Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Stellen-/Projektangebote hier auf µC.net


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von Nevs (noname_user)


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Hat sich schon mal jemand die beiden aktuellen PDF´s angeschaut?

Stellenangebot: Nebentätigkeit in der Elektronikentwicklung

Stellenangebot: Entwicklungsingenieur*in (m/w/d)

Ich gabube die haben noch mehr Bedarf, v.a. in der HR-Abteilung? ;-)

Wie kann man Elektronikentwicklung in einer Nebentätigkeit anbieten oder 
suchen?
Ein ganz deutliches Zeichen für Geiz u. damit keine ausreichenden 
Ressourcen.

Das von der Kunsthochschule für Medien in Köln, wenn ich so meine 
Bewerbung schreiben u. in der Form abgeben würde, käme ich sicher in 
Ablage P.

> Wenn Sie sich angesprochen fühlen, bewerben Sie sich bis zum 31.05.2024-
> gleich hier über den Button "Online-Bewerbung" am unteren Bildschirmrand.

Das hat dann wohl auch nur eine studentische Aushilfskraft geschrieben. 
;-)

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wie kann man Elektronikentwicklung in einer Nebentätigkeit
> anbieten oder suchen?

Was spricht dagegen? Hab ich in meinen beiden letzten Semestern
gemacht um mein Studium zu finanzieren. Nicht jeder bekommt
es von den Eltern hinten reingeschoben.

Vanye

von Purzel H. (hacky)


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> Wie kann man Elektronikentwicklung in einer Nebentätigkeit
> anbieten oder suchen?

Allenfalls mal einen Stecker anloeten. Selten kann man sich richtig mit 
Fanfaren Feiern lassen indem man Fachfremden mit zwei Transistoren ein 
Ballon aufblasen laesst.

von Bruno V. (bruno_v)


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Purzel H. schrieb:
> Allenfalls mal einen Stecker anloeten. Selten kann man sich richtig mit
> Fanfaren Feiern lassen indem man Fachfremden mit zwei Transistoren ein
> Ballon aufblasen laesst.

Leute aus dem IGM-Disneyland (wie ich heute) haben wenig Verständnis 
dafür, wenn eine kleine Klitsche jemanden braucht, um irgendein 
Lauflicht (als Synonym für eine überschaubare Arbeit) per RPi oder WLan 
zu schalten. Und dass es genügend Rentner/Studenten/Bastler/frustrierte 
Ings gibt, die Mangels Abschluss, Alter oder Persönlichkeit keine feste 
Anstellung suchen oder finden oder neben dem Brotjob "was sinnvolles" 
machen wollen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Das Angebot duerfte passen fuer die Zielgruppe, die nicht eine 40h/Woche 
suchen.

Der Forumsinhaber nimmt auch nicht jedes Angebot auf. Wenn hier Personen 
verschaukelt werden sollen, zB Ings gesucht wird um alten Leuten dubiose 
Technik anzudrehen, dann wird das nicht angenommen.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Unwichtigen.

Unwichtig schrieb:

>
> Wie kann man Elektronikentwicklung in einer Nebentätigkeit anbieten oder
> suchen?

Nun, nur der absolute High End Kram wird noch in Deutschland entwickelt, 
der Rest in China, Indien, Malaysia, Indonesien und zunehmend auch in 
Afrika.

Die sind genauso gut, aber Du hast u.U. ein Kommunikations und 
Logistikproblem.
Darum wird doch noch Kleinkram, wie eine Relaiskarte ec. noch in 
Deutschland gemacht, weil der Auftraggeber sich dafür nicht mit 
Sprachproblemen und Logistik herumschlagen möchte. Oder wenn es halt 
sehr schnell gehen muss.

Vieleicht will der Auftraggeber ja auch ein 25 oder 30 Jahre altes 
Design überarbeiten lassen, hat sich seitdem nicht mehr mit der 
Elektronikentwicklung beschäftigt, und weiss nicht, dass es jetzt oft 
besser ist, das anderswo machen zu lassen, oder es fehlen ihm die 
Verbindungen dazu.

Wärend meiner Studentenzeit habe ich auch nebenher gearbeitet, weil das 
Geld halt knapp war. Solche kleinen "Entwicklungsjobs" waren schön, aber 
auch sehr selten. Meistens war es nur Aushilfe in der Pommesbude oder 
frühmorgens Kisten am Großmarkt oder Frischwarenlager verladen.

> Ein ganz deutliches Zeichen für Geiz u. damit keine ausreichenden
> Ressourcen.

Nicht unbedingt. Wenn der Umfang der Aufgabe klein ist, kann das 
durchaus passen.

>
> Das von der Kunsthochschule für Medien in Köln, wenn ich so meine
> Bewerbung schreiben u. in der Form abgeben würde, käme ich sicher in
> Ablage P.

Du solltest halt auch irgendwie zum Team passen. Also passe Deine 
Bewerbung dem Stile der Stellenausschreibung an.

Du solltest Dich von der Vorstellung verabschieden, dass Du als 
Elektroniker. egal ob Facharbeiter oder Universitätsabschluss einen 
Anrecht auf einem Platz auf dem hohen Ross hast.
Viele sind froh, überhaupt eine nicht komplett fachfremde Stelle zu 
finden.

Also nur Mut und bewerbe Dich. Du brauchst erfahrungsgemäß mehrere 
Anläufe, bevor Du einmal eine Probezeit überstehst. Jeder Monat den Du 
arbeitest, hält Dich auch von Harz 4 oder Bürgergeld oder ähnlichem 
fern.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Bernd W. schrieb:
> Nun, nur der absolute High End Kram wird noch in Deutschland entwickelt,
> der Rest in China, Indien, Malaysia, Indonesien und zunehmend auch in
> Afrika.

Nene, hier in Deutschland wird noch die volle Bandbreite entwickelt. 
Auch und besonders der "keine Raketentechnik - aber Brot und Butter 
Kram".
Gerade diese eher "einfache" Technik ist das Geschäft von KMUs mit 
Entwicklungsabteilungen überschaubarer Größe (2...20MA) und da ist der 
Overhead einfach viel zu groß um das Sinnvoll zu verlagern.
Ich kenne durchaus Fälle wo das Versucht und ganz schnell die Reissleine 
gezogen wurde weil es keine Kosten eingespart sondern nur mehr Arbeit 
und weniger flexibilität gebracht hat.

Wo im KMU Bereich Verlagerung stattfindet das sind Firmen deren 
Schwerpunkt in einem anderen Bereich liegt und die aus dem einen Bereich 
(Egal ob Masch-Bau oder E-Technik) halt mal ein oder zwei Entwicklungen 
brauchen die dann Jahrelang unverändert in die Produkte aus deren 
Hauptgebiet eingesetzt werden.
Da hat man sich aber schon früher keine Entwicklungsabteilung für 
gehalten sondern hat das an Ingenieurbüros oder andere externe 
Entwickler abgegeben. Damals halt wegen der Abstimmung üblicherweise 
möglichst Ortsnah, heute auch mal am anderen Ende der Welt.

Und natürlich in der internationalen Konzernwelt wo die Strukturen 
sowieso auf verteilten Arbeiten ausgelegt sind. Da wird das 
Entwicklungszentrum halt da hin gebaut wo die Bedingungen für den 
Konzern am günstigsten sind.
Das muss nicht unbedingt der Ort mit den niedrigsten Personalkosten 
sein, aber das ist halt ein Punkt von vielen.
Da die Strukturen es schon hergeben und durch das schon vorher verteilte 
Arbeiten mit Prozessen, wo jeder der an dem Projekt arbeitet ein 
Zahnrädchen mit einem genau definierten und vollständig dokumentierten 
Anteileil an der Entwicklung ist, der Einzelne so natürlich auch 
leichter ersetztbar ist, da so kann man als Entscheider auch mal ein 
Entwicklungszentrum mit einem Federstrich um den Erdball herum verlagern 
wenn meint damit seinen Bonus hochtreiben zu können.


Bernd W. schrieb:
> Du solltest Dich von der Vorstellung verabschieden, dass Du als
> Elektroniker. egal ob Facharbeiter oder Universitätsabschluss einen
> Anrecht auf einem Platz auf dem hohen Ross hast.

Egal welcher Job und welche Ausbildung:
Niemand sollte davon ausgehen und sich so verhalten als hätte er ein 
Anrecht auf den Platz auf dem hohen Ross. Noch nicht einmal wenn er Chef 
und Eigentümer einer Fa. ist.
Unter Kollegen geht das gar nicht, führt schnell dazu das man alleine 
gegen alle steht. Als Chef wird einem das mindestens viel Geld kosten.
Der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern kann in solchen Firmen auch 
schon ohne das einer der unzufriedenen bewusst sabotiert oder sonstwie 
jemand vorsätzlich grob gegen seine Arbeitsvertraglichen Pflichten 
verstösst schnell mal Unterschiede im zweistelligen Prozentbereich beim 
Unternehmensgewinn machen bis hin dazu das dieser negativ wird.
Einfach weil statt aktivem Mitdenken, Verbesserungen und Vorschläge 
einbringen etc. nur noch dienst nach Vorschrift gemacht wird und wenn 
ein MA Fehler erkennt ihm das egal ist so lange es nicht in seinem 
Kernbereich ist und es genau seine Aufgabe ist.
(Hat man einen MA bis zur Sabotage getrieben kann es die Firma 
kosten...)

Davon abgesehen ist es sowieso menschlich unter aller sau...

Bernd W. schrieb:
> Viele sind froh, überhaupt eine nicht komplett fachfremde Stelle zu
> finden.
Wie sich die Wahrnehmungen doch unterscheiden...
Also zumindest in den letzten Jahren war es doch viel eher so das alles 
eingestellt wurde was halbwegs im Thema war und nicht bei drei auf den 
Bäumen war.
Sowohl aus eigener Erfahrung (als jemand der an den Entscheidungen zur 
Einstellung beteiligt war wie auch als jemand der selbst in der 
Coronazeit gewechselt hat) wie auch aus dem Bekannten-/Freundeskreis 
weiß ich das man im KMU Bereich schon froh war wenn auf eine 
Stellenanzeige mal zwei halbwegs brauchbare Bewerbungen kamen (auch 
trotz überdurchschnittlichen -echten!- Kununu etc. Bewertungen und 
marktgerechten Gehalt)

Wobei "Brauchbar" dann z.b. bei jemander der angibt 20 oder 30 Jahre im 
Job zu sein bei Bewerbung auf eine Entwicklerstelle zumindest innerhalb 
der letzten fünf Jahre als Entwickler gearbeitet hat ODER Grundwissen 
zusammen mit einer intensive Hobbytätigkeit als Wissenserhalt glaubhaft 
machen konnte.
Dazu dann auch mal zumindest einen Job innerhalb der letzten 10 Jahre 
länger als zwei Jahre behalten.
Bei Anfängern natürlich andere, aber ähnlich lasche, Kriterien.

Das reichte bei vielen Firmen um zu nahezu 100% eine Gesprächseinladung 
zu bekommen. Selbst mit deutlich! über 50.

Was es natürlich tatsächlich gab, habe selbst solche Bewerbungen in der 
Hand gehalten, sind dann solche wo sich jemand auf eine Stelle als 
Elektroniker (oder Entwickler) bewirbt der irgendwann in den 90er Jahren 
seinen Abschluss (egal ob Ausbildung oder Studium) gemacht hat, dann 
aber aufgrund der damaligen Situation vielleicht tatsächlich fachfremd 
arbeiten musste und dann nie, z.b. über den Einstieg als "Bäcker 
kleinerer Brötchen", in die Schiene zurückgefunden hat.
Wenn da dann nicht aus der Bewerbung ersichtlich wird das er sich 
zumindest privat (Hobby...) halbwegs im Thema auf aktuellen Stand 
gehalten hat, dann kann ich, so leid es mir auch wegen der damaligen 
Bedingungen tut, einfach nicht argumentieren wo ich eine Chance sehe das 
dieser Bewerber noch die fachliche Eignung für die Position hat. Eine 
Chance die hoch genug ist das die Kosten für ein Vorstellungsgespräch 
(Arbeitszeit mehrere MA für Vorbesprechung, Gespräch, Nachbereitung 
sowie Auslagen des Bewerbers etc.) zu recht in Kauf genommen werden 
sollten.

Zumal es ja auch einige Lebensläufe gibt wo zuerst wegen der damaligen 
Situation einige Jahre Fachfremd gearbeitet wurde, dann aber der Schritt 
zurück ins Fachgebiet über einen etwas niedrigschwelligeren Einstieg in 
zwei oder drei Schritten zum Jahrelang mit Erfolg ausgeübten Posten als 
Entwickler, Prüfingenieur oder Projektleiter vollzogen wurde.

Bernd W. schrieb:
> Also nur Mut und bewerbe Dich. Du brauchst erfahrungsgemäß mehrere
> Anläufe, bevor Du einmal eine Probezeit überstehst.
Es kommt natürlich schon vor das man sich in der Probezeit trennt. Mal 
früher, mal später, mal von seiten des AN, mal von seiten des AG.
Selbst wenn auf der eigenen SEite alle Bedingungen optimal sind kann es 
sein das man einfach nicht mit den neuen Kollegen/Chef kann, das 
Themengebiet einfach nicht das eigenen Ding ist oder sich die 
Verhältnisse in der Fa. geändert haben. Bis hin zum Stellenabbau oder 
Insolvenz.

Aber das sind trotzdem immer noch eher Ausnahmefälle, es ist weitab 
davon die Regel zu sein gleich mehrere Anläufe zu brauchen.


Bernd W. schrieb:
> Jeder Monat den Du
> arbeitest, hält Dich auch von Harz 4 oder Bürgergeld oder ähnlichem
> fern.

Hier gehe ich natürlich mit. Wichtig ist es vor allem erst einmal einen 
Einstieg zu bekommen und eine Art roten Faden aufrecht zu erhalten.
Das sind die Punkte wo wirklich fast jeder darauf schaut.

Und hat man, warum auch immer, das Problem das die Ausgangsbedingungen 
schlecht sind, dann kann man natürlich darüber jammern oder man macht 
sich einen Plan wie man dei beiden obigen Punkte erfüllt.

Fängt halt kleiner an und sieht zu das man was Aufbaut. Hat man nur 
Kurzanstellungen, dann versucht man halt einen einfacheren Job zu 
bekommen und den mal länger als drei Jahre zu behalten und sich dann aus 
diesem (ungekündigt) heraus zu bewerben. So lange der zumindest halbwegs 
im Bereich liegt hilft das schon viel.

Ist man schon lange raus aus dem Thema fängt man halt erst einmal im 
Service/Reparatur/Prüffeld in der Produktion wieder an und bewirbt sich 
dann nach einiger Zeit aus ungekündiger Fachgebietsnaher Anstellung die 
Leiter hoch. Mit Glück geht das automatisch innerhalb einer Firma wenn 
sich rausstellt das man was kann und passende Stellen frei werden.
Ansonsten, wenn es nicht in einer Fa. geht, sind Wechsel nach kurzer 
Zeit immer noch WEchsel, aber wenn die klar dem "Aufstieg" dienen ist es 
oft verständlich/nachvollziehbar. Im Gegensatz zu wechsel auf einer 
Ebene ohne anderen ersichtlichen Vorteil oder gar ganz aus dem Fach 
raus.

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Die eigentliche Frage ist doch, welche Qualität die Produkte einer Firma 
haben, die meint, die Entwicklung für schmales Geld(?!) an 
nebenberuflich tätige Studenten oder Rentner outsourcen zu können. Wer 
kümmert sich denn dort um EMV-gerechtes Design, macht Messungen, 
erstellt die CE-Erklärung? Die Firma stellt u.a. 
Rettungskennzeichenleuchten her. Das sind Produkte, die im Ernstfall 
funktionieren müssen...

Die in Frage stehende Firma hat schon vor einiger Zeit hier eine ähnlich 
lautende Ausschreibung veröffentlicht. Wenn man sich dort bewirbt, 
bekommt man einen umfangreichen Fragebogen zum Ausfüllen. Ich habe 
seinerzeit auf den eingereichten Bogen keine Antwort bekommen, nichtmal 
eine Absage. Man sucht also schon Menschen mit entsprechenden Skills und 
eigenem Mess- und Werkstattequipment, ist aber offenbar nicht bereits, 
diese angemessen zu bezahlen?!

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Carsten.

Carsten S. schrieb:

> Ich kenne durchaus Fälle wo das Versucht und ganz schnell die Reissleine
> gezogen wurde weil es keine Kosten eingespart sondern nur mehr Arbeit
> und weniger flexibilität gebracht hat.

Das kann ich mir gut vorstellen. Gerade bei geringeren Umsätzten ist es 
oft so,
dass sich auch eine Verlagerung nicht mehr lohnt. Dann wird der Laden 
halt zugemacht. Davon gibt es zig Beispiele.

> Da hat man sich aber schon früher keine Entwicklungsabteilung für
> gehalten sondern hat das an Ingenieurbüros oder andere externe
> Entwickler abgegeben.

Ja, und das sind Jobs nur für die allerbesten. Da ist nicht nur fachlich
überdurchschnittlich viel gefragt, sondern auch von der Stressresistenz
und der Kommunikationsfähigkeit her. Kein Wunder, wenn die Probleme 
haben,
passende Leute zu finden.

> Damals halt wegen der Abstimmung üblicherweise
> möglichst Ortsnah, heute auch mal am anderen Ende der Welt.

Ja, Daten sind problemlos über den Globus verschiebbar. Wenn sonst 
nichts
dagegenspricht, ist das meist das Naheliegendste. Vorausgesetzt die
Kommunikation funktioniert. Aber das ist dann Teil des Know hows bzw.
der Soft Skills. Da kann ich nicht mitreden.

> Und natürlich in der internationalen Konzernwelt wo die Strukturen
> sowieso auf verteilten Arbeiten ausgelegt sind. Da wird das
> Entwicklungszentrum halt da hin gebaut wo die Bedingungen für den
> Konzern am günstigsten sind.
> Das muss nicht unbedingt der Ort mit den niedrigsten Personalkosten
> sein, aber das ist halt ein Punkt von vielen.
> Da die Strukturen es schon hergeben und durch das schon vorher verteilte
> Arbeiten mit Prozessen, wo jeder der an dem Projekt arbeitet ein
> Zahnrädchen mit einem genau definierten und vollständig dokumentierten
> Anteileil an der Entwicklung ist, der Einzelne so natürlich auch
> leichter ersetztbar ist, da so kann man als Entscheider auch mal ein
> Entwicklungszentrum mit einem Federstrich um den Erdball herum verlagern
> wenn meint damit seinen Bonus hochtreiben zu können.

Die Kehrseite von "Bonus nicht hochtreiben" bedeutet dort, den Job los 
zu sein.

> Als Chef wird einem das mindestens viel Geld kosten.
> Der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern kann in solchen Firmen auch
> schon ohne das einer der unzufriedenen bewusst sabotiert oder sonstwie
> jemand vorsätzlich grob gegen seine Arbeitsvertraglichen Pflichten
> verstösst schnell mal Unterschiede im zweistelligen Prozentbereich beim
> Unternehmensgewinn machen bis hin dazu das dieser negativ wird.

Deshalb werden solche Problemkandidaten erst gar nicht eingestellt.

> Bernd W. schrieb:
>> Viele sind froh, überhaupt eine nicht komplett fachfremde Stelle zu
>> finden.
> Wie sich die Wahrnehmungen doch unterscheiden...
> Also zumindest in den letzten Jahren war es doch viel eher so das alles
> eingestellt wurde was halbwegs im Thema war und nicht bei drei auf den
> Bäumen war.

Das kann ich mir gut vorstellen. Du gehörst nicht zu den Problemfällen,
und als solcher hast Du auch in Deiner Umgebung wenig Problemfälle.
Aber das ist vermutlich eher eine verzerrte Wahrnehmung.
Siehe "Survivorship Bias" 
https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias
Vermutlich gibt es auch das genaue Gegenteil, und davon bin ich dann
Betroffen. Diese beiderseitig entgegengesetzte Verzerrung ergibt dann 
einen
extrem großen Abstand,

> Sowohl aus eigener Erfahrung (als jemand der an den Entscheidungen zur
> Einstellung beteiligt war wie auch als jemand der selbst in der
> Coronazeit gewechselt hat) wie auch aus dem Bekannten-/Freundeskreis
> weiß ich das man im KMU Bereich schon froh war wenn auf eine
> Stellenanzeige mal zwei halbwegs brauchbare Bewerbungen kamen (auch
> trotz überdurchschnittlichen -echten!- Kununu etc. Bewertungen und
> marktgerechten Gehalt)

Dem möchte ich überhaupt nicht Wiedersprechen. Ich kann mir gut 
vorstellen,
dass es Probleme gibt, diese Stellen zu besetzten, aber vor allem auch 
wegen
der aus meiner Sicht vermutlich extremen Anforderungen. Jede
Leistungsgesellschaft mündet irgendwann in eine 
Überforderungsgesellschaft.

> Das reichte bei vielen Firmen um zu nahezu 100% eine Gesprächseinladung
> zu bekommen. Selbst mit deutlich! über 50.

Eine Gesprächseinladung zu bekommen ist weniger das Problem, aber das 
führt
nach meiner Erfahrung eher selten zu einer Einstellung. Wenn man das aus 
einer
ungekündigten Stelle heraus macht, ist immer ein oder zwei Tage Urlaub 
weg,
und so eine Fahrt über 500-100km ist weder mit Auto noch mit dem Zug 
billig.
49 Euro Ticket gab es vor einem dutzend Jahre noch nicht, und das
Arbeitsamt hat nichts dazugelegt, weil man ja in einer Stelle war.
Aus deren Sicht war also die Bewerbung reiner Luxus. Irgendwann überlegt
man sich dann auch, ob das alles so sinnvoll ist, was man da macht.

> Eine Chance die hoch genug ist das die Kosten für ein Vorstellungsgespräch
> (Arbeitszeit mehrere MA für Vorbesprechung, Gespräch, Nachbereitung
> sowie Auslagen des Bewerbers etc.) zu recht in Kauf genommen werden
> sollten.

Das meine Auslagen keinesfalls übernommen werden stand immer schon in 
der
Einladung, und meist habe ich mich nur eine Viertelstunde mit einem
einzigen Mitarbeiter unterhalten. Vermutlich war denen schon vorher 
klar,
dass ich zwar formal die Bedingungen erfülle, aber keineswegs auf die 
Stelle
passe, aber ich eingeladen wurde, um die Liste mit Bewerbern 
vollzuschreiben,
die keinesfalls genommen werden, um einen genehmen anderen Bewerber auf 
der
Liste in die Stelle zu bringen. War zumindest die Erklärung des Beraters 
vom
Arbeitsamt.

Bei zwei Arbeitnehmerüberlassungen wurde ich von Neulingen eingeladen,
die sich dann auch prompt vor meinen Augen einen Rüffel eingefangen 
haben. ;O)

>> Jeder Monat den Du
>> arbeitest, hält Dich auch von Harz 4 oder Bürgergeld oder ähnlichem
>> fern.
>
> Hier gehe ich natürlich mit. Wichtig ist es vor allem erst einmal einen
> Einstieg zu bekommen und eine Art roten Faden aufrecht zu erhalten.
> Das sind die Punkte wo wirklich fast jeder darauf schaut.

Wichtig ist, überhaupt einen Job zu bekommen. Einstig und "roter Faden"
sind Luxus.

> oder man macht
> sich einen Plan wie man dei beiden obigen Punkte erfüllt.

Wenn ich Scheisse bin, bleibe ich auch Scheisse. Da kann ich zappeln
und weiterbilden bis ich schwarz werde.

> Ist man schon lange raus aus dem Thema fängt man halt erst einmal im
> Service/Reparatur/Prüffeld in der Produktion wieder an und bewirbt sich
> dann nach einiger Zeit aus ungekündiger Fachgebietsnaher Anstellung die
> Leiter hoch.

Irgendwann kann man sich nicht mehr vorstellen, dass es aufwärts geht,
und ist froh, einen Job zu haben der nicht überfordert UND nicht 
langweilt.
Dafür macht man sogar Abstriche am Gehalt.

Mit freundlichen Grüßen: Bernd Wiebus
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Nevs (noname_user)


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Dieter D. schrieb:
> Der Forumsinhaber nimmt auch nicht jedes Angebot auf. Wenn hier Personen
> verschaukelt werden sollen, zB Ings gesucht wird um alten Leuten dubiose
> Technik anzudrehen, dann wird das nicht angenommen.

Und woher hast du diese Kenntnisse? Du gehörst doch weder zu den Admins 
noch Mods noch zum Forenbetreiber! Also wieder mal nur Mutmaßungen nach 
deiner Denke.

von Monk (roehrmond)


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Bernd W. schrieb:
> ist froh, einen Job zu haben der nicht überfordert UND nicht langweilt.
> Dafür macht man sogar Abstriche am Gehalt.

Wenn man das erreicht hat, geht es einem mit dem Job weit 
überdurchschnittlich gut. Grund genug, sich damit zufrieden zu geben.

Schaue die ganzen Mütter an, die zwei Knochenjobs machen, um ihre Kinder 
versorgen zu können. Und dann vergleiche das mit deinem Job. Mir hilft 
das immer, wenn ich mal zweifle.

von Bruno V. (bruno_v)


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Steve van de Grens schrieb:
> Schaue die ganzen Mütter an, die zwei Knochenjobs machen, um ihre Kinder
> versorgen zu können.
Auf RTL 2?

von Nevs (noname_user)


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Vanye R. schrieb:
> Was spricht dagegen?
Allein dass es der Bezeichnung nach ein > *Stellenangebot*: 
Nebentätigkeit in der Elektronikentwicklung ...ist!
Was eine Stelle bedeutet sollte auch einem Studenten klar sein, so 
werden soz. versicherunsgpflichhtige Jobs bezeichnet.

> Hab ich in meinen beiden letzten Semestern gemacht um mein Studium zu
> finanzieren. Nicht jeder bekommt es von den Eltern hinten reingeschoben.
Jo klar, ich war auch während der Schulzeit in den Ferien beim 
Ernteeinsatz u. in der LPG als Handlanger, nur ist das nicht zu 
vergleichen mit dem Anspruch den eine E-Technik-Firma da stellt.

Nebentätigkeit in der Elektronikentwicklung
Für nachfolgende Projekte suchen wir noch Unterstützung:
Projekte:
• Routing von Elektroniken mit Eagle
• Aufbau  und  Messungen  an  elektrischen  und  elektromechanischen 
Komponenten
• Entwicklung  eines  Halbautomaten  aus  Automatisierungskomponenten
• Softwareerstellung C#

Allein die letzten beiden Punkte dürfte kein auch noch so guter Student 
schaffen. Von der Einpassung wie Einarbeitung ins Team ganz zu 
schweigen.
Das Angebot ist, wie schon weiter oben von einem Kenner der Fa. gesagt, 
einfach nur unüberlegt hingerotzt. So nach der Methode "es wird sich 
schon einer finden" oder dem Ersteller war es völlig egal was daraus 
wird.
Auf der HP der Fa. sind 4x Stellen aufgeführt, 1x Vertrieb u. 3x 
HilfsJobs.
Sogar eine Reinigungskraft darunter wird gesucht.

So Sprüche wie überall
> Werde Teil unseres Teams
> An dem Erfolg unseres mittelständigen Unternehmens für Not- und
> Sicherheitsleuchten sind unsere Mitarbeiter maßgeblich beteiligt.
> Wir wollen wachsen und sind auf der Suche nach weiterer Unterstützung.
Das hat der Webdesigner hingeschrieben, weil verkehrt ist sowas ja nie.
Nur auf der Startseite sind auch schon kleine Mängel an der deutschen 
Sprache sichtbar, Kommas scheint der Webmaster an einigen Stellen nicht 
zu kennen.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Was eine Stelle bedeutet sollte auch einem Studenten klar sein, so
> werden soz. versicherunsgpflichhtige Jobs bezeichnet.

So what? Ich hab waehrend meines Studiums die unterschiedlichsten Jobs 
gehabt wo das alles so war. Ja du Wohlstandsschnucki, dafuer habe ich 
Steuern bezahlt! Allerdings gab es da einen Hoechstsatz, ich meine 
damals so 12000DM/a. Lag man da drunter so hat man die Kohle im Januar 
vom Finanzamt wieder bekommen.

> Allein die letzten beiden Punkte dürfte kein auch noch so guter Student
> schaffen.

Auch wenn es interessant ist das dies nicht in deine Vorstellungswelt 
passt, es gibt Ausnahmen. .-)

Vanye

von Nevs (noname_user)


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Vanye R. schrieb:
>> Allein die letzten beiden Punkte dürfte kein auch noch so guter Student
>> schaffen.
> Auch wenn es interessant ist das dies nicht in deine Vorstellungswelt
> passt, es gibt Ausnahmen. .-)

Du weißt ja nicht mal den Unterschied von Steuern und Sozialabgaben bei 
einer beruflichen Tätigkeit, was darf man dann von so einem Typ noch 
technisch erwarten?
KK und RV wie ALV u. der Soli kennst du bis heute nicht, gelle? Ja als 
Student war man bei den Eltern mit versichert, das weißt du aber auch 
nicht.

Vanye R. schrieb:
> Ich hab waehrend meines Studiums die unterschiedlichsten Jobs gehabt wo
> das alles so war. Ja du Wohlstandsschnucki, dafuer habe ich Steuern
> bezahlt!
Studenten u. Arbeiten, u. ich bin der Wohlstandsschucki?
Komm geh wieder, mit der Art hier zu schreiben will mit dir keiner 
weiter diskutieren, das Niveau ist einfach zu niedrig.
Vom Einsatz der deutschen Sprache, wie Grammitk über Satzzeichen u. 
Recht-schreibung, ganz zu schweigen.

von Reinhard S. (rezz)


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Unwichtig schrieb:
> wie Grammitk über Satzzeichen u. Recht-schreibung

Klassisches Eigentor. Danke für den Lacher am Morgen. :)

von X. Y. (Gast)


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Nevs schrieb:
> Nebentätigkeit in der Elektronikentwicklung
> Für nachfolgende Projekte suchen wir noch Unterstützung:
> Projekte:
> • Routing von Elektroniken mit Eagle

Wer sich ernsthaft mit Layouttechniken befasst, benötigt mehrere Jahre 
Berufserfahrung um eine stabil laufende Leiterplatte zu erzeugen, samt 
Produktionsdaten, einem vernüftigen stackup und Ausreizen von Abständen, 
besonders wenn es auch hochgeschwinde Signale ankommt.

Das können nur sehr sehr einfache Elektronikplatinen sein, die von 
Studenten nebenher geroutet werden können.

von Thomas H. (thomash2)


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Thorsten O. schrieb:
> Die eigentliche Frage ist doch, welche Qualität die Produkte einer Firma
> haben, die meint, die Entwicklung für schmales Geld(?!) an
> nebenberuflich tätige Studenten oder Rentner outsourcen zu können. Wer
> kümmert sich denn dort um EMV-gerechtes Design, macht Messungen,
> erstellt die CE-Erklärung? Die Firma stellt u.a.
> Rettungskennzeichenleuchten her. Das sind Produkte, die im Ernstfall
> funktionieren müssen...

Warum laufen die Motoren der Rettungswagen im Standby?
Nichts ist perfekt überall kann es zu Ausfällen kommen.
Mein Schwager ist Verkäufer bei einem größeren Konzern und bietet CTs 
an, dort gibt's nicht umsonst Service-Verträge, und wer keine 
Service-Verträge abschließen will bekommt die Ersatzteile dann x-mal 
teurer.

CE-Erklärung ist doch wirklich nichts besonderes, das schreibt AI 
heutzutage.
Messungen werden üblicherweise im Labor gemacht, dort kann man sich 
entsprechend unterhalten und weiterlernen. Aber seien wir mal ehrlich 
nicht bei jeder Leiterplatte ist das notwendig und mir sind viele Firmen 
bekannt die ihren Scheiss auch ohne die offiziellen Messungen verkauft 
haben. Zudem gibt es keine Norm bezüglich welche Einstrahlung eine 
Leiterplatte verkraften muss. Mal angreifen und das Ding startet neu, 
hab selbst Industrieware gesehen mit solchen Problemen (die hier im 
Forum auch schon wild von irgendwelchen Volltrotteln die glauben 
"erfahren" zu sein verteidigt wurde). Ein Experte in einem Bereich ist 
noch lange kein Experte in einem anderen.

Die meisten Produkte sind üblicherweise irgendwo mit 
Asiatischen-Produkten zusammengestöpselt.
Wie hieß es damals so schön der Chip von morgen ist die Leiterplatte von 
heute.
Wenn ich mir die Mitsubishi Controller hier anschaue die ich gerade 
reverse engineere dann stimmt das, es ist sehr interessant und ich 
respektiere die Jungs für ihre Leistung ... vor 25 Jahren. Heutzutage 
ist vieles weiter integriert und funktioniert mit weitaus mehr 
Standard-Hardware.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Bernd W. schrieb:
> Aber das ist vermutlich eher eine verzerrte Wahrnehmung.
> Siehe "Survivorship Bias"
> https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias
> Vermutlich gibt es auch das genaue Gegenteil, und davon bin ich dann
> Betroffen. Diese beiderseitig entgegengesetzte Verzerrung ergibt dann
> einen
> extrem großen Abstand,

Hi, diese Aussage verstehe ich nicht gut. Den SB kann man ja 
interpretieren als den korrekten Ereignishorizont verpasst.
Das ist generell ein verbreitetes Phänomen. Und es ist ja auch gut, dass 
die Rechner die Wahrscheinlichkeitsrechnungen übernehmen können.
Könntest du etwas genauer (oder für mich verständlicher) erklären, was 
du hier meinst?

von Bruno V. (bruno_v)


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Rbx schrieb:
> Hi, diese Aussage verstehe ich nicht gut.
Carsten hat die Erfahrung gemacht, dass AN sehr gute Chancen am 
Arbeitsmarkt haben. Bernd nicht. Im Gegensatz zu Bernd, der dies offen 
kommuniziert, haben andere der Elektronik (oder diesem Forum) den Rücken 
gekehrt. Übrig bleiben die glücklichen, erfolgreichen Überflieger, für 
die alles ganz einfach ist und für alle anderen noch einfacher.

Für jeden erfolgreichen Schauspieler/Sänger/Startuper gibt es 100 
weitere für die es retrospektiv ein teures Hobby ist. So krass ist es 
bei "echten Berufen" sicher nicht, aber prinzipiell auch.

von Rbx (rcx)


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Bruno V. schrieb:
> Übrig bleiben die glücklichen, erfolgreichen Überflieger, für
> die alles ganz einfach ist und für alle anderen noch einfacher.

Die haben höchstwahrscheinlich auch mehr Übung. Ich hatte an Spatzen 
gedacht, und wer sich damit auskennt, weiß, dass die Jungen sehr schnell 
sterben können. Ungünstig irgendwo gegengeflogen(tot), Eltern kommen 
nicht mehr, Katzenüberfall, oder anderes Tier usw. Wenn es ungünstig 
läuft, könnte man von einer Erfolgsrate von 1 zu 10 sprechen.

Ich versuche die Verzerrung zu verstehen, die Bernd bei sich meint. 
Nachdem was du hier schreibst, meine ich, könnte man mit sowas zu tun 
haben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterfüllende_Prophezeiung.

In einem Psychologie Heute-Heft stand mal "Machen Sie sich Illusionen" - 
auf dem Titelblatt der Zeitschrift ein Typ, der im Regen steht, aber die 
Illusionen wirken wie ein kleiner Regenbogen als Regenschirm. Gemeint 
und besprochen wurden die positiven Eigenschaften gewisser Träumereien, 
Positivem Denken und auch ein wenig Illusion was sein könnte.

Nicht jeder kann ein Einstein sein, ein Grothendiek, ein Gunter Dueck 
oder ein John Lee Hooker.
Aber es hilft auf jeden Fall, wenn man sich ein paar gute Vorstellungen 
macht, und auch gewisse Vorbilder hat und nicht vergisst, dass hier und 
da auch Freunde auftauchen können.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Rbx schrieb:

> In einem Psychologie Heute-Heft stand mal "Machen Sie sich Illusionen" -
> auf dem Titelblatt der Zeitschrift ein Typ, der im Regen steht, aber die
> Illusionen wirken wie ein kleiner Regenbogen als Regenschirm. Gemeint
> und besprochen wurden die positiven Eigenschaften gewisser Träumereien,
> Positivem Denken und auch ein wenig Illusion was sein könnte.

"Positiv Denken" ist eine ziemlich problematische Angelegenheit. Der 
Wikipediaartikel enthält unter "Kritik" mehr als die Hälfte des 
Artikels.
Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken#Kritik
Praktisch habe ich die Erfahrung gemacht, das "positives Denken" in 
erster Linie dazu verwendet wird, andere Leute zu manipulieren. Nicht 
umsonst ist es die unangefochtene Domäne von Leuten, die anderen etwas 
aufschwatzen wollen. ;O)

> Aber es hilft auf jeden Fall, wenn man sich ein paar gute Vorstellungen
> macht, und auch gewisse Vorbilder hat

Vorbilder sind auch mit Kritik zu sehen. Weil meist wird übersehen, dass 
Vorbilder oft zusätzliche Voraussetzungen haben, die man selber nicht 
hat. z.B. eine spezielle Begabung ec.
Übersieht man dies, und eifert seinem Vorbild nach, gerät man leicht in 
eine Falle wo man unrealistischen Vorstellungen nachläuft, bis man 
erschöpft zusammenbricht.

Arbeitsmärkte sind heute extrem spezialisiert und sehr eng. Wenn du also 
irgendeinem Vorbild nachgeeifert hast, landest Du mit einiger 
Wahrscheinlichkeit in dem gleichen engen Segment wie Dein Vorbild. Dein 
Vorbild ist aber besser als Du (sonst wäre es nicht Dein Vorbild 
gewesen), und damit hast Du Dich vor die Türe eines für Dich 
geschlossenen Arbeitsmarktsegmentes gekämpft.

> und nicht vergisst, dass hier und
> da auch Freunde auftauchen können.

Bei dem Konkurenzdruck gibt es keine Freunde.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Rbx (rcx)


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Bernd W. schrieb:
> Vorbilder sind auch mit Kritik zu sehen. Weil meist wird übersehen, dass
> Vorbilder oft zusätzliche Voraussetzungen haben, die man selber nicht
> hat. z.B. eine spezielle Begabung ec.

War früher nicht so schwer, waren ja oft Zeichentrick-Figuren.
Vorstellungen macht man sich sowieso - sofern man nicht alles 
wegmeditiert - und die haben erstmal nichts mit "positivem Denken" zu 
tun. Die Artikel im angesprochenen Psychologie Heute - Heft basierten 
auf Untersuchungen zu Vorstellungwelten. Wissenschaft zu hinterfragen 
ist aber nicht verboten.

"positiv Denken" hilft ja meist nicht, wenn der oder die BWL-Nervensäge 
vorbeikommt.
Und im technischen Bereich ist positiv Denken doch eher so gemeint: 
"Lassen Sie sich nicht frustrieren" - klar, einfacher gesagt als getan.

In einer echten Psycho-Krise hilft positives Denken auch nicht, da 
braucht man andere Sachen, u.a. 
https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/coping/3007

Trotzdem:
Würdest du mir mal die von dir oben angesprochene 
"Wahrnehmungsverzerrung" erklären? Ich hatte doch oben erklärt, warum 
ich den Zusammenhang wie oben angesprochen, nicht gut verstehen kann.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Rbx.

Rbx schrieb:
>> Vorbilder sind auch mit Kritik zu sehen. Weil meist wird übersehen, dass
>> Vorbilder oft zusätzliche Voraussetzungen haben, die man selber nicht
>> hat. z.B. eine spezielle Begabung ec.
> War früher nicht so schwer, waren ja oft Zeichentrick-Figuren.

;O) Ich habe in meiner Jugend kaum Ferngesehen, und ich habe mich immer 
gefragt, was aus den Leuten geworden ist, die sich die Teletubbies als 
Vorbild genommen haben. ;O)


> "positiv Denken" hilft ja meist nicht, wenn der oder die BWL-Nervensäge
> vorbeikommt.

Mit BWLern zu Reden ist immer schwer....besonders wenn mir nach einer 
Viertelstunde dämmert, das wir die ganze Zeit aneinander vorbeigeredet 
haben.
Führungskräfte genauso. Irgendwie sind das alles Paralellwelten, die 
soweit weg sind, das gegenseitiges Verstehen schwer wird.

> Und im technischen Bereich ist positiv Denken doch eher so gemeint:
> "Lassen Sie sich nicht frustrieren" - klar, einfacher gesagt als getan.

Ich habe auf anraten von Leuten die mich gut kannten mal in Bewerbungen 
geschrieben, das ich sehr viel Geduld habe, wenn es um das Lösen von 
Problemen geht.
Ein Bewerbungstrainer hat mir dann irgendwann später erzählt, dass man 
sowas nienieniemals in eine Bewerbung schreibt, weil das heißt: "Ich bin 
schleichlangsam und mir geht eh alles am Gesäß vorbei"

> Trotzdem:
> Würdest du mir mal die von dir oben angesprochene
> "Wahrnehmungsverzerrung" erklären? Ich hatte doch oben erklärt, warum
> ich den Zusammenhang wie oben angesprochen, nicht gut verstehen kann.

Ich Versuche es mal:

Es ging ja Ursprünglich um meine Antwort auf Carsten:

Bernd W. schrieb:
> Carsten S. schrieb:
~~~~~
~~~~
~~~
~~
~
>> Bernd W. schrieb:
>>> Viele sind froh, überhaupt eine nicht komplett fachfremde Stelle zu
>>> finden.
>> Wie sich die Wahrnehmungen doch unterscheiden...
>> Also zumindest in den letzten Jahren war es doch viel eher so das alles
>> eingestellt wurde was halbwegs im Thema war und nicht bei drei auf den
>> Bäumen war.
>
> Das kann ich mir gut vorstellen. Du gehörst nicht zu den Problemfällen,
> und als solcher hast Du auch in Deiner Umgebung wenig Problemfälle.
> Aber das ist vermutlich eher eine verzerrte Wahrnehmung.
> Siehe "Survivorship Bias"
> https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias
> Vermutlich gibt es auch das genaue Gegenteil, und davon bin ich dann
> Betroffen. Diese beiderseitig entgegengesetzte Verzerrung ergibt dann
> einen
> extrem großen Abstand,


Die verzerrte Wahrnehmung sehe ich darin, dass sich erfolgreiche Leute 
oft in einem Umfeld mit anderen erfolgreichen Leuten bewegen.
In dieser Blase werden dann keine unerfolgreichen Leute wahrgenommen, 
nicht nur, weil sie eventuell dort nicht vorhanden sind, sondern weil 
sie, wenn
vorhanden, sich mit ihren Aussagen zurückhalten. Das gilt nicht nur im 
beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld.
Wer zugibt, keinen Erfolg zu haben, riskiert gemobbt zu werden, und wer 
nicht eh durch eine extreme Mobbing Erfahrung relativ abgehärtet und 
trainiert ist, wird darum schweigen.
Beispiel dazu aus einem anderen Thread:
Joachim B. schrieb:
> ich lese von dir immer nur mimimi.
Wie in dem Beispiel mit den Bombern aus dem Wikipedia Artikel hörst Du 
also immer nur von Leuten, die Erfolg hatten, weil die nicht 
Erfolgreichen nichts mehr sagen wollen oder können. Das ist eine 
deutlich verzerrte Wahrnehmung.
Bei mir könnte es möglicherweise andersherum sein, weil ich nicht nur 
meine eigene schlechte Erfahrung habe, sondern sich mir gegenüber auch 
viele Leute offenbaren, die auch auf die Nase gefallen sind, weil ich 
halt nicht so darüber schweige.
Möglicherweise habe ich darum eine etwas zu düstere Sicht auf die Dinge, 
und die Realität liegt irgendwo in der Mitte, aber sie liegt trotzdem 
weit entfernt von den rosa Wolken der positiv denkenden Leistungsträger.

Irgendwann hat mich das Arbeitsamt in einen Kurs für Vertriebsingenieure 
gesteckt, weil sie meinten, mir damit etwas gutes zu tun. Ich fand das 
dort so furchtbar, dass ich die erste Gelegenheit am Schopf ergriffen 
habe eine andere Stelle zu bekommen. Zufälligerweise beim Verkauf von 
elektronischen Bauteilen über die Ladentheke, was aber tatsächlich nicht 
viel mit der Tätigkeit eines "Vertrieblers" oder "Vertriebsingenieurs" 
zu tun hat. Ok, das was ich aber aus diesem Kurs mitgenommen habe, ist, 
das es zu den allerersten und wichtigsten Tricks von Vertrieblern 
gehört, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. "Positiv Denken" ist 
eine Manipulationstechnik, und darum gilt für mich: Je "entspannter" 
eine solche Atmosphäre ist, desto misstrauischer werde ich, weil mir 
gleich jemand irgendwas unter die Jacke jubeln will. Und wenn mich mein 
Cheff lobt, streuben sich mir vor Misstrauen die Nackenhaare. Weil in 
meiner Ausbildung erhielt ich immer viel Lob von den Ausbildern, die mir 
auch zum Studium rieten, und mittlerweile muss ich davon ausgehen, dass 
es eben eine billige Methode war, mich los zu werden.

Wir leben zwar auf der gleichen Erde, aber in sehr unterschiedlichen 
Realitäten bzw. Empfindungswelten, was die Kommunikation enorm 
Erschwert, manchmal bis zum Emphatieversagen.

> In einer echten Psycho-Krise hilft positives Denken auch nicht, da
> braucht man andere Sachen, u.a.
> https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/coping/3007

"Coping" ist, abgesehen von den Strategien mit Methodenwechsel, 
Recherche und Expertise einholen, in erster Linie "Entspannungstechnik".
Leider hilft mir in echten Krisen "Friede, Freude, Eierkuchen" am 
allerwenigsten, siehe oben.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Monk (roehrmond)


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Bernd W. schrieb:
> Mit BWLern zu Reden ist immer schwer.

Dafür haben wir in der Firma Gottseidank technische Projektleiter. Die 
können das.

Mit denen können wir auch Problemstellen im Programm-Quelltext 
diskutieren, weil sie auch das verstehen.

Gute Leute sind leider rar. Ich bin glücklich, mit Leuten zusammen zu 
arbeiten  die ihren Job verstehen. Es war micht immer so.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Bernd W. schrieb:
> Bei mir könnte es möglicherweise andersherum sein, weil ich nicht nur
> meine eigene schlechte Erfahrung habe, sondern sich mir gegenüber auch
> viele Leute offenbaren, die auch auf die Nase gefallen sind, weil ich
> halt nicht so darüber schweige.
> Möglicherweise habe ich darum eine etwas zu düstere Sicht auf die Dinge,

Ja, danke, ich meine, jetzt kann ich etwas besser einordnen, um was es 
geht. Praktisch wie bei der Angst vorm Fliegen, weil in den Zeitungen 
dauernd was über Abstürze oder ähnlich schreckliches steht. Oder eben 
die Angst vorm Virus, weil man kein Studium hinter sich hat, und 
deswegen eher versteht was vor sich geht, obwohl alle Nachrichtensender 
den selben Sch.. machen: den Leuten Angst einjagen. Andere, denen es 
ähnlich geht, tun sich zusammen, und werden dann irgendwie als 
Bösewichter oder Bekloppte oder was auch immer geframed.

Ein recht hilfreiches Buch, obwohl nicht unbedingt gut für 
Hexen-Verbrenn-Geschichte an sich - ist u.a. "Wie man mit 
Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren" von Hubert 
Schleichert.
Der Autor stellt seine Argumentation anhand vieler Beispiele aus der 
Hexenverfolgungsgeschichte zusammen. Unterm Strich kann man erkennen, 
wie wenig Freiheitsgrade einem bei bestimmten Zusammenhängen eigentlich 
noch übrig bleiben.
Aus der Soziologie kenne ich noch mauvaise foi - solcherlei 
Begrifflichkeiten und Zusammenhänge sind aber alles andere als trivial, 
das menschliche Zusammenleben ist komplex, wer hätte das gedacht? ;)
Die Soziologie hat auch andere spannende Theorien, wie die Rollentheorie 
oder die umfangreiche Kommunikationssoziologie von Niklas Luhmann.

Bernd W. schrieb:
> Teletubbies

Bernd W. schrieb:
> Friede, Freude, Eierkuchen

Das sind Schubladen, die sind nun aber wirklich sehr billig, findest du 
nicht? ;)

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Rbx

Rbx schrieb:
> Bernd W. schrieb:
>> Bei mir könnte es möglicherweise andersherum sein, weil ich nicht nur
>> meine eigene schlechte Erfahrung habe, sondern sich mir gegenüber auch
>> viele Leute offenbaren, die auch auf die Nase gefallen sind, weil ich
>> halt nicht so darüber schweige.
>> Möglicherweise habe ich darum eine etwas zu düstere Sicht auf die Dinge,
>
> Ja, danke, ich meine, jetzt kann ich etwas besser einordnen, um was es
> geht. Praktisch wie bei der Angst vorm Fliegen, weil in den Zeitungen
> dauernd was über Abstürze oder ähnlich schreckliches steht.

Nein. Es ist eher als würdest Du ständig mit den Opfern von 
Flugzeugabstürzen sprechen. ;O)

Ausser dem bin ich oft genug selber mit irgendwas auf die Nase gefallen. 
Das ist also schon recht dicht an der Realität. ;O)

> Oder eben die Angst vorm Virus, weil man kein Studium hinter sich hat, und
> deswegen eher versteht was vor sich geht, obwohl alle Nachrichtensender
> den selben Sch.. machen: den Leuten Angst einjagen. Andere, denen es
> ähnlich geht, tun sich zusammen, und werden dann irgendwie als
> Bösewichter oder Bekloppte oder was auch immer geframed.

???
Egal: Habe ich kein Problem mit. Ich bin viermal gegen Covid geimpft. 
;O) Ob ich je Covid hatte, weiss ich nicht. Sympthome hatte ich 
jedenfalls nicht. Die weitere gute Idee war sowieso, mich im Vorfeld, 
lange bevor Covid Impfungen
möglich waren, gegen Pneumokoggen impfen zu lassen, damit die sich nicht 
als opportunistische Infektion auf Covid aufseten konnten. Meine Tendenz 
von Kindheitszeiten an zu Neben/Stirnhölen Vereiterungen und 
Lungenentzünduingen ist seitdem extrem gering. Kann natürlich auch mit 
dem "Abstand" halten zusammenhängen. ;O)
Jedenfalls nehme ich jetzt alles an Impfungen mit, was die Krankenkasse 
zahlt und relativ unkompliziert ist. Hier die Gegend ist übrigens stark 
Zeckengefährdet, und ich habe eine Tendenz dazu, die einzusammeln. Daher 
auch noch eine FSMG-Impfung. Gegen Borreliose gibt es ja leider keine 
Impfung.

> Ein recht hilfreiches Buch, obwohl nicht unbedingt gut für
> Hexen-Verbrenn-Geschichte an sich - ist u.a. "Wie man mit
> Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren" von Hubert
> Schleichert.

Ich hab das Diskutieren mit den Querdenkern weitestgehend eingestellt. 
Das ist Witzlos.
Je stichhaltiger Deine Argumente gegen die werden, um so kreativer 
werden die mit "alternativen Fakten".
Das ist wie bei Seife, je fester Du zufasst, um so schneller flutscht 
die weg.

> Der Autor stellt seine Argumentation anhand vieler Beispiele aus der
> Hexenverfolgungsgeschichte zusammen. Unterm Strich kann man erkennen,
> wie wenig Freiheitsgrade einem bei bestimmten Zusammenhängen eigentlich
> noch übrig bleiben.

Das ist leider Richtig. Die Leute vergessen immer, das man auch die 
Leute hinterfragen muss, die einem die
"Wahrheit" erzählen, und sich selber natürlich auch.
Gute Startseite für solche Recherchen ist oft: 
https://www.psiram.com/de/index.php/Hauptseite (nur echt mit dotcom!)

Auf der anderen Seite: Cognitive Erkenntnisse müssen nicht mit Emotionen 
synchron sein. Sonst gäbe es den Begriff der Dissoziativen Störung 
nicht.

Das scheint mir auch oft der Hintergrund bei den Querdenkern zu sein, 
wenn sie nicht (zusätzlich) platt pekuniäre Interessen haben, wie z.B. 
der Verkauf ihrer Medien und Schulungen.


> Aus der Soziologie kenne ich noch mauvaise foi - solcherlei
> Begrifflichkeiten und Zusammenhänge sind aber alles andere als trivial,
> das menschliche Zusammenleben ist komplex, wer hätte das gedacht? ;)
> Die Soziologie hat auch andere spannende Theorien, wie die Rollentheorie
> oder die umfangreiche Kommunikationssoziologie von Niklas Luhmann.

Ich bin mit einer Soziologin verheiratet. ;O)
Aber die neigt eher der praktischen Seite zu.

> Bernd W. schrieb:
>> Teletubbies

Das bezog sich aber nicht auf Dich. ;O)
Es gibt viele gute Comics. Leider sind oft die eher schlechten die 
populärsten.
Persönlich bin ich nicht so der Comic Fan. Ich bin sehr deutlich 
"textorientiert".

>
> Bernd W. schrieb:
>> Friede, Freude, Eierkuchen
>
> Das sind Schubladen, die sind nun aber wirklich sehr billig, findest du
> nicht? ;)

Friede, Freude, Eierkuchen....ich habe ein Problem damit, mich zu 
entspannen. Früher hat das mal gut funktioniert, ich habe mich mit
autogenem Training auf Klausuren vorbereitet. Aber ein Horror war 
Prüfungsstress für mich schon, und jetzt setzt umgekehrt zu oft der
Pavlovsche Reflex ein: Entspannung das heißt gleich kommt der Stress mit 
der Prüfung.....Entspannungsübungen sind mittlerweile für mich eher eine 
Methode, mich in Panik zu bringen. Alles verschleisst halt mit der Zeit.

Entspannungsübungen sind das was der Psychologe noch versucht, wenn man 
sonst schon austherapiert ist.

Das Hauptproblem bei der Diskussion über Soziologie ist, dass die 
Begriffe sich im Laufe der Zeit mit der Zunahme des Wissenstandes 
verschoben haben....
das gilt aber für viele Bereiche der Wissenschaft auch, z.B. die Chemie 
oder Geologie sind davon betroffen. Wenn ich denn mein Wissen aus alten 
Lehrbüchern habe, komme ich schnell auf falsche Fährten.

Diese Verschiebungen werden oft zur Desinformation missbraucht.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Nachtrag:

Bernd W. schrieb:
> Auf der anderen Seite: Cognitive Erkenntnisse müssen nicht mit Emotionen
> synchron sein. Sonst gäbe es den Begriff der Dissoziativen Störung
> nicht.

Und das habe ich gestern schon etwas erschöpft geschrieben. Es muss 
"Ich-Synton" bzw. in dem Fall "Ich-Dyston" heissen. Das ist halt nur ein 
Teil einer dissoziativen Störung und kann auch bei anderen Störungen 
auftreten.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Rbx (rcx)


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Bernd W. schrieb:
> Entspannungsübungen sind mittlerweile für mich eher eine
> Methode, mich in Panik zu bringen. Alles verschleisst halt mit der Zeit.

Kommt drauf an. Vieles was gut funktioniert, hatte ich eher intuitiv 
genutzt oder bin zufällig drüber gestolpert.
Die Entspannung selber ist ja oft nur Grundlage für weitere Ansätze wie 
z.B. beim Focusing.
Vor dem Hintergrund besonders belastender Szenarien ist sowas auch nur 
bedingt zu gebrauchen. Dazu hatte ich mich mal im Studium bei einigen 
Professoren umgehört mit dem Hinweis, dass je nach emotionalem "Druck" 
z.B. Ansätze wie kognitive Kontrolle (oder auch positives Denken z.B.) 
praktisch gar nicht mehr funktionieren. Die hatten dazu auch nur mit der 
Schulter gezuckt.
Ich wollte ja auch Anfangs mehr wissen, z.B. über Angst oder über dieses 
Tischerücken. Was ich gefunden hatte, war aber eher, dass die "Seele" 
Hausverbot hatte.
Diese ganzen kognitiven Ansätze waren aber so schlecht nicht, auch vor 
dem Hintergrund der Wissenschaftlichkeit nicht.
Es gibt Leute, die bekommen den Konflikt(Wissenschaft vs Religion vs 
Eigentümlichkeit, Körperlichkeit, Traditionen, Spiritualtiät usw.) recht 
gut unter einen Hut.
Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, die jeweiligen Grenzen vor Augen 
zu haben.

Viele bestimmte Lebenskonflikte (oder -Ansichten) dieser Art wurden 
früher in so typischen Schulbüchern oder Schultexten bearbeitet. Der 
Film "Der Club der toten Dichter" ist eine Art Zeiger auf diese Art von 
Schätzen.
Stellvertretend Goethes Faust z.B., oder wissenschaftskritisch satirisch 
"Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"
https://www.reclam.de/detail/978-3-15-018495-0/Traxler__Hans/Die_Wahrheit_ueber_Haensel_und_Gretel

von Rbx (rcx)


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Rbx schrieb:
> Diese ganzen kognitiven Ansätze waren aber so schlecht nicht, auch vor
> dem Hintergrund der Wissenschaftlichkeit nicht.

Kann ich oben nicht mehr bearbeiten, aber wäre auch ein wenig blöd ;)

Das klingt ein wenig trocken, wie das da steht.
Am Ende meines Studiums ist mir aufgefallen, dass die Inhalte unseres 
Studiums nahezu 100% auf Kognition ausgerichtet waren. Und nachdem mir 
das aufgefallen war, dachte ich so "what the f.."??
Da wurde ich dann wirklich etwas bissig, denn ich wollte ja 
"Psychologie" studieren, und nicht irgendwie "Kognition", oder sowas wie 
billige Glasperlen drumherum als Ersatz.
Von der Menge her gibt es sowieso soviel spannendes Zeug - integrieren 
kann man das auch nicht - beim besten Willen nicht, aber alles nur 
Kognition??
Das fand ich so falsch, dass ich der Leitung gleich böse Briefe über die 
einseitige Ausbildung geschickt hatte.
Die Uni macht gewissermaßen auf Kognition, die Psycho-Therapeuten 
draußen auf Emotion (und die Religiösen auf Spiritualität). Auch 
irgendwie witzig. Da kann man noch eine Menge zu schreiben, das ginge 
jetzt aber zu weit, und die Ausbildung kann ja gar nicht so schlecht 
gewesen sein, dass man solcherlei Probleme und Praktiken überhaupt 
erkennt und qualitativ einordnen kann.

Was man aber schon auch aktuell noch sagen kann, und das ist sehr (sehr) 
empörend, dass die Schizophrenie-Medikamente viel zu hoch dosiert 
werden, statt möglichst sparsam (teuer sind die ja auch..) und das wäre 
auch ein Ansatz von der Psychologie her gewesen. Aber darauf kommen muss 
man auch erstmal, und wenn alle nur auf die Kognition schauen, dann ist 
sowas eben (bei Nachfrage) "nicht am richtigen Ort, nicht in der 
richtigen Zeit" wie es dann so schön heißt.

von Le X. (lex_91)


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Rbx, nichts für ungut, aber in letzter Zeit drängt sich mir verstärkt 
der Verdacht auf, bei dir handelt es sich um eine sehr frühe Version von 
Chat GPT.

Deine Texte sind zwar erstmal formal einigermaßen korrektes Deutsch, 
aber der Inhalt ist unklar bzw. nicht existent. Eine lose 
Aneinanderreihung diverser nicht relevanter Themen und Wörter.

von Cyblord -. (cyblord)


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Le X. schrieb:
> Deine Texte sind zwar erstmal formal einigermaßen korrektes Deutsch,
> aber der Inhalt ist unklar bzw. nicht existent. Eine lose
> Aneinanderreihung diverser nicht relevanter Themen und Wörter.

Ich denke er driftet einfach kognitiv immer mehr ab. Er wird zunehmend 
wirr.

von Rbx (rcx)


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Cyblord -. schrieb:
> Ich denke er driftet einfach kognitiv immer mehr ab. Er wird zunehmend
> wirr.

Du solltest nicht von dir auf andere schließen.

Rbx schrieb:
> Da kann man noch eine Menge zu schreiben, das ginge
> jetzt aber zu weit, und die Ausbildung kann ja gar nicht so schlecht
> gewesen sein, dass man solcherlei Probleme und Praktiken überhaupt
> erkennt und qualitativ einordnen kann.

Das war nur der Abriss eines Konflikts, bzw. eines Widerspruchs, wie er 
halt öfter mal im realen Leben vorkommt. Die wissenschaftliche 
Ausbildung war also solche einwandfrei in Ordnung. Die inhaltliche 
Schwerpunktsetzung war dann aber doch fragwürdig obwohl viel Grundlagen 
der Wissenschaftlichkeit halt mittransportiert werden. Beispielsweise 
ist der Behaviorismus solch ein Hilfsmittel, der gleichzeitig Theorie 
und Wissenschaftlichen Ansatz vermittelt. Nur ist die "Seele" beim 
Behaviorismus praktisch eine "Black Box" - aus 
wissenschaftstheoretischen Gründen.

Ist vielleicht einfacher zu verstehen: Ganz so weit weg vom BWLer, der 
sich selbst hinterfragt und meint, man könne doch die Menschen nicht mit 
Zahlen verwechseln, ist das nicht.

von Kai D. (Firma: Selbständiger Konstrukteur) (robokai)


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Le X. schrieb:
> Rbx, nichts für ungut, aber in letzter Zeit drängt sich mir verstärkt
> der Verdacht auf, bei dir handelt es sich um eine sehr frühe Version von
> Chat GPT.

Eventuell haben sich die frühen Formen der Chat-Bots zu sehr an Foren 
wie diesen orientiert und sind zu oft auf Beiträge dieser Art gestossen.

Babies lernen auch nur Schrott, wenn die Eltern Assis sind. Das ändert 
sich dann erst im Kindergarten und der Schule, wenn andere Einflüsse 
kommen.

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