Forum: HF, Funk und Felder Quarzofen mit 30.720 Mhz


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von Tobias F. (benotto)


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Hallo Zusammen,
ich habe einen Quarzofen mit 30.720 Mhz und wollte ihn zum Eichen meines 
SDR-Dongles verwenden.

Zwei Fragen:
Für was verwendet man 30,720 Mhz normalerweise ?

Gibt es Teiler mit der ich auf 10Mhz 7,2Mhz oder 14,2 komme? Halbieren 
kriege ich hin :-)

Danke & Grüße
Bennoto

von Thomas V. (tomv)


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Hallo Tobias,

Tobias F. schrieb:
> Hallo Zusammen,
> ich habe einen Quarzofen mit 30.720 Mhz und wollte ihn zum Eichen meines
> SDR-Dongles verwenden.

Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung :

"Eichungen werden in der Bundesrepublik Deutschland von den 
Landeseichämtern und staatlich anerkannten Prüfstellen unter fachlicher 
Aufsicht durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt durchgeführt."

Bist Du sicher, dass Du nicht "kalibrieren" gemeint hast? =;-)

Warum wird das nur so oft verwechselt?

Gruß

Thomas V.

von K. S. (the_yrr)


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Tobias F. schrieb:
> Gibt es Teiler mit der ich auf 10Mhz 7,2Mhz oder 14,2 komme? Halbieren
> kriege ich hin :-)

Das Stichwort wäre Phase Locked Loop, bzw. da das keine Ganzzahligen 
vielfachen sein werden fractional N PLL

Der Si5351C mit clock input ist der erste der mir einfällt, aber es gibt 
bestimmt bessere Bausteine dafür.

von Tobias F. (benotto)


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Hab mir gerade das Datenblatt vom Si5351C angeschaut. Da habe ich 
gesehen das der die Eingangsfrequenz erhöht - logisch Pll. Ich hatte 
einen AD9834 am Tisch liegen - der macht aber aus der Eingangsfrequenz 
eine niedrigere - da wären die 30Mhz zu niedrig gewesen.

Guter Hinweis :-)

Nachtrag: Zu früh gefreut - die Chinesenmodule haben alle einen Si5351A 
und meines ein SI5351B verbaut. Nur der Si5351C lässt ein externes Clock 
zu und der ist nur in Bauformen mit denen ich nichts anfangen kann ...

: Bearbeitet durch User
von Thomas (db8nr)


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Tobias F. schrieb:
> Für was verwendet man 30,720 Mhz normalerweise ?

... um auf 60 Hz (USA-Netzfrequenz) zu kommen.
30.720 Mhz  512  1000 = 60 Hz

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Tobias F. schrieb:
> Nur der Si5351C lässt ein externes Clock zu

Du solltest auch an den Quarz-Pins einen Takt einspeisen können, der C 
kann halt noch zwischen Quarz und externem Eingang umschalten.

Bei den Quarz-Pins musst du nur schauen, was für eine Signalform und 
Pegel du brauchst. Sie dokumentieren das nicht. Am besten erst einmal 
mit einem angeschlossenen Quarz und geringer Last (aktiver Tastkopf wäre 
gut) messen.

Aber: der Quarz soll 25 bis 27 MHz sein – ist die Frage, ob 30 MHz dann 
noch funktionieren. Wenn du aber irgendeinen Modul herum liegen hast, 
kannst du es ja mal ausprobieren.

: Bearbeitet durch Moderator
von Gerhard O. (gerhard_)


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Beitrag "Re: Quarzofen mit 30.720 Mhz"

Moin,

man hat mich hier im Forum auch schon hin und wieder für den falschen 
Gebrauch von "Eichen" vs. "Kalibrieren" aufmerksam gemacht.

Wer aber ältere Elektronik Literatur der 1960er Jahre, einschließlich 
älterer Funkschau Ausgaben konsultiert, wird finden, daß die damaligen 
Autoren in technischen Büchern und Zeitschriften anstatt "Kalibrieren" 
oft auch "Eichen" gewählt hatten. Sogar in den RPB-Büchlein kam diese 
Missdeutigkeit vor.

Deshalb wundert es mich nicht, wenn das immer wieder manchmal vorkommt.

Ich kenne mich mit der Geschichte des Deutschen Eichwesen nicht aus, 
aber vielleicht gibt es trotzdem einen belegbaren Grund warum die 
Bezeichnung oft unterschiedlich verwendet wurde.

H.F. Steinhauser sprach z.B. vom "Eichen" der VFO Skala in seinen Sender 
RPB-Büchlein.

Gerhard

: Bearbeitet durch User
von Motopick (motopick)


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"Eichen" ist ein hoheitlicher :) Vorgang, den sich hoheitliche Stellen
vorbehalten, aber auch delegieren koennen.
Als kleiner Schlucker tust du hoechsten "kalibrieren" oder
"spezifizieren" oder fuer ganz Arme "einstellen".

von Motopick (motopick)


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P.S.: Der hoheitliche Vorbehalt zielt auf das Vertrauen, dass der
Nutzer oder beteiligte Dritte bei der Verwendung eines Geraetes
das einer "Eichung" unterzogen wurde, in das Geraet haben duerfen.

2. P.S.:
Man kann 30.72 MHz auch durch 614400 teilen.
Dann erhaehlt man 50 Hz. :)

3. P.S.:
Besorg dir einen GPS-USB-Stick
Damit kannst du denn erst einmal deinen Quarzofen kalibrieren.
http://shelvin.de/gps-usb-stick-mit-1pps-signal/
http://shelvin.de/10mhz-ocxo-frequenz-mit-einem-einfachen-gps-usb-stick-abgleichen/
Da die Suchfunktion hier ja bekantermassen karp0tt ist,
muss ich den Link ins Forum leider schuldig bleiben.

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Man kann auch auf die PAL-Frequenz kommen, wenn man die 30,72 als 
gerundet betrachtet.

---
Könnte passen CS2000, hat i2c:

https://cirrus.com/products/high-performance-mixed-signal/#psearch_T500

von Rainer W. (rawi)


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Motopick schrieb:
> Als kleiner Schlucker tust du hoechsten "kalibrieren" oder
> "spezifizieren" oder fuer ganz Arme "einstellen".

"kalibrieren" hat nun wieder mit "einstellen" nichts zu tun.
Beim Kalibrieren wird nur die Abweichung zu einer Referenz dokumentiert. 
Da wird nichts gedreht.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jungs, könnt ihr mal wieder auf den Boden zurück kommen?

Einmal der Hinweis mit dem "eichen" genügt, damit ist doch der Drops 
gelutscht. Es geht hier darum, aus den 30,72 MHz irgendwas Brauchbares 
zu zaubern.

von Teo D. (teoderix)


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Gerhard O. schrieb:
> Wer aber ältere Elektronik Literatur der 1960er Jahre, einschließlich
> älterer Funkschau Ausgaben konsultiert, wird finden, daß die damaligen
> Autoren in technischen Büchern und Zeitschriften anstatt "Kalibrieren"
> oft auch "Eichen" gewählt hatten. Sogar in den RPB-Büchlein kam diese
> Missdeutigkeit vor.

Kein Wunder.
"Eichung (von mhd. īchen „abmessen, visieren“, das auf lat. aequus 
„eben, gleich“ zurückgeht[1])"
(https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung)

Heute wird halt Amtliches-Eichen, mit Eichen gleichgesetzt.
Deshalb hab ich mir auch meinen eigenen Eichmarken gedruckt... ;)

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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amtlich muss es Kalibrierhörnchen heißen
Das benutzt man scherzhaft für Hornantennnen bekannten Gewinns

Ja die 60Hz für Uhren könnte stimmen, z.B. 30,72MHz÷512=60kHz, da fehlt 
noch ein Faktor 1000.
Könnte aber auch ein Standardquarz für Baudraten sein 
30,72MHz÷256=9600Hz

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Standardquarz für Baudraten

Als OCXO?

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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> OCXO
Mouser hat nur kleine ofenlose Oszillatoren mit der Frequenz mit 
10...62ppm:
https://www.mouser.de/c/passive-components/frequency-control-timing-devices/oscillators/standard-clock-oscillators/?frequency=30.72%20MHz

Um einen SDR zu kalibrieren wären die wahrscheinlich auch gut genug. 
Wozu das Exemplar des TO gedacht war, werden wir ohne genauere Angaben 
nie erfahren. Vielleicht weiß ein Datenblatt des Herstellers mehr.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Die Frage wäre ja, ob er nicht besser bedient wäre, da einen 
32-MHz-Quarz reinzusetzen. Der ist dann zwar nicht OCXO-optimiert, hätte 
aber eine deutlich "bastlerfreundlichere" Frequenz.

von Mi N. (msx)


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Jörg W. schrieb:
> Es geht hier darum, aus den 30,72 MHz irgendwas Brauchbares
> zu zaubern.

Dann würde ich damit einen µC takten (spontan STM32G431), der daraus per 
PLL oder Teilern die gewünschten Frequenzen erzeugen kann.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Mi N. schrieb:
> Dann würde ich damit einen µC takten (spontan STM32G431), der daraus per
> PLL oder Teilern die gewünschten Frequenzen erzeugen kann.

MCUs haben normalerweise eher keine fractional-N-PLL. Der Einsatz eines 
expliziten PLL-Bausteins wurde ja schon vorgeschlagen. Der braucht dann 
zwar zur Steuerung noch eine MCU, aber dafür ist seine Elektronik auf 
genau diesen Anwendungsfall spezialisiert.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Ein SDR-Dongle hat normalerweise keinen Quarzeingang. Man könnte aber in 
der Spektrumsanzeige eine Vielfache der 30,72 MHz messen.

Die Frequenz scheint öfters vorzukommen, auch in SMD-TCXOs 22*25mm, hier 
gleich von drei Herstellern:
https://www.ebay.com/itm/ON-SALE-1-30M720-30-72MHz-3-3V-Square-Wave-SC-Cut-OCXO-Crystal-Oscillator/332794412702
Dazu z.B das Datenblatt von Epson, ohne einen speziellen 
Verwendungszweck, Toleranzen im ppb-Bereich:
https://www5.epsondevice.com/en/information//discon/pdf/ox6501gg_e-2.pdf
"10 MHz, 30.72 MHz Standard frequency"

von Mi N. (msx)


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Jörg W. schrieb:
> MCUs haben normalerweise eher keine fractional-N-PLL.

Aber sie können 'krumme Werte' auf die gewünschte Form bzw. auf den 
gewünschten Bereich skalieren und anzeigen lassen.

von Christian E. (cerker)


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30.72MHz (und Teilfaktoren davon) ist offenbar die Samplingrate des 
Basisbandsignals bei LTE:

https://www.sharetechnote.com/html/Handbook_LTE_PhyParameter_DL_FDD.html

Würde sowohl die Verbreitung als auch die Verfügbarkeit als OXCO 
erklären.

von Peter L. (oe6loe)


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interessant wäre zu wissen, ob der TE seinen SDR damit disziplinieren 
will, oder "nur" die Frequenz kontrollieren will, das geht wesentlich 
simpler mit Baken-, Normsignal-, Rundfunksender usw. mit bekannter 
Frequenz.
Die gibts zu hauf.

ich hab jedenfalls noch nie die Frequenz meines SDR (RSP1A) anzweifeln 
müssen.

: Bearbeitet durch User
von Harry L. (mysth)


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Bevor ich viel Arbeit und Geld investieren würde, um aus dem OCXO 10MHz 
abzuleiten, würde ich eher sowas kaufen:
https://www.ebay.de/itm/394990425390

Damit hab ich einen älteren Frequenzzähler "getuned".

Ich hab den auch mit einem GPS-disziplinierten OCXO verglichen, und der 
ist zumindest sehr stabil, und lässt sich auch wunderbar auf die 
Referenz abgleichen.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Harry L. schrieb:
> Bevor ich viel Arbeit und Geld investieren würde, um aus dem OCXO
> 10MHz
> abzuleiten, würde ich eher sowas kaufen:
> https://www.ebay.de/itm/394990425390
>
> Damit hab ich einen älteren Frequenzzähler "getuned".
> Ich hab den auch mit einem GPS-disziplinierten OCXO verglichen, und der
> ist zumindest sehr stabil, und lässt sich auch wunderbar auf die
> Referenz abgleichen.

Moin,

das könnte Euch in dem Zusammenhang auch interessieren:

https://dl6gl.de/gps-diszipliniertes-10mhz-normal.html

Ich habe mir die unbestückte LP + GPS-RX zukommen lassen und habe vor es 
demnächst umzusetzen.

Gerhard

von Harry L. (mysth)


Angehängte Dateien:

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Gerhard O. schrieb:
> das könnte Euch in dem Zusammenhang auch interessieren:
>
> https://dl6gl.de/gps-diszipliniertes-10mhz-normal.html

Genau den hab ich auch gebaut, und den China-OCXO damit verglichen.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Harry L. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> das könnte Euch in dem Zusammenhang auch interessieren:
>>
>> https://dl6gl.de/gps-diszipliniertes-10mhz-normal.html
>
> Genau den hab ich auch gebaut, und den China-OCXO damit verglichen.

Hallo Harry,

wie bist Du mit dem Teil zufrieden? Ich sehe allerdings nicht den GPS-RX 
auf dem Bild. Ist der bei Dir extern angeschlossen, oder hast Du diese 
Ausbaustufe geplant?

Gerhars

von Harry L. (mysth)


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Gerhard O. schrieb:
> wie bist Du mit dem Teil zufrieden?

Sehr zufrieden.
Der tut, was er soll.

Gerhard O. schrieb:
> Ich sehe allerdings nicht den GPS-RX
> auf dem Bild. Ist der bei Dir extern angeschlossen, oder hast Du diese
> Ausbaustufe geplant?

Ja, den hab ich zunächst extern angeschlossen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Harry L. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> wie bist Du mit dem Teil zufrieden?
>
> Sehr zufrieden.
> Der tut, was er soll.
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Ich sehe allerdings nicht den GPS-RX
>> auf dem Bild. Ist der bei Dir extern angeschlossen, oder hast Du diese
>> Ausbaustufe geplant?
>
> Ja, den hab ich zunächst extern angeschlossen.

Freut mich. Vielleicht komme ich während meiner Weihnachtsferien dazu. 
Die Einfachheit des Konzepts ist bestechend.

von Gerhard H. (ghf)


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Harry L. schrieb:
> Bevor ich viel Arbeit und Geld investieren würde, um aus dem OCXO 10MHz
> abzuleiten, würde ich eher sowas kaufen:
> https://www.ebay.de/itm/394990425390
>
> Damit hab ich einen älteren Frequenzzähler "getuned".
>
> Ich hab den auch mit einem GPS-disziplinierten OCXO verglichen, und der
> ist zumindest sehr stabil, und lässt sich auch wunderbar auf die
> Referenz abgleichen.

Wenn man sieht, wie sorgfältig L1 platziert wurde, dann
kommt doch gleich volles Vertrauen auf. Man fragt sich, wie
die Platinen aussehen die NICHT für's Produktfoto sind.

Gerhard H

: Bearbeitet durch User
von Harry L. (mysth)


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Gerhard H. schrieb:
> Man fragt sich, wie
> die Platinen aussehen die NICHT für's Produktfoto sind.

Meine sieht gut aus und funktioniert so, wie sie soll.

von Harry L. (mysth)


Angehängte Dateien:

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Und noch Eins:
Selbst "wenn" diese Platinen absoluter Müll "wären", wär das immer noch 
ein Schnäppchen wenn man den eigentlichen OCXO auslötet. (Datenblatt im 
Anhang)

Such mal bei den gängigen Distributoren nach 10 MHz OCXO und schau dir 
die Preise an.

Die OCXO auf diesen Boards wurden aus kommerziellen Baugruppen 
(vermutlich irgendwas aus dem Mobilfunk-Bereich) "recycled".

Ich hab davon (nackte OCXO) 5 Stück aus China geordert, und die kamen 
inkl. original Platine wobei der Teil mit dem OCXO mit einer Flex 
ausgeschnitten war.
Auslöten musste ich die selber.

Die sind zwar gebraucht, aber sicher nicht schlecht.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard H. (ghf)


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Hast Du mal einen Quarz von innen gesehen, der Resonator aufgehängt
an 2 Bonddrähten? Eine Idee, was eine Flex daraus machen kann?

Der Ausbau mit Hammer und Sichel hätte wenigstens Stil.
Eigentlich sogar 2 Stiele.

Die Ausbeute bei meinen chinesischen 5/10 MHz Morion MV-89 war
erschreckend, und die spielen in einer anderen Liga.

Gerhard H

: Bearbeitet durch User
von Harry L. (mysth)


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Gerhard H. schrieb:
> Hast Du mal einen Quarz von innen gesehen, der Resonator aufgehängt
> an 2 Bonddrähten?

Sicher! - hab ich.

Gerhard H. schrieb:
> Eine Idee, was eine Flex daraus machen kann?

Wenn die RpM hoch genug sind, sehe ich da wenige Probleme.
Die werden vermutlich sowas wie einen Dremel mit >20.000RpM nutzen.

Die OCXO, die ich bekommen habe funktionieren im direkten Vergleich zum 
GPS-disziplinierten OCXO vollkommen unauffällig.

: Bearbeitet durch User
von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Christian E. schrieb:
> 30.72MHz (und Teilfaktoren davon) ist offenbar die Samplingrate des
> Basisbandsignals bei LTE:

Irgendwer hat also mal gedacht, OK mein Testaufbau (486DX PC) sendet 
Daten mit 9600baud und wir brauchen eine Referenz irgendwie bei 30MHz. 
Nehmen wir 30,72 und schustern meinem Lieblingslieferanten einen Auftrag 
zu? (Benutzt ja niemand sonst) Sehr amüsant.

von Purzel H. (hacky)


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Gerhard O.'s Vorschlag von DL6GLs Implementation eines GPSDO ist sehr 
Holzhack Stil. Dier Zeitkonstant fuer so ein Teil liegt bei einer 
Viertel Stunde. Wenn man's unbedingt analog mit DIL fuer minimale Kosten 
haben muss... zumindest scheint's zu funktionieren, auch wenn die Allen 
Deviation bei 1s minimal ist ... speziell, wenn ja ein controller an 
board ist.
Deren Aufbau im Metallgehaeuse ist grausiglich. Ein Netzteil im Gehaeuse 
sollte man sich nicht mehr antun. Der Vorschlag eines USB Ladegeraetes 
ohne extensive Filterung ist ebenso grausiglich. Dann muss ich nichts 
mehr mit empfindlicher Elektronik wollen.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Purzel H. schrieb:
> Gerhard O.'s Vorschlag von DL6GLs Implementation eines GPSDO ist
> sehr
> Holzhack Stil. Dier Zeitkonstant fuer so ein Teil liegt bei einer
> Viertel Stunde. Wenn man's unbedingt analog mit DIL fuer minimale Kosten
> haben muss... zumindest scheint's zu funktionieren, auch wenn die Allen
> Deviation bei 1s minimal ist ... speziell, wenn ja ein controller an
> board ist.
> Deren Aufbau im Metallgehaeuse ist grausiglich. Ein Netzteil im Gehaeuse
> sollte man sich nicht mehr antun. Der Vorschlag eines USB Ladegeraetes
> ohne extensive Filterung ist ebenso grausiglich. Dann muss ich nichts
> mehr mit empfindlicher Elektronik wollen.

Bevor man sich die Nase zuhält, sollte man sich natürlich schon über die 
Stärken und Schwächen des Konzepts im Klaren sein. Auch wenn diese 
einfache Anordnung die bekannten Probleme aufweist, kann man immerhin 
noch seine sonstigen freilaufenden Zeitbasen in diversen Messgeräten 
ausreichend genau Kalibrieren. Ich bin durchaus zufrieden, wenn mein 
Frequenzzähler bei 1GHz unter 1Hz absolute Frequenzgenauigkeit aufweist. 
Für eine SSB Mikrowellen Frequenzaufbereitung würde ich es vom 
Standpunkt der spektralen Reinheit auch nicht unbedingt verwenden 
wollen.

Mein anderes Eigenbau GPSDO Gerät arbeitet mit über 10 Stunden 
Zeitkonstante und HP10811A OCXO. Das ist schon eine ganz andere Klasse. 
Ein vorhandener FTS1030 OCXO hat da eine noch wesentlich bessere 
Stabilität und spektrale Reinheit.

Aber für Vieles im täglichen Laborgebrauch ist DL6GLs Konzept durchaus 
mehr als brauchbar und einfach und obendrein nicht teuer. Man sollte 
also realistisch bleiben.

Über den Aufbau kann man natürlich streiten. Aber das kann ja jeder auf 
seine Weise lösen. Niemand ist gezwungen es 1:1 nachzubauen.

: Bearbeitet durch User
von Christian E. (cerker)


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Abdul K. schrieb:
> Christian E. schrieb:
>> 30.72MHz (und Teilfaktoren davon) ist offenbar die Samplingrate des
>> Basisbandsignals bei LTE:
>
> Irgendwer hat also mal gedacht, OK mein Testaufbau (486DX PC) sendet
> Daten mit 9600baud und wir brauchen eine Referenz irgendwie bei 30MHz.
> Nehmen wir 30,72 und schustern meinem Lieblingslieferanten einen Auftrag
> zu? (Benutzt ja niemand sonst) Sehr amüsant.

Das ist eher Zufall, also der Part mit "irgendwie bei 30MHz" ist klar. 
Du hast 20MHz Kanalbandbreite, also 10MHz max. im Basisband (wenn du 
hinterher IQ-Demodulation machst um +5MHz und -5MHz zu unterscheiden). 
Dafür brauchst du 20MHz Samplingrate, mit Faktor 1.5 wegen der 
begrenzten Filtersteilheit des AA-Filters macht das 30MHz.

Daraus folgt aber mit der 2048-FFT, die sich aus den gewünschten 
Subträgern ergibt, ein Subträgerabstand von 14.648kHz, das ist nicht 
schön, also machen wir 15 draus und haben dann eben 30.72MHz 
Samplingrate.

von Joachim B. (jar)


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Motopick schrieb:
> P.S.: Der hoheitliche Vorbehalt zielt auf das Vertrauen, dass der
> Nutzer oder beteiligte Dritte bei der Verwendung eines Geraetes
> das einer "Eichung" unterzogen wurde, in das Geraet haben duerfen.

deswegen durften ja Ferrariszähler immer nur +Toleranz haben, kann ja 
nicht sein das EVU weniger Gewinn machen. (SCNR)

von Bert 0. (maschinist)


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Gerhard H. schrieb:

> Hast Du mal einen Quarz von innen gesehen, der Resonator aufgehängt
> an 2 Bonddrähten? Eine Idee, was eine Flex daraus machen kann?

Sowas macht man ja auch nicht mit der Flex.

Die amerik. FT243 Quarze haben wir mit der blauen Seite vom Radiergummi 
nach oben gezogen, wenns zu doll war mit einem weichen Bleistift Strich 
drauf gings wieder runter mit der Frequenz.


73 de Bert

: Bearbeitet durch User
von Harry L. (mysth)


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Bert 0. schrieb:
> Sowas macht man ja auch nicht mit der Flex.

Ich weis natürlich nicht, mit welchem Werkzeug die Platinen 
ausgeschnitten wurden, aber alle 6 OCXOs, die ich so aus China bekommen 
habe, habe ich auch getestet und mit meinem GPD-do-TCXO vergleichen.
Die waren alle unauffällig.

Da ich keine Elektronik baue, die Jahrzehnte im interstellaren Raum 
funktionieren muss, ist das für mich gute und günstige Wahl, da das für 
meine Anforderungen vollkommen ausreicht, und bei dem Preis wäre es auch 
verschmerzbar, wenn da wirklich mal eine hohle Nuss dabei wäre.

Mag ja sein, daß die spektrale Reinheit und das Phasenrauschen nicht 
"state-of-the art" sind, aber wenn man einfach nur eine stabile 
Referenz-Frequenz braucht, spielt das wohl eher eine untergeordnete 
Rolle, ao lange die Frequenz passt.

Der Unterschied zu kommerziellen, teuren Frequenznormalen ist natürlich 
vorhanden und sicherlihch auch gerechtfertigt, aber für mich -und wohl 
die meisten Amateure- für Anwendungen im Hobby-Bereich im akzeptablen 
Bereich und die technischen Vorteile der Profi-Oszilatoren sind für die 
meisten Anwendungen einfach irrelevant.

Theorie vs.Praxis eben.

Fakt ist jedenfalls, daß ich heute für einen 2-stelligen Betrag einen 
Referenz-Frequenz-Generator bekomme, für den ich vor ca. 20J den 
Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagen hätte investieren müssen.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Moin,

Man könnte das DL6GL Konzept noch mit einem 24-bit ADC und 
hochauflösenden DAC ausbauen, der bei Abschaltung oder Ausfall des GPS 
Signals die letzte gute Einstellspannung der PLL ersetzt und man sich 
eine Zeitlang dann auf den OCXO selber verlässt. Dann dürfte auch die 
spektrale Reinheit besseren Ansprüchen genügen. Wenn der OCXO lange 
genug im Betrieb war, dürfte sich die Drift in Grenzen halten. Man 
könnte auch mit einem uC eine FW digitale PLL erstellen die dann eine 
entsprechend lange Integrationszeit ermöglicht.

Wie gesagt, wer das OCXO Signal nicht bis in den Mikrowellenbereich 
vervielfachen bzw. anbinden will, dürfte mit dem Original DL6GL Konzept, 
was spektrale Reinheit betrifft, eine ausreichend nützliche 
Referenzfrequenz zur Verfügung haben mit der man als Vergleichs-Normal 
andere Referenz Oszillatoren Kalibrieren kann.

Wer die spektrale Reinheit verbessern will, kann das Signal durch 
schmalbandige Quarzfilter noch erheblich verbessern. Das wurde früher in 
Geräten von HP und RS so gemacht.

Wie gesagt, wenn ich auf 1GHz auf unter 1E-9 Genauigkeit komme, ist mir 
das für meine internen Zwecke gut genug.

Laßt also, wie man so schön sagt, die Kirche im Dorf. Das 
Leistungsverhältnis des Designs ist dem Preis angemessen.

Gerhard

P.S. ich habe übrigens meine bestellten OCXOs bekommen und sie arbeiten 
alle drei einwandfrei.

: Bearbeitet durch User
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