Forum: HF, Funk und Felder Weltempfänger Spezifikation


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von Peter T. (Firma: schon lange insolvent) (wonderboy8051)


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Nun, wie soll ich es sagen, dieser "Weltempfänger" der Künstlerin Isa 
Gensken,
(https://de.wikipedia.org/wiki/Isa_Genzken) er wird zu einem stolzen 
Preis gehandelt. Der Barlow Wadley, NRD 535 um willkürlich ein paar 
Namen zu nennen, sie kosten dagegen ein Taschengeld. Welche 
Spezifikationen sind es, die bei einem Weltempfänger den Preis derart in 
die Höhe treiben? Vielleicht die hohe Empfindlichkeit, gepaart mit 
Kreuzmodulationsfestigkeit? Spiegelfrequenzunterdrückung und Formfaktor 
der eingesetzten Filter?


<\Ironie off>


Eine Gesellschaft die dem Scharlatan solches Selbstbewußtsein zubilligt, 
aber den Ingenieur gering schätzt, die harte Realität wird sie 
bestrafen, d.h. eine Zukunft in der hunderte Millionen Menschen ohne 
Obdach und Nahrung ihr Leben fristen müssen, wird immer 
wahrscheinlicher!

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Um diese äußerst schwierige Frage beantworten zu können, genügt es schon 
die ersten relevanten zeilen des gebotenen Links zu lesen:

"Von 1969 bis 1971 studierte Genzken Malerei an der Hochschule für 
bildende Künste in Hamburg bei Almir Mavignier, 1972 Kunstgeschichte und 
Philosophie an der Universität zu Köln, bis 1973 Fotografie und Grafik 
an der Hochschule der Künste in Berlin und schließlich bis 1977 an der 
Kunstakademie Düsseldorf.  "

Interpretation:

Die hochtalentierte Frau hat mehrere Fächer in kürzester Zeit studiert, 
über Abschlüsse schweigt der Text sich aus, allerdings fällt auf, daß 
Ihre Auswahl auf betont "nicht-technische" Fächer fiel. Somit kann der 
Begriff "Spezifikation" ihr in all diesen Studienjahren niemals zu Ohren 
gekommen sein, so daß rein aus der künsterischen Freiheit heraus jedes 
erdenkliche Objekt, zu dem auch hochwertige Messgeräte oder Empfänger 
oder Kläranlagenpumpen jeder Art gehören können, zu einem was auch immer 
benannten abstrakten Kunstwerk erhoben werden kann.

Ein Ingenieur wird zu Ihr in allen Belangen niemals angenehm gewesen 
sein:
"1982 heiratete sie den Maler Gerhard Richter, dessen Studentin sie in 
seiner Meisterklasse in Düsseldorf gewesen war."

Am Konstruieren eines funktionierenden technischen Objekts wird sie 
niemals interessiert gewesen sein.

mfg

von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Künstler und Handwerker, Techniker, Ingenieure passen nur selten 
zusammen.
Ihre Welten sind zum absoluten Großteil einfach ganz anders.

Und nicht zuletzt:

Kunst soll aufregen, soll Kontoversen auslösen.
Die meisten Künstler lieben es, wenn sich  "Meister Röricht" der 
Softwareentwickler, "Rentner Paule", der LKW Fahrer, die Kleinfamilie in 
"ihrer" Vorstadtwohnung, und auch der Techniker mit einem Titel usw. 
sich aufregen und diskutieren.

"Das kann meine dreijährige Tochter auch machen" ist eine Aussage, die 
letztendlich gerne in den Kreisen der Künstler und noch mehr der im 
Dunstkreis befindlichen Professoren und Galerien (nicht mit Galeria 
Kaufhof verwechseln...) sehr gerne gesehen wird.

Dann kommen nämlich regelmäßig die Geschichten, wie sie schon Christian 
S. verlinkt hat und jede Menge "intellektueller" Kopfkram hervor, die 
den Unterschied erklären (wollen und sollen...).

Ein finanziell erfolgreicher Künstler muss in erster Linie eine passende 
Geschichte erzählen und sich gut in Kunstgeschichte auskennen und die 
Ideen, was von Kunst akademischen Kreisen als Kunst bezeichnet wird, 
kennen.

Vom Vorteil ist es seit einigen Jahrzehnten, auch wenn der Künstler zu 
"unterdrückten"... Minderheiten gehört, aus Kriegsgebieten stammt usw...

In den entsprechenden Kreisen und der "gebildeten" Öffentlichkeit wagt 
sich das nur niemand zu sagen

Und leider funktioniert das Konzept dahinter ganz hervorragend...


Hinzu kommt das der Kunstmarkt dann nochmal eine andere Nummer ist.

Da ist viel zu viel Kapitel, Gier (ja Gier in perfidester Art), Egoismus 
(Es gibt ja nur ein Originalwerk - egal wie einfach es nachzuahmen ist 
und das ist für so manchen reichen Sammler halt das Argument da selbst 
die Luxusuhr, der Ferrari, die Yacht nicht einzigartig ist und andre das 
auch haben) dahinter.

Am besten darüber gar nicht nachdenken und oder darüber zu lachen, am 
besten es aber immer noch es zu ignorieren und auszublenden.

Sich aufregen, darüber diskutieren, selbst nur die Kunst und die 
Künstler zu registrieren spielt nämlich jenen Leuten genau in die Karten 
- sie wollen das, das erzeugt den finanziellen Wert und die 
Aufmerksamkeit bzw. nachdenken über Sachen so wie der Künstler es oft 
will - und das sollte man ihn nicht "erlauben" indem man seine Werke und 
ihn ignoriert.

Mit Künstler sind übrigens auch Künstlerinnen gemeint...

: Bearbeitet durch User
von M. H. (m-h)


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von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Die Gesellschaft hat schon immer die Typen mehr verehrt, die in die 
Mikrofone reinbrüllen, als die, die diese Mikrofone gebaut haben. So ist 
das mit der Kunst. Kann also weg :-P

von Michael B. (laberkopp)


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Peter T. schrieb:
> "Weltempfänger" der Künstlerin Isa Gensken

Endlich mal ein Radio das nicht nervt.

von Carypt C. (carypt)


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sie setzt die welt mit beton, mauern, bzw mit betonköpfen gleich, auch 
versteinert das radio beim empfang. troglodyten halt. beuys ?

witzig, danke fürs zeigen.

von Uwe (neuexxer)


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Ein bisschen O.T - betrifft aber auch "Kunst".

In der Landeshauptstadt von NRW wurde von vor ca. 40 Jahren der
"Rheinturm" erbaut.
Und der "Lange Lulatsch" (ein seinerzeit vorgeschlagener Name)
hatte -damals schon!- volldigitales Flair verpasst bekommen.

Selbstverständlich, auch bei dieser Gelegenheit wurde dem
Kunstanspruch der Metropole Rechnung getragen
(Joseph Beuys war inzwischen jenseits seines Schaffenszenits).

Die grandiose Idee für diesen Vorreiter des post-analogen Chronometers 
erbrachte dem Künstler völlig zurecht einen Preis.
Nach meiner Erinnerung in bescheidener Höhe von 100000 DM ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Rheinturm_uhrzeit.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtzeitpegel

von Vancouver (vancouver)


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Kunst ist ja erst mal keine schlechte Sache. Auch abstrakte Kunst. Es 
gibt Leute, die fotografieren die banalsten Dinge, z.B. eine eine 
Glühbirne, und machen daraus ein beeindruckendes Kunstwerk, siehe z.B. 
https://i.pinimg.com/originals/97/2f/62/972f620f4c2f6eefcf16d03c44f0b786.jpg
Wem gebührt jetzt die Ehre: Dem Fotografen oder dem Erfinder der 
Glühbirne? Keine besonders sinnvolle Frage.

Genzkens Weltempfänger-Skulptur mag nicht jeden ansprechen, aber wenn 
sie jemanden anspricht, hat sie ihren Zweck erfüllt.

Man kann sich aber sehr wohl über den Preis streiten, den sie für dieses 
Ding kassiert hat. Die Erfindung des Radios hat den Lauf der Welt 
nachhaltig verändert, dieses Kunstwerk wird es nicht. Die Erfindung des 
Radios erforderte viel Forschung, Wissen und Genialität, dieses 
Kunstwerk erfordert nur Kenntisse im Umgang mit einer Bohrmaschine.

von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Jede Wette, das Bild mit der Glühbirne wird von "Fachkreisen" nur als 
Hobbyfotografie abgewertet werden.
Es ist "einfach" nur schön, die Farben sind gefällig (im besten Sinn - 
nicht abwertend gemeint), die wenige Technik ist sichtbar und ich meine 
auch sie wird ein wenig bewundert oder gefeiert.
Das Bild könnte 10000 Fach in den Wohnungen von Ikea Kunden hängen...
Es macht Spaß, es hübscht (auch im besten Sinne) auf.

Nein, sowas darf keine Kunst sein... leider.

Dass der Fotograf sehr wahrscheinlich keine 10 Kunstschulen mit 
berühmten Lehrern besucht hat und sicherlich auch keine Geschichte zu 
dem Bild (am besten eine ganze Serie...) erfunden hat, verstärkt nur die 
Bewertung in Fach- und Sammlerkreisen...

Vancouver schrieb:
> Genzkens Weltempfänger-Skulptur mag nicht jeden ansprechen, aber wenn
> sie jemanden anspricht, hat sie ihren Zweck erfüllt.
>
> Man kann sich aber sehr wohl über den Preis streiten, den sie für dieses
> Ding kassiert hat.

Eben, aber so funktioniert das Kunstgeschäft bedauerlicherweise, und die 
meisten "Künstler" äußern sich weder dazu allgemein kritisch noch 
bezüglich ihrer ganz persönlichen  Einnahmen...
Traurig, wenn dann viel öffentliches Geld (Steuern) in die Taschen von 
eben solchen "Künstlern" und Galeristen fließt.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen:
Ich habe kein Problem mit der provokativen und schwer ersichtlichen 
Kunst im öffentlichen Raum und "staatlichen" (steuerfinanzierten) 
Stellen, aber bei den Preisen sollte man mit Steuergeldern von 
entsprechenden überteuerten "Kunstwerken" fernbleiben und preislich auf 
dem Boden gebliebenen Künstlern und Galerien (soweit es diese gibt) 
durch Kauf unterstützen.

Alles ziemlich O.T., aber ich finde eben, weil unter uns "Technikern" 
und eher Kunst fernen behandelt wird (leider ist die Beteiligung doch 
sehr gering... Schade) ein sehr interessantes Theme.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Michael B. schrieb:
> Endlich mal ein Radio das nicht nervt.

Ein Radio, das keine Fake News verbreitet und keine unetwünschten 
regierungskritische Inhalte.

Genau das was sich Qualiaetsmedien und Diktatoren wuenschen.

Das wird bestimmt ein Hit!

von CA (Gast)


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Kunst?

Wir haben doch einen Künstler hier im Forum unter uns. Will nur keiner 
anerkennen.
Beitrag "Re: Bauelementensuche"

Seine Arbeiten sind deutlich ausdrucksvoller als die hier gezeigte.

von Klaus K. (Gast)


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Was arbeitet ihr Euch an der geplagten Frau ab, schaut mal lieber 
welchen Sinn_n der hochgelobte und promovierte Wilhelm Reich mit seinen 
Regenwolkenzerstäubern und so verzapfte:

https://www.psiram.com/de/index.php/Wilhelm_Reich

von Percy N. (vox_bovi)


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CA schrieb:
> Seine Arbeiten sind deutlich ausdrucksvoller als die hier gezeigte.

Das liegt am gelegentlich bis zur Unerträglichkeit gesteigerten 
autobiographischen Subtext.

von Jens B. (dasjens)


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Michael B. schrieb:
> Peter T. schrieb:
>> "Weltempfänger" der Künstlerin Isa Gensken
>
> Endlich mal ein Radio das nicht nervt.

Ausser beim Umzug.

von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Percy N. schrieb:
> Das liegt am gelegentlich bis zur Unerträglichkeit gesteigerten
> autobiographischen Subtext.


Netter und sicherlich ironisch gemeinter Einwand.

Traurig das genau so was im echten Kunstumfeld ernst genommen wird und 
im Kunstmarkt ganz real bei der Preisgestaltung funktioniert...

Michael B. schrieb:
> Endlich mal ein Radio das nicht nervt.

Dann einfach ausschalten (und sich schön seine Blase und Weltanschung im 
"seinen" passend zurecht-gesuchten WWW bestätigen lassen)oder sich erst 
gar keins anschaffen und in seiner Kopfwelt und Gollum Höhle bleiben...
Aber bitte nicht die Freiheiten, die Realitätsbezogenheit (z.B. das es 
in einen "Verein" nicht mehrere geben kann die am meisten Zahlen sondern 
das immer auf einen bezogen ist und die Mitglieder wiederum ganz 
verschiedene Voraussetzungen haben... EU...)  und Offenheit der 
denkenden und im hier und jetzt lebenden restlichen Bevölkerung kaputt 
machen (wie es in GB geschehen ist...)

Nebenbei:
Ein Radio ist nur die technische Ausgabe der Botschaften, für dessen 
Inhalt ist jemand anderes verantwortlich...

Und:

Nein und die Realität wird nicht von den "bösen" Öffentlich rechtlichen 
Rundfunkanstalten gemacht - das kann man bestimmten verstockten 
Zeitgenossen die z.B. für die aktuelle Wahlkatastophe in den 
Niederlanden, den Brexit in GB,  oder hier in Deutschland für die 
teilweise 2 Stelligen Prozentwerte der AfD veranwortlich sind nicht oft 
genug sagen...

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Peter T. schrieb:
> Nun, wie soll ich es sagen, dieser "Weltempfänger" der Künstlerin Isa
> Gensken,
> (https://de.wikipedia.org/wiki/Isa_Genzken) er wird zu einem stolzen
> Preis gehandelt.

Ein Handel entsteht immer zwischen einem Verkäufer und einem Käufer.

Schuld an dem Preis sind die Käufer, die auf Grund fremder Arbeit 
genügend Schotter angesammelt haben, um derart viel Geld für 
Pfennigartikel (etwas Beton und zwei Teleskopantenne) ausgeben zu 
wollen. Selber würden sie es vielleicht nicht schaffen, zwei Löcher zu 
bohren, um dort die Antennen einzukleben.

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Dieterich.

Dieterich schrieb:

> Künstler und Handwerker, Techniker, Ingenieure passen nur selten
> zusammen.
> Ihre Welten sind zum absoluten Großteil einfach ganz anders.

Während meines E-Technik Studiums hatte ich ein Semester
lang das Fach "Konstruktionsmethodik". Der Professor war
durchaus der Ansicht, das die Kreativität, die sowohl Künstler
als auch Ingenieure brauchen, bei beiden sehr ähnlich ist, und
auch Künstler und Ingenieure gut zusammenpassen. *) Allerdings
lehrte er auch solche Methodiken wie "morphologische Kästen"
und ähnliches, um mit Kreativität systematisch umzugehen.
Etwas, was in Künstlerkreisen eher unüblich ist (war?).

Morphologischer Kasten: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Morphologische_Analyse_(Kreativit%C3%A4tstechnik)

Handwerklich ist es ähnlich. Wenn Du Platinen routest,
brauchst Du nicht nur Kreativität, sondern auch eine gute
Orientierung im dreidimensionalen Raum.
Diese Eigenschaft brauchen aber auch Bildhauer oder Piloten

> Ein finanziell erfolgreicher Künstler muss in erster Linie eine passende
> Geschichte erzählen und sich gut in Kunstgeschichte auskennen und die
> Ideen, was von Kunst akademischen Kreisen als Kunst bezeichnet wird,
> kennen.
> Vom Vorteil ist es seit einigen Jahrzehnten, auch wenn der Künstler zu
> "unterdrückten"... Minderheiten gehört, aus Kriegsgebieten stammt usw...

Das ist bei finanziell erfolgreichen Ingenieuren nicht viel
anders. Du musst verkaufen können, Dein Produkt in eine Geschichte
oder Tradition einbetten können, damit es ankommt. Und nicht
zuletzt musst Du selber in eine passende Sozialstruktur
eingebunden sein, um die passenden Kontakte zu bekommen und
lernen kannst, Dich in diesen Kreisen zu bewegen.

Wenn Du nur ein kleiner Entwickler bist, musst Du zumindest sozial
so geschmeidig sein, dass Du in einem Team mitarbeiten kannst.
Nur mit Rechnen kommst Du nicht weit. Ich weiss, wovon ich spreche.

> In den entsprechenden Kreisen und der "gebildeten" Öffentlichkeit wagt
> sich das nur niemand zu sagen

Gilt für Ingenieure aber ähnlich. Muss man ständig erwähnen,
dass die Schwerkraft auf der Erde funktioniert?

> Da ist viel zu viel Kapitel, Gier (ja Gier in perfidester Art), Egoismus
> (Es gibt ja nur ein Originalwerk - egal wie einfach es nachzuahmen ist
> und das ist für so manchen reichen Sammler halt das Argument da selbst
> die Luxusuhr, der Ferrari, die Yacht nicht einzigartig ist und andre das
> auch haben) dahinter.

Gier, Neid, Egoismus sind ganz natürliche Empfindungen, die halt
zum Menschsein dazugehören. Die alle sind der Grund, warum eine
Leistungsgesellschaft überhaupt funktionieren kann.

> Sich aufregen, darüber diskutieren, selbst nur die Kunst und die
> Künstler zu registrieren spielt nämlich jenen Leuten genau in die Karten
>- sie wollen das, das erzeugt den finanziellen Wert und die
> Aufmerksamkeit bzw. nachdenken über Sachen so wie der Künstler es oft
> will - und das sollte man ihn nicht "erlauben" indem man seine Werke und
> ihn ignoriert.

Nö, ist schon ok so. Sollen doch die Leute bezahlen, die das Geld dafür
haben, die anderen hängen sich für die Ästhetik eine billige
Reproduktion hin, oder besser noch, sie malen sich selber genau das,
was sie gerne hätten. Dann trainieren sie auch ihre Kreativität
und ihre Feinmotorik. ;O)

Mal ganz abgesehen davon, dass seine Kreativität auszuleben
Spass machen kann. Man sollte den Selbstzweck nicht verteufeln und
man sollte nicht alles in einen utiliaristischen Zusammenhang
einbetten wollen.

Und zu guter Letzt: Das nachdenken über das Kunstwerk fokussiert
natürlich darauf, das ein Betonklotz mit Antennen genauso wenig
funktioniert wie ein Cargo Cult. ;O) Es ist also ein Verweis darauf,
das dass zu einem Radio auch das Innere mit seiner Technik gehört,
und die Physik dahinter und irgendwann dann auch der, der sich
damit auskennt. ;O)


*) Ich kannte damals mehrere Paare wo er E-Technik oder Maschienenbau
studierte und sie Kunstgeschichte oder Kunst. Insofern hatte er aus
meiner anekdotischen Sicht heraus recht.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Dieterich

Dieterich schrieb:

> Nebenbei:
> Ein Radio ist nur die technische Ausgabe der Botschaften, für dessen
> Inhalt ist jemand anderes verantwortlich...
>

Absolut richtig.

> Und:
>
> Nein und die Realität wird nicht von den "bösen" Öffentlich rechtlichen
> Rundfunkanstalten gemacht -

Das kann ich ebenfalls nur betonen. Die öffentlich rechtlichen
Rundfunkanstalten aktuell hier in Deutschland sind in ihrer
Berichterstattung zwar nicht perfekt, aber immerhin sehr gut ,
verglichen z.B. mit denen in Russland.

> das kann man bestimmten verstockten
> Zeitgenossen die z.B. für die aktuelle Wahlkatastophe in den
> Niederlanden, den Brexit in GB,  oder hier in Deutschland für die
> teilweise 2 Stelligen Prozentwerte der AfD veranwortlich sind nicht oft
> genug sagen...

Der leidige Stolz auf seine Nation oder Kultur. Es ist ok, wenn ich in
Kultur aufgewachsen bin und darum dort besonders gut hineinpasse,
aber das ist nichts, worauf ich irgendwie stolz sein sollte, weil
ich tatsächlich ja nichts getan habe, um so zu werden. Das ist doch
purer Zufall. Jeder, der hier Asyl sucht und dann mühselig Deutsch
gelernt hat, weil er das für eine Einbürgerung braucht, hat mehr
dafür getan als ich und könnte auf diese Lernleistung stolz sein.

Aber "Stolz auf seine Nation" zu sein sollte verpönt sein wie 
Phädophilie.
Grundsätzlich, für jede Nation, überall auf der Welt.


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Christian M. (christian_m280)


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Dieter D. schrieb:
> Ein Radio, das keine Fake News verbreitet und keine unetwünschten
> regierungskritische Inhalte.

Das machen Mainstream-Medien ja ohnehin nicht...

Gruss Chregu

PS: Fake-News, also die Wahrheit...

von Michael M. (do7tla)


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Um den Beitragstitel gerecht zu werden:

Bild aus dem ersten Beitrag:
Abmaße und Gewicht etwa eines 2DF Steins.
Teleskopantennen etwa 60 cm.

Technische Details:

ZF AM Bänder unbekannt
ZF FM unbekannt

Frequenzbereiche: unbekannt

Stromversorgung:
Batterien: Anzahl unbekannt
Netzteil: Spannung unbekannt

Weitere Feature und Funktionen: unbekannt

Wer genaueres weis, kann diese Angaben ergänzen und erweitern.

von Arno R. (arnor)


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Von der Künstlerin gibt es mehr "Weltempfänger" als von Grundig:

https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/genzken-isa.html

Und gut leben kann man davon offenbar auch.

von Michael M. (do7tla)


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Wow, wie einfach man an Geld kommt!
Einfach einen kleinen Betonklotz suchen und an diesen eine 
Teleskopantenne kleben und dann für um die 30.000 € verkaufen.

von Percy N. (vox_bovi)


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Dieterich schrieb:
> Traurig das genau so was im echten Kunstumfeld ernst genommen wird und
> im Kunstmarkt ganz real bei der Preisgestaltung funktioniert...

Wieso traurig? Das Ganze ist eher amüsant; die global-gesellschaftliche 
Relevanz dieses Humbugs ist zB im Profisport deutlich stärker 
ausgeprägt.

Offenkundig ist nicht gewollt, dass zB jedes Schulkind zuverlässig 
beschult und alimentiert wird.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Michael M. schrieb:
> Einfach einen kleinen Betonklotz suchen und an diesen eine
> Teleskopantenne kleben und dann für um die 30.000 € verkaufen.

Wenn in den Bauverordnungen drin steht, dass rund 2% (den genauen Wert, 
weiss ich nicht mehr) für Kunst von der öffentlichen Hand vorgesehen 
werden muss, kann das noch zu Nachforderungen führen um bei 
Baukostenerhöhung nicht noch ein weiteres Kunstwerk nachträglich 
ergänzen zu müssen. Da macht so ein Betonklotz nur einen geringen 
Aufwend, weil der passt in eine simple Wandvitrine. Die bekommt man 
immer irgendwie noch im Gebäude unter.

Die Internetsuche ergab:

Die Kosten für Kunst am Bau werden aus dem Bautitel bestritten und 
betragen bei großen Baumaßnahmen 0,5 Prozent, bei kleineren bis zu 1,5 
Prozent der Bauwerkskosten. Kunst am Bau hat beim Bund eine lange 
Tradition, die bis in die Weimarer Republik zurückreicht.
https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/KunstamBau/kunstambau_node.html

06.09.2010 · Die „Kunst am Bau“- Richtlinie verpflichtet den Bund als 
Bauherrn, einen bestimmten Anteil der. Baukosten – meist ein bis zwei 
Prozent – für ...

von Gerald K. (geku)


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