Forum: HF, Funk und Felder Ferritkern und hohe Temperaturen?


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von Crafter C. (crafter_c)


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Ich habe mal einen 9:1 unun gebaut mit einem FT82-43 und ihn mal mit 
100W getestet, jedoch wurde dieser relativ heiss und die Frage ist, ob 
bei einer erhöhten Temperatur der Ferrit permanenten Schaden nehmen 
kann?

von Harald W. (wilhelms)


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Crafter C. schrieb:

> die Frage ist, ob bei einer erhöhten Temperatur der Ferrit
> permanenten Schaden nehmen kann?

Ja

von Michael M. (michaelm)


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Crafter C. schrieb:
> jedoch wurde dieser relativ heiss

Was ist relativ ...?

Michael

von Crafter C. (crafter_c)


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Zwischen 100-200°C Curie temperatur des Kerns ist bei 135°C.

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Crafter C. schrieb:
>ihn mal mit
>100W getestet, jedoch wurde dieser relativ heiss

Dann ist der Kern viel zu klein.

von BC107 (Gast)


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Harald W. schrieb:
> Crafter C. schrieb:
>> die Frage ist, ob bei einer erhöhten Temperatur der Ferrit
>> permanenten Schaden nehmen kann?
>
> Ja

Nein!
Wenn der Kern wieder unter die Curie Temperatur abgekühlt ist, ist alles 
wie vorher. Es bleibt kein permanenter Schaden, außer er bricht.

von Simon Templar (Gast)


Angehängte Dateien:

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Crafter C. schrieb:
> ihn mal mit 100W getestet

100 Watt hm... wie getestet?

Ein ungeschnittener Durchschnittsmensch leistet in Ruhe 100 Watt.

Helles Glühobst auch.

(FT 82-43 als Heiligenschein?)

von Simon Templar (Gast)


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Amidon:  Leistungstransformator 0.5-30 MHz

Die Curie-Temperatur markiert den reversiblen Phasenübergang.

Haste das Fieber wirklich erreicht?

Nicht weiter schlimm, falls sonst nichts geschmolzen ist...

Falls doch, RIP!

von Nähkästchen Plauderer (Gast)


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BC107 schrieb im Beitrag #7312455:
> Nein!
> Wenn der Kern wieder unter die Curie Temperatur abgekühlt ist, ist alles
> wie vorher. Es bleibt kein permanenter Schaden, außer er bricht.

Nein! Bzw. kann man nicht allgemein so stehen lassen.

Mein Schlüsselerlebnis dazu: in meiner zu entickelnden Baugruppe
hatte ich einen Samplingmischer der über einen Balun sein
symmetriertes Pulssignal bekam. Der Balun bestand aus zwei
hintereinander positionierten Doppelloch-Kernen aufgefädelt
auf eine Koax-Leitung parallel zur Festdraht Leitung.
Die ganze Geschichte (Puls-Symmetrierung) funktionierte
prächtig, bis zu dem Tag als die ersten Serien-Baugruppen aus
der Fertigung kamen. Die Baluns wurden mit durchs Lötbad bzw.
den Heizofen zum Verlöten geschickt. Dadurch wurden die
Ferrite der Doppelloch-Kerne unbrauchbar für diesen Zweck.
Neue Doppelloch-Kerne von Hand bestückt und das Problem
war nicht mehr vorhanden. Der Defekt an den Doppelloch-Kernen
war aussen nicht sichtbar.

von ArnoR (Gast)


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Nähkästchen Plauderer schrieb:
> Die Baluns wurden mit durchs Lötbad bzw.
> den Heizofen zum Verlöten geschickt. Dadurch wurden die
> Ferrite der Doppelloch-Kerne unbrauchbar

Und, welche Kerneigenschaft hatte sich wie verändert?

von Simon Templar (Gast)


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Nähkästchen Plauderer schrieb:
> Dadurch wurden die
> Ferrite der Doppelloch-Kerne unbrauchbar für diesen Zweck.

DDR-TV VHF-Weichen?

verm. ungesinterte Thermoplaste und Elaste aus Schkopau.

Wer nur billig kann äh.. m(z)ahlt doppelkernig ;)




---

[Nachtag - OK - war doch nicht Schkopau,
ein Irrtum kann jedem mal passieren]

von Simon Templar (Gast)


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ArnoR schrieb:
> Und, welche Kerneigenschaft hatte sich wie verändert?

steht doch da - der unsichtbare Zweck wars.

Nähkästchen Plauderer schrieb:
> unbrauchbar für diesen Zweck.
[...}
> war aussen nicht sichtbar.

Bist ein lustiger Amateurtroll aka Technikarchäologiepsycho - weiter so!

von Nähkästchen Plauderer (Gast)


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ArnoR schrieb:
> Und, welche Kerneigenschaft hatte sich wie verändert?

Wir haben in der Firma anderes zu tun als uns im Detail mit
den elektrischen Eigenschaften von Ferriten auseinander-
zusetzen. Das Problem wurde durch die Handlötung dauerhaft
aus der Welt geschafft und bedurfte daher keiner weiteren
Untersuchung. Problem erkannt, Problem gebannt. Es sollen
ja Geräte produziert werden, nicht Grundlagenforschung zu
Ferriten betrieben werden.

von Simon Templar (Gast)


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Nähkästchen Plauderer schrieb:
> Problem erkannt, Problem gebannt.

Sorry für den Angriff, alles gut.

Ich bin ein Dackel. Da wedelt der Schwanz oft vorschnell mit dem Hund ;)

von Simon Templar (Gast)


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zum Thema Ferrite messen Link ist unten

--- Intermezzo:
unwichtiger Anhang aka Selbstzitatnachtragsforschung: Kynismus

Simon Templar schrieb:
> Da wedelt der Schwanz oft vorschnell mit dem Hund ;)

https://taz.de/Wenn-der-Schwanz-mit-dem-Hund-wedelt/!1669078/

https://www.researchgate.net/publication/305791618_Der_Hund_zwischen_Mensch_und_Mensch_Vermittler_Dritter_Kyniker

---
OK - zurück zum Ferrit. Ferritkern Typ ermitteln:

Beitrag "Ferritkern Typ ermitteln"

von Michael M. (michaelm)


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Simon Templar schrieb:
> zurück zum Ferrit. Ferritkern Typ ermitteln:
> Beitrag "Ferritkern Typ ermitteln"

..der erste sinnvolle Satz von dir. Respekt!

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Nähkästchen Plauderer schrieb:
>ArnoR schrieb:
>> Und, welche Kerneigenschaft hatte sich wie verändert?

>Problem erkannt, Problem gebannt.

Und was war das Problem, was hat danach nicht mehr
funktioniert, welche fehlfunktion gab es da?

von BC107 (Gast)


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Nähkästchen Plauderer schrieb:
> Wir haben in der Firma anderes zu tun als uns im Detail mit
> den elektrischen Eigenschaften von Ferriten auseinander-
> zusetzen.

Kannst du mal die Firma nennen, so dass man die Kunden davor warnen kann 
dort zu kaufen.

von Dieter (Gast)


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Es gibt zwei Eigenschaften:

a) Elektrischer Widerstand (Wirbelströme)
Durch zu größe Hitze kann zusätzlich eingepresstes Material ermüden, das 
die Leitfähigkeit reduzieren soll, bzw. fungieren als Luftspalt. 
Thermorisse und Feuchtigkeit

b) Magnetische Eigenschaften
Verstärkte Korrosion schädigt die magnetischen Körnchen an der 
Oberfläche.
Körnchen brechen und damit ändern sich die Eigenschaften.
Die Kennlinie des Ferriten ändert sich dadurch.

Wenn nicht knapp auf Kante genäht wurde, stellt das kein Problem dar.

von MUC (Gast)


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Dieter schrieb:
> Körnchen brechen und damit ändern sich die Eigenschaften

Ob da ein Körnchen Praxisnähe dabei ist darf man in Frage stellen. Bei 
HF-Ferriten namhafter Hersteller gibt es kein einepresstes Material, 
dessen mangelnde Hitzebeständigkeit würde nämlich im Ferrit-Datenblatt 
als Grenzwert zu finden sein. Der reversible Curie-Temperaturpunkt, der 
steht jedenfalls in den Daten.

Besser sich an das Herstellerdatenblatt halten und nicht realitätsferne 
esoterischen Erklärungsversuche als allgemeingültig herzunehmen.

von Dieter (Gast)


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MUC schrieb:
> Besser sich an das Herstellerdatenblatt halten und nicht realitätsferne
> esoterischen Erklärungsversuche als allgemeingültig herzunehmen.

Wenn es sich vermeiden läßt, nicht blind darauf verlassen. Es ist ein 
Unterschied, ob die Erhitzung einmal oder ständig passiert. Ich hatte 
zumindest ein paar Ferrite, deren Oberfläche wurde perös und abreibbar 
(schmutzige Finger) nach mehreren Jahren. Die hatten 24/7-Betrieb und 
täglich mehrfach richtg warmgelaufen hinter sich.

von MUC (Gast)


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Dieter schrieb:
> Die hatten 24/7-Betrieb und
> täglich mehrfach richtg warmgelaufen hinter sich.

Von welchen Betriebs-Temperaturen ist dann die Rede? Gebräuchlich NiZn 
Ferrite haben Curie Temperaturen von über 300°C, Mangan-Zink Ferrite 
liegen niedriger, so um 130°. Wenn ein Kern im Betrieb heißer wird, ist 
er wirkungslos und hat erst wieder Induktivität nach dem Abkühlen.

Material Beispiele:

Datenblatt Ferroxcub 4C65 (Figure 2)
https://elnamagnetics.com/wp-content/uploads/library/Ferroxcube-Materials/4C65_Material_Specification.pdf

Mangan-Zink Ferrit mit hohem µi:
https://www.ferroxcube.com/en-global/download/download/210

von Dieter (Gast)


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MUC schrieb:
> Von welchen Betriebs-Temperaturen ist dann die Rede?

Das liegt viele Jahre zurück und dort bin ich nicht mehr. Zumindest 
lötete sich die Induktivität bei der Hitze nicht selbst aus, die 
Drahtisolierung und der Wickelkörper waren nicht geschmolzen.

Es kommt darauf an, ob das Gerät nur die Gewährleistungszeiträume von 
zwei oder drei Jahren überstehen soll, oder die Badewannenkurve der 
Haltbarkeit erst nach zehn Jahren hochgehen soll.

von Simulant (Gast)


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MUC schrieb:
> Wenn ein Kern im Betrieb heißer wird, ist
> er wirkungslos und hat erst wieder Induktivität nach dem Abkühlen.

Das war auch mein Gedanke bei dem Ausgangspost: wie verhält es sich mit 
der Übertragerfunktion bzw. Antennenanpassung wenn der Kern übermässig 
heiss wird?

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