Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Transformator reparieren


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von Andreas K. (paff)


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Hallo Forum,

hat schonmal jemand einen Trafo auseinandergenommen? Wäre dankbar für 
ein paar Tips. Z.B. ob man die Trafobleche mit irgendwelchen Lösungen 
behandeln kann, damit man sie besser rausbekommt, z.B. WD40?

Grüsse

Andreas

von Achim M. (minifloat)


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Andreas K. schrieb:
> Wäre dankbar für ein paar Tips

Schrauben raus, unten angeschweißte Montagewinkel/-platte vorsichtig 
abhebeln.
Hernach mit Spachtel die Bleche voneinander trennen und einzeln 
entnehmen.

Wieder zusammenbauen wird dann nochmal spannend.

mfg mf

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Andreas K. schrieb:
> WD40?

Trafos sind harzgetränkt, die Blechpakete oft zusätzlich zu den 
Schrauben verschweißt. WD40 bringt da nichts.

Ein längeres eintauchen in Aceton könnte den Harz lösen. Hängt davon ab 
was es ist.
Der Lack auf den CUL Drähten ist dann aber auch hin.
Eventuelle Schweißnähte sind nur oberflächlich und können aufgeflext 
werden.

Also WENN Du den Kern auseinanderbekommt, und WENN Du den Wickelkörper 
zerstörungsfrei runterbekommst, dann alles abwickeln, Wickelsinn, 
Duchmesser, Lagenposition, Isolationslagen und Windungszahl aufschreiben 
und alles neu Wickeln mit neuer, passender Hostaphan Folie mit 
Fiederung.
Und pass auf das Du eng genug wickelst das dann am Ende auch alles 
wieder draufpasst.
Wie du das ohne Lufteinschluss wieder in Harz tränkst wird auch 
spannend.

Wenn Aceton nicht hilft, hilft Wärme.
Viel Wärme.
Der Wickelkörper ist danach hin.

Das wird eine viehische Arbeit.
Sollte es um die originalgetreue Restauration einen historsich 
bedeutsamen Gerätes gehen, könnte ich den Aufriss noch verstehen.

von Bernd M. (berndmm)


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Sieht aus wie ein EI-Trafo. Schrauben und Montagewinkel entfernen. Auf 
eine Seite das vorletzte I-Blech entfernen, so dass ein kleiner Spalt 
zum Rücken des äußersten E-Blechs entsteht. Diesen vom Blechpacket 
wegbiegen, in den Schraubstock spannen und durch hebeln aus dem Trafo 
ziehen. Das Blech ist danach verbogen, aber die letzten 1 oder 2 Bleche 
bekommt man ohnehin nicht wieder hinein. Alle anderen Bleche lassen sich 
dann immer leichter entfernen. Manchmal ist auch ein Pertinax-Keil 
zwischen Blechpaket und Wickelkörper. Dann erst den mit einem geeignetem 
Blech herausschlagen.

von Andreas K. (paff)


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super, danke für eure Antworten. Ja, das ist sehr aufwändig, aber ich 
finde keinen Ersatztrafo für diesen alten Gitarrenverstärker..

von Michael B. (laberkopp)


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Andreas K. schrieb:
> aber ich finde keinen Ersatztrafo für diesen alten Gitarrenverstärker..

Trafos kann man wickeln lassen.

Ist jetzt nicht so unverschämt teuer.

https://www.hodde-transformatoren.de/leistungen-technik/sonderfertigung/
http://www.audioelektronik-shop.de/netztrafos.html (auch privat 
Einzelstücke)
http://www.mueller-rondo.com/ (auch privat Einzelstücke)
http://www.strobelt-trafo.de/produkte (auch Einzelstücke)
https://www.hogenkamp-trafo.de/ (auch Einzelstücke)
https://www.wickeltechnik-langer.de/ (auch Einzelstücke)
https://www.kukcoils.ch/ (auch Einzelstücke, aber vor allem 
vollautomatische Herstellung z.B. von Ventilen)
https://sklep.toroidy.pl/ (auch Einzelstücke)
https://www.kleintges.de/
https://www.riedel-trafobau.de/ (auch Einzelstücke an privat)
http://www.strobelt-trafo.de/ (auch Einzelstücke an privat)
https://www.tauscher-transformatoren.de/html/losungen.html (auch 
Einzelstücke)

von Hans (ths23)


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Michael schrieb:
> Trafos sind harzgetränkt, die Blechpakete oft zusätzlich zu den
> Schrauben verschweißt. WD40 bringt da nichts.
Also wenn ich mir das Bild vom TO anschaue, dann würde ich sagen, daß 
der nicht mit Harz getränkt ist. Das scheint ein recht altes Teil zu 
sein und früher hat man die Trafos nicht unbedingt mit Harz vergossen.
Ich würde für's erste mal hergehen  und die Schrauben, Abdeckhauben und 
Montagewinkel entfernen - dann würde man auch sehen ob das Ding 
vergossen ist. Wenn's wirklich vergossen sein sollte, dann ist's eh rum.
Weiter Bilder, wo man evtl. erkennen kann um was für einen Kerntyp es 
sich handelt, wären hilfreich. M-Kern läßt sich meist schlecht zerlegen 
- man muß die ersten 2 Bleche herausbekommen, dann geht es meistens. 
EI-Kern geht i.d.R. besser.

Warum soll denn der Trafo auseinander genommen werden? Wenn die 
Überschrift stimmt, was soll denn repariert werden? Eine Info was das 
für ein Trafo ist wäre natürlich auch nicht ganz schlecht.

von Andreas K. (paff)


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ja, das ist ein EI Kern. Der Trafo hat einen Schluss, ich messe 2Ohm 
primär. Es ist ein 100W Trafo. Danke für die links zum Wickeln lassen

von Andreas K. (paff)


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ps: ja, es geht auch etwas um Restaurierung, weil ein moderner Ringkern 
passt optisch gar nicht :-)

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Andreas K. schrieb:
> Der Trafo hat einen Schluss, ich messe 2Ohm
> primär.

Messe mal lieber die Induktivität und die Ausgangsspannungen.
2Ohm ohmscher Widerstand scheint mir nicht abwegig.

von Uwe B. (uwe_beis)


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Andreas K. schrieb:
> ich messe 2Ohm primär.
Wenn es wirklich 2 Ohm sind, dann muss der Schluss schon zwischen zwei 
weit entfernten Lagen sein. Und weil es die Primärseite ist und die 
Primärwicklung üblicherweise innen ist, müsstest du praktisch den 
gesamten Trafo ab- und neu wickeln. Also hast du kaum eine andere 
Alternative, als einen neuen Trafo wickeln lassen.

Andererseits - ein Schluss zwischen zwei weit entfernten Lagen ist wenig 
wahrscheinlich. Vielleicht ist da was anderes im Busch? Schraub' mal 
besser auf und schau dir den dann sichtbaren Teil an.

(Wie viel Ohm misst du, wenn du nur die Messspitzen zusammen hältst?)

von Uli S. (uli12us)


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Zur Not kann man das ganze auch mit einigen unterschiedlichen Trafos, 
die die nötigen Teilspannungen liefern erschlagen. Sieht danach nicht 
mehr ganz so schön aus, aber wer sieht das denn schon.

von Andreas K. (paff)


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danke für die Infos, ich werde heute Abend nochmal ran. Jedoch -von 
meinenm Verständnis her..ein Trafo mit 100W bei 230V hat doch rein 
ohmisch I=P/U, also 100W/230V=0,4A. Wenn ich 2Ohm messe, dann ist das 
doch bereits ein Kurzschluss, trotz Induktivität?
Also mein Induktivitätstester sagt 170uH..das ist doch extrem wenig, 
oder?

von H. H. (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> Also mein Induktivitätstester sagt 170uH..das ist doch extrem wenig,
> oder?

Ja, der müsste primär mehere Henry haben.

von Uwe B. (uwe_beis)


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Andreas K. schrieb:
> Jedoch -von
> meinenm Verständnis her..ein Trafo mit 100W bei 230V hat doch rein
> ohmisch I=P/U, also 100W/230V=0,4A.
Da bist du auf dem Holzweg. Die Rechnung ist anders: Ein 100 VA-Trafo 
müsste eine Primärinduktivität von ca. 1 H haben (ein 50er hat bei mir 
ca. 1,4 H). Bei 1 H ergibt sich ein Blindwiderstand von ca. 300 Ohm. An 
230 V also ein Blindstrom von ca. 0,75 A. Das erzeugt zunächst nur 
Blindleistung.

Schön wäre, wenn der ohmsche Widerstand der Wicklung(en) = 0 wäre, aber 
es ergibt sich durch den ohmschen Widerstand  eine Scheinleistung von P 
= I² * R, und die (aber nicht nur die) macht einen Teil der Verluste und 
wärmt den Trafo auf.

170 µH - das klingt nicht nach einem Schluss innerhalb der Lagen. Wie 
gesagt, schau ihn dir geöffnet an.

von Andreas K. (paff)


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danke für die Rechnung und die tollen Infos

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Als Vergleich: ich habe hier einen M74-Trafo gefunden, dürfte etwas 
kleiner sein als deiner. Der hat primär 46 Ω und 5,7 H.

Uwe B. schrieb:
> 170 µH - das klingt nicht nach einem Schluss innerhalb der Lagen.

Komplette Primärwicklung zusammen geschmort?

: Bearbeitet durch Moderator
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Kapazitätsarm gewickelt. Daher genau die 3D-Wickelsinne notieren beim 
Abwickeln.

von Clemens S. (zoggl)


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schließ mal eine

Andreas K. schrieb:
> mein Induktivitätstester sagt 170uH

welcher? - Hersteller und Modellnummer. bist du sicher, dass die Messung 
stimmt.

hast du einen zweiten Trafo mit ca 12V mit dem du deinen Trafo an der 
Primärseite versorgen kannst? Damit könntest du alle Spulen gefahrlos 
durchmessen.

irgendwie machen die Ergebnisse hier keinen Sinn.

Andreas K. schrieb:
> 2Ohm
> primär

und wie viel misst du, wenn du die Messstrippen direkt zusammen hältst?

sg

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Solche Trafos sollten schon 2 Kammern haben. Dass würde man ja sehen, 
wenn man die Deckel runter nimmt.
Primär sind 2 Ohm zu wenig. Irgendwas zwischen 50 -200 Ohm würde ich 
mind. erwarten. Bei geschätzen 100 VA.

So wie der aussieht war der evtl in einen HiFi - Röhren-Verstärker. 
Liege ich da richtig? Und dass ist jetzt wild geraten. Wenn HiHi, dann 
Grätz oder Saba, oder die Spur.

Dann wäre die Prim-Wickklung easy zu machen. Wenn 2-Kammer.

von H. H. (Gast)


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Thomas S. schrieb:
> Grätz oder Saba, oder die Spur.

Dann wäre kein englischer Aufkleber drauf.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Thomas S. schrieb:
> Irgendwas zwischen 50 -200 Ohm würde ich
> mind. erwarten. Bei geschätzen 100 VA.

Ohmscher Widerstand der Kupferwicklungen?
Wie viele KM Elfenhaar ist dort Deiner Meinung nach aufgewickelt?

Beitrag #7617722 wurde vom Autor gelöscht.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Wie viele KM Elfenhaar

Unsinn.

Selbst, wenn seine Schätzung ein wenig daneben liegen könnte, Messung 
siehe oben, deutlich mehr als 2 Ω müssen es für die Primärseite eines 
Netztrafos schon werden.

von Andrew T. (marsufant)


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Was bisher nicht erwähnt wurde:

Der Trafo ist aus amerikanischer Produktion.
Typisch ist das er ohne Spulenkörper gefertigt wird.

D.h die Wicklungen werden maschinell auf einen Formkörper gewickelt, 
dann mit Harz bzw. Lack fixiert.
Dann der Formkörper entfernt.

Dann die  Bleche eingeschoben.

Reparatur ist im Hobby Bereich kaum möglich.

Also wie oben empfohlen: Daten aufnehmen und wickeln lassen.

: Bearbeitet durch User
von Peter R. (pnu)


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Das Zerlegen des Blechpakets ist nur die erste Hürde.

Das Problem besteht auch in der Beschaffung des Materials: Solche Sachen 
habe eigentlich nur die wenigen Firmen, die Trafos in Einzelexemplaren 
herstellen.

Einen Materialsatz zusammenzustellen und versandreif zu machen erfordert 
so viel Arbeit, dass der Kunde das nicht bezahlen kann. Bzw. als Kunde 
kann man garnicht aufzählen, was und wieviel man für den aktuellen Trafo 
an Material benötigt.

Um dann dicht genug zu wickeln braucht man eine Vorrichtung mit 
passender Haltung für dem Wickelkörper, einstellbarem Zug des Drahts 
beim Wickeln und auch mit Querverschiebung des Drahts. So von hand kommt 
da nur ein lockerer Wickel zustande.

und der brummt dann, bekommt schnell interne Kurzschlüsse, weil ein 
Draht weit in den Wickel gerutscht ist, wo hohe Spannungsdifferenz zu 
den Nachbardrähten besteht usw.

Ein gut gebauter Trafo nutzt den Wickelraum so vollständig aus, dass die 
gleiche Leistung nur ein größerer handgewickelter Trafo schafft.

Wenns halt nichts passendes gibt, bleibt nur die Zusammenstellung mit 
mehreren Trafos (siehe oben)

Trenn erst einmal den Trafo von allen Sekundärlasten und messe den 
Ruhestrom des Trafos bei kurzem Einschalten. (Strom mit Glühlampe dabei 
begrenzen) damit du sicher bist, dass es wirklich der Trafo ist.

von Peter R. (pnu)


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oder:

Wiege erst einmal den Trafo und suche im Netz einen Trafo ähnlicher 
Bauform mit gleichem Gewicht: Dann bekommst du die ungefähre Leistung 
des Trafo und seinen Nennstrom heraus.

In Trafotabellen kann man anhand der Abmessungen für EI- oder M-Schnitte 
die Nennleistung finden.

(Der Ruhestrom sollte dann weniger als 10% des Nennstroms sein.  ?)

Prüf mal, ob da nicht viele Teilwicklunge nur dafür da sind, dass der 
Trafo für viele verschiedene Netzspannungen einsetzbar ist.

Dann kannst Du eher einen Trafo für 230V primär finden, der Ersatz sein 
kann.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Peter R. schrieb:
> Trenn erst einmal den Trafo von allen Sekundärlasten und messe den
> Ruhestrom des Trafos

Bei nur 2 Ω Kupferwiderstand?

Die Sekundärlasten hat er ja schon getrennt, wie man auf dem Foto sehen 
kann.

: Bearbeitet durch Moderator
von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Ist es denn überhaupt der Netztrafo oder doch eher der 
Ausgangsübertrager?

von Hans (ths23)


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Andreas K. schrieb:
> Jedoch -von
> meinenm Verständnis her..ein Trafo mit 100W bei 230V hat doch rein
> ohmisch I=P/U, also 100W/230V=0,4A.
Nein eben nicht. Wie schon geschrieben die Induktivität ist 
entscheident, das heißt Du mußt den induktiven Widerstand ermitteln und 
das geht über die Induktivität (X=2*pi*f*L, L=Inkuktivität, 
f=Frequenz=50Hz). Du mußt also die Induktivität bestimmen. Der von Dir 
gemessene Widerstand (R) ist der Widerstand des Kupferdrahtes. Der kommt 
zu X noch hinzu. Angestrebt ist bei Induktivitäten ein möglichst hohes X 
und ein geringes R, idealeerweise R=0, was natürlich technisch nicht 
möglich ist.

Aber Du kannst den Trafo auch ganz einfach prüfen. Du benötigst dazu 
einen 2.Trafo. Wenn Dein Trafo aus einem Röhrengerät ist, dann hat er 
vermutlich eine Heizwicklung (bei E-Röhren 6,3V). Besorg Dir also einen 
Trafo mit 4-6,3V Sekundärspannung und schließe diesen an die 
Heizwicklung an. A B E R   ACHTUNG, wenn der Trafo funktioniert stehen 
an der Primärwicklung Netzspannung an! Ebenso steht an der Wicklung für 
die Anodenspannung die Anodenspannung von >=250V an! Du mußt also sehr 
vorsichtig sein, damit Du keine gewischt bekommst. Am besten erst alles 
verkabeln und dann erst einschalten.
Wenn Dir das zu gefährlich ist, dann gibt es die Möglichkeit (wurde auch 
schon genannt) einen Trafo mit 12 - 24V an der Primärseite Deines Trafos 
anzuschließen.  Bei einem 12V Trafo müßtest Du dann an der Heizwicklung 
ca. 0,3V messen, bei einem 24V-Trafo halt das Doppelte. An der 
Anodenspannungswicklung sollten die 12V bzw. 24V zumessen sein oder auch 
etwas mehr.

Sollte sich wirklich herausstellen, daß die Primärwicklung defekt ist, 
dann kommst Du um einen neuen Trafo wohl nicht drum herum. Wie schon 
geschrieben ist die Primärwicklung die unterste Wicklung, d.h. Du mußt 
alle Wicklungen abwickeln. Bei älteren Trafos ist der Isolationslack der 
Drähte oft recht spröde und bröckelt bei mechanischer Belastung ab. Der 
Draht ist dann für das Neuwickeln nicht mehr zu gebrauchen.
Trafo neu Wickeln lassen wäre zwar eine Option, aber billig wird das 
sehr wahrscheinlich nicht. Ein neuer Trafo ist am Ende vermutlich 
günstiger.

Sage uns doch einfach mal wor der Trafo eingebaut ist, dann kann man 
gezielt helfen.

von H. H. (Gast)


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Peter R. schrieb:
> (Der Ruhestrom sollte dann weniger als 10% des Nennstroms sein.  ?)

Bei so einem kleinen Trafo durchaus bis 30%.

von H. H. (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Ist es denn überhaupt der Netztrafo oder doch eher der
> Ausgangsübertrager?

Für einen Ausgangsübertrager hat der zu viele Wicklungen.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Jörg W. schrieb:
> seine Schätzung ein wenig daneben liegen könnte,

Ohmsche Verluste von 0,43A x 200R = 86W bei 100VA Ausgangsleistung = 54% 
Wirkungsgrad, würde ich in der Tat als leicht daneben betrachten.
Und da sind de Ummagnetisierverluste nicht mal drin.

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Michael schrieb:
> Wie viele KM Elfenhaar ist dort Deiner Meinung nach aufgewickelt?

Auf jedenfall soviel, dass kein Kurzschluss entsteht.

Und wenn DU Ahnung hast, gibst mir recht.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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H. H. schrieb:
> Für einen Ausgangsübertrager hat der zu viele Wicklungen.

Auch wieder wahr. Für einen Netztrafo aber auch ziemlich viel, könnte 
aber hinkommen
4 oder 5 für verschiedene Primärspannunugen
2 oder 3 (CT) für die Heizung
evtl. 2 weitere für die Gleichrichterröhre Heizung
3 (CT) für die Anodenspannung
2 für noch ne Hilfsspannung
evtl eine Abschirmung

Wurde denn das eigentliche Gerät schon genannt? Ein Blick auf die 
Schaltung (tatsächlich oft auffindbar) würde dann schon sehr helfen die 
richtigen Wickeldaten/Spannungen/Ströme herauszufinden.
Aus Erfahrung: sowas selbst neu zu wickeln klappt i.a. nicht.

edit: vielleicht findet man dann was in der Art:
https://btb-elektronik.de/wp-content/themes/btb/_shop_images/Internet/ArHamm290HX_EDB290HX.pdf

: Bearbeitet durch User
von Andreas K. (paff)


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Danke für die vielen Tips, ich werde morgen einiges ausprobieren können. 
Wie ich bereits fast ganz oben schon bemerkt hatte, handelt es sich um 
einen Gitarrenverstärker, also der Power transformer aus einem alten 
Matamp GT100.
Mein Induktionsmesser ist (für mich) super, ein Atlas ESR.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> seine Schätzung ein wenig daneben liegen könnte,
>
> Ohmsche Verluste von 0,43A x 200R = 86W bei 100VA Ausgangsleistung = 54%
> Wirkungsgrad, würde ich in der Tat als leicht daneben betrachten.

Da hast du jetzt aber auch mal absichtlich die Obergrenze seiner 
Schätzung benutzt.

Dennoch brauchst du nichts von „Elfenhaar“ erzählen, mehr als 2 Ω muss 
das Ding primär haben.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Andreas K. schrieb:
> Power transformer aus einem alten Matamp GT100

Schön, dass du das endlich mal schreibst. ;-)

Schaltplan gibt's bei Radiomuseum, hier mal der Auszug mit dem Trafo.

Ich geh mal davon aus, dass nicht alles, was sie da als "Wicklung" 
gemalt haben, wirklich miteinander Verbindung hat. :)

: Bearbeitet durch Moderator
von Andreas K. (paff)


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ja super, danke. Dann geh ich mal lieber auf die Suche nach einem 
ähnlichen Ersatz als den alten versuchen zu öffnen

von Andreas K. (paff)


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ps: zur Frage nach dem zusammenschalten der Messpitzen: 0,01 Ohm

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Andreas K. schrieb:
> ja super, danke. Dann geh ich mal lieber auf die Suche nach einem
> ähnlichen Ersatz als den alten versuchen zu öffnen

Zumindest hast du schon mal die Spannungen dran stehen. Die benötigten 
Ströme musst du selbst abschätzen, aber vielleicht kannst du ja noch die 
Drahtdurchmesser der Sekundärwicklungen ermitteln.

Einen Versuch, den alten Trafo zu öffnen, kannst du ja dennoch machen. 
Solange du dich nicht dabei verletzt, hast du ja nichts zu verlieren.

von Andreas K. (paff)


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jetzt hab ich auch noch das Messgerät verwechselt :-)
Mein Induktionsmesser ist ein Ascel AE20204

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Die anderen Drahtfarben sind nicht beschriftet, aber zumindest solltest 
du zwischen braun und gelb aus dem Viererbündel (Abgriffe für 240 und 
110 V) nennenswerten Widerstand messen können.

von H. H. (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> Matamp GT100

Also ein waschechter Engländer, kein Ami.

Und der Trafo hat sicher deutlich mehr als 100VA.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> Schaltplan gibt's bei Radiomuseum, hier mal der Auszug mit dem Trafo.

Bin ich der Einzige, der es etwas seltsam findet, dass die negative 
Gittervorspannung für die PA aus der 35-V-Wicklung auf die Pluspole der 
Elkos geführt wird? :-O

von Manfred P. (pruckelfred)


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Andreas K. schrieb:
> ps: zur Frage nach dem zusammenschalten der Messpitzen: 0,01 Ohm

Kasperkram, wieso will man Widerstand und Induktivität messen, deren 
Sollwerte man nicht kennt?

Wenn ich einen defekten Trafo vermute, wird die Lastseite getrennt und 
geschaut, was er macht, wenn ich Netzspannung anlege.

Ideal ist es, per Stelltrafo langsam hochzufahren und den Strom 
anzugucken. Aber auch ohne Stelltrafo reicht es, wenn er direkt die 
Primärsicherung wirft.

von Andreas K. (paff)


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ja, sehr prägnant. Das hab ich mir auch überlegt, dass ich einfach einen 
6A Automat davorschalte und dann einschalte, dann erledigt sich der Rest 
der Messungen, danke :-)

von H. H. (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> 6A Automat

Es ist eine träge 3A Schmelzsicherung vorgesehen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Andreas K. schrieb:
> Das hab ich mir auch überlegt, dass ich einfach einen 6A Automat
> davorschalte

Nimm eine Glühlampe. Die brennt wenigstens nicht gleich durch und muss 
ersetzt werden. ;-)

Aber solange du da nur wenige Ohm misst, kannst du das bleiben lassen.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Manfred P. schrieb:
> Kasperkram, wieso will man Widerstand und Induktivität messen, deren
> Sollwerte man nicht kennt?

Weil es hilft abzuschätzen, was genau kaputt sein könnte.

von Unwichtig (noname_user)


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Jörg W. schrieb:
> Bin ich der Einzige, der es etwas seltsam findet, dass die negative
> Gittervorspannung für die PA aus der 35-V-Wicklung auf die Pluspole der
> Elkos geführt wird? :-O

die Diode nur verkehrt herum eingezeichnet?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Unwichtig schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Bin ich der Einzige, der es etwas seltsam findet, dass die negative
>> Gittervorspannung für die PA aus der 35-V-Wicklung auf die Pluspole der
>> Elkos geführt wird? :-O
>
> die Diode nur verkehrt herum eingezeichnet?

Nö, geht an die Gittervorspannung der 4 x EL34, die ist schon negativ.

Die Elkos falsch gezeichnet. Aber so wirkt der ganze Schaltplan (auch 
diese seltsamen Trafowicklungen) irgendwie, naja, etwas nachlässig 
gezeichnet.

von Andreas K. (paff)


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auch wenn ich den alten Trafo noch messen möchte..ich glaub, sowas wäre 
die 
Lösung..https://www.tube-town.net/ttstore/de/tt-dr103-hiwatt-style-netztransformator.html

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Andreas K. schrieb:
> auch wenn ich den alten Trafo noch messen möchte..ich glaub, sowas wäre
> die
> 
Lösung..https://www.tube-town.net/ttstore/de/tt-dr103-hiwatt-style-netztransformator.html

Naja, im Original gibt es zwei Heizwicklungen, ohne dass ich dem 
Schaltplan wirklich entnehmen könnte, warum. Auch haben sie die 
Anodenwicklung geteilt.

Die Gitterspannungswicklung dieses Trafos ist etwas hoch in der 
Spannung, aber die Gitterspannung lässt sich ja mit einem Poti 
einstellen. Du müsstest nur sehen, ob die Elkos in der 
Gitterspannungs-Aufbereitung spannungsfest genug sind für die höhere 
Rohspannung dieses Trafos.

von Andreas K. (paff)


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ich habe tatsächlich eine Firma gefunden, die diese Ersatztrafos 
nachbaut: 
https://www.prl.co.uk/products-services/voltage-transformers/#Audio-Transformers

von Hans (ths23)


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Andreas K. schrieb:
> ich habe tatsächlich eine Firma gefunden, die diese Ersatztrafos
> nachbaut:
> https://www.prl.co.uk/products-services/voltage-transformers/#Audio-Transformers
Einerseits schön für Dich, aber vermutlich sehr teuer, schon allein 
deswegen weil es Einzelanfertigungen sind.
Nimm den Trafo den Du schon gefunden hast 
(https://www.tube-town.net/ttstore/de/tt-dr103-hiwatt-style-netztransformator.html). 
WEnn Du es nicht selbst gefunden hättest, hätte ich Dir das auch 
vorgeschlagen. Die Anpassungen die Du machen mußt sind eher geringfügig 
und wenn man mit Überlegung an Sache geht auch wieder schnell rückgängig 
zu machen. Im Musikerboard wird das Problem auch öfter diskutiert, schau 
evtl. mal dort nach.

von Andreas K. (paff)


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hab schon angefragt, 130 Pfund und der Vorteil, dass er baugleich ist 
:-)

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Andreas K. schrieb:
> hab schon angefragt, 130 Pfund und der Vorteil, dass er baugleich ist
> :-)

Finde ich absolut vertretbar, selbst wenn noch Einfuhrumsatzsteuer 
hinzukommen sollte. GB will ja nicht mehr in der EU sein.

Du sparst viele Stunden Arbeit.

von Hans (ths23)


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Andreas K. schrieb:
> hab schon angefragt, 130 Pfund und der Vorteil, dass er baugleich ist
> :-)
Da hätte ich deutlich mehr gedacht, aber rund 40€ mehr als der 
vorgeschlagene Ersatz ist schon OK wenn man das Orginal bekommt.
Allerdings kommen da noch ca. 30€ Einfuhrumsatzsteuer und eine Gebühr 
des Paketversenders drauf. Kommt jetzt darauf an wer es macht. UPS ist 
mit mindestens 15,77€ am teuersten.
Kannste alles hier 
(https://www.paketda.de/ausland/zollrechner.php?action=submit&versandart=keingeschenk&betrag=150) 
nach lesen.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Thomas S. schrieb:
> Und wenn DU Ahnung hast, gibst mir recht.

WEIL ich Ahnung habe, weiß ich das der Ohmsche Widerstand bei einem 
Trafo IMMER so klein ist das es im Vergleich zum Nominalstrom einem 
Kurzschluss gleich kommt.

Du hingegen scheinst Schwierigkeiten bei der Unterscheidung R und XL zu 
haben.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Thomas S. schrieb:
>> Und wenn DU Ahnung hast, gibst mir recht.
>
> WEIL ich Ahnung habe, weiß ich das der Ohmsche Widerstand bei einem
> Trafo IMMER so klein ist das es im Vergleich zum Nominalstrom einem
> Kurzschluss gleich kommt.

Soso. Immer.

Wetten, dass ich dir auf Anhieb genügend Trafos finden werde, die 
deutlich mehr als "kommt einem Kurzschluss gleich" an ohmschem 
Widerstand haben? Einen M74 habe ich ja oben schon zitiert, 46 Ω.

Ich habe in der Tat auch einen Trafo, der einen B16 beim Einschalten 
rauswirft, so wenig ohmschen Widerstand hat er primär (weshalb meine 
Bastelecke einen C16 hat), aber das ist gerade mal einer, und der ist 
wirklich fett, der füllt ein Drittel eines 19"-Einschub-Gehäuses. Dem 
würde ich zutrauen, dass er wirklich nur wenige Ohm Widerstand hat.

: Bearbeitet durch Moderator
von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Jörg W. schrieb:
> Einen M74 habe ich ja oben schon zitiert, 46 Ω.

Was ist eigentlich los mit Dir?
Welchen Teil von:
Michael schrieb:
> im Vergleich zum Nominalstrom einem
> Kurzschluss gleich kommt.

interpretierst Du als:

Jörg W. schrieb:
> "kommt einem Kurzschluss gleich"

???

Eigentlich bewerte ich Deine Fähigkeit des sinnerfassenden Lesens besser 
als das.

Und 46Ohm sind an 230V 5A, was 1150W entspricht.
Das IST Kurzschluss im VERGLEICH zum NOMINALSTROM.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Vielleicht hättest du es auch weniger drastisch formulieren können: R 
ist sehr klein im Vergleich zu X_L, mindestens eine Größenordnung 
kleiner.

Das liest sich deutlich ausgewogener als dein ALLCAPS-Herumgeschrei.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Jörg W. schrieb:
> dein ALLCAPS-Herumgeschrei.

Nun, offensichtlich notwendig zum Textverständniss.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> dein ALLCAPS-Herumgeschrei.
>
> Nun, offensichtlich notwendig zum Textverständniss.

Nein, wie du siehst, bringt es fürs Textverständnis gar nichts. Man 
sieht nur dein Geschrei, und der Inhalt dahinter wird nicht einmal 
wahrgenommen.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Jörg W. schrieb:
> Michael schrieb:
>> Jörg W. schrieb:
>>> dein ALLCAPS-Herumgeschrei.
>>
>> Nun, offensichtlich notwendig zum Textverständniss.
>
> Nein, wie du siehst, bringt es fürs Textverständnis gar nichts. Man
> sieht nur dein Geschrei, und der Inhalt dahinter wird nicht einmal
> wahrgenommen.

Von Dir offensichtlich nicht.
Für die anderen kann ich das nicht wissen.

Wollen wir abstimmen lassen oder beenden wir das nun uns mit 
Sandförmchen und Feuerwehrautos zu bewerfen bis einer heult?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Wollen wir abstimmen lassen

Nicht nötig. Ich hör eh auf, und du darfst gern an deinen 
Ausdrucksformen arbeiten.

von H. H. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Einen M74 habe ich ja oben schon zitiert, 46 Ω.

Typisch 50VA.

Zum Vergleich ein 50VA Ringkern.

von Andreas K. (paff)


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ich habe nun abschliessend den "Lampentest" gemacht. Die 40W Lampe 
leuchtet knallhell und an keinem der Ausgänge wird Spannung erzeugt, 
also ich bestelle diesen englischen Ersatztrafo :-)
Danke für eure guten Ratschläge..

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Bei dem Blog wird ein sehr ähnlicher Trafo verlinkt.
https://www.musiker-board.de/threads/ersatz-fuer-matamp-gt100-power-transformer-spannungsangabe-bezugsquelle.749381/

Dem dort verlinkten fehlt aber der Abgriff bei der Anodenspannung und 
die 6,3V-Wicklungen.

von Andrew T. (marsufant)


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Andreas K. schrieb:
> ich habe nun abschliessend den "Lampentest" gemacht. Die 40W Lampe
> leuchtet knallhell und an keinem der Ausgänge wird Spannung erzeugt,
> also ich bestelle diesen englischen Ersatztrafo :-)

Exakt das ist der richtige Schnelltest, denan im Heimlabor machen kann, 
und muss



> Danke für eure guten Ratschläge..


Einige gute waren ja dabei.

Viel Erfolg dir.

von Andreas K. (paff)


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Falls es noch jemand interessiert..der neue Trafo aus England ist 
bereits angekommen und die Werte eines gesunden Trafos sind 
dementsprechend:

Primär Wicklungswiderstand 4,7Ohm
Primär Induktivität 5,9H (20Hz)

PS: mit Einfuhrgebühr und Versand für 230€, das ist ein guter Preis

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Andreas K. schrieb:
> Primär Wicklungswiderstand 4,7Ohm

Das ist in der Tat seeehr niederohmig. Das gibt schon einen heftigen 
Einschaltstromstroß.

> Primär Induktivität 5,9H (20Hz)

Das ist natürlich völlig im erwartbaren Rahmen.

> 230€, das ist ein guter Preis

Nicht billig, aber mit selbst neu wickeln hättest du auf jeden Fall viel 
Arbeit gehabt. Könntest ja aus Neugier noch schauen, ob du den alten 
geöffnet bekommst um zu sehen, woran es denn gelegen hat.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Andreas K. schrieb:
> PS: mit Einfuhrgebühr und Versand für 230€, das ist ein guter Preis

Es hilft ja nix. Umbauen mit dem Risiko, dass etwas nicht passt oder 
zumindest stundenlang dauert, ist keine Option.

Wie setzt sich der Preis nun zusammen?

130 Pfund * Umrechnungskurs 1,17 sind 152,10 Euro.
152,10 Euro plus 19% Einfuhrumsatzsteuer sind 181,00 Euro.

Was war der Rest? Zoll und Paketversand?

von Andreas K. (paff)


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Versand 29 Pfund!

von H. H. (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> Versand 29 Pfund!

Er wiegt ja auch einige Pfund.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Andreas K. schrieb:
> Versand 29 Pfund!

Oha. Aber das ist in GB (oder heute UK) schon immer etwas seltsam 
gewesen.

Als ich auf der Insel war, hatten sie 1st class und 2nd class postal 
service. Luftpost war wohl nochmal gesondert. Höchst unterschiedliche 
Tarife. Ich hatte einen Batzen DIN-4 Post nach Hamburg geschickt, der 
mit 2nd class weniger kostete als das Porto innerhalb von Deutschland. 
Und auch nicht sooo lange dauerte.

Wenn man's minimal schneller haben wollte, kostete es ein Vielfaches.

Zuletzt hatte ich ein Mainboard für ein Lenovo T510 gesucht für eine 
Freundin. Seltsamerweise scheinen sich alle refurbished-Boards von 
Lenovo in England zu befinden (Hinz weiß bestimmt, warum das so ist). 
Kosten ca. 30 Pfund. Aber mit einer unfassbaren Bandbreite der 
Versandkosten 5...30 Euro.

von Andrew T. (marsufant)


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Andreas K. schrieb:
> Primär Wicklungswiderstand 4,7Ohm
> Primär Induktivität 5,9H (20Hz)

Magst Du bitte mal bei 230V Primärspannung

die Ausgangsspannungen im Leerlauf messen und hier posten?
Das ist nämlich ggfs. eine wesentliche Hilfe, wenn man mal ohne Import 
hier einen solchen Trafo braucht.

von Andreas K. (paff)


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die Spannungen sind, wie angegeben messbar (M843A Mains)

von H. H. (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> die Spannungen sind, wie angegeben messbar (M843A Mains)

Da stehen allerdings nicht die Leerlaufspannungen.

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Was mich wundert: weder beim gekauften Trafo noch bei dem von Tube-Town 
werden bei 115V-Betrieb die Primären parallel geschaltet. Einfacherer 
Schalter, aber mehr Kupferverlust.

Der Netztransformator | Powertransformer - TT-pwDR103 von Tube-Town hat 
auch 4,7 Ohm Primärwiderstand.
Je verlustarmer man einen Trafo auslegt, umso höher ist sein 
Einschaltstrom.
Zum Glück gibt es genug Schaltungen, den inrush current zu reduzieren.

Bitte den defekten Trafo öffnen, um zu sehen, ob noch was zu machen ist 
(glaub ich eher weniger).

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Torsten B. schrieb:
> Je verlustarmer man einen Trafo auslegt, umso höher ist sein
> Einschaltstrom.

Insbesondere natürlich, wenn auf der Sekundärseite noch nach dem 
Gleichrichter große Kapazitäten hängen. Die müssen ja beim Einschalten 
erstmal geladen werden, was einem sekundären Kurzschluss nahe kommt. 
Vermutlich wird auch nicht jede Bühnen-Installation mit einem C16-LSS 
aufwarten. :-)

von Andrew T. (marsufant)


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Andreas K. schrieb:
> die Spannungen sind, wie angegeben messbar (M843A Mains)

Vielen Dank Andreas,

das hilft enorm.

Die Leerlaufspannungen sind dann damit einfach auszurechnen.

Dir weiter viel Erfolg bei Deinem Projekt!

von Roland D. (roland_d284)


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Moin,

Torsten B. schrieb:
> Was mich wundert: weder beim gekauften Trafo noch bei dem von Tube-Town
> werden bei 115V-Betrieb die Primären parallel geschaltet. Einfacherer
> Schalter, aber mehr Kupferverlust.

Weiß nicht, ob es relevant ist, aber wenn die beiden Wicklungen 
magnetisch gut gekoppelt sind (wohl der Fall) aber unterschiedliche 
Induktivitäten haben (fragt sich, wie unterschiedlich und weswegen), 
kann eine Parallelschaltung beider Wicklungen im Extremfall die Verluste 
erhöhen. Wirbelströme sozusagen.

Gruß, Roland

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Keine Angst, wenn sie gut gekoppelt sind und die gleiche Windungszahl 
haben, ist die Induktivität auch gleich. Evtl. dazwischenliegende 
Wicklungen werden noch besser gekoppelt (weniger Proximity). 
Parallelschaltung der beiden 115V-Wicklungen ist eigentlich Standard. 
Siehe z.B. Farnell LT30/2-Schaltplan:
Beitrag "Re: Labornetzeil Spannungspeak beim Abschalten"

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Die Spannungen der Hilfswicklung sind recht unterschiedlich:
MATAMP Model GT100
screenshot-2024-03-06T212857.png  35V
Gesamtleistung: 2*180*xx+6,3*yy+35*zz = ??

https://tube-town.net/info/datenblaetter/transformatoren/tt-pwDR103.pdf
tube-town tt-dr103-hiwatt-style-netztransformator.html 50V 14,9 Ohm
Gesamtleistung: 2*175*0,45+6,3*8,5+50*0,1 = 216,05

https://www.mikrocontroller.net/attachment/628587/Pennine_Matamp_GT120_Wiring_Sept_2023.pdf 
: M843A Mains 100V 80mA
Gesamtleistung 2*185*0,6+6,3*7,06+100*0,08 = 274,478

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