Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Kurzschlussfester Kleinprinttrafo 2VA - Absicherung notwendig?


von Ths S. (motorburner)


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Hallo zusammen,

ich habe hier eine kleine OPV-Schaltung (max. 10mA), die mit einem 78L06 
und einem 79L06 versorgt wird. Dazu ein paar Elkos und 
Abblockkondensatoren.
Davor möchte ich einen Printtrafo (Ausführung als Sicherheits-Netztrafo) 
mit 1,8VA (Sek. 2x7,5V 120mA) hängen, der laut Datenblatt unbedingt 
kurzschlussfest ist. Vielleicht wird der Trafo auch noch kleiner - 
eigentlich reichen ja auch 1VA oder 1,5VA.

Ich wollte den Trafo nur primärseitig mit einer 5x20mm Sicherung in 
0,2AT absichern. Benötige ich dennoch eine sekundärseitige Sicherung 
bzw. jeweils eine für Positiv- & Negativpfad oder kann ich durch die 
Kurzschlussfestigkeit des Trafos und der Linearregler darauf verzichten?

Schönen Montag!

von Michael B. (laberkopp)


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Du brauchst weder primär noch sekundär eine Sicherung, der primäre 
Trafodraht ist dünn genug um selbst durchzubrennen und der Ausgang darf 
kurzgeschlossen werden, dann wird der Trafo sogar weniger warm.

Denn diese kleinen Trafos haben unterirdische Wirkungsgrade, nimm besser 
ein Schaltnetzteil Modul .

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Michael B. schrieb:
> Denn diese kleinen Trafos haben unterirdische Wirkungsgrade

Dabei aber eine sehr lange Lebensdauer. Der Wirkungsgrad spielt hier 
doch gar keine Rolle. Ich lege in den Primärkreis meist noch einen 
200-400 Ohm Widerstand in Reihe zur Feinsicherung.

von Benjamin K. (bentschie)


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Michael B. schrieb:
> enn diese kleinen Trafos haben unterirdische Wirkungsgrade, nimm besser
> ein Schaltnetzteil Modul .

Das hab ich auch gleich gedacht. Unterirdisch ist hier durchaus kleiner 
50%.

von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Michael B. schrieb:
> Denn diese kleinen Trafos haben unterirdische Wirkungsgrade, nimm besser
> ein Schaltnetzteil Modul .

der OPV soll als Phono-Vorverstärker arbeiten und das Modul, bestehend 
aus OPV, Gleichrichtung/Spannungsversorgung und Printtrafo soll in ein 
vorhandenes Gehäuse eingebaut werden, der Platz auf der Platine ist 
somit streng limitiert.

Für Trafo, Gleichrichtung und Spannungsregler habe ich maximal 48x45mm 
Platz auf der Platine.

Bekomme ich bei diesen Platzverhältnissen einen Schaltregler, der +6V 
und -6V erzeugt, unter? Wie verhält es sich da mit Störgeräuschen durch 
die Schaltfrequenzen?

Liebe Grüße

von Peter K. (chips)


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Wirkungsgrad ist zwar unterirdisch, spielt aber bei ca.1W keine Rolle;
weniger Verluste wirst du mit einem Schaltregler (AC230V auf 2x6V) auch 
nicht hinbekommen;
ich würde aber eingangsseitig einen Sicherungswiderstand und einen 
Varistor vorsehen - die Trafos sind mMn recht empfindlich bei 
Überspannungsimpulsen

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Ths S. schrieb:
> ich habe hier eine kleine OPV-Schaltung (max. 10mA)
Nur aus Interesse: wofür brauchst du diese OP-Schaltung?

von H. H. (hhinz)


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Lothar M. schrieb:
> Ths S. schrieb:
>> ich habe hier eine kleine OPV-Schaltung (max. 10mA)
> Nur aus Interesse: wofür brauchst du diese OP-Schaltung?

Ths S. schrieb:
> der OPV soll als Phono-Vorverstärker arbeiten

von H. H. (hhinz)


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Ths S. schrieb:
> (Sek. 2x7,5V 120mA)

Du brauchst keinen mit zwei Sekundärspannungen, das geht auch mit 
Delonschaltung. Und wenn der Trafo mehr Spannung hat, dann können die 
Siebelkos kleiner ausfallen. Die 78L06/79L06 vertragen 30V 
Eingangsspannung.

: Bearbeitet durch User
von Mark S. (voltwide)


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Unter dem Aspekt möglicher Störungen ist der 50Hz-Trafo jedenfalls erste 
Wahl.
Insbesondere bei einem hochempfindlichen Phono-Vorverstärker.

von H. H. (hhinz)


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Mark S. schrieb:
> Unter dem Aspekt möglicher Störungen ist der 50Hz-Trafo jedenfalls
> erste
> Wahl.
> Insbesondere bei einem hochempfindlichen Phono-Vorverstärker.

Der muss aber magnetisch geschirmt sein, oder ausreichend weit weg vom 
Pickup und dem Vorverstärker.

von Mark S. (voltwide)


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Korrekt. Wobei das Layout im Eingangsbereich des Phonoverstärkers auch 
eine Rolle spielt. Beim Steckernetzteil ohne Schutzleiteranschluß hat 
man dagegen das Problem erheblicher Gleichtaktstörungen bedingt durch 
die unvermeidlichen Y-Kondensatoren.

von Thomas B. (thombde)


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Warum habe die kurzschlussfesten Trafos eine reduzierte Leistung, 
abhängig von der Aufstellhöhe?

https://asset.conrad.com/media10/add/160267/c1/-/de/002206935DS01/datenblatt-2206935-block-vb-05212-printtransformator-1-x-230-vac-2-x-12-vac-050-va.pdf

Oben mal ein PDF von Block.
Auch interessant ist.
Leistung: 0,50VA
Leerlaufverluste: 0,8W

PS:
Ich mache immer Primär- und Sekundär eine Feinsicherung dran.
Zumindest kann es nicht schaden.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Thomas B. schrieb:
> Warum habe die kurzschlussfesten Trafos eine reduzierte Leistung,
> abhängig von der Aufstellhöhe?

Das ist bei allen Trafos so, und auch bei allen anderen Bauteilen, die 
Wärme los werden müssen.
Im Vakuum klappt das ganz besonders schlecht.

von Thomas B. (thombde)


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H. H. schrieb:
> Thomas B. schrieb:
>> Warum habe die kurzschlussfesten Trafos eine reduzierte Leistung,
>> abhängig von der Aufstellhöhe?
>
> Das ist bei allen Trafos so, und auch bei allen anderen Bauteilen, die
> Wärme los werden müssen.
> Im Vakuum klappt das ganz besonders schlecht.

Macht Sinn.
Aber das dies im Datenblatt angegeben wird ist schon sehr selten.
Das Datenblatt von Block ist schon vorbildlich.

von Bernhard (bernhard_123)


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Vielleicht interessant:
Ich habe gerade eine Jalousiesteuerung in Reparatur. Darin ist ein Trafo 
der Fa. Hahn, BV 201 0145:
230 V -> 12 V; 50-60Hz; 0,35 VA; 29 mA; dauerhaft kurzschlussfest.
Leerlaufspannung nach Angabe von Hahn: 20,8 V.

Bei diesem Trafo messe ich folgende Eigenschaften:
- 230-V-Wicklung: DC-Widerstand (Kupferdraht): 15 kΩ
- 230-V-Wicklung: Induktivität (bei 50 Hz): ca. 100 H
- 12-V-Wicklung: DC-Widerstand (Kupferdraht): 165 Ω

Durch die hochohmigen Wicklungen ist die Spannung nicht besonders 
konstant, aber es fließen auch keine hohen Impulsströme durch den 
Pufferkondensator auf der Sekundärseite.

Nebenbei: Phono-Vorverstärker betreibt man üblicherweise mit hoher 
Spannung (z. B. ± 15 V), damit das Rumpeln den Ausgang nicht in die 
Begrenzung treibt.

Bernhard

von Ths S. (motorburner)


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Guten Abend,

H. H. schrieb:
> Du brauchst keinen mit zwei Sekundärspannungen, das geht auch mit
> Delonschaltung.

Die Trafos mit einer Wicklung sind nicht kleiner, da sehe ich den 
Vorteil nicht.

Und wenn der Trafo mehr Spannung hat, dann können die
> Siebelkos kleiner ausfallen. Die 78L06/79L06 vertragen 30V
> Eingangsspannung.

Das ist zwar richtig, aber die L-Versionen im TO-92 Gehäuse können auch 
kaum Verlustleistung, deshalb möchte ich mit der Differenzspannung 
zwischen Ein- & Ausgang so klein wie möglich und so groß wie nötig 
bleiben.

H. H. schrieb:
> Der muss aber magnetisch geschirmt sein

Die Platine des Phono-Vorverstärkers (Trafo und Spannungsaufbereitung 
befinden sich auf der selben Platine wie der eigentliche 
Phono-Vorverstärker) wird in einem Aluminiumgehäuse montiert, in dem 
auch andere Komponenten verbaut sind.
Auf der Platine ist zwischen Trafo und OPAmp bzw. dem Entzerrnetzwerk 
die Spannungsaufbereitung, da sind etwa 30mm Platz dazwischen. Top-Layer 
ist komplett GND. Reicht das als Abschirmung?

> oder ausreichend weit weg vom Pickup und dem Vorverstärker.

Pickup ist ja direkt am Tonarm, also locker 50cm entfernt.

Mark S. schrieb:
> Korrekt. Wobei das Layout im Eingangsbereich des Phonoverstärkers auch
> eine Rolle spielt.

Ich gehe ins Gehäuse rein über isolierte Cinch-Panelbuchsen und dann 
mittels LIYCY 2x0,5mm² in den Vorverstärker.

> Beim Steckernetzteil ohne Schutzleiteranschluß hat
> man dagegen das Problem erheblicher Gleichtaktstörungen bedingt durch
> die unvermeidlichen Y-Kondensatoren.

Das Hauptgerät (in das die Platine mit dem Phono-Vorverstärker 
integriert werden soll) hat keine schaltenden Bauelemente, jedoch ein 
Eingangs-Netzfilter mit 2 2AT-Feinsicherungen. Hinter dem Netzfilter ist 
dann ein 2-poliger Betriebsschalter, der einen 211VA Ringkerntrafo 
(magnetisch geschirmt + auf der Oberseite des Gehäuses montiert) sowie 
den geplanten Printtrafo (im Gehäuse auf der Platine) speist.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Bernhard schrieb:
> Nebenbei: Phono-Vorverstärker betreibt man üblicherweise mit hoher
> Spannung (z. B. ± 15 V), damit das Rumpeln den Ausgang nicht in die
> Begrenzung treibt.

Hast Du eine Vorstellung der zugehörigen Pegel oder stand das so im 
Internet auf X oder TickTock?

Seine ± 6 Volt abzüglich sehr großzügiger 2 Volt pro Zweig erlauben ein 
sauberes Audiosignal mit 8V(ss). Das wären rund 5,5V(eff) = +17dBm, da 
hängt jeder heimische LineIn-Eingang schon lange am Anschlag.

Ths S. schrieb:
> Auf der Platine ist zwischen Trafo und OPAmp bzw. dem Entzerrnetzwerk
> die Spannungsaufbereitung, da sind etwa 30mm Platz dazwischen. Top-Layer
> ist komplett GND. Reicht das als Abschirmung?

Reicht oder nicht wäre Kaffeesatzleserei - das Streufeld von 
Kartentrafos ist kaum kalkulierbar.

von Björn W. (bwieck)


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Jetzt riecht es nach Goldohrenquatsch..

von Lutz K. (Firma: private) (lutz66)


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H. H. schrieb:
> Ths S. schrieb:
>> (Sek. 2x7,5V 120mA)
>
> Du brauchst keinen mit zwei Sekundärspannungen, das geht auch mit
> Delonschaltung. Und wenn der Trafo mehr Spannung hat, dann können die
> Siebelkos kleiner ausfallen. Die 78L06/79L06 vertragen 30V
> Eingangsspannung.

Delonschaltung ist nichts anderes als zwei mal einweggleichrichtung und 
deswegen hat man doppelte Brummamplitude mit 50 Hz

Der Trafo mit mittelanzapfung und 2 VA oder ohne Mittelanzapfung, da tut 
sich nix, bei sek 2 x 9V  110mA und Vollweggleichrichtung mit 4 Dioden 
hast du weniger Brummen. Für Phono würde ich das jedenfalls so machen.

Ja richtig, die Analogspannungsregler reduzieren das Brummen, um 40dB 
vielleicht auch 50dB, du musst auf jeden Fall damit rechnen das der 
78L06 und 79L06 unterschiedliche Rejection Ratios haben aufgrund 
Toleranz, du kommen ja jetzt nicht aus der gleichen Charge, geht ja 
nicht.
Aber zu bedenken, das die Delonschaltung den Netzripple nicht 
symmetriosch hat sondern 180° phasenverschoben.

Das ist zumindest in der Theorie für einen Phonverstärker erst mal 
ungünstig, weil asymmetrischer Ripple kritischer ist. Wieviel man davon 
später tatsächlich hört und wieviel durch andere Störreinflüsse, hängt 
ganz von Gesamtaufwand ab. Der Beitrag, der vom OP durchgelassen wird 
mag gering sein, aber es gibt ja auch noch viele andere Pfade wie es 
sich reinschummelt.

Da es aber ein Leichtes ist, hier Störungen zu vermeiden, würde ich die 
Delonschaltung nicht empfehlen.

Und auch hohe Spannungen mit kleinen Elkos führen tendenzielll zu mehr 
Ripple auf den 6V.
Man könnte aber zweistufig vorgehen, den Ripple mittels Gyratorschaltung 
reduzieren und dahinter die 6V Regler. Wenn man es kompliziert mag :-)

: Bearbeitet durch User
von Gerd E. (robberknight)


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Ths S. schrieb:
> Wie verhält es sich da mit Störgeräuschen durch
> die Schaltfrequenzen?

Wenn es auf Low-Noise und guten PSRR ankommt: Warum dann so "alte 
Möhrchen" wie den 78L06?

Z.B. die Kombination TPS7A33 und TPS7A47 hat sich eigentlich bewährt was 
Positiv/Negativ-Regler angeht wenn man Low-Noise und guten PSRR möchte.

von Peter K. (chips)


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Manfred P. schrieb:
> 8V(ss). Das wären rund 5,5V(eff)

das würde ich nochmal nachrechnen....

von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerd E. schrieb:
> Ths S. schrieb:
>> Wie verhält es sich da mit Störgeräuschen durch
>> die Schaltfrequenzen?
> Wenn es auf Low-Noise und guten PSRR ankommt: Warum dann so "alte
> Möhrchen" wie den 78L06?

Du hast die Frage verstanden .. .. .. offenbar nicht, LM78xx haben keine 
Schaltfrequenz.

Und was "alte Möhrchen" angeht, ergeben sich mit denen und der 
Unterdückung des OP-Vertärkers bessere Werte, als Du jemals hören 
kannst.

Peter K. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> 8V(ss). Das wären rund 5,5V(eff)
> das würde ich nochmal nachrechnen....

Oh weh, erwischt, danke! Ich habe V(eff) und V(ss) verdreht. Dann 
bleiben also nur 2,8V(eff) Audiosignal, immer noch genug.

von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Bernhard schrieb:
> Nebenbei: Phono-Vorverstärker betreibt man üblicherweise mit hoher
> Spannung (z. B. ± 15 V), damit das Rumpeln den Ausgang nicht in die
> Begrenzung treibt.

Ein Eingangs-RC-Hochpass und ein RC-Hochpass im Rückkopplungszweig des 
OPAmp bilden in meiner Auslegung ein Linkwitz-Riley-Filter zweiter 
Ordnung, das Rumpeln eigentlich relativ gut herausfiltern sollte.
Ich könnte auch mehr Spannung auf den OPAmp geben, aber letztendlich 
habe ich nur eine Eingangsspannung von 4mVeff und 45dB Verstärkung bei 
1kHz, also etwa 710mVeff Ausgangsspannung.

Gerd E. schrieb:
> Wenn es auf Low-Noise und guten PSRR ankommt: Warum dann so "alte
> Möhrchen" wie den 78L06?

Das hat einen entscheidenden Grund: Ich kann nur THT löten (und 
vielleicht so 1206 SMD Teile), somit fallen die meisten modernen 
Spannungsregler, da oft nur in SMD verfügbar, leider schon raus.
Ich hatte noch an ein Pärchen LM2940/LM2990 gedacht, aber die haben 
sogar nur +/-5V.

Hat jemand von euch einen Tipp für einen Satz komplementäre 
Festspannungsregler mit externer Minimalbeschaltung und +/-5 bis 9V, die 
es in THT-Gehäusen (bevorzugt TO-92, notfalls auch TO-220) gibt und die 
bessere PSRR-Werte haben als die 78/79er Regler?

von Bernhard (bernhard_123)


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Manfred P. schrieb:
> Seine ± 6 Volt abzüglich sehr großzügiger 2 Volt pro Zweig erlauben ein
> sauberes Audiosignal mit 8V(ss). Das wären rund 5,5V(eff) = +17dBm, da
> hängt jeder heimische LineIn-Eingang schon lange am Anschlag.

Uss = 8 V entspricht bei sinusförmigem Signal Us = 4 V und Ueff = 2,8 V.

Üblicherweise liefern die Phonoverstärker bei LPs Ueff ≈ 500 mV. Bei 
Maxi-Singles sind es dann schon um 2 V.

Bei 20 Hz ist die Verstärkung ca. 20 dB höher als bei 200 Hz. Und 
irgendwo um 10 Hz liegt die mechanische Eigenresonanz des Tonabnehmers, 
bei dieser Frequenz ist die Rumpelamplitude besonders groß.

Meistens genügt Uss = 8 V, besonders wenn man beim Vorverstärker schon 
die tiefen Frequenzen abschneidet, aber ein Rumpelfilfer folgt meistens 
erst hinterher und ist dann abschaltbar.

Fast jeder mittel- oder hochwertige heimische Line-In verträgt solch 
hohe Pegel, sogar Kofferradios. Entweder werden die Eingangsverstärker 
mit mindestens ±10 V betrieben oder vor dem Lautstärkepoti ist gar kein 
weiteres aktives Bauteil.

von Gerd E. (robberknight)


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Ths S. schrieb:
> Das hat einen entscheidenden Grund: Ich kann nur THT löten (und
> vielleicht so 1206 SMD Teile), somit fallen die meisten modernen
> Spannungsregler, da oft nur in SMD verfügbar, leider schon raus.

Jupp, rein THT ist heutzutage eine ernste Einschränkung.

Ist es realistisch dass Du es lernst?

Andere Alternative wäre machen lassen:
https://cart.jlcpcb.com/quote
https://jlcpcb.com/partdetail/TexasInstruments-TPS7A3301RGWR/C90082
https://jlcpcb.com/partdetail/TexasInstruments-TPS7A4701RGWR/C90084

PCBA geht ab 2 Stück.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ths S. schrieb:
> Wie verhält es sich da mit Störgeräuschen durch
> die Schaltfrequenzen?

Schaltwandler und Phono-Vorverstärker passen in aller Regel nicht 
zusammen, außer ein Hersteller hätte bei der Kontruktion des 
Schaltreglers diesen Fall ausdrücklich berücksichtigt.
Also ist bei Hobby-Konstruktionen der Trafo die erste Wahl, wenn man 
keine Akkus verwenden möchte.

mfg

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ths S. schrieb:
> und die
> bessere PSRR-Werte haben als die 78/79er Regler?

Vielleicht einfach mal die Messwerte und die Netzteilschaltung genauer 
ansehen:

http://www.roehrenkramladen.de/Phono-Pre/Phono-Pre-txt.html

mfg

von Ths S. (motorburner)


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Guten Morgen,

Bernhard schrieb:
> Fast jeder mittel- oder hochwertige heimische Line-In verträgt solch
> hohe Pegel, sogar Kofferradios.

mein Endverstärker (Eigenbau) steuert bei 0dBu voll aus, das ist der 
harte Anschlag. Mehr Pegel benötige ich wirklich nicht.

Gerd E. schrieb:
> Ist es realistisch dass Du es lernst?

Ich habe mich schon mehrmals daran versucht. Widerstände und MLCCs ab 
1206 aufwärts funktionieren, alles Andere wird Murks. Bei SOT-23 bin ich 
verzweifelt.

Gerd E. schrieb:
> PCBA geht ab 2 Stück.

Hatte ich schon überlegt, aber der Eigenbau ist das, was mir Freude 
macht. Ich hatte vor Jahren hier im Forum mal nach einem SMD-Assembly 
von Privat angefragt, das hatte super geklappt. Leider meldet sich 
derjenige nicht mehr bei mir. Eine Platine, bei der ich zwingend auf SMD 
angewiesen bin, müsste ich nämlich fertigen lassen.

Christian S. schrieb:
> Vielleicht einfach mal die Messwerte und die Netzteilschaltung genauer
> ansehen:

Dort wird ja ebenfalls der 78/79 verwendet. Meine Siebkette sieht wie 
folgt aus:

4x BAT48 Brücke -> 1500µ -> 100n -> 78/79 -> 100n -> 100µ -> 100n 
(direkt am OPAmp)

Bei 10mA Strom (höchstens), einem Worst-Case-PSRR des 78/79 von 37dB und 
des OPA2134 von 90dB sollte ich doch gut hinkommen, oder?
Nach den 1500µ sollte ich eine Restwelligkeit von max. 55mVss haben (lt. 
LTSpice-Simulation mit 100m ESR). Bei 37dB PSRR vom 78/79 sollten danach 
noch 0.78mVss Restwelligkeit übrig sein. Beim OPA2134 mit 90dB PSRR 
sollte nichts mehr übrig bleiben, oder?
Ich war tatsächlich bisher der Meinung, dass das auf jeden Fall reichen 
sollte..

von Mark S. (voltwide)


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Ich auch!

von Mi N. (msx)


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Ths S. schrieb:
> der OPV soll als Phono-Vorverstärker arbeiten und das Modul, bestehend
> aus OPV, Gleichrichtung/Spannungsversorgung und Printtrafo soll in ein
> vorhandenes Gehäuse eingebaut werden, der Platz auf der Platine ist
> somit streng limitiert.

Hast Du in dem "Gehäuse" schon eine Gleichspannung >= 12 V zur 
Verfügung?
Das passt auch und spart die separaten +/-6 V: Ausgangsrelais 
zeitverzögert ein- und bei Spannungseinbruch wieder abschalten. Das 
hatte ich seinerzeit mit einem ATtiny aufgebaut und es ploppt - nicht 
;-)

von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Mi N. schrieb:
> Hast Du in dem "Gehäuse" schon eine Gleichspannung >= 12 V zur
> Verfügung?

leider nein. Ich habe 400V 0,3A und 350V 0,01A Gleichspannung zur 
Verfügung, der Rest ist Wechselspannung - deshalb ist ein Printtrafo 
eigentlich die einzige Option.

von Gerd E. (robberknight)


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Ths S. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Ist es realistisch dass Du es lernst?
>
> Ich habe mich schon mehrmals daran versucht. Widerstände und MLCCs ab
> 1206 aufwärts funktionieren, alles Andere wird Murks. Bei SOT-23 bin ich
> verzweifelt.

Ich hab das Gefühl Du wirst durch diese Einschränkung in Deinen 
Möglichkeiten eingeschränkt.

Und Du könntest vermutlich SMD löten lernen wenn Du das möchtest. Es 
gibt ein paar körperliche Einschränkungen die es sehr schwer machen, 
z.B. Zittern, aber in die Richtung lese ich hier nix.

Ich möchte den Thread nicht kapern. Wenn Du in die Richtung etwas lernen 
möchtest, dann mach einen separaten Thread dafür auf. Zeig Deine 
Lötstation, Spitzentemperatur, Lötspitze, Lot, Flussmittel, Pinzette, 
Platine mit Footprint vorher und dann das missratene SOT-23-Ergebnis. 
Dann können wir Dir helfen.

Evtl. ist etwas an Gerätschaften oder Material unpassend, vielleicht 
auch nur Kleinigkeiten.

> aber der Eigenbau ist das, was mir Freude
> macht.

Dann hast Du vielleicht auch Freude daran an der Stelle Deine 
Fähigkeiten zu erweitern.

: Bearbeitet durch User
von Arno R. (arnor)


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Ths S. schrieb:
> Hat jemand von euch einen Tipp für einen Satz komplementäre
> Festspannungsregler mit externer Minimalbeschaltung und +/-5 bis 9V, die
> es in THT-Gehäusen

Es gibt den LM325, ein komplementärer Dual-Spannungsregler, allerdings 
fest eingestellt auf +-15V.

Eine andere Möglichkeit ist evtl. die Verwendung nur einer Spannung 
10V...18V aus einem guten positiv-Spannungsregler und eines 
1:1-Rail-Splitters.

: Bearbeitet durch User
von Johannes F. (jofe)


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Peter K. schrieb:
> Wirkungsgrad [kleiner Printtrafos] ist zwar unterirdisch,
> spielt aber bei ca.1W keine Rolle;
> weniger Verluste wirst du mit einem Schaltregler (AC230V auf 2x6V)
> auch nicht hinbekommen;

Tut zwar hier nichts zur Sache, ist aber falsch. Klar gibt es kleine 
Schaltnetzteile, die im Leerlauf (und von dem reden wir ja hier quasi 
bei der Versorgung eines OPV) nur wenige 10 mW Verluste umsetzen, im 
Vergleich zu mehr als einem halben Watt bei einem Kleinst-Trafo. 
Natürlich ist ungeachtet dessen im vorliegenden Fall ein konventioneller 
Trafo vorzuziehen.

Peter K. schrieb:
> die Trafos sind mMn recht empfindlich bei
> Überspannungsimpulsen

Das wäre mir neu. Kann das jemand anders bestätigen?

> ich würde aber eingangsseitig einen Sicherungswiderstand
> und einen Varistor vorsehen

Habe ich beides selbst bei industriellen Geräten noch nie gesehen. 
Sicherungswiderstand, wozu? Die Primärwicklung eines Kleinst-Printtrafos 
brennt viel schneller durch als jeder Sicherungswiderstand auslösen 
würde.

Und einen Varistor (nebst Thermosicherung) nimmt man bei TRIACS u. evtl. 
anderen Halbleitern, aber bei Trafos?

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Gerd E. schrieb:
> Ich hab das Gefühl Du wirst durch diese Einschränkung in Deinen
> Möglichkeiten eingeschränkt.

das sehe ich auch so. Mir fehlt aber ehrlichgesagt ein wenig die 
Motivation, um zum SMD-Löter "aufzusteigen". Eigentlich alles, was ich 
brauche (ich bin hauptsächlich im Gebiet der NF-/HF-Röhrentechnik 
unterwegs), gibt es als THT-Bauteile.

Gerd E. schrieb:
> Zeig Deine Lötstation, Spitzentemperatur, Lötspitze, Lot, Flussmittel, Pinzette

Da hört es schon auf. Ich arbeite mit einem 15W ERSA Feinlötkolben und 
Sn60Pb40 Lot, ohne extra Flussmittel oder Pinzette. Das würde auch die 
Ergebnisse erklären.

Schönen Dienstagabend!

von Mi N. (msx)


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Ths S. schrieb:
> Ich arbeite mit einem 15W ERSA Feinlötkolben und
> Sn60Pb40 Lot, ohne extra Flussmittel oder Pinzette.

Oh Du Glücklicher, ich beneide Dich richtig!
Lass Dir vom Nikolaus einen neuen Lötkolben mit direkt beheizter Spitze 
(beispielsweise XYZ-Imitat), eine Pinzette, eine Leuchtlupe und 0,7 mm 
Lötzinn in die Stiefel stecken.
Daran wirst Du für wenig Geld viel Spaß haben - garantiert!

von Bjoern E. (bjoern_e)


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Ths S. schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> ich habe hier eine kleine OPV-Schaltung (max. 10mA), die mit einem 78L06
> und einem 79L06 versorgt wird. Dazu ein paar Elkos und
> Abblockkondensatoren.
> Davor möchte ich einen Printtrafo (Ausführung als Sicherheits-Netztrafo)
> mit 1,8VA (Sek. 2x7,5V 120mA) hängen, ...

Hallo, für einen Phono-Preamp würde ich auch einen normalen Netztrafo 
verwenden und auf keinen Fall ein Schaltnetzteil (wegen möglicher 
Störungen).

Kleiner Tipp: wenn es bei dem Aufbau zu eigentümlichen (HF-) Störungen 
kommen sollte, empfehle ich, primärseitig einen geeigneten 
Hochvolt-Kondensator von ein paar NF parallel zum Trafoeingang zu 
schalten. Damit ist der Spuk meist vorbei.
(anscheinend kann HF aus dem Netz kleinere Trafos relativ gut überwinden 
und demoduliert sich dann an irgendwelchen Halbleitern im Verstärker - 
solche Störungen bekommt man sekundärseitig kaum in den Griff)

von Mi N. (msx)


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Bjoern E. schrieb:
> Hallo, für einen Phono-Preamp würde ich auch einen normalen Netztrafo
> verwenden und auf keinen Fall ein Schaltnetzteil (wegen möglicher
> Störungen).

Vorbildlich: mit Konjunktiv und Genitiv; hierzu volle Zustimmung ;-)
Selber hatte ich einen Phono-Vorverstärker in einen Plattenspieler 
eingebaut und ein Schaltnetzteil verwendet. Zum einen, weil ich es hier 
zu liegen hatte, und zum anderen, um kein Brummen zu induzieren. 
HF-Störungen gibt es nicht und sie würden durch die Kennlinie des 
Vorverstärkers weggefiltert.
Man muß entscheiden, was sinnvoll ist.

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