Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Hameg HM 8030-6.1 extern wobbeln


von Andreas R. (andreas_r936)


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Hallo in die Runde,
als autodidaktischer Gelegenheits-Bastler habe ich jetzt mit einem 
Funktionsgenerator Hameg HM 8030-6 zu tun. Laut Aufkleber handelt es 
sich um die Version 8030-6.1, im Wartungsmodus wird F 6.5 angezeigt.
Gerät funktioniert so weit, aber: Durch Anlegen einer Spannung an den 
(rückseitigen) Wobbel-Eingang lässt sich die Frequenz verändern, positiv 
wie negativ, so weit so gut. Allerdings ändert sich ab einer bestimmten 
Schwelle die Richtung der Veränderung, d.h., hat sich die Frequenz bei 
Steigerung der externen Steuerspannung erhöht, so nimmt sie bei weiterer 
Steigerung ab diesem Wert wieder ab, außerdem verschiebt sich das 
Tastverhältnis. Bei positiver Steuerspannung liegt der Schwellwert bei 
2,6 V, negativ bei -3,8 V. Laut Handbuch dürfen bis zu ± 30 V angelegt 
werden.
Leider entspricht das Service-Manual, das im Netz verfügbar ist, nicht 
der Version meines Geräts. Im Layout der Hauptplatine sind erhebliche 
Unterschiede erkennbar. Dennoch habe ich einen Transistor gefunden, an 
dessen Collecor ich bei allmählicher Steigerung der externen 
Steuerspannung diese "Umkehr" des gemessenen Spannungswerts nachweisen 
kann, obwohl die Spannungen an Basis und Emitter kontinuierlich 
verlaufen. In einem der Fotos ist der Transistor markiert. 
Identifizieren kann ich ihn aus genanntem Grund nicht. Und selbst wenn, 
könnte ich ohne Blockschaltbild oder andere Erläuterungen der 
Funktionsweise aus dem reinen Schaltbild nicht ohne Weieteres schlau 
werden.
Nun die Fragen:
Wer von Euch hat ein gleiches Gerät und vielleicht Unterlagen dazu?
Wer kann vielleicht sogar bei der Fehlersuche helfen?
Wer von Euch kann die Stufen der Prozedur erklären, die bei Aufrufen des 
Wartungsmodus abläuft?

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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Ueberpruefe mal ob die Betriebspannung des TL082 deine Wunsspannungen 
zulaesst. Was du da beschreibst klingt doch irgenwie nach phase 
reversal.
Das war doch so eine Eigenschafft dieser ollen Teile.

Vanye

von Andreas R. (andreas_r936)


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Hier ein Schaltungsausschnitt aus dem Service-Manual, das sich wie 
erwähnt auf eine andere Entwicklungs-Version des Geräts bezieht, aber im 
betrachteten Bereich der Hardware zu entsprechen scheint.

von Andreas R. (andreas_r936)


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Dazu ein paar Oszillogramme, die saubere Sägezahnkurve zeigt jeweils die 
am Wobbeleingang angelegte Steuerspannung.

IC108-B_6 und IC108-B_6- : Pin 6 an IC108-B (invertierender Eingang), 
das zweite Oszillogramm bei sehr niedriger Wobbelfrequenz (15mHz), also 
quasi Gleichspannungs-Verhältnisse

IC108-B_7 : Pin 7 an IC108-B (Ausgang)

D101_A: Anode an D101

Die Wobbel-Spannung gelangt über R226 an den invertierenden Eingang des 
Op-Amp LF412, ist aber offensichtlich dort so gering, dass sie im 
Oszillogramm nicht erkennbar ist, mit Ausnahme der Bereiche im 
Kurvenverlauf, wo die kritische Schwelle überschritten ist.

Die Versorgungsspannungen an dem Op-Amp +12V und -12V liegen an, die 
Amplitude der "übersteuerten" Kurve an der Anode von D101 ist 1V, die 
der angelegten Wobbelspannung 16V.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Und wo ist der externe Eingang angeschlossen?
"GAM" ist die Abkürzung von französisch "gamme" 
https://dict.leo.org/franz%C3%B6sisch-deutsch/gamme
"Skala Serie Bandbreite  Nennbereich Produktpalette Tonleiter 
Fabrikationsprogramm Palette Farbskala"

Ich sehe digitale Eingangssignale GAM 0 bis 4, die Analogschalter 
umschalten.
Dazu einen 14bit DA-Wandler, der wohl die interne Wobbelspannung abgibt.

von Andreas R. (andreas_r936)


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Wenn keine externe Wobbelspannung angelegt ist, erscheinen beim 
Durchdrehen des Frequenzwählers von min bis max am Ausgang des Op-Amp 
IC108-B Spannungswerte zwischen -0,78V und -4,38V, die durch den 
DA-Wandler gebildet werden.

: Bearbeitet durch User
von Andreas R. (andreas_r936)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Und wo ist der externe Eingang angeschlossen?
> "GAM" ist die Abkürzung von französisch "gamme"
> https://dict.leo.org/franz%C3%B6sisch-deutsch/gamme
> "Skala Serie Bandbreite  Nennbereich Produktpalette Tonleiter
> Fabrikationsprogramm Palette Farbskala"
>
> Ich sehe digitale Eingangssignale GAM 0 bis 4, die Analogschalter
> umschalten.
> Dazu einen 14bit DA-Wandler, der wohl die interne Wobbelspannung abgibt.

Der externe Eingang ist an eine BNC-Buchse an der Rückseite des 
Grundgeräts angeschlossen, dort speise ich mit einem zweiten FG ein.

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Das ist ein Wimmelbild. Oben links ist der Eingang "PT104 FM_IN" der 
wird zum DA-Wandlerausgang addiert.

von Andreas R. (andreas_r936)


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Im Schaltbild ist der externe Eingang PT104 (FM_IN)
Ah, Doppelpost.

: Bearbeitet durch User
von Andreas R. (andreas_r936)


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Vanye R. schrieb:
> Ueberpruefe mal ob die Betriebspannung des TL082 deine Wunsspannungen
> zulaesst. Was du da beschreibst klingt doch irgenwie nach phase
> reversal.
> Das war doch so eine Eigenschafft dieser ollen Teile.
>
> Vanye

Jetzt habe ich erkannt, dass die Verzerrungen umso geringer werden, je 
näher ich mit dem Frequenzregler dem Maximum komme - bis hin zu einer 
völlig sauberen Kurve. Das deutet für mich darauf hin, dass Vanyes 
Vermutung zutrifft. Solange sich der Op-Amp in einem Bereich bewegt, der 
am Ausgang Werte zwischen grob -1V und -5V erzeugt, bleibt der Verlauf 
proportional, darüber hinaus kommt es zu invertierendem Verhalten.

von Andreas R. (andreas_r936)


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Ergebnis: Ich muss - innerhalb des jeweiligen Frequenzbereichs - die 
kontinuierliche Regelung auf Maximum einstellen, dann funktioniert die 
Sache mit Wobbelspannungen zwischen -4V und +2,4 V, damit lässt sich 
dann ein Wobbelhub von 1:100 erzielen - was will man mehr.

Bei der Angabe des Handbuchs "± 30V" für den Wobbeleingang handelt es 
sich offenbar tatsächlich um Zerstörungs-Grenzwerte.

Ich würde mich ja nach wie vor freuen, wenn sich hier ein Beitzer des 
gleichen Geräts fände, der meine Beobachtungen bestätigen kann. Wenn die 
praktisch ermittelten Grenzwerte -4V/2,4V im Sinne des Erfinders sind, 
hätte dem Manual an dieser Stelle die Angabe solcher Werte gut zu 
Gesicht gestanden.

Danke für Euer Mitdenken!

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn die praktisch ermittelten Grenzwerte -4V/2,4V im Sinne des
> Erfinders sind,

Naja, ehrlich gesagt wuerde ich bei solchen Eingaengen eher sowas wie 
+/- 1V erwarten, ich wuerde aber auch erwarten das die wirklichen Werte 
im Handbuch stehen und vom Besitzer gelesen werden koennen.

Vanye

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