Sleepytroll - Akkutausch zerstört Elektronik?

OP #7370634
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Hallo,

da der Akku unseres "Sleepytrolls" (Wackler für den Kinderwagen) langsam den Geist aufgegeben hat wollte ich ihn durch einen neuen ersetzen. Leider musste ich feststellen, dass hier wohl ein Selbstzerstörungsmechanismus eingebaut ist. Nachdem ich den alten Akku aus und den neuen Akku eingesteckt habe wird die Eingangsspannung direkt auf den Motorausgang durchgeschaltet. Der Arduino Pro läuft zwar noch und auch die Tasten geben entsprechendes Feedback, er hat aber auf den Motorausgang keinerlei Einfluss mehr.

Mit dem Netzteil habe ich am Eingang verschiedene Spannungen simuliert, die werden direkt auf den Ausgang durchgeschaltet. Das Gerät schaltet auch nicht mehr bei der Schlusspannung von 6V für den Tiefentladeschutz ab.

Kann sich jemand erklären wie diese "Selbstzerstörung" umgesetzt sein könnte? Ein Chip ist eine Mehrfach OPV, ich glaube nicht, dass man damit den Eingang durchschalten kann. Den anderen kann ich leider nicht lesen (selbst mit Lupe) aber es wundert mich wie der Arduino komplett aus der Schaltung entkoppelt werden kann.

Bin für jeden Input dankbar. Das Gerät hat 150€ gekostet und ist zu schade zum wegwerfen. Eventuell gibt es ja einen günstigen Alternativen Motorcontroller der zw. 4-8V regelt und bei bei 6V am Eingang abschaltet um die Tiefentladung zu verhindern.

OP #7370647
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Habe ein Bild der Rückseite beigefügt. Hier befinden sich drei Tastschalter mit Leds (Akkuanzeige und Feedback bei Tastendruck). SW1 u. SW2 sind zum Ein- bzw. Ausschalten und zur Einstellung der "Rüttelstärke". SW3 ist für eine Funktion bei der sich der Rüttler automatisch für 5min einschaltet sobald ein Ton erkannt wird.

#7370660
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Daniel S. schrieb:

Leider musste ich feststellen, dass hier wohl ein Selbstzerstörungsmechanismus eingebaut ist.

Spekulation: Es soll Entwicklungen geben, die das Entfernen des eines Akkus und Ersetzen durch einen anderen mit Arbeitsverweigerung beantworten.

Ich gehe in unklaren Fällen vorsichtig vor: alten Akku zuerst über ein paar Ohm anbinden ohne eine Unterbrechung zu machen. Dann den neuen anschließen.

(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #7370776
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Daniel S. schrieb:

Christian M. schrieb:

Sleep Troll.... sht... ich hätte das vor 15 Jahren mir doch patentieren lassen sollen!

Tja, und nicht auf die Sollbruchstelle vergessen. Dann müssen dir die Kunden alle 2-Jahre einen Neuen abkaufen...

solange muss die Schreisirene aber nicht gewippt werden.

Ein Baby schläft eigentlich auch ohne es seekrank zu machen

#7370887
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Daniel S. schrieb:

da der Akku unseres "Sleepytrolls" (Wackler für den Kinderwagen) {......] Der Arduino Pro läuft zwar noch

Ich bin erstaunt wofür man heute überall Computer (miss-)braucht. Als meine Kinder klein waren (über 40 Jahre her) habe ich einfach einen langsam laufenden Getriebemotor genommen, eine Kurbel auf die Welle geschraubt, Bindfaden dran, anderes Ende an den Kinderwagengriff, und fertig war der Wackler.

#7370936
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Wow ein kommerzielles Produkt mit einem aufgesteckten Arduino. Ich fall vor Lachen bald vom Stuhl. Schon verdammt schwer so einen ATMega mit einzudesignen. Zumal es hier vermutlich ein 8-Beiner getan hätte. Ich warte noch auf den Küchenmixer eingebautem Raspberry zum Motor anschalten....

#7371026
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Joachim L. schrieb:

In allen, auch alten, 3D- Grafikkarten befinden sich fette Mosfets so 30 A die gehen so schnell nicht kaputt.

Doch. Das Gate reagiert bei vielen Mosfets äußerst ungnädig auf ESD.

Und das würde ich deutlich eher vermuten als ein ominöser Selbstzerstörungsmechanismus. Wer dazu in der Lage wäre, den zu designen, der hätte alleine schon aus Kostengründen einen kleinen 8-Beiner für die Ansteuerung genommen. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass mangels Fachwissen der Ableitwiderstand am Gate schlicht eingespart wurde und dann genügt schon eine kleine Entladung. So habe ich auch vor Jahren mal einen Atmel JTAG ICE Mk III ins Jenseits befördert.

Unterstelle keine Bosheit wenn es nicht auch durch Dummheit erklärbar ist.

#7371062
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Daniel S. schrieb:

Nachdem ich den alten Akku aus und den neuen Akku eingesteckt habe wird die Eingangsspannung direkt auf den Motorausgang durchgeschaltet.

Heisst das, das der eigentliche Schaukelmechanismus noch funktioniert? Dann würde es vielleicht reichen, wenn man einfach eine Schaltuhr vorschaltet. Es gibt auch (Stecker-)Schaltuhren, die ähnlich wie eine Kücheneieruhr nach dem Starten eine gewisse Zeit ablaufen lassen und dann ausschalten.

#7371079
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Stefan S. schrieb:

Doch. Das Gate reagiert bei vielen Mosfets äußerst ungnädig auf ESD.

Das bekommt man noch nicht mal bei einem nicht eingebauten Power-Mosfet einfach so hin.

Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass mangels Fachwissen der Ableitwiderstand am Gate schlicht eingespart wurde und dann genügt schon eine kleine Entladung.

Und bei einem eingebauten Mosfet noch deutlich schwerer, mit oder ohne Ableit-R. Denn da ist ja noch der µC am Gate, der Richtung sonstiger Schaltung für Ausgleich sorgt.

OP #7371173
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Steve van de Grens schrieb:

Daniel S. schrieb:

Leider musste ich feststellen, dass hier wohl ein Selbstzerstörungsmechanismus eingebaut ist.

Das du die Platine vielleicht kaputt gemacht hast, kommt dir nicht in den Sinn?

Möglich aber sehr unwahrscheinlich. Habe das Gehäuse aufgeschraubt und mit altem Akku nochmal probiert -> Funktion ok. Alten abgesteckt, neuen angesteckt (baugleich) Ausgang schaltet durch - auch wenn man das Ladegerät ansteckt...

#7371203
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Andreas M. schrieb:

Wow ein kommerzielles Produkt mit einem aufgesteckten Arduino.

Es war durchaus üblich, CPU-Module fertig zuzukaufen und 'nur' die eigene Peripherie zu entwickeln. Es gibt keinen Grund, das nicht auch mit einem Arduino zu machen.

Daniel S. schrieb:

Habe das Gehäuse aufgeschraubt und mit altem Akku nochmal probiert -> Funktion ok. Alten abgesteckt, neuen angesteckt (baugleich) Ausgang schaltet durch -

Dann ist er wohl nicht baugleich.

auch wenn man das Ladegerät ansteckt...

Das klingt nicht sehr logisch.

Gast #7371400
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Daniel S. schrieb:

20230314_164325.jpg

Dieses Foto hättest du im Eröffnungsbeitrag zeigen sollen. Ich sehe da Dupont Kabel am Akku-Anschluss. Diese sind oft aus Eisen oder Aluminium und haben minderwertiges Blech an den Kontakten. Das wiederum führt zu starken Spannungs-Schwankungen unter Last, was wiederum dazu führen kann, dass MOSFET nur halb durch schalten, heiß werden und danach kaputt sind.

OP #7371414
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Steve van de Grens schrieb:

Daniel S. schrieb:

20230314_164325.jpg

Dieses Foto hättest du im Eröffnungsbeitrag zeigen sollen. Ich sehe da Dupont Kabel am Akku-Anschluss. Diese sind oft aus Eisen oder Aluminium und haben minderwertiges Blech an den Kontakten. Das wiederum führt zu starken Spannungs-Schwankungen unter Last, was wiederum dazu führen kann, dass MOSFET nur halb durch schalten, heiß werden und danach kaputt sind.

Die DuPont Kabel habe ich erst nachher angeschlossen um das Netzteil zu verbinden. Der Fehler bestand schon vorher. Das die Platine verpolt angeschlossen wurde kann ich zu 99,9% ausschließen, es sei denn es wäre mal wer anderer dran gegangen und hätte damit rumgespielt.

Der MOSFET scheint auch tot zu sein. Ich tausche mal die Bauteile und gebe dann ein Update. Der Arduino scheint seine Aufgaben noch soweit wahrzunehmen, hoffe hier ist nichts defekt sonst ists ein Totalschaden.

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