Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Bewerbungsgespräch


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von Robert B. (robertoneu_95)


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Hallo,

ich hab mal eine Frage in Bezug auf ein Bewerbungsprozess.

Ich habe mich als Embedded-Softwareentwickler in einem Unternehmen 
beworben und ich wurde nun zum zweiten Termin in die Firma eingeladen.

Es soll unter anderem ein kleiner Test mit mir durchgeführt werden, in 
Bezug auf meine Programmierkenntnisse. Mir wurde allerdings gesagt, dass 
es in C++ durchgeführt werden soll, obwohl ich im ersten Gespräch 
erwähnt habe, dass ich nur in C programmiere und vor allem die 
objektorientierte Programmierung nicht drauf habe.

Wie anspruchsvoll wird der Test sein und was wird auf mich zukommen? Hat 
da jemand Erfahrungen?

Wie sieht so ein Test aus?

Bin gerade aus der Uni raus.

Gruß
Robert

: Verschoben durch Moderator
von Motopick (motopick)


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Wenn Arbeitgeber so begriffsstutzig ist:
Schreib es ihm nochmal per Mail.

Oder geh einfach hin und lass dich ueberraschen.

von Rainer W. (rawi)


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Robert B. schrieb:
> Mir wurde allerdings gesagt, dass
> es in C++ durchgeführt werden soll, obwohl ich im ersten Gespräch
> erwähnt habe, dass ich nur in C programmiere und vor allem die
> objektorientierte Programmierung nicht drauf habe.

Dann verweise darauf.
Was hast du bei deiner Bewerbung an Sprachen angegeben?

von Günter N. (gnatz)


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Die Frage wurde in der falschen Rubrik gestellt. Daür ist der Link
https://www.mikrocontroller.net/forum/ausbildung-studium-beruf da. Aber 
dennoch hier eine kurze Antwort:

Oft ist die Aufgabe so, dass sie auch in C gelöst werden kann. Und falls 
das nicht so ist, kann man ja vor Ort darauf hinweisen, dass man das ja 
angegeben hat.

Bei Vorstellgesprächen ist der persönliche Eindruck meist wichtiger als 
irgendwelche Tests. Wenn die Firma ihre Auswahl nur auf Testergebnissen 
trifft, ist es ohnehin die falsche Firma, da sie so kaum qualifiziertes 
Personal finden wird.

Viel Erfolg bei dem Vorstellgespräch.

von Günter N. (gnatz)


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Motopick schrieb:
> Wenn Arbeitgeber so begriffsstutzig ist:
> Schreib es ihm nochmal per Mail.

Das würde ich nicht tun. Der Tenor: "Ich habe das doch geschrieben und 
du hast das nur nicht kapiert." ist nicht die beste Voraussetzung für 
ein Vorstellungsgespräch.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Wenn der Arbeitgeber voraussetzt, dass der Bewerber schon gewisse 
C++-Kenntnisse besitzt, dann ist es auch völlig korrekt, dies anhand 
eines C++-Tests zu prüfen. Hier hat der Bewerber sogar vorab davon 
erfahren und kann sich entweder darauf vorbereiten oder eben seine 
Bewerbung zurückziehen.

Natürlich kann man argumentieren, dass es die Aufgabe des Arbeitgeber 
wäre, sich um die Weiterbildung der Mitarbeiter zu kümmern, usw.. Hier 
sollte man aber nicht vergessen, dass die Bewerber noch gar nicht dort 
arbeitet, sondern ggf. einem anderen Bewerber ("Einäugiger unter den 
Blinden") der Vortritt gelassen wird. Oder der potentielle Arbeitgeber 
will einfach nur prüfen, wie sich derjenige verhält, wenn ihm eine 
Aufgabe gestellt wird, für die er noch nicht die erforderlichen 
Kenntnisse besitzt. Setzt er alles daran, sich noch gewisse 
Grundkenntnisse zu erarbeiten? Argumentiert er herum, warum die 
Kenntnisse unwichtig seien? Oder ignoriert er alles und erscheint 
unvorbereitet?

Erst vor einigen Tagen belauschte ich zufällig eine Diskussion zwischen 
zwei Studenten. Der eine hatte offenbar die Einladung zu einem 
Vorstellungsgespräch erhalten, das an einem Freitag ab 15 Uhr beginnen 
soll. Er hielt das für völlig unangemessen, denn als Student habe er ja 
schließlich auch am Freitagnachmittag schon Feierabend bzw. Wochenende. 
Und er könne sich auch nicht vorstellen, dass andere Leute zu der Zeit 
noch arbeiten würden. Also handele es sich offenbar nur um eine Schikane 
des potentiellen Arbeitgebers, und so etwas müsse er sich nicht gefallen 
lassen. Sein Kumpel unterstützte auch noch diese Sichtweise und 
ergänzte, dass nur Betriebswirte auf solche Ideen kämen.

von Weich W. (Firma: Weichwarengesellschaft mbH) (hand_werker)


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Andreas S. schrieb:
> Erst vor einigen Tagen belauschte ich zufällig eine Diskussion zwischen
> zwei Studenten. Der eine hatte offenbar die Einladung zu einem
> Vorstellungsgespräch erhalten, das an einem Freitag ab 15 Uhr beginnen
> soll. Er hielt das für völlig unangemessen, denn als Student habe er ja
> schließlich auch am Freitagnachmittag schon Feierabend bzw. Wochenende.
> Und er könne sich auch nicht vorstellen, dass andere Leute zu der Zeit
> noch arbeiten würden. Also handele es sich offenbar nur um eine Schikane
> des potentiellen Arbeitgebers, und so etwas müsse er sich nicht gefallen
> lassen. Sein Kumpel unterstützte auch noch diese Sichtweise und
> ergänzte, dass nur Betriebswirte auf solche Ideen kämen.

Hieß einer von beiden Matthis und spielte sich diese Szene vor einer 
Dönerbude gegenüber von der FH ab?

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Weich W. schrieb:
> Hieß einer von beiden Matthis und spielte sich diese Szene vor einer
> Dönerbude gegenüber von der FH ab?

Nein. Uni Kiel, Mensa I.

von IT G. (it-guy)


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Norddeutschland halt, da gibt es nur faule Hunde.

von Andras H. (kyrk)


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Andreas S. schrieb:
> Erst vor einigen Tagen belauschte ich zufällig eine Diskussion zwischen
> zwei Studenten. Der eine hatte offenbar die Einladung zu einem
> Vorstellungsgespräch erhalten, das an einem Freitag ab 15 Uhr beginnen
> soll. Er hielt das für völlig unangemessen, denn als Student habe er ja
> schließlich auch am Freitagnachmittag schon Feierabend bzw. Wochenende.
> Und er könne sich auch nicht vorstellen, dass andere Leute zu der Zeit
> noch arbeiten würden. Also handele es sich offenbar nur um eine Schikane
> des potentiellen Arbeitgebers, und so etwas müsse er sich nicht gefallen
> lassen. Sein Kumpel unterstützte auch noch diese Sichtweise und
> ergänzte, dass nur Betriebswirte auf solche Ideen kämen.

Der Markt wird das schon regeln. Es gibt bestimmt Studenten die auch 
Freitag 15 Uhr gerne da hingehen.

von Cyblord -. (cyblord)


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Robert B. schrieb:
> Es soll unter anderem ein kleiner Test mit mir durchgeführt werden, in
> Bezug auf meine Programmierkenntnisse. Mir wurde allerdings gesagt, dass
> es in C++ durchgeführt werden soll, obwohl ich im ersten Gespräch
> erwähnt habe, dass ich nur in C programmiere und vor allem die
> objektorientierte Programmierung nicht drauf habe.

Super. Ein SW-Entwickler der von OOP nichts versteht.

Was machst du wenn ihr ein Projekt in C++ durchziehen müsst? Kündigen? 
Krank schreiben lassen?
Schon mal von der harten Realität gehört?
Die 15 Inder die auch deine Stelle haben wollen, haben alle eine riesen 
Liste an Programmiersprachen. Natürlich können die auch nichts, aber die 
sind nicht so blöd das von vorn herein zu sagen.

: Bearbeitet durch User
von Motopick (motopick)


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> Ein SW-Entwickler der von OOP nichts versteht

Nicht ganz:
> Embedded-Softwareentwickler

Womoeglich hat der TO seine Staerken noch an ganz anderen Stellen.
Vieleicht da, wo die C++-F1ckl3r immer nur ratlos gucken...

Und wie andere auch schon schrieben: Loese die Aufgabe einfach in C :).
Es ist immer noch die Loesung die zaehlt!
C++ wird total ueberbewertet.

von Paul L. (paul_l861)


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Viel Spaß, wenn du keine Ahnung von C++ hast. Das bringt man sich nicht 
mal schnell bei. Besonders weil C++ mittlerweile bei Version 20 
angekommen ist

von Weich W. (Firma: Weichwarengesellschaft mbH) (hand_werker)


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Cyblord -. schrieb:
> Die 15 Inder die auch deine Stelle haben wollen, haben alle eine riesen
> Liste an Programmiersprachen.

Inder sind sowas von 2015. Heutzutage macht das doch alles ChatGPT noch 
billiger und noch schneller.

von Rahul D. (rahul)


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Andras H. schrieb:
> Der Markt wird das schon regeln. Es gibt bestimmt Studenten die auch
> Freitag 15 Uhr gerne da hingehen.

Bei uns in der Firma gibt es Vorstellungsgespräche überwiegen (spät) 
nachmittags. Das kommt auch Bewerbern zuguten, die sich aus einer 
Anstellung heraus bewerben.
Außerdem ist dann der auch Normalstress des Tages vorbei.
Viele unserer Entwickler sind auch erst gegen 9:00 und dann entsprechend 
lange da.

Zum Thema "Programmiersprachenkenntnisse":
Wenn man bei einem Vorstelungsgespräch bei dem es embedded geth, einen 
Einstellungstest vorgesetzt bekommt, bei dem es um JAVA geht, hat auch 
der Recuiter Verstänis, dass man den nicht mit 100% abschließt.
Den Job habe ich damals trotzdem bekommen.

von Robert B. (robertoneu_95)


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Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde dadurch müssen und mein Bestes 
geben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich jetzt hochkomplexe 
Aufgaben lösen muss, oder?

Hat da jemand mal Erfahrung mit gemacht, auf was ich mich vorbereiten 
sollte?

Vielen Dank.

Gruß
Robert

von Weich W. (Firma: Weichwarengesellschaft mbH) (hand_werker)


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Kann man unmöglich vorhersagen.
Es gibt Firmen, die denken sie wären Google und müssten dich durch 
mehrere Coding-Interviews jagen. Dann gibt es auch welche, denen es 
reicht wenn du ein paar Fachbegriffe im normalen VG nennst.
Deutsche Konzerne sind eher die zweite Kategorie, und je hipper, 
amerikanischer und jünger die Firma ist, desto mehr geht es in die 
andere Richtung.

von Paul L. (paul_l861)


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Tja. Als frischer Absolvent kann es schon schwierig werden, wenn man 
nichts neben dem Studium gemacht hat xD

von -gb- (Gast)


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Robert B. schrieb:
> Bin gerade aus der Uni raus.

Komische Uni, die kein C++ im Angebot hat. Hatten wir schon vor 20 
Jahren. Ok, Windows XP und Visual Studio 5.0 oder so, aber immerhin...
... und .NET und C# erst! Das waren echte Hämmer. Das war so die Zeit wo 
Automotive Spice hochkam und alle auf die neuen Verifikationsmethoden 
setzen.

Da konnte man auftrumpfen.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Robert B. schrieb:
> Es soll unter anderem ein kleiner Test mit mir durchgeführt werden, in
> Bezug auf meine Programmierkenntnisse. Mir wurde allerdings gesagt, dass
> es in C++ durchgeführt werden soll, obwohl ich im ersten Gespräch
> erwähnt habe, dass ich nur in C programmiere und vor allem die
> objektorientierte Programmierung nicht drauf habe.

Den C++ Syntax kann man in zwei Tagen lernen, die üblichen Libs dauert 
etwas länger, je nach Umfang einige Wochen und das (korrekte) 
Programmieren auf einem anständigen Niveau für komplexe Aufgaben braucht 
Monate bis eher Jahre an Übung wenn man mit Objektorientierung vorher 
nichts am Hut hatte.
(Wenn jemand hingegen z.b. bereits gut mit Java ist dann ist das 
natürlich in sehr sehr sehr viel kürzerer Zeit zu schaffen ;-) Das 
Problem ist ja eher die andere Heransgehensweise in der 
Objektorientierung als z.B. bei "C". Nicht so sehr der Syntax.)

Robert B. schrieb:
> Wie anspruchsvoll wird der Test sein und was wird auf mich zukommen? Hat
> da jemand Erfahrungen?
Wie von anderen auch schon geschrieben: Das kann "von - bis" gehen. In 
den meisten Fällen geht es eher darum einfach mal zu schauen ob 
überhaupt Sinnvolle Grundlagenkenntnisse vorhanden sind auf denen man 
aufbauen kann.
(Leider ist das mittlerweile schon alles andere als Selbstverständlich. 
Wir suchen im Moment ja auch...)

Was ich machen würde wenn ich den Job gerne haben wollte:
Die Zeit bis zum 2. Vorstellungsgespräch nutzen um mich so gut es geht 
in die Objektorientierung einzuarbeiten. Grundbegriffe kennen, zumindest 
den Sinn nach verstanden haben warum man gewisse Aufgaben gerne 
Objektorientiert löst.
Dann hingehen und schauen was kommt, die Aufgaben so gut es geht 
funktionierend zu lösen. (Wenn alle Stricke reissen und gar nichts 
klappen will notfalls in reinem C)
Bei der ABGABE kann man ja (je nachdem wie gut man das geschafft hat und 
wie speziell C++ Lastig man ist) notfalls dann nochmal darauf hinweisen 
das man ja im Vorstellungsgespräch schon angegeben hat in C++ nicht 
wirklich fit zu sein.

Wenn man sonst einen guten Eindruck macht und UNTER BEACHTUNG der von 
dir vorher genannten Vorkenntnise etwas halbwegs sinnvolles abliefert 
könnten die Chancen da dann durchaus gar nicht so schlecht stehen das 
man trotzdem in Frage kommt.
Ausser natürlich in der Bewerbung steht "gut in C++"

Falls die Einladung und die Info von der Personalabteilung und nicht aus 
der Fachabteilung kam, dann kann es aber sogar sein das die 
Fachentscheider  schon wissen das du kein C++ kannst, aber sonst 
Potential sehen und dich deswegen trotzdem eingeladen haben.
Möglicherweise gar eine Modifizierte Aufgabe in C bereithalten oder es 
denen auf andere Dinge ankommt und die nur sehen wollen ob du überhaupt 
irgendwie Verständnis von Programmierung hast. Die PA aber einfach nur 
bei der Einladung ihr Standardprogramm abspielt und nur deshalb C++ Test 
sagt weil vor Jahren mal ein anderer Bewerber gefragt hat und die 
Fachabteilung der PA dann geantwortet hat das C++ geprüft wird...

Gruß
Carsten

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Georg B. schrieb:
> Robert B. schrieb:
>> Bin gerade aus der Uni raus.
>
> Komische Uni, die kein C++ im Angebot hat. Hatten wir schon vor 20
> Jahren.

Naja, C++ wird immer weniger im Hochschulbereich...
Ist aber auch gar nicht so sehr das Problem, es geht da ja mehr um die 
Herangehensweisen...

Bei mir als Elektrotechniker war es so, dass in den Grundlagensemestern 
Informatik hinsichtlich der "tatsächlichen Programmerstellung" 
(programmieren) erst ein Prozedurale und dann eine Objektorientierte 
Programmiersprache vorgegeben war.
In ersterem Fall war und ist es C, im Falle der Objektorientierten war 
es bei mir noch C++, mittlerweile ist es Java. Zumindest die 
NAchrichtentechniker sowie die technischen Informatiker haben dann 
später in Mikroprozessortechnik auch noch etwas mit Assembler gemacht. 
In den Praktikas in Form von C Programmen mit eingebettenen ASM 
Anteilen.

Und so kenne ich es auch von Kollegen die an anderen (Fach-)Hochschulen 
waren.

Rahul D. schrieb:
> Bei uns in der Firma gibt es Vorstellungsgespräche überwiegen (spät)
> nachmittags. Das kommt auch Bewerbern zuguten, die sich aus einer
> Anstellung heraus bewerben.
> Außerdem ist dann der auch Normalstress des Tages vorbei.
> Viele unserer Entwickler sind auch erst gegen 9:00 und dann entsprechend
> lange da.

Ist bei uns (und eigentlich allen Firmen die kenne) ebenso!
Nachmittags stört es am wenigsten den Ablauf, man hat am meisten Ruhe 
und es lässt sich auch am ehesten ein gemeinsam passender Termin finden.
Letztendlich kenne ich es aber so, dass Termine normalerweise 
"gemeinsam" vereinbart werden. Ok, Ausnahmen gibt es bei so Dingen wie 
Assessment Center was bei Berufsanfängern ja durchaus im Rahmen des 
Möglichen liegt.
Aber das ist zum einen ja dann kein kurzer Nachmittagstermin und zum 
anderen gibt es selbst da öfter zumindest (vorgegebene) Ausweichtermine.

Vermutlich also am Telefon diesen Termin als VORSCHLAG genannt bekommen 
und nicht genug Verstand/eigeninitiative gehabt (notfalls unter gut 
klingendem Vorwand) um einen Alternativvorschlag zu bitten.
Aber nachher den Mund aufreissen.
In Zeiten wo es vorkommt das STUDENTEN in Begleitung der Eltern zur 
Klausureinsicht kommen zumindest im Rahmen des möglichen.
(Das betrifft im Moment zum Glück ja immer noch nur eine extremst 
kleine, aber nach Erfahrung von im Hochschuldienst stehenden Bekannten 
langsam wachsenden, Minderheit.)

Vielleicht sollte ich auch mal anregen das wir ab jetzt bei 
Berufsanfängern nur noch Freitags Nachmittags Termine machen.
Wenn es bereits so leicht ist diejenigen von der Sorte "lieber keinen 
als so einen" auszusortieren... ;-)

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von J. S. (engineer) Benutzerseite


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Carsten S. schrieb:
> Den C++ Syntax kann man in zwei Tagen lernen,
Aha!

Carsten S. schrieb:
> Naja, C++ wird immer weniger im Hochschulbereich...
Interessant!

Carsten S. schrieb:
> In Zeiten wo es vorkommt das STUDENTEN in Begleitung der Eltern zur
> Klausureinsicht kommen
Es wird immer besser!

Ich muss feststellen, dass mir die aktuellen Entwicklungen an den 
Universitäten entgehen.


Carsten S. schrieb:
> das wir ab jetzt bei Berufsanfängern nur noch Freitags
> Nachmittags Termine machen.
Weil sie vormittags noch demonstrieren?

Ich würde die Termine auf Samstag morgen um 8.00 legen. Da hat niemand 
eine Ausrede, es sei denn er hat am Freitag zuviel gebechert.

Noch einen Tipp:

Ich mache Freitags schon lange keine Termine für Verhandlungen mehr, 
weil

1) einige wichtige Personen schon im Wochenende sind und es noch einen 
weiteren Termin geben wird, damit auch die anderen noch mit entscheiden 
können.

2) oft genug die relevanten Personen fehlen und diese so übergangenen 
Personen dazu neigen, die Wertung ihrer Kollegen zu untergraben und dann 
super kritisch sind und gfs sogar einen anderen nehmen, damit sie selbst 
die Entscheidung gefällt haben

3) und die wenigen, die noch in der Firma sind, meistens nicht 
entscheidungsfähig sind, da von der Woche müde und abgekämpft, sich 
nicht vorbereitet haben und geistig selber schon im Wochenende sind.

4) Freitags sind meistens die Termine, bei denen die 2. und 3. 
Platzierten noch gehört werden, nachdem man sich unter der Woche schon 
andere angesehen hat. Daher ist eine Verschiebung auf die kommende Woche 
immer besser, weil dann die Erinnerung an die zuvor gehörten wieder 
verblasst

Montag ist aber nicht gut, weil dann einige mit Arbeit zu sein, keine 
Zeit haben, sich vorzubereiten und es stressig wird. Das Beste Termin 
ist Dienstag oder Mittwoch.

: Bearbeitet durch User
von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Carsten S. schrieb:
> Vielleicht sollte ich auch mal anregen das wir ab jetzt bei
> Berufsanfängern nur noch Freitags Nachmittags Termine machen.
> Wenn es bereits so leicht ist diejenigen von der Sorte "lieber keinen
> als so einen" auszusortieren... ;-)

Die nächste, für viele Bewerber kaum zu überwindende Hürde besteht dann 
darin, tatsächlich am richtigen Tage zur richtigen Uhrzeit am richtigen 
Ort zu erscheinen. Und möglichst kurze Zeit zuvor auch noch einen 
gewissen Aufwand in die Körperhygiene zu stecken.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Günter N. schrieb:
> Motopick schrieb:
>> Wenn Arbeitgeber so begriffsstutzig ist:
>> Schreib es ihm nochmal per Mail.
>
> Das würde ich nicht tun. Der Tenor: "Ich habe das doch geschrieben und
> du hast das nur nicht kapiert." ist nicht die beste Voraussetzung für
> ein Vorstellungsgespräch.

der angebliche Fachkräftemangel sollte das aber möglich machen.

so händeringend wie die überall suchen,
müsste man anrufen können, fragen:
"Kann ich hier arbeiten?"

Und als Antwort müsste kommen
"ja gleich morgen"

DAS ist Fachkräftemangel.

von -gb- (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Die nächste, für viele Bewerber kaum zu überwindende Hürde besteht dann
> darin, tatsächlich am richtigen Tage zur richtigen Uhrzeit am richtigen
> Ort zu erscheinen. Und möglichst kurze Zeit zuvor auch noch einen
> gewissen Aufwand in die Körperhygiene zu stecken.

Das hört sich an, als ob sich in eurer Firma nur die Allerletzten 
bewerben. Würde mir zu Denken geben, warum ihr solche Leute abbekommt.

Die Bewerber die ich so sehe, sind Dank Telefon, NAVI gut orientiert und 
im Bezug auf Sauberkeit durchaus ordentlich. Manche sind eher ein wenig 
zu gut durchdesigned, haben hypergepfegten Bart, Spezialfrisur und 
kommen mit $299,- Turn-Schuhen.

Da ist dann eher der eigene Entwickler das Problem, der im 
Holzfällerhemd undunrasiert mit Schlapperhose herumsitzt und sich 
benimmt, als habe er noch nie Außenkontakt hat.

von Cyblord -. (cyblord)


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Georg B. schrieb:
> Die Bewerber die ich so sehe, sind Dank Telefon, NAVI gut orientiert und
> im Bezug auf Sauberkeit durchaus ordentlich. Manche sind eher ein wenig
> zu gut durchdesigned, haben hypergepfegten Bart, Spezialfrisur und
> kommen mit $299,- Turn-Schuhen.

Ja nur habe ich solche Gestalten noch nie was reißen sehen. Schon gar 
nicht als Entwickler. Entweder die steigen in anderen Bereichen ein, 
z.B. Product Management oder Sales, oder nutzen den Entwicklerjob 
lediglich als Sprungbrett.

von (prx) A. K. (prx)


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Georg B. schrieb:
> Das hört sich an, als ob sich in eurer Firma nur die Allerletzten
> bewerben. Würde mir zu Denken geben, warum ihr solche Leute abbekommt.
>
> Die Bewerber die ich so sehe, sind Dank Telefon, NAVI gut orientiert und
> im Bezug auf Sauberkeit durchaus ordentlich. Manche sind eher ein wenig
> zu gut durchdesigned, haben hypergepfegten Bart, Spezialfrisur und
> kommen mit $299,- Turn-Schuhen.

Klingt nach Problem mit der Preisklasse. Für Mindestlohn kann der 
Bewerber sich keine $299-Schuhe leisten.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Georg B. schrieb:
> Das hört sich an, als ob sich in eurer Firma nur die Allerletzten
> bewerben. Würde mir zu Denken geben, warum ihr solche Leute abbekommt.

Es geht nicht um mein Unternehmen, sondern um die Erfahrungen der für 
das Bewerbungsverfahren zuständigen Personen mehrerer anderer 
Unternehmen. Von den meist zig Bewerbern für Ausbildungsplätze bleibt in 
manchen Jahren nach dem Auswahlverfahren tatsächlich kein einziger mehr 
übrig. Besonders bedenklich ist dabei, dass es in manchen Jahren kein 
deutscher Bewerber schafft, wohingegen sich viele Migranten als 
ausgesprochen engagiert erwiesen haben, und zwar sowohl bei der 
Bewerbung als auch bei der eigentlichen Ausbildung.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Georg B. schrieb:
> Turn-Schuhen

heute trägt man Sneaker

von Benedikt L. (Firma: Dem Ben seine Leiche) (dembenseineleiche) Flattr this


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Rainer W. schrieb:
> Was hast du bei deiner Bewerbung an Sprachen angegeben?

Engelisch, Dütsk und nordeutscher Platt. Wiener Melange kommt auch 
herzerwärmend gut an.

von He. (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Besonders bedenklich ist dabei, dass es in manchen Jahren kein
> deutscher Bewerber schafft, wohingegen sich viele Migranten als
> ausgesprochen engagiert erwiesen haben,

Natürlich, man sucht sich die Creme de la Creme aus. Und da die 
Migranten aus unterschiedlichen Gründen zu Recht oder auch zu Unrecht 
schlechtere Chancen haben und somit weniger Möglichkeiten, können sie 
weniger verhandeln und man kann sie billiger bekommen. Das ist aus 
Analysen der BR ganz deutlich abzuleiten: Ausländische Bewerber und 
Migranten fordern weniger und möchten überhaupt mal einsteigen. Da 
greift man eben schnell mal zu den Günstigeren, wenn diese scheinbar das 
gleiche bringen und sieht über eventuelle Defizite, wie Sprache hinweg.

Das trifft aber nicht auf alle Firmen zu: Oft genug bekommen bestimmte 
Firmen auch keine guten Bewerber ab, weil sie schlecht zahlen oder einen 
schlechten Ruf haben (zu Recht oder zu Unrecht). Dann hängen da eben nur 
die 2.klassigen Deutschen rum, die woanders nicht unterkommen. Von denen 
gibt es eine wachsende Masse.

Man darf da nicht vom Einzelfall ausgehen. Weder aus Sicht des Bewerbers 
noch aus Sicht der Firma.

von Reinhard S. (rezz)


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Jürgen S. schrieb:
> Ich würde die Termine auf Samstag morgen um 8.00 legen. Da hat niemand
> eine Ausrede, es sei denn er hat am Freitag zuviel gebechert.

Kein AG wird Bewerbungsgespräche freiwillig auf Samstag früh legen. Die 
wollen ja selbst ausschlafen.

Samstag ist auch ein üblicher Tag für ehrenamtliche Arbeit und/oder 
Arbeit am Haus/Grundstück, also mit sowas macht man sich erstmal 
unbeliebt.

von Ernest (ernest)


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So, ein kleiner Test in C++. Und im Bewerbungsgespräch hattest Du schon 
mitgeteilt, dass Du das nicht kannst. Was macht denn nun am meisten 
Sinn?

Wahrscheinlich, sich bis zu dem Test mit C++ zu beschäftigen. So gut es 
halt geht. Das zeigt Eigeninitiative, Selbstständigkeit und den Willen, 
Herausforderungen zu meistern.

Wie der Test dann aussieht, ob das ein 20 Minuten Gespräch ist oder ein 
2 Stunden Assessment Center - steht in den Sternen. Ist aber letztlich 
auch egal. Wenn es zig Bewerber geben würde, die wesentlich geeigneter 
sind als Du, dann wärst Du nicht zum zweiten Gespräch eingeladen worden. 
Wieviele da noch im Rennen sind - weißt Du nicht, aber wahrscheinlich 
weniger als 5. Vielleicht bist Du auch der einzige verbliebene geeignete 
Bewerber und der zweite Termin mit C++ Fokus wird ein Gespräch mit einer 
anderen Person um in der Firma eine zweite Meinung einzuholen. Kann 
alles sein, ist alles möglich. Die wollen eine Stelle besetzen, Du bist 
interessant für die.

Also - C++ anschauen und dann im guten Bewusstsein da hin gehen, dass 
man wahrscheinlich einer von weniger als 5 verbliebenen Bewerbern ist - 
und dann im Test, wie auch immer der aussieht - das Beste geben.

: Bearbeitet durch User
von Lotta  . (mercedes)


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Ernest schrieb:

> Also - C++ anschauen und dann im guten Bewusstsein da hin gehen, dass
> man wahrscheinlich einer von weniger als 5 verbliebenen Bewerbern ist -
> und dann im Test, wie auch immer der aussieht - das Beste geben.

Genau!
Schau Dir das Klassenkonzept in C++ an, die Vor und Nacteile
gegenüber C!

Was ist ne Klasse?
Ich glaub nicht, das da gleich mit Mehrfachvererbung
angefangen wird, die wissen ja, das Du von C kommst.
Unter Konstruktor, Kopierkonstruktor und Destruktor
solltest Du dir schon was vorstellen können.
Genau so unter public, protected und private Variablen.

mfg

von J. S. (engineer) Benutzerseite


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Reinhard S. schrieb:
> Jürgen S. schrieb:
>> Ich würde die Termine auf Samstag morgen um 8.00 legen. Da hat niemand
>> eine Ausrede, es sei denn er hat am Freitag zuviel gebechert.
>
> Kein AG wird Bewerbungsgespräche freiwillig auf Samstag früh legen. Die
> wollen ja selbst ausschlafen.

Du hast die Ironie aber schon verstanden, oder?
Ich hatte im Übrigen in der Tat schon einmal einen Termin. Die beiden 
Herren kamen tatsächlich am Sa in die Firma um das Gespräch zu führen. 
Die wollten unbedingt reales Kennenlernen und ich konnte die Woche über 
nicht.

Ist schon > 10 Jahre her und damals war das noch nicht so bekannt, mit 
online-Bewerbungen.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Jürgen S. schrieb:
> Ich hatte im Übrigen in der Tat schon einmal einen Termin. Die beiden
> Herren kamen tatsächlich am Sa in die Firma um das Gespräch zu führen.
> Die wollten unbedingt reales Kennenlernen und ich konnte die Woche über
> nicht.

Gespräch am Samstag Vormittag (aber nicht um 8.00) hatte ich auch schon. 
Aber von der anderen Seite aus...

Der Bewerber war unter der Woche im Ausseneinsatz und der nächste Termin 
wo er in der Woche gekonnt hätte wäre schon wieder der Monatwechsel 
gewesen (Für die Kündigungsfrist halt relevant). Da die Stelle (in 
meiner Abt.) so schnell wie möglich besetzt werden sollte haben wir dann 
halt den Samstag gewählt.

Da bin ich und einer der GF dann halt auch am Samstag in die Fa. 
gefahren.
Ein vorheriges Gespräch hatte aber schon stattgefunden. Habe gerade mal 
nachgesehen, ist jetzt ziemlich genau 8 1/2 Jahre her...

Gruß
Carsten

P.S.: Der Berwerber hat dann auch angefangen und ist einige Jahre dort 
geblieben. Bis wir, ziemlich zeitgleich, dann beide gewechselt haben!

von Carsten S. (dg3ycs)


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Lotta  . schrieb:
> Genau!
> Schau Dir das Klassenkonzept in C++ an, die Vor und Nacteile
> gegenüber C!

Sachlich richtig, allerdings ist der Ursprungspost ja jetzt schon über 
einen Monat alt. Haben seit dem auch nichts mehr vom TE gehört...

Das Gespräch, sofern es denn eine reale Anfrage war, hat also sicher 
schon lange stattgefunden.
Falls es kein Rumgetrolle war wäre es natürlich schon interessant 
gewesen zu hören was dabei dann tatsächlich erwartet wurde... Aber 
Rückmeldungen gibt es ja leider immer seltener.

Gruß
Carsten

von Cliff W. (cliff)


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Sie müssen sich im Voraus auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten, 
sonst wird alles, was Sie vorher wussten, vergessen.

von Manfred H. (protolus)


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Bin im Internet mal auf einen Artikel gestossen, in dem ein relativ 
einfaches Softwareproblem vorgestellt wurde, das gerne in 
Einstellungstests für Programmierer benutzt wird.
Der Clou dabei ist, dass einem eine einfache Lösung sofort in's Auge 
springt.
Wie in der Software üblich, existieren aber verschiedene Lösungswege.

Und für dieses Problem existiert eine Lösung, die raffiniert ist und 
weniger Code-Zeilen hat, als die, die einem sofort in's Auge fällt. Als 
guter Programmierer sieht man diese bessere Lösung auch.

Die Firma will also nicht nur sehen, ob Du ein Softwareproblem lösen 
kannst, sondern auch, ob Du clever bist und optimale Softwaresolutions 
liefern kannst.
Dieses Softwareproblem hat einen speziellen Namen und ist unter 
Programmieren bekannt. Ich kann mich leider nur noch dunkel dran 
erinnern. Das Problem ist unabhängig von einer Programmiersprache. 
Irgend wie geht es darum, eine Liste von Zahlen zu erstellen. Die 
Erstellung ist an einige Konditionen geknüpft.
Dieser Test wird fast immer verwendet, da er unter Arbeitgebern als der 
ultimative Test gilt, die "cleverness" eines Programmierers zu 
beurteilen.
Wenn also in Deinem Eignungstest etwas mit Listenerstellung von Zahlen 
auftaucht: Vorsicht!!

Möglicherweise kennt ja hier im Forum jemand diesen Test.

Ich habe im Internet recherchiert, konnte den Test aber leider noch 
nicht wieder finden. Wenn ich den finde, melde ich mich wieder.

LG

: Bearbeitet durch User
von Cyblord -. (cyblord)


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Manfred H. schrieb:
> Und für dieses Problem existiert eine Lösung, die raffiniert ist und
> weniger Code-Zeilen hat, als die, die einem sofort in's Auge fällt. Als
> guter Programmierer sieht man diese bessere Lösung auch.

Also weniger Codezeilen sind jetzt das neue Ziel für gute Entwickler? Da 
würde ich aber mal heftig widersprechen.

> Die Firma will also nicht nur sehen, ob Du ein Softwareproblem lösen
> kannst, sondern auch, ob Du clever bist und optimale Softwaresolutions
> liefern kannst.

Genau. Und was ist Optimal? Sicher nicht besonders wenig Zeilen Code 
oder eine besonders "clevere" Lösung in Bezug auf irgendwas dubiöses wie 
Fancy Datenstrukturen. Denn gerade solche Lösungen sind schwer 
nachzuvollziehen. Und genau das will man nicht.

Also guter Code ist:

Sauber
Nachvollziehbar
Gut gekapselt
Modular
Wartbar

Aber sicher nicht möglichst kurz und dadurch unnötig kompliziert.

: Bearbeitet durch User
von Manfred H. (protolus)


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Du tust ja gerade so, als würde ich hinter diesem Test stehen.
Tue ich nicht!!
Ich will den Kollegen nur warnen, dass es eben Firmen gibt, die bei der 
Einstellung diesen Test benutzen und daraus Schlüsse auf die Eignung 
ziehen.
Im der embedded-Welt (nicht nur in dieser) kann es durchaus vorkommen, 
dass man um jede Code-Zeile ringen muss (Performance ?!?!).
Eine raffinierte, einfache Lösung ist weniger Fehlerträchtig als grosses 
Geschwurbel (Im weitesten Sinne greift hier Ockham's racer).
Ausserdem soll mit diesem Test nur die "Cleverness" des Probanden 
getestet werden. Praktisch hat die Lösung dieses speziellen Problems 
keine Relevanz.
Und ein cleverer Programmierer liefert nun mal bessere Software.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Robert B. schrieb:
> Mir wurde allerdings gesagt, dass
> es in C++ durchgeführt werden soll

ignorieren, du hast es doch gesagt das du nur C machst, also löse die 
Aufgabe in C, es ist immer möglich, vielleicht will der AG nur sehen ob 
du lösen kannst, es dürfte egal sein wie man zur Lösung kommt, 
Hauptsache es gibt eine Lösung.

Wer ist eigentlich der Arbeitgeber, ich tippe mal der Bewerber denn der 
gibt seine Arbeit hin, während der Andere diese annimmt, also bewirbt 
man sich beim Arbeitnehmer :-)

von He. (Gast)


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Manfred H. schrieb:
> nd ein cleverer Programmierer liefert nun mal bessere Software.

Er liefert oft genug auch die verwurstelte Software, schreibt nichts auf 
sodass sie nicht mehr weiterbenutzt werden kann.

von Rbx (rcx)


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Eventuell kann man die Tester überraschen, wenn man etwas über:
https://de.wikipedia.org/wiki/Validität
erzählt.

Sich ein wenig darüber Gedanken zu machen, ist gar nicht so übel.

Ich würde vermutlich eher ein xkcd-Bildchen/Witz erklären lassen, und 
ein wenig versuchen, Vorgeschichten zu erhalten, wie auch ein paar 
Arbeitsbeispiele.

Wenn so ein Bewerber ankommt, und meint, er könne nur C, obwohl 
C++-Programmierung gesucht wird - dann kann der sowieso gleich wieder 
gehen - hängt aber auch von der Einarbeitungszeit ab.
Notfalls: Ein bestimmtes C-Programm nach C++ übersetzen lassen, bzw. 
umgekehrt.

Was ich mal gesehen hatte (im Internet):
Sowas wie u.a. 
https://www.joelonsoftware.com/2006/10/25/the-guerrilla-guide-to-interviewing-version-30/
(mehrere Seiten mit mehreren guten Hinweisen)

von Joachim B. (jar)


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Rbx schrieb:
> Wenn so ein Bewerber ankommt, und meint, er könne nur C, obwohl
> C++-Programmierung gesucht wird - dann kann der sowieso gleich wieder
> gehen

nur war es dann unlogisch ihn einzuladen!

Robert B. schrieb:
> ich wurde nun zum zweiten Termin in die Firma eingeladen.
>
> Es soll unter anderem ein kleiner Test mit mir durchgeführt werden, in
> Bezug auf meine Programmierkenntnisse. Mir wurde allerdings gesagt, dass
> es in C++ durchgeführt werden soll, obwohl ich im ersten Gespräch
> erwähnt habe, dass ich nur in C programmiere und vor allem die
> objektorientierte Programmierung nicht drauf habe.

Wer hat nun versagt, die Einlader?
Der Bewerber ofensichtlich nicht, denn der hat es klar kommuniziert!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Joachim B. schrieb:
> Wer hat nun versagt,

Vielleicht auch gar keiner von beiden. Vielleicht fand der Einladende 
den Bewerber interessant, akzeptiert die Lösung in C und frägt wieviel 
Stunden er welchen Fortschritt in C++ machte um abzuschätzen, ob er 
dennoch für die Firma in Frage käme.

von U. B. (Gast)


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>> Bewerbungsgespräch

> Wer hat nun versagt,...

Wichtig ist inzwischen -beim Gespräch- vor allem der richtige Akzent,
die Inhalte treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Dabei reines "Hochdeutsch" (falls noch -oder wieder-) beherrscht,
raushängen zu lassen, sollte man sich inzwischen sehr
gut überlegen.
Das wird gerne falsch verstanden...

von F. B. (finanzberater)


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Manfred H. schrieb:
> Und für dieses Problem existiert eine Lösung, die raffiniert ist und
> weniger Code-Zeilen hat, als die, die einem sofort in's Auge fällt. Als
> guter Programmierer sieht man diese bessere Lösung auch.
>
> Die Firma will also nicht nur sehen, ob Du ein Softwareproblem lösen
> kannst, sondern auch, ob Du clever bist und optimale Softwaresolutions
> liefern kannst.

Dass man ein genialer Entwickler ist, weiß man spätestens dann, wenn man 
eine Lösung liefert, die selbst dem Arbeitgeber unbekannt war, nur einen 
Bruchteil der Zeilen benötigt und trotzdem leichter verständlich ist. 
Die Geschäftsführung hat dann aber zu lange gebraucht, um mir einen 
Vertrag vorzulegen, deswegen habe ich bei meiner jetzigen Firma 
unterschrieben.

von Herbert B. (Gast)


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F. B. schrieb:
> Die Geschäftsführung hat dann aber zu lange gebraucht, um mir einen
> Vertrag vorzulegen, deswegen habe ich bei meiner jetzigen Firma
> unterschrieben.
Das waren die Typen in den weissen Kitteln mit der lustigen Jacke die 
sie dir als Geschenk anzogen, richtig?

von Stefan F. (Gast)


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Motopick schrieb:
> Loese die Aufgabe einfach in C

Was für ein bescheuerter Tipp! Wenn der Arbeitgeber einen C++ Test 
macht, dann ist ihm wichtig, dass der Bewerber C++ abliefert. Dann 
einfach etwas anderes abzuliefern wäre eine respektlose 
Zeitverschwendung.

Wenn ich so an meine Arbeitsaufträge heran gehen würde, wäre ich eine 
unerträgliche Last für die Firma, weil ich Zeit und Geld vergeuden 
würde. Ich habe gefälligst das zu liefern, was gefordert wurde. Ggf kann 
man über alternativen diskutieren. Aber einfach etwas anderes abliefern 
geht gar nicht.

Robert, frage lieber nach ob du das in C umsetzen darfst, bevor du es 
machst. Wenn nicht, kannst du nämlich gleich wieder gehen und alle 
Beteiligten sind weniger genervt.

Ein bisschen C++ Grundlagen zu lernen ist sicher eine gute Idee. Damit 
kannst du Lern-Bereitschaft und -Fähigkeit signalisieren. Ich würde mir 
nach wenigen Tagen aber nicht zutrauen, damit etwas vorzeigbares 
programmieren zu können. Das kann man auch ruhig so sagen, finde ich.

Robert B. schrieb:
> Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich jetzt hochkomplexe
> Aufgaben lösen muss, oder?
> Hat da jemand mal Erfahrung mit gemacht, auf was ich mich vorbereiten
> sollte?

Wenn ich Bewerber teste, dann geht es nur darum abzuklopfen, ob er 
wirklich ansatzweise das kann, was er verspricht. Es sind immer total 
einfache Aufgaben und Googeln ist erlaubt.

Uns ist wichtig, dass der Bewerber ehrlich ist. Wir hatten in der 
Vergangenheit zu viele Schwätzer (insbesondere aus den USA und Asien), 
die fast nichts von dem konnten, was sie versprachen.

Andreas S. schrieb:
> Die nächste, für viele Bewerber kaum zu überwindende Hürde besteht dann
> darin, tatsächlich am richtigen Tage zur richtigen Uhrzeit am richtigen
> Ort zu erscheinen. Und möglichst kurze Zeit zuvor auch noch einen
> gewissen Aufwand in die Körperhygiene zu stecken.

Habe ich noch nicht erlebt. Nicht ein einziges mal.

Ein Schwätzer-Fall wo der Test richtig schlecht verlief:

Es kam einmal einen angeblich "erfahrenen" Web Entwickler, der sollte 
zum Test eine statische "Hello World!" HTML Seite schreiben. Eigentlich 
hatte ich vor, dass er danach ein Stylesheet und ein paar Zeilen 
Javascript schreiben würde, aber so weit kamen wir nicht.

Er meinte, dass ich ihn mit der Aufgabe überrascht hätte, weil er immer 
nur Java Frameworks verwendet hatte. Da habe ich ihm gesagt: Installiere 
den Java Kram und das dir bekannte Framework. Damit soll wie gehabt eine 
"Hello World!" Seite ausgegeben werden.

Dafür brauchte er mehr als 2,5 Stunden. Jeden kleinen Arbeitsschritt 
musste er googeln, sogar das Setzen der PATH Variable. Ich hatte das 
starke Gefühl, dass er das noch nie gemacht hat. An der Stelle habe ich 
dann abgebrochen. So jemanden können wir nicht gebrauchen.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Robert B. schrieb:
> Bin gerade aus der Uni raus.

und sollst als Programmierknecht dich verdingen?
Da hättest du gleich den Fachinformatiker machen können und nicht 
unnötig Geld an der Uni verschwendet!

von Robert B. (robertoneu_95)


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Vielen Dank für eure Antworten und Tipps.

Das Gespräch war gut und ich habe den Job.

Viele Grüße
Robert

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Robert B. schrieb:
> Das Gespräch war gut und ich habe den Job.
Und jetzt musst du laut 
Beitrag "Re: Datenblatt vom Raspberry Pi" nicht 
in C++, sondern in "Hex" programmieren? Oder sehe ich das falsch?

von Motopick (motopick)


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> in "Hex" programmieren?

So mancher Z80/6502/... wurde in "Hex" programmiert.
Wo ist das Problem? So viele Opcodes waren es ja nicht.

von Sophie T. (sophie_t)


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Hex ist keine Programmiersprache. Wenn dann wurden die Dinger in 
Assembler programmiert.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Also ich hab' die damals in "dezimal" programmiert. Hex wurde auf meinen 
"Platformen" nicht unterstuetzt. Erstaunlich, was man sich fuer einen 
Unfug elend lange merken merken kann:
201 ist ret, 16 ist djnz, 235 ist ex de,hl...

Gruss
WK

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Sophie T. schrieb:
> Hex ist keine Programmiersprache. Wenn dann wurden die Dinger in
> Assembler programmiert.

Nein, auf frühen Heimcomputern und Bastelcomputer gab es keinen 
Assembler. Und wenn es einen solchen gab, dann war er für Hobbyisten 
oft ziemlich unerschwinglich, d.h. etliche hundert DM teuer. Ich fand es 
hingegen viel praktischer, direkt die den Maschinenbefehlen 
entsprechenden Hexcodes direkt einzutippen oder gar als Binärcode per 
Schalter einzugeben. Oder was glaubst Du, warum viele Computer wie z.B. 
Elektor SC/MP, IMSAI 8080 oder PDP-11 diese Schalterreihen hatten?

Assembler war hingegen schon eine richtige Hochsprache. Außerdem kann - 
entgegen vielfacher Behauptungen - auch kein Prozessor Assemblerbefehle 
direkt ausführen, sondern nur die in den Maschinencode übersetzten 
Anweisungen.

von Motopick (motopick)


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> Erstaunlich, was man sich fuer einen
> Unfug elend lange merken merken kann

00 NOP, 18 JR, C3 JMP, C9 RET, CD CALL, ... FF INT38 :)

Aber Dezimal ist schon fuer die ganz Harten.

> Hex ist keine Programmiersprache.

Aaaach nicht?

von Dergute W. (derguteweka)


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Motopick schrieb:
> CD CALL

Stimmt, 205 war's :-)

Motopick schrieb:
> Aber Dezimal ist schon fuer die ganz Harten.

War ja kurz nachm Krieg (Also dem mit den Eltern, warum man jetzt 
unbedingt so ein teures Spielzeug (ZX81) braucht), wir hatten ja nix.

Gruss
WK

Achja: und bei Adresse 16514 ging im Ram der Platz nach der ersten Zeile 
Basic los. Also da, wo man dann die ganzen Dezimalzahlen hingepoked 
hat...

: Bearbeitet durch User
von Stefan F. (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Nein, auf frühen Heimcomputern und Bastelcomputer gab es keinen
> Assembler. Und wenn es einen solchen gab, dann war er für Hobbyisten oft
> ziemlich unerschwinglich,

Ganz genau, deswegen habe ich meinen ersten Assembler selbst 
geschrieben, in Basic.

Ich würde das heute aber niemanden so empfehlen. Heute programmiert man 
anders, und das ist gut so.

von Motopick (motopick)


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> warum man jetzt
> unbedingt so ein teures Spielzeug (ZX81) braucht), wir hatten ja nix.

Hier: C64 + Datasette.

Meinen ersten und zweiten Z80 hatte ich da aber schon selbst
zusammengebaut. Das Monitorprogramm fuer den ersten selbst geschrieben,
und fehlerfrei in einen 2708 programmiert.
Der erste hatte immerhin 3 kByte dRAM in 24 1103. An den habe ich
spaeter noch eine Videoansteuerung per DMA gehaekelt.
Der zweite Z80 hatte dann nur noch einen Urlader im EPROM.

> deswegen habe ich meinen ersten Assembler selbst
> geschrieben, in Basic.

Weichei!

von Joachim B. (jar)


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Dergute W. schrieb:
> kurz nachm Krieg

hatte man aber mit Drahtbrücken programmiert

https://de.wikipedia.org/wiki/Logikus
https://www.logikus.info/

ich jedenfalls, wobei so kurz nach dem Krieg war es nicht oder war der 
6-Tage Krieg gemeint?
Der Sechstagekrieg oder auch Junikrieg genannt, hielt vom 5. Juni 1967 
bis zum 10. Juni 1967 an.

Erst 1979 fing ich mit "hex" pardon dezimal an welches in den Speicher 
vom PET 2001 "gepoked" wurde.

: Bearbeitet durch User
von Robert B. (robertoneu_95)


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Lothar M. schrieb:
> Robert B. schrieb:
>> Das Gespräch war gut und ich habe den Job.
> Und jetzt musst du laut
> Beitrag "Re: Datenblatt vom Raspberry Pi" nicht
> in C++, sondern in "Hex" programmieren? Oder sehe ich das falsch?

Du siehst leider eine Menge falsch!

von Motopick (motopick)


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> hatte man aber mit Drahtbrücken programmiert

Nicht ganz. Es waren (Ge-)Dioden an einem 74154 die dem Z80
das erste Leben bei mir einhauchten.
Das reichte, um ueber eine Binaertastatur Codesequenzen in den
RAM zu laden und zu starten.

Inspiriert war das ganze vom Honeywellnachbau KRS4200 :).
Der hatte nonvolatile Ferritkerne. Aber wenn man zu viel
Unfug trieb, und der "Urlader" korrupt, durfte mann auch
da ein wenig tippen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Robert B. schrieb:
> Du siehst leider eine Menge falsch!
Tja, sieht aber auch alles irgendwie arg trollig aus

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