Die ganze Diskussion zwischen den Lagern der Fortschrittsanhänger und den 'Traditionalisten' geht an einem großen Problem vorbei:
In fast Lebensbereichen wird die Mechanik zunehmend durch die Elektronik ersetzt, aktuelles Beispiel Autobau, in der Vergangenheit Speichertechnik, Optik und anderes. Gleichzeitig nimmt das technische Interesse der Jugend an der Elektronik rapide ab. Der Onlinehandel ist nicht Ursache des Sterbens lokaler Läden sondern die Folge. Wenn die Käufer ausbleiben, machen die Läden dicht.
Das Interesse für ein bestimmtes Sachgebiet wird bei den meisten Menschen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren geweckt und bestimmt dann meist das weitere Leben. (Wer zum Abitur noch immer nicht weiss, welchen Beruf er ergreifen will, wird meist Jurist oder BWLer. Damit kommt man überall unter.) Aber die moderne Elektronik wird für den jugendlichen Interessenten immer weniger 'begreiflich'. Die Bauteile werden in den Dimensionen immer kleiner und in den Funktionen immer größer. Mit noch unvollkommener Motorik fällt dadurch der Aufbau einer Schaltung immer schwerer.
Irgendein Kloogschieter schrieb, dass im Zeitalter der Mikroprozessoren ein Frevel sei, Anfänger ein Audion bauen zu lassen. Aber einem Anfänger einen Mikrocontroller in die Hand zu drücken, ist geradezu ein Verbrechen an seiner geistigen Entwicklung. Denn das Teil wird schnellstens im Müll landen und mit dem Interesse ist es vorbei. Zum Verständnis und Betrieb eines Prozessors sind immer noch die Grundlagen der Elektronik notwendig, und die erlernt man nur durch den Bau einfachster, aber deutlich funktionierender Schaltungen, wie Blinker, Sirenen oder auch Audions. Wers nicht glaubt, der schaue sich AATIS an.
Also bastelt fröhlich weiter!