Ich habe neulich einen ATTiny1627 in QFN verlötet. Wäre auch nicht unbedingt nötig gewesen, aber meine Motivation ähnlich wie bei dir, einfach mal sehen was per Hand noch geht.
Ich hatte mich an dem Thread orientiert:
Beitrag "Kann man VQFN mit Heißluft handlöten?"
Hat auch auf Anhieb geklappt. Hatte eine Platine in erstklassiger Qualität von Aisler.
Unter das Bottom-Pad hatte ich nach der Empfehlung in dem Thread eine sehr große GND-Via gesetzt, um die hinterher mit Lot zu füllen.
An das eigentliche Löten hatte ich mich rangetastet. Wahrscheinlich kann man das ein- oder andere vereinfachen. Wichtig ist ein passendes Flußmittel in Gel-Konsistenz. Habe mir Amtech FLUX NC-559-ASM in einer 10ml Kanüle besorgt. Man benötigt nur winzigste Mengen.
In Stichpunkten:
- PCB-Pad des QNF leicht mit dem Flux benetzen und verzinnen.
- uC leicht benetzen und seitlichen Kontaktflächen verzinnen.
- nochmal leicht Flux auf das Pad.
- PCB auf die Wärmeplatte und vorheizen: ich weiß nicht ob das wirklich nötig ist.
- uC aufsetzen und senkrecht von oben mit einem Steinel-Fön mit digitaler Temperaturvorwahl und kleiner Düse bei ca 350°C geheizt: nach kurzer Zeit sieht man wie das Zinn fliesst und der Chip sich ausrichtet.
- kurz mit der Pinzette leichten Druck auf den Chip gegeben, ohne den zu bewegen.
Nach der Prozedur war der Chip sauber auf der PCB, aber nicht alle Pins hatten Kontakt, wie man mit der Lupe sehen konnte. Mit dem Ersa-Lötkolben nachgearbeitet:
- etwas Flux auf die nicht komplett gelötete Bauteilseite
- Mit dem Lötkolben kurz abgestrichen: das Flux verhindert Brücken.
Auf der Rückseite das große via mit dem Lötkolben gefüllt.
Zum Schluß mit Spiritus die Flux-Reste weggewischt.