Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik LED Lämpchen für ESP 32


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Matt L. (media0815)


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Hi, kurze Anfängerfrage:
Ich möchte 3 verschiedenfarbige LED Lämpchen an einem ESP32 NodeMCU 
Development Board  betreiben. Als Netzteil verwende ich ein offizielles 
Raspberry Pi USB-C Netzteil 5,1V / 3,0A.

Kann ich die folgenden LEDs dafür verwenden, auch im Dauereinsatz über 
Jahre hinweg?
https://www.amazon.de/gp/product/B0BZGMSQ5W/ref=ox_sc_act_title_2?smid=AT0FJ7CZCB0G9&psc=1

(Durchlassspannung: DC 3V-9V-12 V ,Durchlassstrom: 20 mA)

Oder wäre das Energieverschwendung / verbrauchen die relativ viel Strom?

Hintergrund:
Die haben bereits einen Widerstand eingebaut und ich hab grad keine Lust 
mich damit zu beschäftigen, welche LEDs man da sonst nimmt und welchen 
Widerstand welche Farbe braucht etc...

Danke für kurzen Tipp ob ich das so kaufen soll!

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


Angehängte Dateien:

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Nimm ein Stück WS2812-Strip oder Adafruit Neopixel, braucht nur drei 
Anschlüsse: Vcc (5V), Ground, Daten (geht mit 3,3V).

: Bearbeitet durch User
von Matt L. (media0815)


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Ich glaub der Streifen ist für mich schwieriger als Anfänger, als drei 
separate LEDs anzusteuern. Und ich will die dann auch in einem 
3D-Gedruckten gehäuse frei platzieren können.

Die oben verlinkten LEDs hätte ich einfach (ohne zusätzlichen 
widerstand, weil schon einer integriert) an GPIO32 und GND1 
angeschlossen. Würde das klappen?

Hier das Board:
https://www.berrybase.at/esp32-nodemcu-development-board

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Da der ESP mit 3,3V arbeitet, werden LEDs für 9V und 12V, bei denen der 
Vorwiderstand schon integriert ist, nur sehr schwach leuchten.
Es sind also so richtig nur die 3V Typen brauchbar.

Matt L. schrieb:
> Die haben bereits einen Widerstand eingebaut und ich hab grad keine Lust
> mich damit zu beschäftigen, welche LEDs man da sonst nimmt

Ach du meine Nase... Ich glaube, ich verstehe jetzt PISA etwas mehr.

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Frank E. schrieb:
> Nimm ein Stück WS2812-Strip oder Adafruit Neopixel, braucht nur drei
> Anschlüsse: Vcc (5V), Ground, Daten (geht mit 3,3V).

Dann aber bitte Stripes mit WS2812B

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Matt L. schrieb:
> weil schon einer integriert) an GPIO32 und GND1
> angeschlossen.

Ein GPIO des ESP wird drei LEDs nur sehr schwach antreiben können.

von Rainer W. (rawi)


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Rainer W. schrieb:
> Dann aber bitte Stripes mit WS2812B

... V5 (oder höher). Sonst wird das nur Murkserei.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Matt L. schrieb:
> und ich hab grad keine Lust mich damit zu beschäftigen ,
> welche LEDs man da sonst nimmt und welchen
> Widerstand welche Farbe braucht etc...

Du bist hier falsch.

von Matt L. (media0815)


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Jetzt hackt doch bitte nicht auf mir rum. Ich komme aus der 
Softwareentwicklung und will einfach nur ein ESP32 NodeMCU
Development Board mit einem CO2 Sensor und Home Assistant auf Basis 
eines Youtube Tutorials zum Laufen bringen. Die drei LEDs zur 
Visualisierung des CO2 Wertes sind da nur ein nettes Extra.

Mir ist schon klar, dass meine Frage für euch völlig primitiv ist, aber 
dann kann mir doch sicher jemand schnell geignete LEDs verlinken, die 
mit der ESP32 Ausgangsspannung ausreichend leuchten, nicht zu viel 
energie verbrauchen und bei denen die Widerstände schon integriert sind.

Falls es keine geeigneten LEDs mit integrierten Widerständen zu kaufen 
gibt, wäre ich sehr dankbar für eine Empfehlung / Kauflink zu einer 
passenden roten, grünen und gelben LED + jeweil geeignetem Widerstand.

Euch kostet das sicher keine 2 Minuten, mich kostet es ne Stunde, wenn 
ich sicher sein will, dass ich das Board nicht schrotte und wenn man 
sich noch nie wirklich mit LEDs, Widerständen oder Microcontrollern 
generell beschäftigt hat...

(Es fängt schon damit an, dass ich auf Anhieb keine verlässlichen Infos 
gefunden habe, ob am ESP32 GPIO32 nun 3,3V oder 5V anliegen und wie viel 
mA der verträgt. Ich hab das Teil auch noch nie in den Händen gehabt 
bisher.)

: Bearbeitet durch User
von Peter X. (dcf)


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Matt L. schrieb:
> Hintergrund:
> Die haben bereits einen Widerstand eingebaut und ich hab grad keine Lust
> mich damit zu beschäftigen, welche LEDs man da sonst nimmt und welchen
> Widerstand welche Farbe braucht etc...

Im ernst? Du bist zu faul selbst etwas Zeit in Recherche zu investieren?
Das ist verarsche pur. Zeit Romane zu schreiben hast Du aber schon..

Matt L. schrieb:
> Falls es keine geeigneten LEDs mit integrierten Widerständen zu kaufen
> gibt, wäre ich sehr dankbar für eine Empfehlung / Kauflink zu einer
> passenden roten, grünen und gelben LED + jeweil geeignetem Widerstand.

Klar. Soll ich Dir vorher noch einen Kuchen backen um dir die Wartezeit 
angenehmer zu gestalten?

> Euch kostet das sicher keine 2 Minuten, mich kostet es ne Stunde,

Alles in allem 10 Minuten um die Informationen zu sammeln die Du 
brauchst. Und einen LED-Vorwiderstand zu berechnen gehört zu den aller 
primitivsten Grundlagen. Du bist 3,5 Jahre im Forum, da kann man so 
etwas schon voraussetzen. Aber hier trotzdem ein Link..

https://www.mikrocontroller.net/articles/LED#Vorwiderstand

Ein DB für den ESP findest Du mit Google. Als Programmierer solltest Du 
eigentlich schon eines haben.

: Bearbeitet durch User
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Matt L. schrieb:
>(Es fängt schon damit an, dass ich auf Anhieb keine verlässlichen Infos
>gefunden habe, ob am ESP32 GPIO32 nun 3,3V oder 5V anliegen und wie viel
>mA der verträgt. Ich hab das Teil auch noch nie in den Händen gehabt
>bisher.)

Siehe Seite 46:

https://www.espressif.com/sites/default/files/documentation/esp32_datasheet_en.pdf

>und wenn man
>sich noch nie wirklich mit LEDs, Widerständen oder Microcontrollern
>generell beschäftigt hat...

Siehe hier, Ausgänge benutzen, wenn mehr Strom benötigt wird:

https://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-Tutorial:_IO-Grundlagen#Ausg.C3.A4nge_benutzen.2C_wenn_mehr_Strom_ben.C3.B6tigt_wird

von Rainer W. (rawi)


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Matt L. schrieb:
> (Es fängt schon damit an, dass ich auf Anhieb keine verlässlichen Infos
> gefunden habe, ob am ESP32 GPIO32 nun 3,3V oder 5V anliegen ...

So etwas kann man notfalls nachmessen. Aber woher sollen 5V am GPIO 
kommen, wenn der uC mit 3.3V läuft.

> ... und wie viel mA der verträgt.

Dazu gibt es Datenblätter

> Ich hab das Teil auch noch nie in den Händen gehabt
> bisher.)

Dann besorg dir eins. Wenn du deine Sensoren und die LEDs betreiben 
willst, wirst du sowieso einen brauchen.

> schnell geignete LEDs verlinken, die mit der ESP32 Ausgangsspannung
> ausreichend leuchten, ...

LEDs werden mit Strom betrieben.

> ... nicht zu viel energie verbrauchen

Das kommt darauf an, wieviel Strom du durch schickst.
> ... und bei denen die Widerstände schon integriert sind.

Das ist eher selten und schränkt die Auswahl sehr ein, zumal der 
Widerstand von der Spannung und dem  gewünschten Strom abhängt.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Matt L. schrieb:
> Hintergrund:
> Die haben bereits einen Widerstand eingebaut
... für 12V. Lies die Angaben nicht nach dem, was du dir wünscht, 
sondern nach dem was du bekommst. Und das steht da:
1
Produktbeschreibungen
2
:
3
:
4
Packungsinhalt:
5
20 Stück x 5 mm 12 V mit kabel LED-Dioden (grün)
6
20 Stück x 5 mm 12 V mit kabel LED-Diodenleuchten (weiß)
7
20 Stück x 5 mm 12 V mit kabel LED-Dioden (gelb)
8
20 Stück x 5 mm 12 V mit kabel LED-Dioden (rot)
9
20 Stück x 5 mm 12 V mit kabel LED-Diodenleuchten (blau)
Und wenn die blaue LED einen Vorwiderstand für 20mA bei 12V eingebaut 
hat (also etwa 9,5V/20mA = 470 Ohm), dann fließen bei 3V3 grade noch 
1,7mA.

Matt L. schrieb:
> Jetzt hackt doch bitte nicht auf mir rum. Ich komme aus der
> Softwareentwicklung
Ja, aber wenn du Elektronik machen willst, dann musst du dir wenigstens 
mal die Grundlagen der Elektronik antun.

Oder was würdest du einem Hardwareeentwickler sagen, der eine tolle 
Hardware mit Prozessor entwickelt hat, nun das Ding zum Laufen bekommen 
will und keine Lust hat, sich mit Software zu beschäftigen?

: Bearbeitet durch Moderator
von Matt L. (media0815)


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Danke an alle für eure Antworten!

Dann hab ich doch schon einiges gelernt:
- LEDs mit integriertem Widerstand zu finden, die genau für meinen 
Anwendungsfall passen, ist eher Wunschdenken gewesen.
- Am Ausgang GPIO32 des ESP32 liegen 3.3 V an, auch wenn ich den ESP32 
mit einem 5V USB-C Netzteil betreibe.
- Cumulative IO output current ist laut Datenblatt 1200 mA, das heisst 
in Summe sollte ich an allen Ausgängen nicht mehr Strom verbauchen. 
(Heißt das auch, ein einzelner Ausgang darf mit bis zu 1200mA belastet 
werden?)
- Peter X. @dcf will mir einen Kuchen backen! Das ist mega lieb von ihm! 
;-)

Wie gehe ich nun vor?
Bei meiner Bestellung des Boards, werd ich mir folgenden beiden Sets mit 
bestellen:
https://www.berrybase.at/300-teiliges-led-sortiment-in-kunststoffbox
https://www.berrybase.at/525-teiliges-metallschichtwiderstands-sortiment-in-kunststoffbox

Da sollte alles drin sein, was ich brauche und die LEDs haben alle eine 
Betriebsspannung die unter der Spannung meines Ausgangs liegt, sollten 
also hell genug sein.

Leider ist für die LEDs auf berrybase wieder keine Vorwärtsspannung 
angegeben! Arrgh. Wie ich gelernt habe ist Vorwärtsspannung ungleich 
Betriebsspannung. (Aber wenn ich das richtig kapiere: Vorwärtsspannung = 
LED-Durchlassspannung)
Angegebene Betriebsspannung laut berrybase:
    Rot: 1,9V-2,1V
    Gelb: 1,9V-2,1V
    Blau: 3,0V-3,2V
    Grün: 2,1V-3,0V
    Weiß: 3,0V-3,2V

Hier steht https://www.led-shop.com/Vorwiderstand-berechnen wenn man die 
Durchlasspannung nicht weiß, kann man die Berechnugn mit folgenden 
Annahmen durchführen:
Rot = 2 Volt
Gelb = 2,1 Volt
Blau = 3,7 Volt
Grün = 3,7 Volt
Weiß = 3,5 Volt

Da diese Werte aber teilweise über der auf berrybase angegebene 
Betriebspannung liegen, macht das hier wohl auch keinen Sinn (zumindest 
für mich)!

Ich nehme also erstmal für die Berechnung der Widerstände den unteren 
Wert des auf Berrybase angegebenen Betriebspannungsbereiches und hoffe, 
das passt.

Arbeitsstrom laut Berrybase ca. 20mA
Spannungsquelle: 3,3V

Diese Werte gebe ich nun in diesen Rechner hier 
https://leds-and-more.de/Widerstandsrechner ein und erhalte folgende 
Widerstände als Empfehlung:
    Rot: 75 Ohm
    Gelb: 75 Ohm
    Blau: 15 Ohm
    Grün: 62 Ohm
    Weiß: 15 Ohm

Wenn jetzt niemand hier laut STOP schreit, würde ich es damit versuchen, 
und hoffe, ich Schrotte mein Board damit nicht. ;-)

von Harald K. (kirnbichler)


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Matt L. schrieb:
> Heißt das auch, ein einzelner Ausgang darf mit bis zu 1200mA belastet
> werden?

Nein.

Matt L. schrieb:
> Arbeitsstrom laut Berrybase ca. 20mA

Willst Du einen Raum beleuchten? Die Zeit, wo man 20 mA durch LEDs 
prügeln musste, um zu erkennen, daß sie leuchten, die ist bald ein 
halbes Jahrhundert her.

Heute LEDs sind für Signalisierungszwecke auch mit Strömen < 1 mA 
ausreichend hell.

von Matt L. (media0815)


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Hmm, Danke für den Hinweis @kirnbichler
Wieso steht dann da nicht "Arbeitsstrom 1mA bis 20mA" oder zumindest 
"Arbeitsstrom max.  20mA" im Datenblatt der LEDs? Wahrscheinlich um 
Newbies zu verwirren...

Hier wiederum steht, dass Low-Current-LEDs minimal 2mA brauchen um 
schwach zu leuchten:
https://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0201111.htm

Dann versuch ich es mal mit 2mA. Spannungsquelle: 3,3V.
Das wären dann laut Rechner (ich nehme wieder die Untergrenze der 
Betriebsspannung als Durchlasspannung an) folgende Vorwiderstände:

    Rot: 1,9V -> 700 Ohm
    Gelb: 1,9V -> 700 Ohm
    Blau: 3,0V -> 150 Ohm
    Grün: 2,1V  -> 620 Ohm
    Weiß: 3,0V  -> 150 Ohm

Ist das denn nun realistischer für die oben verlinkten LEDs auf 
Berrybase als Signallämpchen?

von Harald K. (kirnbichler)


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Matt L. schrieb:
> Wieso steht dann da nicht "Arbeitsstrom 1mA bis 20mA" oder zumindest
> "Arbeitsstrom max.  20mA" im Datenblatt der LEDs? Wahrscheinlich um
> Newbies zu verwirren...

Im Datenblatt gibt es i.d.R. einen Abschnitt "absolute maximum ratings". 
Und dazu gibt es üblicherweise auch noch einen Abschnitt, der sich mit 
der Helligkeit in Abhängigkeit vom fließenden Strom beschäftigt.

Matt L. schrieb:
> Hier wiederum steht, dass Low-Current-LEDs minimal 2mA brauchen um
> schwach zu leuchten:
> https://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0201111.htm

Ich hab' hier bald dreißig Jahre alte Low-Current-LEDs, die auch mit 100 
µA schwach leuchten.

Man sollte sich mit dem individuellen Exemplar beschäftigen.

Du solltest einfach mal eine LED, ein Poti, eine Spannungsquelle und ein 
Multimeter (Strommessbereich) in Reihe schalten, damit Du selbst sehen 
kannst, bei welchem Strom Deine konkrete LED welche Helligkeit erreicht.

Selbst ausprobieren bringt mehr Erkenntnisse.

von Matt L. (media0815)


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Ich formuliere es mal anders:

Wenn ich die o.g. LEDs von Berrybase kaufe und diese am ESP32 GPIO32 
testweise mit verschiedenen Widerständen zwischen (sagen wir mal) 
minimal 100 Ohm und maximal 1.000 Ohm ausprobiere, kann ich nix kaputt 
machen, richtig?

Dann nehm ich einfach den höchsten Widerstand wo die jeweilig Farbe noch 
ausreichend leuchtet und hab somit auch den geringstmöglichen 
Stromverbauch im späteren Betrieb.

Das wäre ein pragmatischer Ansatz. Irgendwelche Einwände?

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Matt L. schrieb:
> Wenn ich die o.g. LEDs von Berrybase kaufe und diese am ESP32 GPIO32
> testweise mit verschiedenen Widerständen zwischen (sagen wir mal)
> minimal 100 Ohm und maximal 1.000 Ohm ausprobiere, kann ich nix kaputt
> machen, richtig?
Nehmen wir mal den Wort Case: 100 Ohm und eine rote LED mit 1,9V.
Das ergibt dann einen Strom von (3V3-1V9)/100R = 14mA.

Fazit: so lange du beim Basteln keine lang anhaltenden Kurzschlüsse 
produziert dürfte das gutgehen.

Du könntest das Risiko für deinen µC natürlich noch weiter reduzieren, 
indem du die Helligkeit nicht an dem testest, sondern an einem 
Labornetzteil mit 3V3...

: Bearbeitet durch Moderator
von Matt L. (media0815)


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Super, Danke, Fall gelöst. Ihr habt mir sehr weiter geholfen.

von Harald W. (wilhelms)


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Lothar M. schrieb:

> Du könntest das Risiko für deinen µC natürlich noch weiter reduzieren,
> indem du die Helligkeit nicht an dem testest, sondern an einem
> Labornetzteil mit 3V3...

Und wenn Du (TE) dann noch den Strombegrenzungssteller auf 20mA
stellst, kannst Du auch LEDs ohne Vorwiderstand testen. Wenn Du
dann noch den Strombegrenzungssteller langsam richtung kleinerer
Werte stellst, kannst Du den Stromwert ermitteln, bei dem Du die
LED als hell genug empfindest. Da haben eben Tausende von Anwendern
Tausende von unterschiedlichen Vorstellungen. Hast Du inzwischen mal
auf das Wort LED hier im Thread geklickt? Da werden einige Grund-
lagen über LEDs erklärt.

von Sebastian W. (wangnick)


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Matt L. schrieb:
> Hier wiederum steht, dass Low-Current-LEDs minimal 2mA brauchen um
> schwach zu leuchten:
> https://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0201111.htm

Ja, mit damals unglaublichen 5mcd bei 2mA. Die LEDs von Amazon scheinen 
aktueller zu sein, sie liefern bis zu 5000mcd bei 20mA, also bei 2mA 
immer noch ungefähr das Hundertfache der super-duper-low-current-LEDs 
des veralteten Elektronikkompendiums. Leider ist das "Datenblatt" von 
Berrybase wiederum ein Witz, weil es die Leuchtstärke verschweigt.

LG, Sebastian

von Rainer W. (rawi)


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Harald W. schrieb:
> Und wenn Du (TE) dann noch den Strombegrenzungssteller auf 20mA
> stellst, kannst Du auch LEDs ohne Vorwiderstand testen.

Gaanz toller Tip. Dazu musst man das Netzgerät aber gut genug kennen und 
wissen wie es dabei reagiert. Nicht jedes "Labornetzgerat" trägt die 
Bezeichnung "Labornetzgerät" zu recht.
Andere geben der LED auch gerne einen satten Stromstoß aus einem 
Ausgangs-Elko.

Sebastian W. schrieb:
> Die LEDs von Amazon scheinen aktueller zu sein, sie liefern bis zu
> 5000mcd bei 20mA

Spätestens wenn der Wirkungsgrad über 100% liegt, sollte man bei den 
angepriesenen Teilen misstrauisch werden.

: Bearbeitet durch User
von Steve van de Grens (roehrmond)


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Matt L. schrieb:
> Am Ausgang GPIO32 des ESP32 liegen 3.3 V an, auch wenn ich den ESP32
> mit einem 5V USB-C Netzteil betreibe.

Du hat nicht einen ESP32, sondern ein Board auf dem sich unter anderem 
ein ESP32 befindet. Du betreibst das Board mit 5 Volt. Das Board enthält 
einen Spannungsregler, der den ESP32 Chip mit 3,3 Volt versorgt.

> Da diese Werte aber teilweise über der auf berrybase angegebene
> Betriebspannung liegen, macht das hier wohl auch keinen Sinn

Das hast du korrekt erkannt. LEDs mit mehr als 3 Volt Betriebs- oder 
Flussspannung kann man nicht sinnvoll an 3,3 Volt anschließen. Es bleibt 
zu wenig Spannung für einen vernünftigen Widerstand, der den Strom auch 
bei steigender Temperatur stabiliert.

Allerdings kannst du diese LEDs mit der Anode an 5 Volt anschließen und 
mit der Kathode an den Ausgang des Mikrocontroller. Dann kannst du mit 
den 5 Volt rechnen und es passt wieder.

> wenn man die Durchlasspannung nicht weiß, kann man die Berechnung
> mit folgenden Annahmen durchführen ...

Messe lieber nach. Im laufe der letzten 35 Jahre hat sich viel geändert. 
Ich habe neue rote LEDs mit 1,6 Volt und andere neue rote mit 3,2 Volt. 
Nur um mal ein Beispiel zu geben, wie falsch diese Zahlen sein können.

> Arbeitsstrom laut Berrybase ca. 20mA

Wobei aktuelle LEDs bei 20 mA blendend hell sein können. Die billigsten 
LEDs, die ich in den letzten Jahren gekauft habe, bringen bei 2-5 mA 
eine angenehme Helligkeit. Conrad hat noch welche mit nur 10 mcd 
(Glimmfunzeln) im Handel, aber auch hellere mit über 1000 mcd, so große 
Unterschiede gibt es! Auch hier gilt wieder, dass grobe Anhaltspunkte 
von früher nicht mehr hilfreich sind. Du brauchst die technischen Daten 
der LED, oder musst die optimalen Widerstände durch Ausprobieren selbst 
ermitteln. Ich kann dir nur sagen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit 
bei 20 mA zu hell sind.

Matt L. schrieb:
> Wenn ich die o.g. LEDs von Berrybase kaufe und diese am ESP32 GPIO32
> testweise mit verschiedenen Widerständen zwischen (sagen wir mal)
> minimal 100 Ohm und maximal 1.000 Ohm ausprobiere, kann ich nix kaputt
> machen, richtig?

Ja

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Matt L. schrieb:
> Jetzt hackt doch bitte nicht auf mir rum.
Du hast eingesehen, dass Du Dich extrem ungeschickt ausgedrückt hast:
Matt L. schrieb:
> ich hab grad keine Lust mich damit zu beschäftigen
Schwamm drüber!

Matt L. schrieb:
> Hier steht https://www.led-shop.com/Vorwiderstand-berechnen wenn man die
> Durchlasspannung nicht weiß, kann man die Berechnugn mit folgenden
> Annahmen durchführen:
> Rot = 2 Volt
> Gelb = 2,1 Volt
> Blau = 3,7 Volt
> Grün = 3,7 Volt
> Weiß = 3,5 Volt

Das sind vollkommen schwachsinnige Werte, aber da sie ja im Internet 
stehen ...

und diese weitaus realistischer:
> Angegebene Betriebsspannung laut berrybase:
>     Rot: 1,9V-2,1V
>     Gelb: 1,9V-2,1V
>     Blau: 3,0V-3,2V
>     Grün: 2,1V-3,0V
>     Weiß: 3,0V-3,2V

Bei geringem Strom 1..2mA kommen Weiß und Blau oftmals drunter, 2,5..2,7 
Volt.

Matt L. schrieb:
> Hier wiederum steht, dass Low-Current-LEDs minimal 2mA brauchen um
> schwach zu leuchten:

Vergiss "Low-current". Kaufe beim Chinesen beliebige LEDs _im klaren 
Gehäuse_ mit möglichst hoher mcd-Zahl. Ich kenne keine aktuellen Preise, 
über Aliexpress sollte ein Euro für 50 Stück genügen.

Wenn es nur um Kontrollampen geht, betreibe ich blaue und weiße unter 
einem Milliampere. Dann nimmst Du als Vorwiderstand 330 Ohm und schaust, 
ob die dich blenden. Spannung über den Widerstand messen und den 
tatsächlichen Strom ausrechnen ist nicht schwer.

Harald K. schrieb:
> Ich hab' hier bald dreißig Jahre alte Low-Current-LEDs, die auch mit 100
> µA schwach leuchten.

... aber bei 10mA noch immer nicht anständig. Soll ich Dir ein paar 
MV5054 oder neuere HLMP3315 (1989) schicken?

> Man sollte sich mit dem individuellen Exemplar beschäftigen.

Ja, kaufen und ausprobieren. Die Werte im Anhang habe ich 2017 an klaren 
NoName-Chinesen der 1-cent-Klasse aufgenommen.

Harald W. schrieb:
> Und wenn Du (TE) dann noch den Strombegrenzungssteller auf 20mA
> stellst, kannst Du auch LEDs ohne Vorwiderstand testen.

Ich nehme eher ein paar kOhm und drehe an der Spannung, U/R kann ich 
rechnen, mit 1k sogar im Kopf.

Steve van de Grens schrieb:
> Allerdings kannst du diese LEDs mit der Anode an 5 Volt anschließen und
> mit der Kathode an den Ausgang des Mikrocontroller. Dann kannst du mit
> den 5 Volt rechnen und es passt wieder.

Das ist eine sehr grenzwertige Auslegung, die ich nicht bauen würde, 
Bastelkram halt. Wenn, wie Du geschrieben hast, eine rote 1,6 V hat, 
würde die auch bei Out=High noch leuchten wollen. Weitere was-wenn 
erspare ich mir, Lasten oberhalb Ub bekommen einen Transistor und nie 
direkt an den µC.

> Ich habe neue rote LEDs mit 1,6 Volt und andere neue rote mit 3,2 Volt.

Rote mit drei Volt glaube ich erst, wenn ich sie selbst gemessen habe. 
Welche Bauform und wieviel Strom?

von Harald W. (wilhelms)


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Manfred P. schrieb:

> Rote mit drei Volt glaube ich erst, wenn ich sie selbst gemessen habe.
> Welche Bauform und wieviel Strom?

Ich habe hier ein "Weihnachtsbäumchen" mit roten, grünen, blauen
und weissen LEDs, die alle parallelgeschaltet an einer Li-Zelle
leuchten. Für mich sehen die auch alle gleich hell aus.

: Bearbeitet durch User
von Steve van de Grens (roehrmond)


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Harald W. schrieb:
> Ich habe hier ein "Weihnachtsbäumchen"

Lichterketten und ähnliche Produkte sind oft mit besonderen LEDs 
ausgestattet, bei denen der Vorwiderstand integriert ist. Für Anwendung 
an 3,3 Volt Mikrocontrollern wären diese super praktisch, aber ich 
konnte sie nirgends einzeln kaufen.

Ich habe zu hause eine Lichterkette mit weißen LEDs (Farbe ca. 3000k), 
die nur 2,2 Volt brauchen. Theoretisch dürfte es diese gar nicht geben.

Meine Oma sagte oft: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> Und wenn Du (TE) dann noch den Strombegrenzungssteller auf 20mA
> stellst, kannst Du auch LEDs ohne Vorwiderstand testen.
Sag das mal einem Kollegen von mir. Denn wenn man ein Labornetzteil hat 
mit einem "kleinen" 10µF Elko am Ausgang, dann lädt der sich ohne Last 
strombegrenzt auf 30V auf und entlädt sich schlagartig an der 
anschließend angeklemmten LED, vor dann die Stromregelung eingreift und 
den Strom auf ungefährliche 20mA reduziert.

Ich empfehle deshalb, immer einen Vorwiderstand zu nehmen.

Manfred P. schrieb:
> Kaufe beim Chinesen beliebige LEDs im klaren Gehäuse mit möglichst hoher
> mcd-Zahl.
Aber aufpassen: das sind dann oft die, die die vielen mcd nur degen des 
geringen Abstrahlwinkels mit 15° erreichen...
- https://www.ledhilfe.de/viewtopic.php?t=2043

: Bearbeitet durch Moderator
von Sebastian W. (wangnick)


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Lothar M. schrieb:
> Aber aufpassen: das sind dann oft die, die die vielen mcd nur degen des
> geringen Abstrahlwinkels mit 15° erreichen...

Die RUNCCI-YUN des Eingangsthreads hatten immerhin 20° ...

LG, Sebastian

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Sebastian W. schrieb:
> Die RUNCCI-YUN des Eingangsthreads hatten immerhin 20° ...
Ich glaube das stimmt nicht. Laut Foto haben die viel mehr.

Die hat 20°:
- https://www.rc-beleuchtungen.de/de/LEDs-5mm---rot---6-000mcds-20-.html

: Bearbeitet durch Moderator
von Sebastian W. (wangnick)


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Lothar M. schrieb:
> Ich glaube das stimmt nicht. Laut Foto haben die viel mehr.

Viewing angle 20° könnte natürlich auch Abstrahlwinkel 40° bedeuten, 
aber wer weiss das schon ...

LG, Sebastian

von Harald W. (wilhelms)


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Steve van de Grens schrieb:

>> Ich habe hier ein "Weihnachtsbäumchen"
>
> Lichterketten und ähnliche Produkte sind oft mit besonderen LEDs
> ausgestattet, bei denen der Vorwiderstand integriert ist.

Ich hatte hier schon mal einen Beitrag dazu. H.H. meinte damals,
das das alles blaue LEDs mit passendem Leuchtstoff wären.

> Ich habe zu hause eine Lichterkette mit weißen LEDs (Farbe ca. 3000k),
> die nur 2,2 Volt brauchen. Theoretisch dürfte es diese gar nicht geben.

Ich weiss jetzt nicht, welche Farbe die Photonen mit einer Energie
von 2,2eV haben, aber vielleicht gibt es ja auch Leuchtstoffe, die
mit blaugrünen Photonen zurechtkommen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Harald W. schrieb:
> H.H. meinte damals,
> das das alles blaue LEDs mit passendem Leuchtstoff wären.

Ja, das ist mittlerweile recht verbreitet. Ein Grund ist wohl auch, daß 
es einfacher ist, eine bestimmte Farbe mit einem Farbstoff zu erzeugen, 
als ein passendes Halbleitermaterial zu bekommen.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Lothar M. schrieb:
> Labornetzteil hat mit einem "kleinen" 10µF Elko am Ausgang

Das ist noch wenig, meine haben ungefähr 200 µF

von Manfred P. (pruckelfred)


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Lothar M. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Und wenn Du (TE) dann noch den Strombegrenzungssteller auf 20mA
>> stellst, kannst Du auch LEDs ohne Vorwiderstand testen.
> Sag das mal einem Kollegen von mir. Denn wenn man ein Labornetzteil hat
> mit einem "kleinen" 10µF Elko am Ausgang, dann lädt der sich ohne Last
> strombegrenzt auf 30V auf und entlädt sich schlagartig an der
> anschließend angeklemmten LED, vor dann die Stromregelung eingreift und
> den Strom auf ungefährliche 20mA reduziert.
>
> Ich empfehle deshalb, immer einen Vorwiderstand zu nehmen.

Wie von mir gesagt:
Manfred P. schrieb:
> Ich nehme eher ein paar kOhm und drehe an der Spannung, U/R kann ich
> rechnen, mit 1k sogar im Kopf.

Dazu kommt auch, dass mein Netzteil einstellige mA nicht fein genug 
einstellen lässt - 10-Gang-Poti bis 5 Ampere.

> Manfred P. schrieb:
>> Kaufe beim Chinesen beliebige LEDs im klaren Gehäuse mit möglichst hoher
>> mcd-Zahl.
> Aber aufpassen: das sind dann oft die, die die vielen mcd nur degen des
> geringen Abstrahlwinkels mit 15° erreichen...

Ich weiß. Beim Einsatz als Kontrollampen habe ich damit kein Problem. 
Ist schon nett, wenn mein Gerät mit zwei bis fünf aktiven LEDs zu je 1mA 
nachts den Raum beleuchtet. Oder mein Akkutester mit der pinken-LED sein 
Blinken auf die Zimmerdecke projeziert.

Ich bin vor Jahren durch das Forum in die Richtung geschoben worden, 
frische LEDs zu kaufen und war erstaunt, wie hell die können.

Harald K. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> H.H. meinte damals,
>> das das alles blaue LEDs mit passendem Leuchtstoff wären.
> Ja, das ist mittlerweile recht verbreitet. Ein Grund ist wohl auch, daß
> es einfacher ist, eine bestimmte Farbe mit einem Farbstoff zu erzeugen,
> als ein passendes Halbleitermaterial zu bekommen.

Da wird der Physiker ganz anderer Meinung sein.

Bei den klaren 5mm kann man das sehen, wenn man senkrecht reinschaut: 
Bei meinen blauen, grünen und roten LEDs sehe ich Kristall und 
Bonddraht. Bei den weißen und pinken nicht, da ist eine opake Schicht 
zwischen.

von Arduino F. (Firma: Gast) (arduinof)


Lesenswert?

Manfred P. schrieb:
> da ist eine opake Schicht
> zwischen.

Das sieht man auch bei den Filamenten, wenn die unfreundlicher Luft 
ausgesetzt werden, dann blättert das gelbliche Zeugs bei manchen ab und 
es kommen winzige blaue LED zum Vorschein

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