Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Freelancer gehalter


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von Mango M. (muhandes)


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Hallo zusammen, nun kürze Frage :)

Ich arbeite seit 3 Jahren als Hardwareentwickler (Arbeitnehmer) und mein 
Gehalt beträgt 73k/Jährlich

Ich habe mein erstes Angebot als Freelance und gern möchte ich wissen, 
wie viel soll mein durchschnittliche Stundensatz betragen.
Es gibt keine Reisekosten, da der Arbeit 20 km entfernt
Ist 65 Euro/Stunde I.O?

Allerdings danke ich euch für jede Hilfe

: Verschoben durch Moderator
von Old (old_newcomer)


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Hängt von deinen Lebenshaltungskosten und deinen Erwartungen ab. 
65€/Stunde Netto-Verdienst sind schon gut, Brutto eher so lala.

von Shorty (Gast)


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Hier bitte, noch mal zum nachdenken:

Beitrag "Was bleibt vom Stundensatz beim Selbständigen?"

von IT Sicherheit mit Double-Penetrationen (Gast)


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Mango M. schrieb:
> Hallo zusammen, nun kürze Frage :)
> Ich arbeite seit 3 Jahren als Hardwareentwickler (Arbeitnehmer) und mein
> Gehalt beträgt 73k/Jährlich
> Ich habe mein erstes Angebot als Freelance und gern möchte ich wissen,
> wie viel soll mein durchschnittliche Stundensatz betragen.
> Es gibt keine Reisekosten, da der Arbeit 20 km entfernt
> Ist 65 Euro/Stunde I.O?
> Allerdings danke ich euch für jede Hilfe

Als HW Entwickler in Deutschland müssen mind. 104,65€ Brutto drin sein. 
Du musst ja auch Vorsorge und Sozialversicherungen bedienen.

von Da Baby (Gast)


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Als Hardwareentwickler nur 73k? Geh mal locker auf über 80k... Als 
Freelancer bist du auch von der Rentenbeiträgen befreit oder? Da musst 
du also noch in einen privaten Fonds einzahlen.

von Niemand (Gast)


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Mango M. schrieb:
> Ich arbeite seit 3 Jahren als Hardwareentwickler (Arbeitnehmer) und mein
> Gehalt beträgt 73k/Jährlich

Also 3 Jahre BerufsErfahrung , Alter U25 und die Region sicher BaWü oder 
Bayern? Oder sollen wir das etwa raten? In Mec-Pom gibt es solche 
Stellen glaube ich nicht ...

Mango M. schrieb:
> Es gibt keine Reisekosten, da der Arbeit 20 km entfernt
> Ist 65 Euro/Stunde I.O?

Also ich würde keine Std.Sätze bezahlen sondern einen Projekt-Preis, 
dann weiß ich als AG wenigstens was mich das so in etwa kostet, aber 
schon vorher.

Hängt ja auch noch von den Anforderungen ab, aber wenn er das nicht mal 
selber ausrechnen kann, dann bleib lieber Angestellter, oder ist das 
eine Sache nebenbei?
Wie das Projekt aussieht weiß hier auch noch keiner, aber dass man 80K 
p.a. verlangen kann.

Immer wieder happy was hier so geht , alle Daumen hoch

Ironie aus /

von Jan (Gast)


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Wer bloß kein Freelancer im Bereich Informatik ...

von Michael B. (laberkopp)


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Mango M. schrieb:
> Ist 65 Euro/Stunde I.O?

Wieviel nimmt deine Autoreparaturwerkstatt ?

Bist du dümmer als die dort ?

Ich würde nicht unter 100 anbieten.

von Da Baby (Gast)


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Jan schrieb:
> Wer bloß kein Freelancer im Bereich Informatik ...

Why?



Michael B. schrieb:
> Mango M. schrieb:
>> Ist 65 Euro/Stunde I.O?
>
> Wieviel nimmt deine Autoreparaturwerkstatt ?
>
> Bist du dümmer als die dort ?
>
> Ich würde nicht unter 100 anbieten.

Bingo! Bei dem Gehalt kannst du auch auf die Baustelle schwarz machen. 
Da hast du mehr vom Leben

von K. H. (hegy)


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Mango M. schrieb:
> Ist 65 Euro/Stunde I.O?

Nee, ich würde so grob was anpeilen im Bereich von ca. 80 €/Std.
Ich war 2011/2012 auf als Freelancer unterwegs und habe damals nur 
schlaffe 64 € vom Vermittler angeboten bekommen (mit 
Auswärtsübernachtung). 2 Tage später sah ich in einer Ätzel-Tabelle, 
dass ich in der Fa. mit 84 € abgerechnet wurde. Der Vermittler hat also 
(wie immer) 30% draufgeschlagen. Die Leute einer anderen Firma wurden 
mit 90/95€ die Stunde abgerechnet, der Gruppenleiter von denen mit 
110€/Std.

Vllt. könnte man auch auf Tagessätze umschwenken. Ein Bekannter von mir 
macht Projektmanagement und rechnet auf Tagesbasis ab. Vor ein paar 
Jahren waren es noch 1200 €, jetzt sind es 1500 € pro Tag über einen 
Vermittler und wenn es zur Verlängerung kommt, will er 2000 € pro Tag 
(Autobranche, OEM).

: Bearbeitet durch User
von Selbstläufer (Gast)


Angehängte Dateien:

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Schau in den Stundensatzkalkulator von Gulp:
https://www.gulp.de/cgi-gulp/trendneu.exe/MONEYFORMDLL?txtPosition=IT-naher+Ingenieur+&txtFachSchwer=Hardware&lstvAndOr=und&resultsample=

Auszug für IT-naher Ingenieur und Hardware anbei.

Und mach eine ordentliche Kalkulation aka Gewinn/Überschußrechnung, das 
musste als Freelancer ohnehin tun. Wenn man es exakt macht, bleibt da 
deutlich mehr übrig im Vergleich zum Angestellten.

Vor 3 Jahren galt 72€/h für HW-Entwicklung Avionik als gut/üblich. Und 
dabei schlägt der Vermittler noch 10-20% drauf.

> Gehalt beträgt 73k/Jährlich
> Ist 65 Euro/Stunde I.O?

Ist in etwa adäquat, aber nach den Gulp-Tabellen solltest du flott auf 
85€/h gehen. In der Medizintechnik waren vor 5 Jahren >100€/h nicht 
unüblich. Wobei PCB-design  als reines Leiterzüge malen deutlich 
drunter, das passt eher auf 65 €/h.

von Freelancer Hamsterrad (Gast)


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80€ sind viel zu wenig. Das sind ja gerade mal 13600 brutto im Monat und 
bei den Kosten, Ausfall-, Krankheits- und Urlaubszeiten eines 
Selbständigen ist das äquivalent zu 5k netto eines Angestellten wenn 
überhaupt. Das kriegt man auch im Konzern nach ein paar jahren. Wieso 
macht man sowas? Macht das so viel mehr Spaß?

Wenn dann würde ich als SW-Architekt, Projektleiter, 
IT-Securityspezialist o.ä. anfangen und meine 100-300€/h nehmen.

von Christian M. (likeme)


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104,65€ Brutto sind bei 140 Stunden im Monat >14000 Euro, ned schlecht 
für jemanden wo man nicht weis woran man ist ;-)

von Mango M. (muhandes)


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Echt, vielen Dank für euch, ich habe jetzt ein Überblick erhalten und 
werde deutlich mehr Stundensatz erwarten.

von Gerald M. (gerald_m17)


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Ferchau verlangt für frisch ausgelernte Studenten etwa 65€ + MwSt. 
Erfahrene Richtung 80€. Über 100€ ist eher selten und wird bei uns nur 
im absoluten Notfall genehmigt.

von Christian M. (likeme)


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Gerald M. schrieb:
> frisch ausgelernte Studenten

drei Worte, ein Widerspruch!

von F. B. (finanzberater)


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Jan schrieb:
> Wer bloß kein Freelancer im Bereich Informatik ...

Die Freelancer in meiner Ex-Pleiteklitsche haben gut abkassiert. Der 
Pfusch wurde erst entdeckt, als sie wieder weg waren. Und ich durfte den 
Pfusch dann fixen.

von Old (old_newcomer)


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Ferchau = Arbeitsvermittler, da kann/sollte man nicht mehr erwarten, 
schließlich wollen die selber gut verdienen.

: Bearbeitet durch User
von Shorty (Gast)


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F. B. schrieb:
> Jan schrieb:
>> Wer bloß kein Freelancer im Bereich Informatik ...
>
> Die Freelancer in meiner Ex-Pleiteklitsche haben gut abkassiert. Der
> Pfusch wurde erst entdeckt, als sie wieder weg waren. Und ich durfte den
> Pfusch dann fixen.

Warum hast du Genie das eigentlich nicht früher bemerkt?

von Purzel H. (hacky)


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3 Jahre Berufserfahrung sind etwas mager. Kunden wollen meistens einen 
Festpreis fuer das Projekt. Mit zuwenig Erfahrung unterschaetzt du den 
Aufwand. Ploetzlich gibt's 5 mal mehr Arbeit... dein Satz geht also 
durch 5...
Was immer geht sind fachfremde Auftraege, heisst der Kunde hat keine 
Ahnung was er will. Sind 90% des Projektes durch geht etwas nicht, weil 
der Kunde einen Sachverhalt anders verstanden hat. Du kannst den ganzen 
Aufwand in die Tonne kloppen, oder prozessieren. Denn fuer den Kunden 
ist ja alles klar - du kannst nichts und hast ihn falsch verstanden. 
Wenn's doof kommt, macht er Verzugsschaden geltend, dasProjekt sollte an 
einer Messe gezeigt werden, sollte schon lange beim einem Kunden sein... 
Der Richter hat natuerlich auch keine Ahnung worum's geht.
Ich mach keine fachfremden Auftraege mehr, ausser ich verstehe mich sehr 
gut mit den Leuten. Bedeutet die uebernehmen solche Mehraufwaende 
ungefragt.

Besser auf eigene Produkte setzen.

: Bearbeitet durch User
von F. B. (finanzberater)


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Shorty schrieb:
>> Die Freelancer in meiner Ex-Pleiteklitsche haben gut abkassiert. Der
>> Pfusch wurde erst entdeckt, als sie wieder weg waren. Und ich durfte den
>> Pfusch dann fixen.
>
> Warum hast du Genie das eigentlich nicht früher bemerkt?

Warum soll ich mich mit anderer Leute Pfusch beschäftigen? Es war ja 
nicht meine Firma, die deswegen pleite ging. Selbst als mehrere Leute 
auf den Pfusch hingewiesen haben, hat sich die Geschäftsleitung 
geweigert, die Freelancer wegen Nichterfüllung ihres Vertrags 
zurückzuholen und ohne Bezahlung ihren eigenen Pfusch fixen zu lassen. 
Jetzt ist die Firma halt pleite. Einer der beiden Vorstände hat 
ausgesehen wie ein Penner, als ich ihn das letzte Mal vor dem 
Arbeitsgericht gesehen habe.

von Shorty (Gast)


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F. B. schrieb:
> Warum soll ich mich mit anderer Leute Pfusch beschäftigen?

Weil das zur professionellen Entwicklungsarbeit gehört. Reviews uns 
Tests sind ja eigentlich Usus! Zumindest im Konzern, aber das kennst du 
Klitschenpfuscher ja nicht.

Schon erstaunlich, dass du dich hier immer als verkanntes Genie 
aufbläst, aber nicht merkst, wenn die Freelancer mist bauen, weil ähhhh 
du dich nicht mit denen beschäftigst.

von Waybeach95 (Gast)


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Mango M. schrieb:
> wie viel soll mein durchschnittliche Stundensatz betragen

- Soviel das du deinen Lebensunterhalt damit bezahlen kannst.
Erstelle eine Liste mit all deinen priv Kosten inkl Verpflegungskosten 
für ein Jahr. Kann man dann durch 12 teilen für die durchschn 
Montaskosten.
Entscheide dann wie hoch deine Forderungen sein sollen um übers Jahr 
diese Kosten plus Gewinn zu decken.

MfG

von Waybeach95 (Gast)


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Mango M. schrieb:
> Es gibt keine Reisekosten, da der Arbeit 20km entfernt
- was hat das damit zu tun ?
Bei mir gibts immer Reisekosten.

MfG

von K. H. (hegy)


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Waybeach95 schrieb:
> Mango M. schrieb:
>> wie viel soll mein durchschnittliche Stundensatz betragen
>
> - Soviel das du deinen Lebensunterhalt damit bezahlen kannst.
> Erstelle eine Liste mit all deinen priv Kosten inkl Verpflegungskosten
> für ein Jahr. Kann man dann durch 12 teilen für die durchschn
> Montaskosten.
> Entscheide dann wie hoch deine Forderungen sein sollen um übers Jahr
> diese Kosten plus Gewinn zu decken.

Das ist etwas zu kurz gesprungen. Du musst deine Kosten mit 
einberechnen, die zur Ausübung entstehen, also Versicherungen, 
Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Futter auswärts, auch 
Weiterbildungskosten, und ganz wichtg, projektfreie Zeiten, die man 
überbrücken muss (Akquiseperiode). Dazu deine privaten Kosten + Reibach. 
Und dann auch berücksichtigen, dass man manches von der Steuer absetzen 
kann und anderes nicht und vor allem die Steuer als Ausgabe mit 
einrechnen.

Wer macht das schon so konkret? Also orientiert man sich an andere und 
je nach dem, ob ein großer Kostenposten dabei ist oder nicht (auswärts 
Übernachten + Futter + Fahrtkosten) korrigiert man den Stundensatz 
entsprechend etwas rauf oder runter. Letztlich wird darüber verhandelt 
und du weißt dann wo deine untere Schmerzgrenze liegt, teilst sie aber 
niemanden mit.

von Michael B. (laberkopp)


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Waybeach95 schrieb:
> Soviel das du deinen Lebensunterhalt damit bezahlen kannst.

Was ist das für ein Unsinn ?

Wir leben im (Turbo-)Kapitalismus, da orientieren sich Preise nicht an 
den Gestehungskosten + moderatem Gewinn, sondern man nimmt das Maximale 
was irgendwie rauszuholen ist.

Dafür gibt es Ferengie-Lehrgänge und ganze Hochschulstudiengänge namens 
BWL und Marketing.

Die Gestehungskosten sollte man trotzdem kennen, denn darunter wird der 
Job halt nicht gemacht.

von Max M. (zbmax)


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Wer 70/80k brutto als Angestellter macht wird als Selbstständiger 
wahrscheinlich kaum besser da stehen.
pauschal sind ca. 50% vom Umsatz weg bis es auf dem privaten Konto 
landet.
Rente, Arbeitslosen und Krankenversicherung hat auch der Selbstständige, 
nur sieht es erstmal anders aus.

60-70 Euro für eine ing. Tätigkeit wäre mir deswegen zu wenig.
70-90 müssen es schon sein
ab 90/100 wird es komfortabler

Du musst ja auch noch Bedenken, dass du in den Projekten für nicht 
vorhandene Projekte(arbeitslos) mitverdienen musst.

von K. H. (hegy)


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Max M. schrieb:
> nicht vorhandene Projekte(arbeitslos)

... nein, da ist man nicht arbeitslos, da sucht man sich neue Projekte 
(Akquise), macht Weiterbildung oder mal Urlaub. Oder ist krank.

von waybeach95 (Gast)


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Michael B. schrieb:
> sondern man nimmt das Maximale was irgendwie rauszuholen ist.
- du nimmst das was andere bereit sind zu bezahlen. Man arrangiert sich 
halt.
Alleinstellung am Markt bzw. nicht viele Mitstreiter platziert dich nach 
oben in deinen Forderungen.

Michael B. schrieb:
> Die Gestehungskosten sollte man trotzdem kennen, denn darunter wird der
> Job halt nicht gemacht.

- ich hab keine. Ich biete Dienstleistung an. Produkt(e) sind schon da.

MfG

von Max M. (zbmax)


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K. H. schrieb:
> Max M. schrieb:
>> nicht vorhandene Projekte(arbeitslos)
>
> ... nein, da ist man nicht arbeitslos, da sucht man sich neue Projekte
> (Akquise), macht Weiterbildung oder mal Urlaub. Oder ist krank.

im Grunde ist man arbeitslos, auch wenn das bewusst überspitzt war.
denn für den selbstständigen gibt es nichts schlimmeres wie stunden die 
nicht in rechnung gestellt werden können.
diese müssen bei den projektenwerden eben mitverdient werden

von Oliver S. (oliverso)


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Mango M. schrieb:
> Echt, vielen Dank für euch, ich habe jetzt ein Überblick erhalten
> und
> werde deutlich mehr Stundensatz erwarten.

Erwarten kannst du ja viel, das bringt dir aber nix. Du müsstest schon 
deutlich mehr Stundensatz bekommen. Und an der Stelle wird’s dann doch 
etwas mühsamer.

Oliver

von Mat. K. (matthias_kornfield)


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>>Ist 65 Euro/Stunde I.O?
denke an 19% Umsatzsteuer.

ich glaube 90-100 sind typisch

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Max M. schrieb:
> K. H. schrieb:
>> Max M. schrieb:
>>> nicht vorhandene Projekte(arbeitslos)
>>
>> ... nein, da ist man nicht arbeitslos, da sucht man sich neue Projekte
>> (Akquise), macht Weiterbildung oder mal Urlaub. Oder ist krank.
>
> im Grunde ist man arbeitslos, auch wenn das bewusst überspitzt war.
> denn für den selbstständigen gibt es nichts schlimmeres wie stunden die
> nicht in rechnung gestellt werden können.
> diese müssen bei den projektenwerden eben mitverdient werden

Allerdings kann man diese Zeit natürlich auch nutzen, um sich in Neues 
einzuarbeiten. Und/oder man entwickelt in diesen Zeiten eigene Produkte 
(Software/Hardware/Geräte), so dass man Stück für Stück unabhängiger von 
Aufträgen wird. Ziel sollte es sein, dann irgendwann nur noch für eigene 
Produkte zu entwickeln. Ja, dafür benötigt man dann eine 
Gewerbeanmeldung - durch die praktisch vollständige Anrechnung der 
GewSt. ist das finanziell ein Nullsummenspiel, bietet aber erhebliche 
Möglichkeiten und Freiheiten (auch bzgl. Kunden ;-)

Ich habe es so gemacht und kann das nur empfehlen. Fremdprojekte nehmen 
wir hier überhaupt nur noch an, wenn unsererseits Interesse und Zeit 
vorhanden ist und die Vergütung stimmt (z.Z. €130/h). Und da wir nicht 
darauf angewiesen sind, sind die Kunden auch handzahm. Wenn man weiß, 
dass man das Projekt nicht annehmen muss, weil die eigenen Dinge 
passabel laufen, dann gibt einem das natürlich eine ganz andere 
Verhandlungsposition mit entsprechenden Konditionen.

Ist vielleicht mal eine Überlegung wert.

von K. H. (hegy)


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Chris D. schrieb:
> Ist vielleicht mal eine Überlegung wert.

Man muss einiges an finanzielle Reserve haben und viel Zeit, denn eine 
Produktentwicklung dauert länger als man denkt. Zudem muss man dann viel 
Freizeit opfern, wenn man ein Projekt hat, womöglich noch auswärts, weil 
sonst die Produktentwicklung noch länger als lange dauert. Allem 
vorausgesetzt ist natürlich eine geschäftsfähige Idee und ggf. noch 
Leute, die bei der Idee mitmachen.

: Bearbeitet durch User
von F. B. (finanzberater)


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Shorty schrieb:
> Weil das zur professionellen Entwicklungsarbeit gehört. Reviews uns
> Tests sind ja eigentlich Usus!

So, so. Meine Sachen funktionieren auch ohne Reviews. Im Gegensatz zu 
denen, die immer am lautesten nach Code Reviews, Unit Tests usw. 
schreien, weil das zur professionellen Entwicklung gehört. Diese Leute 
beschäftigen sich dann lieber damit, was andere angeblich falsch gemacht 
haben, anstatt ihren eigenen Pfusch zu fixen.

von K. H. (hegy)


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F. B. schrieb:
> Meine Sachen funktionieren auch ohne Reviews.

Eigene Fehler sieht man oft nicht, andere bzw. einer von denen sieht 
evtl. einen Fehler sofort, weil die Leute in anderen Denkmustern denken 
bzw. das aus einer anderen Perspektive sehen. Von daher ist es nie 
verkehrt sich den Argumenten zu stellen. Von sich selbst zu behaupten, 
ich mache keine Fehler ist reine Selbstüberschätzung.

F. B. schrieb:
> Im Gegensatz zu
> denen, die immer am lautesten nach Code Reviews, Unit Tests usw.
> schreien, weil das zur professionellen Entwicklung gehört. Diese Leute
> beschäftigen sich dann lieber damit, was andere angeblich falsch gemacht
> haben, anstatt ihren eigenen Pfusch zu fixen.

Eine etwas "schiefe" Unternehmenskultur oder Fehlhaltung einiger Leute. 
Scheinbar geht es beim Review dann nur ums "runterputzen".
Auf der anderen Seite hast du scheinbar bei denen Fehler gefunden (deren 
eig. Pfusch) und das wird beim Review (wenn es denn eins gibt) so stehen 
gelassen? Professionell ist an deiner Beschreibung eurer Arbeitsweise 
jedenfalls nichts.

: Bearbeitet durch User
von Senf D. (senfdazugeber)


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K. H. schrieb:
> Von sich selbst zu behaupten, ich mache keine Fehler ist reine
> Selbstüberschätzung.

Natürlich, aber wundert sich das beim Finanzberater wirklich? Das passt 
doch bestens ins Bild, was er hier im Forum von sich abgibt.

K. H. schrieb:
> Professionell ist an deiner Beschreibung eurer Arbeitsweise jedenfalls
> nichts.

Auch das passt ins Bild, er arbeitet schließlich laut eigener 
Darstellung für eine Klitsche. Da ist professionelles Arbeiten natürlich 
ein Fremdwort, stattdessen wird halt irgendwas zusammengefrickelt, ohne 
Unit Tests und Reviews.

von K. H. (hegy)


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Senf D. schrieb:
> Natürlich, aber wundert dich das beim Finanzberater wirklich?
(ich hab's mal korrigiert)

Ich kenne kaum einen einzelnen hier, wie die so drauf sind. So oft bin 
ich nicht hier (weil hier zuviel "rumgerotzt" wird).

Senf D. schrieb:
> er arbeitet schließlich laut eigener
> Darstellung für eine Klitsche. Da ist professionelles Arbeiten natürlich
> ein Fremdwort, stattdessen wird halt irgendwas zusammengefrickelt, ohne
> Unit Tests und Reviews.

Würden die sich professioneller aufstellen, wäre es vllt. auch kein 
Klitsche mehr. Das gleicht der Arbeitsweise bei meinem Bruder. Auf ewig 
Klitsche.

von F. B. (finanzberater)


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K. H. schrieb:
> Eigene Fehler sieht man oft nicht, andere bzw. einer von denen sieht
> evtl. einen Fehler sofort, weil die Leute in anderen Denkmustern denken
> bzw. das aus einer anderen Perspektive sehen. Von daher ist es nie
> verkehrt sich den Argumenten zu stellen. Von sich selbst zu behaupten,
> ich mache keine Fehler ist reine Selbstüberschätzung.

Es ist umgekehrt: Ich muss immer die Fehler meiner Kollegen finden und 
fixen. Wenn dann der Chef zu mir sagt, ich soll mir ihren Code 
anschauen, weil sie nicht in der Lage sind, ihre eigenen Fehler zu 
beseitigen und ich ihnen dann sage, wie sie es richtig machen müssen, 
dann kapieren sie es nicht und ich muss es am Ende immer selbst machen. 
Aber sie finden sich alle ganz toll und professionell. Meine eigenen 
Code verstehen sie erst gar nicht, also können sie mir auch keine 
Verbesserungsvorschläge machen.


> Eine etwas "schiefe" Unternehmenskultur oder Fehlhaltung einiger Leute.
> Scheinbar geht es beim Review dann nur ums "runterputzen".
> Auf der anderen Seite hast du scheinbar bei denen Fehler gefunden (deren
> eig. Pfusch) und das wird beim Review (wenn es denn eins gibt) so stehen
> gelassen? Professionell ist an deiner Beschreibung eurer Arbeitsweise
> jedenfalls nichts.

Da hast du völlig Recht. Die Arbeitsweise der Kollegen, die so viel Wert 
auf Code Reviews legen und sich für "gestandene Entwickler" halten 
(wörtliches Zitat), aber sich nichts sagen lassen wollen, ist in 
keinster Weise professionell. Den ersten hat das ja jetzt auch den Job 
gekostet. Ich musste dann erst mal den Code übernehmen und die Probleme 
fixen, die laut seiner Aussage aufgrund absurder Kundenforderungen gar 
nicht zu lösen waren. Wenn sie ihre Probleme nicht gelöst bekommen, dann 
liegt das bei solchen Leuten immer an angeblich unerfüllbaren 
Kundenanforderungen oder am falsch gewählten Framework. Von solchen 
Witzfiguren lasse ich mir meinen Code nicht reviewen.

von F. B. (finanzberater)


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Senf D. schrieb:
> Auch das passt ins Bild, er arbeitet schließlich laut eigener
> Darstellung für eine Klitsche. Da ist professionelles Arbeiten natürlich
> ein Fremdwort, stattdessen wird halt irgendwas zusammengefrickelt, ohne
> Unit Tests und Reviews.

Diejenigen, die immer am lautesten nach Code Reviews, Unit Tests, Scrum, 
Sprints und ähnlichem Nonsens geschrien haben, bei denen hat am 
wenigsten funktioniert. Ihre Tests waren grün, also muste ja alles in 
Ordnung sein. Hätte man einen Praktikanten für 400 € im Monat rangesetzt 
und testen lassen, hätte er beim ersten Klick bemerkt, dass die Seite 
wegen eines Bugs nicht funktioniert. So wurde das dann halt immer erst 
beim Kunden bemerkt. Das war einer der Gründe, warum der Kunde den 
Vertrag gekündigt hat. Die Klitsche ist jetzt pleite. Der Kunde (ein 
IGM-Konzern) wollte 2-3 Entwickler übernehmen, deren Code funktioniert 
hat. Ich war einer davon. Leider hat der Vorstand davon Luft bekommen 
und das verhindert, weil es gegen die Verträge verstoßen hätte, laut 
denen es nach Vertragsende eine einjährige Übernahmesperre gab. Sonst 
wäre ich damals in den IGM-Konzern gewechselt. Allerdings ist mein 
jetziger Job auch viel besser. Also Glück gehabt, dass das damals nicht 
geklappt hat.

von Senf D. (senfdazugeber)


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F. B. schrieb:
> Sonst wäre ich damals in den IGM-Konzern gewechselt. Allerdings ist mein
> jetziger Job auch viel besser. Also Glück gehabt, dass das damals nicht
> geklappt hat.

Ja ja, dein ewiges Trauma und dein Copium. Belüg dich selbst nur weiter.

Wer als Software-Entwickler keinen Wert auf Unit Tests und Code Reviews 
legt, wird übrigens eh nicht bei einem vernünftigen Arbeitgeber wie 
einem Konzern genommen, oder er fliegt noch in der Probezeit raus.

: Bearbeitet durch User
von Funky (Gast)


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Niemand schrieb:
> Also ich würde keine Std.Sätze bezahlen sondern einen Projekt-Preis,
> dann weiß ich als AG wenigstens was mich das so in etwa kostet, aber
> schon vorher.

Ist bei den Festangestllten doch auch ne Wundertüte...

von Gregor (Gast)


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Ich glaube, der TE bleibt mal lieber Angesteller, denn Freiberufler 
bekommen kein "Gehalt". Und wenn er selber nicht in der Lage, ist 
auszurechnen, was er wofür bekommt und ausgeben muss, sollte er das 
umsomehr seiner Personalabteilung überlassen, die ihn füttert.

F. B. schrieb:
> Code Reviews, Unit Tests, Scrum,
> Sprints und ähnlichem Nonsens geschrien haben, bei denen hat am
> wenigsten funktioniert.
Wieder ein anderes Thema! Ich mache auch gerade SCRUM und CR und sehe, 
wieviel Zeit dafür drauf geht. Leider leidet die Effizienz.

Da hat jeder exakt 3min Redezeit, was dazu führt, dass die, die gerade 
kaum Probleme haben, die 3min mit Nutzlosem vollquatschen, während 
einer, der 3 Probleme hat, das Wort abschnitten bekommt und nichts 
Gescheites darstellen kann und sich noch sagen lassen muss, er könne 
nichts zusammenfassen. Also hält es jeder kurz, um nicht aufzufallen 
dund versucht die Probleme hinterher irgendwie zu lösen, was er aber 
nicht kann, weil die Kollegen vom SCRUM-Master keine Zeit dafür 
aufgeplant bekommen haben und selber am Rotieren sind.

SCRUM ist der größte Scheiß den es gibt. Gut funktionierende Firmen 
haben das schon lange wieder abgeschafft.

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