Schaltnetzteil defekt - Ersatzelkos gesucht

OP #7649593
Lesenswert?

Guten Abend,

von einem proprietären (Zyxel) PoE-Injektor ist scheinbar das Schaltnetzteil nach ca. 8 Betriebsjahren kaputt gegangen.

Der Injektor ist in einem Metallgehäuse verbaut und in zwei Module unterteilt. Einmal dem Injektor selbst und einmal ein 53V / 0,85A Schaltnetzteil. Auf der Sekundärseite der Platine des SNT sehen drei Elkos aufgebläht aus und meine Vermutung ist jetzt, dass es an diesen liegt.

Also habe ich mich auf die Suche nach Ersatzelkos begeben, allerdings finde ich keine Ergebnisse. Die Elkos scheinen im Vergleich zu denen, die ich gefunden habe, recht flach zu sein. Sie haben ca. folgende Kenndaten:

  • 330uF / 100V
  • 105°C-Typ
  • 5mm Rastermaß
  • ca. 22mm Höhe
  • ca. 13mm Durchmesser

Nach oben ist in dem Metallgehäuse auch nicht mehr sonderlich viel Luft, außerdem sind zwei der Elkos direkt nebeneinander verbaut, sodass sie auch keinen größeren Durchmesser haben dürfen.

Hat jemand einen Vorschlag, wie ich passende Ersatz-Elkos finde?

Falls jemand der Ansicht ist, dass das nicht die Fehlerursache ist, habe ich zur Diagnose ein Multimeter und ein einfaches ESR-Messgerät zur Verfügung.

Viele Grüße Christian

Angehängte Dateien:
#7649610
Lesenswert?

Vor einer Bestellung würde ich erst mal prüfen, was noch funktioniert. Dazu könnte man z.B. harmlose 12V~ auf den Netzeingang geben und diese verfolgen. Die kranken Elkos würde ich tauschen, aber es kann auch mehr sein? https://de.wikipedia.org/wiki/Schaltnetzteil#/media/Datei:Schaltnetzteil.svg Bei Reichelt.de od. TME.eu wirst Du wohl einige Teile finden. Elkos auf jeden Fall 105 Grad suchen!

#7649616
Lesenswert?

#7649618
Lesenswert?

Das Alublech könnte, da es zu wenig Kühlvermögen hatte, der Grund für den Ausfall sein. Dass alle drei Elkos fast gleichzeitig hinüber sind, dürfte darauf hinweisen. Das Alublech bildet wohl die stärkste Wärmequelle und heizte daher gleich alle drei Elkos zu Tode.

Bei den Elkos kommt es meiner Mng. nach nicht wesentlich auf den genauen Kapazitätswert an. Ob es nun anstatt der 330 µF 220 oder 470 sind dürfte keinen Unterschied ausmachen. Hier ist eher der niedrige ESR-Widerstand wichtig, wenn die Hitze in den Elkos entstanden ist.

Natürlich sind hier alle 3 Elkos für den Wechsel fällig.

Man sollte auch Elkos aus der besseren Liga wählen, mit möglichst niedrigem ESR.

Aber ich habe da eher die Temperatur des Alublechs im Verdacht.

(Firma: Chipwerkstatt) #7649628
Lesenswert?

Peter R. schrieb:

Das Alublech könnte, da es zu wenig Kühlvermögen hatte, der Grund für den Ausfall sein. Dass alle drei Elkos fast gleichzeitig hinüber sind, dürfte darauf hinweisen.

Wer sagt denn, dass die Elkos gleichzeitig verstorben sind?

Irgendwann reicht der Überbleibsel nicht, und dann geht das NT nicht mehr. Dabei können die Elkos schon vor längerem den Dienst Quitiert haben.

#7649660
Lesenswert?

Jo, auch daran sollte man denken. Die Aufblähung der Elkos ist ein offensichtlicher Mangel und sie sollten auf jeden Fall getauscht werden.

Aber der kleine "Startkondensator" ist auch häufig die Ursache dass SNTs nicht mehr an ihre Arbeit gehen. Auch den sollte man überprüfen.

OP #7649800
Lesenswert?

Danke für die vielen Antworten!

H. H. schrieb:

Das NT stammt von 2012.

Ich hatte das Datum auf der Platine als Entwurfsdatum für das Layout der Schaltung gehalten. Der AccessPoint ist von 2016, aber es ist auch gut möglich, dass ich einen älteren Injektor erhalten habe.

Michael B. schrieb:

Bevor du sie wechselst: liegen 325V am primären Siebelko an, bekommst du zwischen 10 und 20V am kleinen primären Elko ?

Werde ich heute im Verlaufe des Tages einmal nachmessen.

Michael B. schrieb:

Lote irgendwelche Elkos sekundär von der Unterseite parallel und schau ob es dann geht.

Guter Hinweis! Ich habe meine Bastelkisten auch schon einmal durchsucht, leider habe ich keine Elkos mit der notwendigen Spannungsfestigkeit. Jedenfalls nicht bei entsprechender Kapazität.

Die drei defekten sekundärseitigen Elkos sind parallel geschaltetet und ich könnte sie ggf. durch zwei 1500uF/35V in Reihe mit Widerstandsspannungsteiler ersetzen. Das sollte in etwa 750uF/70V Spannungsfestigkeit ergeben - passt vermutlich für einen kurzen Test bei den 53V Ausgangsspannung des Netzteils.

Die zwei großen Ersatzelkos sind typgleich und aus der gleichen Bestellung.

Wenn der Ansatz okay ist - Vorschläge für den Widerstandswert? 47k? 22k?

#7649811
Lesenswert?

Christian R. schrieb:

Vorschläge für den Widerstandswert? 47k? 22k?

Die können viel niederohmiger sein da du das Netzteil ja unangeschlossen testest bilden die die Mindestlast. Ist halt eine Frage der Belastbarkeit, wie viel Watt du verblasen kannst.

Achte auf die nicht netzgetrennte hohe Spannung primärseitig. Ich würde Kabel anlöten und an deren Enden dann Messgeräte anschliessen, nicht mit den Prüfspitze drin rumfummeln während es wackelig auf dem Tisch liegt.

OP #7649833
Lesenswert?

Michael B. schrieb:

Die können viel niederohmiger sein da du das Netzteil ja unangeschlossen testest bilden die die Mindestlast. Ist halt eine Frage der Belastbarkeit, wie viel Watt du verblasen kannst.

Alles klar, sofern ich keine passenden 1W-Widerstände finde, nehme ich 1/4W Widerstände mit 3k3 oder 4k7 Ohm. Rechnerisch sollten das dann ca 210mW bzw. 150mW pro Widerstand sein.

Michael B. schrieb:

Ich würde Kabel anlöten und an deren Enden dann Messgeräte anschliessen, nicht mit den Prüfspitze drin rumfummeln während es wackelig auf dem Tisch liegt.

Werde ich so machen!

Edit: ich sehe gerade, dass der dritte Elko doch nicht parallel zu den anderen beiden geschaltet ist :-( Da muss ich wohl nochmal schauen, ob ich dafür nicht doch noch irgendwie einen Ersatz rein bekomme. Reicht da vielleicht eine deutlich niedrigere Kapazität, wenn keine Last angeschlossen ist?

OP #7649936
Lesenswert?

Ich gehe davon aus, dass der dritte Elko zur Glättung der Ausgangsspannung gedacht ist, daher habe ich ihn gar nicht ersetzt - es hängt ja nichts am Ausgang.

Für den Spannungsteiler habe ich jetzt 3k3 Widerstände genommen und mit den 1500uF/35V Elkos fliegend verdrahtet, siehe Foto.

Nun erzeugt das Netzteil wieder eine Ausgangsspannung von ca 53V.

Angehängte Dateien:
#7650177
Lesenswert?

Das "ausgleichen" mit Widerständen ist problematisch.

Bei Folien-Kondensatorn kann man das schon machen, aber bei Elkos sind die Leckströme oft recht hoch und undefiniert, sodass es auf Dauer keine zuverlässige Aufteilung gibt.

Zum Probieren ja, aber nicht als Dauerlösung.

#7650189
Lesenswert?

Was ein Zyxel...Injektor ist, weiß ich nun nicht und kann halt die Belastung der Elkos nicht abschätzen.

Wenn das Ding starke NF-Last versorgt, müssen die Elkos in einem weiten Frequenzbereich (z.B. von 10 Hz bis kHz) die Betriebsspannung konstant halten. Dann kommts auf den genauen Wert eher an als bei einer Leuchte, die eine konstante Last darstellt. Bei der muss der Elko nur die 50 oder 100Hz aus der Gleichrichtung ausgleichen.

Überlege aber folgendes: Bis zum Ende hatten die Kondensatoren schon lange eine großen Teil ihrer Kapazität verloren und das Gerät hat trotzdem noch gearbeitet. Ich glaube daher, dass es kaum auf die 330 µF ankommt, 220 oder gar nur 150 oder 100 reichen wohl ohne großes Problem.

#7650199
Lesenswert?

Peter R. schrieb:

bei Elkos sind die Leckströme oft recht hoch und undefiniert,

So tragisch ist das nicht. Beides nicht. Der Leckstrom wird nicht immer angegeben (speziell bei Billigware). Aber er ist weder irre hoch, noch völlig undefiniert.

sodass es auf Dauer keine zuverlässige Aufteilung gibt

Doch. Zuverlässig genug.

Michael B. schrieb:

Die können viel niederohmiger sein da du das Netzteil ja unangeschlossen testest bilden die die Mindestlast. Ist halt eine Frage der Belastbarkeit, wie viel Watt du verblasen kannst.

So isses. Und natürlich kann man sich auch easy weiter unten orientieren mit dem parallelen Aufteilungsstrom, wenn/weil man ja sowieso keine "sehr genaue" Aufteilung braucht, wenn/weil (wie hier) die Spannungsfestigkeit locker im grünen Bereich.

Sehe da kein schreckliches Elko-Todes-Drama kommen... ;)

#7650375
Lesenswert?

H. H. schrieb:

Passen nicht.

FC-A 330U 63A Aluminum Elektrolytkondensator / Radial, bedrahtet Serie: FC Eigenschaften • Ausdauer : 105°C / 1000 h bis 5000 h • niedrige Impedanz • AEC-Q200 qualifiziert Elektrische Werte Kapazität 330 µF Nennspannung 63 VDC Ripple Current 1285 mA ESR 85 mOhm Sonstiges Temperaturbereich -55...+105 °C Lebensdauer 5000 h Toleranz ±20 % Maße Durchmesser 12,5 mm Länge 20,0 mm Hersteller PANASONIC Artikelnummer des Herstellers EEUFC1J331

Bei Reichelt zu finden https://www.reichelt.de/ch/de/elko-radial-330-f-63-v-105-c-low-esr-12-5-x-20-mm-rm-5-fc-a-330u-63a-p199921.html?search=Elko+FC+330+%2F+63&&r=1

#7650405
Lesenswert?

Ich habe mal mit deinen Größenangaben die Suchmaske bei TME gefüttert. 3 Baureihen von Panasonic sind lieferbar und erfüllen alle Anforderungen. Ich habe alles unter 5000h abgewählt. Sind 63V Typen, alternativ könnte man auch noch die wenig gebräuchlichen 270µF mit ins Auge fassen und schauen, ob da was mech. passendes in 80V (auch exotisch) oder 100V dabei ist. https://www.tme.eu/de/katalog/elektrolytische-kondensatoren-tht_112342/?params=120:1437163,1529492,1437177;118:1437953;32:1819389,1819353,1819330,1819639,1819335,1819332;42:1734301,1734279,1735381;123:1438198,1438023;31:1436929

#7650998
Lesenswert?

H. H. schrieb:

Unwichtig schrieb:

Nennspannung 63 VDC

Hinterher einen auf schlau machen...

Oh weh, der big Meister hat ja was ganz Großartiges geleistet, in seinen paar Loserbeiträgen hier, er hat als aller Einziger erkannt dass keine 100-V-Elkos notwendig sind, u. meinte noch dazu dass die FC-Serie von Panasonic nicht passt, na sowas aber auch? Und da ist außer ihm Keiner vorher drauf gekommen, ow weh welch ein Drama? Es schaut wohl ganz so aus > Y < Ein wirklich ganz armes Elo-Forum hier. H. H. schrieb im Beitrag #7649982:

Bau halt 63V Elkos ein,

Und nun hat er sich auch gleich mal wieder abgemeldet weil sein Beitragszähler wieder zu hoch wurde? Gibt es hier eigentlich noch selbstständig denkende fähige Leute die nicht so einem Scharlatan hinterher laufen u. als Gott anbeten müssen? Das Forum für Hinz u. Kunz nur ohne wirkliche Größen.

Er über mir, wie hoch ist denn eigentlich so der max. Rippelstrom bei deinen Funden? Oder hat davon schon jemand hier überhaupt nur ein Wort verloren?

Alfred B. schrieb:

Sehe da kein schreckliches Elko-Todes-Drama kommen... ;)

Da war aber einer ganz anderer Meinung mit dem OriginalGelump aus China. Das hat bloß komischerweise mehr als 5 Jahre gehalten.

#7652409
Lesenswert?

Alfred B. schrieb:

...oder? Mir kommt das halt ziemlich präzise so vor...

Du verräts dich nur selber, denn du schließt von dir auf Andere, so einfach ist das.

Alfred B. schrieb:

So tragisch ist das nicht. Beides nicht. Der Leckstrom wird nicht immer angegeben (speziell bei Billigware).

Diese Fachbegriffe immer > Billigware <, der Hinweis auf fehlende Erfahrungen bei der Mat.Beschaffung

Unwichtig schrieb:

Gibt es hier eigentlich noch selbstständig denkende fähige Leute die nicht

Na er gehört damit auch nicht dazu Alfred B. schrieb im Beitrag #7651592:

Ok, jetzt verstehe ich erst Hinzens (passende) Folgerung:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren