Moin,
ich bin nun seit einigen Wochen Mitglied im Club der Gespooften, d.h.
meine Telefonnummer wird per freier Rufnummerwahl via irgend ein
auslaendisches SIP-Gate (Caller ID spoofing) genutzt, um mir unbekannte
Leute mit Robocalls einzudecken. Somit werde ich teils minuetlich von
berechtigerweise Genervten zurueckgerufen. Die hiesigen (Schweizer)
Telekomanbieter reagieren sehr zaeh bis inkompetent, auch die Bakom
(aequivalent Bundesnetzagentur) hat keine guten Tips parat und verweist
auf die Callfilter (die ja gerade damit umgangen werden).
Falls jemand da mehr Einblicke in die grundsaetzliche Praxis der
Telekomanbieter (egal wo) haette, waeren ein paar Hinweise wertvoll
(deswegen der Post unter DSP, auch wenn's eher Offtopic waere).
Z.B. zu Folgendem:
- Kann diese Praxis durch Deaktivierung von Roaming unterbunden werden?
Wenn das Telefon mit der echten Nummer bereits im Netz eingebucht ist,
sollte zumindest ein gespoofter Anruf aus dem Ausland detektiert werden
koennen.
- Sollte das 'faule' Gateway nicht sofort auf Meldung hin vom Provider
per IP-Adresse identifiziert werden koennen?
- In Betracht zu ziehen ist natuerlich auch, dass ein faules Gate
(Trojaner) im eigenen Nest (Land) nur Forwarding fuer Kriminelle im
Ausland betreibt. Wie sieht es mit dieser Thematik bei Providern aus,
wie oft kommt so etwas vor?
Ansonsten gibt es ja bereits technische Massnahmen der FCC zur Caller
ID-Authentifizierung, diese werden offenbar nur hierzulande sehr
langsam/gar nicht umgesetzt.
Dass die Provider ihre Verteidigungsstrategie nicht kommunizieren
wollen, ist irgendwo verstaendlich, aber das Totschweigen der
Problematik ist mittlerweile doch etwas frustrierend.
Bevor jetzt jemand sagt: Formale Strafanzeige bei der Polizei
einreichen: Das fuehrt hierzulande leider kaum zum Erfolg (BTDT).
Damit mal an die Presse gehen.
Gleich auch sagen das die Anbieter und das Bakom nicht wirklich helfen
wollen.
Je öffentlicher, wirksamer dies wird, desto eher greift der
Telekommunikationsanbieter oder die Bakom ein.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> (...) Die hiesigen (Schweizer)> Telekomanbieter reagieren sehr zaeh bis inkompetent, auch die Bakom> (aequivalent Bundesnetzagentur) hat keine guten Tips parat und verweist> auf die Callfilter (die ja gerade damit umgangen werden).
Hier im "großen Kanton" das selbe. Ich stellte 2019 eine Anfrage bei der
Bundes-Netzagentur, wie das sein könne, dass "Spaß-Anrufe" mit
unterdrückter oder gefakter Caller-ID an Notrufnummern eindeutig
identifizierbar sind, aber Anrufe, die definitiv aus dem Ausland kommen,
mit einer gefakten deutschen Caller-ID weitergeleitet werden. Technisch
sollte es absolut kein Problem sein, diese erfundenen Caller-IDs zu
unterbinden, so dass ein solcher Anruf als Anruf mit unterdrückter
Rufnummer von jedem VoIP-Router problemlos herausgefiltert werden könne.
Die "wirklich zielführende" Antwort war: Wenn ein Anrufer aus dem
Ausland mit deutscher Caller-ID anrufen würde, dann wäre diese mit
Sicherheit gefälscht und ich könne diese ja dann problemlos erkennen.
Vielen Dank für diese hilfreiche Antwort!
Ich habe dann 2019 damit begonnen, alle Anrufer mit gefälschter
Caller-ID mit zugeh. Zeitstempel in einer Liste zu sammeln. Seit
"Corona" kommen hier jedoch kaum mehr welche an.
Sobald das wieder losgeht, werde ich dann die entsprechende Liste an
meine Bundestagsabgeordneten senden, mit der Bitte, eine Anfrage des
Bundestags an die Telekom als Betreiber meines Anschlusses (und des
deutschen Backbones) zu stellen, warum solche Fälschungen technisch
nicht erkennbar sein sollen und welche Einnahmen diese Anrufe der
Telekom generieren.
Grüßle
Volker
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Kann diese Praxis durch Deaktivierung von Roaming unterbunden werden?
Nein.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Wenn das Telefon mit der echten Nummer bereits im Netz eingebucht ist,> sollte zumindest ein gespoofter Anruf aus dem Ausland detektiert werden> koennen.
Nein. Stell Dir die Caller-ID wie den Absender auf einem Brief vor. Da
gibt es keine Authentifizierung - ausser beim Carrier des Anrufers, aber
der ist wahlweise unfähig oder mit involviert.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Sollte das 'faule' Gateway nicht sofort auf Meldung hin vom Provider per> IP-Adresse identifiziert werden koennen?
Wenn überhaupt, dann ausgehend vom Carrier des angerufenen Teilnehmers,
Dein Anschluss (dessen Nummer verwendet wird) ist da nicht involviert.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Bevor jetzt jemand sagt: Formale Strafanzeige bei der Polizei> einreichen: Das fuehrt hierzulande leider kaum zum Erfolg (BTDT).
Bei uns (.de) sind Carrier seit kurzem verpflichtet, Anrufe aus dem
Ausland mit deutscher Caller ID abzulehnen, sofern es keine
Roaming-Anrufe sind.
Volker B. schrieb:> wie das sein könne, dass "Spaß-Anrufe" mit unterdrückter oder gefakter> Caller-ID an Notrufnummern eindeutig identifizierbar sind
Bei uns können eigene Caller IDs i.d.R. nur sauber mit CLIP no screening
übermittelt werden. In dem Fall gibt es zusätzlich zur "user-provided,
not screened" Nummer noch die "network-provided, screened" Nummer, die
Dein Carrier zwangsweise mitliefert.
Im Ausland ist man da oft "flexibler".
Das lässt sich leider sehr schwer unterbinden. Bei mir in D kommen
Anrufe teilweise sogar von erfundenen Vorwahlen: keiner der Anbieter
will da etwas gegen unternehmen.
Martin
Hmmm schrieb:> Bei uns können eigene Caller IDs i.d.R. nur sauber mit CLIP no screening> übermittelt werden. In dem Fall gibt es zusätzlich zur "user-provided,> not screened" Nummer noch die "network-provided, screened" Nummer, die> Dein Carrier zwangsweise mitliefert.
...und genau das sollte die Telekom doch erkennen können! Eine deutsche
Caller-ID ohne "network-provided, screened" Nummer wäre dann wohl
gefälscht.
Zur Not wäre auch eine Offline-Verifizierung der Nummer möglich, denn
alle gefakten Caller-IDs, die bei mir seit 2019 eingingen, waren
ungültig, wie die Rückrufversuche zeigten. Damit sollte es der Telekom
möglich sein, entsprechende Provider im Nachhinein zu sperren bzw. die
von diesen Schlurchen übermittelten Caller-IDs grundsätzlich nicht mehr
weiterzuleiten, solange der Provider auch gefälschte IDs übermittelt.
Aber das würde vermutlich einen nennenswerten Teil der Telekom-Einnahmen
gefährden...
Grüßle
Volker
Volker B. schrieb:> ...und genau das sollte die Telekom doch erkennen können! Eine deutsche> Caller-ID ohne "network-provided, screened" Nummer wäre dann wohl> gefälscht.
Siehe oben, inzwischen dürfen aus dem Ausland überhaupt keine deutschen
Nummern mehr angenommen werden (Par. 120 Abs. 4 TKG).
Wie weit das technisch schon umgesetzt wurde, weiss ich nicht.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Sollte das 'faule' Gateway nicht sofort auf Meldung hin vom Provider> per IP-Adresse identifiziert werden koennen?
Du solltest dabei beachten das, dass Spiel weltweit gespielt wird und an
so einem Call mehrere Provider involviert sein können. Und für jeden
einzelnen musst du erstmal eine Richter finden der einen entsprechende
Verfügung unterschreibt damit diese Daten überhaupt herausgegeben
werden. Und das ganze auch noch unter Zeitdruck weil die Daten wegen
Datenschutz usw. wenn überhaupt nur etliche Stunden rückwirkend
Ein Call mit einer deutschen Ursprungsrufnummer kann auch ganz regulär
aus dem Ausland kommen und ist nicht per se verdächtig. Der einfachste
Fall "A" ruft jemanden im Ausland("B") an und der hat eine
Anrufumlenkung zu dem Nachbarn("C") von A. Der Nachbar bekommt dann "A"
als Anrufer angezeigt, obwohl der Anruf vielleicht über eine Dutzend
Provider in mehreren Ländern gegangen ist. "A" und "C" müssen dabei noch
nicht mal beim selben Provider sein so das "Provider von C" überhaupt
keine Info haben kann ob "A" existiert und/oder im Moment gerade
Telefoniert usw.
In D-Land müssen in solchen Fällen zwar demnächst die Absender Infos im
Transitnetz entfernt werden, das macht es aber meiner Meinung nach nicht
besser wenn alles "zweifelhafte" aus dem Ausland nur noch "anonym"
weitergeleitet wird.
Etwas älter:
- Beitrag "Ist das eine Fälschung der Nummer des Anrufenden??"
Passend dazu ganz aktuell:-)
-
https://www.spiegel.de/netzwelt/bundesamt-fuer-sicherheit-in-der-informationstechnik-warnt-vor-fake-anrufen-mit-ihrer-rufnummer-a-c7ebd9e0-dcdb-4e19-9669-8ea5b66e6de5
Irgend W. schrieb:> Der einfachste Fall "A" ruft jemanden im Ausland("B") an und der hat> eine Anrufumlenkung zu dem Nachbarn("C") von A. Der Nachbar bekommt dann> "A" als Anrufer angezeigt,
Das hat bei uns nach meiner Erfahrung schon früher nicht funktioniert,
weil bei Anrufen ins Ausland mit CLIP no screening meistens nur die
network-provided number überlebt.
Hmmm schrieb:> Siehe oben, inzwischen dürfen aus dem Ausland überhaupt keine deutschen> Nummern mehr angenommen werden (Par. 120 Abs. 4 TKG).
Schön wär's ja, aber leider fehlt mir der Glaube...
Hier der letzte Eintrag in meiner Liste:
12.05.22 14:00, Caller-ID:0200980695, Bemerkung:Rufnummer ungültig
Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer):
> In D-Land müssen in solchen Fällen zwar demnächst die Absender Infos im> Transitnetz entfernt werden, das macht es aber meiner Meinung nach nicht> besser wenn alles "zweifelhafte" aus dem Ausland nur noch "anonym"> weitergeleitet wird.
Doch, weil mein Router solche Anrufe auf einen Anrufbeantworte umleitet,
der dem Anrufenden freundlich erklärt, dass er mit unterdrücker
Rufnummer anruft und sein Anruf deshalb leider nicht persönlich entgegen
genommen werden kann. Er hätte jedoch die Möglichkeit, eine kurze
Nachricht zu hinterlassen und würde dann umgehend zurückgerufen werden.
Komischerweise haben bislang in den verg. 5 Jahren nur zwei Anrufer mit
unterdrückter Rufnummer von diesem Angebot Gebrauch gemacht -- und das
waren Besitzer uralter Postanschlüsse, die, vermutlich aus Unwissenheit,
einer Rufnummerübermittlung nicht zugestimmt haben.
Mittlerweile ist die übliche Masche der ausländischen Caller-ID-Spoofer,
nach wenigen Sekunden einfach aufzulegen, vermutlich, weil gerade kein
freier "Scammer-Boy" im Callcenter verfügbar ist oder weil das Verhalten
des Angerufenen nicht zur Zielgruppe für "Enkeltrick", "Mickey$oft-Scam"
o.ä. passt. Du glaubst garnicht, wie dankbar ich wäre, wenn all diese
Terroranrufe auf dem oben erwähnten AB landen würden. Das wäre für mich
ein echter Gewinn an Lebensqualität!
Grüßle
Volker
Hmmm schrieb:> TuerenNichtZuknaller schrieb:>> Kann diese Praxis durch Deaktivierung von Roaming unterbunden werden?>> Nein.>
Die Cybercrime-Division der Kantonspolizei sagt: Doch. Mal sehen, was
das Experiment zeigt.
> TuerenNichtZuknaller schrieb:>> Wenn das Telefon mit der echten Nummer bereits im Netz eingebucht ist,>> sollte zumindest ein gespoofter Anruf aus dem Ausland detektiert werden>> koennen.>> Nein. Stell Dir die Caller-ID wie den Absender auf einem Brief vor. Da> gibt es keine Authentifizierung - ausser beim Carrier des Anrufers, aber> der ist wahlweise unfähig oder mit involviert.>
Ok, nochmal anders: der hiesige Provider weiss: Herr Mich ist mit seiner
Nummer eingebucht. Wenn jetzt ein Anruf mit der gespooften Nummer von
Herrn Mich per Ausland und VoIP an einen seiner Kunden geht, kann er den
m.E. - rein technisch gesehen - ausfiltern. Ob er es darf, ist eine
andere Frage, genau da reden sich die Provider naemlich raus: Sie
muessen Anrufe grundsaetzlich von anderen Carriern vermitteln.
Wenn Kunden anderer Provider angerufen werden, sieht's natuerlich anders
aus. Dann muessten die Provider untereinander Daten austauschen. Auch da
beginnt der Satz mit "Aus rechtlichen Gruenden..."
Ueber die genaue Funktion der in Kraft befindlichen Callfilter hat sich
bisher mein Provider ausgeschwiegen, sieht eher so aus, dass einfach
gewisse 'Absender'-Kennungen auf Kundenwunsch blockiert werden koennen.
Naja.
> Bei uns (.de) sind Carrier seit kurzem verpflichtet, Anrufe aus dem> Ausland mit deutscher Caller ID abzulehnen, sofern es keine> Roaming-Anrufe sind.>
Tja, damit waeren wir doch bei der Quasi-Antwort auf die Roaming-Frage.
Heisst: Wenn ich Roaming deaktivieren lasse und der hiesige Carrier
alles wie oben steht umsetzt, waere das Problem doch vom Tisch. Oddr?
Nur nicht die letzte Moeglichkeit: Dass die VoIP-Sitzungen ueber
kompromittierte Rechner von unbescholtenen Buergern im Inland
weitergeleitet (relayed) werden. Sonst haetten wir hier ja noch die
Vorratsdatenspeicherung...
> Bei uns können eigene Caller IDs i.d.R. nur sauber mit CLIP no screening> übermittelt werden. In dem Fall gibt es zusätzlich zur "user-provided,> not screened" Nummer noch die "network-provided, screened" Nummer, die> Dein Carrier zwangsweise mitliefert.>> Im Ausland ist man da oft "flexibler".
So sieht's in den USA aus:
https://www.fcc.gov/spoofed-robocalls
Hier sagt die Bundes-Taskforce fuer Cybercrime: Das dauert noch Jahre.
Die hiesige Presse hat uebrigens den 'neuen Callcenter-Trick' 2014
dokumentiert, mir bekannt ist die technische Moeglichkeit seit 2005 mit
asterisk.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Ok, nochmal anders: der hiesige Provider weiss: Herr Mich ist mit seiner> Nummer eingebucht. Wenn jetzt ein Anruf mit der gespooften Nummer von> Herrn Mich per Ausland und VoIP an einen seiner Kunden geht, kann er den> m.E. - rein technisch gesehen - ausfiltern.
Theoretisch ja, praktisch wird die Caller ID nicht mit dem HLR
abgeglichen und auch ansonsten nicht angerührt.
Und auch hier gilt wieder: Der Anruf könnte wirklich von Dir sein und in
einem ausländischen Netz umgeleitet worden sein.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Tja, damit waeren wir doch bei der Quasi-Antwort auf die Roaming-Frage.> Heisst: Wenn ich Roaming deaktivieren lasse und der hiesige Carrier> alles wie oben steht umsetzt, waere das Problem doch vom Tisch. Oddr?
Ob Du Roaming deaktivierst, ist völlig irrelevant. Nach der neuen
Rechtslage dürfen aus dem Ausland keine +49-Caller-IDs erlaubt werden -
es sei denn, es ist ein deutscher Teilnehmer, der dort per Roaming
unterwegs ist, was technisch nachvollziehbar ist.
Mit einer Roaming-Deaktivierung erreichst Du nur, dass niemand Dein
Telefon stehlen und dann im Ausland damit telefonieren kann. Das hat
dann nichts mit Spoofing zu tun.
Das Thema Spoofing hätte sich längst erledigt, wenn den Leuten klar
wäre, dass die Caller ID nicht viel aussagt und z.B. die Polizei nie
eine Notrufnummer übermittelt.
Volker B. schrieb:> solange der Provider auch gefälschte IDs übermittelt.> Aber das würde vermutlich einen nennenswerten Teil der Telekom-Einnahmen> gefährden...
Das hat nichts mit Telekom zu tun. Seit T* mir kein ISDN mehr liefern
will und ich damit zur IP-Telefonie gezwungen werde, bin ich Kunde bei
einem großen deutschen SIP-Anbieter. Ich kann dort im Webinterface eine
beliebige Absenderrufnummer einsetzen, lediglich mit dem Hinweis "Ich
versichere, rechtmäßiger Inhaber zu sein". Das ist zweischneidig, aber
für mich eine komfortable Sache, z.B. gehend vom GSM-Handy meine
Festnetznummer zu zeigen.
Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen mit Callcenternutten, die mit
wechselnden 0157-xxx angerufen haben. Sie erzählte etwas von
Stromversorger, teurer Tarif und bräuchte unbedingt meine Zählernummer,
den Rest mag man sich denken. Ich werde dann immer deutlich, das kann
ich nämlich auch außerhalb dieses Forums sehr gut, und dann wird das
Weib noch frech.
Das Internet kennt den Nummernbereich, das sind tatsächlich zugeteilte
Mobilfunknummern und man kann deren reale Inhaber bedauern, wenn sie
unerwartete Rückrufe bekommen.
Ein paar Rufnummern sind sowohl in meinem SIP-Account als auch im Handy
gesperrt, aber ich kann z.B. die 0157-xxx nicht pauschal zumachen, da
auch berechtigte Anrufer mich damit anrufen.
Hmmm schrieb:> inzwischen dürfen aus dem Ausland überhaupt keine deutschen> Nummern mehr angenommen werden (Par. 120 Abs. 4 TKG).
Gesetz zitieren und Gesetz lesen / verstehen sind nicht Dein Ding:
"Ausgenommen von Satz 1 ist das internationale Roaming im Mobilfunk."
Die Problembeschreibung "vom Gespooften" lässt erkennen, dass er auf
einer Mobilfunknummer belästigt wird, und die darf der Ausländer
übermitteln.
Ist aber sowieso egal, weil er aus der SCHWEIZ schreibt, dort ist das
deutsche TKG nicht anwendbar.
Manfred schrieb:> Gesetz zitieren und Gesetz lesen / verstehen sind nicht Dein Ding:> "Ausgenommen von Satz 1 ist das internationale Roaming im Mobilfunk."
Und was schrieb ich wohl weiter oben?
Hmmm schrieb:> Bei uns (.de) sind Carrier seit kurzem verpflichtet, Anrufe aus dem> Ausland mit deutscher Caller ID abzulehnen, sofern es keine> Roaming-Anrufe sind.
Und daraus folgt auch nicht:
Manfred schrieb:> Die Problembeschreibung "vom Gespooften" lässt erkennen, dass er auf> einer Mobilfunknummer belästigt wird, und die darf der Ausländer> übermitteln.
...denn das gilt nur dann, wenn es auch Roaming-Anrufe sind. Aber auch
das schrieb ich bereits:
Hmmm schrieb:> es sei denn, es ist ein deutscher Teilnehmer, der dort per Roaming> unterwegs ist, was technisch nachvollziehbar ist.
Also bitte nächstes Mal meine Beiträge lesen und verstehen, bevor Du sie
herablassend kommentierst.
Manfred schrieb:> Ist aber sowieso egal, weil er aus der SCHWEIZ schreibt, dort ist das> deutsche TKG nicht anwendbar.
Auch das ist mir bewusst, aber zum einen habe ich explizit betont, dass
es um .de geht, und zum anderen sollen Gerüchten zufolge auch in der
Schweiz ab und zu neue Gesetze verabschiedet werden.
Verhindern liese sich das innerhalb der EU nur per EU-Vorschrift, oder
per internationalen Vereinbahrungen. Solange "CLIP - no screening" nicht
verboten wird kann sich nichts ändern.
René H. schrieb:> Solange "CLIP - no screening" nicht verboten wird kann sich nichts> ändern.
Nö. Wenn es sauberes CLIP no screening wäre, also auch die screened
number mitgeliefert wird, wäre das kein Problem.
Das Problem ist, dass a) bisher alles ungeprüft von anderen Carriern
angenommen werden musste und b) dort mitunter alles ungeprüft vom
Endkunden angenommen wurde.
Hmmm schrieb:> In dem Fall gibt es zusätzlich zur "user-provided, not screened" Nummer> noch die "network-provided, screened" Nummer, die Dein Carrier> zwangsweise mitliefert.
Die kann aber unterdrückt werden, dann kommt sie beim Angerufenen nicht
an. "No screening" bedeutet, dass der Anbieter die NPN nicht prüfen
soll.
René H. schrieb:> Die kann aber unterdrückt werden, dann kommt sie beim Angerufenen nicht> an.
Nein. Wenn Du Deine Nummer mit "presentation restricted" schickst, wird
keine übermittelt, und wenn Du es mit "presentation allowed" tust,
kommen beim Angerufenen i.d.R. zwei Nummern an.
Bei Anrufen ins Ausland überlebt oft nur eine davon, zumindest bei
meinen Tests war das aber immer die "network-provided, screened" - was
ärgerlich ist, weil das üblicherweise die Basisrufnummer des Anschlusses
ohne Durchwahl ist, so dass ein Rückruf schiefgehen wird.
René H. schrieb:> "No screening" bedeutet, dass der Anbieter die NPN nicht prüfen> soll.
Nein, CLIP no screening bedeutet, dass die ungeprüfte UPN übermittelt
wird, aber zusätzlich zur geprüften NPN.
Mag sein, dass das in anderen Ländern lockerer gehandhabt wurde, meine
Erfahrungen beziehen sich auf deutsche DSS1-Anlagenanschlüsse.
Für (deutsche) VoIP-Anschlüsse gilt auf der Anruferseite normalerweise
dasselbe, beim Angerufenen wiederum ist es vom Anbieter abhängig, welche
Nummer im From-Header übermittelt wird und ob/wie die zweite
mitgeliefert wird.
Hmmm schrieb:> Nein, CLIP no screening bedeutet, dass die ungeprüfte UPN übermittelt> wird, aber zusätzlich zur geprüften NPN.
UPN ist eine Schnittstelle
und
NPN eine Bauart von Transistoren.
Was willst Du uns damit sagen?
> Mag sein, dass das in anderen Ländern lockerer gehandhabt wurde, meine> Erfahrungen beziehen sich auf deutsche DSS1-Anlagenanschlüsse.
Na toll, DSS1 hat sich weitgehend erledigt, wem hilft, was vorgestern
war?
Und ja, unser Telekom-Firmenanschluß hatte Number-Screening, wenn ich
aus der Anlage heraus irgendwas geliefert habe, wurde zum Ziel die
Rufnummer der Zentrale übermittelt.
René H. schrieb:> Es wird sich aber auf absehbare Zeit trotzdem nichts ändern.
Klar, das Gesetz ist erst im Dezember in Kraft getreten, für die
technische Umsetzung gibt es garantiert grosszügige Übergangsfristen.
Aber dass etwas passiert, denke ich schon. Die realitätsfernen
0180-Regelungen haben sogar so gut funktioniert, dass die
Rufnummerngasse damit weitestgehend kaputtgemacht wurde.
Manfred schrieb:> UPN ist eine Schnittstelle> und> NPN eine Bauart von Transistoren.>> Was willst Du uns damit sagen?
Genau dasselbe wie mein Vorredner: user-provided number,
network-provided number.
Manfred schrieb:> Na toll, DSS1 hat sich weitgehend erledigt, wem hilft, was vorgestern> war?
Bzgl. VoIP habe ich direkt im darauffolgenden Absatz etwas geschrieben.
Was ist heute los mit Dir, Manfred? Mit dem falschen Fuss aufgestanden?
Manfred schrieb:>> Die Problembeschreibung "vom Gespooften" lässt erkennen, dass er auf> einer Mobilfunknummer belästigt wird, und die darf der Ausländer> übermitteln.>
Die sollte a priori erkennen lassen, dass andere Mobilteilnehmer in
der Schweiz mit meiner Schweizer Mobilnummer als Absender (d.h.
'gespooft') aus dem Ausland meistens per Robo-Call kurz angerufen werden
und sich davon belaestigt fuehlen.
Hmmm schrieb:> Mit einer Roaming-Deaktivierung erreichst Du nur, dass niemand Dein> Telefon stehlen und dann im Ausland damit telefonieren kann. Das hat> dann nichts mit Spoofing zu tun.
Wie gesagt, die Aussagen von 'Cybercrime' widersprechen dem. Und mein
technischer Wissensstand sagt auch was anderes. Wird sich jetzt aber
zeigen, ob mein Provider das so umsetzt: Roaming aus = meine
'fake'-Nummer (aus dem Ausland kommend) wird nicht mehr zu seinen Kunden
umgeleitet, und im besseren Fall greifen andere Provider auf diese
Spoof-Meldeliste zu.
Noch ein kleines Detail am Rande: BT (British Telekom) macht seit Jahren
sog 'Deep Packet inspection', d.h. sie koennen beliebige Pakete binnen
weniger Sekunden ueber zentrale Knotenpunkte bei verdaechtiger
Aktivitaet filtern oder aendern. Nur: Hierzulande geht das wohl nur bei
geschaedigten Bundesaemtern oder mutmasslichen Dschihadisten. Das Bakom
darf da nicht eingreifen (zu Recht).
Hmmm schrieb:> Das Thema Spoofing hätte sich längst erledigt, wenn den Leuten klar> wäre, dass die Caller ID nicht viel aussagt und z.B. die Polizei nie> eine Notrufnummer übermittelt.
Nochmal von vorne: Wenn den geschaeftigen Metzger Erpel auf dem
Mobiltelefon jemand kurz anruft und wieder auflegt, sieht er eine
Schweizer Mobilnummer und denkt: Oh, jemand hat angerufen und moechte
wohl einen Braten bestellen. Da rufen wir doch mal zurueck. Leider wurde
auch Madame Etoile, Betty Bossy, u.v.a so angerufen und melden sich alle
brav bei mir.
Grundsaetzlich mache ich bei meiner nicht allzu oeffentlichen
Alternativ-Nummer erst mal einen Lookup-Check bei unbekannten Anrufern
bevor ich zurueckrufe. Das ist im Falle einer Geschaeftsnummer nicht
praktikabel.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Hmmm schrieb:>> Mit einer Roaming-Deaktivierung erreichst Du nur, dass niemand Dein>> Telefon stehlen und dann im Ausland damit telefonieren kann. Das hat>> dann nichts mit Spoofing zu tun.>> Wie gesagt, die Aussagen von 'Cybercrime' widersprechen dem. Und mein> technischer Wissensstand sagt auch was anderes.
Dein "technischer Wissensstand" ist die Theorie. Was sagt denn Dein
Mobilfunkanbieter dazu? Der sollte am besten wissen, was er tut.
Die einzige Stelle, wo inzwischen alle Mobilfunkanbieter
Plausibilitätsprüfungen durchführen dürften, sind per Caller ID
authentifizierte Voicemail-Anrufe. Allerdings auch nur, weil es mal
gross durch die Presse ging, nachdem die Nachrichten von Prominenten
abgefangen wurden.
TuerenNichtZuknaller schrieb:> Nochmal von vorne: Wenn den geschaeftigen Metzger Erpel auf dem> Mobiltelefon jemand kurz anruft und wieder auflegt, sieht er eine> Schweizer Mobilnummer und denkt: Oh, jemand hat angerufen und moechte> wohl einen Braten bestellen. Da rufen wir doch mal zurueck.
Und was bringt dem Täter das?
Ping-Anrufe kenne ich nur als Betrugsmasche, um zum Rückruf auf teure
Nummern zu animieren, bei denen der Täter mitverdient - das sind dann
Auslands- oder Mehrwertdienstenummern.
Spoofing regulärer Nummern wiederum wird eher verwendet, um das
Vertrauen des Angerufenen zu bekommen, im Extremfall durch Übermittlung
von Notrufnummern.
Hmmm schrieb:> Dein "technischer Wissensstand" ist die Theorie. Was sagt denn Dein> Mobilfunkanbieter dazu? Der sollte am besten wissen, was er tut.
Mein Wissensstand basiert darauf, was grundsaetzlich technisch machbar
ist bzw. bereits bei BT und AT&T vor Jahren umgesetzt wurde. Mehr sage
ich dazu nicht. Ist mir auch klar, dass die juristische Sachlage hier
eine ganz andere ist.
Der Provider gibt grundsaetzlich Kunden gegenueber keine Auskunft zu den
von ihm ergriffenen technischen Massnahmen. Darum der Versuch, hier ein
Bild der gaengigen Praxis zu bekommen.
> Und was bringt dem Täter das?>
Was das dem Taeter bringt, wollte ich hier eigentlich nicht zur
Diskussion stellen.
> Ping-Anrufe kenne ich nur als Betrugsmasche, um zum Rückruf auf teure> Nummern zu animieren, bei denen der Täter mitverdient - das sind dann> Auslands- oder Mehrwertdienstenummern.
Ja, duerfte nun nach >10 Beitraegen hoffentlich klargeworden sein, dass
es sich NICHT darum handelt. Aber mach' dir nix draus, die
Callcenter-Haserln beim Provider brauchen's auch doppelt erklaert. Und
auch die halten einen erst mal fuer Laien, wa.