Forum: HF, Funk und Felder Suche Idee für VU Meter im Revox A77 Tonband


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von Christian M. (likeme)


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Hallo zusammen, ich möchte gern die beiden alten VU rauswerfen und etwas 
modernes in die Bandmaschine einbauen. Sinn ist das Teil umzumodeln, 
Eine originale Maschine hab ich noch so rumstehen und belasse die auch 
so. Die beiden roten Schalter fallen weg und der Ausschnitt ist dann 
10x2,5cm groß. Mein Favorit wäre eine VFD Balkenanzeige. Habt ihr eine 
Idee ob es das +/- x mm fertig gibt oder vielleicht doch eine 
Eigenkreation machen?

von Herbert Z. (herbertz)


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Hoffentlich hilft dir keiner dabei einen "Klassiker" unter den 
Bandmaschinen zu "vermodeln".

von Christian M. (likeme)


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Herbert Z. schrieb:
> Hoffentlich hilft dir keiner dabei einen "Klassiker" unter den
> Bandmaschinen zu "vermodeln".

Hoffentlich schon, denn anderen Originalen A77 habe ich 100% original 
hergerichtet. Das Opfer von jetzt war wohl schon im Wertstoffcontainer 
gelegen, man muss quasi was neues draus bauen ;-)

von Darius (dariusd)


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Hallo

VFD hat (leider => Preise /Nachfrage) mittlerweile auch einen recht hohe 
Retrofangemeinde bzw. das, was tatsächlich noch neu produziert wird, ist 
im Vergleich zu jeder anderen Displaytechnik (na ja Display... ist etwas 
hoch gegriffen) sehr teuer.
Wenn man nicht zufällig bei Pollin und ähnliche (Restposten) Anbieter 
was findet wird es sehr teuer werden.
Nicht zu vergessen - nicht nur die richtige Spannung muss mit einer 
Schaltung erzeugt werden, sondern auch die gesamte Ansteuerelektronik 
(und Logik) auf den VFD Displays (der Platine) sind nämlich nur selten 
die Ansteuer- und Treiber ICs verbaut, bzw, wenn doch als Modul:
Sehr teuer... und nahezu sicher nicht als Balkenanzeige zu bekommen , 
sondern als Textdisplay.
Also doch besser LEDs oder ein modernes Display mit moderner Technologie 
und (recht einfacher) Ansteuerung?

Herbert Z. schrieb:
> Hoffentlich hilft dir keiner dabei einen "Klassiker" unter den
> Bandmaschinen zu "vermodeln".

Sein Eigentum - also kann er damit machen, was er will (außer auf ein 
Auto schmeißen, oder jemanden auf dem Kopf fallen lassen).
Außerdem:
Eine Bandmaschine - was macht man denn damit heute (seit fast 40 Jahren) 
noch praktisch, was ist daran noch besser als irgendeine Computerlösung 
mit einer guten Soundkarte... ? Absolut nichts!
Der 1001 Staubfänger in irgendeinem Regal, der, wenn überhaupt 1-mal im 
Jahr uralte Bänder mit "bessere Zeit" Musik abspielt...?
Na darauf kann die Allgemeinheit und jeder, dem das Gerät jeweils nicht 
gehört verzichten.
Alles hat(te) seine Zeit, es ist schön, wenn einige Exemplare wovon auch 
immer erhalten bleiben, 99% dürfen aber gerne den weg alles irdischen 
gehen.

Also warum nicht verändern, anpassen, total umbauen und wenn es zuviel 
wird einfach entsorgen...?

: Bearbeitet durch User
von Bauform B. (bauformb)


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Blaugrüne SMD-LEDs hinter zwei Plexiglasscheiben. Die innere dient als 
Streuscheibe, ist relativ dick und idealerweise in LED-Farbe. Die 
vordere ist dünn, schwarz (naja, "Rauchglas") und evt. noch schwarz 
bedruckt um die Segmente abzugrenzen. Moderne LEDs sind so hell, dass 
90% Lichtverlust keine Rolle spielt. Die Einbautiefe dürfte auch kein 
Problem sein.

von Michael B. (laberkopp)


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Christian M. schrieb:
> Mein Favorit wäre eine VFD Balkenanzeige.

Kurzlebig gegen kurzlebiger ?

Die Zeigerinstrumente halten leider nicht ewig, irgendwann gibt der 
Kleber auf und die Spule fällt ab.

Insofern ist bei KAPUTTEN Zeigerinstrumenten ein Ersatz zu suchen, der 
nicht ebenso alt ist.

Ich würde ein Graphik-LCD oder OLED einsetzen, denn die Vorgabe für VU 
bzw. Peak-Meter möchte eine Auflösung von 220 Pixeln haben. Siehe

https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.30.2

für alles beachtenswerte bei VU und Peak, vor allem dass eines 
logarithmisch, das andere linear abbildet.

von Herbert Z. (herbertz)


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von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Die Jungs bei RTW haben früher diese Plasma Displays eingesetzt und 
haben jetzt zu TFT gewechselt:
https://www.rtw.com/en/product-list/audio-monitors/tm3-smart.html

Wobei die Plasma Displays schon ziemlich cool waren:
https://www.worthpoint.com/worthopedia/rtw-1115e-peak-audio-meter-bridge-1618855782

Wenn man also wirklich Sakrilege begehen will, plädiere ich für farbiges 
TFT.

von Michael B. (laberkopp)


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Matthias S. schrieb:
> Wobei die Plasma Displays schon ziemlich cool waren:

Werden aber nicht mehr hergestellt.

von Jörg R. (solar77)


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Christian M. schrieb:
> Hallo zusammen, ich möchte gern die beiden alten VU rauswerfen und
> etwas modernes in die Bandmaschine einbauen.

Pfui🤮

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Michael B. schrieb:
> Werden aber nicht mehr hergestellt.

Ach was? Deswegen schlug ich doch TFT vor. Du liest auch immer nur die 
Hälfte, oder?

von Vanye R. (vanye_rijan)


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Ich weiss zwar nicht wieso man sich mit so krass veralteten analogen 
Bandmaschinen abgeben sollte, es gibt doch moderne DATs wo alles digital 
ist. :-D

Aber ich hab vor 2-3Jahren sowas aus LEDs gebaut. Meine Erfahrung ist 
das LEDs auch sehr cool aussehen koennen! Die meisten hier kennen sowas 
aber nur aus billigkram der 90er als 6 oder vielleicht 10LEDs (oder 
VFD-Pixel) eingebaut waren. Bei mir sind es 64. Ausserdem habe ich damit 
experementiert die Updaterate hochzuschrauben. Ich hatte meine Schaltung 
(analoge Lograrithmierung + STM32F30) erst auf 50Hz ausgelegt und weil 
der Controller damit unterfordert war dann die Updaterate auf 100 und 
spaeter sogar 200Hz hochgesetzt. Obwohl man meinen sollte das ein Auge 
ueber 50Hz nicht mehr soviel unterscheiden sollte, zumal ja die meisten 
LEDs sowieso immer an oder aus sind und es nur wenige sind die immer 
umschalten, man sieht das! 64Led+200Hz sieht dann aus wie so eine coole 
Plasmaanzeige.
Theoretisch koennte ich davon ein kleines Video machen, aber die 
50/60Bilder pro Sekunde des Videos machen leider den Eindruck kaputt den 
das in der Praxis hat. Die coolness ist dann ploetzlich weg. :-D
Ein weiteres Problem, wenn man nicht nur bei der Opamusik der 90er 
verharrt sondern auch moderneres hoert, muss man leider sehr oft weinen 
weil eigentlich nur 4-5LEDs gebraucht werden weil die Dynamik soweit 
zusammengeschrumpelt ist das sich da nicht mehr viel bewegt. Seufzt!

Ich koennte mir auch vorstellen das es auch mit OLEDs geht, aber 
vermutlich nur wenn man wirklich willens ist die Ansteuerung auch 
komplett selber zu programmieren damit man die notwendige Updaterate 
erreicht. .-)

Vanye

von Christian M. (likeme)


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Vanye R. schrieb:
> Ich weiss zwar nicht wieso man sich mit so krass veralteten analogen
> Bandmaschinen abgeben sollte, es gibt doch moderne DATs wo alles digital
> ist. :-D

Also das dachte ich mir anfangs auch, dann starb ein Bekannter, der 
Nachlass bestand aus einem alten XY Bandgerät + Tapes, die Neugier 
wuchs, angesteckt, rumgewickelt, Play, zack infiziert!

Das 0815 Gerät vom Bekannten landete schnell im Bauhof und dann kam 
Ersatz von Revox. Nach der Komplettüberholung lief das Teil auch noch 
ziemlich gut. Die Ohren und Augen haben sich geöffnet als ich die erste 
Aufnahme gestartet und abgehört habe. Ich bin ein Cassetten Kind und mir 
war nie bewusst wie man aus "normal" Bandmaterial so einen guten Sound 
rausholen konnte. Der Frequenzgang ist verglichen mit Cassette 
vergleichbar mit einer CD. Cassette ist echt immer Scheiße selbst mit 
den teuren Metall Tapes und Superdupertonkopf war da nix besonderes 
rauszuholen.

Zur Qualität: Kaum Eigenrauschen, man kann absichtlich in die Sättigung 
hinein aufnehmen, VU auf Anschlag fahren und ein Live Konzert klingt 
noch Krasser wie vorher.

Es gibt tatsächlich bei Thomann noch neue Tonbänder! Die Musiker nehmen 
es gerne um ihre Songs "rauchiger" zu mischen, es ist also Nachschub und 
eine Nachfrage da.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Also das dachte ich mir anfangs auch,

Bevor jetzt wieder bei Leuten der Blutdruck steigt. Da war natuerlich 
von mir als Witz gemeint. Natuerlich hat man heute alles auf dem NAS 
oder Handy und spielt es direkt digital ab. Aber klar, diese alten 
Kisten haben natuerlich einen gewissen Charme wenn man damals seine 
Jugend hatte. Bei mir waren das aber DATs weil ich fuer Bandmaschinen 
nicht alt genug bin. Gott seit dank uebrigens, wenn man sieht was das 
fuer fette Kloetze sind. :)

> Cassette ist echt immer Scheiße selbst mit den teuren Metall Tapes
> und Superdupertonkopf war da nix besonderes rauszuholen.

Klar. Das erste klanglich brauchbare waren in den 80ern Hifi-Video aber 
auch das nur bei den teuren (gute Kopfmechanik, manuelle Aussteuerung) 
Geraeten.

Die compact Kassette kann theoretisch gut sein wenn man ein gutes 
Tapedeck hatte, gute Tapes und alles perfekt eingemessen war. Also bei 
fast niemanden und selbst dann altern die schlecht weil kaum Reserven da 
sind.

> Es gibt tatsächlich bei Thomann noch neue Tonbänder!

Hab gesehen das du in Amiland sogar neue Originalabzuege als Band kaufen 
kannst. Aber bei den Preisen musst du die auch lieben weil mehr wie ein 
Tape pro Monat wird du dir da kaum leisten wollen. Das ist wie damals 
als man sich eine CD gekauft hat und man die einen Monat jeden Tag 
hoeren musste weil man sich erst dann wieder eine weitere leisten 
konnte. :-)

Immerhin einen grossen Vorteil haben aber diese alten Maschinen. Damit 
war kein Randomplay moeglich. Damit fing die Musik an den Bach runter zu 
gehen...

Vanye

von Mark S. (voltwide)


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Christian M. schrieb:
> Ich bin ein Cassetten Kind und mir
> war nie bewusst wie man aus "normal" Bandmaterial so einen guten Sound
> rausholen konnte. Der Frequenzgang ist verglichen mit Cassette
> vergleichbar mit einer CD. Cassette ist echt immer Scheiße selbst mit
> den teuren Metall Tapes und Superdupertonkopf war da nix besonderes
> rauszuholen.

Das habe ich genau anders herum erlebt.
In den 80-er Jahren habe ich mal meine heißgeliebte A77, Halbspur und 
19cm/sec, mit einem professionellen Hitachi-Tape-Deck und guten 
Kassetten gehörmäßig verglichen.
Dabei war die Kassettenaufnahme durchaus auf der Höhe mit der 
Bandaufnahme.
Das war ziemlich ernüchternd.
Zum Glück kamen bald darauf die DAT-Recorder auf den Markt.
Das war damals ein Ohren-Öffner.

von Herbert Z. (herbertz)


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Mark S. schrieb:
> Dabei war die Kassettenaufnahme durchaus auf der Höhe mit der
> Bandaufnahme.

Ich habe ein paar Jahre bei UHER gejobbt. Deswegen kann ich mir das 
nicht vorstellen. DAT ist tot ,hat sich nicht lange gehalten. Ebenso die 
Digital/analoge Cassette von Philips DCC.
Es geht schon lange nicht mehr um den Klang, kann man ja an den MP3 
Zahlen sehen. Früher hatten die Leute die Geduld sich eine Platte oder 
eine Kassette oder Band von A-Z anzuhören. Die CD erlaubte Titelsprünge 
vom Sessel aus. Das hat den Leuten gefallen, brauchst dein Arsch nicht 
mehr bewegen. Das war es dann für analog.

von Christian M. (likeme)


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Mark S. schrieb:
> Zum Glück kamen bald darauf die DAT-Recorder auf den Markt.
> Das war damals ein Ohren-Öffner.

Es ist zugegebenermaßen auch ein wenig so, daß das Auge, wie bei der 
Schallplatte, mithört :-) Und Schallplatte ist bei weitem nicht perfekt, 
man kann aber toll dran rumspielen.

kleiner Nachtrag, ich werde den A77 wahrscheinlich so lassen wie er ist, 
nur wieder technisch auf Vordermann bringen. Man baut sich in den Golf 1 
auch keine LED Blinker rein.

: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Bauform B. schrieb:
> Die vordere ist dünn, schwarz (naja, "Rauchglas") und evt. noch schwarz
> bedruckt um die Segmente abzugrenzen.

Das Bedrucken zur Segmentabgrenzung kannst du dir sparen, wenn dahinter 
die dicke Streuscheiben sitzt. Das gibt kräftiges Übersprechen zwischen 
den Segmenten, falls nicht jedes Segment seinen eigenen Diffusor 
besitzt.

von Ulrich U. (uli-dd-70)


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Matthias S. schrieb:
> Die Jungs bei RTW haben früher diese Plasma Displays eingesetzt und
> haben jetzt zu TFT gewechselt:
> https://www.rtw.com/en/product-list/audio-monitors/tm3-smart.html
>
> Wobei die Plasma Displays schon ziemlich cool waren:
> 
https://www.worthpoint.com/worthopedia/rtw-1115e-peak-audio-meter-bridge-1618855782
>
> Wenn man also wirklich Sakrilege begehen will, plädiere ich für farbiges
> TFT.

Ich hätte so ein RTW 1115 zu verkaufen. Wer Bedarf hat. Gern PN an mich.
Uli

von Wolger (Gast)


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Christian M. schrieb:
> Hallo zusammen, ich möchte gern die beiden alten VU rauswerfen

Christian M. schrieb:
> kleiner Nachtrag, ich werde den A77 wahrscheinlich so lassen wie er ist

Aber ansonsten alles OK bei Dir da oben?

Gute Besserung!

PS: Wie gehts denn Deiner SABA - Fernbedienung heute?

von Ralph B. (rberres)


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Vanye R. schrieb:
> Ich weiss zwar nicht wieso man sich mit so krass veralteten analogen
> Bandmaschinen abgeben sollte, es gibt doch moderne DATs wo alles digital
> ist. :-D

Unterschätze mal die Audioqualität der Revox A77 nicht.

Ich besitze auch eine Revox A77 2 Spur allerdings mit 19/38cm/sek 
Bandgeschwindigkeit.

Der Dynamikumfang kann durchaus mit einer CD mithalten, wenn man 
bedenkt, das bei einer digitalen Aufzeichnung der Klirrfaktor mit 
abnehmender Lautstärke zunimmt. Im Frequenzgang ist die Revox sogar 
wesentlich besser als eine CD.

Die A77 hat ca 60db Rauschabstand gegenüber Vollaussteuerung.

Geht man bei einer CD auf -60db Pegel runter so ist hier der Klirrfaktor 
schon bei fast 2%. Nur das es hier keine harmonische Verzerrungen sind 
wie bei einer analogen Aufzeichnung, sondern Differenztonverzerrungen, 
welche wesentlich unangenehmer aufzeichnen.

Was DAT betrifft. Diese Schrägspuraufzeichnung funktioniert nur in der 
Theorie so gut. Aber spätestens beim 10 Abspielen treffen die Köpfe die 
Spur am Anfang und am Ende nicht mehr, weil das Band sich etwas gedehnt 
hat. Das hört man dann mehr oder weniger laut als Rattern.

Ralph Berres

von Nebo (Gast)


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Ralph B. schrieb:
> Unterschätze mal die Audioqualität der Revox A77 nicht.

(ignorier doch einfach jene Forentrottel, die ich schon vor vielen 
Monden auf meine Sperrliste im Browser zur Inexistenz verdammte)

Vor wenigen Jahren (vermutlich heute noch) war das Teil noch in einem 
Tonstudio in Süd-DE im Aktivbetrieb umsatzerzeugend - es tat 
zuverlässig, was es sollte und wurde von der schweizer Mutterfirma aktiv 
unterstützt - zumindest beantwortete die eine weitere Schaltplananfrage 
prompt per eMail und half mit Rat, einen Fehler zu beseitigen ;)

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Die A77 hat ca 60db Rauschabstand gegenüber Vollaussteuerung.

Vertippt? Das sind ja 30dB weniger wie CD oder DAT und muesste ungefaehr
bei dem liegen was eine Compactcassette konnte. Selbst von einem
Handy heute wuerde ich erwarten das es ueber 60dB liegt.

Vanye

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Im Frequenzgang ist die Revox sogar wesentlich besser als eine CD.

Das setze ich voraus. Ich wuerde mindestens eine Bandbreite bis 30Mhz
erwarten damit man sowas in einem HF-Forum postet.

Vanye

von Ralph B. (rberres)


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Vanye R. schrieb:
> Vertippt? Das sind ja 30dB weniger wie CD oder DAT und muesste ungefaehr
> bei dem liegen was eine Compactcassette konnte. Selbst von einem
> Handy heute wuerde ich erwarten das es ueber 60dB liegt.

Begründung nicht zu Ende gelesen?

Die 96db Rauschabstand eines digitalen Tonträgers kannst du nicht 
ausnützen, weil bei 60db unter Vollaussteuerung die disharmonischen 
Verzerrungen bereits auf 2% angestiegen sind.

( Rauschen wird durch ein Geräusch ähnlich quarkender Frösche am Gund 
eines 100m tiefen Brunnens ersetzt ).

Ralph Berres

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ulrich U. schrieb:
> Ich hätte so ein RTW 1115 zu verkaufen. Wer Bedarf hat. Gern PN an mich.
> Uli

Hättest du das vor 5 Jahren angeboten, als ich hier wg. der Reparatur 
eines RTW postete, wärs zu Überpreisen weggegangen. Damals war bei einem 
unserer RTWs der Blocktrafo durchgebrannt und die Hochspannung weg.
Beitrag "EL Inverter für Lichtschlauch - welche Spannung?"

Studio ist nun abgewickelt und es besteht kein Bedarf mehr.

von Soul E. (soul_eye)


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Ralph B. schrieb:
> Die 96db Rauschabstand eines digitalen Tonträgers kannst du nicht
> ausnützen, weil bei 60db unter Vollaussteuerung die disharmonischen
> Verzerrungen bereits auf 2% angestiegen sind.

Deswegen werden CDs konsequent bis 0 dB FSL ausgesteuert. Passagen, die 
deutlich unter 0 dB liegen, werden per Dynamikkompressor auf 0 dB 
angehoben. Selbst alte, seinerzeit vorsichtig ausgesteuerte 
Digitalmaster werden per "Remastering" an das Full Scale Limit 
gequetscht.

von Al (almond)


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Oder kurz gesagt. Die Qualtät wird der Lautheit geopfert. Ein einziger 
Einheitsbrei an der oberen Aussteuerungsgrenze, die Dynamik kaputt 
komprimiert. Seelenlose Musik.

Günter

: Bearbeitet durch User
von Kutte R. (kutte)


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Ralph B. schrieb:
> Geht man bei einer CD auf -60db Pegel runter so ist hier der Klirrfaktor
> schon bei fast 2%

aber man hört noch was von der Aufnahme, bei Deiner A77 mit angeblicher 
60dB Dynamik hörst Du da nur noch Rauschen.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ralph B. schrieb:
> Geht man bei einer CD auf -60db Pegel runter so ist hier der Klirrfaktor
> schon bei fast 2%. Nur das es hier keine harmonische Verzerrungen sind
> wie bei einer analogen Aufzeichnung, sondern Differenztonverzerrungen,
> welche wesentlich unangenehmer aufzeichnen.

Das war es, was ich schon lange wissen wollte, aber nie so drastisch 
benannt bekommen hatte. Die Prospekte der Hersteller schweigen sich dazu 
alle aus.


Beim Tonaband ist es etwa wie beim Auto, wo man Hubraum durch nichts 
bessres ersetzen kann, als mit noch mehr Hubraum. Die höhere 
Bandgeschwidigkeit als bei Kassetten ist der springende Punkt: Weniger 
Aussetzer mit zunehmender Spurbreite, weniger Rauschen, je breiter die 
Spur. Weitreichender Frequenzgang ohne HX-Pro-Klimmzüge nur durch die 
höhere Bandgeschwindigkeit, zu natürlich höheren Kosten.

Soul E. schrieb:
> Selbst alte, seinerzeit vorsichtig ausgesteuerte
> Digitalmaster werden per "Remastering" an das Full Scale Limit
> gequetscht.

Eine grauenhafte Vorstellung, also kaufe ich besser nichts neues.

mfg

Mark S. schrieb:
> In den 80-er Jahren habe ich mal meine heißgeliebte A77, Halbspur und
> 19cm/sec, mit einem professionellen Hitachi-Tape-Deck und guten
> Kassetten gehörmäßig verglichen.

Der Klirr, dessen Minimierung für die Deutlichkeit der Wiedergabe 
zuträglich ist, dürfte bei Spulentonband mit den üblichen 
Geschwindigkeiten signifikant geringer sein bei deutlicherer Wiedergabe 
bei komplexen Klangbildern.

: Bearbeitet durch User
von Soul E. (soul_eye)


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Christian S. schrieb:
> Soul E. schrieb:
>> Selbst alte, seinerzeit vorsichtig ausgesteuerte
>> Digitalmaster werden per "Remastering" an das Full Scale Limit
>> gequetscht.
>
> Eine grauenhafte Vorstellung, also kaufe ich besser nichts neues.

Hör Dir mal eine ordentliche Aufnahme aus den späten '70ern oder frühen 
'80ern an. Dire Straits, Pink Floyd, Alan Parsons', sowas in der 
Richtung. Gut aufgenommen und trotzdem einigermaßen populär. Und dann 
einmal die Platte, einmal die alte AAD-CD, und einmmal die aktuelle 
"digitally remastered"-CD. Und falls vorhanden, auch noch die iTunes- 
und die Spotify-Version.

Die Platte klingt meistens am besten. Und das liegt nicht an der 
Technik, an "hartem Digitalklang" oder "sauerstoffreien High-End 
Vodoo-Kabeln", sondern ganz profan an dem Mann am Mischpult, der das 
jeweilige Masterband verbrochen hat.


> Der Klirr, dessen Minimierung für die Deutlichkeit der Wiedergabe
> zuträglich ist (...)

Echter Klirr, also THD, harmonische Oberwellen, stört gar nicht so sehr. 
Die meisten Instrumente produzieren massig Oberwellen als Klangfarbe. 
Böse ist Intermodulation, also wenn zu 800 Hz und 1 kHz (große Terz) 
dann auch noch 200 Hz und 1,8 kHz dazukommen. Oder halt digitale 
Artefakte, die sind meist komplett disharmonisch.

von Joachim B. (jar)


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Soul E. schrieb:
> Die Platte klingt meistens am besten.

schrieb ich schon mal mit mäßigem Erfolg.
Ich kaufte mehrfach die Kraftwerk Mensch Maschine als CD, aber in jedem 
Blindtest wurde mir von Gasthörern bestätigt, die LP klingt besser, oft 
wurde die CD als LP erkannt wegen des miesen Klangs.

von Darius (dariusd)


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Hallo

Soul E. schrieb:
> Die Platte klingt meistens am besten. Und das liegt nicht an der
> Technik, an "hartem Digitalklang" oder "sauerstoffreien High-End
> Vodoo-Kabeln", sondern ganz profan an dem Mann am Mischpult, der das
> jeweilige Masterband verbrochen hat.

So ist es - am Anfang (und Ende) ist es eben ein rein analoges Gemisch 
von Tönen.
Da dies "out of the box" - sprich direkt aus den Instrumenten und 
Mikrofonen wohl nicht so herauskommt, wie es das breite Publikum mag, 
ist halt der Mann  am Mischpult notwendig.
Wenn daran gespart wird - bzw. der Mann "Softwarefilter" heisst...

Christian S. schrieb:
> Beim Tonaband ist es etwa wie beim Auto, wo man Hubraum durch nichts
> bessres ersetzen kann,

Typisches Stammtischgelaber von im Vorgestern lebenden, bzw. die 
Veränderungen, Möglichkeiten usw. in der Technik (und Gesellschaft) 
akzeptieren wollen.

Da ist dann der "volle" Klang der Schallplatte und von Rühren auch nicht 
fern...
2024? ja wir haben 2024!

: Bearbeitet durch User
von Mark S. (voltwide)


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Vanye R. schrieb:
>> Die A77 hat ca 60db Rauschabstand gegenüber Vollaussteuerung.
>
> Vertippt? Das sind ja 30dB weniger wie CD oder DAT und muesste ungefaehr
> bei dem liegen was eine Compactcassette konnte. Selbst von einem
> Handy heute wuerde ich erwarten das es ueber 60dB liegt.
>
> Vanye
Nö, nicht vertippt - sondern die traurige Wahrheit.
Wie man darauf kommt so etwas heutzutage gut zu finden,
erschließt sich mir beim besten Willen nicht.
Und irgendwelche Hinweise, dass so etwas in professionellen Studios 
genutzt wurde, ja klar es gab damals einfach nichts Besseres.
In meinem Regal steht noch eine NAGRA IV von 1972 - ein wünderschönes 
Stück Technik und damals top notch.
Da bleibt sie auch stehen, als Tonquelle hat sie sich überlebt.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Darius schrieb:
> Da ist dann der "volle" Klang der Schallplatte

nun vielleicht wurde die Mastermatritze besser abgemischt?
Es ist durchaus möglich das Masterbänder verschütt oder verloren gingen 
und das Taubblinde Mischpultbediener eine CD vor Herstellung mies neu 
erstellt haben.

Es gibt miese CDs, wieso auch immer, nur weil sie theoretisch 96dB 
Rauschabstand haben und theoretisch von 20Hz-20kHz gehen heißt das nicht 
daß alle besser sind.

: Bearbeitet durch User
von Heiko H. (einerdieserbastler)


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Soul E. schrieb:
> Christian S. schrieb:
>> Soul E. schrieb:
>>> Selbst alte, seinerzeit vorsichtig ausgesteuerte
>>> Digitalmaster werden per "Remastering" an das Full Scale Limit
>>> gequetscht.
>>
>> Eine grauenhafte Vorstellung, also kaufe ich besser nichts neues.
>
> Hör Dir mal eine ordentliche Aufnahme aus den späten '70ern oder frühen
> '80ern an. Dire Straits, Pink Floyd, Alan Parsons', sowas in der
> Richtung. Gut aufgenommen und trotzdem einigermaßen populär. Und dann
> einmal die Platte, einmal die alte AAD-CD, und einmmal die aktuelle
> "digitally remastered"-CD. Und falls vorhanden, auch noch die iTunes-
> und die Spotify-Version.
>
> Die Platte klingt meistens am besten. Und das liegt nicht an der
> Technik, an "hartem Digitalklang" oder "sauerstoffreien High-End
> Vodoo-Kabeln", sondern ganz profan an dem Mann am Mischpult, der das
> jeweilige Masterband verbrochen hat.
>
>
>> Der Klirr, dessen Minimierung für die Deutlichkeit der Wiedergabe
>> zuträglich ist (...)
>
> Echter Klirr, also THD, harmonische Oberwellen, stört gar nicht so sehr.
> Die meisten Instrumente produzieren massig Oberwellen als Klangfarbe.
> Böse ist Intermodulation, also wenn zu 800 Hz und 1 kHz (große Terz)
> dann auch noch 200 Hz und 1,8 kHz dazukommen. Oder halt digitale
> Artefakte, die sind meist komplett disharmonisch.

Zu dem Teil gibt es nichts hinzuzufügen, genau das was ich auch so 
geschrieben hätte!

Vielleicht noch paar Hintergrundinfos:

Schallplatten könnte man schon rein technisch auf den wenigsten Geräte 
so schneiden wie CDs von den Hampels abgemischt werden. 
Schneidverstärker haben schon mal 30 bis 50W um die Nadel in den Spitzen 
stark genug zu beschleunigen, wenn das als Dauerleitung käme dann könnte 
der Schneidkopf abbrennen.

Umgekehrt kann man CDs in exzellenter Klangqualität erzeugen wenn man 
die Schallplatten-Abmischung vom altem Toninschineur nimmt :)

Auch MP3 verschlechtert den Klang nur sehr wenig, bleibt immer noch 
Hi-Fi Qualität, wenn das Ausgangsmaterial noch naturnahe Signalgemische 
waren. Mit denen wurde der Algorithmus entwickelt und abgestimmt.

Wo MP3 voll hörbar versagt sind Signalgemische die vorher schon auf 
"volle Dröhnung" veroptimiert wurden

Die reine Dynamikkompression ist übrigens auch noch nicht das größte 
Übel, diese plättet nur die Lautstärke auf Makroebene. Schlimmer sind 
die Limiter die vor der finalen Mischung die einzelnen Spuren hart 
begrenzen, das läßt inbsbesondere Stimmen so prägnant aggressiv 
"durchkommen".

In Spektrogrammen erkennt man dann oft eine gewisse Art von 
"Nebelwolke", wo man ehr Spektrallinien auf einem leiserem Untergrund 
erwarten würde.

von Heiko H. (einerdieserbastler)


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Darius schrieb:

> Da ist dann der "volle" Klang der Schallplatte und von Rühren auch nicht
> fern...
> 2024? ja wir haben 2024!

Nun....

Ich kenne durchaus selbst das Erlebnis daß gewisse "Musik"stücke auf 
einer Hifi-Anlage nicht klingen weil diese jeden Mist präzise 
wiedergibt...

Nimmt man jetzt einen DHT-Verstärker ohne Gegenkopplung auf 
Breitband-Lautspürecher die genauso religiös keine Frequenzweiche oder 
Korrekturfilter haben dürfen, dann wird die "Musik" am Ende so weit 
verschmiert und mit euphonischen Verzerrungen angereichert daß es am 
Ende angenehmer klingt.

Es gibt halt durchaus Menschen die "warm und erdig" verzerrte Musik 
subjekt besser finden als eine schonungslos klare Wiedergabe.

von Heiko H. (einerdieserbastler)


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Mal zurück zum Ausgangsthema:

Soll das ein richtiges VU-Meter werden, oder eine Zeigerzappelmaschine?

von Karl B. (gustav)


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Wenn schon, denn schon:
https://tech.ebu.ch/docs/r/r128_2011_DE.pdf
Die Revoxen haben schon einen rudimentären 1 Bit A/D-Wandler drin. Der 
läßt eine Leuchtdiode bei Übersteuerung aufblitzen.
Braucht man nur noch mehrere Komparatoren für den Rest.
Kann man dan farblich definieren.

ciao
gustav

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Darius schrieb:
> Typisches Stammtischgelaber von im Vorgestern lebenden, bzw. die
> Veränderungen, Möglichkeiten usw. in der Technik (und Gesellschaft)
> akzeptieren wollen.

Danke, wir zwei werden im Forum bstimmt keine Freunde mehr, die Fronten 
sind geklärt.


Heiko H. schrieb:
> Ich kenne durchaus selbst das Erlebnis daß gewisse "Musik"stücke auf
> einer Hifi-Anlage nicht klingen weil diese jeden Mist präzise
> wiedergibt...

Das passiert mir nur allzu oft mit der aktuellen Musik, wenn da viel mit 
Synthesizern und synthetischen Bässen und Schlagzeugen gespielt wird. 
Passiert oft auch bei Gesang mit künstlich verschönertem Spektrum in den 
Höhen.

Soul E. schrieb:
> Und dann
> einmal die Platte, einmal die alte AAD-CD, und einmmal die aktuelle
> "digitally remastered"-CD.

Das wäre mal ein interessantes Experiment. Direkt fällt mir nur die 
erste Kate-Bush-the kick inside-LP ein, 12/1990 gekauft, die ich später 
als CD nachkaufen konnte. Damals wie heute auf MC-Tonabnehmer abgespielt 
ist die LP eindeutlig flach und höhenarm in der Wiedergabe, wohl eine 
ungünstige Pressung jenseits der 10000 Stück erwischt oder es war etwa 
Absicht.
Als weiterer Kandidat käme Supertramp in Frage, allerdings die LP 
gebraucht erworben.

Die Doppel-CD erschienen auf EMI "Der Vogelhändler" ADD Aufnahme von 
1974 und digital remasterd in 1988, sowie "La Traviata" erschienen auf 
BMG ADD Aufnahme von 1967 und digital remasterd in 1994 verblüffen mich 
immer wieder durch ihre Dynamik und Rauscharmut.
Ich könnte fortfahren mit "La Bohame" in einer Aufnahme von 1961 ADD in 
1990 remasterd.

mfg

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