News RIGOL HDO1000 / RIGOL HDO4000: neue 12bit-Oszilloskope, Altium steigt in MID-Geschäft ein


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von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Rigol erweitert das Oszilloskopportfolio um zwei anfangs nur für den chinesischen Markt vorgesehene Geräteserien, die mit 12bit-Wandlern arbeiten. Altium Designer bekommt derweil eine Erweiterung, die das Design der als MID bezeichneten “unförmigen Platinen” erlaubt.

RIGOL HDO1000 / RIGOL HDO4000 – Rigol bietet12bit Wandlerauflösung...

Rigol liefert neue Zwei- und Vierkanaloszilloskope aus, die eine höhere Wandlerauflösung anbieten.

Bildquelle: Rigol

Im weißen Gehäuse sendet Rigol dabei sowohl Zwei- als auch Vierkanalgeräte, die Bandbreiten im Bereich von 50 bis 200 MHz abdecken (siehe https://mall.rigol.com/gallery-succession.html?cat_id=1794). Das im Allgemeinen teureren Geräten vorbehaltene schwarze Gehäuse wird ausschließlich mit Vierkanälern bespielt, die die Frequenzpunkte 50 / 200 / 400 / 800 MHz abdecken. Im Bereich des Displays sind die beiden Systeme ebenfalls analog, das 10 Zoll große LCD hat eine Auflösung von 1280x800 Pixeln. Außerdem bieten die schwarzen Modelle im Einkanalbetrieb eine Auflösung von von 4 GSPS, während die weißen Modelle hier nur auf 1GSPS kommen. Analog zu älteren Geräten voin LeCroy teilt sich die Bandbreite bei Aktivierung mehrerer Kanäle. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das unter RIGOL HDO1000 / RIGOL HDO4000: bereitstehende Demo-Video explizit wie in der Abbildung gezeigt ein Batteriepack vorführt – es wäre durchaus vorstellbar, dass Rigol mit diesem Gerät auch gegen die neue MSO2-Serie vorzugehen gedenkt.

Bildquelle: Rigol

Noch gibt es keine Informationen darüber, wann die Geräte in Europa und den USA auf den Markt kommen. Schon jetzt sind allerdings Preise in Renminbi erhältlich, hier einige Umrechnungen gemäß Tageskurs: HDO1102 (2 ch, 100MHz) – 983 EUR HDO1104 (4 ch, 100MHz) – 1313 EUR

HDO1204 (4 ch, 200MHz) – 1642 EUR HDO4204 (4ch, 200 MHz) – 2626 EUR

… und nutzt Android im Hintergrund

In Zeiten von Sanktion und Co ist es immer interessant, welche CPUs und Betriebssysteme in Messtechnik zum Einsatz kommen. Im Datenblatt beider Geräte spricht man von Android, in EEVBLOG findet sich unter https://www.eevblog.com/forum/testgear/rigol-hdo1000-and-hdo4000-12bit-oscilloscopes-launched-in-china/ eine Meldung eines extra dafür angelegten Benutzerkontos, der von Rigol bisher noch nicht reklamiert wurde:

1
Soweit ich weiß, haben sie seit den Oszilloskopen der DS70000-Serie begonnen, auf die Android-Plattform zu wechseln. Ich vermute, dass ein Teil des Grundes die Verfügbarkeit von Hochleistungsprozessoren auf dem Markt ist, die auf der Android-Plattform laufen. Ein Teil des Grundes könnte darin liegen, dass sie von der X86-Plattform aufgrund der Trade Entity List nicht unterstützt werden.

Altium steigt ins MID-Geschäft ein

IBF hatte sich bisher im Bereich MID hervorragend positioniert: wer eine der zugegebenermaßen teuren Design Station-Lizenzen hatte, konnte seine Elektronik auf freiförmigen Körpern layouten und diese im Zusammenspiel mit LPKF fertigen. Branchenprimus Altium zieht in diesem Bereich nun nach.

(Bildquelle: Screenshot)

Als Fertigungspartner setzt Altium dabei auf Harting – auf der LinkedIn-Seite des Harting-Managers Thomas Hess findet sich die folgende Aussage:

1
 we at HARTING are specialized in the manufacturing od 3D-Circuits. The 3d layout software from Altium® was developed together with us and we can directly load the exported data from Altium Designer on our production machines. Please contact us, when you have a concrete RFQ.

Wer diese Funktion trotz dem Betazustand testen möchte, kann sich unter https://www.altium.com/altium-designer/features/true-3d-circuit-design weitere Informationen beschaffen. Der im Allgemeinen gut informierte Branchennewsdienst cnx-software empfiehlt außerdem, eine LinkedIn-Anfrage beim Altium-Manager Jack Henriques zu stellen.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Markus M. (adrock)


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Von Siglent gibt es ja schon vergleichbare Scopes, da musste Rigol wohl 
nachziehen. Wobei die angegebenen Preise ein ganzes Stück günstiger 
sind. Leider auch bei Rigol das sparen an den Bedienelementen pro Kanal. 
Fröhliches Umschalten ist angesagt...

von Ich A. (alopecosa)


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Markus M. schrieb:
> Leider auch bei Rigol das sparen an den Bedienelementen pro Kanal.

Naja das ist doch generell ein Trend irgendwie.
Ist z.b. beim 'Next Gen Tek' ja auch nichts anderes.

Der Benutzer hat es in der Hand den Herstellern zu zeigen daß es aber 
schlecht ist. Einfach nicht kaufen ... ;)

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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Markus M. schrieb:
> Fröhliches Umschalten ist angesagt...

Hat mich beim HMO3524 irgendwie nie gestört. Ich habe zum Vergleich auch 
ein MSOX4054 und ein MSOX3102T von Keysight mit der Vollausstattung an 
Hähnen.
Da ist das doppelt nutzlos, da ich die Teile sowieso mit der Maus 
bediene.
Alles Gewohnheitssache.
Wenn Rigol da einen Touchsreen plus Maus dranhat, minimiert sich das 
Problem.

von Falk B. (falk)


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Markus M. schrieb:
> Leider auch bei Rigol das sparen an den Bedienelementen pro Kanal.
> Fröhliches Umschalten ist angesagt...

Nö, das ist schon sinnvoll. Drehst du gleichzeitg an zwei Kanälen? Ich 
nicht. Kanal wählen, diverse Einstellungen machen, nächsten Kanal 
wählen. Funktioniert super.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Trotzdem muss man, um eine Linie zu ändern einmal hin- und herschalten. 
Wenn man so argmentiert, kann man den Trigger und andere Elemente auch 
gleich absorbieren und auf einen Menüregler legen. Der Wunsch der Kunden 
nach Direktzugriff ist für mich voll nachvollziehbar und auch an anderer 
Stelle zu beobachten: Mein Audio-Mess-IF hat auch nur einen Drehknopf, 
um die Menüs und Kanäle durchzuschalten, was auf die Dauer nervig ist 
und dazu führt, dass man den PC nutzt, um über USB und eine GUI die 
Steuerung zu machen. Das geht natürlich auch bei den Oszis: Also ist in 
Zukunft mehr Mausbedienung angesagt. Damit kann man die Linien ziehen 
und Skalierungen mit dem Mausrad einstellen. Geht bei meinem Rigol 
ziemlich flüssig. Wenn ich die Hand aber am Gerät habe, nutze ich auch 
da die Regler direkt. Bei mir war das in der Tat mit 
kaufentscheidendend.

von Falk B. (falk)


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Jürgen S. schrieb:
> Trotzdem muss man, um eine Linie zu ändern einmal hin- und herschalten.

Hä? Meinst du Cursor?

> Wenn man so argmentiert, kann man den Trigger und andere Elemente auch
> gleich absorbieren und auf einen Menüregler legen.

Davon war nie die Rede, du lenkst ab!

> Der Wunsch der Kunden
> nach Direktzugriff ist für mich voll nachvollziehbar und auch an anderer
> Stelle zu beobachten: Mein Audio-Mess-IF hat auch nur einen Drehknopf,
> um die Menüs und Kanäle durchzuschalten, was auf die Dauer nervig ist
> und dazu führt, dass man den PC nutzt, um über USB und eine GUI die
> Steuerung zu machen.

Auch hier wieder, du übertreibst maßlos. Es ging nicht um die Frage, ob 
man ein Oszilloskop auf Einknopfbedienung umstellen soll, sondern ob man 
für die Kanaleinstellungen nur einen Satz Bedienelemente hat, praktisch 
halt Offset und Verstärkung.

https://www.batterfly.com/shop/pl/blog-posts/rigol-hdo4000-hdo1000-launch-domestic-market

Hier sieht man die Dinger mal in Groß. Moderne Bedienung, nur ein Satz 
Drehknöpfe und Kanalwahltasten. Vollkommen OK. Für Trigger und 
Horizontal gibt es extra Regler. Allerdings fehlt die direkte Taste für 
einen Screenshot! Ich sehe sie zumindest nicht.

von Ich A. (alopecosa)


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Falk B. schrieb:
> Moderne Bedienung, nur ein Satz Drehknöpfe und Kanalwahltasten.
> Vollkommen OK

Nur weil irgendwas 'modern' ist, heißt das nicht zwangsläufig das es 
'Vollkommen Ok' ist. Zumindest nicht für alle.

Aber um das zu realisieren müsste man sowas wie die Meinung anderer 
akzeptieren. Nennt man Toleranz.

Es wird eine nicht unerhebliche Zahl an Nutzern geben die extra 
Bedienelemente pro Kanal zu schätzen wissen.

Ich persönlich finds auch besser. Der Workflow geht so bedeutend 
flüssiger von der Hand meiner Meinung nach.

: Bearbeitet durch User
von Markus M. (adrock)


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Ich A. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>> Moderne Bedienung, nur ein Satz Drehknöpfe und Kanalwahltasten.
>> Vollkommen OK

Ja, auf Deinem Herd in der Küche hättest Du das auch gerne so? Eine 
"moderne" Bedienführung mit möglichst wenig Bedienelementen? Ein Knopf 
reicht doch. Man kann sich ja genug Kombinationen aus kurz/lang Drücken 
ausdenken...

> Ich persönlich finds auch besser. Der Workflow geht so bedeutend
> flüssiger von der Hand meiner Meinung nach.

Am Ende ist es natürlich subjektiv, aber ich finde es auch flüssiger. 
Man kann schnell mal den einen Kanal hochschieben, den anderen runter, 
den einen vergrößern, den anderen dafür kleiner machen, ohne jedes Mal 
zu wechseln...

Aber außer den sehr hochpreisigen Keysight Scopes fällt mir tatsächlich 
kein anderes mit >8 Bit und einer dedizierten Bediensektion pro Kanal 
ein.

R&S macht das ja auch so mit dem Umschalten.

von Falk B. (falk)


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Ich A. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>> Moderne Bedienung, nur ein Satz Drehknöpfe und Kanalwahltasten.
>> Vollkommen OK
>
> Nur weil irgendwas 'modern' ist, heißt das nicht zwangsläufig das es
> 'Vollkommen Ok' ist. Zumindest nicht für alle.
>
> Aber um das zu realisieren müsste man sowas wie die Meinung anderer
> akzeptieren. Nennt man Toleranz.

Nö. Akzeptanz und Toleranz sind zwei verschiedene Dinge.

https://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz
https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz

von Reinhard R. (reirawb)


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Markus M. schrieb:
> Aber außer den sehr hochpreisigen Keysight Scopes fällt mir tatsächlich
> kein anderes mit >8 Bit und einer dedizierten Bediensektion pro Kanal
> ein.

OWON

von Georg B. (georg2011) Benutzerseite


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Abgesehen von diesem Tippfehler im Text:
"eine Auflösung von von 4 GSPS"
Gibt es beim aktuellen 5000 nicht schon 8 Gsps? Wieso braucht man für 
maximal 350MHz die 8 - und bei den neuen für 800MHz nur 4?

Markus M. schrieb:
> aber ich finde es auch flüssiger.
> Man kann schnell mal den einen Kanal hochschieben, den anderen runter,
> den einen vergrößern, den anderen dafür kleiner machen, ohne jedes Mal
> zu wechseln...
Das finde ich auch total nervig: Andauernd hin und her, nur um am 
anderen Kanal etwas ändern zu können. Besonders bei der Verwendung von 
mathematischen Funktionen ist das hinderlich. Auch beim optischen 
Abgleich dauert es länger.

Fragt sich, wozu: Ich glaube, man wollte einfach Platz einsparen, für 
das größere Display. Das ist natürlich dann etwas grotesk, weil:

Bernd G. schrieb:
> Wenn Rigol da einen Touchsreen plus Maus dranhat, minimiert sich das
> Problem.
Man macht das Display größer, damit user mehr sieht, muss dann Regler 
sparen, was den user veranlasst, mehr mit der Maus zu arbeiten. Dann 
kann er Dank VGA-Buchse gleich an einem großen Monitor arbeiten, wo er 
richtig was sieht und braucht das größere Display nicht mehr.

Für mich wäre es eigentlich am Sinnvollsten:
a) kleines Display, viele parallele Schaltet und Drehknöpfe
b) großen VGA dran mit Mausbedienung.

Weil das Ende vom Lied ist, dass alle nur noch Mausbedienung machen und 
dann kann man gleich alles weglassen und eine preisgünstigeres 
USB-Oszilloskop nehmen.

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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Georg B. schrieb:
> Man macht das Display größer, damit user mehr sieht, muss dann Regler
> sparen, was den user veranlasst, mehr mit der Maus zu arbeiten. Dann
> kann er Dank VGA-Buchse gleich an einem großen Monitor arbeiten, wo er
> richtig was sieht und braucht das größere Display nicht mehr.
Das ist zu kurz gedacht, weil der VGA-Ausgang großer Käse ist. Bei 
meinem MSOX4054 kann ich zwar einen Monitor mit VGA-Eingang anstöpseln, 
aber das Bild dadrauf möchtest du nicht sehen, weil im ersten Gang im 
Oszi von digital nach analog herunterinterpoliert wird um im zweiten 
Gang im Monitor irgendwas von analog auf die Monitorauflösung 
hochinterpoliert. Alles matschig.

> Weil das Ende vom Lied ist, dass alle nur noch Mausbedienung machen
Die Mausbedienung mache ich, weil ich keine Affenarme habe (der Tisch 
ist 1 m tief und das Gerät steht ganz hinten) und ich auch nicht ständig 
über den Messaufbau drüberangeln will.

> und eine preisgünstigeres USB-Oszilloskop nehmen.
Igitt. Was soll der Hausmeister denken, wenn er das sieht?

von Falk B. (falk)


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Georg B. schrieb:
> Man macht das Display größer, damit user mehr sieht, muss dann Regler
> sparen, was den user veranlasst, mehr mit der Maus zu arbeiten.

Oder Touchscreen.

> Dann
> kann er Dank VGA-Buchse gleich an einem großen Monitor arbeiten, wo er
> richtig was sieht und braucht das größere Display nicht mehr.

VGA? Welches Scope hat heute noch VGA Ausgang? Die haben nur noch HDMI.

> Für mich wäre es eigentlich am Sinnvollsten:
> a) kleines Display, viele parallele Schaltet und Drehknöpfe
> b) großen VGA dran mit Mausbedienung.

Damit bist du aber ziemlich allein.

> Weil das Ende vom Lied ist, dass alle nur noch Mausbedienung machen und
> dann kann man gleich alles weglassen und eine preisgünstigeres
> USB-Oszilloskop nehmen.

OMG! SO sicher nicht!

Naja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Veränderungen, vor allem im 
fortgeschrittenen Alter fallen schwer. "Ham wa schon imma so jemacht."

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> VGA? Welches Scope hat heute noch VGA Ausgang?
Keysight.
> Die haben nur noch HDMI.
Auch wenn sie HDMI haben (wie an meinem HMO3524), nützt es nichts, weil 
der Monitor ungefragt auf seine maximale Auflösung und die maximale 
Darstellungsfläche hochinterpoliert.
Der Monitor müsste für eine optimale Ansicht also eine native Auflösung 
wie das Oszilloskop haben. Da kannst du aber lange suchen.
Ob der Ausgang HDMI oder VGA ist, spielt also keine Rolle, es ist und 
bleibt eine Hilfskonstruktion.
Außer, du willst das Signal 2000 Leuten über einen Beamer zeigen...

von Falk B. (falk)


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Bernd G. schrieb:

> Der Monitor müsste für eine optimale Ansicht also eine native Auflösung
> wie das Oszilloskop haben. Da kannst du aber lange suchen.

Wieso? Ist das kein Full HD?

> Ob der Ausgang HDMI oder VGA ist, spielt also keine Rolle, es ist und
> bleibt eine Hilfskonstruktion.

Keine Ahnung, hab ich noch nie benutzt.

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Wieso? Ist das kein Full HD?
Schön wäre es ja... Die Grafik ist fest auf die Auflösung des 
Oszidisplays eingestellt und wird mit derselben Auflösung auf den 
DVI-Stöpsel dupliziert, also im Falle des HMO3524 640 x 480. Der dort 
angeflanschte Monitor muss dann eben sehen, was er draus macht. *)
> Keine Ahnung, hab ich noch nie benutzt.
Na dann probier dich mal durch und erlebe die Enttäuschung am eigenen 
Leibe.

*)VLLt benutzt er ohnehin nur die am DVI-Stecker aufliegenden 
VGA-Drähte.

: Bearbeitet durch User
von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Falk B. schrieb:
> Markus M. schrieb:
>> Leider auch bei Rigol das sparen an den Bedienelementen pro Kanal.
>> Fröhliches Umschalten ist angesagt...
>
> Nö, das ist schon sinnvoll. Drehst du gleichzeitg an zwei Kanälen? Ich
> nicht. Kanal wählen, diverse Einstellungen machen, nächsten Kanal
> wählen. Funktioniert super.

Es kommt, wie so oft, immer auf die jeweilige Messaufgabe an.
Eigentlich logisch, zumindest für diejenigen die in der Lage sind auch 
mal über den eigenen Tellerand hinausschauen können.

Bei mir in der Entwicklung (egal ob beruflich oder fürs Hobby) ist es in 
>> 90% der Zeit in der ich mit dem Skope arbeite tatsächlich so wie du 
beschreibst. Und in allen Fällen wo ein Skope nur zur Dokumentation / 
Überwachung eingesetzt wird sowieso.

Aber bei der Fehlersuche, Reparaturarbeiten oder auch eine erste Analyse 
von "unbekannten Systemen", also alles wo man relativ Schnell die 
Messpunkte wechselt und/oder verschiedene Signale in unterschiedlichen 
Kombinationen gegeneinander Vergleicht, da sind die Einzelregler ein 
echter Vorteil.

Ich habe privat (neben einigen anderen) ein Rigol DS1054z (4Kanäle mit 
Umschaltung) das bald seinen 10. Geburtstag bei mir feiert, sowie ein 
Rigol MSO5000. 4Kanäle mit jeweils eigenem Regler. Dazu halt noch die 
beruflich genutzten Geräte...
Kann also aus Erfahrung sprechen und habe den direkten Vergleich!

Wie geschrieben, für viele Messaufgaben, insbesondere beim Entwickeln, 
ist das Umschalten wirklich OK. Das stört da nicht.

Aber wenn ich was repariere oder versuche ein Gerät zu analysieren, aber 
auch in den 10% der Zeit wo man bei der Entwicklung doch etwas häufiger 
etwas anpassen muss, da fand ich das Umschalten manchmal so störend das 
ich oft in solchen Fällen statt des "guten" 4-Ch. Gerätes zu einem 
älteren zweikanaler mit Einzelregler gegriffen habe wenn mir 2Ch 
ausreichten.
(Privat z.b. mein altes Hantek DSO5062B oder eines der noch älteren 
Geräte mit echter CRT).

Mit dem Umschalten ist der Arbeitsablauf nicht so flüssig. Eine "Blinde 
Bedienung bzw. Bedienung aus dem Augenwinkel die bei einzelreglern kein 
Problem sind geht da nicht o einfach. Und wenn doch, dann kommt es 
trotzdem häufiger zu Fehlern. Falscher Kanal Selektiert etc.
Alles kein großes Drama. Stellt man den versehentlich veränderten Kanal 
halt wieder zurück und nimmt dann den richtigen. Aber es bringt einen 
doch immer irgendwie aus dem Konzept. Also lieber sich beim Umschalten 
tatsächlich auf den Bedienvorgange konzentrieren.
ISt aber ebenfalls nicht toll, ich will ja nicht über die Skopebedienung 
nachdenken sondern über meine Messaufgabe.

Wie geschrieben: Das soll jetzt nichts überdramatisieren. Bedienung mit 
Umschaltung ist kein Showstopper für solche Aufgaben.
Es ist halt einfach für die meisten "ein wenig störend/nervig". 
Zumindest bei bestimmten Aufgaben. Und wenn jemand eine Sache stört kann 
und sollte man das ja ruhig sagen. Und im Extremfall, wenn eine 
Beschaffung ansteht und es gibt mehrere geeignete Geräte in der engeren 
Auswahl, dann kann so etwas den Ausschlag geben.

BTW: Die 4 getrennten REgler waren z.B. für mich it ein Grund warum ich 
mir das Rigol MSO5000 geholt habe obwohl ich ansonsten mit dem 1054z gut 
zufrieden bin (größeres Display, wesentlich Leistungsfähiger etc. waren
natürlich zusätzliche Argumente)

Gruß
Carsten

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,
Bernd G. schrieb:
>> Wieso? Ist das kein Full HD?
> Schön wäre es ja... Die Grafik ist fest auf die Auflösung des
> Oszidisplays eingestellt und wird mit derselben Auflösung auf den
> DVI-Stöpsel dupliziert, also im Falle des HMO3524 640 x 480. Der dort
> angeflanschte Monitor muss dann eben sehen, was er draus macht. *)

Ich glaube dir ja durchaus das es bei DEINEM Gerät so ist. Und wenn es 
so ist, dann hast du recht, dann bringt auch ein großer Bildschirm 
nichts.
Aber nur weil das bei dir so ist, insbesondere bei einem schon einige 
Jahre alten Gerät, bedeutet das noch lange nicht das es heute noch Stand 
der technik ist.

Bei meinem Skope (Rigol MSO5000) ist das ein natives HDMI und ich kann 
für die HDMI Ausgabe auch explizit verschiedene Auflösungen einstellen.
JA - natürlich HD! (genauer kann ich es aber erst sagen wenn ich wieder 
daheim bin. Bin bis Do. beruflich unterwegs)
Und das Bild sieht am Monitor durchaus recht brauchbar aus...

Das dürfte zumindest bei einigen aktuellen Skopes der anderen HErsteller 
ebenfalls vergleichbar möglich sein. Glaube nicht das nur Rigol das 
kann.

>> Keine Ahnung, hab ich noch nie benutzt.
> Na dann probier dich mal durch und erlebe die Enttäuschung am eigenen
> Leibe.
>
Ob Enttäuschung oder nicht kommt wohl sehr auf das genutzte Gerät an.
Habe in diesem Beitrag schon mal ein Foto von der HDMI Ausgabe auf einen 
Monitor gepostet.
Beitrag "Re: Rigol MSO5104"
Screenshot geht ja logischerweise nicht...

Gruß
Carsten

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> Bei meinem Skope (Rigol MSO5000) ist das ein natives HDMI und ich kann
für die HDMI Ausgabe auch explizit verschiedene Auflösungen einstellen.

Dann hat sich die Welt zumindest bei Rigol weitergedreht!
Das ist ein echtes Feature mit Sinnhaftigkeit.
Genaugenommen sollte das in der heutigen Zeit auch keine technische 
Hürde mehr sein, zwei getrennte Grafikeinheiten vorzusehen.
Bei den DSOX/MSOX3000 und 4000 von Keysight hängt immer noch der 
VGA-Stecker dran. Zumindest in den bei Datatec verfügbaren 
Beschreibungen.
Danke für den Hinweis, trotzdem werde ich mir sicherlich kein viertes 
Oszilloskop mehr hinstellen.
Heute würde ich wahrscheinlich auch erstmal mal Rigol und Konsorten 
vorbeischauen, wenn ich ein neues Gerät brauchte. Vor zehn bzw. fünf 
Jahren sah es aber noch eng aus - und teuer war es auch.

von Marc X. (marc_x)


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Bernd G. schrieb:
> Genaugenommen sollte das in der heutigen Zeit auch keine technische
> Hürde mehr sein, zwei getrennte Grafikeinheiten vorzusehen.
> Bei den DSOX/MSOX3000 und 4000 von Keysight hängt immer noch der
> VGA-Stecker dran. Zumindest in den bei Datatec verfügbaren
> Beschreibungen.

Die MSO-X 3000 sind aber auch schon ziemlich alt, ich denke da wird in 
den nächsten Jahres was neues kommen, die Massenprodukte (Entry Level 
Range + alles was in Produktionsanlagen verbaut wird (Multimeter, DAQs, 
Signalgeneratoren, etc…) wurde ja schon überholt.

von Bernd G. (Firma: Bannerträger des Fortschritts) (berndg)


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> genauer kann ich es aber erst sagen wenn ich wieder daheim bin.

Aus den Ausführungen von Jürgen S. im Nachbarthread
Beitrag "Re: Rigol MSO5104"
scheint mir hervorzugehen, dass der zweite Grafikausgang lediglich mit 
einer bereits voreinstellbaren Interpolation arbeitet, die dann auch 
mehr oder weniger matschige Resultate produziert

> "RESOLUTION" am Besten auf "1280x720". Die 1280 ist die einzige
> Auflösung die man sich ansehen kann. Ein 1920er Monitor skaliert das in
> der Regel einigermaßen sinnvoll mit 3/2, wodurch es aber eher relativ
> unschärfer, aber eben größer wird. Macht Sinn, wenn man nicht ständig
> auf dem Display rumtatschen will.

Hmm, und ich suche immer noch die glasklare Darstellung auf beiden 
Bildschirmen. Naja, wenn ich die Brille absetze, ist es ohnehin egal :-)

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Falk B. schrieb:
> Jürgen S. schrieb:
>> Trotzdem muss man, um eine Linie zu ändern einmal hin- und herschalten.
> Hä? Meinst du Cursor?
Nein, die Wellenformen und den Ankerpunkt in der Y-Achse. Kann man ja 
alles per Maus verschieben.
Beitrag "Re: Rigol MSO5104"

>> Wenn man so argumentiert, kann man den Trigger und andere Elemente auch
>> gleich absorbieren und auf einen Menüregler legen.
> Davon war nie die Rede, du lenkst ab!
Nein, ich bringe eines von 100 Beispielen, wie Benutzer versuchen, 
diesen "Vereinfachungen" auszuweichen und wohin es führt - u.a. dazu, 
dass Geräte infolge ungeschickter Bedienbarkeit nicht gekauft werden. 
Die Tatsache, dass viele Oszilloskope Regler einsparen ist nicht nur 
hier Gegenstand von Diskussionen.

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Bernd G. schrieb:
> dass der zweite Grafikausgang lediglich mit
> einer bereits voreinstellbaren Interpolation arbeitet,

Man kann die Auflösung einstellen, ich nehme an, die Voreinstellung ist 
die native des Displays. Da diese sowohl in X und Y exakt mit 3:2 in 
1920x1080 passt, ist das die einzig Sinnvolle, meine ich. Wer sie 
umskaliert, kann ich nicht sagen, gfs macht es auch das OSzi. Müsste ich 
testen. Wie auch immer:  Die ist gut und nutzbar und auch nicht 
matschig. Es ist nur eben keine große Verbesserung, als ein Display in 
equivalenter Entfernung mit gleichem Winkel. Wer aber aus der Entfernung 
schauen will und eh Maus nutzt, ist mit dem Display gut bedient.

Was die Beurteilung angeht, ist es natürlich so, das ich in Sachen 
PC+Oszilloskop von einigen USB-Oszilloskopen verwöhnt bin und da mehr 
erwartet hätte. Die stellen sehr viele Signale parallel sehr ein dar.

Der HDMI-Ausgang ist aber schon nicht schlecht. Ich frage mich 
allerdings, wie die neue Auflösung bei den hier diskutierten Displays 
umskaliert wird.

Ich kann ja mal einen Screenshot zu dem HDMI-Ausgang posten.

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