Forum: Haus & Smart Home Gigabit und analoges Telefon über die gleiche Leitung


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von Nerd 8. (nerd81)


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Hi!

Was spricht dagegen, wenn man Gigabit und analoges Telefon über die 
gleiche Leitung übertragt?

Konkret: Alle vier Aderpaare (Gigabit) sind aufgelegt. Wenn ich nun 
zusätzlich Ader 1 mit der Telefon-Ader a und Ader 3 mit der Telefon-Ader 
b verbinde, so müsste dies doch funktionieren?

Ethernet ist ja beidseitig mittels Magnetics entkoppelt. Ob ich die 
Aderpaare nun untereinander noch mit max. 60V Differenz beaufschlage, 
sollte doch nicht weiter stören?!?

Schöne Grüße

von S. Z. (moennky)


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Ohne Splitter?

von Nerd 8. (nerd81)


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Wieso Splitter?

Aus der Fritzbox bekomme ich Gigabit und analoges Telefon.

Es liegt bereits eine Cat7 ins 50m entfernte Nachbargebäude und dort 
möchte ich mit möglichst wenig Aufwand Gigabit und Telefon nutzen.. :-)

WLAN, DECT, PowerLan usw. möchte ich nicht.

Zurück zur Frage: Was spricht gegen Gigabit + Telefon auf einer Leitung?

von Phasenschieber S. (Gast)


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Ein Ethernet-Paar ist symmetrisch und weist einen Wellenwiderstand von 
100Ω auf. Wenn du da jetzt eine Ader unsymmetrisch belastest, ist die 
Symmetrie und auch der Wellenwiderstand hin.
Für Gigabit sind die Paare frequenzmäßig schon ziemlich ausgereizt. Was 
glaubst du, was passiert, wenn du die Symmetrie und den Wellenwiderstand 
dermaßen manipulierst?

von Reinhard S. (rezz)


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Nerd 8. schrieb:
> Es liegt bereits eine Cat7 ins 50m entfernte Nachbargebäude und dort
> möchte ich mit möglichst wenig Aufwand Gigabit und Telefon nutzen.. :-)

VoIP-Telefon aufstellen wäre auch eine Variante mit wenig Aufwand. Wenns 
wirklich eine analoge Schnittstelle sein muss geht auch eine alte 
FritzBox, die sich dann einfach bei der bestehenden FB anmeldet.

von Nerd 8. (nerd81)


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Stimmt - dass hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm.. :-(

von Carsten-Peter C. (carsten-p)


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Hallo, ich habe mal ein Sinus501V an die FB als IP-Telefon angemeldet. 
Dann hast Du die Umsetzung DECT nach IP.
Gruß
Carsten

von Sam W. (sam_w)


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Nerd 8. schrieb:
> Ethernet ist ja beidseitig mittels Magnetics entkoppelt. Ob ich die
> Aderpaare nun untereinander noch mit max. 60V Differenz beaufschlage,
> sollte doch nicht weiter stören?!?

Gerade Gigabit-Ethernet kann hier problematisch werden. Problem ist 
nicht der Anschluss an den PHY, der ist wie du schreibst vollständig 
galvanisch getrennt.
Aber das Terminierungsnetzwerk kann Probleme machen. Oft werden die 
Mittenanzapfungen der für ein Adernpaar zuständigen Übertrager über je 
75 Ohm zusammengeführt und dann über einen Kondensator gegen Masse 
geschaltet.

Diese Terminierungswiderstände dürften das nicht überleben, wenn dort 
60V anliegen.

Es gibt natürlich auch Schaltungen, die problemlos damit klarkommen. 
Sonst wäre auch POE nach 802.3af/at/bt so nicht möglich.

Allerdings wäre es auch dort gegen die Bestimmungen, ohne Anforderung 
60V anzulegen. Gehen könnte es trotzdem, aber ein Restrisiko bleibt.

: Bearbeitet durch User
von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Aktuelle Telefone laufen alle auch mit 48V. Die Rufwechselspannung 
könnte eher das Problem sein.

von Rüdiger B. (rbruns)


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VOIP über eien alte Fritzbox, die bekommst du fast geschenkt.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Warum sollte man - ausser, wenn es ein wertvollers historisches Gerät zu 
Demonstationszwecken ist - heute noch ein analoges Telefon benutzen?

von René H. (mumpel)


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Frank E. schrieb:
> heute noch ein analoges Telefon benutzen

Es kann oder will eben nicht jeder ein VoIP-Telefon nutzen.

von Nevs (noname_user)


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2 frei stehende Gebäude mit über 20 mtr. Entfernung u. das mit Cat-Kabel 
verbunden, na Prost Mahlzeit. Wer hat denn diesen Quark gebaut, 
Potential Unterschiede Masse- u. Fremd-U-Schleifen, und dann zusätzlich 
kein Telefon- Kabel mit dabei? War sicher ein IT-verblendeter Handwerker 
ohne Plan von E-Technik-Standards. Sowas baut man mit LWL, u. wenn in Cu 
dann mit genügend Reserven u. verschiedenen Ltngs-Wegen, denn der 
Aufwand der Verkabelung über Tiefbau ist viel höher als der 
Materialpreis der paar Kabel.
Steht u. läuft denn schon die LAN-Kabel-Strecke, oder auch nur 
theoretisch?

von Horst G. (horst_g532)


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Unwichtig schrieb:
> 2 frei stehende Gebäude mit über 20 mtr. Entfernung u. das mit Cat-Kabel
> verbunden, na Prost Mahlzeit.

So ist's – ganz genau mein Gedanke.

> Wer hat denn diesen Quark gebaut

Ganz offenbar das Klientel "Fritzbox", d. h. irgendwelche Hobbyfrickler, 
die – ganz im Stil und Sinn dieser halbgaren Bastlerkisten für "private 
Anwender" – auch z. B. analoges Telefon parallel über eine Cat7-Strecke 
führen wollen oder glauben, man könne auch ein schön warm in die 
Dachdämmung eingepacktes NYM 5*1,5 mit 3*B16 von Kopp aus dem Baumarkt 
absichern, weil das der einer auf YouTube so gesagt hat.

von Reinhard S. (rezz)


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Frank E. schrieb:
> Warum sollte man - ausser, wenn es ein wertvollers historisches Gerät zu
> Demonstationszwecken ist - heute noch ein analoges Telefon benutzen?

Wozu sollte ich mir zusätzlichen Aufwand/zusätzliche Geräte/zusätzlichen 
Stromverbrauch antun, wenn ein analoges Telefon samt Schnittstelle eh 
vorhanden ist?

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Angehängte Dateien:

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Reinhard S. schrieb:
> Frank E. schrieb:
>> Warum sollte man - ausser, wenn es ein wertvollers historisches Gerät zu
>> Demonstationszwecken ist - heute noch ein analoges Telefon benutzen?
>
> Wozu sollte ich mir zusätzlichen Aufwand/zusätzliche Geräte/zusätzlichen
> Stromverbrauch antun, wenn ein analoges Telefon samt Schnittstelle eh
> vorhanden ist?

Ja, wenn du dein vorhandenes analoges Telefon liebst, ist das voll ok. 
Und wenn du es "einfach so" anschließen könntest, noch viel mehr. Aber 
du hast ja schon bemerkt, dass so ein Ding in der aktuellen Umgebung 
zunehmend inkompatibel wird ...

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/yealink-sip-t46/2401545336-173-9629

Und z.B. 20,- für einen Schritt in eine ganz neue Welt, ohne 
Netzwerkleitungen zu vergewaltigen, ist jetzt nicht sooo ein großer 
Aufwand, oder?

: Bearbeitet durch User
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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ALternative noch: VOIP-Analog-Adapter.

von Max M. (jens2001)


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Ich kann nicht mer mit dem Zug fahren!

Es gibt keine Dampfloks mehr.
Und mit den neumodischen Stromzügen will ich nicht fahren!

von René H. (mumpel)


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Wenn die alten Telefone noch funktionieren, sollte man sie nach 
Möglichkeit auch weiterhin verwenden. "Die ganze Welt" schreit nach 
Nachhaltigkeit. Aber hier im Forum wird nach Verschrottung geschrien, 
also funktionierende Technik wegzuwerfen.

von Phasenschieber S. (Gast)


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René H. schrieb:
> Die ganze Welt" schreit nach
> Nachhaltigkeit. Aber hier im Forum wird nach Verschrottung geschrien,
> also funktionierende Technik wegzuwerfen.

Du scheinst zu den Grünen zu gehören, die keinerlei Ahnung von 
technischen Systemen haben.

Im hier beschriebenen Fall wurde die bestehende Infrastruktur bereits 
abgeschafft und bei den zukünftigen, avisierten Techniken, gibt es noch 
keine.

Infrastruktur ist ein Begriff, den die Grünen erst noch lernen müssen.

von René H. (mumpel)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Du scheinst zu den Grünen zu gehören, die keinerlei Ahnung von
> technischen Systemen haben.

Weshalb beleidigst Du mich? Ich habe mehr Ahnung als Du glaubst.

von Nevs (noname_user)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Infrastruktur ist ein Begriff, den die Grünen erst noch lernen müssen.

Und du selber aber ganz sicher auch noch, wer PLC empfiehlt hat nicht 
mehr alle Latten am Zaun.
Beitrag "Re: Frage zu Überwachungskamera im Kellerabteil"

von Musik og F. (musikog_f)


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René H. schrieb:
> Wenn die alten Telefone noch funktionieren, sollte man sie nach
> Möglichkeit auch weiterhin verwenden. "Die ganze Welt" schreit nach
> Nachhaltigkeit.

Die alten IP-Telefonapparate der 00er und 10er schreien auch danach 
weiter genutzt zu werden. Selbst Banken werfen die Dinger zu 100en und 
1000en weg.
Wer den Komfort von Kleinanzeigen nicht nutzen will, kann ja auf dem 
Flohmarkt schlendern oder in den Container tauchen. Irgendwo in deiner 
Nähe wird sicher gerade ein Bürogebäude renoviert.

von Phasenschieber S. (Gast)


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René H. schrieb:
> Weshalb beleidigst Du mich?

Worin siehst du eine Beleidigung?
Daß ich dich den Grünen zugeordnet habe?
Daß ich geschrieben habe, daß die Grünen keine Ahnung von Infrastruktur 
haben?

Bei letzterem kannst du dich als Grüner nur unverstanden fühlen, aber 
beleidigt?
Wenn du kein Grüner bist, kann dich das ja kalt lassen.

Unwichtig schrieb:

...einfach unwichtig.

von René H. (mumpel)


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Phasenschieber S. schrieb:
> Worin siehst du eine Beleidigung?

Du hattest geschrieben, ich würde zu den Grünen gehören. Das ist 
beleidigend genug. ;)

von Phasenschieber S. (Gast)


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René H. schrieb:
> Du hattest geschrieben, ich würde zu den Grünen gehören. Das ist
> beleidigend genug. ;)

Okay, das verstehe ich, da wäre ich auch beleidigt ;-)

von Reinhard S. (rezz)


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Frank E. schrieb:
> Aber
> du hast ja schon bemerkt, dass so ein Ding in der aktuellen Umgebung
> zunehmend inkompatibel wird ...

Jede halbwegs übliche FritzBox hat noch einen Anschluss für 
Analog-Telefonie. Ansonsten scheint eher DECT die Lösung im 
Privatbereich zu sein.

Ich persönlich mag ja auch mein ISDN-Telefon noch, aber da wirds mit 
Geräten, die S0 ausspucken, langsam echt dünn :D

> Und z.B. 20,- für einen Schritt in eine ganz neue Welt, ohne
> Netzwerkleitungen zu vergewaltigen, ist jetzt nicht sooo ein großer
> Aufwand, oder?

Brauch halt dauerhaft zusätzlichen Strom und etwas Konfig-Aufwand. Für 
den TO aber sicher eine Lösungsmöglichkeit.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Reinhard S. schrieb:
> Jede halbwegs übliche FritzBox hat noch einen Anschluss für
> Analog-Telefonie.

Hilft nur nicht, wenn die nicht am Ort des Telefons steht.

> Ansonsten scheint eher DECT die Lösung im Privatbereich zu sein.

Die Anforderung "ins 50m entfernte Nachbargebäude" lässt sich damit 
nicht erfüllen. Im Freifeld kein Problem, innerhalb von 
Gebäudestrukturen wird DECT zur Wundertüte. Ich komme hier über nur etwa 
10..15 Meter nicht in meine Garage / Bastelwerkstatt, mit der alten 
ISDN-Anlage hatte ich dort eine zusätzliche Basis montiert.

> Ich persönlich mag ja auch mein ISDN-Telefon noch, aber da wirds mit
> Geräten, die S0 ausspucken, langsam echt dünn :D

Ja, ich habe hier ein ISDN-DECT und ein ISDN-Drahttelefon dran. Wir 
wissen nicht, wie lange es DSL-Router-Telefon-ISDN-Kombis noch geben 
wird. Klemmt auch daran, dass es seit Jahren nur noch einen Hersteller 
gibt, der ISDN-ICs fertigt.

>> Und z.B. 20,- für einen Schritt in eine ganz neue Welt, ohne
>> Netzwerkleitungen zu vergewaltigen, ist jetzt nicht sooo ein großer
>> Aufwand, oder?
>
> Brauch halt dauerhaft zusätzlichen Strom und etwas Konfig-Aufwand. Für
> den TO aber sicher eine Lösungsmöglichkeit.

Weiter vorne war die Idee, am Zielort eine Fritz! als IP-a/b-Umsetzer zu 
betreiben, auch nicht gerade stromsparend.

Schöne neue Welt ...

von (prx) A. K. (prx)


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Manfred P. schrieb:
> einen Hersteller gibt, der ISDN-ICs fertigt.

Gibt es noch einen? AVM verkauft m.W. die 7590 AX schon ohne ISDN 
Bestückung, mindestens bei einem Teil der Produktion, mangels ICs.

von René H. (mumpel)


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Manfred P. schrieb:
> Hilft nur nicht, wenn die nicht am Ort des Telefons steht.

Da könnte man ein entsprechendes Kabel ziehen (in der FB anstecken) und 
im anderen Gebäude eine TAE setzen. 50 Meter dürften noch machbar sein, 
ohne (große) Qualitätseinbußen.

von C. D. (derschmied)


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Manfred P. schrieb:
> Schöne neue Welt ...

Das erste Telefon bei mir im Elternhaus war eines mit Wählscheibe. 
Käuflich war das Ding nicht zu erwerben, es gehörte der Post. Punkt. Und 
niemand stellte einem die Frage:

Wo bist denn gerade?

Ich muß zugestehen: Das Smartphone ist beruflich für mich ein Segen. Im 
letzten Kuhkaff noch kann ich mit dem Kuli auf ein Stück Rigips ein 
Skizze kritzeln, per WhatsApp an die Kollegen in der Werkstatt schicken, 
und am nächsten Morgen schon um halb sechs kann ich mit dem frisch 
gebauten Teil losbrausen. Nörgelt die Bauleitung herum kann ich in 
Sekunden erklärende Bilder schicken, oder mir vom Statiker Unterlagen 
übermitteln lassen. Feine Sache, an sich.

Die Kehrseite der Medaille:

Es gibt nicht wenige Menschen, die sich nur allzu gerne davon regieren 
lassen, sich mehr und mehr abhängig machen.

Mein Handwerk kann ich jederzeit auch ohne Gigabit  ausüben, und wenn 
das Telefon mal ausfällt - tja - dann wird man eben auf mich warten 
müssen, oder der Berg kommt eben zum Propheten in die Werkstatt. Ich 
komm auch ganz gut ohne zurecht, anders herum gibt es regelmäßig ein 
Heulkonzert.

Es amüsiert mich dann immer wieder zuzusehen wie sich die Welt auch ohne 
IT drehen kann, das mag ich an der

Manfred P. schrieb:
> Schöne[n] neue Welt ...

Gruß, DerSchmied

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