Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Röhrenverstärker 100Hz Brummen


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von Daniel S. (stenly)



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Hallo ich habe hier einen Kleinen Verstärker 6J1+LM1875. Ich bin mit dem 
Klang zufrieden leider hat er ein zu lautes 100Hz Brummen.
Wäre über einfache Lösungsvorschläge sehr dankbar.

Ich habe die Vermutung das der Glättungskondensator C26 mit 22uF zu 
gering ist und würde ihn gegen 100uF austauschen ->   was würdet ihr mir 
empfehlen?

MFG

: Bearbeitet durch User
von H. H. (Gast)


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Es handelt sich nicht um einen Verstärker, sondern um ein Effektgerät, 
und da gehört das Brummen einfach dazu.

von Daniel S. (stenly)


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Hhinz :) Das ist ein 30€ Bausatz und kein 5000€ Röhrenverstärker. Wie 
würdest du das "Effektgerät" denn von den Brumm befreien wenn er nicht 
dazugehören sollte :)?

: Bearbeitet durch User
von H. H. (Gast)


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Daniel S. schrieb:
> Wie
> würdest du das "Effektgerät" denn von den Brumm befreien wenn er nicht
> dazugehören sollte :)?

Röhre überbrücken.

von Peter N. (alv)


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Ich weiß nicht...
Wenn schon Röhrenverstärker, dann haben da drin keine Halbleiter (außer 
vielleicht Gleichrichter) was zu suchen...

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Peter N. schrieb:
> außer vielleicht Gleichrichter

Was mich schon stutzig macht, sind die 9 Stück Dioden.

Daniel S. schrieb:
> Das ist ein 30€ Bausatz

Allein das Kühlaggregat ist schon mehr als 30 Euro Wert.

Daniel S. schrieb:
> zu lautes 100Hz Brummen.

Ich gehe davon aus, dass es sich nur um eine Masseschleife handelt.

von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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Je nachdem, wie die Leiterplatte gestaltet ist, könnte es helfen, den 
Masseanschluss des Heizkreises (Screenshot unten, "GND") von der 
Verstärkermasse zu trennen und direkt zum Mittelabgriff der 
Trafowicklung zu führen.

H. H. schrieb:
> Röhre überbrücken.

und möglichst entfernen, der Heizstrom dürfte durch die 
Spitzenwertgleichrichtung, vor dem Gleichrichter einen kleinen 
Stromflusswinkel haben.

Aber wenn die Röhre nicht mehr glimmt, ist ja auch der Effekt dahin ;-)

von Alfred K. (64180)


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Hallo Daniel,

es könnte wie bereits geschrieben eine Masse- bzw. Brummschleife sein.
Zum Test mal eine Röhre ziehen, ist dann das Brummen auf dem Kanal weg?

Die Röhren sind für Wechselstromheizung ausgelegt d.h. bei deiner
Gleichstromheizung sollte eigentlich kein Brummen auftreten.

Infos z.B. hier: https://www.ak-modul-bus.de/stat/roehre_6j1.html

Gruß
Alfred

von Karl B. (gustav)


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Das Platinenlayout für die Endstufen-ICs ist bezüglich gemeinsamer 
"Masse"
GND (Versorgungsspannungs"-Masse" und Signal"-Masse") kritisch.
(Kenn das vom TDA 2003 in stereo.)
Zeig mal die Platinenseite des Bausteins.

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Karl B. schrieb:
> Zeig mal die Platinenseite des Bausteins.

Schlimmsten Falls ist die Brummschleife, zusammen mit dem 
Platinenlayout, gleich mitgekauft worden.

von H. H. (Gast)


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Ingo W. schrieb:
> Aber wenn die Röhre nicht mehr glimmt, ist ja auch der Effekt dahin ;-)

Dafür gibt es doch eh blaue LEDs unter den Röhren.

https://ae01.alicdn.com/kf/Ha19e31e300d24b55937c691dbca89255p.jpg

https://ae01.alicdn.com/kf/H5c562e5b719f4c4da8f37dd1f9212baf6.jpg

von Peter N. (alv)


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H. H. schrieb:
> Dafür gibt es doch eh blaue LEDs unter den Röhren.

Erstaunlich, daß die Konstrukteure bereits vor Jahrzehnten schon wußten, 
daß unter die Röhren mal Leds kommen und ein entsprechendes Loch im 
Sockel vorgesehen haben...

Aber blaue Leds?
Wenn, dann gehören da gelb/orange Leds hin!

von H. H. (Gast)


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Peter N. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Dafür gibt es doch eh blaue LEDs unter den Röhren.
>
> Erstaunlich, daß die Konstrukteure bereits vor Jahrzehnten schon wußten,
> daß unter die Röhren mal Leds kommen und ein entsprechendes Loch im
> Sockel vorgesehen haben...
>
> Aber blaue Leds?
> Wenn, dann gehören da gelb/orange Leds hin!

Das Effektgerät wird wohl einen eisblauen Klang machen...

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Peter N. schrieb:
> Aber blaue Leds?
> Wenn, dann gehören da gelb/orange Leds hin!

...aber nur bei den zurückgebliebenen Steinzeitmenschen! Seit dem der 
Mensch im Laufe der Evolution in der Lage ist, eine blaue Flamme, 
geschweige denn künstliches blaues Licht zu erzeugen, hat er quasi 
evolutionsmäßig einen gehörigen Schritt weit nach vorne gemacht und will 
das natürlich auch bei allen möglichen Gelegenheiten gerne zeigen. Dafür 
bietet sich der Röhrenverstärker regelrecht an.

In der Philosophie und Esoterik wird ebenfalls davon gesprochen, dass 
der Mensch in seiner Entwicklungsphase zu immer kürzeren Wellenlängen 
neigt.

Die letzte Stufe der Menschheitsgeschichte wäre die Farbe Violett. Der 
Beweis dafür ist die Partei mit der Bezeichnung "Die Violetten". Nur 
Menschen mit einem höheren Bewusstsein wählen diese Partei.

von H. H. (Gast)


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Michael M. schrieb:
> Die letzte Stufe der Menschheitsgeschichte wäre die Farbe Violett. Der
> Beweis dafür ist die Partei mit der Bezeichnung "Die Violetten". Nur
> Menschen mit einem höheren Bewusstsein wählen diese Partei.

Der radikale Flügel heißt dann wohl "Die UVs".

von Sven D. (sven_la)


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H. H. schrieb:
> Der radikale Flügel heißt dann wohl "Die UVs".

Die Partei der Sonnenanbeter :-D

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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H. H. schrieb:
> Der radikale Flügel heißt dann wohl "Die UVs".

Ja, genau! Das sind dann die Menschen die nur glauben, sie hätten ein 
noch höheres Bewusstsein :)

von H. H. (Gast)


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Sven D. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Der radikale Flügel heißt dann wohl "Die UVs".
>
> Die Partei der Sonnenanbeter :-D

Gegründet von Echnaton.

von Peter N. (alv)


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Michael M. schrieb:
> Peter N. schrieb:
>> Aber blaue Leds?
>> Wenn, dann gehören da gelb/orange Leds hin!
>
> ...aber nur bei den zurückgebliebenen Steinzeitmenschen!

Welche Röhren haben denn eine blau glühende Heizung?

Das ist etwa so, wie ein blau leuchtendes Magisches Auge!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Daniel S. schrieb:
> leider hat er ein zu lautes 100Hz Brummen.

Wenn das kein Aprilscherz sein sollte, dann prüfe ob das Brummen gleich 
bleibt, wenn Du den Eingang auf Masse legst ohne das etwas dort 
angeschlossen wurde.

Zum Messen der Brummspannung muss über einen Kondensator der 
Gleichspannungsanteil für das Multimeter im AC-Messbereich abgeblockt 
werden.

von Daniel S. (stenly)


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Rund die Hälfte vom Brummen geht direkt vom Ringkerntrafo aus. Der 2te 
Anteil verschwindet fast vollständig wenn ich mit dem Schraubenzieher an 
einen bestimmten Punkt in der Luft in die Nähe der Ersten Röhre gehe(in 
der nähe der Versorgungsspannung).

https://ae01.alicdn.com/kf/Ha19e31e300d24b55937c691dbca89255p.jpg

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Aber blaue Leds?
> Wenn, dann gehören da gelb/orange Leds hin!

Ach du bist sowas von gestern. Modernste Produkte haben bisher einen
Umschalter fuer die Farbe an der Front. Man munkelt sogar das die
besten Hifi-Labore der Welt gerade an Installation einer RGB-Led
unter der Roehre arbeiten.

Olaf

von Alfred K. (64180)


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Evtl. sind die Röhren (Chinaböller) außerhalb der Spezifikation
bzw. funktionieren in der Schaltung nicht vernünftig.

Vielleicht zum Vergleich EF95, 5654, 6AK5 oder 6Sh1P testen.

Gruß
Alfred

: Bearbeitet durch User
von Stefan F. (Gast)


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Vanye R. schrieb:
> Man munkelt sogar das die besten Hifi-Labore der Welt
> gerade an Installation einer RGB-Led unter der Roehre arbeiten.

Na logisch, um den Klang passend zum Aufstellort zu optimieren.

von Peter N. (alv)


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Vanye R. schrieb:
> Ach du bist sowas von gestern.

Röhren sind ja auch von gestern.

Die Klangverfälscher in modernen Geräten arbeiten auf VFD-Basis:
https://www.theseus.fi/bitstream/handle/10024/126712/Popovs_Sergejs.pdf?sequence=1&isAllowed=y

von Daniel S. (stenly)


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von Daniel S. (stenly)


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Ich habe die 6J1 gegen EF95 getauscht -> Brummen bleibt bestehen aber 
der gesamte Klang wurde dadurch besser

von Percy N. (vox_bovi)


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H. H. schrieb:
> Der radikale Flügel heißt dann wohl "Die UVs".

Klar, das sind die Ultraviolenten.

von Karl B. (gustav)


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Ich hätte jetzt auf 6K4 Röhre getippt.
https://de.aliexpress.com/item/1005001828613892.html

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Daniel S. (stenly)


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Dieter D. schrieb:
> Daniel S. schrieb:
>> leider hat er ein zu lautes 100Hz Brummen.
>
> Wenn das kein Aprilscherz sein sollte, dann prüfe ob das Brummen gleich
> bleibt, wenn Du den Eingang auf Masse legst ohne das etwas dort
> angeschlossen wurde.

Dadurch verschlechtert sich das Brummen um rund das Doppelte :(

von Daniel S. (stenly)


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von Heinrich K. (minrich)


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clickbait

Beitrag #7384321 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7384411 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Daniel S. (stenly)


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Alfred K. schrieb:
> Evtl. sind die Röhren (Chinaböller) außerhalb der Spezifikation
> bzw. funktionieren in der Schaltung nicht vernünftig.
>
> Vielleicht zum Vergleich EF95, 5654, 6AK5 oder 6Sh1P testen.
>
> Gruß
> Alfred

Wenn ich andere Röhren verwende ändert sich das ganze um rund 10% nach 
oben oder unten. Mit den 5654W Brummt es am wenigsten(Kann aber nur die 
5654W mit den 6j1 vergleichen - EF95 habe ich keine). Ich habe am ende 
beide 5654 vertauscht und damit wurde es noch etwas besser. Es ist mir 
aber noch immer ein Rätsel wo es herkommt. Kann ja nicht sein das sich 
das Mechanische Brummen vom Trafo auf die Röhren überträgt oder sind 
alle meine Röhren nicht geeignet bzw ->
Falls die Schaltung nicht vernünftig für die Röhren funktioniert würde 
mich wirklich Interessieren wo in der Schaltung das Problem liegt.

Ich habe keine Bilder gemacht da ja alle zu finden waren aber wenn euch 
der Beitrag amüsiert schadet es auch nicht.

Jedenfalls herzlichen Dank an alle für die Lösungsvorschläge.

von Stefan F. (Gast)


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Daniel, du brauchst ein Oszilloskop und eine Einweisung in dessen 
Bedienung.

von Meier B. (meier_b)


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Ich kenne jetzt das Platinenlayout nicht, aber versuche doch bitte 
folgendes:
Heizkreis abtrennen, d.h. Leiterbahnen direkt an der Röhrenfassung 
auftrennen und die Heizung direkt anfahren mit verdrillter(!) Litze

Beitrag #7384421 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Daniel S. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Daniel S. schrieb:
>> wenn Du den Eingang auf Masse legst ohne das etwas dort
>> angeschlossen wurde.
>
> Dadurch verschlechtert sich das Brummen um rund das Doppelte :(

Daraus zu entnehmen wäre das ein Massen(schleifen)problem 
wahrscheinlicher sein dürfte.

von Heinrich K. (minrich)


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Daniel S. schrieb:
> Ich habe die 6J1 gegen EF95 getauscht -> Brummen bleibt bestehen aber

Daniel S. schrieb:
> - EF95 habe ich keine

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Daniel S. schrieb:
> Dadurch verschlechtert sich das Brummen um rund das Doppelte :(

Heute ist mir noch eingefallen, welcher Versuch möglich wäre um 
herauszufinden, ob die kapazitive Schleife über Masse eine Rolle spielen 
könnte. D.h. Heizung, Gitter, Eingangskondensator, Masse Eingang, Masse 
Heizung.

Es wird der Eingang wieder kurzgeschlossen. Hierzu hängst Du über eine 
der vielen in Reihe geschalteten Dioden für die Heizungsversorgung einen 
Taster um diese Diode zu überbrücken. Dann testest Du wie gut die 
Tasterknacker über den Verstärker zu hören sind.

von Daniel S. (stenly)


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Heinrich K. schrieb:
> Daniel S. schrieb:
>> Ich habe die 6J1 gegen EF95 getauscht -> Brummen bleibt bestehen aber
>
> Daniel S. schrieb:
>> - EF95 habe ich keine

Sorry ich habe die EF95 mit den 5654W verwechselt.

von Daniel S. (stenly)


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Stefan F. schrieb:
> Daniel, du brauchst ein Oszilloskop und eine Einweisung in dessen
> Bedienung.

Ich habe mit und ohne den Röhren die Ausgänge mit einem Oszi 
durchgemessen. Der Brumm ist nur mit den Röhren Vorhanden und liegt bei 
25mv VPP hat aber bei der Messung mit dem Oszi 50Hz. Meine ersten 
Messungen waren nur mit einem Mikrofon mit dem ich die Lautsprecher 
gemessen habe damit finde ich nur eine Spitze bei 100Hz.

Der Brumm erhöht sich oder fällt ab wenn ich mit dem Schraubenzieher in 
die nähe der Röhren komme.

von Daniel S. (stenly)


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Meier B. schrieb:
> Ich kenne jetzt das Platinenlayout nicht, aber versuche doch bitte
> folgendes:
> Heizkreis abtrennen, d.h. Leiterbahnen direkt an der Röhrenfassung
> auftrennen und die Heizung direkt anfahren mit verdrillter(!) Litze

Hier ist nochmal die Platine von beiden Seiten zu sehen und im Anhang 
das Schaltbild.

https://www.electronicpro.co.za/products/ac18v-hifi-vacuum-tube-amplifier-board-electronic-valve-amplifier-6j1-lm1875-amplifier-diy-kit?variant=35369012986012

Ich verwende einen Ringkerntrafo mit 18V wenn ich die Heizung direkt 
anfahre würde ich damit nicht die Röhren überhitzen?

von Alfred K. (64180)


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Guten Morgen,

"Der Brumm erhöht sich oder fällt ab wenn ich mit dem Schraubenzieher in
die nähe der Röhren komme."

dann würde ich die Röhre versuchsweise etwas abschirmen,
also z.B. mit einem passenden dünnen Metallrohr 
(Eisen/Stahl-Blech/MU-Metall).

Früher gab es für Vorstufen passende Abschirmhauben.

PS: Heizspannung ist 6,3V AC, mehr ist ungesund und bei 18V ist die 
Röhre tot.
Wenn beide in Serie, dann natürlich 12,6V +/- Toleranz ;-)!

Viel Erfolg
Alfred

: Bearbeitet durch User
von Daniel S. (stenly)


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Alfred K. schrieb:
> Guten Morgen,
>
> "Der Brumm erhöht sich oder fällt ab wenn ich mit dem Schraubenzieher in
> die nähe der Röhren komme."
>
> dann würde ich die Röhre versuchsweise etwas abschirmen,
> also z.B. mit einem passenden dünnen Metallrohr
> (Eisen/Stahl-Blech/MU-Metall).
>
> Früher gab es für Vorstufen passende Abschirmhauben.
>
> PS: Heizspannung ist 6,3V AC, mehr ist ungesund und bei 18V ist die
> Röhre tot.
> Wenn beide in Serie, dann natürlich 12,6V +/- Toleranz ;-)!
>
> Viel Erfolg
> Alfred

Guten Morgen Alfred

Wenn ich genau an die richtige Stelle mit dem Schraubenzieher gehe ist 
der Brumm fast gänzlich verschwunden. Also müsste es sich bei dem Brumm 
um Einstreuungen handeln? Ich werde mir jetzt erstmal ein Passendes Rohr 
suchen.

Besten Dank MFG

: Bearbeitet durch User
von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Alfred K. schrieb:
> dann würde ich die Röhre versuchsweise etwas abschirmen,
> also z.B. mit einem passenden dünnen Metallrohr
> (Eisen/Stahl-Blech/MU-Metall).

Dann sieht man aber das schöne warmherzige Leuchten der Röhren nicht 
mehr!

Bevor man Leiterbahnen mit dem Messer unterbricht, kann man auch die 
Röhren Testweise aus den Fassungen rausziehen und eine Drahtbrücke (rot) 
in die Fassungen stecken, die den Gitteranschluss mit dem 
Anodenanschluss direkt verbinden. Dann wird quasi das Layout für den 
Brummtest mit einbezogen und das sogar bei laufender Musik.

Vielleicht muss man für diesen Test die Widerstände R37 und R38 
einseitig auslöten, damit die Elkos C29 und C30 nicht verpolt werden!

: Bearbeitet durch User
von Alfred K. (64180)


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>Dann sieht man aber das schöne warmherzige Leuchten der Röhren nicht
mehr!<

Stimmt, dann könnte man ja wieder zur LED greifen,
am besten RGB, Farbe dann je nach Stimmungslage ;-)!

Das Bild der Abschirmbecher ist von Jogis Röhrenbude,
Link: https://www.jogis-roehrenbude.de/

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Alfred K. schrieb:
> Das Bild der Abschirmbecher ist von Jogis Röhrenbude.

Die roten Abschirmbecher sehen für sich alleine schon recht nice aus. Da 
könnte man schwach werden und die Röhren komplett weglassen und 
tatsächlich durch RGB LEDs ersetzen, die dann oben aus dem Becher 
rausleuten und das nicht nur zweimal, sondern 12 mal direkt auf den 
Gehäusedeckel montiert.

Unter der Haube können dann heimlich die beiden LM1875 unsichtbar 
weiterwerkeln ;-)

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Daniel S. schrieb:
> Wäre über einfache Lösungsvorschläge sehr dankbar.

Hallo,

leider brummt es auch noch sehr laut. Vermutlich lauter als es in einem 
Röhrenradio üblich war.

Im dümmsten Fall könntest Du die Heizversorgung über einen separaten 
Trafo zuführen, müßtest aber trotzdem die Heizspannung irgendwo mit GND 
verbinden. Vermutlich wegen ungünstiger Masseführung ergibt sich eine 
Brummeinstreuung über die "hohe" Stromstärke.

Die vier Transistoren wirken eigentlich nur als Strombegrenzung und 
nicht als Spannungsregler.

mfg

von Stefan F. (Gast)


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Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?

von Peter N. (alv)


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Stefan F. schrieb:
> Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?

Die Endstufe ist Silizium, insofern ist das so schon kein 
Röhrenverstärker!

von H. H. (Gast)


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Stefan F. schrieb:
> Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?

Das Ding kommt aus China, und dort ist ein Transistor eine Kristallröhre 
(晶体管).

von Götz R. (darfnurdiefolgendenz)


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"Kann ja nicht sein das sich
das Mechanische Brummen vom Trafo auf die Röhren überträgt" - doch, 
leider kann auch so was sein, nennt sich Mikrofonie, kommt hier aber 
weniger in Frage. Der Nummer mit dem Schraubenzieher nachzugehen wird 
erfolgversprechender sein. Alles in Blech einbauen und das an Masse!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Michael M. schrieb:
> Vielleicht muss man für diesen Test die Widerstände R37 und R38
> einseitig auslöten, damit die Elkos C29 und C30 nicht verpolt werden!

Es geht ohne auslöten, wenn man einen Leistungstransistor BD13x in die 
Fassung steckt.

von Meier B. (meier_b)


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Daniel S. schrieb:
> Ich verwende einen Ringkerntrafo mit 18V wenn ich die Heizung direkt
> anfahre würde ich damit nicht die Röhren überhitzen?

Hat sich erledigt, habe gerade nochmal das Schaltbild angesehen und 
erkannt, das die Röhren bereits mit Gleichspannung beheizt werden, damit 
erübrigt sich mein Vorschlag

von Hp M. (nachtmix)


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Peter N. schrieb:
> Welche Röhren haben denn eine blau glühende Heizung?

Keine blau glühende Heizung, aber einen blauen Glaskolben um die 
Farbtemperatur der Heizung zu erhöhen:
http://www.hts-homepage.de/Arcturus/Arcturus.html

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?

Klar. Bei den chinesischen Kisten ist die Roehre nur als Kathodenfolger
beschaltet. Kann man einfach durch ein Stueck Draht ersetzen.

Kuckst du:
https://www.amazon.de/Bluetooth-Röhren-Vorverstärker-Headphone-Stereo/dp/B07TMZ8G7H

Hab ich auch gemacht und dann den Platz fuer zwei VU-Meter genutzt. 
(Anhang) :)

Die Schaltungstechnik der Kiste ist im uebrigen echt bizarr. Schwankt so 
zwischen Genial und Wahnsinn. Davon abhaengig wo sie kopieren konnten 
und was gerade billig an Bauteilen verfuegbar war. Die eigentliche 
Endstufe zum Kopfhoerer sind zwei NE5532 ueber 47R parallel 
geschaltet.(gut) Die Steuerung der Leds unter den Roehren macht ein 
MCS51 Microcontroller.(billiger wie Logicgatter) Manches (z.B die 
Roehrenheizung) wird abgeschaltet, anderes steht immer unter Strom. 
(vermeidung von Einschaltblub) Einschaltblub gibt es deshalb weil die 
Dinger (Geld sparen) von einem 12V Steckernetzteil betrieben werden, 
andererseits braucht man noch -12V, dafuer dann ein DCDC Wandler. Wie 
schon gesagt, Fachkenntnis wurde durch Genie und Wahnsinn ersetzt weil 
es keinen Entwickler gab der verstanden hat was er da macht, aber eine 
Marketingabteilung die wusste was der Kunde will. (blink blink und 
Roehrengeschwafel)
Aber wenn man hier im Forum schaut wie viele Leute hier auflaufen mit: 
ich will aber, aber doof bleiben, wo kopieren?, schon drei Wochen im 
Internet gesucht, geht immer noch nicht, Datenblatt lesen?
Also alles gut, die Menschen bekommen was sie verdienen. :)

Vanye

von Daniel S. (stenly)


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Wäre es also die sauberste Lösung die Heizspannung mit einem 6,3V AC 
Trafo extra aufzubauen oder ist für diese Röhren doch eine 
Gleichrichtung wie sie ja bereits vorhanden ist sinnvoller?

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Daniel S. schrieb:
> Wäre es also die sauberste Lösung die Heizspannung mit einem 6,3V AC
> Trafo extra aufzubauen

Für genau diesen Vorschlag haben mir die Fachkräfte oben schon einen 
Minuspunkt bescheinigt. Mal schauen, was hier bei heraus kommt.

Die Versorgung mit Gleichstrom ist besonders für Phonoverstärker 
empfehlenswert, für den Hochpegelverstärker bei 150 mV sicher auch nicht 
verkehrt. Brummschleifen über die Anschlüsse kann man dann immer noch 
haben.

mfg

: Bearbeitet durch User
von Peter N. (alv)


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Daniel S. schrieb:
> Wäre es also die sauberste Lösung die Heizspannung mit einem 6,3V AC
> Trafo extra aufzubauen

Der Verstärker hat doch einen Ringkerntrafo?
Da sollte es doch nicht weiter schwierig sein, eine zusätzlich 
Heizwickling draufzuwickeln...

von Meier B. (meier_b)


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Die Heizung auf Wechselspannung umzustellen wäre in jedem Fall eine 
Verschlechterung, da Du Dir damit ja neue mögliche Brummquellen "in die 
Bude" holst. Du kannst aber recht schnell herausfinden, ob die 
Spannungsversorgung für die Heizung das Problem darstellt: löte ein 
Beinchen der letzten Diode vor dem Siebelko (22uF) aus und stelle eine 
lösbare Verbindung her, z.B. mit Krokoklemmen. Vertsärker hochfahren, 
zwei Minuten warten bis die Heizungen richtig auf Touren sind und dann 
löst Du die Verbindung. Durch die thermische Trägheit sind die Röhren 
noch eine Zeit in Betrieb. Ist der Brumm dann schlagartig weg, weisst Du 
schon mal, wo Du weitersuchen musst

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Christian S. schrieb:
> Für genau diesen Vorschlag haben mir die Fachkräfte oben schon einen
> Minuspunkt bescheinigt.

Da bist Du sicherlich nicht der Einzige.

Daniel, Du könntest Deinen Gesamtaufbau skizzieren. Das Du Fotoscheu 
bist, wissen wir ja bereits. Wärest nicht der Erste und würdest 
sicherlich nicht der letzte sein, wo sich auf dem blanken Gehäuse zum 
Beispiel die verbotenen Pflanzen oder den gesuchte VAn Gogh spiegeln 
könnte.

Aus der Skizze wäre zum Beispiel zu entnehmen, wo der Trafo plaziert 
ist. Viele Jahre in der Vergangenheit, da hatte jemand den Trafo 
ungünstig unter den Verstärker gepackt. Das Highlight war aber das 
angeschraubte Kabel des Phonoverstärkers, das zur Zugentlastung um den 
Trafo geschlungen und verknotet wurde.

Es gibt so vieles auf das man nie käme oder sich vorstellen könnte ...

von Michael (bandpass)


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Wir schauen hier alle in eine Glaskugel, aber könnte nicht folgender 
Sachverhalt gegeben sein:
Zwischen Heizwendel und Kathode bildet sich zwangsläufig ein kleiner 
Kondensator. Da die beiden Heizungen in Reihe geschaltet sind, ist die 
Spannung an der "oberen" Heizung viel höher als dies üblicherweise bei 
einer E Röhre mit Uf = 6,3V ist. Dazu kommt, dass durch den 
Brückengleichrichter und die Siebkondensatoren und die "unnötige" 
Siebung der Heizspannung auf dem Heizstrom Oberwellen sitzen, die über 
den genannten Kondensator einkoppeln. Das dürfte man nur wegbekommen, 
wenn man die Röhren mit einer sauberen Sinusspannung mit 6,3V versorgt 
oder, da die Heizungen nun mal in Reihe liegen, mit einer sauberen 
Gleichspannung versorgt.
Vielleicht stellt sich aber auch schon eine Verbesserung ein, wenn man 
den Kondensator an der Heizung entfernt, denn dieser ist unnötig.
PS. Zur Zeit der Röhrentechnik hat man diese Röhren immer aus einer 
extra 6,3V Heizwicklung mit Wechselstrom versorgt und wenn es ganz edel 
war, parallel zu dieser ein 100 Ohm Potentiometer geschaltet, dessen 
Schleifer auf GND lag. Damit konnte man den Brumm minimieren. Das geht 
bei diesem Aufbau leider nicht.

Das waren noch Zeiten, weiß sich der Bandpass zu erinnern.

von Peter D. (peda)


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Stefan F. schrieb:
> Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?

Ein Großteil der Käufer wird fest davon überzeugt sein, die beiden 
Röhren liefern die 25W.

von H. H. (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Stefan F. schrieb:
>> Ist das euer Ernst: Ein Röhrenverstärker ohne Röhren?
>
> Ein Großteil der Käufer wird fest davon überzeugt sein, die beiden
> Röhren liefern die 25W.

Die sind ja auch viel größer als die winzigen "Transistoren"...

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Daniel S. schrieb:
>Der 2te Anteil verschwindet fast vollständig wenn ich
>mit dem Schraubenzieher an einen bestimmten Punkt in der
>Luft in die Nähe der Ersten Röhre gehe

Da habe ich den Verdacht das die Schaltung schwingt.
Aber da hilft auch abschirmen der Röhren.

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Michael schrieb:
> Zwischen Heizwendel und Kathode bildet sich zwangsläufig ein kleiner
> Kondensator.

Deswegen gab es Schaltungen, bei denen die Heizwendel einseitig mit der 
Kathode verbunden wurde. Und es gab sogar Röhrensysteme bei denen die 
Heizwendel bereits intern mit der Kathode verbunden war. Das ersparte 
einen Anschlusspin.

von Peter D. (peda)


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Michael M. schrieb:
> Deswegen gab es Schaltungen, bei denen die Heizwendel einseitig mit der
> Kathode verbunden wurde.

Die paar pF waren noch nie eine Problem gewesen, selbst bei der PCC88 in 
VHF-Tunern nicht.
Wenn Heizung und Kathode verbunden waren, dann nur bei direkt geheizten 
Röhren oder zum Pin sparen. Alte Röhren hatten ja oft nur 4-5 Stifte, 
z.B. die WE 300B.

Bei Verbundröhren wurden jedoch mehrere Kathoden zusammengefaßt, um Pins 
zu sparen, z.B. bei der EABC80.

von Karl B. (gustav)


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Peter D. schrieb:
> Ein Großteil der Käufer wird fest davon überzeugt sein, die beiden
> Röhren liefern die 25W.

Bei mir schon. (Na ja, nicht ganz so viel...)
Aber um gleich dem Vorurteil entgegenzutreten, dass Röhrenverstärker 
immer brummen würden, habe ich mal den DYI rausgeholt und nur mit der 
Hälfte der Röhren bestückt. Dann Finger an Eingang und ab Sekunde 5 
Netzschalter auf aus. Man hört schön, wie lange noch das Brumm-Signal 
zwar schwächer wird aber erst gegen Ende stark verzerrt. Die Elkos sind 
mit 2 x 470 µF reichlich. Entladung dauert schon.
Soll der TO auch mal machen.
Und dann Audio hier einstellen, damit wir wissen, wie tatsächlich sich 
der Brumm bei ihm anhört.

ciao
gustav

von Daniel S. (stenly)


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Besten dank nochmal an alle für die unzähligen Lösungsvorschläge ich 
habe den Fehler nun gefunden und beseitigt.

MFG

von Heinrich K. (minrich)


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Jawoll!

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Daniel S. schrieb:
> ich habe den Fehler nun gefunden und beseitigt.

Prima! Na dann viel Spaß beim Musik hören 😃👍

von Peter N. (alv)


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Peter D. schrieb:
> Bei Verbundröhren wurden jedoch mehrere Kathoden zusammengefaßt, um Pins
> zu sparen, z.B. bei der EABC80.

A und B müssen aber getrennte Kathoden haben, sonst ergibt die 
Bezeichnung keinen Sinn. C könnte sich die Kathode mit A oder B teilen.

von Alfred K. (64180)


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"habe den Fehler nun gefunden und beseitigt."

Und was war's?

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Daniel S. schrieb:
> ich
> habe den Fehler nun gefunden und beseitigt.

Super gemacht, eine Fachkraft mehr!

mfg

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Alfred K. schrieb:
> Und was war's?

Das werden wir nie erfahren! Schau mal aufs Datum vom Eröffnungsthread.

Beitrag #7386520 wurde vom Autor gelöscht.
von Daniel S. (stenly)


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Ich habe nochmals meinen gesamten Aufbau und alle Anschlüsse überprüft 
und nachgezogen und es dürfte irgendwo ein Kontakt nicht optimal 
angezogen gewesen sein denn dadurch waren es dann nur noch 8mv auf einem 
Kanal und das
Phänomen mit dem Schraubenzieher war damit auch verschwunden. Habe dann 
noch verschiedene Kondensatoren (auch keinen) für die Gleichrichtung 
getestet. Am Ende habe ich noch die 6 Röhren die ich habe in 
verschiedenen Kombinationen versucht dadurch ist mir aufgefallen das 
beim Wechsel von den Röhren zwischen linker und rechter Seite ich einmal 
den Brumm auf dem Linken und einmal auf dem Rechten Kanal hatte. Ich 
denke um diese 8mv noch zu beseitigen müsste wie bereits von vielen 
empfohlen eine andere Spannungsversorgung für die Heizungen gemacht 
werden oder möglicherweise gleichen sich keine meiner Röhren genau 
genug.

Jetzt muss man schon fast in die Lautsprecher reinkriechen um noch etwas 
wahrzunehmen und ich werde mich fürs erste einmal damit zufrieden geben. 
Möglicherweise baue ich rein aus Interesse und um die 8mv Totzuschlagen 
noch irgendwann eine extra Spannungsversorgung für die Heizungen der 
Röhren auf.


Nochmals Danke an alle.
MFG
D

: Bearbeitet durch User
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