Im Übrigen möchte ich hinsichtlich der Ächtung des "N-Worts" auf die Euphemismus-Tretmühle hinweisen: eine sprachwissenschaftliche Hypothese die besagt, dass jeder Euphemismus irgendwann durch Pejorisierung die negative Konnotation seines Vorgängerausdrucks annehmen wird, solange sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändern.
In meiner Kindheit war es möglich, vorurteilsfrei von (und mit) einem Neger zu sprechen. Pipi Langstrumpfs Papa war damals noch Negerkönig und Schaumküsse hießen auch noch anders.
Natürlich gibt es den kulturhistorischen Kontext der Versklavung, Kolonialisierung und Diskriminierung - der aber unabhängig von der Verwendung des Wortes Neger war.
Das N-Wort wurde irgendwann geächtet und durch "schwarz" ersetzt. Das geht inzwischen auch nicht mehr, es heißt jetzt "PoC" (People of Color) was die Sache nicht ganz trifft, weil es auch nicht-schwarze Farbige gibt. Auch die lächerliche Verballhornung "maximalpigmentiert" hört man immer wieder.
Unsere historische Schuld wird durch diese Euphemismen nicht geringer, auch an der Alltagsdiskriminierung ändert das wenig. Aber wenn sich einige damit besser fühlen, von mir aus. Sprachliche Konventionen können sich auch mit hanebüchenen Begründungen ändern.
@Admin: Eine politische Diskussion möchte ich keineswegs lostreten. Ich hab's als extra Beitrag geschrieben, damit das ggf. einzeln gelöscht werden kann.