Extem bösartiger Fet, wie geht man damit um?

Gast #7067925
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es geht um den PSMNR90-50SLH von NXP, der mir vor paar Tagen in einem 
Newsletter präsentiert wurde.
Link zum Datenblatt:
https://assets.nexperia.com/documents/data-sheet/PSMNR90-50SLH.pdf

Es geht mir nicht darum, den jemals einzusetzen. Aber irgendwie ist er 
vorhanden und wird devinitiv eingesetzt werden, an den Leistungsgrenzen.
Auch wenn ich den max. Strom halbiere, 200A ueber drei Beine eines 
LFPAK88,
was prinzipiell bei den Source-Pins einem SO8 entspricht, dafuer fehlt 
mir mir jedes Verständnis. 410A max bei 90µOhm. Mit den Werten kann ich 
ggnfls. auch rechnen. Stromdichte? 375W?

Danke fuers lesen und antworten.
#7068017
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MD85b schrieb:

> ggnfls. auch rechnen. Stromdichte?

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, nominell 650 A/mm² auf 3 Pins, bei 
Minimalabmessungen der Pins noch mehr. Außerdem muss man das vom PCB 
erstmal da hinkriegen.

Finde ich schon erstaunlich. Wird allerdings sehr relativiert durch den 
Satz:  Practically the current will be limited by PCB, thermal design 
and operating temperature. Scheint also mehr ein so ein Propagandawert 
zu sein wie die Höchstgeschwindigkeit eines Bugatti, auch irgendwas mit 
über 400.

Herbert (Gast) schrieb

> Wenn man Pin 2,3,4(Source) nimmt, kommt man auf immerhin 0,8mm2

Es sind nominell 0,21 x 1,0 x 3 = 0,63 mm², mindestens 0,18 x 0,9 x 3 = 
0,49 mm²
#7068046
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Dieter R. schrieb:
> Finde ich schon erstaunlich. Wird allerdings sehr relativiert durch den
> Satz:  Practically the current will be limited by PCB, thermal design
> and operating temperature. Scheint also mehr ein so ein Propagandawert
> zu sein wie die Höchstgeschwindigkeit eines Bugatti, auch irgendwas mit
> über 400.

So sieht es aus.

Beitrag "Re: Dicker MOSFET, dünnes Anschlusspin?"
Gast #7068170
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MD85b schrieb:
> dafuer fehlt mir mir jedes Verständnis

Na ja, schau ins Datenblatt, RDS (on) wird bei 25A angegeben. Das ist 
die.realistische Belastbarkeit.

410A ist ein Marketing-Phantasiewert, wie bei InternationalRectifier die 
gerne den Strom den der Chip tragen könnte dick ins Datenblatt 
schrieben, mit der Fussnote Package limited dann einen viel kleineren 
Wert.

So hat auch Philips eine Fussnote zu den 410A angebracht "es wurde 
demonstriert dass das ganz kurz gut gehen kann". Nicht bei dir, nicht in 
der Serie.
#7068417
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MD85b schrieb:
> Auch wenn ich den max. Strom halbiere, 200A ueber drei Beine eines
> LFPAK88,
> was prinzipiell bei den Source-Pins einem SO8 entspricht, dafuer fehlt
> mir mir jedes Verständnis. 410A max bei 90µOhm. Mit den Werten kann ich
> ggnfls. auch rechnen. Stromdichte?

1.) 900 µOhm

2.) Den FET kannst Du VOLL auslasten.

3.) Schau mal was die Mitbewerber so im TOLG und d7PAK Gehäuse auf die 
Beine stellen

https://www.infineon.com/cms/en/product/power/mosfet/automotive-mosfet/?filterValues=~(451_154_max~(leftBound~300~rightBound~522))&visibleColumnIds=name,productStatusInfo,orderOnline,opn,551,packageName,packageNameMarketing,473_max,559_93_max,451_154_max,547_136_max,547_136_nom,529,284_min,284_max,478_max,478_min,478_nom,618

Und ja, diese FET bringen den Strom real.
Hier vor auf der Testbench die bis 1000A ermöglicht verifiziert.

In der Praxis hast Du natürlich T >> 25C, das mußt Du -- wie bei allen 
Hableitern -- in der Dimensionierung Deiner Schaltung berücksichtigen.
Gast #7068445
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MD85b schrieb:
> was prinzipiell bei den Source-Pins einem SO8 entspricht, dafuer fehlt
> mir mir jedes Verständnis. 410A max bei 90µOhm. Mit den Werten kann ich
> ggnfls. auch rechnen. Stromdichte? 375W?

Das sind Schaltmosfets!

Die Verlusstleistung ist 410 A * 0.9 mOhm = 0.37 Watt.
Das geht ohne Probleme in einem SMD Gehäuse.
Gast #7068468
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Andrew T. schrieb:
>> Die Verlusstleistung ist 410 A * 0.9 mOhm = 0.37 Watt.
>
> Hmm, ich komme damit auf ca. 151W ,-)

Stimmt.  Da war das Hirn aus und die Tastatur auf Automodus.

Bei 410 A ist der Anschluss an den Stecker schon "interessant".
40 mm  10 mm  0.15 mm * 2 (doppelseitig) Kupferleitung verbraten ja 
schon 42 Watt.
Gast #7068720
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Wolfgang schrieb:
> MD85b schrieb:
>> 410A max bei 90µOhm.
>
> ... bei 900µΩ

Danke für die Korrektur.
---
Bisher hatte ich mit solchen Boliden keinen Kontakt bzw. wusste nichts 
davon. Danke für die Aufklärung, wie man so ein DB interprediert bzw. 
worauf man dringendst achten sollte. Dann relativiert sich vieles von 
allein ...

Danke nochmals
Gast #7068786
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Helge schrieb:
> Theoretisch könnte man den auf 2 Kupferschienen löten, Platine egal wie
> dürfte derartige Ströme nur sehr kurz aushalten.
Platinenkühlung kannste bei 300W natürlich abschminken :D
Auch mit simplen Kupferschienen kriegste den Wärmeeintrag bei einer 
solch wahnsinnigen Verlustleistung nicht von der kleinen Fläche 
wegtransportiert, die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer reicht vorne und 
hinten nicht mehr aus.

Das gleiche Problem haben leistungshungrige Prozessoren auch: das geht 
als Wärmetauscher nur mit wassergekühltem dünnblech, oder mit Heatpipes 
(das ist ja auch nur ein wassergekühltes Dünnblech).

Selbst Intels "Heatspreader" (der Deckel der Prozessoren) war (ist?) 
technisch gesehen eine Heatpipe, im Querschnitt aufgesägt siehts aus wie 
ein vernageltes Sandwich. Selbstverständlich hat sich Intel das 
patentieren lassen :-(
Gast #7068808
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MD85b schrieb:
> es geht um den PSMNR90-50SLH von NXP

Was ist an diesem FET denn "bösartig"?

Das einzige, was mir da aufgefallen ist, sind die recht hohen internen 
Kapazitäten, die im Bereich 17..25nF liegen und die doch recht 
gemütlichen Schaltzeiten so im Bereich kurz unter 100ns. Naja, ist ja 
auch kein Wunder, wenn man derartige Kapazitäten umladen muß.

Also ein kleiner FET mit einem Rdson von etwa 1mOhm. Nett, aber kein 
Rennpferd.

W.S.
Gast #7068854
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H. H. schrieb:
> 2aggressive schrieb:
>> Selbstverständlich hat sich Intel das
>> patentieren lassen :-(
>
> Längst abgelaufen.
Da hast Du bestimmt recht. Und trotzdem, zumindest von mir, nicht 
vergessen.

Ok, keine Politik hier, auch keine Firmenpolitik. Lassett uns bei der 
Technik und Phisik (*) bleiben, oder frotzeln [EDIT:] über 
Rechtschreibfehler.


*Wie auch immer das passieren konnte; der bleibt drin :D
#7068861
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W.S. schrieb:
> Was ist an diesem FET denn "bösartig"?

Das "bösartige" daran ist die scheinbare Fähigkeit "problemlos" hunderte 
A handhaben zu können.
Erst auf Seite zwei oder drei im Datenblatt, irgendwo zwischen den 
Tabellen, steht dass die tatsächlichen Eigneschaften des Bauteils nicht 
denen im Datenblatt entsprechen da die Leiterplatte und die thermischen 
Gegebenheiten die Fähigkeiten stark einschränken.
Gast #7068881
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Hallo

Das ist vom Prinzip aber absolut nichts neues.
Schon zu 2N3055 Zeiten musste man genau im Datenblatt auf Seite "5" in 
den Bemerkungen schauen um an die in der "normalen" Praxis 
realisierbaren Stromstärken, Verlustleistungen, Spannungen, 
Schaltfrequenzen usw. zu kommen.
Ja selbst wo noch eine PL519 der heiße Schei.. war wurde in 
Datenblättern auf der Deckseite (da waren es wirklich noch 
Papierblattansammlungen) die für die Praxis geschönten, nur unter 
speziellen Bedingungen und als Einzelwert möglichen Werte beworben.

Alles zusammen (die max. Ampere und max. Spannung) ging und geht sowieso 
nicht.
Ist ähnlich wie es auch als Bastler recht einfach ist zu Hause 
Leistungen von einigen 100kW zu erzeugen bzw. Ströme von weit über 1000A 
fließen zu lassen - dummerweise halt als sehr kurze Impulse.
Die teilweise in den GW Bereich gehende Leistungen bei den "Profis" und 
in der Forschung (um irgendwelche Zustände hervorzurufen) ist auch "nur" 
Impulsleistung wobei die Impulsabfolge dann zusätzlich extrem gering ist 
(so nach den Motte die Kondenstorbank 30 Minuten aufladen um dann für 
einige µs 1GW an Leistung "verbrennen" zu können)
Gast #7068890
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MD85b schrieb:
> Es geht mir nicht darum, den jemals einzusetzen. Aber irgendwie ist er
> vorhanden und wird devinitiv eingesetzt werden, an den Leistungsgrenzen.
> Auch wenn ich den max. Strom halbiere, 200A ueber drei Beine eines
> LFPAK88,
> was prinzipiell bei den Source-Pins einem SO8 entspricht, dafuer fehlt
> mir mir jedes Verständnis. 410A max bei 90µOhm. Mit den Werten kann ich
> ggnfls. auch rechnen. Stromdichte? 375W?

Dafür hat Gott das SOA (safe operating area) erfunden. Dass die 
Hersteller übertreiben, das ist doch bei den meisten FETs der Fall. 
Einer meiner guten Kollegen hat mal dazu was Passendes gesagt: 
"Datenblätter sind Werbeblätter". Sagt schon alles.
Gast #7068905
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... schrieb:
> Dafür hat Gott das SOA (safe operating area) erfunden.
Die SOA dieses Teils ist schon geil. Wer hats Erfunden?

> Dass die
> Hersteller übertreiben, das ist doch bei den meisten FETs der Fall.
> Einer meiner guten Kollegen hat mal dazu was Passendes gesagt:
> "Datenblätter sind Werbeblätter". Sagt schon alles.
Das stimmt allerdings auch.


Ich drohe an zu diesen Witz erneut zu schreiben:
Gott, Chuck Norris, und ein Pfarrer sitzen in einem Ruderboot....

Will das jemand lesen?
Gast #7068994
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Andre G. schrieb:
> W.S. schrieb:
>
>> Was ist an diesem FET denn "bösartig"?
>
> Das "bösartige" daran ist die scheinbare Fähigkeit "problemlos" hunderte
> A handhaben zu können.
> Erst auf Seite zwei oder drei im Datenblatt, irgendwo zwischen den
> Tabellen, steht dass die tatsächlichen Eigneschaften des Bauteils nicht
> denen im Datenblatt entsprechen da die Leiterplatte und die thermischen
> Gegebenheiten die Fähigkeiten stark einschränken.

Is aber doch normal heut. Früher nicht ganz so extrem, weil die Wärme 
über große Gehäuse abgegeben wurde.
Die 375W gehen halt nur wenn die MB mit viel Kupfer und Heatpipes gegen 
so -50 Grad gekühlt werden. Kupfer allein oder gegen Zimmertemperatur is 
nicht.
Gast #7069823
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Michael M. schrieb:
> Jaa! Ich glaube es endet damit, dass Chuck Norris über Bord fliegt,
> damit Gott und der Pfarrer in Ruhe Schach spielen können. Richtig?
LOL

Chuck Norris, Gott und ein Pfarrer sitzen in einem Boot. Gott steigt aus 
und läuft übers Wasser. Chuck Norris steigt aus und läuft auch übers 
Wasser. Der Pfarrer steigt aus und geht unter. Sagt Gott zu Chuck 
Norris: Meinst du wir hätten ihm sagen sollen wo die Steine liegen? Sagt 
Chuck Norris: Welche Steine?
Gast #7069879
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udok schrieb:
> Andrew T. schrieb:
>>> Die Verlusstleistung ist 410 A * 0.9 mOhm = 0.37 Watt.
>>
>> Hmm, ich komme damit auf ca. 151W ,-)
>
> Stimmt.  Da war das Hirn aus und die Tastatur auf Automodus.
>
> Bei 410 A ist der Anschluss an den Stecker schon "interessant".
> 40 mm  10 mm  0.15 mm * 2 (doppelseitig) Kupferleitung verbraten ja
> schon 42 Watt.

Viel interessanter wird es, wenn der zwischendurch noch ein paar mal 
schalten muß, immerhin steht in der Werbepropaganda auch was von 
Brushless Control. Und die Leitverluste sind gegenüber den 
Schaltverlusten oft eher nachrangig.

410A bei 50V zu trennen oder durchzuschalten, vor allem bei den lahmen 
Schaltzeiten...was meint ihr wie oft das pro Sekune gutgeht?
Gast #7070216
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Naja, nicht nur. Du brauchst dann noch eine entsprechende Spannung, um 
die Kapazität in passender Zeit umzuladen. Und mußt dabei zusehen, daß 
du dir die Gatekapazität nicht zerballerst. Es wird nicht umsonst ein 
Gatewiderstand von 0,4...2,5Ω empfohlen.

Wer ernsthaft schnell schalten will, wählt normalerweise Transistoren 
mit geringerer Gatekapazität.
Gast #7071634
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W.S. schrieb:
> MD85b schrieb:
>> es geht um den PSMNR90-50SLH von NXP
>
> Was ist an diesem FET denn "bösartig"?
>
> Das einzige, was mir da aufgefallen ist, sind die recht hohen internen
> Kapazitäten, die im Bereich 17..25nF liegen und die doch recht
> gemütlichen Schaltzeiten so im Bereich kurz unter 100ns. Naja, ist ja
> auch kein Wunder, wenn man derartige Kapazitäten umladen muß.
>
> Also ein kleiner FET mit einem Rdson von etwa 1mOhm. Nett, aber kein
> Rennpferd.
>
> W.S.

[ ] Du hast den FET schon mal eingesetzt und vwemessen und bist danach 
enttäuscht
[x] Du kannst mir sicher alternative FETs, die Deinen Ansprüchen 
genügen,
empfehlen.

Danke

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