Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Lohnt es sich noch, wenn ich mit 28 Jahren ein (duales) Elektrotechnik-Studium anfangen würde


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von Florian (fl_s)


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Hallo zusammen,

mein bisheriger Lebenslauf sieht so aus:

bis 2017: Berufliches Gymnasium Fachrichtung Technik

bis 2021: Berufsausbildung zum Mechatroniker

bis heute: Facharbeiter (bin eingesetzt als Mechatroniker)

Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr 
nochmal Elektrotechnik zu studieren.

Würde ich bei meinem bisherigen Lebenslauf Probleme bei der Jobsuche 
bekommen, wenn ich bei Abschluss des Studiums 33 Jahre alt wäre?

Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei 
meinem Arbeitgeber bewerben oder es lieber lassen? Mein Arbeitgeber hat 
mir nach der Ausbildung ein befriedigendes Ausbildungszeugnis 
geschrieben (das ist mir leider zu spät aufgefallen) und deswegen bin 
ich mir auch nicht sicher, ob eine Bewerbung in dem Unternehmen wirklich 
sinnvoll wäre. Als Gesamtergebnis in meiner Abschlussprüfung hatte ich 
fast 90 Punkte und in der Berufsschule hatte ich sehr gute Noten.
Von meinem Vorgesetzten nach der Ausbildung bekam ich bisher nur sehr 
positives Feedback zu meiner Arbeit und letztes Jahr wollte er, dass 
mein Lohn erhöht wird. Das wurde leider von HR abgelehnt.

Meine Motivation für das Studium liegt darin begründet, dass ich durch 
die körperliche Arbeit eine höhere Lernbereitschaft entwickelt habe. Ich 
weiß jetzt einfach, warum es sich auszahlt, viel zu lernen. Außerdem 
interessieren mich die elektrotechnischen Themen und Aufgaben deutlich 
mehr und ich möchte von den Aufgaben weg, die mit Mechanik und 
körperlicher Arbeit zu tun haben. Die Theorie hat mir während der 
Berufsausbildung auch deutlich mehr Spaß gemacht. Zum Beispiel vermisse 
ich es sehr, in TIA Portal Programme zu schreiben. Das hat mir an der 
gesamten Berufsausbildung am meisten Freude bereitet.

Die Ausbildung habe ich eher deswegen absolviert, weil ich damals keine 
Lust hatte umzuziehen oder so viel zu lernen. Zudem sind meine Eltern 
dagegen gewesen, dass ich studiere und ich habe mich nicht getraut, mich 
durchzusetzen.

Auch verdiene ich relativ gut für einen Facharbeiter (4500 Euro brutto) 
und weiß deshalb nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, nochmal zu 
studieren. Das gesamte Gehalt benötige ich eigentlich nicht zum Leben. 
Momentan spare ich jeden Monat 1700 Euro.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch 
studieren?

Danke für Antworten.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Florian schrieb:
> Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Heiraten.

Dann erübrigt sich der andere Quatsch.

von Joachim B. (jar)


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Florian schrieb:
> Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch
> studieren?

musst du doch wissen was du willst!

Ich habe mit 25 angefangen zu studieren, davor einen Job gemacht den ich 
liebte der aber kaum Zukunft bot.

von Jan K. (jan_k)


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Mach wenn du noch etwas mehr lernen möchtest. Wie immer im Lebenslauf 
gilt: du musst erklären können warum du was getan hast. Du hast die 
Motivation, also go.
Mach es aber nicht alleine fürs Geld. Kenne viele E-Ings, die nicht mehr 
aus du jetzt verdienen.

Edith: ein Studium ist natürlich auch vom Inhalt und theoretischem 
Umgang und Komplexität was anderes als ne Ausbildung. Es ist u.U. kein 
Zuckerschlecken. Musst also schon echt Bock drauf haben.

: Bearbeitet durch User
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Bei Deinem jetztigen Einkommen: bleibe in der beruflichen Schiene, wo du 
gerade bist und mache dort jede mögliche Weiterbildung.

Etwas dümmeres, als dich in ein Vollzeitstudium zu werfen, kannst Du dir 
nicht antun, besonders angesichts des in D allgemein vorherrschenden 
Industrieabbaus.

Elektrotechnik kannst Du aus Interesse auch noch als Fernstudium 
betreiben. Als Entscheidungshilfe gebe ich dir diesen Link mit, wenn Du 
es mit Wonne ganz durch lesen wirst, bist Du der Richtige dafür. 
Ansonsten verschwendest Du nur Deine besten Jahre damit.

https://www.iae.uni-rostock.de/storages/uni-rostock/Alle_IEF/IAE/Lehre/ThET/ThET_Skript.pdf

Oder hier, für Geniesser:
https://www.ew.tu-darmstadt.de/ew_lehre/ew_vorlesungen/ew_lv_ema/index.de.jsp


mfg

: Bearbeitet durch User
von Sven B. (mainframeosx)


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Hat ein Gehalt von 4500Euro und Spart 1700 Euro, was für ein Glückspilz.

von Frank O. (frank_o)


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Florian schrieb:
> Auch verdiene ich relativ gut für einen Facharbeiter (4500 Euro brutto)
> und weiß deshalb nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, nochmal zu
> studieren.

Das macht man nicht wegen des Verdienstes.
Ich arbeite als Service Techniker und bin, wenn man so will 
Mechatroniker, aber schon lange bevor es den Beruf gab.
Die Gründe, die du anführst, die legen eher nahe, dass du dich weiter 
bildest und in deiner Schiene arbeitest.
Ich würde alles drum geben, wenn ich damals hätte studieren können.
Nicht wegen des Geldes, denn ich verdiene sicher mehr als so mancher 
Ingenieur. Aber mich hätte die Elektronik von Anfang an total 
interessiert.
Dass ich der Umstände halber jetzt 10 Jahre raus bin und nur meinen 
beruflichen Kram mache, ärgert mich kolossal. Leider kann ich auch nicht 
mehr so schnell lernen wie früher, bevor mein Sohn starb. Kann auch 
mittlerweile am Alter liegen. Aber ich brenne total für die Elektronik 
und Mikrocontroller. Ist natürlich nur meine Meinung, aber wenn du nicht 
dafür brennst, dann mach lieber nützliche Fortbildungen und kommst dann 
dadurch von der körperlichen Arbeit weg.
Was an körperlicher Arbeit allerdings falsch sein soll, verstehe ich 
auch nicht. Ich bin schwer krebskrank und mache meine Arbeit immer noch 
voll. Die schweren Sachen muss ich gar nicht mehr machen und mache sie 
doch. Eigentlich könnte ich schon in Rente sein, wegen meiner Krankheit.
Aber man kann auch darin eine Befriedigung finden. Ich bin nicht nur bei 
meinem Hauptkunden der Herr der Ringe.
Meine Arbeit organisiere ich, wie auch meine Kunden, völlig 
selbstständig.
Den letzten Vorgesetzten den ich hatte, der verabschiedetet sich kurz 
vor Weihnachten mit "Ach übrigens, frohes neues Jahr!", aber da kommt 
man nur hin, wenn man bereit ist in jungen Jahren etwas zu leisten.
Ich könnte längst im Büro sitzen, aber nicht meins.

: Bearbeitet durch User
von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Florian schrieb:
> bis 2021: Berufsausbildung zum Mechatroniker
>
> bis heute: Facharbeiter (bin eingesetzt als Mechatroniker)
>
> Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr
> nochmal Elektrotechnik zu studieren.
> [...]
> Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei
> meinem Arbeitgeber bewerben oder es lieber lassen?

Ein DUALES Studium bedeutet: Eine normale betriebliche Berufsausbildung 
bei der du statt der Berufsschule eine Fachhochschule mit entsprechend 
anspruchsvolleren Inhalten besuchst.

Du BIST aber bereits Ausgebildet, also macht eine nochmalige 
Berufsausbildung (in diesem oder ähnlichen) Bereich absolut keinen Sinn.
Das wird dir zu 99,9% auch die HR so erzählen.

In einem völlig anderen Bereich (z.B. Chemieingenieurwesen) könnte man 
das plausibel machen, aber das ist zum einen nicht das was du möchtest 
und zum anderen würde da ein Abschluss mit 33, sofern du nicht 
Übernommen würdest, wohl nicht die beste Startchance in ein neues 
Berufsleben sein.
Mal ganz adavon abgesehen das auch so du sicherlich mit einer Bewerbung 
auf einen Dualen Ausbildungsplatz bei keiner HR-Abteilung ein 
Wunschkandidat währst.

Florian schrieb:
> Würde ich bei meinem bisherigen Lebenslauf Probleme bei der Jobsuche
> bekommen, wenn ich bei Abschluss des Studiums 33 Jahre alt wäre?
>
Man muss zwei Dinge unterscheiden: Erstens die allgemeine konjunkturelle 
Situation (Schweinezyklus) und dann deine persöhnliche Situation.
Wenn man Pech hat, dann kann man trotz ganz ordentlichen persöhnlichen 
Umständen zu einer Zeit fertig werden in der man sowohl im Gebiet des 
Abschlusses als auch im Gebiet seiner ehemaligen Ausbildung gerade kein 
Fuß mehr auf die Erde bekommt. Einstellungsstop, ggf. gerade 
Entlassungen von Erfahrenen usw. Dann sieht es schlecht aus. Wie es in 
fünf bis sechs Jahren  aussieht ist jedoch Kaffeesatzleserei.

Vom Lebenslauf/Fachlichen her würde ich sagen das es in den meisten 
Fällen in dem von dir geschilderten Szenario kein großes Problem ist 
wenn der Abschluss passend zu deiner jetzigen Tätigkeit ist. Je nach 
angestrebter Tätigkeit wird man das sogar als spezifische 
Berufserfahrung ansehen (z.B. IBN, Leiter Wartung, etc.) oder zumindest 
als praktische Facherfahrung und das du weist was Arbeiten ist und die 
Dinge an denen du mitarbeitest aus der realen Anwendungspraxis kennst 
(wenn du z.B in die Entwicklung willst).
Dies gilt um so mehr wenn du kein "Vollzeitstudium" machst sondern in 
der Zeit weiter auch praktisch Arbeitest. Das kann man dann als 
Weiterbildung innerhalb des Berufswegs auslegen. Der wichtige rote Faden 
passt,
Es wird zwar auch ein paar Stellen geben wo es nachteilig ist, aber auch 
so einige wo es Vorteile bringt. Insgesamt hält sich das eher die Waage.
Nur wie oben geschrieben: Wenn die Konjunktur gerade sinkt bringt das 
alles nichts...

Ganz anders sähe es aus wenn der Studiumabschluss völlig aus deiner 
derzeitigen Richtung geht. Mit 33 bei halbwegs vernünftiger Lage zwar 
auch nicht chancenlos, aber schon deutlich schlechter.

Florian schrieb:
> Auch verdiene ich relativ gut für einen Facharbeiter (4500 Euro brutto)
> und weiß deshalb nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, nochmal zu
> studieren.

Nun ja, um das korrekt zu beantworten müsste man Hellsehen können.
Als Beamter der jetzt schon so eingestuft ist würde ich sagen NEIN!
In allen anderen Fällen kommt es darauf an...
Auch hier muss man zwei Dinge bedenken die jeder unterschiedlicher 
Gewichtet: Die wirtschaftliche Seite und die Seite des Arbeitsinhalts.

Wirtschaftlich fängt es schon damit an das es durchaus Ing. gibt die mit 
einigem weniger nach Hause gehen. Aber halt auch viele die nicht so weit 
vom doppelten Entfernt sind. Wobei hier die Region schon Einfluss auf 
die Wahrscheinlichkeit hat in welchem Gehaltsbereich man landet. Zudem 
muss man immer das Scheitern als Möglichkeit mitberücksichtigen und 
daher die Chance einen Job als Facharbeiter mit diesem oder besseren 
Gehalt zu bekommen.

Sind die 4500 Euro das Grundgehalt ohne Zuschläge bei einem Betrieb 
irgendwo in den Weiten Brandenburgs wäre es bei rein wirtschaftlicher 
Betrachtung vermutlich wahnsinn diesen Job aufzugeben wenn du später 
auch in der Region bleiben willst. Die Chancen als Ing. einen wesentlich 
besseren Job dort zu bekommen der den Lohnausfall während der 
Studienzeit auch noch auffängt sind eher mau. Beim Scheitern einen Job 
als Facharbeiter mit dem Gehalt wieder zu bekommen nahe null.
Natürlich darf man auch nie vergessen das man im aktuellen Jon immer nur 
die Jetztsituation hat. Man muss halt auch immer eine Prognose wagen wie 
es mit dem Job/Firma weitergeht. Steht eh am Horizont das die Firma in 
zwei Jahren die Tore schließt ist das Aktuelle Gehalt fast kein Argument 
mehr.
Ist man quasi unkündbar in einer wirtschaftlich soliden Firma oder gar 
Behörde ist es ein extrem gewichtiges Argument.

Ist es das Komplettgehalt inkl. der Zuschläge für NAch- und 
Wochenendarbeit im Dreischichtjob bei einer Firma irgendwo in München, 
Stuttgart oder Bodenseeregion, dann wird man als Facharbeiter zumindest 
bei halbwegs brauchbarer wirtschaftlicher Lage wohl ohne zu große 
Einbußen jederzeit wieder etwas finden. Oftmals sogar etwas besseres.

Das andere ist die Seite der Tätigkeit: Der Job hat, auch wenn es viele 
Kleinreden, einen massiven Einfluss auf unser Leben und unsere 
Lebenszufriedenheit. Das wird oft unterschätzt. Bist du mit dem jetzigen 
Job total unzufrieden und kannst dir keinesfalls vorstellen das noch 
vierzig Jahre zu machen ist das etwas völlig anderes als wenn es dir nur 
darum geht vielleicht etwas mehr im Büro sitzen zu können oder du 
GLAUBST Prpgrammieren wäre auf Dauer noch interessanter.
Aber DAS muss jeder für sich selbst bewerten, dürfte aber noch 
wesentlich wichtige sein als die rein wirtschaftliche Sichtweise.

Daher kann man nur sagen: Abschluss mit 33 JAhren in einem verwandten 
Bereich in dem man bereits eine Ausbildung und einige Jahre 
Berufserfahrung hat ist kein generelles Ausschluskriterium. Nicht einmal 
ein nennenswerter Nachteil gegenüber einem 25 jahre alten Absolventen.
Aber die Aufgabe des Jobs ist halt ein gewaltiges wirtschaftliches 
Risiko.
Wie groß tatsächlich hängt von den Umständen ab.

Daher wäre der Königsweg sicherlich wenn es irgendeine Möglichkeit gäbe 
ein vom AG gefördertes Studium zu machen. Z.B. in einem Modell ÄHNLICH 
einer Dualen Ausbildung. Wie es z.B. im öffentlichen Dienst beim 
Laufbahnaufstieg möglich ist. (ggf, anders als im ÖD, mit etwas 
Lohneinbußen wegen Stundenreduzierung während des vom AG bezahlten 
Studiums) Hast du dich da mal erkundigt ob nicht so etwas 
ginge?Allgemein oder anstelle einer Gehaltserhöhung z.B.? Wird natürlich 
oft mit einer "ich bleibe dann für 3 (5)Jahre Klausel" verbunden in der 
man bei Selbstkündigung in dieser ZEit anteilig die Studienkosten 
erstatten muss.
Wenn es schiefgeht bleibt man im alten Job, geht es gut hat man den 
ersten Job und damit die einschlägige Berufserfahrung in dieser Firma 
bereits sicher. (Meine Bürokollegin, obwohl KMU mit Mitarbeiterzahl im 
unteren dreistelligen Bereich, steht z.B. gerade vor ihrem 
Masterabschluss auf diese weise)

Als nächstbeste Möglichkeit mit wirtschaftlichem Sicherheitsnetz wäre 
halt das Nebenberufliche Studium in Eigenregie. Es gibt ja jetzt das 
Recht auf Teilzeit mit Rückkehroption, das du in Anspruch nehmen 
könntest wenn der AG kein Studium springen lassen möchte. Da reduzierst 
du Stunden so das du mit dem Gehalt noch gut über die Runden kommst, 
aber die chance hast ein Studium zu schaffen. Und legst einfach los...
Vorteil ist das du nach dem Abschluss keinerlei Verpflichtungen 
gegenüber dem Arbeitgeber hast.

So oder So darf man hinsichtlich der Tätigkeit aber niemals vergessen:
Das Gras in Nachbars Garten ist fast immer Grüner...
Oder eher "Es scheint grüner!"

Und da du eine Konkrete Tätigkeit genannt hast:
Florian schrieb:
> Zum Beispiel vermisse
> ich es sehr, in TIA Portal Programme zu schreiben. Das hat mir an der
> gesamten Berufsausbildung am meisten Freude bereitet.

DAS ist aber nur ein sehr kleiner Teil der Tätigkeiten die so von Ing. 
in diesem Bereich ausgeübt werden. Es wird sicherlich ein paar Geben die 
das, in einer Ingenieursposition, in fast Vollzeit machen. Aber sehr 
viel mehr machen die ganz andere Dinge tun.

Gruß
Carsten

: Bearbeitet durch User
von Andi (chefdesigner)


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Florian schrieb:
> Würde ich bei meinem bisherigen Lebenslauf Probleme bei der Jobsuche
> bekommen,

Ja, weil du dich automatisch in die Riege derjenigen eingereiht hast, 
die einen "me to developper"-Status haben und damit im 2. oder 3. Glied 
stehen, wenn es an das Verteilen von Aufgaben angeht. Ob du damit 
wesentlich besser da stehst, als jetzt, musst du selber wissen.

Ich sehe keinen Bedarf für diese Masse an Entwicklern, die aktuell in 
den Markt drängen - bei Weitem nicht. Für die meisten heißt es, etwas 
anderes zu tun und es kann sehr gut sein, dass du wieder bei denselben 
Tätigkeiten landest, nur bis du eine Weile aus dem Vollzeitjob raus und 
trägst Ansprüche auf Weiterentwicklung als Schild vor der Stirn. Diese 
stehen dir eher im Wege, weil niemand einen haben will, der den Anspruch 
hat, als Ingenieur zu arbeiten.

Es gibt also eher weniger Stellen für dich.

Und: Unterschätze mal das Studium nicht. Dein Gymnasium ist 7 Jahre her 
und du bist komplett raus, aus dem hohen Lerntempo. Das haben schon 
einige einsehen müssen und die Segel gestrichen.

Und wenn du das mit dem Studium nicht hinbekommst, steht schwarz auf 
weiß im Lebenslauf, dass du es nicht hinbekommen hast.

Der Personaler wird in 3 Jahren sagen: Du bist 2024 vor der Arbeit ins 
Studium gelüchtet und nun 2027 flüchtest du vor dem Studium zurück in 
die Arbeit.

Wenn man studiert, dann gleich und sofort nach dem Abi. Ist schwer 
genug, da einen Anschluss zu bekommen, wenn es mit der Mathe losgeht. Es 
ist ja so, dass manchmal sogar dann einige Probleme mit dem Lerntempo an 
der Hochschule haben, obwohl sie direkt weitergemacht haben, nur weil 
sie von einem einfacheren Gymnasium kamen. Besonders schnell haut es die 
weg, die mal ein Jahr sabbatical gemacht haben.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Frank O. schrieb:
> Das macht man nicht wegen des Verdienstes.

+1

Carsten S. schrieb:
> Du BIST aber bereits Ausgebildet, also macht eine nochmalige
> Berufsausbildung (in diesem oder ähnlichen) Bereich absolut keinen Sinn.

+1

A. F. schrieb:
> Und wenn du das mit dem Studium nicht hinbekommst, steht schwarz auf
> weiß im Lebenslauf, dass du es nicht hinbekommen hast.
>
> Der Personaler wird in 3 Jahren sagen: Du bist 2024 vor der Arbeit ins
> Studium gelüchtet und nun 2027 flüchtest du vor dem Studium zurück in
> die Arbeit.

+1

Die Frechheit, als junger Ing. sollte ich 10% unter meinem letzten 
Gehalt anfangen (wegen mangelnder Berufserfahrung als Ing.), was ich 
natürlich ablehnte!

In die Zukunft sehen kann niemand, wie schon genannt wurde 
Schweinezyclus.
Wen willst du hier auf einem Rat hin verklagen?

von Sven L. (sven_rvbg)


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Florian schrieb:
> Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch
> studieren?
Letztendlich ist es eine Entscheidung die Du selbst treffen musst.

Wenn Du Dich dafür entscheidest, dann solltest Du es auch durchziehen, 
ansonsten wird man Dich schief anschauen. Es gibt Entscheidungen im 
Leben die trifft man für länger, sei es eine solche Weiterbildung, ein 
Hauskauf etc.

Lass Dir eins sagen, was sicher viele hier im Forum bestätigen können: 
Auch im Job bist Du eigentlich nie fertig mit lernen. Wenn man sich 
überlegt, was man in seiner Karriere so an Weiterbildungen und 
Schulungen besucht hat, man hat das vielleicht nicht immer so präsent 
aber so ist es.

Da Du hier im Forum fragst, was andere denken, bist Du dir deiner Sache 
nicht sicher, solltest Du aber. Andere können viel schreiben, haben 
sowas schon hinter sich und werden Dinge sagen wie: Auch diese Jahre 
gehen vorbei.

Das ist für Dich, der Du dann in der Weiterbildung steckst vielleicht 
wenig hilfreich, weil es Dir in dem Moment nichts bringt. So Eine 
Weiterbildung hat Momente mit Höhen und Tiefen auch dem muss man sich 
bewusst sein. Wenn andere irgendwo Ihre Freizeit genießen, sitzt Du in 
der Schule.

Trotzdem kann man es sich lohnen, wenn man am Ende auch darauf aufbaut.
Wenn Du am Ende nur einen Abschluss hast, aber trotzdem immer noch den 
selben Kram machst wie bisher, dann war etwas falsch.

von Ben S. (bensch123)


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Was ist der Unterschied zwischen Lidl und einem Elektrotechnik-Studium?
Lidl lohnt sich!

von Peter X. (dcf)


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Florian schrieb:
> Danke für Antworten.

Hilfe, ich bin 27 und weiß nicht was ich mal werden soll wenn ich groß 
bin..zum tausendsten mal;-( Natürlich frisch angemeldet.

Selbst geschrieben, oder ChatGPT?

von Peter S. (hw-coach) Flattr this


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Hi,
Eine duale Ausbildung macht ggf. nicht viel Sinn, da Du ja bereits eine 
abgeschlossene Ausbildung hast.

Inhaltlich und technisch ist das Studium auf jedenfall eine gute Idee. 
Nur bitte nicht beim Bachlor aufhören.
Wer glaubt, das wir in Zukunft keine Fachkräfte benötigen liegt sicher 
falsch. Auch ist fundierte Berufs- und Arbeitserfahrung kein Nachteil.

Die Frage, die Du dir stellen und selbst beantworten musst ist: "Was 
will ich erreichen"?

Es wird eventuell für dich mehr um die Frage der Finanzierung und um die 
Dauer des Studiums gehen.

von Franko S. (frank_s866)


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Wechsel in den Vertrieb, wenn dich die körperliche Plackerei ankotzt.
Die Ochsentour Studium zahlt sich nicht mehr aus für dich, falls du es 
überhaupt abschliesst.
Mach ein paar IHK-Kurse dazu, mehr brauchst du nicht, geht schneller ist 
billiger und der Rubel rollt viel schneller.

Die Flausen von wegen "Interesse an E-Technik" sollte man in deinem 
Alter hinter sich haben, da sollte man schon lange aufgewacht sein und 
wissen worauf es ankommt: Kohle, Kohle und nochmal Kohle verdienen, egal 
wie. Wenn die Kohle mal dick reinkommt, dann interessiert dich der 
E-Technikquatsch nicht mehr, nicht mal als Hobby.

von Joachim B. (jar)


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Franko S. schrieb:
> Mach ein paar IHK-Kurse dazu, mehr brauchst du nicht, geht schneller ist
> billiger und der Rubel rollt viel schneller.

klar rollt der Rubel, für die IHK.

von Katrin I. (Gast)


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Franko S. schrieb:
> wissen worauf es ankommt: Kohle, Kohle und nochmal Kohle verdienen, egal
> wie. Wenn die Kohle mal dick reinkommt, dann interessiert dich der
> E-Technikquatsch nicht mehr, nicht mal als Hobby.

hier spricht der wahre Ingenieur

schlimm, wenn man so weit gekommen ist ..-

von Florian (fl_s)


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Ich danke euch für die bisherigen Antworten.
Mir hat das schon sehr weitergeholfen. Dass ich nach einem Studium nicht 
die gleichen Möglichkeiten haben würde, wie meine jüngere Konkurrenz, 
ist leider so. Arbeitslos werde ich mit 2 Abschlüssen aber sicher nicht 
werden. In den nächsten Jahren gehen viele in Rente und der 
Fachkräftemangel wird dann auch nicht besser werden. Auf der anderen 
Seite wandert immer mehr Industrie ab... Schwierig zu beantworten. 
Eventuell sollte ich das Studium auch einfach machen, weil ich Lust 
darauf habe? Ich weiß nicht wirklich.


@Joachim B. das ist natürlich blöd gelaufen. Bist du wenigstens 
zufriedener mit deinem jetzigen Job nach dem Studium?

@Christian S. das Studium ist sicher schwer. Viele scheitern ja auch 
daran. Die TU Darmstadt ist laut einer Freundin, die dort ihren 
Maschinenbau-Bachelor gemacht hat, ziemlich anspruchsvoll. 
Wahrscheinlich wäre es für mich sinnvoller an der THM zu studieren. Dort 
hätte man mehr praktischen Bezug. Über das Gehalt habe ich mich nie 
beschwert. Ich kann davon sehr gut leben und habe anscheinend mehr als 
so mancher Techniker oder Meister in anderen Unternehmen.

@Frank O. über Weiterbildungen habe ich auch schon nachgedacht, aber 
leider funktioniert das bei mir aufgrund der Arbeitszeiten nicht.
Meine Arbeit ist nur manchmal körperlich anstrengend, aber dann hasse 
ich das wirklich sehr.

@Carsten S. danke für die ausführliche Antwort. Ein Studium in Teilzeit 
würde mir auch zusagen. Leider arbeite ich in einem großen 
Industrieunternehmen und hier gibt es ein Schichtsystem und 
Rufbereitschaft. Wenn das nicht wäre, hätte ich wahrscheinlich schon mit 
einer Weiterbildung begonnen. Die konjunkturelle Situation bereitet mir 
auch Sorgen. Momentan bin ich bei einem Unternehmen angestellt, das auch 
bei der schlimmsten Krise nicht kaputt gehen kann. Die schlucken im 
Moment ein Unternehmen nach dem anderen. Darum habe ich auch an ein 
duales Studium in diesem Unternehmen nachgedacht. Bei meinem Arbeitgeber 
werden die eigenen Azubis mit guten bis sehr guten Noten in der 
Berufsausbildung bevorzugt für diese Stellen genommen. Ich kenne hier 
etwa 10 Leute, die nach der Ausbildung und ein wenig Berufserfahrung mit 
dem dualen Studium weitergemacht haben. So abwegig ist es also nicht, 
hierfür genommen zu werden. Die endgültige Entscheidung hierfür trifft 
auch der Fachbereich (nicht HR) und die sind wahrscheinlich froh, wenn 
der duale Student etwas Ahnung mitbringt. Ich habe hier eher Bedenken, 
weil ich die Organisation und Durchführung der Berufsausbildung in dem 
Unternehmen irgendwie nicht so gut fand. Außerdem haben mir Ingenieure 
in diesem Unternehmen erzählt, dass sie ständig ins Ausland geschickt 
werden, rund um die Uhr erreichbar sein müssen und nicht besser als ein 
Vorarbeiter in der Instandhaltung bezahlt werden. Lohnerhöhungen werden 
abgelehnt (wie auch bei mir).
Auch scheint es völlig egal zu sein, was man für Leistungen gezeigt hat. 
Meine Beurteilungen, Noten und Prüfungsergebnisse waren alle in Ordnung 
und trotzdem habe ich kein gutes Ausbildungszeugnis bekommen.

@A.F. dass es wirklich nicht einfach wird vom Lernen her, habe ich auch 
festgestellt. Zum Beispiel habe ich die Mathematik-Themen aus dem Abitur 
nochmal gelernt und habe anfangs nur Bahnhof verstanden. Ich bin mir ja, 
wie du schon festgestellt hast, auch nicht wirklich sicher, ob ein 
Studium noch sinnvoll ist. Das liegt auch darin begründet, dass ich vor 
dem Lernaufwand echt ziemlich große Angst habe. Während meiner Schulzeit 
habe ich nie gerne gelernt, hatte aber ohne großen Aufwand gute Noten.
Es gibt auf YouTube ein Video, das heißt: "Wie schwer ist ein Studium? 
Elektrotechnik Bachelor Master" Das schreckt schon ab. Die Möglichkeit, 
dass ich scheitere ist schon hoch, wenn ich keine Lust habe zu lernen 
oder wenn ich keine Lernmethoden finde, mit denen ich mir das gut 
behalten kann.

@Sven L. danke für die Antwort. Als Mechatroniker musste ich auch schon 
einige Weiterbildungen machen. Zum Beispiel habe ich Lehrgänge gemacht, 
um kleinere Kettenzüge aufhängen und prüfen zu dürfen. Auch eine 
Ausbildung für Arbeiten unter Spannung musste ich machen, um zum 
Beispiel NH-Sicherungen ziehen oder um an Stromschienen arbeiten zu 
dürfen. Dass man sich auch als Facharbeiter ständig weiterbilden muss, 
stimmt.

@Peter X. was wills du mir damit sagen? Meine Frage ist echt. Zudem bin 
ich schon "groß" und habe eine Ausbildung in einem Beruf abgeschlossen, 
der mir zum Teil auch gut gefällt. Natürlich habe ich mich frisch 
angemeldet, weil ich in noch keinem Forum vorher jemals angemeldet war. 
Hier schien mir die Frage am sinnvollsten zu sein, weil es in diesem 
Forum um Elektrotechnik geht. Es tut mir leid, wenn ihr wirklich solche 
Probleme mit Fakebeiträgen in eurem Forum habt.

Falls ich mich für das Studium an einer FH entscheide, werde ich euch 
auf dem Laufenden halten.

Habt ihr eventuell noch Vorschläge, wie ich ein Studium in Teilzeit mit 
einem Job unter einen Hut bringen kann, bei dem ich in einem 
Schichtsystem arbeite und alle 6 Wochen Rufbereitschaft machen muss? 
Könnte ich das bei meinem Arbeitgeber irgendwie durchsetzen?

Bei einem Studium in Vollzeit würde ich auch gerne Praktika machen oder 
als Werkstudent arbeiten. Meint ihr, dass die Unternehmen hierfür so 
alte Studenten, wie ich dann einer wäre, nehmen würden?

Danke für Antworten.

von Thomas B. (thomas2)


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Florian schrieb:

> Die Theorie hat mir während der Berufsausbildung auch deutlich mehr Spaß
> gemacht. Zum Beispiel vermisse ich es sehr, in TIA Portal Programme zu
> schreiben. Das hat mir an der gesamten Berufsausbildung am meisten Freude
> bereitet.

Die Theorie in einem Elektrotechnik-Studium unterscheidet sich doch sehr 
von der Theorie in einer Berufsausbildung. TIA-Portal-Programme wirst du 
im Studium eher nicht schreiben. Schau dir unbedingt VORHER an, was im 
Studium  gemacht wird, zum Beispiel anhand der Skripte, die Christian S. 
oben verlinkt hat. Wenn diese Skripte das sind, was du lernen willst, 
dann bist du im Studium richtig. Wenn nicht, wärs sinnvoller, wenn du 
dich durch anderweitige Weiterbildung oder Selbststudium mit den Themen 
beschäftigst, die dich tatsächlich interessieren.

> Würde ich bei meinem bisherigen Lebenslauf Probleme bei der Jobsuche
> bekommen, wenn ich bei Abschluss des Studiums 33 Jahre alt wäre?

Du wolltest doch ein duales Studium machen? Da wird man üblicherweise 
von der Firma übernommen bzw. muss sich sogar dazu verpflichten, im 
Anschluss dort zu arbeiten. Das Thema Jobsuche stellt sich daher im 
Normalfall nicht.

Die Frage ist eher, ob sie dich fürs duale Studium überhaupt nehmen. Ich 
kenne die Gepflogenheiten in eurer Firma nicht, kann man da evtl. mal 
unverbindlich mit den Zuständigen sprechen, ohne dass es gleich 
aktenkundig wird, dass du dich verändern willst?

> Außerdem haben mir Ingenieure in diesem Unternehmen erzählt, dass sie
> ständig ins Ausland geschickt werden, rund um die Uhr erreichbar sein
> müssen

Und, willst du das? Oder ist dir die jetzige Schichtarbeit lieber? Davon 
hängt es ja nun auch ab, ob das Studium sinnvoll ist.

> Leider arbeite ich in einem großen Industrieunternehmen und hier gibt es
> ein Schichtsystem und Rufbereitschaft. Wenn das nicht wäre, hätte ich
> wahrscheinlich schon mit einer Weiterbildung begonnen.

Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Gerade im Schichtsystem hast du 
doch zum Teil tagsüber frei und kannst die Zeit entsprechend nutzen. Ob 
du auf den Schichtplan Einfluss nehmen kannst, wirst du mit dem Betrieb 
klären müssen. In einem größeren Unternehmen gibts doch sicherlich 
Kollegen, die sowas schonmal in Angriff genommen haben oder einen 
Betriebsrat, an den man sich mit einem solchen Anliegen wenden kann? 
Notfalls geht halt nur Fernstudium.

> Die Möglichkeit, dass ich scheitere ist schon hoch, wenn ich keine Lust
> habe zu lernen oder wenn ich keine Lernmethoden finde, mit denen ich mir
> das gut behalten kann.

Oder wenn die Motivation schwindet, weil du aufgrund deiner Erfahrung 
merkst, dass der ganze Theoriekram mit der Praxis wenig zu tun hat. 
Leute, die direkt aus der Schule kommen, hinterfragen da weniger und tun 
sich deshalb leichter.

> Bei einem Studium in Vollzeit würde ich auch gerne Praktika machen oder
> als Werkstudent arbeiten. Meint ihr, dass die Unternehmen hierfür so
> alte Studenten, wie ich dann einer wäre, nehmen würden?

Du willst als Facharbeiter mit Berufserfahrung zum Werkstudententarif 
arbeiten?

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7664075 wurde vom Autor gelöscht.
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Florian schrieb:
> Arbeitslos werde ich mit 2 Abschlüssen aber sicher nicht
> werden.

Wohl demjenigen, der dies so selbstsicher von sich behaupten kann.

mfg

von Purzel H. (hacky)


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Unbedingt studieren. Ich habe auch mit 30 noch mit Physik angefangen. Es 
ist noch sehr weit zur Rente, und mehr Moeglichkeiten sind immer gut. 
Zwei Punkte. Du kannst ueberhaupt nicht abschaetzen welche Moeglickeiten 
sich nach dem Studium bieten. Auc nicht aufgrund von irgendwelche alten 
Prufungen und Skripten. Und wo. Und der Aufwand fuer das Studium wird 
hoch sein. Ein Stueck hoeher wie 8 Jahre juenger.
Es wird sich sowieso lohnen, auch falls du abbrechen wuerdest. Es gibt 
auch Jobs, wo die Moeglichkeiten erhoeht sind auch wenn der Abschluss 
fehlt. Hinreichend interesse am Fach vorausgesetzt.
Und nicht an der jetzigen Firma kleben bleiben wollen. Mehr Lohn gibt's 
nachher erst nach einem Wechsel. Wenn du jetzt schon mehr verdienst, wie 
du zu Leben brauchst, wird's nachher kaum schlechter sein, eher besser, 
nach einer Veraenderung. Mit 40 geht persoenlich der Lohn eher in den 
Hintergrund sofern eh genug reinkommt.

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Weil zu dem Teil glaube ich noch keiner was geschrieben hat:

Florian schrieb:
> Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei
> meinem Arbeitgeber bewerben

Für Interne mit Berufsabschluss???

Ein (dein) Arbeitgeber der Stellen für ein duales Studium ausschreibt 
sucht normalerweise Schulabgänger. Nicht dich. Es ist daher 
unwahrscheinlich dass du eine solche Stelle bekommst. Fühl zumindest mal 
in der Personalabteilung vor was die dazu sagen.

> Das gesamte Gehalt benötige ich eigentlich nicht zum Leben.
> Momentan spare ich jeden Monat 1700 Euro.

Gute Sparquote. Weit über dem deutschen Durchschnitt. Leg dir ein neues 
Hobby zu: Wie verwalte ich mein Geld gewinnbringend. Übertreibe es dabei 
nicht mit dem Risiko. Bei deinem Alter hast du einen langen 
Anlagehorizont.

> Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch
> studieren?

Dritte Variante: Meister machen.

von Sebastian E. (s-engel)


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Ich kann da mal die Form des Verbundstudiums in den Raum werfen.
(www.verbundstudium.de)

Da sind unterschiedlichste Studiengänge so ausgelegt, dass sie neben dem 
Beruf studiert werden können.

Ich war in der Ausgangslage zwei Berufsausbildungen im Bereich 
Elektrotechnik abgeschlossen zu haben und war als Facharbeiter im 
Lehrbetrieb angestellt.
Meine Motivation war letztendlich, dass ich mehr in Richtung Entwicklung 
wollte, mein Betrieb sich da aber querstellte.
So habe ich nebenberuflich über das Verbundstudium Elektrotechnik 
(Bachelor und Master) studiert. Insgesamt 16 Semester (regelstudienzeit 
waren 15 Semester für beide Studiengänge).
Das war eine sehr harte Zeit! Nach 8 Stunden arbeit noch zu lernen, ganz 
besonders in der Klausurphase, hat einfach die komplette Freizeit 
gefressen.
In der Woche vor einer Klausur war ich nach der Arbeit noch in einer 
Lerngruppe unterwegs und so von 6 Uhr Morgens bis 23 Uhr abends 
unterwegs, mehrere Tage.

Abschließend hat es sich aber definitiv gelohnt. Ich mache jetzt einen 
Job der sehr viel spaß macht und ich verspüre keinen Wunsch mehr mich 
beruflich anders zu orientieren.

von Joachim B. (jar)


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Florian schrieb:
> Bei einem Studium in Vollzeit würde ich auch gerne Praktika machen oder
> als Werkstudent arbeiten.

Studentenentlohnung ist aber deutlich geringer als Facharbeiter 
Entlohnung, ich hatte im letzten Studiensemester auch lieber auf einer 
Baustelle gearbeitet als für einen Appel und Ei als Student.

von Thomas K. (thomas2021)


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Ganz klar, ja sich nicht körperlich anstrengen.
Mit 35 ist der Rücken kaputt , braucht man klimatisierte Büros mit 
Höhenverstellbaren Schreibtisch.

Mit 35 Jahren anfangen, deine Rente zahlen eh die anderen. mit 120k 
Jahresgehalt träumen und nur etwas am Bildschirm herumklicken am besten 
nur Mobiles Arbeiten damit man zu Hause Zeit hat für Rasenmähen..

von Franko S. (frank_s866)


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Thomas K. schrieb:
> damit man zu Hause Zeit hat für Rasenmähen

viel zu anstrengend, das macht der Roboter.

von Thilo R. (harfner)


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Das eine, von dem ich dringend abraten würde, ist ein Vollzeitstudium. 
Du würdest Dich ohne Not in eine Situation begegeben, in der Du 
möglicherweise deutlich schlechter als jetzt dastehst.

In das Programm fürs duale Studium Deines AG wirst Du nicht kommen, das 
passt einfach nicht.

Du könntest aber versuchen, berufsbegleitend zu studieren. Normalerweise 
gibt es da auch eine Möglichkeit, es mit einem Probesemester o.ä. 
einfach mal auszuprobieren. Falls Du es dann doch nicht durchziehst, ist 
der einzige Schaden Dein verletzter Stolz. Auch falls Du ein 
berufsbegleitendes Studium abbrechen musst, ist der Schaden deutlich 
geringer.

Gibt es einen passenden Meister oder Techniker? Das wäre mehr auf Deine 
Ausgangssituation zugeschnitten (sollte es jedenfalls). Du hast etwas 
schneller ein Resultat. Da muss der Atem nicht ganz so lange reichen.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Thilo R. schrieb:
> Normalerweise gibt es da auch eine Möglichkeit, es mit einem
> Probesemester einfach mal auszuprobieren. Falls Du es dann
> doch nicht urchziehst, ist der einzige Schaden Dein verletzter Stolz.

So habe ich das gemacht. Habe abgebrochen, weil es mir dann neben der 
Familie mit Kind doch zu mühsam war. War überhaupt kein Problem.

: Bearbeitet durch User
von Katrin I. (Gast)


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Florian schrieb:
> Arbeitslos werde ich mit 2 Abschlüssen aber sicher nicht werden.
Da täusche dich mal nicht. Als es bei meinem AG damals zu Ende ging, 
sind auch 3 Techniker guten Mutes in die Arbeitslosigkeit, haben 3 
Monate Pause gemacht und sind dann wieder auf Jobsuche gegangen. Die 
haben nichts Gescheihtes gefunden, weil ihnen jeder unterstellte, sie 
würden nur anfangen zu arbeiten, um ich dann etwas besseres zu suchen - 
besonders, weil sie mit wenig Gehaltsforderung kamen.

Einer hat 1 Jahr gesucht, alle 3 mussten zu Ferchau, um wieder 
Fusszufassen. Einer ist heute noch bei denen.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Kati schrieb:
> Einer hat 1 Jahr gesucht, alle 3 mussten zu Ferchau, um wieder
> Fusszufassen. Einer ist heute noch bei denen.
Wann soll das gewesen sein?

Momentan sieht es eher anders rum aus, das man gute Stellen zu besetzen 
hat und nichts bekommt.

Da kommen dann Kandidaten, die nicht mal wissen was die Firma macht.

Der momentane Arbeitsmarkt ist ein Arbeitnehmermarkt, mehr als je zu 
vor.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Florian.

Florian schrieb:

>
> Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr
> nochmal Elektrotechnik zu studieren.
>
> Würde ich bei meinem bisherigen Lebenslauf Probleme bei der Jobsuche
> bekommen, wenn ich bei Abschluss des Studiums 33 Jahre alt wäre?

Wie das dann mit Jobs aussieht, kann heute keiner sagen.

Aber aus meiner persönlichen Erfahrung her kann ich Dir eigentlich nur 
abraten.
Und zwar, weil vielen Leuten, so auch mir, ab 25-30 das Lernen deutlich 
schwerer fällt als vorher.
Das war bei mir so, und ich sehe es auch bei anderen. Ob das bei Dir 
auch so sein muss, keine Ahnung. Du könntest ja auch Glück haben.

Das wissen auch Arbeitgeber, und selbst wenn Du mit dem Studium wenn 
alles gut geht mit 33 fertig sein solltest, muss Du dich ja in Deiner 
Arbeitsstelle einarbeiten. Das geht ja dann auch langsamer.

Nächster Punkt: Wenn Du Dich durch ein Studium hindurchkämpfen muss, ist 
es eigentlich sinnlos. Weil das Kämpfen hört später im Beruf nicht auf, 
und wenn
Du im Studium schon kämpfen musstest, wird Dich das müde machen und 
irgendwann überfordern.

Und viele Kämpfe hinterlassen natürlich auch Traumata. Also tu Dir den 
Gefallen, die Flinte rechtzeitig ins Korn zu werfen, wenn es Dir zu 
schwer wird. "Gewinnen wollen" ist da einfach nur falscher Stolz, und 
wenn Du anschließend zu kaputt bist, kassierst Du noch nicht einmals 
mehr Gehalt, weil kaputte Typen will auch keiner einstellen.

Also, zum merken: Wer Kämpfen muss, hat schon verloren.


> Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei
> meinem Arbeitgeber bewerben oder es lieber lassen?

Zum Thema duales Studium bei abgeschlossener Berufsausbildung haben ja 
schon andere oben geschrieben.


> Mein Arbeitgeber hat
> mir nach der Ausbildung ein befriedigendes Ausbildungszeugnis
> geschrieben (das ist mir leider zu spät aufgefallen) und deswegen bin
> ich mir auch nicht sicher, ob eine Bewerbung in dem Unternehmen wirklich
> sinnvoll wäre. Als Gesamtergebnis in meiner Abschlussprüfung hatte ich
> fast 90 Punkte und in der Berufsschule hatte ich sehr gute Noten.
> Von meinem Vorgesetzten nach der Ausbildung bekam ich bisher nur sehr
> positives Feedback zu meiner Arbeit und letztes Jahr wollte er, dass
> mein Lohn erhöht wird. Das wurde leider von HR abgelehnt.

Meine Lehrmeister haben mir damals auch zum Studium geraten. 
Mittlerweile habe ich den Verdacht, sie wollten mich auf die Tour nur 
einfach loswerden.

> Meine Motivation für das Studium liegt darin begründet, dass ich durch
> die körperliche Arbeit eine höhere Lernbereitschaft entwickelt habe. Ich
> weiß jetzt einfach, warum es sich auszahlt, viel zu lernen.

Wenn Du Pech hast, kannst Du mit dem Wissen nichts anfangen und 
Arbeitest weiter. Weil es eben nicht nur auf erlernbares Wissen ankommt, 
sondern auch auf Instinkte, "soft skills" eben, die man bestenfalls bei 
Begabung üben, aber nicht wirklich erlernen kann.

> Außerdem
> interessieren mich die elektrotechnischen Themen und Aufgaben deutlich
> mehr und ich möchte von den Aufgaben weg, die mit Mechanik und
> körperlicher Arbeit zu tun haben. Die Theorie hat mir während der
> Berufsausbildung auch deutlich mehr Spaß gemacht. Zum Beispiel vermisse
> ich es sehr, in TIA Portal Programme zu schreiben. Das hat mir an der
> gesamten Berufsausbildung am meisten Freude bereitet.

Die fachliche Ausbildung steht zwar im E-Technik Studium an erster 
Stelle, und
das dürfte Dir gefallen, aber in der Praxis brauchst Du hinterher mehr 
Soft Skills. Es sei denn Du bist der Crack in einem speziellen 
Gebiet....aber das wächst dann eben auch schnell Konkurenz, oder die 
Entwicklung geht in eine ganz andere Richtung weiter, und Du bist 
urplötzlich das Ende der Schlange und nicht der Anfang.


> Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch
> studieren?

Icg glaube nicht, dass das mit dem Beruf auf ewig so gut weiter läuft 
bei Dir. Auch Du wirst älter, verlierst Leistungsfähigkeit, und 
irgendwann wirst Du nicht mehr so gut Bezahlt oder verlierst den Job 
ganz. Das muss nicht sein, aber wenn ich mich umsehe, ist die 
Wahrscheinlichkeit doch hoch. Auf der anderen Seite ist es mit einiger 
Wahrscheinlichkeit mit Studium auch nicht besser.
Ich bereue meine Entscheidung, zu studieren, und dann das ganze auch 
noch durchzuziehen als es eigentlich zu viel war, sehr.

> Danke für Antworten.

Du hast anständig gefragt, also bekommst Du auch ne anständige Antwort.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Sven L. (sven_rvbg)


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Bernd W. schrieb:
> Aber aus meiner persönlichen Erfahrung her kann ich Dir eigentlich nur
> abraten.
Wenn man sich so Deinen Text durchliest, dann liest es sich alles sehr 
negativ, resigniert, ...

Also unterm Strich könnte man meinen, das in Deinen beruflichen Leben so 
einiges schief gegangen ist?

Ich nehme nun "auch" schon 18 Jahre am Berufsleben teil, Angst hatte ich 
am Anfang, Angst über die ich heute lache.

Ich bin Niemandens Knecht und gehe gern zur Arbeit. Wenn man irgendwo 
nicht mehr zufrieden ist, dann kann man wechseln. Man muss halt seinen 
Marktwert kennen und vielleicht auch ab und zu mal prüfen.

Ich kann auf jede Station in meinem Berufsleben zurückblicken und sagen, 
das es zur jeweiligen Zeit gepasst hat, würde aber nicht mehr zu den 
alten Stationen zurückkehren wollen. Jede zurückliegende Station hat 
aber die Basis für die nachfolgende geschaffen. Man wächst mit seinen 
Aufgaben, Erfahrungen und der eigenen Reife.

von Joachim B. (jar)


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Sven L. schrieb:
> Bernd W. schrieb:
>> Aber aus meiner persönlichen Erfahrung her kann ich Dir eigentlich nur
>> abraten.
> Wenn man sich so Deinen Text durchliest, dann liest es sich alles sehr
> negativ, resigniert, ...

stimmt

nicht jeder ist mit 27 schon zu alt, da lief ich gerade zur Höchstform 
im Studium auf.

wer schon mal Lehre hinter sich hat und einige Jahre gearbeitet hat wird 
das Studium als Urlaub ansehen.

Während die jüngeren Studenten zu meiner Zeit über 32 Pflichtstunden (a 
45 Minuten) klagten, bei viel vorlesungsfreier Zeit, nahm ich gerne noch 
aus Neugier Wahlveranstaltungen weil man ja Zeit hatte, ich kannte echte 
Arbeit.
Bei Sonnenschein lockte der Badesee, es gab ja auch Nachklausuren und 
Klausurübungen gehen auch in der vorlesungsfreien Zeit.

Man bereut nie was man gemacht hat, nur was man nicht gemacht hat.

von Thomas B. (thomas2)


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Bernds Beitrag klingt natürlich sehr negativ und resigniert, aber gerade 
deshalb halte ich ihn als Gegenpol zur "Studium ist das einzig 
Wahre"-Fraktion für wichtig. Bernds Situation mag ein Extremfall sein, 
aber ich kenne schon auch im Bekanntenkreis einige Fälle, wo sich das 
Studium nicht gelohnt hat.

Dass mit 25-30 das Lernen schon deutlich schwerer fällt, kann ich 
persönlich zwar nicht bestätigen, wahrscheinlich ist das einfach 
individuell unterschiedlich.

Ein Studium ist aber mitnichten eine Garantie für einen einen 
Arbeitsplatz mit Top-Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Nicht jeder, der 
ein Ingenieurstudium beginnt, schafft es auch. Nicht jeder, der das 
Studium schafft, ist automatisch ein guter Ingenieur. Und nicht jeder, 
der ein guter Ingenieur wäre, findet auch eine entsprechende Stelle. 
Momentan mag die Arbeitsmarktlage so gut sein, dass ein Berufseinstieg 
auch auch im fortgeschrittenen Alter möglich ist, aber das war nicht 
immer so.

Florian hat das Glück, bereits in jungen Jahren als Facharbeiter mehr zu 
verdienen, als mancher Ingenieur. In einer solchen Situation den Job für 
ein Studium aufzugeben, halte ich fast schon für fahrlässig. Es gibt 
wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren.

von Sarah D. (sarahcherie)


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Thomas B. schrieb:
> Dass mit 25-30 das Lernen schon deutlich schwerer fällt, kann ich
> persönlich zwar nicht bestätigen, wahrscheinlich ist das einfach
> individuell unterschiedlich.

Wenn dem so wäre, wären sämtliche Forscher nutzlos. Es hängt eher vom 
Lernwillen ab. Ein paar machen es sich dann eben bequem und verweigern 
sich neuen Dingen. Ich lerne ständig weiter und mache jetzt neben 
Software auch Hardware. Solange das Gehalt die Leistung widerspiegelt 
ist alles palletti.
Aktuell sieht der Arbeitsmarkt gerade für Softwarefrickler schlecht aus. 
Aber das zieht wieder an. Ohne Software gehts halt irgendwie auch nicht. 
Aber Hardware ist einfach geiler. Ich meine wie kann man Spaß daran 
haben den ganzen Tag irgendwelche Codezeilen in eine Maschine 
reinzustopfen? Okay, man könnte jetzt sagen, dass es wohl auch keinen 
Spaß macht den ganzen Tag irgendwelche Datenblätter/Application Notes zu 
lesen. Aber Hardware ist einfach geiler: Halbleiter, Felder, 
Schaltungen, PCBs. Da noch Altium, da noch ne Simulation, da noch 
schnell ein FIR in Matlab. So muss das sein!

von Bruno V. (bruno_v)


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Sarah D. schrieb:
> Wenn dem so wäre, wären sämtliche Forscher nutzlos. Es hängt eher vom
> Lernwillen ab. Ein paar machen es sich dann eben bequem und verweigern
> sich neuen Dingen. Ich lerne ständig weiter und mache jetzt neben
> Software auch Hardware. Solange das Gehalt die Leistung widerspiegelt
> ist alles palletti.

Körper und Geist erreichen ihren Höhepunkt mit etwa 25. Wissen und 
Erfahrung kumulieren weiter, zumindest bis ins Rentenalter. Im Alten 
Griechenland war der Höhepunkt eines Mannes mit 60. In der Forschung 
macht es die Mischung, wie bei Watson/Creck oder Professor/Doktorand. In 
Mathe gelingt kaum ein großer Wurf mit > 25. Fermats letzter Satz war da 
eine bemerkenswerte Ausnahme.

von Joachim B. (jar)


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Thomas B. schrieb:
> Nicht jeder, der das
> Studium schafft, ist automatisch ein guter Ingenieur.

+1

Thomas B. schrieb:
> Bernds Beitrag klingt natürlich sehr negativ und resigniert,

und deswegen kann man die Einzelschicksale nicht verallgemeinern.

Ich bin immer noch sicher, man darf sich von einzelnen 
Negativschicksalen nicht leiten lassen.

Ich hatte nach meinem Studienbeginn vor Jahrzehnten einen Freund 
überzeugt auch zu studieren und er dankt mir noch heute obwohl er damals 
dachte er könne nie studieren, einfach machen und auch gelegentlich 
durch einzelne Schwierigkeiten durchkämpfen, wer nicht mal kämpft hat 
schon verloren.

Florian schrieb:
> Momentan spare ich jeden Monat 1700 Euro.

zumal der TO sich ein komfortabeles Polster vorher beiseite legen kann.
Hatte ich auch gemacht und erleicherte auch vieles.

Wenn der TO fragt ist für ihn ein Studium wohl eher nichts.

von Uwe (neuexxer)


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Seinerzeit studierte ich Elektrische Energietechnik
auf einer FH, Examen mit 2.
(Direkt nach dem Abi => Physik-LK mit 1; Mathe-LK mit 2.)
---
Die "eigentlichen" E-Fächer (Grundlagen, E-Maschinen...) gingen leicht,
Physik noch leichter.

Für die Mathe-Fachprüfung musste ich schon etwas mehr "arbeiten".

Richtige Hämmer waren aber
Theoretische E-Technik, Angewandte Mathe und Technische Mechanik:
Wegen der Drill-Profs, die gnadenlos ca. 2 Drittel der Kandidaten
aussortierten.
Mit z.B. 30 Jahren wäre ich da wohl auch durchgerasselt.

Wg. dieser Erfahrungen würde ich eher davon abraten, später zu 
studieren.

von Joachim B. (jar)


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Uwe schrieb:
> Richtige Hämmer war

elektrische Maschinen bei mir, ich hatte alle Scheine in der Tasche und 
hob mir das Schwerste bis zum Schluß auf, ging die Woche über arbeiten 
und nur einmal in der Woche zur Vorlesung, manchmal kann es halt mühsam 
werden, aber dann muß man alle Kraft bündeln und OK ich war erst 29 am 
Ende des Studiums.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Wer nach heutigen Prognosen eh bis 70 arbeiten soll kann auch mit 30 
studieren.

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Joachim B.

> Ich bin immer noch sicher, man darf sich von einzelnen
> Negativschicksalen nicht leiten lassen.

Das sind deutlich mehr als nur ein paar Einzelne.
Der soziale Druck macht nur, das sie die Klappe halten.
Ebenfalls wichtig: Der Survivorship Bias
https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias

> einfach machen und auch gelegentlich
> durch einzelne Schwierigkeiten durchkämpfen, wer nicht mal kämpft hat
> schon verloren.

Das ist eher eine Abwägungssache, und wenn ich mitten im Kampf stehe, 
übersehe ich sehr leicht den Punkt, wenn es besser für mich wäre 
aufzugeben.
"Positiv Denken" birgt erhebliche Gefahren. Siehe: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken#Kritik

Aber das sind alles theoretische Überlegungen. Letztlich habe ich zwar 
bedingt die Freiheit, zu tun oder lassen was ich will, aber ich habe 
nicht die Freiheit, zu Denken und zu Empfinden was ich will. Freier 
Wille ist eine Illusion.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Florian (fl_s)


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Danke für die weiteren Antworten.

Ich werde schauen, ob und wie ich mich berufsbegleitend weiterbilden 
kann. Man kann ja auch den staatlich geprüften Techniker oder Meister in 
Teilzeit machen. Hier hätte man einen deutlich geringeren Lernaufwand 
und wäre schneller fertig. Als Meister bei uns in der Instandhaltung hat 
man aber ein wirklich unentspanntes Leben. Ich weiß, was mein Chef alles 
machen muss, wie viel Verantwortung er hat und wie viel er dann im 
Endeffekt mehr verdient als ich (tarifliche Entlohnung) und das ist 
wirklich eher abschreckend.

Eigentlich finde ich es auch schade, wenn ich mein bisheriges 
praktisches Wissen einfach aufgebe. Wenn ich 5 Jahre aus dem Job raus 
wäre, würde sicher kein Arbeitgeber mehr darauf vertrauen, dass ich 
meine Arbeit noch so gut ausüben kann, selbst wenn ich für meine 
bisherige Berufserfahrung ein sehr gutes oder gutes Arbeitszeugnis 
bekommen würde. Es kann schließlich auch sein, dass ich nach einigen 
Jahren in einem Bürojob mit sehr viel Verantwortung wieder als 
Facharbeiter arbeiten möchte, weil das entspannter ist.

Da mich das Elektrotechnik-Studium dennoch interessiert, werde ich mal 
nach Fernstudiengängen schauen... Das war schon eine sehr gute Idee von 
vielen von euch. Falls ich scheitere, wäre das nicht mal schlimm. Mein 
Wissen, das ich mir hier angeeignet hätte, könnte vielleicht auch bei 
einer Weiterbildung zum Techniker sinnvoll sein.

Hat hier jemand gute Erfahrungen mit der iu (Internationale Hochschule) 
gemacht? Wie anerkannt sind die Studiengänge dieser Hochschule bei 
Arbeitgebern? Anscheinend wäre hier meine Schichtarbeit kein größeres 
Problem. Ich jedenfalls denke, dass mein Arbeitgeber von jemanden, der 
das in Teilzeit durchzieht, sehr beeindruckt wäre. Ob das dann aber auch 
in einer Ingenieurstelle enden würde... Ich denke eher, dass ich damit 
irgendeine höhere Position in der Produktion bekommen könnte (ähnlich 
wie beim Industriemeister).

Ursprünglich dachte ich, dass ich durch ein duales Studium viele der 
Nachteile beim Studieren umgehen könnte, die ich altersbedingt leider 
habe... Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mich vor der Bewerbung bei 
meinem Arbeitgeber bewahrt habt.
Wie wäre das wohl angekommen? Eventuell so:

Einer unserer jungen Facharbeiter bewirbt sich bei uns auf das duale 
Studium? Er haut ab, wenn wir ihm keine Stelle geben, aber anbieten 
können wir das einem 28-Jährigen auch nicht mehr (HR).

Der ist uns zu alt und das Risiko ist zu hoch, dass er das Studium nicht 
schafft (Fachbereich).

In ihn investiere ich ab jetzt kein Geld mehr (Vorgesetzter).

Es würde wahrscheinlich lange dauern, bis das Vertrauen nach so einer 
Aktion wieder aufgebaut wäre. Da habe ich mein Gehirn echt nicht 
eingeschaltet. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit gewesen, wenn ich 
das direkt nach der Ausbildung gemacht hätte.

Meint ihr, es ist sinnvoll, wenn ich meinen Vorgesetzten darauf 
anspreche, dass ich gerne eine Weiterbildung in Teilzeit machen möchte 
und frage, ob er das unterstützen würde? Könnte er darin schon vermuten, 
dass ich abhaue, wenn er nein sagt?

VG

Florian

: Bearbeitet durch User
von Thomas B. (thomas2)


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Florian schrieb:
> Meint ihr, es ist sinnvoll, wenn ich meinen Vorgesetzten darauf
> anspreche, dass ich gerne eine Weiterbildung in Teilzeit machen möchte
> und frage, ob er das unterstützen würde? Könnte er darin schon vermuten,
> dass ich abhaue, wenn er nein sagt?

Interesse an Weiterbildung ist ja erst mal eher positiv, aber so 
allgemein kann man das nicht beantworten. Pauschal "nein" sagen würde er 
wohl kaum, es hängt aber auch davon ab, um welche Art von Weiterbildung 
es sich handelt und welche Art von Unterstützung du brauchst, manches 
geht halt auch betrieblich oder rechtlich nicht oder er ist nicht der 
richtige Ansprechpartner. Je nachdem, wie dein Verhältnis zum 
Vorgesetzten ist, würde ich mich halt erst mal bei Kollegen, 
Betriebsrat, ... erkundigen, wie das in der Firma sonst gehandhabt wird.

Wenn du zu "hoch hinaus" willst und er dir im Anschluss gar keine 
adäquate Stelle bieten kann, wird ihm natürlich klar sein, dass du 
wahrscheinlich früher oder später gehen wirst. In diesem Fall brauchst 
du einerseits mit keiner großen Unterstützungsbereitschaft rechnen, und 
kannst du dir weiterhin sogar innerbetriebliche 
Entwicklungsmöglichkeiten verbauen. Wenn du im Betrieb bleiben willst, 
würde ich die Sache eher von der anderen Seite angehen: frage doch 
einfach den Vorgesetzten, welche Weiterbildungen er für sinnvoll hält.

Ansonsten ist die Frage erst dann sinnvoll, wenn du etwas konkretes in 
Aussicht hast und genau sagen kannst, welche Unterstützung du 
bräuchtest. Wenn du mal soweit bist, wirst du das Risiko wohl eingehen 
müssen.

: Bearbeitet durch User
von ArnoNym (bergler)


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Florian schrieb:
> Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr
> nochmal Elektrotechnik zu studieren.

Also zu spät ist das nicht. Ich habe mit 25 angefangen - nach einer 
Lehre und Arbeit als Facharbeiter.
Erstens kommt die Berufserfahrung als Facharbeiter bei vielen 
Arbeitgebern gut an, wenn es im gleichen Fachbereich ist.
Zweitens ist es ein großer Vorteil, weil man als Entwickler einen 
anderen Blick auf die Sachen hat, z.B. Stichwort Servicefreundlichkeit. 
Auch bei Aufbauten etc ist die Erfahrung wertvoll.

Elektrotechnik würde ich mir aber gut überlegen:
Deutschland ist ein technikfeindliches und sehr rückwärtsgewandtes Land, 
wie man an den Themen E-Auto, Solar und Digitalisierung sieht. Als 
E-Techniker ist man als Nerd verscherien, und rückwärtsgewandte Boomer 
sind gerade dabei, sämtliche Industrie durch Festklammern an veralteten 
Technologien zu ruinieren. Wieviel Arbeit man da in Zukunft noch haben 
wird, steht in den Sternen.
Auch Geld ist kein guter Grund.

Wenn Interesse da ist, auf alle Fälle. Ansonsten würde ich mir einen 
anderen Studiengang aussuchen.

PS:
Erwarte bitte nicht das Falsche vom Studium. Du lernst nicht Elektronik 
entwickeln. Selbst in der FH besteht das Studium aus Laplace, 
Z-Transformation und sonstiger Mathematik und viel Theorie. Was ich gar 
nicht abwerten will, die viele Theorie hat schon ihre Gründe.
Aber ich kenne persönlich ein paar Leute, die darum das Studium 
enttäuscht abgebrochen haben.
Mein Rat wäre, setze dich in ein paar Vorlesungen Grundlagen 
Elektrotechnik (die nächste FH oder TU fragen, ich wette das geht), und 
hör dir das ein paar Tage an.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Im Studium gibt es oft die Moeglichkeit noch Sprachkurse zu machen. 
Empfehle mal Russisch und Chinesisch.

von Sarah D. (sarahcherie)


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ArnoNym schrieb:
> Deutschland ist ein technikfeindliches und sehr rückwärtsgewandtes Land,
> wie man an den Themen E-Auto, Solar und Digitalisierung sieht. Als
> E-Techniker ist man als Nerd verscherien, und rückwärtsgewandte Boomer
> sind gerade dabei, sämtliche Industrie durch Festklammern an veralteten
> Technologien zu ruinieren. Wieviel Arbeit man da in Zukunft noch haben
> wird, steht in den Sternen.
> Auch Geld ist kein guter Grund.

Ja, Boomer blockieren tatsächlich etwas aktuell. Da warten viele auf die 
Rente und wollen nicht mehr viel bewegen. Es gibt aber auch andere 
Gründe: Die Politik hat sich die Deindustrialisierung Deutschlands zum 
Ziel gemacht. Und sonst ist Deutschland auch ziemlich 
innovationsfeindlich, denn an Risikokapital kommt man hier nur schwer 
heran. Die Abgaben für AG sind auch immens und für gute Seniorentwickler 
will man auch nichts bezahlen. Also fällt Deutschland immer weiter 
zurück. An gute Talente kommt man nur schwer heran. Stattdessen wird der 
Staat weiter ausgebaut. Mehr Beamte, mehr Bullshitjobs. Deutschland ist 
auf dem besten Wege in den Sozialismus X_x

ArnoNym schrieb:
> Erwarte bitte nicht das Falsche vom Studium. Du lernst nicht Elektronik
> entwickeln. Selbst in der FH besteht das Studium aus Laplace,
> Z-Transformation und sonstiger Mathematik und viel Theorie. Was ich gar
> nicht abwerten will, die viele Theorie hat schon ihre Gründe.
> Aber ich kenne persönlich ein paar Leute, die darum das Studium
> enttäuscht abgebrochen haben.

Ja, die Systemtheorie und Signalverarbeitung sind essentiell und werden 
ständig gebraucht. Entwickeln lernt man an der UNI tatsächlich nicht. 
Das muss man im stillen Kämmerle in Eigenregie erledigen. Machen halt 
immer weniger, denn der Aufwand lohnt in Deutschland nicht. Da wird man 
dann eben lieber zu einem PowerPoint-Folien Schubser. Ist lukrativer. 
Dass man die letzten Jahre zu sehr gegeizt hat und den Firmen jetzt die 
Entwickler ausgehen gibt natürlich keiner zu. Sogar bei IGM will man 
jetzt eine Fachkarriere einführen. Etwas zu spät imo, denn die Boomer 
sind in vielen Unternehmen schon weg.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Florian schrieb:
> Als Meister bei uns in der Instandhaltung hat
> man aber ein wirklich unentspanntes Leben. Ich weiß, was mein Chef alles
> machen muss, wie viel Verantwortung er hat und wie viel er dann im
> Endeffekt mehr verdient als ich (tarifliche Entlohnung) und das ist
> wirklich eher abschreckend.

von Schlosser zu Meister war für meinen Onkel zerstörerisch, die 
Kollegen mit denen er früher gefeiert hatte mußte er als Meister 
disziplinieren er wurde aufgerieben zwischen Kollegen und 
Geschäftsleitung.

also eher keine Empfehlung, allerdings hatte ich in der Industrie 
deutlich positivere Erfahrungen gemacht, der Gruppenleiter war perfekt 
als Puffer zwischen uns Entwicklern und der Abteilungsleitung, er fing 
perfekt den Druck ab OHNE ihn zu uns weiterzuleiten.
Mein Bruder hat 2x den Techniker abgebrochen und ist heute trotzdem 
Abteilungsleiter und Vorgesetzter von 6 Mitarbeiter ohne Studium und 
Führungsverantwortung, er kann zwar keinen rauswerfen aber sein Chef 
kann es wenn er darauf besteht.

Ich lehnte als Jungingenieur einen Job als stellvertretenen 
Werkstattleiter ab weil ich keinen Bock hatte zwischen Meister und 
Leiter aufgerieben zu werden.

Wie sagte mal ein schlauer Professor, gehe als Einäugiger unter Blinden 
zu einem Job wo du eine Alleinstellung hast, er wing in die 
Papierindustrie als Regelungstechniker, weil er nicht in einer Horde 
E-Techniker untergehen wollte.

von Purzel H. (hacky)


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Falls denn Deutschland fuer einen aufstrebenden El.Ing zu eng ist, 
gaeb's noch das Ausland. Wie heist's so schoen .. vom toten Pferd sollte 
man absteigen.

Zur Zeit spielt die Musik halt grad in China, mit etwas Aufwand im 
Sprachen lernen sollte das moeglich sein.

von Sarah D. (sarahcherie)


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Purzel H. schrieb:
> Falls denn Deutschland fuer einen aufstrebenden El.Ing zu eng ist,
> gaeb's noch das Ausland. Wie heist's so schoen .. vom toten Pferd sollte
> man absteigen.
>
> Zur Zeit spielt die Musik halt grad in China, mit etwas Aufwand im
> Sprachen lernen sollte das moeglich sein.

Die USA kann E-Ings auch einiges bieten. Und auch die Schweiz ist nicht 
schlecht zum Vermögensaufbau. Auch in Osteuropa lässt es sich gemütlich 
leben in einem schicken Haus mit Garten. Mein Plan: Hier noch etwas BE 
sammeln, dann für ein paar Jahre in die Schweiz Vermögen aufbauen und in 
Osteuropa ein Haus bauen und niederlassen. Was halten Sie davon?

von Joachim B. (jar)


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Purzel H. schrieb:
> Zur Zeit spielt die Musik halt grad in China

schon mal die Mieten in Chinas Boomstädten gecheckt? Soviel will kaum 
einer für einen Ing zahlen.

von Esmu P. (Firma: privat) (max707)


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Mit 27 Jahren muß man mit der Ausbildung fertig sein! Vergiß dein 
Vorhaben!
Die Studienjahre in denen Du nichts in die Rentenversicherung einzahlst 
tun dir später richtig weh.

von ArnoNym (bergler)


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Esmu P. schrieb:
> Mit 27 Jahren muß man mit der Ausbildung fertig sein! Vergiß dein
> Vorhaben!

Das ist Unsinn. Ich war auch erst mit über 30 fertig mit dem Studium, 
und hatte nie Probleme bei der Jobsuche.

Die Berufserfahrung als Facharbeiter ist ja keine verlorene Zeit, und 
das E-Technik Studium keine neue Ausbildung, sondern eine Erweiterung 
einer bestehenden. Das ist sogar ein ziemlich logischer Weg für eine 
Karriere.

Das Studium hat natürlich ein paar Nachteile, finanziell zum Beispiel.

von Weich W. (Firma: Weichwarengesellschaft mbH) (hand_werker)


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Esmu P. schrieb:
> Die Studienjahre in denen Du nichts in die Rentenversicherung einzahlst
> tun dir später richtig weh.

Jaja, die Rentenversicherung. Bald gehts ja erst mit 70 in die Rente. 
Wie hoch war nochmal die Lebenserwartung? Die paar Jahre Differenz 
könnte ich wahrscheinlich jetzt schon mit meinem bisher Ersparten ohne 
einen einzigen Cent Rente finanzieren. Und wenn nicht, auch OK. Hab ich 
wenigstens das gemacht worauf ich Bock hatte anstatt 50 Jahre meines 
Lebens für die letzten 5 zu opfern.

: Bearbeitet durch User
von Sarah D. (sarahcherie)


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Esmu P. schrieb:
> Mit 27 Jahren muß man mit der Ausbildung fertig sein! Vergiß dein
> Vorhaben!
> Die Studienjahre in denen Du nichts in die Rentenversicherung einzahlst
> tun dir später richtig weh.

Oh nein. Ein ewig Gestriger, der noch an die staatliche Rente glaubt.
Wer seine Euros nicht selbst zusammenkratzt sammelt später Flaschen.

von Uwe (neuexxer)


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>> Bald gehts ja erst mit 70 in die Rente.

> Wer seine Euros nicht selbst zusammenkratzt sammelt später Flaschen.

Falls jetztige Jungspunde/iNNen überhaupt noch "staatliche Rente"
erhalten - wird die jedenfalls nicht in Euros ausbezahlt...

von Cyblord -. (cyblord)


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Joachim B. schrieb:
> Mein Bruder hat 2x den Techniker abgebrochen und ist heute trotzdem
> Abteilungsleiter und Vorgesetzter von 6 Mitarbeiter ohne Studium und
> Führungsverantwortung, er kann zwar keinen rauswerfen aber sein Chef
> kann es wenn er darauf besteht.

Also ist er quasi schon der CEO, kurz davor.

von Hendrik L. (lbd)


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Als jemand, der mit seinen Studien ein Vermögen gemacht hat und sorglos 
leben kann, rate ich Dir:

Ein Studium lohnt sich immmer! Auch während eines Vollzeitstudiums kann 
man nebeneher in seinem Beruf arbeiten - aber das muß man wollen.

Fängt damit an, dass man es schaft, seinen Chef zu überreden, dies zu 
unterstützen!

Viel Erfolg

von Katrin I. (Gast)


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Sven L. schrieb:
> Kati schrieb:
>> Einer hat 1 Jahr gesucht, alle 3 mussten zu Ferchau, um wieder
>> Fusszufassen. Einer ist heute noch bei denen.
> Wann soll das gewesen sein?

Binnen der letzten 3 Jahre. Das mit dem "Arbeitnehmermarkt" kannst du 
vergessen. Dann müssten andere Gehälter gezahlt werden, bzw sie dürften 
nicht stagnieren.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Kati schrieb:
> Binnen der letzten 3 Jahre. Das mit dem "Arbeitnehmermarkt" kannst du
> vergessen.
Darum stehen teilweise an den Firmen Tafeln mit Sätzen wie: "Wir stellen 
ein:"

Auf XING / Linkedin wird man von Recruitern angegaben, das es weh tut...

> Dann müssten andere Gehälter gezahlt werden, bzw sie dürften
> nicht stagnieren.
Was hat das Gehalt damit zu tun, das es mehr Stellen als Arbeitnehmer 
gibt?

Natürlich wird keiner gezwungen irgendwo zu einem Gehalt X zu arbeiten, 
aber Auswahl, wo man arbeiten könnte, gibt es genug.

Vielleicht haben manche AN aber auch einfach unpassende Vorstellungen 
und verdienen dann lieber garnix, als unter Ihrer Vorstellung?

von Gustl B. (gustl_b)


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Nein.

von ArnoNym (bergler)


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Sarah D. schrieb:
> Oh nein. Ein ewig Gestriger, der noch an die staatliche Rente glaubt.
> Wer seine Euros nicht selbst zusammenkratzt sammelt später Flaschen.

Ja, wer jetzt 27 ist, kann den Rentenkäse getrost vergessen. Das ist 
abgepresstes Geld, für das man niemals eine Gegenleistung bekommen kann.
Das garantiert schon die Demografie.

von ArnoNym (bergler)


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Kati schrieb:
> Das mit dem "Arbeitnehmermarkt" kannst du
> vergessen.

Ich habe heuer Job gewechselt. Es war genau eine Bewerbung.

Und wenn die Vermittler erst mal deine Adresse haben, wirst du mit 
Angeboten derzeit zugeschissen.
Ich bei Bewerbungsgeprächen schon gebeten, Adressen von Kollegen 
herauszurücken die eventuell wechselwillig wären.

Der alte Arbeitgeber hat gesucht, der neue sucht auch. Und findet 
nichts. Mag auch teils an den Firmen liegen, aber das ist es nicht nur. 
Vor 10 Jahren fand man immer wenigstens Studienabgeänger, aber nicht mal 
das klappt noch gut. Und es klemmt schon bei den Elektrikern, und selbst 
die Besetzung von Stellen in der Produktion scheint nicht mehr so zu 
klappen.

Da hat sich schon einiges gewandelt.

von Sarah D. (sarahcherie)


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Ja, aber wir sprechen hier von HW-Entwicklern. Bei Software siehts 
momentan nicht so rosig aus. Ich erkläre mir das so: Software ist durch 
die Medien gehyped, weniger Theorielastig, der Zugang leichter und 
remotefähig bei guten Karriereaussichten. Also stürzen sich die Leute 
auf alles mit IT. An ausländische Entwickler kommt man nur schwer ran. 
Die meisten haben begriffen, dass Deutschland ein schlechter Deal ist.

von Michael B. (laberkopp)


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Sven L. schrieb:
> Kati schrieb:
>> Binnen der letzten 3 Jahre. Das mit dem "Arbeitnehmermarkt" kannst du
>> vergessen.
> Darum stehen teilweise an den Firmen Tafeln mit Sätzen wie: "Wir stellen
> ein:"

Hab ich schon gesehen.

Verkäuferinnen als Minijob, Friseure zum Mindestlohn.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Michael B. schrieb:
> Verkäuferinnen als Minijob, Friseure zum Mindestlohn.
Na dann greif zu!

Für alle die die Augen etwas weiter auf haben, wird es sicher auch etwas 
über Mindestlohn geben!

ArnoNym schrieb:
> Ich habe heuer Job gewechselt. Es war genau eine Bewerbung.
Ja würd ich so bestätigen, ich habe mich auch auf genau eine Stelle 
beworben, die mich interessiert hat und habe diese bekommen.

Für die alte Firma wars halt doof, aber so geht halt Business.

Und genau das heißt halt auch Arbeitnehmermarkt, momentan muss man keine 
Spielchen mit sich machen lassen, wenn man nicht wie Laberkopp als 
Friseuse oder Verkäuferin anfangen muss, weil man die richtigen Angebote 
nicht findet.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Sven L. schrieb:
> ArnoNym schrieb:
>> Ich habe heuer Job gewechselt. Es war genau eine Bewerbung.
> Ja würd ich so bestätigen, ich habe mich auch auf genau eine Stelle
> beworben, die mich interessiert hat und habe diese bekommen.

Zweimal Großmaul ohne regionale und familiäre Bindung.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Esmu P. schrieb:
> Die Studienjahre in denen Du nichts in die Rentenversicherung einzahlst
> tun dir später richtig weh.

Bis dahin gibt es Rente mit 80. Herr Hasso Plattner von SAP ist damit 
seiner Zeit wieder viele Jahre voraus.

Durch die grosse Zahl an Drueckeberger wird dann die Rubel Rente rollen.

von ArnoNym (bergler)


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Manfred P. schrieb:
> Zweimal Großmaul ohne regionale und familiäre Bindung.

Hier im tiefen Süden müsste man schon extrem anspruchsvoll sein, damit 
man für einen Job umziehen muss. Wenn ich einen Radius von 40km um 
meinen Wohnort ziehe, gibt es genug.

Ich bin schon ewig nicht mehr umgezogen...

von Florian (fl_s)


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Mir ist heute Morgen noch eine andere Idee gekommen:
Was haltet ihr eigentlich davon, wenn ich Elektrotechnik auf Lehramt 
studieren würde? Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass man 
hier aufgrund des Alters Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Job zu 
finden.
Die abgeschlossene Berufsausbildung wäre hier wahrscheinlich sogar sehr 
positiv.
Seht ihr hier gute/bessere Perspektiven, wenn ich diesen Weg gehen 
würde? Elektriker/Elektroniker werden in Deutschland jedenfalls immer 
gesucht werden und die muss jemand ausbilden...

Ich habe mich mal hier über die Module erkundigt und finde es eigentlich 
sehr interessant: 
https://www.tu-darmstadt.de/studieren/studieninteressierte/studienangebot_studiengaenge/studiengang_179778.de.jsp
Zudem hätte ich wirklich Lust, jungen Menschen etwas beizubringen - vor 
allem wenn es um ein Thema geht, das mich auch sehr begeistert.

Könnte man mit einem normalen Elektrotechnik-Studium nicht auch als 
Quereinsteiger Berufsschullehrer werden?

VG

Florian

von Sarah D. (sarahcherie)


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Lehramt heißt halt, dass du in Deutschland bleiben musst. Bei den 
Aussichten keine gute Option. Und wer will sich schon mit schlecht 
erzogenen Kindern rumschlagen, ständig mit Helikoptereltern zoffen und 
am Besten von einem arabischen Großclan bedroht werden.

: Bearbeitet durch User
von Sven L. (sven_rvbg)


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ArnoNym schrieb:
> Hier im tiefen Süden müsste man schon extrem anspruchsvoll sein, damit
> man für einen Job umziehen muss. Wenn ich einen Radius von 40km um
> meinen Wohnort ziehe, gibt es genug.
Du sprichst mir aus der Seele!
>
> Ich bin schon ewig nicht mehr umgezogen...
Ich schon, jedes mal war es eine Verbesserung, bis hin zum Eigenheim.


Manfred P. schrieb:
> Zweimal Großmaul ohne regionale und familiäre Bindung.
Neid ist auch eine Form von Anerkennung!

Da jammert man das man keinen Job findet, weil man seinen 
Wohlfühlhorizont nicht verlassen will. Gleichzeitig jammert man aber 
auch das man bei den Job, die vor der Haustür liegen, nicht das verdient 
was man gerne will.

Faktisch jammert man immer und labert die Leute, die da etwas 
pragmatischer sind dumm von der Seite an, weil es scheinbar für mehr 
nicht reicht!

Und nur so nebenbei: im Prinzp habe ich den Landkreis nie verlassen um 
einen AG zu finden und auch der Radius war immer annähernd gleich.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Florian schrieb:
> Was haltet ihr eigentlich davon, wenn ich Elektrotechnik auf Lehramt
> studieren würde? Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass man
> hier aufgrund des Alters Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Job zu
> finden.
Und Du bist jetzt auf einmal auf dem Trip, einfach irgendwas zu 
studieren um was studiert zu haben? Letztens warst Du Dir noch nicht mal 
sicher ob Du überhaupt studieren sollt.

von Joachim B. (jar)


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Sven L. schrieb:
> Und Du bist jetzt auf einmal auf dem Trip, einfach irgendwas zu
> studieren um was studiert zu haben? Letztens warst Du Dir noch nicht mal
> sicher ob Du überhaupt studieren sollt.

sehe ich genauso,er braucht noch Muttis Rat, wenn er nicht weiß ob er 
studieren soll und was ist jeder Rat sinnlos. Er könnte ja irgendwas 
studieren jahrelang und dann abbrechen, denn in der Politik gibt es 
dafür richtig viel Geld bis zum persönlichen Stylist, auch gefakte Dr. 
Titel sind kein Hinderungsgrund.

von Franko S. (frank_s866)


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Sven L. schrieb:
> Darum stehen teilweise an den Firmen Tafeln mit Sätzen wie: "Wir stellen
> ein:"
Heisst auf Deutsch: Uns rennen ständig die Leute weg, suchen dauerhaft 
Frischfleisch.

von Sarah D. (sarahcherie)


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Franko S. schrieb:
> Sven L. schrieb:
>> Darum stehen teilweise an den Firmen Tafeln mit Sätzen wie: "Wir stellen
>> ein:"
> Heisst auf Deutsch: Uns rennen ständig die Leute weg, suchen dauerhaft
> Frischfleisch.

Oder: Unternehmen können auf Grund der Demographie Stellen nicht 
nachbesetzen. Aber das passt wohl nicht in Ihr Narrativ des gebeutelten 
Geringverdieners. Die anderen sind Schuld!

von Florian (fl_s)


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Joachim B. schrieb:
> Sven L. schrieb:
>> Und Du bist jetzt auf einmal auf dem Trip, einfach irgendwas zu
>> studieren um was studiert zu haben? Letztens warst Du Dir noch nicht mal
>> sicher ob Du überhaupt studieren sollt.
>
> sehe ich genauso,er braucht noch Muttis Rat, wenn er nicht weiß ob er
> studieren soll und was ist jeder Rat sinnlos.

Hallo Joachim,

die Sachen, die @Sarah D. geschrieben hat, habe ich nicht bedacht. 
Eigentlich war es eher so ein Hirngespinst. Das wäre vielleicht einfach 
eine (schlechte) Möglichkeit, einen Job zu finden, wenn man als 
Elektroingenieur keinen Job findet (Quereinstieg?). Das wäre aber eine 
gute Alternative zu einer Leihbude.

@Sven L. Eventuell bin ich auch sehr verunsichert, weil...

- ich einen gut bezahlten Job aufgeben muss
- ich 5 bis 7 Jahre studieren müsste, weil Elektrotechnik ein sehr 
anspruchsvoller Studiengang ist und ich auch nicht mehr der Jüngste bin 
(wirkt sich ja auf das Lerntempo aus)
- ich in dieser Zeit bestimmt 100.000 Euro sparen könnte, wenn ich in 
meinem Job bleiben würde
- es ungewiss ist, ob ich einen Job nach dem Abschluss finden werde, 
weil ich so alt bin
- es nicht mal gewiss ist, ob ich das Studium schaffen werde (es werden 
ja viele ausgesiebt)
- mir mein Arbeitgeber schon mal ein schlechtes Arbeitszeugnis 
geschrieben hat und ich das bei Bewerbungen eventuell vorlegen muss, 
wenn ich das Studium nicht schaffe und wieder als Facharbeiter arbeiten 
möchte
- hier viele mit sinnvollen Argumenten von einem Elektrotechnik-Studium 
abgeraten haben
- auch habe ich viel Geld gespart und müsste meine Ersparnisse in das 
Studium stecken, weil ich dadurch nicht BAföG-berechtigt bin. Wenn ich 
pro Semester 6000 Euro nötig hätte, würden noch zusätzlich zu den 
100.000 Euro die ich durch Aufgabe meines Jobs nicht verdiene, zwischen 
60.000 und 84.000 Euro an Ersparnissen draufgehen... irgendwann in 
meinen 30ern dürfte ich dann BAföG beziehen, wenn ich meine Ersparnisse 
durch das Studium auf 45.000 Euro reduziert hätte.
- ich nicht weiß, ob mich ein Job als Elektro-Ingenieur mehr erfüllt, 
als mein Job als Facharbeiter. Ich bin einfach an der fachlichen 
Weiterbildung interessiert.

Also selbst wenn man richtig Lust auf das Studium hat, so kann man es 
doch bei meinen Argumenten nachvollziehen, dass ich Schwierigkeiten 
habe, eine endgültige Entscheidung zu treffen oder? Das kann eine sehr 
teure Entscheidung für mich werden.

VG

Florian

von Thomas B. (thomas2)


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Florian schrieb:
> Was haltet ihr eigentlich davon, wenn ich Elektrotechnik auf Lehramt
> studieren würde?

Willst du denn als Lehrer arbeiten, hast du Erfahrung im Umgang mit 
Jugendlichen? Industrieklassen zu unterrichten ist ganz ok. Aber für 
Handwerkerklassen brauchst du nicht viel Fachwissen, da kommts auf 
andere Qualitäten an ...

> Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass man hier aufgrund des
> Alters Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Job zu finden.

Für die Verbeamtung gibt es Altersgrenzen, aber in deinem Fall ist das 
noch nicht kritisch.

Bezahlung ist halt so eine Sache. Die Gehaltseinstufung erfolgt nach der 
Berufserfahrung, und da können nur Zeiten nach dem Studium anerkannt 
werden. Deine Ausbildung und Berufserfahrung als Facharbeiter sind 
sicher hilfreich für die Gestaltung des Unterrichts, aber honoriert 
werden sie nicht. Je später du als Lehrer einsteigst, umso schlechter 
ist die Bezahlung und auch später die Rente oder Pension. Anfangsgehalt 
ist derzeit knapp 3800,- brutto in E12 oder knapp 4200,- brutto in E13.

> Zudem hätte ich wirklich Lust, jungen Menschen etwas beizubringen - vor
> allem wenn es um ein Thema geht, das mich auch sehr begeistert.

Etliche der jungen Menschen werden deine Begeisterung allerdings nicht 
teilen, die haben von der Schule erst mal die Schnauze gestrichen voll 
und wollen sich nichts beibringen lassen .... und da man an der 
Berufsschule nicht durchfallen kann, müssen sie das auch nicht ....

> Könnte man mit einem normalen Elektrotechnik-Studium nicht auch als
> Quereinsteiger Berufsschullehrer werden?

Zeitweise, wenn die Stellen nicht anders besetzt werden können. Aber 
meist auch mit 1-2 Jahren Referendariat verbunden, wo man praktisch 
nichts verdient.

: Bearbeitet durch User
von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Florian schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> mein bisheriger Lebenslauf sieht so aus:
>
> bis 2017: Berufliches Gymnasium Fachrichtung Technik
??????
Was ist ein berufliches Gymnasium?
> bis 2021: Berufsausbildung zum Mechatroniker
4 Jahre für die Mechatroniker-Lehre, wie oft bist du durch die 
Abschlußprüfung denn gefallen?
> bis heute: Facharbeiter (bin eingesetzt als Mechatroniker)
Drei Jahre als Arbeiter in der Fabrik.
> Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr
> nochmal Elektrotechnik zu studieren.
Warum nochmal?
Warum (dual) Elektrotechnik studiern?
Wenn du was studiern willst, rate ich dir zu Wirtschaftsinformatik.
Damit kannste vllt. noch mit 31 Jahren wo einsteigen.

von Florian (fl_s)


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Cha-woma M. schrieb:
> Florian schrieb:
>> Hallo zusammen,
>>
>> mein bisheriger Lebenslauf sieht so aus:
>>
>> bis 2017: Berufliches Gymnasium Fachrichtung Technik
> ??????
> Was ist ein berufliches Gymnasium?

Man erwirbt hier die allgemeine Hochschulreife und hat einen 
berufsbezogenen Leistungskurs. Den anderen Leistungskurs wählt man aus 
den allgemeinbildenden Fächern aus. Ich hatte neben dem 
Technikwissenschaft-LK den Physik-LK gewählt und in beiden gute Noten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Berufliches_Gymnasium

Cha-woma M. schrieb:
>> bis 2021: Berufsausbildung zum Mechatroniker
> 4 Jahre für die Mechatroniker-Lehre, wie oft bist du durch die
> Abschlußprüfung denn gefallen?

Die Prüfung habe ich beim ersten Versuch mit fast 90 Punkten bestanden. 
Sie besteht aus einer Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2. Man legt Teil 
1 schon nach 1,5 Jahren ab und Teil 2 dann gegen Ende der Ausbildung. 
Wenn man Abitur gemacht hat, wird man sich über den Lernaufwand einer 
Berufsausbildung kaputtlachen. Das gute Prüfungsergebnis ist also echt 
nichts Besonderes.

Die Mechatroniker-Berufsausbildung dauert 3,5 Jahre. Sie ging bei mir 
von Anfang August 2017 bis Anfang Januar 2021 (~1200 Tage).
Man kann die Ausbildung vorziehen, wenn man das möchte und gute 
Leistungen vorweist (ein halbes Jahr). Ich hatte diese zwar, wollte das 
dann aber nicht. Man soll beim Mechatroniker 2 Berufe abdecken, die auch 
beide eine Ausbildungszeit von 3,5 Jahren aufweisen (z. B. 
Industriemechaniker und Elektroniker für BT/AT). Ich dachte eigentlich, 
dass ich in diesem halben Jahr noch etwas lernen könnte, das mir in 
meinem Job hilfreich sein könnte. Leider hat sich das bei mir absolut 
nicht gelohnt. Durch Corona wurden überbetriebliche Schulungen, die in 
das restliche halbe Jahr fielen, nicht durchgeführt (z. B. zum Thema 
Hydraulik).

Es gibt zwar auch Leute, die behaupten, Mechatroniker sind nichts Halbes 
und nichts Ganzes, aber ich wüsste jetzt aus dem Stehgreif nicht, warum 
ich nicht genauso gut sein wie z. B. jemand, der Elektroniker für AT 
gelernt hat. Das hängt auch davon ab, ob man in seinem Job 
Lernbereitschaft zeigt oder eben nicht... Mit der Berufserfahrung werden 
denke ich die Wissenslücken geschlossen (insofern welche existieren).

https://de.wikipedia.org/wiki/Mechatroniker

Cha-woma M. schrieb:
>> nochmal Elektrotechnik zu studieren.
> Warum nochmal?

Nochmal klingt nach etwas anderem... Nein, ich habe das noch nicht 
studiert. Das nochmal kann man also streichen. Das war eine richtig 
dumme Ausdrucksweise, sorry.


Wirtschaftsinformatik werde ich nicht studieren. Hier interessiert mich 
höchstens der Informatik-Teil. BWL interessiert mich absolut nicht.

Warum Elektrotechnik: Ich interessiere mich für Elektrotechnik, 
Informatik, Physik und Mathematik. Das Studium würde alles abdecken. 
Zudem möchte ich mich gerne fachlich weiterbilden, bevor ich definitiv 
zu alt dazu bin. Die Aufgaben eines Elektrotechnik-Ingenieurs finde ich 
auch sehr interessant.
Wenn ich so überlege: Ich werde nie wieder so jung sein wie jetzt und 
dadurch ist auch jetzt der richtige Zeitpunkt. Entweder ich werde 33 mit 
abgeschlossenem Elektrotechnik-Studium oder eben nicht...

@Thomas B. Sorry, habe deinen Beitrag übersehen.

Das hört sich alles echt nicht so gut an. Berufsschullehrer ist also 
doch nichts für mich.

VG

Florian

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Thomas B. schrieb:
>> Zudem hätte ich wirklich Lust, jungen Menschen etwas beizubringen - vor
>> allem wenn es um ein Thema geht, das mich auch sehr begeistert.
> Etliche der jungen Menschen werden deine Begeisterung allerdings nicht
> teilen, die haben von der Schule erst mal die Schnauze gestrichen voll
> und wollen sich nichts beibringen lassen ....

Lernunwillen und extrem schlechtes Benehmen bis zu direkten 
Beleidigungen berichtet eine Verwandte, Lehrerin einer Gesamtschule.

Ich hätte doch die Hoffnung, dass das an der Berufsschule weniger 
schlimm sein wird?

> und da man an der
> Berufsschule nicht durchfallen kann, müssen sie das auch nicht ....

Ohne eine ausreichende Benotung gibt es keine Zulassung zur 
Gesellenprüfung. Wer das übertreibt, riskiert sogar die vorzeitige 
Kündigung des Lehrvertrages.

Aus meiner eigenen Zeit erinnere ich mich an zwei Lehrkräfte in weniger 
beliebten Fächern, die nach Beruferfahrung Seiteneinsteiger waren. Und 
das positiv, deren Praxiserfahrung brachte einen sehr guten Unterricht.

Beitrag #7667179 wurde vom Autor gelöscht.
von Joachim B. (jar)


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Florian schrieb:
> Hallo Joachim,

von ArnoNym (bergler)


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Florian schrieb:
> Mir ist heute Morgen noch eine andere Idee gekommen:
> Was haltet ihr eigentlich davon, wenn ich Elektrotechnik auf Lehramt
> studieren würde? Ich kann mir auch absolut nicht vorstellen, dass man
> hier aufgrund des Alters Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Job zu
> finden.


Brauchst du auch so nicht. Ich habe Kollegen die gehen auf die 60 zu. 
Einer ist erst ein paar Jahre in der Firma.
Es ist schwieriger über 50, aber man wird nicht von allen Firmen 
automatisch aussortiert, sondern nur von den dummen. Und die werden in 
letzter Zeit zunehmend verzweifelter.
Eventuell kann man weniger wählerisch sein, oder sucht etwas länger, 
aber die ganz üblen Zeiten sind (zumindest hier...) vorbei.

Wer 40 Jahre im Technikgeschäft (sei es Hardware oder Software) ist, 
wird wohl in den meisten Fällen den Job entweder gern machen oder 
zumindest genug können.
Wer in der Technik nix kann, landet früher oder später woanders.

von Thomas B. (thomas2)


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Manfred P. schrieb:
> Thomas B. schrieb:
>> und da man an der
>> Berufsschule nicht durchfallen kann, müssen sie das auch nicht ....
>
> Ohne eine ausreichende Benotung gibt es keine Zulassung zur
> Gesellenprüfung. Wer das übertreibt, riskiert sogar die vorzeitige
> Kündigung des Lehrvertrages.

Das ist nicht richtig.

Berufsschulnoten haben mit der Gesellen- oder Facharbeiterprüfung nichts 
zu tun. Mit zu schlechten Noten bekommst du kein Abschlusszeugnis der 
Berufsschule, aber das brauchst du auch nicht. Den Gesellen- oder 
Facharbeiterbrief bekommst du trotzdem und hast damit eine abschlossene 
Ausbildung.

Und vorzeitige Kündigung wegen Noten geht nur in der Probezeit. Danach 
hat man bei schlechten Noten eher Anspruch auf zusätzliche Förderung.

Abmahnung und ggf. igendwann auch Kündigung ist bei unentschuldigtem 
Fehlen oder bei einem Verweis der Schule aufgrund von Fehlverhalten 
möglich. Praktisch wird das allerdings fast nur bei Industriebetrieben 
umgesetzt. Handwerksbetriebe interessieren sich meist nicht dafür, das 
ihre Azubis in der Schule treiben.

von Thomas B. (thomas2)


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Joachim B. schrieb:
> Thomas B. schrieb:
>> Je später du als Lehrer einsteigst, umso schlechter
>> ist die Bezahlung und auch später die Rente oder Pension. Anfangsgehalt
>> ist derzeit knapp 3800,- brutto in E12 oder knapp 4200,- brutto in E13.
>
> hat mein Kumpel anders erzählt, mag aber Ländersache sein und je nach
> dem wie groß die Not ist Berufsschullehrer zu finden.

Jein. Die Unterschiede bestehen darin, ob in E12 oder in E13 eingestellt 
wird. Oder ob verbeamtet wird, da sieht es dann etwas besser aus.

Die grundsätzliche Problematik, dass man in der niedrigsten Stufe 
anfängt, bleibt aber.

Im Fall deines Kumpels mag das anders sein. Zum einen ist die Frage, 
wann dessen Quereinstieg war, vor etlichen Jahren wurde man im ÖD noch 
nach Lebensalter eingestuft und nicht nach Berufserfahrung. Und dann 
hatte dein Kumpel ja Berufserfahrung NACH dem Studium, diese kann 
angerechnet werden. Das hilft dem TE aber nichts, er würde mit 
niedrigster Stufe anfangen.

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Sarah D. schrieb:

>>> Darum stehen teilweise an den Firmen Tafeln mit Sätzen wie: "Wir stellen
>>> ein:"
>> Heisst auf Deutsch: Uns rennen ständig die Leute weg, suchen dauerhaft
>> Frischfleisch.
>
> Oder: Unternehmen können auf Grund der Demographie Stellen nicht
> nachbesetzen. Aber das passt wohl nicht in Ihr Narrativ des gebeutelten
> Geringverdieners. Die anderen sind Schuld!

Ich habe festgestellt, das es in der Realität für mich nicht so einfach 
war, eine der dortigen Stellen zu bekommen. Und ich sehe mich nicht als 
Einzelfall.

1) Wir suchen zwar dringend Leute, aber irgendwie trauen wir ihnen den 
Job nicht zu, oder sie passen nicht ins Team.

2) Wenn ich eingestellt wurde, war es schwer, durch die Probezeit zu 
kommen.

Bei mir dauerte es immer zwei bis drei Jahre, bis ich eine neue, feste 
Stelle gefunden hatte. Hinzu kommt, dass ich immer mehr Erfahrung darin 
gewonnen habe, einzuschätzen, ob ich selber für einen Job geeignet bint 
oder nicht. Allerdings, das Bewerben wird dadurch lediglich effizienter 
aber nicht effektiver, ich wusste nur, dass es sich bei vielen Firmen 
einfach nicht lohnt, mich dort zu Bewerben. Dadurch fielen dann so viele 
mögliche Jobs weg, dass ich mich dann doch auf alles mögliche Beworben 
habe, nur um an einen Job zu kommen.

Es werden zwar möglicherweise Leute dringend gesucht, aber die 
Anforderungen sind halt auch hoch. Jede Leistungsgesellschaft steigert 
ihre Anforderungen immer weiter, und mündet darum in einer 
Überforderungsgesellschaft und in letzter Konsequenz in einer 
Versagergesellschaft.

> Aber das passt wohl nicht in Ihr Narrativ des gebeutelten
> Geringverdieners. Die anderen sind Schuld!

Typische Arroganz von Leistungsträgern.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Sara.

Sarah D. schrieb:

> Die USA kann E-Ings auch einiges bieten. Und auch die Schweiz ist nicht
> schlecht zum Vermögensaufbau. Auch in Osteuropa lässt es sich gemütlich
> leben in einem schicken Haus mit Garten. Mein Plan: Hier noch etwas BE
> sammeln, dann für ein paar Jahre in die Schweiz Vermögen aufbauen und in
> Osteuropa ein Haus bauen und niederlassen. Was halten Sie davon?

Um so sinnvoll und erfolgreich hin und her zu huschen muss man schon 
eine erhebliche Sprachbegabung und kulturelle Geschmeidigkeit aufweisen.

Leute, die technikaffin sind, sind das aber eher selten.

Du schlägst Lösungen vor, die für die meisten Leute nicht machbar sind, 
und merkst das noch nicht einmal.

Typische Arroganz von Leistungsträgern.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Alex (alex_k2)


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> Hier im tiefen Süden müsste man schon extrem anspruchsvoll sein, damit
> man für einen Job umziehen muss. Wenn ich einen Radius von 40km um
> meinen Wohnort ziehe, gibt es genug.

Trifft nur zu wenn du jünger als 30 Jahre bist.

von Klaus (feelfree)


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Alex schrieb:
> Trifft nur zu wenn du jünger als 30 Jahre bist.

Nun ja, als meine Ex-Firma zugemacht hat, hat es mich 2 Anrufe bei 
Ex-Kollegen, 2 "offizielle" Bewerbungen und 2 Vorstellungsgespräche 
"gekostet", bis ich 2 Arbeitsverträge in der Hand hatte. Da war ich Ende 
40. Ein anderer Kollege, der mit mir eingestellt wurde, war da Ende 50 
und  ist mittlerweile im Ruhestand.

von Alex (alex_k2)


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Klaus schrieb:
> Nun ja, als meine Ex-Firma zugemacht hat, hat es mich 2 Anrufe bei
> Ex-Kollegen, 2 "offizielle" Bewerbungen und 2 Vorstellungsgespräche
> "gekostet", bis ich 2 Arbeitsverträge in der Hand hatte. Da war ich Ende
> 40. Ein anderer Kollege, der mit mir eingestellt wurde, war da Ende 50
> und  ist mittlerweile im Ruhestand.

Einzelschicksale durch die richtigen Beziehungen sagen aber eben nichts 
aus.

von Klaus (feelfree)


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Alex schrieb:
> Einzelschicksale sagen aber eben nichts aus.

Doch, sie widerlegen solche Pauschalaussagen:

> Trifft nur zu wenn du jünger als 30 Jahre bist.

Alex schrieb:
> durch die richtigen Beziehungen

Die spielten nur insofern ein Rolle, als es halt wesentlich schneller 
ging (~ 1 Woche von Kontaktaufnahme bis zum Angebot). Eine weitere 
schriftliche Bewerbung mit telefonischem Interview/Erstgespräch gab es 
auch noch. Die haben sich danach erst wieder gemeldet, als ich bereits 
einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte. Dem Personaler entfuhr 
daraufhin ein lautes "Scheiße!" ;-)

: Bearbeitet durch User
von Sven L. (sven_rvbg)


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Klaus schrieb:
> Dem Personaler entfuhr
> daraufhin ein lautes "Scheiße!" ;-)
Ist heute wahrscheinlich genauso, wenn Du Personal haben willst und Dir 
die Bewerbung zusagt, dann musst Du schnell reagieren. 
Bewerbungsprozesse ala:
"Wir melden uns nach dem Schluss der Bewerbungsfrist binnen 4 Wochen bei 
Ihnen" sollte man überdenken.

Natürlich wird es Firmen geben, die auf Grund Ihres Rufes immer genügend 
Bewerbungen bekommen, aber das heisst dann auch nicht zwangsläuufig, das 
es die passenden sind.

Auch ist es fair dem Bewerber gegenüber, wenn so ein Prozess schnell 
abläuft, gerade zwischen Gespräch, ggf. mündlicher Zusage und 
Vertragsunterzeichnung.

von Sven L. (sven_rvbg)


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Bernd W. schrieb:
> Um so sinnvoll und erfolgreich hin und her zu huschen muss man schon
> eine erhebliche Sprachbegabung und kulturelle Geschmeidigkeit aufweisen.
Die hat nicht jeder, muss auch nicht.

>
> Leute, die technikaffin sind, sind das aber eher selten.

>
> Du schlägst Lösungen vor, die für die meisten Leute nicht machbar sind,
> und merkst das noch nicht einmal.
Und nur weil etwas nicht für die meisten machbar ist, darf man dann 
nicht drüber sprechen?

>
> Typische Arroganz von Leistungsträgern.
Ich weiß nicht was an diesen Aussagen arrogant sein soll, das waren 
alles nur Vorschläge, die für Dich persönlich nicht passen und deswegen 
wird Arroganz unterstellt, weil es für Bewunderung nicht reicht.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Thomas B. schrieb:
> Berufsschulnoten haben mit der Gesellen- oder Facharbeiterprüfung nichts
> zu tun. Mit zu schlechten Noten bekommst du kein Abschlusszeugnis der
> Berufsschule, aber das brauchst du auch nicht. Den Gesellen- oder
> Facharbeiterbrief bekommst du trotzdem und hast damit eine abschlossene
> Ausbildung.

Was sagt den schon die Facharbeiterprüfung aus?
Eine Prüfung, bei der das Prüfungsergebnis davon wesentlich bestimmt 
wird, ob im Prüfungsausschuss MA sitzen vom gleichen Ausbildungsbetrieb 
wie der Prüflinge.
Schon vor bald 40 Jahren hat ein Fachlehrer (Meister mit 
Technikerausbildung und einer der besten Lehrer, die ich je hatte) an 
der Berufsschule mit den Worten alles gesagt: "In den Firmen schaut man 
sich die Noten der Gesellenprüfung doch garned an, was wirklich zählt 
bzgl. der Leistungs-Einstellung sind die Zeugnisse der Berufsschule.

von Florian (fl_s)


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Cha-woma M. schrieb:
> Was sagt den schon die Facharbeiterprüfung aus?

Sie sagt aus, dass man in dem jeweiligen Beruf arbeiten darf. Damit ist 
das Prüfungszeugnis das wichtigste Dokument der gesamten Ausbildung. Es 
zählt nur, dass sie bestanden wurde, mehr nicht. Das Ergebnis ist eher 
dann relevant, wenn man sich nach der Ausbildung einen anderen Betrieb 
suchen muss und noch keine richtigen Arbeitszeugnisse vorweisen kann.

Cha-woma M. schrieb:
> Schon vor bald 40 Jahren hat ein Fachlehrer (Meister mit
> Technikerausbildung und einer der besten Lehrer, die ich je hatte) an
> der Berufsschule mit den Worten alles gesagt: "In den Firmen schaut man
> sich die Noten der Gesellenprüfung doch garned an, was wirklich zählt
> bzgl. der Leistungs-Einstellung sind die Zeugnisse der Berufsschule.

Das sehe ich nicht so. Meiner Meinung nach ist das Abschlusszeugnis der 
Berufsschule das unwichtigste Dokument der gesamten Ausbildung, weil das 
nur aussagt wie gut man in der Theorie war. Was in der Wirtschaft 
wirklich zählt, ist wie man sich in der Praxis schlägt.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Manfred P. schrieb:
> Lernunwillen und extrem schlechtes Benehmen bis zu direkten
> Beleidigungen berichtet eine Verwandte, Lehrerin einer Gesamtschule.

Da holt mittlerweile viele Lehrerinnen die Realität ein und merken wie 
weit diese sich von der Ideologie immer mehr entfernt. Mehr als es wäre 
stressiger geworden, wird man nicht hören.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Florian.

Florian schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>> Was sagt den schon die Facharbeiterprüfung aus?
>
> Sie sagt aus, dass man in dem jeweiligen Beruf arbeiten darf. Damit ist
> das Prüfungszeugnis das wichtigste Dokument der gesamten Ausbildung. Es
> zählt nur, dass sie bestanden wurde, mehr nicht. Das Ergebnis ist eher
> dann relevant, wenn man sich nach der Ausbildung einen anderen Betrieb
> suchen muss und noch keine richtigen Arbeitszeugnisse vorweisen kann.

>>"In den Firmen schaut man
>> sich die Noten der Gesellenprüfung doch garned an, was wirklich zählt
>> bzgl. der Leistungs-Einstellung sind die Zeugnisse der Berufsschule.
>
> Das sehe ich nicht so. Meiner Meinung nach ist das Abschlusszeugnis der
> Berufsschule das unwichtigste Dokument der gesamten Ausbildung, weil das
> nur aussagt wie gut man in der Theorie war.

Beide Aussagen sind Richtig. ;O)

d.H. nur Leute, die die Situation deiner Berufsausbildung und Deiner 
Berufsschule einschätzen können, also in erster Linie gut vernetzte 
Leute aus der Region wo Du die Prüfung gemacht hast, können wirklich mit 
den Zeugnissen etwas anfangen.

Anderswo, wenn Du die Region gewechselt hast, oder ein paar Jahre ins 
Land gegangen sind und Leute aus Berufsschule und Prüfunkskommission 
pensioniert worden sind und ersetzt wurden, verlieren diese Zeugnisse 
zunehmend an Aussagekraft.

Und unter dem Aspekt:
Florian schrieb:
> Sie sagt aus, dass man in dem jeweiligen Beruf arbeiten darf.

Ist das dass einzige was bleibt. Noch. In vielen Spezialausbildungen 
muss die Prüfung ja alle paar Jahre aufgefrischt werden. Wie weit das 
sinnvoll ist, und wie weit das sinnvoll umgesetzt wird, steht auf einem 
anderen Blatt.

> Damit ist
> das Prüfungszeugnis das wichtigste Dokument der gesamten Ausbildung.

Vielleicht nicht das Wichtigste, aber aktuell noch das Einzige was 
bleibt, unter dem Aspekt, dass man mit dem Zeugnis in dem jeweiligen 
Beruf arbeiten darf.
Und selbst das gilt nicht uneingeschränkt. Ich habe vor 30 Jahre Fälle 
erlebt, dass sich IHKs die Technikerabschlüsse nicht gegenseitig 
anerkannten. ;O)

> Was in der Wirtschaft
> wirklich zählt, ist wie man sich in der Praxis schlägt.

Stimmt zwar, aber gerade das kann kaum einer aus einem Zeugnis 
einschätzen, weil eben die Praxis überall so unterschiedlich ist. Und 
das ist auch der Grund, weshalb es so schwer ist, die Branche zu 
wechseln.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Sven.

Sven L. schrieb:

>> Du schlägst Lösungen vor, die für die meisten Leute nicht machbar sind,
>> und merkst das noch nicht einmal.
> Und nur weil etwas nicht für die meisten machbar ist, darf man dann
> nicht drüber sprechen?

Doch, man darf darüber sprechen. Aber wenn Du halt dabei in einem 
Tonfall sprichst, der davon ausgeht dass das jeder kann, dann erntest Du 
halt Widerspruch. Man lügt eben auch, wenn man wichtige Teile der 
Wahrheit nicht ausspricht.

Und merke: Ein Widerspruch ist kein Verbot! *)

>> Typische Arroganz von Leistungsträgern.
> Ich weiß nicht was an diesen Aussagen arrogant sein soll, das waren
> alles nur Vorschläge, die für Dich persönlich nicht passen und deswegen
> wird Arroganz unterstellt,

Das stillschweigende davon Ausgehen, dass das jeder so kann, sagt für 
mich aus, dass Du über die, die das nicht können einfach so hinweggehen 
kannst. Und das betrachte ich als Arroganz.

> weil es für Bewunderung nicht reicht.

Richtig, gut Beobachtet. ;O)
"Bewunderung" spare ich mir für Artisten auf......

Es bleibt Dir aber freigestellt, ob Du Arrogant auftreten willst oder 
nicht. Wenn Du nicht Deinen niedrigsten Instinkten folgst, kriegst Du 
nur Neurosen.;O)

Du musst aber halt dann auch damit Leben, wenn ich Dich als Arrogant 
bezeichne. Da gibt es so einen Spruch mit groben Klötzen und groben 
Keilen. ;O)

*) Ich gehe aber durchaus davon aus, dass Leute, die sich bei Kritik 
reflexartig darüber Beschweren, "nichts sagen zu dürfen" irgendwie davon 
ausgehen, das alles, was kritisiert wird, auch verboten wird. Dem ist 
aber nicht so. Vermutlich würdest Du im Gegenzuge selber aber alles, was 
nicht Deiner Meinung entspricht, verbieten, nicht wahr? ;O)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Florian schrieb:
> Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei
> meinem Arbeitgeber bewerben oder es lieber lassen? Mein Arbeitgeber hat
> mir nach der Ausbildung ein befriedigendes Ausbildungszeugnis
> geschrieben (das ist mir leider zu spät aufgefallen) und deswegen bin
> ich mir auch nicht sicher, ob eine Bewerbung in dem Unternehmen wirklich
> sinnvoll wäre.

Was hättest du gemacht, wenn du gleich gesehen hättest, dass das Zeugnis 
mäßig war?
Und welche Bedeutung hat dieses alte Zeugnis heute, wenn der AG dich 
schon ca. 6 Jahre kennt?

> Von meinem Vorgesetzten nach der Ausbildung bekam ich bisher nur sehr
> positives Feedback zu meiner Arbeit und letztes Jahr wollte er, dass
> mein Lohn erhöht wird. Das wurde leider von HR abgelehnt.

Kann so sein. Kann aber auch sein, dass man dich wg. Fachkräftemangel 
halten, aber nicht mehr zahlen wollte. Psychologie ...

> Meine Motivation für das Studium liegt darin begründet, dass ich durch
> die körperliche Arbeit eine höhere Lernbereitschaft entwickelt habe.

"Durch"?? Hm. Und meinst du womöglich nicht "körperliche Arbeit", 
sondern "manuelle Tätigkeit"?

> Was würdet ihr an meiner Stelle machen? In dem Job bleiben oder doch
> studieren?

Eine Antwort darauf nützt dir wenig. 95 % sind nicht in deiner 
Situation, und denken/fühlen nicht wie du. Und die paar, die so sind wie 
du, die wissen ja logischerweise auch nicht mehr als du.

> wenn ich das Studium nicht schaffe und wieder als Facharbeiter arbeiten
> möchte

Wenn du Angst hast, es nicht zu schaffen, dann mach es nicht.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Es gibt im Land eine HäuptlingInnenschwemme.
Nur genügend Indianer fehlen denen.
Was läßt sich daraus interpretieren?

von Florian (fl_s)


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Rolf schrieb:
> Was hättest du gemacht, wenn du gleich gesehen hättest, dass das Zeugnis
> mäßig war?

Zunächst hätte ich gefragt, warum das so eingeschätzt worden ist und ob 
sie bereit sind, das Zeugnis abzuändern. Es kann ja sein, dass meine 
Leistungen wirklich schlecht waren. Dann soll mir das aber auch sinnvoll 
begründet werden. Falls hier keine sinnvollen Argumente gekommen wären 
und es dann nicht abgeändert worden wäre, hätte ich erstmal schriftlich 
Widerspruch eingelegt und dann überlegt wie es weitergehen kann. Man 
könnte gegen eine 3 im Arbeitszeugnis gerichtlich vorgehen, aber dann 
hat man als Arbeitnehmer die Beweislast. Es ist wohl auch schwierig zu 
beweisen, dass man immer überdurchschnittliche Leistungen gezeigt hat. 
Oft ändern Arbeitgeber die Zeugnisse auch dann ab, wenn die Arbeitnehmer 
wirklich schlecht gewesen sind, weil sie keine Lust auf ein 
Gerichtsverfahren haben - selbst dann wenn sie im Recht sind und der 
Arbeitnehmer nichts erreichen würde.
Ich bin mit meinem Arbeitgeber und Job zu dem Zeitpunkt ziemlich 
zufrieden gewesen und da wäre ich mir auch nicht so sicher gewesen, ob 
ich dagegen klagen möchte. So ein gerichtlicher Streit hätte schließlich 
auch dazu führen können, dass sie mich um jeden Preis aus der Firma raus 
bekommen wollen.

Rolf schrieb:
> Und welche Bedeutung hat dieses alte Zeugnis heute, wenn der AG dich
> schon ca. 6 Jahre kennt?

Das weiß ich auch nicht so genau. Wahrscheinlich sagt es nichts mehr 
über mich aus, weil ich als Facharbeiter gute Leistungen zeige. Die 
Frage ist aber ob das in meinem Arbeitszeugnis auch so gewürdigt werden 
würde.

Ergibt es Sinn, sich ein Zwischenzeugnis ausstellen zu lassen, selbst 
wenn man nicht beabsichtigt, den Arbeitgeber zu wechseln?


Rolf schrieb:
> Kann so sein. Kann aber auch sein, dass man dich wg. Fachkräftemangel
> halten, aber nicht mehr zahlen wollte. Psychologie ...


Die Lohnerhöhung wurde von meinem Chef gefordert ohne dass ich ihn 
danach gefragt habe. Er hat mir sogar eine Seite Text gezeigt, mit der 
er das bei HR begründet hat. So etwas macht kein Vorgesetzter, wenn sein 
Mitarbeiter schlecht ist. HR meinte wohl, dass ich durch den letzten 
Aufstieg in der Tarifgruppe nicht viel mehr bekommen würde als vorher, 
da beides miteinander verrechnet wird und dass es daher sinnvoller ist, 
die Lohnerhöhung nächstes Jahr nochmal zu fordern. Mir ist es aber 
definitiv egal, ob mein Lohn erhöht wird oder nicht. Zum einen verdiene 
ich sowieso gut und zum anderen wären das nur 50€ mehr Lohn gewesen. Man 
müsste schon mehrere Lohnerhöhungen bekommen, damit sich das überhaupt 
lohnt. Dazu muss man sich dann jahrelang mehr anstrengen als die anderen 
und irgendwie zieht das auch die Motivation runter. Mir geht es eher 
darum, dass ich mir einen guten Ruf in der Firma schaffen möchte, falls 
ich mich mal auf eine höhere Stelle bewerben möchte. Da kommt man sicher 
nicht rein, wenn man in der Firma als fauler/schlechter Mitarbeiter 
bekannt ist.

Rolf schrieb:
> "Durch"?? Hm. Und meinst du womöglich nicht "körperliche Arbeit",
> sondern "manuelle Tätigkeit"?

Ich meine die Arbeiten, nach denen ich Schmerzen bekomme bzw. die 
Aufgaben, die mir vom Körperlichen her viel abverlangen. Das sind 
vielleicht mal 5 Prozent der Tätigkeiten.

Rolf schrieb:
> Eine Antwort darauf nützt dir wenig. 95 % sind nicht in deiner
> Situation, und denken/fühlen nicht wie du. Und die paar, die so sind wie
> du, die wissen ja logischerweise auch nicht mehr als du.

Das stimmt. So weit habe ich nicht gedacht.

Rolf schrieb:
> Wenn du Angst hast, es nicht zu schaffen, dann mach es nicht.

Für machbar halte ich das schon. Es fallen aber auch viele in den 
Prüfungen durch. Viele werden noch nach Jahren exmatrikuliert, weil 
irgendein Modul sehr schwierig ist. Sicher habe ich daher Angst.

von Florian (fl_s)


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Dieter D. schrieb:
> Es gibt im Land eine HäuptlingInnenschwemme.
> Nur genügend Indianer fehlen denen.
> Was läßt sich daraus interpretieren?

Dass zu viele Führungskraft werden/sein möchten.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Florian schrieb:
> Dass zu viele Führungskraft werden/sein möchten.

Da bist Du schon nahe dran. Aber diese wollen nur das Gehalt aus der 
Ebene, aber bitte ohne die Arbeit, die Verantwortung und den Stress, den 
es dort auch gibt.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Mach auf jeden Fall das Studium. Du bist wahrscheinlich einer der 
Wenigen, die schon einmal ein Werkzeug in der Hand hatten. Du kannst mit 
deiner Erfahrung auch schön klugscheißen. Wenn der Prof behauptet: 
"Lässt bei der Konstruktion immer ekn kleines Loch im Blech, damit der 
Schweißer die Schweißnähte im inneren des geschlossenen Gehäuses siehen 
kann!", dann sagst du einfach: "Führen Sie das doch bitte einmal vor, 
damit wir das auch verstehen!"

von Joachim B. (jar)


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Florian schrieb:
> Es fallen aber auch viele in den
> Prüfungen durch. Viele werden noch nach Jahren exmatrikuliert, weil
> irgendein Modul sehr schwierig ist. Sicher habe ich daher Angst.

Angst essen Seele auf!
Es kann dir immer irgendwas begegnen wovor du Angst haben müßtest oder 
könntest, aber deswegen nicht leben wollen?

von Frank O. (frank_o)


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Joachim B. schrieb:
> Angst essen Seele auf!
> Es kann dir immer irgendwas begegnen wovor du Angst haben müßtest oder
> könntest, aber deswegen nicht leben wollen?

Ich kann dir uneingeschränkt recht geben!
Eine gewisse Vorsicht ist gut, aber sich immer absichern wollen, das ist 
(leider weiß ich das noch nicht so sehr lange) völlig verkehrt.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Dieter D. schrieb:
> Es gibt im Land eine HäuptlingInnenschwemme.
Gibt es das wirklich?

> Nur genügend Indianer fehlen denen.
Was wirklich fehlt sind ungelernte Arbeitskräfte.
https://www.cicero.de/innenpolitik/spurwechsel-cdu-wirtschaft-asylrecht-abschiebung-daniel-guenther-horst-seehofer

> Was läßt sich daraus interpretieren?
Du solltest dich besser informieren.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Stefan H. schrieb:
> "Führen Sie das doch bitte einmal vor,
> damit wir das auch verstehen!"

Ehhh, da wird aber Profchen mal bei der Prüfung sich an den Krakeeler 
ganz genau erinnern.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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ArnoNym schrieb:
> Elektrotechnik würde ich mir aber gut überlegen:
> Deutschland ist ein technikfeindliches und sehr rückwärtsgewandtes Land,
> wie man an den Themen E-Auto, Solar und Digitalisierung sieht.
Deutschland ist ein konservatives Land!
-technikfeindliche
-zukunftsskeptisch
-realitätsnegierend

> Als
> E-Techniker ist man als Nerd verscherien, und rückwärtsgewandte Boomer
----> naive Träumer, bornierte Ideologen und spießige Opportunisten.
Gibt eine Partei in D-land in der sind die massiv vorhanden.
> sind gerade dabei, sämtliche Industrie durch Festklammern an veralteten
> Technologien zu ruinieren.
Trifft aber auf alles zu ,was irgendwie mit Naturwissenschaften und 
Technik zu tun hat.
> Wieviel Arbeit man da in Zukunft noch haben
> wird, steht in den Sternen.
> Auch Geld ist kein guter Grund.

Ja.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Cha-woma M. schrieb:
>> Nur genügend Indianer fehlen denen.
> Was wirklich fehlt sind ungelernte Arbeitskräfte.

Das sind auch Indianer.

Cha-woma M. schrieb:
>> Was läßt sich daraus interpretieren?
> Du solltest dich besser informieren.

Da hast Du obiges misverstanden.

Man beachte auch, dass der Artikel von 2018 ist.

: Bearbeitet durch User
von Franko S. (frank_s866)


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Cha-woma M. schrieb:
> Ehhh, da wird aber Profchen mal bei der Prüfung sich an den Krakeeler
> ganz genau erinnern.

Solche grossmäuligen Praktiker sind immer als erstes verschwunden.

von Gerhard H. (hauptmann)


Angehängte Dateien:

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Bedenkenswert: Die Abbrecher-Quote soll der Schwierigkeit des Studiums 
gerade in und durch die ersten Semester geschuldet gegen 60 Prozent 
gehen. Geh in Dich! Anbei Ausschnitte aus der Markt&Technik 18/24

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Gerhard H. schrieb:
> Bedenkenswert: Die Abbrecher-Quote soll der Schwierigkeit des Studiums
> gerade in und durch die ersten Semester geschuldet gegen 60 Prozent
> gehen.

na und?
Schon vor 40 Jahren kamen weniger als 1/3 durch und bestanden.
Soll das jetzt ein Grund sein nicht zu studieren weil es schwer sein 
könnte ohne es zu versuchen?

von Gerhard H. (hauptmann)


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Joachim B. schrieb:
> na und?

So leichtsinnig sollte da niemand rangehen. Im Unterschied zu Dir halte 
ich die Abbrecherquoten auch nicht für normal und unabänderlich.

von Joachim B. (jar)


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Gerhard H. schrieb:
> So leichtsinnig sollte da niemand rangehen.

hat ja niemand geschrieben!

Er hat schon Abitur, er hat einen gut bezahlten Job den er vermutlich 
wegen seinen Leistungen bezahlt bekommt und damit Fähigkeiten hat, also 
wovor soll er Angst haben?
Jederzeit kann dieser Job auch weg sein, vor allen in den nächsten 30 
Jahren, also was soll ein Hinderungsgrund sein sich breiter 
aufzustellen?

Joachim B. schrieb:
> Angst essen Seele auf!
> Es kann dir immer irgendwas begegnen wovor du Angst haben müßtest oder
> könntest, aber deswegen nicht leben wollen?

von Gerhard H. (hauptmann)


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Florian schrieb:
> Meine Motivation für das Studium liegt darin begründet, dass ich durch
> die körperliche Arbeit eine höhere Lernbereitschaft entwickelt habe. Ich
> weiß jetzt einfach, warum es sich auszahlt, viel zu lernen.

Das wäre im Hinblick auf die Anforderungen schon mal sehr gut.

> Auch verdiene ich relativ gut für einen Facharbeiter (4500 Euro brutto)
> und weiß deshalb nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, nochmal zu
> studieren

Meine Anwort in ähnlicher Situation (aber älter) war bislang: Nein. Und 
das habe ich nicht bereut. Wenn Dich allerdings ein späteres 
Einsatzgebiet als ET-Studierter besonders reizen würde könnte die 
Antwort eine andere sein.
Letzten Aufschluß darüber findest Du aber nur in Dir selber, niemals in 
einem solchen Forum.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Stefan und Gerhard.

Stefan H. schrieb:
> Du bist wahrscheinlich einer der
> Wenigen, die schon einmal ein Werkzeug in der Hand hatten.

Unterschätze nicht die praktischen Erfahrungen, die Andere im Sport und 
Hobbys erworben haben. Es gibt auch Leute, die viel davon z.B. im 
Kunstunterricht gelernt haben, und gut darin sind, das durch 
Transferdenken in andere Bereiche zu übertragen.

> Du kannst mit
> deiner Erfahrung auch schön klugscheißen.

Wenn Du Klugscheissern mit Klugscheisserei kommst, wirdt Du nicht 
bewundert sondern gemobbt. Nur so als Warnung.

Gerhard H. schrieb:
> Bedenkenswert: Die Abbrecher-Quote soll der Schwierigkeit des Studiums
> gerade in und durch die ersten Semester geschuldet gegen 60 Prozent
> gehen.

Eine inoffizielle Mittteilung des Dekans in E-Technik in Duisburg anno 
198x besagte das sich 80% der E-Techniker nie irgendwann zu einer 
E-Technik Klausur anmelden würden. Es wurde aber davon ausgegangen, dass 
diese sich nur zu Ausweichzwecken in E-Technik eingeschrieben hätten, 
und auf einen Platz in einem NC verriegelten Fach warten würden.

Vom Rest, der tatsächlich Klausuren geschrieben hat, haben es dann nur 
1/3 ins Hauptstudium geschafft. Es muss aber auch dazu gesagt werden, 
dass in Duisburg genauso wie in Aachen der ganze Mathematik Kram mit den 
hohen Durchfallquoten im Vordiplom war. Ich war in mehreren 
Leistungsnachweisen und Klausuren, die mit ca. 100 Leuten geschrieben 
wurden einer der 10 oder 20, die bestanden haben. Trotzdem hatte ich 
nach bestandenem Vordiplom für Diplom II so die Nase voll, das ich auf 
Diplom I gewechselt bin. Das D II Vordiplom wurde zwar "voll" auf auf DI 
Vordiplom anerkannt, aber ich musste trotzdem einige Klausuren 
nachlegen, weil die im DII Vordiplom nicht enthalten waren. Die ganzen 
bestandenen "Hammerklausuren" aus dem DII Vordiplom waren dadurch für 
mich letztlich sinnlos geworden.

Ich denke mir aber auch, dass es eben auch der Komplexität und 
Abstraktion des Stoffes geschuldet ist, dass so viele Leute abbrechen 
oder final durch Klausuren fallen.

Es gibt aber durchaus andere Aspekte. Erst viel später ist mir z.B. 
aufgefallen, dass das Studium durch die hohen Durchfallquoten nicht 
wirklich am Fachlichen ausgerichtet ist, sondern man will Leute die sehr 
belastungsfähig und stressresistent sind. Also Manager und 
Führungskräfte. Ich hatte aber E-Technik studiert, weil ich mich für 
E-Technik interessierte.

Es heisst zwar, dass das, was einen nicht umbringt, nur härter macht. 
Ich sehe aber auf der anderen Seite, dass dieses auch viele 
Traumatisierte und Frustrierte zurücklässt. Die, die wirklich nur härter 
geworden sind, sind die Psychopathen, die ideal für Führung und 
Management sind.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Joachim B. (jar)


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Bernd W. schrieb:
> Bernd

ich lese von dir immer nur mimimi.
Es tut mir leid das du mit studieren Probleme hast, du bist ja auch 
nicht alleine, aber andere runterziehen?

Wer sich runterziehen läßt sollte wirklich nicht studieren.
Auch ich hatte im Studium schwere Zeiten, aber die gilt es zu 
überwinden.
Wer es versucht kann scheitern, wer es nicht versucht ist schon 
gescheitert.

: Bearbeitet durch User
von Franko S. (frank_s866)


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Immer der gleiche Käse. Vermutlich auch immer der gleiche Fragensteller 
dem alle 4 Wochen dieser Gehirnfurz durch die Birne zieht: Hmm soll ich 
jetzt oder nicht, da frage ich doch gleich nochmal die Profis von 
mikrocontroller.net
und dann geht das wieder los.

von Florian (fl_s)


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@Franko S. Es tut mir leid, dass ich hier Fragen zu diesem Thema 
gestellt habe. Ich weiß auch absolut nicht, wovon du schreibst. Ich 
dachte einfach, dass die Fragen in einem Forum, das sich mit 
Elektrotechnik auseinandersetzt, gut passen würden.

Ich bin mittlerweile zu dem Entschluss gekommen, dass ich das Studium 
nächstes Jahr beginnen werde. Nach dem Studium müsste ich noch 37 Jahre 
arbeiten und das ist eine lange Zeit. Ich habe einfach nach dem Abitur 7 
Jahre etwas anderes gemacht und dann festgestellt, dass ich mehr möchte. 
Mein Lebenslauf ist durch die Berufsausbildung zum Mechatroniker 
halbwegs schlüssig und ich kann mir deshalb eigentlich nicht vorstellen, 
dass Personaler das negativ sehen werden. Dass ich viel riskiere und 
aufgebe, ist völlig in Ordnung. Wenn niemand etwas Neues 
riskieren/ausprobieren würde, hätte sich die Menschheit niemals so weit 
entwickelt.

Ich danke euch allen für die Antworten. Hier muss sich absolut keiner 
über meine (bestimmt dummen) Fragen aufregen. Das möchte ich nicht.

VG

Florian

von Gerhard H. (hauptmann)


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Florian schrieb:
> Wenn niemand etwas Neues
> riskieren/ausprobieren würde, hätte sich die Menschheit niemals so weit
> entwickelt.

Das Argument überzeugt überall.
Na dann viel Erfolg und es bleibt zu hoffen, daß Du im Forum nicht 
später als gescheiterter Jammerer jener 60% auftauchst ;-)

: Bearbeitet durch User
von Esmu P. (Firma: privat) (max707)


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Wo ist das Problem? Mache er sich einen Wirtschaftsplan und überlege 
wann er den break even Point erreicht. Bis dahin ist es ein 
Verlustgeschäft.

von Klaus (feelfree)


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Esmu P. schrieb:
> Mache er sich einen Wirtschaftsplan

Zum Glück gibt es noch ein paar Menschen in diesem Land, für die das 
irrelevant ist. Sonst hätten wir im sozialen Bereich noch weniger Leute, 
die das Land am Laufen halten.

von Andi (chefdesigner)


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Bernd W. schrieb:
> Stefan H. schrieb:
>> Du bist wahrscheinlich einer der
>> Wenigen, die schon einmal ein Werkzeug in der Hand hatten.
Immer wieder die Geschichte von den angeblich technisch ungegabten, die 
studieren und deshalb keine Werkzeuge bedienen können. Man kann es nicht 
mehr hören.

> Unterschätze nicht die praktischen Erfahrungen, die Andere im Sport und
> Hobbys erworben haben.
Die ganze Ausbildung und duale Studierei ist doch Banane! Es kommt 
darauf ab, ob jemand in seiner Freizeit etwas aktiv tut oder nicht. Wer 
selber mit Elektronik baut, der bekommt in seiner Jugend und dem frühen 
Erwachsenenalter ein Vielfaches an Lernstunden oben auf, als das, was 
einer in einer Hochschule oder Firma an Praktikum macht. Eine Ausbildung 
in einem Betrieb, bringt maximal 20% Lernanteil, bei 3 Jahren sind das 
1000h. In 20 Jahren kommen bei 3h Hobby in der Woche neben dem Beruf das 
Dreifache zusammen. Ich mache z.B. Modellbau, da kommt viel für die 
Arbeit bei rum.

> Es gibt auch Leute, die viel davon z.B. im
> Kunstunterricht gelernt haben, und gut darin sind, das durch
> Transferdenken in andere Bereiche zu übertragen.
Da bräuchte es wohl einmal einige Beispiele. Werkunterricht fällt mir da 
ein.

: Bearbeitet durch User
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Joachim, A.F. und Florian.

Joachim B. schrieb:

> ich lese von dir immer nur mimimi.

Das ist halt Realität.

> Es tut mir leid das du mit studieren Probleme hast, du bist ja auch
> nicht alleine, aber andere runterziehen?

Runterziehen? Weil ich auf Risiken und Probleme hinweise?
Du bist mindestens so mimosenhaft wie ich. ;O)

Lies Dir

Bernd W. schrieb:

>> einfach machen und auch gelegentlich
>> durch einzelne Schwierigkeiten durchkämpfen, wer nicht mal kämpft hat
>> schon verloren.
>
> Das ist eher eine Abwägungssache, und wenn ich mitten im Kampf stehe,
> übersehe ich sehr leicht den Punkt, wenn es besser für mich wäre
> aufzugeben.
> "Positiv Denken" birgt erhebliche Gefahren. Siehe:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken#Kritik
>
> Aber das sind alles theoretische Überlegungen. Letztlich habe ich zwar
> bedingt die Freiheit, zu tun oder lassen was ich will, aber ich habe
> nicht die Freiheit, zu Denken und zu Empfinden was ich will. Freier
> Wille ist eine Illusion.

doch mal genau durch.

> Auch ich hatte im Studium schwere Zeiten, aber die gilt es zu
> überwinden.

Wenn Du die überwunden hast, hast Du oft nichts gwonnen, weil Du 
traumatisiert bist. Obwohl Du vieleicht formal gewonnen hast. Einen 
Abschluss habe ich ja auch hinbekommen. Aber gebracht hat es mir eher 
nichts, so alles über allem.

> Wer es versucht kann scheitern, wer es nicht versucht ist schon
> gescheitert.

Wer es nicht versucht, bleibt meistens auf dem status quo. Wer es 
versucht kann mit schweren Schäden wesentlich schlechter darstehen als 
zuvor. Hätte ich auch nicht gedacht, bis es mir passiert ist.

A. F. schrieb:
> Bernd W. schrieb:
>> Stefan H. schrieb:
>>> Du bist wahrscheinlich einer der
>>> Wenigen, die schon einmal ein Werkzeug in der Hand hatten.

Du zitierst hier Stefan, und nicht mich. ;O)

> Immer wieder die Geschichte von den angeblich technisch ungegabten, die
> studieren und deshalb keine Werkzeuge bedienen können. Man kann es nicht
> mehr hören.

Nun, es gibt halt individuell unterschiedliche Begabungen. Das besagt 
nicht, das Unbegabte das nicht auch lernen können, aber sie werden 
wesentlich mehr Zeit benötigen.
Es ist die Frage, ob jemand einen Einstellt, wenn er eine so lange 
Einarbeitungszeit erwartet. Wir reden hier über eine monetär orientierte 
Tätigkeit, nicht über ein Hobby. Bei einem Hobby sieht es in der Tat 
anders aus, weil man sich da wesentlich mehr Zeit zum lernen lassen 
kann, und sehr individuelle Lösungswege beschreiten kann, die sonst 
nicht aktzeptiert sind.


>
>> Unterschätze nicht die praktischen Erfahrungen, die Andere im Sport und
>> Hobbys erworben haben.
> Die ganze Ausbildung und duale Studierei ist doch Banane! Es kommt
> darauf ab, ob jemand in seiner Freizeit etwas aktiv tut oder nicht. Wer
> selber mit Elektronik baut, der bekommt in seiner Jugend und dem frühen
> Erwachsenenalter ein Vielfaches an Lernstunden oben auf, als das, was
> einer in einer Hochschule oder Firma an Praktikum macht. Eine Ausbildung
> in einem Betrieb, bringt maximal 20% Lernanteil, bei 3 Jahren sind das
> 1000h. In 20 Jahren kommen bei 3h Hobby in der Woche neben dem Beruf das
> Dreifache zusammen.

Du sagst es, in 20 Jahren. ;O) Das ist aber mit 14  bis irgendwan 20, 
wenn Du eine Berufsausbildung oder Studium beginnst, auch 10-20 Jahre in 
der Zukunft. ;O)

> Ich mache z.B. Modellbau, da kommt viel für die
> Arbeit bei rum.

Kann ich gut verstehen. ;O)
Vor allem, wenn Du ein As in Transferdenken bist.

>> Es gibt auch Leute, die viel davon z.B. im
>> Kunstunterricht gelernt haben, und gut darin sind, das durch
>> Transferdenken in andere Bereiche zu übertragen.
> Da bräuchte es wohl einmal einige Beispiele. Werkunterricht fällt mir da
> ein.

Werkunterricht wäre ein gutes Beispiel. Aber auch Malen, Zeichnen und 
Musizieren schult manuelle und logische Fähigkeiten. Wichtig ist es aber 
auch immer, zwischen Praxis und Theorie hin und her zu schaukeln, weil 
das eine das andere Unterstützt. Die Praxis lehrt Dich, die Theorie 
richtig zu interpretieren und einzusetzten, die Theorie hilft Dir, Wege 
zu finden, wenn Du Dich in der Praxis festgelaufen hast.

Florian schrieb:

> Ich bin mittlerweile zu dem Entschluss gekommen, dass ich das Studium
> nächstes Jahr beginnen werde.

Viel Erfolg!

> Nach dem Studium müsste ich noch 37 Jahre
> arbeiten und das ist eine lange Zeit. Ich habe einfach nach dem Abitur 7
> Jahre etwas anderes gemacht und dann festgestellt, dass ich mehr möchte.

Die Leute sind immer misstrauisch gegenüber Leuten, die ihre Meinung 
ändern.

> Mein Lebenslauf ist durch die Berufsausbildung zum Mechatroniker
> halbwegs schlüssig und ich kann mir deshalb eigentlich nicht vorstellen,
> dass Personaler das negativ sehen werden.

Personalchefs legen alles gegen Dich aus, egal was Du gemacht hast. Das 
ist ihr Job.

> Wenn niemand etwas Neues
> riskieren/ausprobieren würde, hätte sich die Menschheit niemals so weit
> entwickelt.

In der Retrospektive stellt sich nun die industrielle Revolution auch 
als sehr problematischer und kaum zu korrigierender Fehler heraus, weil 
das zu sehr hohem CO2 Ausstoß geführt hat. Die Folgen davon werden 
vermutlich schwerwiegender sein, als das aktuell eingeschätzt wird, weil 
wir das viel zu spät gemerkt haben.
Von daher sehe ich die Entwicklung der Menscheit mit großen 
Fragezeichen. Wir haben uns in Bereiche hineinentwickelt, die uns 
überfordern.

> Ich danke euch allen für die Antworten. Hier muss sich absolut keiner
> über meine (bestimmt dummen) Fragen aufregen. Das möchte ich nicht.

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Also besser, Du fragst. ;O)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Michael B. (laberkopp)


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Florian schrieb:
> gibt zwar auch Leute, die behaupten, Mechatroniker sind nichts Halbes
> und nichts Ganzes, aber ich wüsste jetzt aus dem Stehgreif nicht, warum
> ich nicht genauso gut sein wie z. B. jemand, der Elektroniker für AT
> gelernt hat

Die entscheidende Marke: bist du durch die Ausbildung Elektrofachkraft 
oder nicht.

Normalerweise bist du das als Mechatroniker.

von Joachim B. (jar)


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Bernd W. schrieb:
> Personalchefs legen alles gegen Dich aus, egal was Du gemacht hast. Das
> ist ihr Job.

eine sehr einseitige Sichtweise, auch Personalchefs sind Menschen mit 
Fehlern und es gibt auch Schlechte die für nichts anderes taugten, es 
soll auch gute Personalchefs geben die es genau andersrum machen als du 
beschreibst.

Bernd W. schrieb:
> Wer es nicht versucht, bleibt meistens auf dem status quo.

ach nee und das die Welt sich ändert?
Immer wenn ich versuchte den Status quo zu erhalten überraschte mich die 
Wirklichkeit!

Wäre ich Radio-Fernsehtechniker geblieben hätte ich lange keinen Job 
mehr gehabt.

Der TO kann nicht darauf vertrauen seinen Job so noch weitere 35 Jahre 
unverändert zu behalten.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Joachim B. schrieb:
> Wäre ich Radio-Fernsehtechniker geblieben hätte ich lange keinen Job
> mehr gehabt.

Die goldenen Zeiten, wo man die Kunden bei Reparaturen über den Tisch 
gezogen hat, sind vorbei:
Gerät gereinigt 12,50 DM
1 PL519 46,25 DM
1 Kondensator 8,50 DM
Bild justiert 14,80 DM
u.s.w.

Aber ein paar Reste gibt es noch, z.B. zwei Orte weiter den Laden mit 
Fernsehern, Waschmaschinen etc., der hier gegenüber eine SAT-Anlage 
montiert hat.

Oder den weitaus größeren Laden am Rande der nahen Kleinstadt
"..unseres seit 1956 bestehenden und inhabergeführten Fachgeschäftes".

Von daher ist nicht sicher, ob Du nicht doch noch einen Job hättest, 
eben etwas verändert oder auch mit Service an Waschmaschinen. Vielleicht 
wärst Du auch in einer Firma untergekommen, die Funkgeräte verkauft und 
einbaut.

Der Fernsehpfusch war für viele hier der Einstieg in die Elektronik, 
aber eben ohne Garantie, bis zum Lebensende Birnen umzustecken. Es gibt 
diesen platten Spruch des lebenslangen Lernens, die Tür dazu war mit dem 
Beruf geöffnet.

> Der TO kann nicht darauf vertrauen seinen Job so noch weitere 35 Jahre
> unverändert zu behalten.

Unverändert wohl nicht. Aber er hat einen Beruf, ich interpretiere mal 
im Bereich der Instandhaltung von Produktiossystemen, der auch zukünftig 
gebraucht wird. Mit Interesse an der Tätigkeit und Engagement, sich in 
neuere Systeme einzuarbeiten, muß er keine Angst haben.

Wenn ich nachdenke, was ich so alles gemacht habe, das ist Lichtjahre 
von dem entfernt, was zu meiner Lehrzeit vorstellbar war. Vielleicht war 
ich untypisch unterwegs, mir wurden immer die Dinge angedreht, an denen 
andere Kollegen gescheitert wären und auch sind.

von Joachim B. (jar)


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Manfred P. schrieb:
> Die goldenen Zeiten, wo man die Kunden bei Reparaturen über den Tisch
> gezogen hat, sind vorbei:

komisch, ich schaffte es sogar ohne Kunden über den Tisch zu ziehen, ich 
reparierte für 150-300 DM während ein neues TV Gerät 3000 DM kostete, 
der Kunde war glücklich, aber ich überließ den Kunden die Wahl:

Wer das Geld hatte und das Vertrauen in den jungen TV verlor der kaufte 
lieber neu, wer die Reparatur wünschte bekam sie, alles ohne Druck und 
Zwang.
Ich konnte den Kunden eh keinen Rat geben, mangels Glaskugel und ohne 
Hellseherfähigkeiten, es gab halt Krücken die immer wieder repariert 
werden mußten und es gab gute Geräte die nach einer Reparatur lange 
fehlerfrei liefen.

Ich merkte aber das es zu Ende ging, deswegen studierte ich.

: Bearbeitet durch User
von Andi (chefdesigner)


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Florian schrieb:
> Sollte ich mich trotz meines Alters noch auf das duale Studium bei
> meinem Arbeitgeber bewerben oder es lieber lassen?

Lass es!

Beitrag "Re: Mitarbeiterfluktuation in Firmen"

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Joachim B.

Joachim B. schrieb:
> Bernd W. schrieb:
>> Personalchefs legen alles gegen Dich aus, egal was Du gemacht hast. Das
>> ist ihr Job.
>
> eine sehr einseitige Sichtweise, auch Personalchefs sind Menschen mit
> Fehlern und es gibt auch Schlechte die für nichts anderes taugten, es
> soll auch gute Personalchefs geben die es genau andersrum machen als du
> beschreibst.

Als Falle? ;O) Die Aufgabe eines Personalchefs ist sehr oft die eines
Advocatus Diaboli.

https://de.wikipedia.org/wiki/Advocatus_Diaboli

>> Wer es nicht versucht, bleibt meistens auf dem status quo.
>
> ach nee und das die Welt sich ändert?
> Immer wenn ich versuchte den Status quo zu erhalten überraschte mich die
> Wirklichkeit!

Und wenn Du Dich vorgreifend verändert hast, vermutlich in die falsche 
Richtung. ;O)
Wenn Du lediglich reagierst, bist Du zu langsam, wenn du vorgreifst ist 
die Wahrscheinlichkeit das Du dich irrst größer als die, dass Du richtig 
liegst.
Ganz abgesehen davon, dass den meisten Leuten die Kraft ausgeht , wenn 
sie sich permanent ändern müssen.


> Wäre ich Radio-Fernsehtechniker geblieben hätte ich lange keinen Job
> mehr gehabt.
>
> Der TO kann nicht darauf vertrauen seinen Job so noch weitere 35 Jahre
> unverändert zu behalten.

Alles richtig. Aber die Antwort darauf ist eher, sich irgendwelche 
Ausbildungen zu suchen, die allgemein gebrauchbar und nicht zu speziell 
sind. Ich denke dabei an so etwas wie einen Staplerschein, oder eine 
Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (gibt es das so noch?) für das 
Bewachungsgewerbe. Das hilft möglicherweise sehr, weil dann kann man 
auch besser eine Stelle als Lagerarbeiter oder Wachmann bekommen.

Ein Studium, habe ich selber die Erfahrung gemacht, ist zu speziell, und 
wenn dann noch die Berufserfahrung dazu kommt, die ist noch spezieller. 
So speziell, dass Dir nur Unternehmen im einstelligen Bereich bleiben. 
Und die sind oft gemeinsam in der Krise, weil die Krise die Branche 
betrifft.

Ich habe sehr mühsam versucht, irgendwo als Facharbeiter unter zu 
kommen, aber das war sehr schwer, weil die immer die Ansicht hatten, ich 
würde bei der ersten Gelegenheit als Ingenieur anderswohin wechseln. 
Aber als Ingenieur war ich tatsächlich halt nicht gut genug. Ich hatte 
mich also mit dem Studium in eine Sackgasse manöveriert.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

: Bearbeitet durch User
von Reiner D. (dollreiner)


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Hallo Florian,

ich habe mein Berufsleben mit der Arbeit als Elektroingenieur und dann 
als Ausbilder verbracht. Aus meiner Erfahrung sieht das so aus :

Es lohnt auf jeden Fall !

Erstens macht das Studium (fachlich und persönlich) Spaß !

Zweitens : je höher deine Qualifikation, desto selbstbestimmter wird 
deine Arbeit später sein. Es eröffnen sich dazu unzählige Möglichkeiten, 
an die du heute noch gar nicht denkst. Natürlich als Entwickler (oder 
Gruppenleiter oder ähnliches), aber auch als Patentanwalt (nach 
Weiterbildung), als (freier ?) Redakteur in der einschlägigen Presse, 
als Quereinsteiger im beruflichen Schulwesen (in deinem Alter kannst du 
auch noch verbeamtet werden), im Vertrieb, wissenschaftlich an der Uni, 
... usw.
Leute wie du, die nicht bloß Schule und Uni als Background haben, sind 
gesucht wie Perlen !

Trau dich !

von Frank O. (frank_o)


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Der Beitrag ist so lang, mittlerweile müsste er mit dem Studium fertig 
sein.
SCNR

von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Bernd W. schrieb:
> auch Malen, Zeichnen und
> Musizieren schult manuelle und logische Fähigkeiten.

... was ja lange vermutet wurde und inzwischen auch 1:1 nachgewiesen 
ist!

Es ist auch nicht nur statistisch nachgewiesen, von wegen "Musiker sind 
überdurchschnittlich mathematisch begabt" (was ja 2 Symtome derselben 
Ursache "Grundbegabung" sein könnten) sondern es ist in der Tat belegt, 
dass das Training der einen Hirnregion in der Tat die Fähigkeiten einer 
anderen stärken kann.

Das Hirn lernt durch Lernen, d.h. es muss belastet werden, um sich daran 
zu gewöhnen, Information aufzunehmen und das kann es eben einfach 
besser, wenn es gleichmäßig ausgelastet wird.

Es ist daher ein Krampf zu sehen, dass Musik, Kunst und Werken im Zuge 
des G8-Abiturs zusammengestrichen wurden! Das ist ein großer Schaden für 
die nachwachsene Generation und nicht alle Eltern haben die Möglichkeit, 
durch bezahlten Privatunterricht gegenzusteuern.

Dazu gibt es eine interessante Analogie im Sport: Trainiert man nur den 
Bizeps am linken Arm, so kriegt der rechte trotzdem auch etwas mehr 
Kraft! Das Training färbt sozusagen ab. Das gilt sogar für die Beine! 
Dort gibt es Rückwirkungen.

Inzwischen ist auch der neurologische Zusammenhang belegt: Es ist nicht 
nur die Testosteronausschüttung, die systemisch (also körperweit) wirkt, 
sondern es gibt auch Effekte im Gehirn: Es sind Spiegelneuronen 
beteiligt, die (nach meiner Interpretation durch "Unschärfe") dafür 
sorgen, dass der komplementäre Muskel mittrainiert wird. Herausgefunden 
hat man es bei Personen mit Nervenschäden im Heilungsprozess: Es wird 
nämlich nicht nur die Kraft trainiert, sondern auch die Koordination. 
Das heißt das Hirn lernt am linke Arm ein Muster und kann es dann auch 
am rechten. Die besondere Erkenntnis ist dabei, dass diese Steuerung von 
der anderen Gehirnhälfte erfolgen muss, weil ja jede eine Körperhälfte 
steuert. Die Gehirnhälften gucken also sozusagen von einander ab!

Das geht soweit, dass man Menschen mit Amputationen einen Roboterarm 
implantieren kann und den dadurch trainiert, dass die gesunde Hand 
Greifübungen macht, während man sich selber dabei zusieht. Die rechte, 
neue Hand probiert das dann und lernt mit!

Für mich heißt das: Das Hirn kann lebenslang alles lernen und es ist nie 
zu spät irgendwas anzufangen und neu zu lernen. Sprachen sind z.B. ein 
Bringer!

Florian schrieb:
> Dieses Jahr bin ich 27 Jahre alt geworden und überlege, nächstes Jahr
> nochmal Elektrotechnik zu studieren.
Nur zu!

: Bearbeitet durch User
von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Als weiteren Punkt könnte man noch erwähnen, dass man inzwischen auch 
rausgefunden hat, dass Kraftraining und Belastungen im Sport, das Hirn 
physisch fit halten. Während bei vielen Personen im Alter das Hirn 
schrumpft, ist dieser Effekt bei Alterssportlern geringer. Die 
Testosteronauschüttung soll dafür mit verantwortlich sind. Ich selber 
gehe davon aus, dass auch die Durchblutung eine Rolle spielt. Es ist 
z.B. so, daß bei trainierten Sportlern die effektive 
Sauerstoffkonzentration im Hirn bei leichter Belastung sogar erst einmal 
steigt, bevor sie bei mittleren Belastungen beginnt zu sinken. Es dauert 
lang und bedarf großen Belastungen, um bei diesem Personenkreis die 
Hirdurchblutung zu schwächen. Damit wäre ein möglicher Grund gefunden, 
der erklären könnte, warum viele Personen bei leichten Belastungen 
besser und konzentrierter Denken können.

Von daher ist es auch so schlimm, dass neben den künstlerischen Fächern 
für  unsere Schüler inzwischen auch sehr viel Sport ausfällt und überall 
auch noch an Sportstätten gespart wird - obwohl schon viele Hallen eh 
marode sind oder anderweitig belegt wurden: Corona hat da doppelt 
zugeschlagen: Die Kinder hatten keine Schule und keinen Sport und die 
Hallen waren obendrein durch Impfzentren belegt.

Wir haben durch diese möglicherweise unnötigen Maßnahmen eventuell 
mehrere Jahrgänge besonders geschädigt ... neben dem, was sich die 
Kinder durch zuviel Sitzen und Internet oder Playstation schon antun.

: Bearbeitet durch User
von Jürgen S. (engineer) Benutzerseite


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Bernd W. schrieb:
> Von daher sehe ich die Entwicklung der Menscheit mit großen
> Fragezeichen. Wir haben uns in Bereiche hineinentwickelt, die uns
> überfordern.

Was wir brauchen, ist mehr Bildung! Leider geht aber der Zug in eine 
andere Richtung: Die Smartphone-Generation baut immer mehr ab und die 
Schule wird ja eher verkürzt, als verlängert, um der Industrie Rechnung 
zu tragen.

Ich bin echt froh, daß wir viel Sport, Musik und Kunst hatten. Ich mache 
das nach wie vor und habe von allem einen Profit und überraschenderweise 
auch da, wo man es nicht vermuten würde:

Das 3D-Zeichnen mit Perspektiven und Schattierungen, das wir als Schüler 
im Kunstunterricht hatten, habe ich später am C64 in Adventures und 
Spielen umgesetzt, ausgebaut und perfektioniert. Es hat mir später an 
mehreren Stellen geholfen, mehrdimensional in Räumen zu denken, mir 
2D-Projektionen davon überlegen - und neue Geometrien im Kopf 
unterschiedlich zusammensetzen zu können. Bei einem IQ-Test zu 
Uni-Zeiten hatte ich besonders bei diesen Farb- und Geometrieerkennungs- 
und -sortierungsaufgaben außergewöhnlich gute Ergebnisse.

Entscheidend dabei ist - wie ich heute weiß - dass man das a) in hoher 
Qualität lernt, b) es früh genug lernt und c) dann angehalten wird, 
selber mit eigenen Händen und eigenem Kopf weiter zu gehen und es in die 
Nische zu treiben. Besonders haben hier auch die Papierkonstruktionen 
von Gebäuden zugeschlagen, die wir gebaut haben. Ich kann mir so 
Drahtmodelle von allen möglichen Werkstücken bildlich vorstellen. Es hat 
mir ermöglicht, mir solche Strukturen auszudenken, sie zu formulieren 
und auch virtuell zu bauen und zu dokumentieren. Ich habe es bei 
Datenbankenstrukturen, bei Baumstrukturen mit C-Programmen und in 
mehrdimensionalen pipelines in FPGAs genutzt. Ich würde soweit gehen, zu 
behaupten, daß ich meinen Synthi und die besondere Art der 
Datenverarbeitung mit den verzahnten pipelines zwar locker ohne den 
schulischen Musikunterricht hätten bauen können - aber niemals ohne den 
Kunstunterricht!

Von daher sehe ich das auch mit den heutigen Bildungswegen kritisch:

Eingeschränktes Fachabi / verkürztes Abi statt vollwertiges G9
FH statt Uni, weil man keinen "Theorieballast" will
Bätschler statt Master, also nur Inhalte, die auch von der Industrie 
gefordert werden

... also immer gerade nur das Allernötigste, was man scheinbar für den 
Beruf braucht.

von Uwe (neuexxer)


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> Eingeschränktes Fachabi / verkürztes Abi statt vollwertiges G9
> FH statt Uni, weil man keinen "Theorieballast" will
> Bätschler statt Master, also nur Inhalte, die auch von der
> Industrie gefordert werden

Die so gewonnene Lebenszeit der
"Human Ressources" (falsch übersetzt: Verbrauchsmaterial)
wird eher immer weniger in unserer Rest-Industrie benötigt

(nicht nur BASF verabschiedet sich unaufhaltsam,
u.a. wg. Energie- und Bürokratiekosten aus dem
"besten Deutschland aller Zeiten"),

sondern bevorzugt für ein,
natürlich voll-"freiwilliges soziales" Jahr,
abzuleisten an der neuen (Ost-)Front der Realität.  :-(

: Bearbeitet durch User
von Uwe (neuexxer)


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Passt zu vorstehendem, leider:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Papenburger-Meyer-Werft-will-440-Stellen-abbauen,meyerwerft1692.html

Die dann 440 "freigestellten" Fachkräfte werden den angespannten
Arbeitsmarkt in dieser Zukunftsregion spürbar entlasten!

:-(

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