Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik CH32V003 - RISC-V für angeblich $0.10


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Tim  . (cpldcpu)


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Gibt es zur oben genannten MCU schon Meinungen/Erfahrungen?

https://www.cnx-software.com/2022/10/22/10-cents-ch32v003-risc-v-mcu-offers-2kb-sram-16kb-flash-in-sop8-to-qfn20-packages/

https://github.com/openwch/ch32v003

Auf den ersten Blick sieht das nach einem sehr interessanten Produkt 
aus, das einen 8-Bitte in Einfachstprojekten ersetzen könnte. (Naja, das 
was STM32Fxx, LPC82x, etc sein könnten, wenn sie denn verfügbar wären). 
Es soll auch eine Variante in SOIC8 geben.

Bisher scheint es nur ein Devboard im offiziellen Shop von WCH zu geben, 
aber die MCU sollt auch über LCSC verfügbar sein.

von olaf (Gast)


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> Gibt es zur oben genannten MCU schon Meinungen/Erfahrungen?

Vielleicht ganz nett wenn man aus irgenwelchen Gruenden
sowieso schonmal mit Risc-V spielen will. Aber als Bastler
wuerde ich derzeit keinen Grund dazu sehen. Da ist es mir
egal ob ein Mikrocontroller 1Euro oder 5Euro kostet, nicht
egal waere es mir aber die ganze gewohnte Toolchain/Compiler
umstellen zu muessen.

Davon mal ab sieht das Teil aber erstmal nach einem brauchbaren
Controller aus. (siehe bild)
Die offene Frage ist aber noch wie gut ist der Analogkram im
Chip. Damit tun sich Hersteller schon eher mal etwas schwer.

Ausserdem was wirft das fuer einen Blick auf das chinesische
Selbstverstaendnis wenn es ein Datenblatt nur in Chinesisch
gibt. Will man mit so einer Firma arbeiten?

Aber keine Frage, sowas wird im naechsten blinkenden Gadget vom
Aldigrabbeltisch drin sein.

Olaf

von Tim  . (cpldcpu)


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Die 8051 Derivate von WCH haben ja an andere Stelle hier im Forum großen 
Anklang gefunden. Da hat mich eher der 8051 davon abgehalten, mich 
weiter mit den Devices zu beschäftigen. RISC-V macht das Ganze aber 
wieder spannend.

von Thomas Z. (usbman)


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Einzelpreis im China Shop ist 2.5 RMB. WCH baut inzwischen einen ganzen 
Sack voll unterschiedlicher RISC V Controller im Bereich bis etwa 10 
RMB.

Es ist richtig dass für WCH Controller generell nur chinesische Dokus 
existieren, die in aller Regel auch nicht unbedingt vollständig sind. 
Aber automatische Übersetzer nach Englisch erzeugen inzwischen ganz 
brauchbare Übersetzungen. WCH will den Übersee Markt gar nicht bedienen. 
Die FAEs in deren Forum antworten aber auch auf Englisch.

Es wird in Zukunft vermutlich noch viel mehr Bauteile geben für die es 
nur chinesische Datenblätter gibt.

Ganz ähnlich war das übrigens in der Vergangenheit auch mit Japan.

von Falk B. (falk)


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Tim  . schrieb:
> Gibt es zur oben genannten MCU schon Meinungen/Erfahrungen?
>
> 
https://www.cnx-software.com/2022/10/22/10-cents-ch32v003-risc-v-mcu-offers-2kb-sram-16kb-flash-in-sop8-to-qfn20-packages/
>
> https://github.com/openwch/ch32v003
>
> Auf den ersten Blick sieht das nach einem sehr interessanten Produkt
> aus, das einen 8-Bitte in Einfachstprojekten ersetzen könnte. (Naja, das
> was STM32Fxx, LPC82x, etc sein könnten, wenn sie denn verfügbar wären).
> Es soll auch eine Variante in SOIC8 geben.

Naja, klingt eher nach ner Promotion für RISC-V. Zaubern kann RISC-V 
auch nicht, die knallharten Reglen der Halbleiterbranche gelten auch für 
die.

> Bisher scheint es nur ein Devboard im offiziellen Shop von WCH zu geben,
> aber die MCU sollt auch über LCSC verfügbar sein.

Technisch ist das nix Geiles, nur was für Geiz ist geil, damit man noch 
mehr Wegwerfelektronik damit bauen kann . . .

von Falk B. (falk)


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Thomas Z. schrieb:
> Es wird in Zukunft vermutlich noch viel mehr Bauteile geben für die es
> nur chinesische Datenblätter gibt.
>
> Ganz ähnlich war das übrigens in der Vergangenheit auch mit Japan.

Und was ist damit passiert? Die Japan-Only ICs sind in Japan geblieben, 
zumindest was die Entwicklung angeht. So wird es auch mit den China-Only 
ICs werden. Den Mist tut sich der Rest der Welt nicht an, die Chinesen 
haben selber genug Probleme mit ihrer Sprache.

von Thomas Z. (usbman)


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Falk B. schrieb:
> Und was ist damit passiert? Die Japan-Only ICs sind in Japan geblieben,
> zumindest was die Entwicklung angeht. So wird es auch mit den China-Only
> ICs werden. Den Mist tut sich der Rest der Welt nicht an, die Chinesen
> haben selber genug Probleme mit ihrer Sprache.

Du vergisst ganz einfach dass es ziemlich sicher mehr Ingenieure gibt 
die Chinesisch als Muttersprache haben als Englisch, und dieses 
Verhältnis wird sich mit jedem Jahr zugunsten von China verschieben.
Zusätzlich werden immer mehr Chips auch indirekt den Weg zu uns finden. 
Die USB Uarts von WCH sind das beste Beispiel. Ich gebe dir aber Recht 
Hitech ist das sicher nicht.

von Falk B. (falk)


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Thomas Z. schrieb:
>> Und was ist damit passiert? Die Japan-Only ICs sind in Japan geblieben,
>> zumindest was die Entwicklung angeht. So wird es auch mit den China-Only
>> ICs werden. Den Mist tut sich der Rest der Welt nicht an, die Chinesen
>> haben selber genug Probleme mit ihrer Sprache.
>
> Du vergisst ganz einfach dass es ziemlich sicher mehr Ingenieure gibt
> die Chinesisch als Muttersprache haben als Englisch, und dieses
> Verhältnis wird sich mit jedem Jahr zugunsten von China verschieben.

Jain. Ob das "zu Gunsten" Chinas ist, bleibt abzuwarten. Auch deren 
Markt kann NICHT endlos Absoventen schlucken.

Beitrag "Arbeitsmoral und ökonomischer Druck in China"

> Zusätzlich werden immer mehr Chips auch indirekt den Weg zu uns finden.

Was als Fertigprodukt hier ankommt, ist ein anderes Thema. Es geht hier 
um ICs, mit denen außerhalb von China entwicklet werden soll.

von Andreas M. (amesser)


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Der Chip sieht doch gar nicht so schlecht aus. Gerade die 5V Versorgung 
macht den auch interessant. Ob ich nun nun ne GCC toolchain für ARM oder 
RISCV nehme spielt doch gar keine Rolle.

von Schlaumaier (Gast)


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olaf schrieb:
> Aber als Bastler
> wuerde ich derzeit keinen Grund dazu sehen. Da ist es mir
> egal ob ein Mikrocontroller 1Euro oder 5Euro kostet, nicht
> egal waere es mir aber die ganze gewohnte Toolchain/Compiler
> umstellen zu muessen.

Dem kann ich nur zustimmen.

Klor wollen viele auf der Arudino-Welle mit schwimmen.

ABER, es kommt auch auf Libs + Viele Dokumentation, IDE etc an.

Das selbe Spiel habe ich schon in meiner Jugend mit den C=64 erlebt. 
"Home-Computer" gab es damals viele. Aber fast alle hatten ein C=64, 
obwohl die anderen besser waren.

In der Modernen Zeit sind halt Arduinos (die ganze Palette) einfach 
"Stand der Dinge" für Bastler und Mini-Projekte.

von Horst (Gast)


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Schlaumaier schrieb:
> Aber fast alle hatten ein C=64, obwohl die anderen besser waren.

Desinformation! Welche 8 bitter waren denn bitte besser?

von EAF (Gast)


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Schlaumaier schrieb:
> Klor wollen viele auf der Arudino-Welle mit schwimmen.
>
> ABER, es kommt auch auf Libs + Viele Dokumentation, IDE etc an.

Wenn es einen C++ Kompiler dafür gibt, wird auch dieser neue µC 
irgendwann von der Arduino IDE unterstützt.
Es wird sich jemand finden, der die Hardware Definition bastelt.
Die Geschwindigkeit, mit der die üblichen Libs angepasst werden, soweit 
überhaupt nötig, wird von der sich noch zu entwickelnden Beliebtheit 
abhängen.


-------


Horst schrieb:
> Schlaumaier schrieb:
>> Aber fast alle hatten ein C=64, obwohl die anderen besser waren.
>
> Desinformation! Welche 8 bitter waren denn bitte besser?

Das ist eine Diskussion, welche im vorherigen Jahrhundert evtl. wichtig 
war. Heutzutage wohl eher nicht mehr, außer man will hier wieder Threads 
hijacken und kaputt labern.

von Gerd E. (robberknight)


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Ich finde der sieht interessant aus, selbst wenn der nachher 20 oder 30 
Cent in kleinen Stückzahlen kostet. Deutlich mächtiger als die Padauk 
und die sind ja im Preis kräftig gestiegen.

Auch daß es den als 20-Pad QFN in 3x3mm gibt finde ich gut, damit kann 
man den sehr gut verwenden wenn der Platz eng wird, man sich aber WLCSP 
nicht antun möchte.

Nachteil scheint mir zu sein daß Flashen und Debuggen noch nicht 
dokumentiert ist. Die haben eine proprietäre Debugschnittstelle namens 
"SWIO" (Single Wire Input Output) und das kann wohl nur deren 
Debugadapter "WCH-LinkE":
https://www.wch.   cn/products/WCH-Link.html
(Spaces entfernen, der Spamfilter vom Forum schlägt sonst zu)

Auf den CH32V003 ist auch ein Bootloader mit drauf, aber die 
Dokumentation wie der angesprochen wird habe ich noch nicht gefunden.

Aber ich denke wenn die Chips mal nen paar Monate verfügbar sind wird 
das sicher jemand rausfinden und dokumentieren.

von Schlaumaier (Gast)


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Gerd E. schrieb:
> Aber ich denke wenn die Chips mal nen paar Monate verfügbar sind wird
> das sicher jemand rausfinden und dokumentieren.

Mag sein. Aber in meinen Augen ist das ein klares NO-GO Argument. Ich 
erwarte das eine Firma ihr Zeug dokumentiert. Wenn sie das nicht tuen, 
oder irgendwas "eigenen" dazu bastelt was zwingend notwendig ist, dann 
taugt das schon mal nicht wirklich.

Gerd E. schrieb:
> Die haben eine proprietäre Debugschnittstelle namens
> "SWIO" (Single Wire Input Output) und das kann wohl nur deren
> Debugadapter "WCH-LinkE":

LEUTE lernt ihr es NIE. !?!?!?!?!?

Man soll versuchen sich so wenig abhängig zu machen wie möglich.

von Rolf M. (rmagnus)


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Schlaumaier schrieb:
> Aber fast alle hatten ein C=64, obwohl die anderen besser waren.

Das lag vor allem daran, dass die meisten Jugendlichen vor allem Spiele 
drauf spielen wollten, und der C64 halt DER Spielecomputer war.

Horst schrieb:
> Schlaumaier schrieb:
>> Aber fast alle hatten ein C=64, obwohl die anderen besser waren.
>
> Desinformation! Welche 8 bitter waren denn bitte besser?

Ich hatte damals einen Schneider CPC, weil mein Vater Computerspiele 
blöd fand und dann eher nach technischen Kriterien ausgewählt hat. Und 
der war dem C64 technisch auch überlegen.

von Schlaumaier (Gast)


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He Leute.

Ich habe das als Beispiel gebracht weil es mir gerade so einfiel.

Ich wollte kein Thread "kappern" damit.

Ich wollte nur klar machen , das es nicht wichtig ist, das das Produkt 
besser ist, sondern ob es vom MASSEN-Markt akzeptiert wird. Und so wie 
ich das nach den Angaben hier sehe wohl eher nicht.

von Thomas Z. (usbman)


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Die Schaltpläne für den neuen WCH LinkE sind offengelegt. Die Firmware 
wird mit der MounRiver IDE verteilt. Diese IDE kann auch mit ARMs 
umgehen und kennt auch diverse Chips von Giga Device.
Meldungen im WCH Forum deuten an, dass momentan das WCHIspTool angepasst 
wird. Dann sollte das Flashen auch direkt über den Bootloader 
funktionieren.

von Gerd E. (robberknight)


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Schlaumaier schrieb:
> Mag sein. Aber in meinen Augen ist das ein klares NO-GO Argument. Ich
> erwarte das eine Firma ihr Zeug dokumentiert. Wenn sie das nicht tuen,
> oder irgendwas "eigenen" dazu bastelt was zwingend notwendig ist, dann
> taugt das schon mal nicht wirklich.

Klar wäre es schön wenn die ihr Zeug sauber dokumentieren würden. Aber 
die sind da nicht groß anders als 1000 westliche Firmen vor denen. 
Letztlich kommt es nur darauf an daß es dokumentiert ist und es offene 
Tools gibt. Woher die kommen, ob von der Firma selber oder von 
OpenSource-Entwicklern, ist letztlich egal.

> Gerd E. schrieb:
>> Die haben eine proprietäre Debugschnittstelle namens
>> "SWIO" (Single Wire Input Output) und das kann wohl nur deren
>> Debugadapter "WCH-LinkE":
>
> LEUTE lernt ihr es NIE. !?!?!?!?!?
>
> Man soll versuchen sich so wenig abhängig zu machen wie möglich.

Klar. Sobald es einen offenen Programmieradapter gibt ist das brauchbar. 
Aber sobald jemand rausgefunden hat wie das geht ist das nur noch eine 
Frage der Zeit.

Erinner Dich wie das bei den Atmel AVRs war - die hatten zuerst nur 
ihren eigenen Compiler und Programmieradapter vorgesehen. Dann kamen 
Opensource-Entwickler und haben in Eigenregie den avr-gcc und den 
avrdude geschrieben. Und schon war AVR als Plattform brauchbar, Arduino 
sprang auf etc.

: Bearbeitet durch User
von Stefan F. (stefanus)


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Gerd E. schrieb:
> Aber sobald jemand rausgefunden hat wie das geht ist das nur noch eine
> Frage der Zeit.

Wie lange willst du denn warten, 20 Jahre oder länger? Das Debug 
Protokoll der AVR über JTAG/DebugWire/PDI/uPDI/TPI ist bis heute geheim 
geblieben. Und alle paar Jahre kommt eine neue unbekannte Schnittstelle 
dazu.

Nur das ISP Protokoll (mit dem man nicht debuggen kann) ist offen 
zugänglich. Aber nicht weil es jemand "rausgefunden" hat, sondern weil 
Atmel selbst es veröffentlicht hat, samt Firmware und PC Software (siehe 
Appnote AVR910 und AVR911).

> Erinner Dich wie das bei den Atmel AVRs war

Ja genau, erinnere dich mal daran. Es gibt bis heute keine alternativen 
Debugger, die nicht von Atmel/Microchip kommen und billiger als die 
"Originale" sind.

: Bearbeitet durch User
von Gerd E. (robberknight)


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Stefan F. schrieb:
>> Aber sobald jemand rausgefunden hat wie das geht ist das nur noch eine
>> Frage der Zeit.
>
> Wie lange willst du denn warten, 20 Jahre oder länger?

Du bist zu ungeduldig. Die ICs sind gerade ganz frisch auf dem Markt, 
und noch nicht mal auf LCSC gelistet.

Wenn die Preise für die Controller bei LCSC tatsächlich im Bereich $0.10 
bis $0.30 landen und gut verfügbar sind, wette mit Dir daß es in einem 
Jahr zumindest mit der Programmierschnittstelle deutlich besser 
aussieht.

von Stefan F. (stefanus)


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Gerd E. schrieb:
> Wenn die Preise für die Controller bei LCSC tatsächlich im Bereich $0.10
> bis $0.30 landen und gut verfügbar sind, wette mit Dir daß es in einem
> Jahr zumindest mit der Programmierschnittstelle deutlich besser
> aussieht.

Möglich, melde dich dann nochmal, falls du bis dahin noch am Thema dran 
bist.

von Thomas Z. (usbman)


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Gerd E. schrieb:
> Wenn die Preise für die Controller bei LCSC tatsächlich im Bereich $0.10
> bis $0.30 landen und gut verfügbar sind, wette mit Dir daß es in einem
> Jahr zumindest mit der Programmierschnittstelle deutlich besser
> aussieht.

Da glaube ich ehrlich gesagt nicht so richtig dran. Nach meiner 
Erfahrung nimmt LCSC deutlich mehr als die Dinger beim China Händler 
kosten. ZUsätzlich ist das WCH Portfolio bei LCSC sehr übersichtlich.

Den WCH-Link gibts ab etwa 10 RMB, der WCH-LinkE soll um die 40 RMB 
kosten.
Für alle die sich mal ein Bild über die WCH Preise machen wollen hier 
ein Link den ich schon mal gepostet hatte: (automatische Übersetzung im 
Browser einschalten)

https://shop33742270.taobao.com/

Der Händler hat fast alles von WCH im Programm.

von Helge (Gast)


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€0,20 für den Chip im großen Gehäuse. Damit kann man sicher was 
anfangen. Was da eingebaut ist, reicht für einige kleine bis mittelgroße 
Projekte aus. Braucht nur noch Doku in englisch wenigstens.

von Thomas Z. (usbman)


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Helge schrieb:
> Braucht nur noch Doku in englisch wenigstens.

WCH scheint umzudenken.
Datenblatt und Ref Manual liegen in Englisch auf Github.

https://github.com/openwch/ch32v003

von Tim  . (cpldcpu)


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fyi, im offiziellen WCH-shop auf Aliexpress gibt es ein kit bestehend 
aus EVK, programmer und 5 devices:

https://de.aliexpress.com/item/1005004895791296.html

von Christoph M. (mchris)


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Frage zum RISC-V2A:
V steht für Vector-Extension
https://en.wikipedia.org/wiki/RISC-V

Hat der Prozessor jetzt einen Hardwaremultiplizierer drinnen oder nicht?
Wie gut ist er für digitale Filter geeignet?

von Peter N. (alv)


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Horst schrieb:
> Desinformation! Welche 8 bitter waren denn bitte besser?

Definiere "besser".

von olaf (Gast)


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> Datenblatt und Ref Manual liegen in Englisch auf Github.

Einmal 3 und einmal 4Seiten? Es mag Leute geben die das ueberrascht,
aber ueblicherweise sind Datenblaetter etwas ausfuehrlicher.


> Wie gut ist er für digitale Filter geeignet?

Du glaubst das ist die richtige Frage fuer einen 0.1Euro prozessor?
Ist es ueberhaupt eine sinnvolle Frage? Vielleicht bist du ja in der
Erdbebenforschung taetig und arbeitest mit Sampleraten von 10Hz?


Eine viel interessantere Frage welche ein Datenblatt beantworten sollte
waere z.B wie geeignet ist der Controller fuer Lowpoweranwendungen?
Irgendwas mit Batterie hat ja jeder schon mal entwickelt....

Olaf

von Tim  . (cpldcpu)


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olaf schrieb:
>> Datenblatt und Ref Manual liegen in Englisch auf Github.
>
> Einmal 3 und einmal 4Seiten? Es mag Leute geben die das ueberrascht,
> aber ueblicherweise sind Datenblaetter etwas ausfuehrlicher.

Bei mir sind es 179 und 34 Seiten.

von Tim  . (cpldcpu)


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Christoph M. schrieb:
> Frage zum RISC-V2A:
> V steht für Vector-Extension
> https://en.wikipedia.org/wiki/RISC-V
>
> Hat der Prozessor jetzt einen Hardwaremultiplizierer drinnen oder nicht?
> Wie gut ist er für digitale Filter geeignet?

Laut Datenblatt wird das RV32EC Instruction set unterstützt. Das heisst 
nur 16 Register und keine Multiplikation. Diese würde die M-Extension 
benötigen.

https://riscv.org/wp-content/uploads/2017/05/riscv-spec-v2.2.pdf

von kjjkkj (Gast)


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Christoph M. schrieb:
> Hat der Prozessor jetzt einen Hardwaremultiplizierer drinnen oder nicht?

Dokumentation für die bestehenden WCHH RISC-V:
http://www.wch-ic.com/downloads/QingKeV4%20Processor%20Manual_PDF.html

von olaf (Gast)


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> Bei mir sind es 179 und 34 Seiten.

Okay, hast recht ich bin ein Wurm. :) Hatte "more pages" uebersehen.

> und keine Multiplikation.

Das ist aber bitter!

Dafuer scheint es eine bescheidene PLL zu geben.

Der UART hat einen fraktionalen Teiler. Das finde ich ziemlich gut.

Und wieder mal wird IRDA unterstuetzt! Das ueberrascht mich immer
wieder aufs neue wo wir doch taeglich dutzende von neuen Produkten
mit IRDA sehen. :)

Flashmemory wird in 64Byte grossen Bloecken angesprochen. Das
auch netter als das was man sonst so findet.

Hinterlaesst bei mir insgesamt einen brauchbaren Eindruck.

Olaf

von Stefan F. (stefanus)


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olaf schrieb:
> Das ist aber bitter!

Die 8 bitter sind weniger bitter.

von Tim  . (cpldcpu)


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kjjkkj schrieb:
> Dokumentation für die bestehenden WCHH RISC-V:
> http://www.wch-ic.com/downloads/QingKeV4%20Processor%20Manual_PDF.html

Das ist die Dokumentation für den QingKe 4, der z.V. im CH32V203 
verwendet wird und einen deutlich größeren Teil der RISC-V ISA umsetzt 
(RV32IMAC).

Im CH32V003 wird anscheinend der QingKe 2A eingesetzt, der nur RV32EC 
unterstützt - also nur 16 register, kein multiplier etc. Für den core 
konnte ich bisher kein Datenblatt finden.

WCH hat seit heute morgen auch ein bundle von V003 und V203 im Angebot:
https://de.aliexpress.com/item/1005004895791296.html. Der V203 kostet 
bei LCSC auch nur $0.50.

Zusammen mit der guten Dokumentation sieht das aus, als wenn nach 
Espressif da ein zweiter wirklich ernstzunehmender MCU-Hersteller aus 
mainland China heranwächst, der Microchip und STM konkurrenz machen 
wird. Bisher hat WCH ja nur FTDI geärgert... (Von Gigadevices lasse ich 
aufgrund der kopierten Produkte grundsätzlich die Finger, und die ganzen 
PIC und 8051 cloner waren bisher nur mässig interessant...).

Den Low-end RISC-V Ansatz (RV32EC) finde ich ziemlich spannend und 
gerade da sollte sich die eingesparten Lizenzgebühren von ARM auch 
bemerkbar machen.

Dann mal schauen, ob die Hardware auch so funktioniert, wie es im 
Datenblatt versprochen wird.

: Bearbeitet durch User
von Tim  . (cpldcpu)


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Das Devkit ist inzwischen angekommen. Entwicklung und Debugging über die 
Mounriver IDE funktioniert auf den ersten Blick ziemlich Problemlos.

Ich habe den Die von einem der Samples extrahiert: Er scheint fast 2 mm² 
groß zu sein. Es scheint, dass WCH hier mit eher kleiner Marge operiert.

: Bearbeitet durch User
von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Du weißt ja nicht wieviel von dem Chip deaktiviert wurde. Eventuell ist 
das Ausschuß.

von Noch ein Kommentar (Gast)


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> die eingesparten Lizenzgebühren von ARM

Für die chinesischen Firmen ist wohl interessanter - die US Regierung 
hat da keinen Ansatzpunkt für Sanktionen. Wenn es keine Lizenzen gibt, 
kann aus niemand verbieten, chinesischen Firmen Lizenzen zu verkaufen.

> Ausserdem was wirft das fuer einen Blick auf das chinesische
> Selbstverstaendnis wenn es ein Datenblatt nur in Chinesisch
> gibt. Will man mit so einer Firma arbeiten?

Die Zeiten ändern sich. Wollen die chinesischen Entwickler noch mit uns 
zusammenarbeiten? Alles, was die von uns abkupfern wollten, haben die 
schon abgekupfert. Wofür brauchen die chinesischen Entwickler uns noch?

von Tim  . (cpldcpu)


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Noch ein Kommentar schrieb:
>> Ausserdem was wirft das fuer einen Blick auf das chinesische
>> Selbstverstaendnis wenn es ein Datenblatt nur in Chinesisch
>> gibt. Will man mit so einer Firma arbeiten?
>
> Die Zeiten ändern sich. Wollen die chinesischen Entwickler noch mit uns
> zusammenarbeiten? Alles, was die von uns abkupfern wollten, haben die
> schon abgekupfert. Wofür brauchen die chinesischen Entwickler uns noch?

Sowohl Datenblatt als auch IDE sind auf englisch verfügbar.

von DerEinzigeBernd (Gast)


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Noch ein Kommentar schrieb:
> Wofür brauchen die chinesischen Entwickler uns noch?

Als Kunden. Und obendrein ist ohne "uns" eine fortschrittliche 
Halbleiterfertigung nicht möglich, weil die dafür nötige EUV-Technik nur 
von "uns" kommt und Jahrzehnte von Erfahrung in hochspezialisierten 
Firmen braucht -- und davon gibt es genau eine.

von Rolf M. (rmagnus)


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DerEinzigeBernd schrieb:
> Noch ein Kommentar schrieb:
>> Wofür brauchen die chinesischen Entwickler uns noch?
>
> Als Kunden.

Dazu brauchen wir aber keine Spezifikation der Komponenten. Wir kaufen 
einfach das in China fertig entwickelte und zusammengebaute Gerät.

> Und obendrein ist ohne "uns" eine fortschrittliche Halbleiterfertigung
> nicht möglich, weil die dafür nötige EUV-Technik nur von "uns" kommt und
> Jahrzehnte von Erfahrung in hochspezialisierten Firmen braucht -- und
> davon gibt es genau eine.

Und was lässt dich glauben, dass es den Chinesen völlig unmöglich ist, 
selbst so etwas zu entwickeln? Gerade die, die z.B. in Jena studiert 
haben.

von EAF (Gast)


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DerEinzigeBernd schrieb:
> und davon gibt es genau eine

Und du willst mir damit erklären, dass der Chinese, an sich, dumm ist?
So dumm, dass kein Chinese, selbst Millionen davon, nicht in der Lage 
sind diesen Zustand zu ändern?

von Harry L. (mysth)


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Rolf M. schrieb:
> Und was lässt dich glauben, dass es den Chinesen völlig unmöglich ist,
> selbst so etwas zu entwickeln? Gerade die, die z.B. in Jena studiert
> haben.
Sicher "können" die das; aber nicht in kurzer Zeit.
Da reden wir über Jahre, und während dessen geht die Entwicklung bei 
ASML auch weiter.

Also so schnell wird das nix ohne westliche Unterstützung...

von Harald A. (embedded)


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Bei LCSC gibt es den CH32F203F8P6 in TSSOP20 mit USB, CAN, UART… sehr 
schöne Kombination für das Geld! Allerdings finde ich genau den nicht im 
Datenblatt, TSSOP wird da nicht aufgeführt. F203 ist klar drin, 
allerdings erst mit größeren Packages. Weiß jemand, wo ich das finde?

von Harald A. (embedded)


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Harry L. schrieb:
> Also so schnell wird das nix ohne westliche Unterstützung...

Ich würde Dir mal 1..2 Wochen China empfehlen, natürlich nicht den 
Touristenquark sondern ein Besuch in den Hightech-Zentren. Und dann bei 
der Rückkehr nochmal hierzulande bzw. im Westen umschauen und überlegen, 
wo Zukunft geschrieben wird bzw. schon längst stattfindet. ASML hin oder 
her, das wird die kurz ärgern aber keinesfalls aufhalten.

: Bearbeitet durch User
von Rolf M. (rmagnus)


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Harry L. schrieb:
> Rolf M. schrieb:
>> Und was lässt dich glauben, dass es den Chinesen völlig unmöglich ist,
>> selbst so etwas zu entwickeln? Gerade die, die z.B. in Jena studiert
>> haben.
> Sicher "können" die das; aber nicht in kurzer Zeit.
> Da reden wir über Jahre, und während dessen geht die Entwicklung bei
> ASML auch weiter.
>
> Also so schnell wird das nix ohne westliche Unterstützung...

Aber wenn sie es dann schaffen, haben wir halt ein Problem. Und die 
amerikanischen Sanktionen treiben sie jetzt dazu, auch alles daran zu 
setzen. Es bleibt ihnen ja praktisch gar nichts anderes übrig. Und China 
ist halt kein Dorf, sondern das bevölkerungsstärkste Land der Welt, mit 
erheblich mehr Einwohnern als Europa und die USA zusammen.

von EAF (Gast)


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Eine Alter Schachregel lautet:
> Zwinge niemals den Gegner zu einem guten Zug.

Ich schätze mal, dass die Sanktionen genau das erreicht haben.
Sind also in dem Punkt, nur von 12 bis Mittags gedacht.

von Thomas Z. (usbman)


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Harald A. schrieb:
> F203 ist klar drin,
> allerdings erst mit größeren Packages. Weiß jemand, wo ich das finde?

das liegt vielleicht daran dass die nur den CH32V203F8P6 haben. Eine 
CH32F203F8P6 gibt es tatsächlich nicht. Du musst also ins Datenblatt für 
den
CH32V203 schauen (RISC versus ARM)

von Harald A. (embedded)


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Thomas Z. schrieb:
> Harald A. schrieb:
>> F203 ist klar drin,
>> allerdings erst mit größeren Packages. Weiß jemand, wo ich das finde?
>
> das liegt vielleicht daran dass die nur den CH32V203F8P6 haben. Eine
> CH32F203F8P6 gibt es tatsächlich nicht. Du musst also ins Datenblatt für
> den
> CH32V203 schauen (RISC versus ARM)

Den Satz habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden, da fehlt irgendwie 
ein Wort. Der bei LCSC gelistete CH32F203F8P6 ist doch der RISC-V, oder? 
Nur dass der halt im TSSOP20 ist und nicht im TQFP32..100, wie die im 
Datenblatt aufgeführt sind.

von Gerd E. (robberknight)


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Harald A. schrieb:
> Den Satz habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden, da fehlt irgendwie
> ein Wort. Der bei LCSC gelistete CH32F203F8P6 ist doch der RISC-V, oder?

CH32_F_203 ist ARM Cortex-M3
CH32_V_203 ist RISC-V

von Harald A. (embedded)


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Gerd E. schrieb:
> CH32_F_203 ist ARM Cortex-M3
> CH32_V_203 ist RISC-V

OMG, Danke!

Edit: Jetzt habe ich den Fehler, wenn man bei WCH nach CH32V203F8P6 
sucht, kommt erst das Datenblatt des CH32F und erst als drittes das 
Datenblatt des CH32V.

Edit2: Oh, nein, der gleiche Sch… wie beim STM32F042: CAN und USB liegen 
auf den gleichen Pins. Schade. Jaja, ich weiß, anderes Package nehmen.

: Bearbeitet durch User
von P.S. (Gast)


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Offenbar basiert die MounRiver IDE für den CH32V u.a. auf openocd. Hier 
ist der Source Code:

https://github.com/kprasadvnsi/riscv-openocd-wch

von Tim  . (cpldcpu)


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P.S. schrieb:
> Offenbar basiert die MounRiver IDE für den CH32V u.a. auf openocd.
> Hier
> ist der Source Code:
>
> https://github.com/kprasadvnsi/riscv-openocd-wch

Danke! Ja, die IDE nutzt OpenOCD zum Debugging. Die Binaries sind dabei 
und sollten sich prinzipiell auch in anderen Toolchains einbinden 
lassen.

von Tim  . (cpldcpu)


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Über die Mounriver-IDE kann man eigentlich nicht meckern. Auch die 
Struktur der Headers und Libraries ist relativ übersichtlich. Mit 
STMCube hatte ich ehrhlich gesagt mehr Probleme.

Was beim CH32V003 schon auffällt, ist das der Core extrem beschnitten 
ist. Es gibt keinen Cache (ok, es gibt wohl einen 32bit buffer), keine 
Branch Prediction, keinen Multiplier.

Gerade der fehlende Cache führt dazu, dass durch die zusätzlichen 
Flash-Waitstates die Ausführungsgeschwindigkeit des Codes bei >24 MHz 
deutlich abnimmt.

Das ist zwar alles ok, da man hier her eher 8 bitter ersetzen will. 
Allerdings gibt es trotzdem recht mächtige Peripherie und der Die ist 
entsprechend gross. Ich glaube nicht, dass das wirklich ein solides 
Produkt mit akzeptabler Marge für den $0.10 cent Bereich ist. Hier geht 
es eher darum, taktisch Marktanteile abzugreifen.

von Gerd E. (robberknight)


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Tim  . schrieb:
> Ich glaube nicht, dass das wirklich ein solides
> Produkt mit akzeptabler Marge für den $0.10 cent Bereich ist. Hier geht
> es eher darum, taktisch Marktanteile abzugreifen.

"nicht, [...] solides Produkt" meinst Du aus betriebswirtschaftlicher 
Sicht, nicht aus technischer, richtig?

Bedenke daß ST vor ein paar Jahren den STM32F030 für 35 Cent (bei 10.000 
Stück) angepriesen hat. Zum einen ist das schon ein paar Jahre her, zum 
anderen muss ST mächtig Lizenzgebühren pro Stück abdrücken (an ARM und 
die ganzen IP-Vendor wie Synopsys & Co.). Dazu kommen natürlich noch die 
westlichen Lohn und Gemeinkosten.

Von daher könnte ich mir schon vorstellen daß WCH auch beim CH32V003 es 
schafft eine Marge einzufahren. In den Markt reinzukommen ist für die 
natürlich auch ein wichtiger Aspekt.

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