja, Mehrgang Potis wohl immer noch brauchbar & lowprice aus CN:
ebay 124664758784
Der Verkäufer ist für dieses Angebot verantwortlich.
Bemerkenswert ist die Auktionsbeschreibung, die Übersetzung ist schon
was zum Schmunzeln.