Forum: HF, Funk und Felder Bauteilbestimmung: MMIC Amplifier mit Marking 03 und 06


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von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)



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Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Frage zur Bauteilbestimmung. Es scheint sich um 
MMIC Verstärker zu handeln. Im Input der Schaltung ist der PIN 1 45° 
angeschrägt. Auch der Schaltungsaufbau lässt auf MMIC schließen.

Ich hatte eine Anfrage an rf-microwave gesendet. Nur der E5 konnte von 
rf-microwave bestätigt werden. Ich würde jedoch gerne wissen, wie ich 
die MMICs prüfen kann und welchen Ersatz ich kaufen müsste, wenn die 
MMICs defekt wären.

Habe bei MINI Circuits eine Anfrage zur Bauteilbestätigung gestartet, 
aber bisher keine Antwort erhalten (3 Wochen her).

Auf einem Datenblatt von Mini Circuits habe ich Marking Codes entdeckt, 
danach wären es :
MAR-3SM(+) und MAR-6SM(+).
Kann das jemand bestätigen? Ist angehängt!

Die Schaltung ist aus einem Coherent C55 CO2 Laser.

Es scheint die Vorverstärkung für einen HF Power Mosfet SD57030-01 zu 
sein. Den Power Mosfet hats zerissen, daher meine Frage wie ich die 
MMICs prüfen kann? Fehler-Auslöser war ursprünglich ein Spannungsregler, 
der sich verabschiedet hatte. Angefeuert werden die vermeintlichen MMICs 
durch eine Push Pull Transistor-Kombi mit 100MHz

Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen.

Beste Grüße
Falk

: Bearbeitet durch User
von Helmut -. (dc3yc)


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Die MMICs von MiniCircuis wären aber im Plastikgehäuse und nicht in 
Keramik.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Bei den MC MMICs konnte man am Eingang rund 1V DC messen und am Ausgang 
je nach Stromeinstellung ein paar Volt. Da die MMICS üblicherweise über 
strombegrenzende Widerstands/Drossel Anordnungen gespeist werden, ist 
ein kollateraler Schaden da eher nicht zu erwarten, aber möglich, wenn 
die Versorgungsspannung extrem hoch wurde.

Die MMICS von MC hatten früher nur eine einfaches Widerstandsnetzwerk 
als DC Gegenkopplung zur Arbeitspunkteinstellung. Ist als DC mässig 
gesehen ziemlich einfach. Wie es bei den anderen aussieht, kann ich 
momentan nicht sagen, weil ich schon über 20J nichts mehr damit gemacht 
habe. Früher arbeitete ich viel mit MC und HP/Avago MMICs.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Helmut -. schrieb:
> Die MMICs von MiniCircuis wären aber im Plastikgehäuse und nicht in
> Keramik.

Auch die Schaltung passt nicht zu MAR/MiniCircuits.

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Gerhard O. schrieb:
> Da die MMICS üblicherweise über
> strombegrenzende Widerstands/Drossel Anordnungen gespeist werden, ist
> ein kollateraler Schaden da eher nicht zu erwarten, aber möglich, wenn
> die Versorgungsspannung extrem hoch wurde.

Die Spannung ist leider von den üblicher 15V DC auf 48V DC 
übergeschlagen!!! Denke die Teile könnten geschädigt sein. AM Eingang 
und Ausgang messe ich konstant 2,8V.

Beitrag #7676920 wurde vom Autor gelöscht.
von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Ralph B. schrieb im Beitrag #7676920:
> Dann ist er definitiv defekt.

Hallo Ralph, das habe ich mir fast gedacht und wollte es nicht 
aussprechen.

Jetzt wäre halt die Frange welchen Typ ich benötige um die beiden 
defekten zu ersetzen. Ein zu großer Typ des MMIC wird wahrscheinlich den 
neu bestellten HF Mosfet beschädigen.

So eine HF Schnüffelsonde? kann man die günstig brauchbar erwerben?
Hab nur mal auf die schnelle geschaut....gut teuer die Teile.

von Helmut -. (dc3yc)


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Und der Laserhersteller kann keine Unterlagen liefern?

von Ralph B. (rberres)


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hallo Falk

Eine Schnüffelsonde habe ich mir aus einer SMA-Buchse zwei parallel 
geschalteter 910 Ohm SMD Widerstände und einen SMD Kondensator selbst 
gebaut.

Die beiden aufeinander gelegten SMD Widerstände bauform 1206 direkt an 
den Mittelpin der SMA Buchse löten, Ans andere Ende der Widerstände 
direkt den Kondensator löten, und ans andere Ende des Kondensators ein 
Stück Stahldraht löten. Über das ganze ein Isolierrohr schieben und mit 
UHU-Plus Endfest300 ausgießen.

Das ganze bildet einen 20db Spannungsteiler mit den 50 Ohm 
Eingangswiderstand des Spektrumanalyzers oder Oszillografen.
Der Eingangswiderstand der Schnüffelsonde beträgt ca 500 Ohm

Es sind zwar keine supergenauen Messungen damit möglich aber um einen 
Verstärkungsverlauf zu testen reicht es allemal.



Was die MMICs betrifft, würde ich mir mal die Era 1 bis Era 6 anschauen, 
da ist sicherlich was passendes dabei.

Ralph Berres

: Bearbeitet durch User
von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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leider nein, Coherent macht dicht.
Man kann aber gerne einen neuen Laser erwerben. Kostet ja nicht viel. Ab 
25k€ netto

von Wastl (hartundweichware)


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Ralph B. schrieb:
> da ist sicherlich was passendes dabei.

Wenn man weiss wofür es passen soll.

von Ralph B. (rberres)


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Der MMIC U16 muss ja irgend woher seine Betriebsspannung am Ausgangspin 
bekommen. Das geht aber aus dem Foto leider nicht hervor. Die 
Betriebspannung wird sicherlich von den 24V über einen Widerstand 
zugeführt.

Dessen Wert und des Spannungsabfalles lässt auf den Strom schließen 
welches durch das MMIC fließt. Danach kann man sich dann den MMIC 
aussuchen.

Man muss dann noch abschätzen welche Verstärkung das IC machen soll.

Das kann man wiederum in dem man sich den Pegel der letzten noch 
funktinierenden Stufe anschaut, und das Datenblatt des 
Leistungstransistors, welchen Pegel er am Gate sehen will um die 
erforderliche Leistung abzugeben.

Dann weis man im etwa welche Verstärkungen insgesamt benötigt werden und 
teilt sich die über die restlichen defekten MMICs auf.

Ralph Berres

von Gerhard O. (gerhard_)


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Falk schrieb:
> Ralph B. schrieb im Beitrag #7676920:
>> Dann ist er definitiv defekt.
>
> Hallo Ralph, das habe ich mir fast gedacht und wollte es nicht
> aussprechen.
>
> Jetzt wäre halt die Frange welchen Typ ich benötige um die beiden
> defekten zu ersetzen. Ein zu großer Typ des MMIC wird wahrscheinlich den
> neu bestellten HF Mosfet beschädigen.
Das ist nicht zu erwarten, weil die Versorgungsschaltung die 
Leistungsklasse des MMICs bestimmt.

Ferner würde ich mir überlegen, was diese Verstärkerschaltung tun soll. 
Dann kann man Blockschaltbildmässig Überlegungen anstellen, wie man 
mögliche Ersatzkombinationen wählen könnte. Ganz wichtig sind, 
abschätzen zu können, wie groß die Verstärkung sein soll/könnte, 
Bandbreite, Minimale Frequenz und Intermodulationsverhalten(IP3) bei 
komplexen Signalen, um In-band Verzerrungen niedrig genug halten zu 
können.

Die Leistungsklasse jeder Stufe ist aus ihren Vorwiderständen oder 
akriven Biasschaltungen ersichtlich. Manchmal findet man aktive 
Versorgungsschaltungen mit zwei Transistoren und ein paar Widerständen. 
Sonst meist nur ein strombegrenzender Widerstand. Dann müsste man auch 
wissen ob diese MMICs bi-polarer Natur sind oder auf GaAs-FET Basis. 
Solche MMICs haben meist wegen ihrer Anpassung eine minimale 
Arbeitsfrequenz über 30-50MHz. Bi-Polare Typen gehen meist auf fast DC 
herunter und sind in Deiner Anwendung höchstwahrscheinlich auch 
verwendet.

Als möglichen Ersatz überlege Dir die Leistungsklassen von rückwärts 
aus. Dann schlage ich vor, vorsichtig mit dem Verstärkungsgrad 
umzugehen. Niedrigere Verstärkungen haben den Vorteil einer größeren 
internen Gegenkopplung und sind deswegen linearer und haben einen 
besseren IP3. Frequenzgangmässig würde ich bei den erwähnten 100MHz nach 
MMICs mit 500MHz bis 1-2GHz suchen. Leistungsklasse aus Bias-R schätzen. 
Wie gesagt, höhere Leistungsklassen haben bessere IP3 Werte, falls Deine 
Signale komplex sind, ist das zu berücksichtigen.

Inwieweit solltest Du Dir auch im Klarem sein, wie gut, gut genug, sein 
muß, um weitermachen zu können. Es wieder auf Fabriks-Kennwerte 
zurückzubringen, ist vielleicht auch gar nicht notwendig.

Als HF mV-Meter eignen sich gut die alten RS URVs, insofern man sie noch 
mit einem guten Tastkopf preisgünstig genug findet oder ein lose 
(JFET-Stufe) angekoppelter Spectrum Analyzer.

In Anbetracht der extrem hohen Ersatzkosten, ist Experimentieren mit 
einem bisschen Glück durchaus nicht zu verwerfen. Also viel Erfolg, wenn 
Du da etwas in der Richtung unternehmen wolltest. Bekanntlich isst man 
ab einem bestimmten Grad der Desperation Fliegen:-)

Gruß,
Gerhard

Welcher Art sind denn die zu untersuchenden Signale? ns Impulse?






>
> So eine HF Schnüffelsonde? kann man die günstig brauchbar erwerben?
> Hab nur mal auf die schnelle geschaut....gut teuer die Teile.

: Bearbeitet durch User
von Wastl (hartundweichware)


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Ralph B. schrieb:
> Der MMIC U16 muss ja irgend woher seine Betriebsspannung am Ausgangspin
> bekommen.

Nein. U16 ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein integriertes
Dämpfungsglied, das braucht keine Versorgung. Das DGL dient
dazu dem nachfolgenden Filter eine vernünftige 50 Ohm Quelle
zu bieten.

U18 dagegen wird von (vermutlich drei) parallel liegenden
Widerständen versorgt die so niederohmig sind dass eine
Versorgung aus 24 Volt nicht denkbar erscheint. Die
Parallelschaltung ist erforderlich da ein einzelner SMD
Widerstand die Verlustleistung nicht auf Dauer aushält.
Diese Konstellation lässt ein MMIC bei Überspannung
schnell dahinschmelzen.

von Gerhard O. (gerhard_)


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: Bearbeitet durch User
von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Gerhard O. schrieb:
> Der "E5" könnte dieser sein:

genau, dieser wurde bestätigt.
Die anderen schaue ich mir gleich mal näher an.

Vielen Dank schon mal bis hier her.

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Ralph B. schrieb:
> Der MMIC U16 muss ja irgend woher seine Betriebsspannung am Ausgangspin
> bekommen. Das geht aber aus dem Foto leider nicht hervor.

Der Laser steht in der Firma, ich mache morgen mal Bilder vom Ganzen und 
messe mal wo überall Spannung vorhanden ist.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Falk schrieb:
> Ralph B. schrieb:
>> Der MMIC U16 muss ja irgend woher seine Betriebsspannung am Ausgangspin
>> bekommen. Das geht aber aus dem Foto leider nicht hervor.
>
> Der Laser steht in der Firma, ich mache morgen mal Bilder vom Ganzen und
> messe mal wo überall Spannung vorhanden ist.

Was mich betrifft, bin ich mir ziemlich sicher anhand der Fotographien 
und der Datenblätter, daß die "Weissen" Zwischenabschwächer PADs sind. 
Das habe ich früher manchmal auch so gemacht.

Daß es Abschwächer sind, geht auch daraus hervor, daß keine 
DC-Versorgungs Verdrahtungszüge ersichtlich sind und die Markierungen, 
exakt dem der MCL Datenblätter entsprechen. Da bin ich mir ziemlich 
sicher.

Übrigens würde ich auch die ganze Schaltung dieser Baugruppe abzeichnen 
und ins CAD bringen. Kann nützlich sein und ist bei so einer (relativ) 
einfachen Schaltung unschwer zu bewerkstelligen.

von Wastl (hartundweichware)


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Gerhard O. schrieb:
> bin ich mir ziemlich sicher anhand der Fotographien
> und der Datenblätter, daß die "Weissen" Zwischenabschwächer PADs sind.

Ach! Weil ich es dir schon vorgebetet habe?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gerhard O. schrieb:
> daß die "Weissen" Zwischenabschwächer PADs sind

Dann wäre der Verdacht naheliegend, dass sie 3 dB bzw. 6 dB abschwächen 
…

Solche Abschwächer kannte ich allerdings auch noch nicht, wieder was 
gelernt. ;-)

von Wastl (hartundweichware)


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Jörg W. schrieb:
> Solche Abschwächer kannte ich allerdings auch noch nicht, wieder was
> gelernt.

Das sind Bauteile für die, die zu faul sind ein Dämpfungsglied
aus drei Widerständen zu bauen. Für die Frequenzen von paar
hundert MHz braucht man keine solchen Dämpfungsglieder als Er-
satz für eine diskrete Lösung. Der Platzbedarf kann auch kein
Argument sein wenn man 0603er Widerstände verwendet.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Wastl schrieb:
> Für die Frequenzen von paar
> hundert MHz

Naja, die MMICs gehen ja schon bis zu einigen GHz, insofern sehe ich da 
schon, warum eine integrierte Lösung Vorteile haben kann.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Wastl schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> bin ich mir ziemlich sicher anhand der Fotographien
>> und der Datenblätter, daß die "Weissen" Zwischenabschwächer PADs sind.
>
> Ach! Weil ich es dir schon vorgebetet habe?

Warum so anzüglich?

Nein, weil jene keine Stromzuführungen haben und die Beschriftung dem 
Datenblatt entspricht.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Jörg W. schrieb:
> Wastl schrieb:
>> Für die Frequenzen von paar
>> hundert MHz
>
> Naja, die MMICs gehen ja schon bis zu einigen GHz, insofern sehe ich da
> schon, warum eine integrierte Lösung Vorteile haben kann.

Auch weil solche Abschlüsse die Impedanz in Richtung MMIC realer halten. 
Bei diskreten Versionen könnte es in ungünstigeren Aufbauten auf höheren 
Frequenzen möglicherweise zu Instabilitäten kommen. Da hat es schon Sinn 
breitbandige Pads zu verwenden.

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Wastl schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Solche Abschwächer kannte ich allerdings auch noch nicht, wieder was
>> gelernt.
>
> Das sind Bauteile für die, die zu faul sind ein Dämpfungsglied
> aus drei Widerständen zu bauen. Für die Frequenzen von paar
> hundert MHz braucht man keine solchen Dämpfungsglieder als Er-
> satz für eine diskrete Lösung. Der Platzbedarf kann auch kein
> Argument sein wenn man 0603er Widerstände verwendet.

Mir scheint, ich beobachte hier eine gewisse Tendenz zu 
Unterstellungen...

Der Entwickler wird schon seine Gründe dafür gehabt haben. Obendrein 
mach Coherent ohnehin nur recht teure Gerätschaften, wo Kosten wenig ins 
Gewicht fallen.

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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So Hab mal ein paar Bilder machen können und ein wenig gemessen.
Vielleicht hilft es ja ein wenig weiter. Ein Steuer-Transistor der Push 
Pull Kombi fehlt aktuell und wird erst geliefert, genau wie der Power 
Mosfet. Detail Fotos kann ich gerne machen!

Das Modulationssignal liegt an!

Gruß Falk

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Falk schrieb:
> So Hab mal ein paar Bilder machen können und ein wenig gemessen.
> Vielleicht hilft es ja ein wenig weiter. Ein Steuer-Transistor der Push
> Pull Kombi fehlt aktuell und wird erst geliefert, genau wie der Power
> Mosfet. Detail Fotos kann ich gerne machen!
>
> Das Modulationssignal liegt an!
>
> Gruß Falk

Das sieht einem meiner Laser-Projekte aus dem Jahre 1995 sehr ähnlich. 
Allerdings mit wesentlich groesserer Leistung auf 72Mhz und mit 600-750W 
Laser Treiber Leistung. (Die Anordnung war übrigens Wasser gekühlt und 
lief mit 28V@45A. Beitrag "Zeigt her Eure HF Kunstwerke"

Deine Anordnung ist meiner konzeptmaessig sehr ähnlich. Ich nehme auch 
an, der Gegentakt Leistungs-MOSFET könnte vielleicht noch in Ordnung 
sein.

Also die Leistungsstufen von Rückwärts gesehen: Die große Endstufe, ein 
3-10W Treiber MOSFET (Q4) und dann der MCL MMIC (U16). Wie gesagt, die 
MMICs sollten am Eingangs-Pin nicht mehr wie 1V haben. Ich würde sie 
auswechseln.
Ist der 100MHz Quarzoszillator noch gut?

Wie steht es denn mit dem OPV und anderen Steuer Komponenten?

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Gerhard O. schrieb:
> Das sieht einem meiner Laser-Projekte aus dem Jahre 1995 sehr ähnlich.
> Allerdings mit wesentlich groesserer Leistung auf 72Mhz und mit 600-750W
> Laser Treiber Leistung. (Die Anordnung war übrigens Wasser gekühlt und
> lief mit 28V@45A. Beitrag "Zeigt her Eure HF Kunstwerke"

Sehr coole Bilder, so oft kann man ja keinen RF Laser von innen sehen, 
ja der Aufbau scheint ähnlich zu sein.

Gerhard O. schrieb:
> Ist der 100MHz Quarzoszillator noch gut?

Ja der Quarz ist zum Glück heile geblieben (100MHz macht er sauber, doch 
der Pegel verwundert mich ~500mV) dachte die machen 5V TTL.
Die Steuerelektronik auf der rechten Seite fast zu 100% I.O. nur den 
LM6144 und ein SN74F00 hats auf der Linken Seite mitgenommen, und ein 
paar kleine BAV 99 Dioden. Aber alles schon ersetzt und funktioniert 
wieder wie vorher. Leider ist die Antenne von Unten am PCB angelötet, 
sowmit bekomme ich die Platine nicht runter um besser die Schaltung zu 
verstehen.

Es sind 2 Spannugregler verbaut. Ein 15V der von 48V gespeist wird und 
ein 5V der vom 15V Regler gespeist wird. Alles was 5V hat, hat auch 
scheinbar überlebt nur die Komponenten welche am 15V zweig kleben, hats 
mitgenommen!

Das blöde ist, der Laser wurde gerade gerefillt und hat stolze 94W im 
Mittel!!! also wie neu, daher muss ich den wieder ans Laufen kriegen.
Einen Neuen wäre ich nicht bereit zu bezahlen.

Bin halt kein Elektroniker, eher autodidakter Hobbybastler in dem 
Bereich. Hab zwar paar Testgeräte aber da geht bestimmt mehr!!! :-)

: Bearbeitet durch User
von Gerhard O. (gerhard_)


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Falk schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Das sieht einem meiner Laser-Projekte aus dem Jahre 1995 sehr ähnlich.
>> Allerdings mit wesentlich groesserer Leistung auf 72Mhz und mit 600-750W
>> Laser Treiber Leistung. (Die Anordnung war übrigens Wasser gekühlt und
>> lief mit 28V@45A. Beitrag "Zeigt her Eure HF Kunstwerke"
>
> Sehr coole Bilder, so oft kann man ja keinen RF Laser von innen sehen,
> ja der Aufbau scheint ähnlich zu sein.
>
> Gerhard O. schrieb:
>> Ist der 100MHz Quarzoszillator noch gut?
>
> Ja der Quarz ist zum Glück heile geblieben (100MHz macht er sauber, doch
> der Pegel verwundert mich ~500mV) dachte die machen 5V TTL.
> Die Steuerelektronik auf der rechten Seite fast zu 100% I.O. nur den
> LM6144 und ein SN74F00 hats auf der Linken Seite mitgenommen, und ein
> paar kleine BAV 99 Dioden. Aber alles schon ersetzt und funktioniert
> wieder wie vorher. Leider ist die Antenne von Unten am PCB angelötet,
> sowmit bekomme ich die Platine nicht runter um besser die Schaltung zu
> verstehen.
Es gibt diese Oszillatoren mit verschiedenen Ausgangssignal Optionen. 
Das muss man dem Datenblatt entnehmen, sofern es auffindbar ist.
>
> Das blöde ist, der Laser wurde gerade gerefillt und hat stolze 94W im
> Mittel!!! also wie neu, daher muss ich den wieder ans Laufen kriegen.
> Einen Neuen wäre ich nicht bereit zu bezahlen.
Das verstehe ich.
>
> Bin halt kein Elektroniker, eher autodidakter Hobbybastler in dem
> Bereich. Hab zwar paar Testgeräte aber da geht bestimmt mehr!!! :-)

Naja. Man muss halt strategisch vorgehen. Scheinbar müssen da um die 
50-100W erzeugt werden. Du kannst mal annehmen, daß die Gegentakt 
Endstufe rund 10-13dB Verstärkung hat. Der Treiber Transistor (MOSFET?) 
dürfte zwischen 13-20dB Verstärkung können und benötigt dann im 
günstigsten Fall nur rund 50mW für die gewuenschte Ausgangsleistung. Der 
EAR-5 kann bis zu 18.5dBm erzeugen. Das dürfte vielleicht gerade noch 
ausreichen, um 50-100W zu erzeugen. Sieh mal die Datenblätter der HF 
Halbleiter an und stelle ein Verstärkungsbudget auf, um zu sehen ob 
diese Annahmen überhaupt realistisch sind.  Ferner muesste man wissen, 
ob da eine Leistungsreglung vorhanden ist. Am Ausgang könnte da noch 
eine Stromwandler oder Richtkoppler wie bei mir vorhanden sein. Auch 
sieht man in solchen Anwendungen auch Schutzschaltungen gegen schlechte 
Anpassung vor. Ziemlich aufwendig kann es prinzipiell werden.

...

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)



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Wastl schrieb:
> U16 ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein integriertes
> Dämpfungsglied, das braucht keine Versorgung. Das DGL dient
> dazu dem nachfolgenden Filter eine vernünftige 50 Ohm Quelle
> zu bieten.

Hallo Zusammen,  Wastl hatte mit den Bauteilen recht. :-)

Habe mir von einem Kumpel mal einen Laser geliehen. Dort ist zwar die 
Ansteuerung anders, aber es gibt dennoch die diese weißen Bauteile mit 
der (03)!!!

Also fix alle abgelötet und miteinander verglichen und Messwerte 
ermittelt.

Also beim 03er messe ich zwischen den Massen und In/OUT immer ~150 Ohm 
und zwischen In und Out ~16-17 Ohm.

Beim 06er messe ich zwischen den Massen und In/OUT immer ~85 Ohm und 
zwischen In und Out ~33,5 Ohm.

Den ERA 5 MMIC habe ich auch getauscht, jetzt kommt ein sauberes Signal 
bis zum Gate des Power Mosfet. Die 4 parallelen Widerstände 4x680 Ohm) 
speisen mit 15V dc den ERA 5 ein. Der hat dann 4,6V zur Versorgung 
anliegen und nimmt max. 84mA auf. Die Vorgabe durch den Hersteller ist 
max. 85mA. Also nicht viel Luft, die Coherent beim Design offen gelassen 
hat.

Jetzt heißt es warten auf den Power Mosfet. Ich halte Euch am laufenden.

Was mich noch wundert, das Signal für die Power Mosfets sollte doch ein 
Rechtecksignal sein, es ist aber bei beiden Lasern gleich, immer ein 
Sinussignal mit 100Mhz (der eine funktioniert 100%)

Vielen Dank schon mal bis hier her an alle die geholfen haben. :-)

von Manfred K. (4for)


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Falk schrieb:
> Also beim 03er messe ich zwischen den Massen und In/OUT immer ~150 Ohm
> und zwischen In und Out ~16-17 Ohm.
>
> Beim 06er messe ich zwischen den Massen und In/OUT immer ~85 Ohm und
> zwischen In und Out ~33,5 Ohm.

gemessene Widerstandswerte passen sehr gut zu 3dB bzw 6dB 
pi-Dämpfungsgliedern.

von Hp M. (nachtmix)


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Falk schrieb:
> Was mich noch wundert, das Signal für die Power Mosfets sollte doch ein
> Rechtecksignal sein, es ist aber bei beiden Lasern gleich, immer ein
> Sinussignal mit 100Mhz

Wie schnell geht denn dein Oszilloguck?
Die nächste Oberwelle eines 100MHz Rechtecks liegt bei 300MHz.

Ausserdem deuten die grossen Kühlkörper darauf hin, dass die Endstufe 
kein reiner Schalter ist...

von Falk (Firma: Selbständig) (masterlu79)


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Hallo machtnix,

leider geht das Oszilloguck nur bis 100MHz, vllt auch ein wenig mehr. 
Aber nicht bis 300MHz. Brauche wohl mal was Größeres, dachte immer bis 
100MHz reicht, man wächst mit den Aufgaben :-)

Die großen Kühlkörper links wie rechts sind überwiegend zum Kühlen des 
Gases im Laserresonator. Der luftgekühlte Laser sollte 22 Grad Celsius 
nicht dauerhaft überschreiten.

Klar die großen HF Mosfets haben auch eine Kühlung notwendig.
P tot kann jeder max. 500W verbraten.

Deshalb sind unter dem Laser 6 und seitlich je 3 Lüfter verbaut.
Die seitlichen haben über 25W je Lüfter...

Beitrag #7687862 wurde vom Autor gelöscht.
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