Hallo, wir fertigen noch ein älteres Board, mit einem ATMEGA32-16AU. Im letzten Fertigungslos von 100 Stück gab es eine Ausfallquote von 95%, weil jedes mal der ADC nicht so tat wie er sollte. Der Rest funktionierte. Ich bin gerade am klären, ob das ein Fehler von uns (Statik?) ist, oder ob das ganze Los von Atmels ICs ein Problem hat. Bevor ich mal einen manuell aufbaue und prüfe, dachte ich frage mal hier .... Der Prozess an sich (hätte ich gesagt) ist definitiv im Griff, wir fertigen das Board schon seit über 10 Jahren. Sind bei älteren ATMEGA32-16AU solche Fehler bekannt? Danke + MfG Wolfgang
Wolfgang S. schrieb: > Sind bei älteren ATMEGA32-16AU solche Fehler bekannt? Nein. Ich würde mal auf einen Bestückungsfehler im Dunstkreis von AVCC/AREF tippen.
Habt ihr die richtige Taktrate für die Auflösung oder läuft er 'out of bounds'. AVCC richtig verdrahtet.
Wolfgang S. schrieb: > weil jedes mal der ADC nicht so tat wie er sollte. Was erwartest du und was tut er denn stattdessen?
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Was für ne Spannung, Takt und Oszillator-Art verwendet Ihr? Zumindest bei den 328ern und 168ern hat Microchip ne Variante aufgelegt die den Full-Swing-Oszillator nicht mehr hatte (also war drauf, lief aber nicht mehr zuverlässig). Dann wollten sie eigentlich die ursprüngliche Version abkündigen, das ist denen aber wohl um die Ohren geflogen weil zu viele Kunden explizit noch nach den alten gefragt hatten. Dann haben sie einen Rückzieher gemacht und bieten jetzt beide an. Ich weiß nicht ob das bei den 32ern auch so ist. Aber es könnte gut sein dass da aus Versehen die falschen bestückt wurden.
Gibt einiges an "Kopien" vom ATMEGA32-16AU auf dem Markt. Gerade im Analogbereich haben die oft Schwächen. Kann man Fakes zu 100% ausschließen?
Lothar M. schrieb: > Wolfgang S. schrieb: >> weil jedes mal der ADC nicht so tat wie er sollte. > Was erwartest du und was tut er denn stattdessen? Hallo, Danke für Deine Zeit. Laut Testentwicklung, der ausgelesene digitale Wert ist immer die 1023 (0x03ff), aber die Eingangsspannung am AFD Eingang ist kleiner als die am AREF Eingang.
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Wolfgang S. schrieb: > Hallo, Danke für Deine Zeit. Laut Testentwicklung, der ausgelesene > digitale Wert ist immer die 1023 (0x03ff), aber die Eingangsspannung am > AFD Eingang ist kleiner als die am AREF Eingang. Das sollte sich jemand mit Elektro-Hintergrund anschauen. "kleiner als AREF" enthält 0 Information.
Wolfgang S. schrieb: > Im letzten Fertigungslos von 100 Stück gab es eine Ausfallquote von 95%, > weil jedes mal der ADC nicht so tat wie er sollte. Das nenne ich eine aussagekräftige Fehlerbeschreibung. :-( Wolfgang S. schrieb: > Laut Testentwicklung, der ausgelesene digitale Wert ist immer > die 1023 (0x03ff), aber die Eingangsspannung am AFD Eingang ist > kleiner als die am AREF Eingang. Welche Spannung wird an AREF gemessen? Welche Spannung liegt an AVCC an? Wie sind AVCC und AREF beschaltet? Wie wird AREF genutzt, d.h. welche Einstellungen nutzt die Software für die Referenz? > ... Eingangsspannung am AFD Eingang ... Welcher soll das sein? "AFD" taucht im Datenblatt nicht auf.
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Rainer W. schrieb: > Welche Spannung wird an AREF gemessen? > Welche Spannung liegt an AVCC an? > Wie sind AVCC und AREF beschaltet? > Wie wird AREF genutzt, d.h. welche Einstellungen nutzt die Software für > die Referenz? Antwort: die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 Jahren gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Damit sollte das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. Oliver
Oliver S. schrieb: > Damit sollte > das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. Dann geh' ich mal Popcorn holen. Ohne irgendwelche Fakten lässt sich da vortrefflich drüber herum spekulieren.
Spielt Ihr die Software selber auf oder kauft Ihr geflashte Controller?
Oliver S. schrieb: > Antwort: die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 > Jahren gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Damit sollte > das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. Nö. Wenn z.B. die bisher alle nur zufällig funktioniert haben, weil der AVR out-of-spec betrieben wurde, die damalige Silizium-Revision das aber mitgemacht hat, und die Neuen da eben weniger Reserve bieten... Wenn du dich so zierst die Details herauszurücken, ist das schon etwas Verdächtig in die Richtung "Da wurde gepfuscht, du weißt dass da gepfuscht wurde, jetzt fliegt dir der Pfusch um die Ohren, und du suchst einen externen Schuldigen".
Oliver S. schrieb: > Antwort: die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 > Jahren gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Ich habe schon mal nach einigen Jahren in Serie bei einem ADC ein Problem mit Spikes bekommen. Da hatten die Analogwerte dann bei jedem 10. Wert große Ausreißer. Vermeintliche Ursache: es wurde bei einem Fertigerwechsel lediglich ein anderer Elko verbaut. Eigentlich völlig unkritisch, allerdings hatte der einen etwas höheren ESR und konnte den Ripple vom schlechten Schaltregler nicht mehr ausreichend gut filtern. Und die wirkliche Ursache des ganzen Übels? Das war das schlechte Layout des besagten Schaltreglers. Daraufhin kam diese Seite zustande: - https://www.lothar-miller.de/s9y/archives/46-EMV-Optimiertes-Schaltreglerlayout.html > Damit sollte das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. Langer Rede kurzer Sinn: auch wenn was schon viele Jahre "problemlos" und "unverändert" funktioniert hat, muss das nicht bedeuten, dass da nicht doch ein Fehler im Design ist...
Εrnst B. schrieb: > ...du suchst einen externen Schuldigen". Manchmal gibt es einen solchen. Bei uns hat mal ein Bestücker alle Widerstandswerte falsch bestückt. Das war noch leicht herauszufinden. Hätte er das mit Keramikkondensatoren gemacht, wäre es schwieriger gewesen.
Lothar M. schrieb: >> Damit sollte das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. > Langer Rede kurzer Sinn: auch wenn was schon viele Jahre "problemlos" > und "unverändert" funktioniert hat, muss das nicht bedeuten, dass da > nicht doch ein Fehler im Design ist... Das kann sein, aber sicher keiner in der Initialisierung, und wenn da keine Spezialhandstände dür die Beschaltung von ARef gemacht wurden, sind auch da die Möglichkeit für exotische Schaltungsfehler eher begrenzt. Aber natürlich sollte der TO nachmessen, was da wirklich los ist. Oliver
Εrnst B. schrieb: > Wenn du dich so zierst die Details herauszurücken, ist das schon etwas > Verdächtig in die Richtung "Da wurde gepfuscht, du weißt dass da > gepfuscht wurde, jetzt fliegt dir der Pfusch um die Ohren, und du suchst > einen externen Schuldigen". Der TO wollte erst mal nur wissen ob hier jemand Kenntnisse über Chargen oder Versionen des benutzten µC hat die Probleme mit dem ADC verursachen können. Da er wohl in einer Firma arbeitet hat er die genauen Testdaten evtl. gar nicht vorliegen oder darf sie gar nicht hier veröffentlichen. Also versuch dich mal zu mäßigen und erst dein Gehirn einzuschalten, ehe du hier so herumpöbelst.
Wolfgang S. schrieb: > Hallo, > wir fertigen noch ein älteres Board, mit einem ATMEGA32-16AU. Oliver S. schrieb: > Antwort: die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 > Jahren gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Damit sollte > das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. > > Oliver Sind jetzt der TO Wolfgang und Oliver die selbe Person?
Oliver S. schrieb: > die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 Jahren > gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Damit sollte das > Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. So einfach ist das nicht. Wenn man sich nicht an die Vorgaben/Grenzwerte aus dem Datenblatt hält, dann funktioniert es mit Glück (oft auch Millionenfach) und dann irgendwann plötzlich nicht mehr. Denn man hat unbewusst auf eine Eigenschaft gesetzt, die der Hersteller nicht zugesichert hat und jetzt "plötzlich" nicht mehr liefert. Keine Ahnung, ob das bei dir der Fall ist. Aber wenn man schon um Hilfe bittet, sollte man diese Möglichkeit in Betracht ziehen und auf entsprechende Hilfsangebote eingehen. Wenn du anders herum sicher bist, daß Microchip Schuld ist, und du keinen Bock auf eine technische Lösung hast dann verklage sie doch! Aber dann mit Hilfe eines Juristen. Wir können dir dabei nicht helfen.
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Hallo, Lothar M. schrieb: > Vermeintliche Ursache: es wurde bei einem Fertigerwechsel lediglich ein > anderer Elko verbaut. Dann wäre es doch mal interessant herauszufinden was die defekten von den restlichen 5% funktionierenden Baugruppen und den seit 10 Jahren produzierten unterscheidet. rhf
Oliver S. schrieb: > Das kann sein, aber sicher keiner in der Initialisierung, und wenn da > keine Spezialhandstände dür die Beschaltung von ARef gemacht wurden, > sind auch da die Möglichkeit für exotische Schaltungsfehler eher > begrenzt. Normalerweise wird so lange "gebastelt" bis es läuft. Oder positiv formuliert: Solange es nicht läuft, wird probiert. Wenn beispielsweise ein Register beim Einschalten zufällig immer richtig steht, merkt man nicht, dass es nicht beschrieben wird. Im Datenblatt steht zwar ein "u" statt "0", aber bei x =f(Erfahrung) Registern wird man nachlässig. Du glaubst gar nicht, wie massiv die sorgfältige Inbetriebnahme eines ICs (egal ob ADC oder µC) unterschätzt wird. (Ein Standard-Beispiel ist Clock-Stretching beim I2C, was Bastler wie ich zu Anfang nicht auf dem Schirm haben. Und mit "Nops" erfolgreich beheben: An der SW kann es also nicht liegen)
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Wolfgang S. schrieb: > Ich bin gerade am klären, ob das ein Fehler von uns (Statik?) ist, oder > ob das ganze Los von Atmels ICs ein Problem hat. Bevor ich mal einen > manuell aufbaue und prüfe, dachte ich frage mal hier .... Aktuelle Controller sind sehr robust. Mit Statik hatte ich auch bei 4-stell. Anzahl noch nie Probleme. Einen Fehler beim Hersteller zu vermuten, ist äußerst gewagt. Das übliche Gescheie hier von Fake oder nach Abblockkondensatoren interpretiere ich als Inkompetenz. Du mußt den Fehler (welchen überhaupt?) an einer defekten Schaltung selber finden. Sofern die Bestückung richtig ist, könnte ich mir noch einen Quarz vorstellen, der nicht richtig schwingt - aber auch nur als sehr vage Vermutung. Messen, messen, messen.
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Wolfgang S. schrieb: > Im letzten Fertigungslos von 100 Stück gab es eine Ausfallquote von 95%, > weil jedes mal der ADC nicht so tat wie er sollte. D.h. du hast 95 defekte Platinen vor dir liegen die alle den gleichen Fehler zeigen? Also genug Experimentiermaterial. Na dann mal frisch ans Werk. Von ein paar defekten Platinen die ATMegas auslöten und sie in einer Versuchsschaltung mit minimalen Peripheriebauteilen testen. Von einer defekten Platine Bauteil um Bauteil auslöten, jedes einzelne Bauteil direkt nach dem Auslöten vermessen und katalogisieren. Wenn alle Bauteile ausgelötet sind die Platine "durchklingeln". Ebenso eine der defekten, aber voll bestückten Platinen "durchklingeln". Auch, wenn du ran kommst und die Bestückungsanlage noch gerüstet ist, selber direkt vor Ort in der Fertigung Feeder kontrollieren was wo geladen ist. Teilenummer, Date Code, Batch Number etc. von den Rollen, Stangen, Trays notieren und die Markings auf den Bauteilen ebenso abgleichen. Selber ist wichtig, überlass das, wenn es irgend geht, nicht einem Hilfsarbeiter dritter Klasse dem das alles sowieso egal ist. Ist die Anlage nicht mehr gerüstet wenigsten die ganzen schriftlichen Infos, was angeblich wo war, was der Einkauf oder wer auch immer beschafft hat, usw, einsammeln. Auch nachbohren woher das Zeug stammt, wo es gekauft wurde. Alles was du an Bauteile-Infos gefunden hast mit dem Soll-Zustand abgleichen. Hat jemand "mal eben schnell" ein Bauteil ersetzt oder geändert? Von mehreren Platinen die Software auslesen und vergleichen (wenn keine Lock-Bits gesetzt sind). Bei ein paar der defekten Platinen die Software neu aufspielen und nochmal die Platinen testen. Aus der Versionskontrolle sowohl das Binary, als auch die Sourcen der aktuellen Version ziehen. Zusätzlich ein weiteres Binary aus den Sourcen neu bauen und vergleichen. Ebenso mit den ausgelesenen Binaries vergleichen. Aus der Versionskontrolle die letzten Änderungen ziehen und kontrollieren warum, wann, was und wo geändert wurde. Älteres Binary aus der Versionskontrolle ziehen und auf eine der defekten Platinen aufspielen. Dann Platine testen. > Bevor ich mal einen > manuell aufbaue und prüfe, dachte ich frage mal hier .... Einen aufbauen? Die Frage ist doch nicht ob dein Handaufbau funktioniert, sondern warum 95% der gefertigten Platinen nicht funktionieren. Du hast 95 aufgebaue Platinen zur Untersuchung des Fehlers. > Der Prozess an sich (hätte ich gesagt) ist definitiv im Griff, wir > fertigen das Board schon seit über 10 Jahren. Welches Personal ist neu?
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Oliver S. schrieb: > Aber natürlich sollte der TO nachmessen, was da wirklich los ist. Das waren meine Worte. Und damit irgendjemand hier versteht, was da gemessen wurde, wäre ein minimales Schaltungsumfeld und eine Info über ADC- und Referenzkonfiguration ausgesprochen hilfreich. Udo S. schrieb: > Da er wohl in einer Firma arbeitet hat er die genauen Testdaten evtl. > gar nicht vorliegen oder darf sie gar nicht hier veröffentlichen. Wenn die Firma da so zugeknöpft ist, kann sie sich auch selbst drum kümmern, was da los ist. Dafür gibt es externe Dienstleister, die man in solchen Fällen hinzuziehen kann - mit NDA.
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Da gibt es die tollsten Sachen. Ich hätte mal ein Projekt geerbt, da wurden Parametrier - Registerdaten eines ICs um ein Bit verschoben vom uC und dem darin implementierten Servicemenü seriell eingeschrieben. Der vorherige Entwickler hatte das dann wohl durch probieren zum laufen gebracht. Der Sofwerker war sich seiner Sache auch ganz sicher und das ganze hatte vorher in Serie ja auch schon funktioniert. Nur dass ich etwas EMV Filterei ergänzt und somit Phasenlagen und Pegel im zu parametrierenenden Analogteil dann nicht sinnvolle anpassen konnte. Bis ich da dann mal den seriellen Datenstrom angeschaut habe (ging ja vorher) hab ich als junger Ingenieur doch einige schlaflose Nächte gehabt... Und die Leute,die hier immer nach viel Informationen schreien. Geht zurück in den Sandkasten. Oft gibt es ja Branchenweite Erfahrungen, die aber niemand veröffentlicht, der nicht ausprobieren will, totgeklagt zu werden ...
Vielen Dank für die viele Antworten, leider schießt das teilweise mit viel Hass ins Kraut. Das will ich aber nicht. Wir hier haben schon das geflügelte Wort, "wurdest Du heute schon beschimpft"? Gemeint ist, ob man schon im Microcontroller-Forum war ;) Es muss wohl mal jemand in die Fertigung un direkt am Gerät selber messen. Danke für Eure Zeit, ich habe ein paar Ideen mitgenommen. Wenn ich rausgefunden haben woran es lag, werde ich berichten. MfG Wolfgang
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Hannes J. schrieb: > Von einer defekten Platine Bauteil um Bauteil auslöten, jedes einzelne > Bauteil direkt nach dem Auslöten vermessen und katalogisieren. Viel zu aufwendig! Die betreffenden Spannungen messen, ob sie im erwarteten Rahmen liegen, und mit einem kleinen Testprogramm die Funkion oder besser das Verhalten des ADCs überprüfen. Der Kopf muß rauchen nicht der Lötkolben ;-)
Maik .. schrieb: > ein Projekt geerbt, da wurden Parametrier - Registerdaten eines ICs um > ein Bit verschoben vom uC und dem darin implementierten Servicemenü > seriell eingeschrieben. Der vorherige Entwickler hatte das dann wohl > durch probieren zum laufen gebracht. Kenne ich: falschen SPI-Modus verwendet und "Glück gehabt", bis dann im Sommer die Sonne durchs Fenster prall auf die Steuerung fiel... ;-) Maik .. schrieb: > Oft gibt es ja Branchenweite Erfahrungen, die aber niemand > veröffentlicht, der nicht ausprobieren will, totgeklagt zu werden ... Es gibt von Tantalkondensatorherstellern ausführliche Tests, was bei welcher Spannung passiert, wenn man die Dinger verkehrt herum eingebaut hat. Die Ergebnisse dieser Test bekommt man aber nur, wenn man danach fragt und ein NDA unterzeichnet. Woher ich das weiß? Selbst herausgefunden, nachdem 1000 mit 1 verpolten Tantal produzierte Steuerungen weltweit verteilt nach und nach ausfielen (zum Glück in etwa nur das laut der besagten Tests zu erwartende 1% davon). Wolfgang S. schrieb: > Wenn ich rausgefunden haben woran es lag, werde ich berichten. Bin gespannt.
Wenn ihr die Ausrüstung dazu habt, dann würde ich den IC von einer funktionierenden Platine mit dem einer nicht funktionierenden Platine über Kreuz tauschen. Wenn tatsächlich ein IC defekt ist, sollte es so auffallen.
Uwe F. schrieb: > Wenn ihr die Ausrüstung dazu habt, dann würde ich den IC von einer > funktionierenden Platine mit dem einer nicht funktionierenden Platine > über Kreuz tauschen. Wenn tatsächlich ein IC defekt ist, sollte es so > auffallen. Falls die Ursache nicht vorher durch einfachere Maßnahmen ermittelt wird, würde ich das auch machen.
Oliver S. schrieb: > Das kann sein, aber sicher keiner in der Initialisierung, und wenn da > keine Spezialhandstände dür die Beschaltung von ARef gemacht wurden, > sind auch da die Möglichkeit für exotische Schaltungsfehler eher > begrenzt. Bestückungsfehler ist immer möglich. Typische Beschaltung für AVCC wäre z.B. ein LC- oder RC-Siebglied. Da muß bloß statt der Induktivität ein Widerstand oder statt eines 100Ohm-Längswiderstands ein 100kOhm bestückt worden sein und schon funktioniert das ganze Analog-Gerödel nicht mehr vernünftig. Und sogar die Prozentzahl ließe sich so erklären: da wurde irgendwann in der Charge ein falsches Reel angespleißt. Sowas soll schonmal vorkommen...
Moin, Wenn der ADC Zicken macht, die FW und Einstellungen über alle Zweifel erhaben ist, wäre es zweckdienlich zuerst die Spannungsreferenz an den suspekten Bords durch diverse Spannungsmessungen zu überprüfen. Falls der uC eine externe Referenz hat, diese natürlich auch überprüfen. Ich weiß, das sind alles alte Hüte, aber trotzdem will ich einige nützliche beachtenswerte Punkte hier aufbringen. Bekanntlich sind die Möglichkeiten der Einstellungen entweder Avcc, 2.56V intern, oder externe Vref. In jedem Fall müsste bei interner korrekter Einstellung entweder Avcc, 2.56V am AREF-Pin anliegen. Falls keine Spannung anliegt, dann ist AREF auf externen Vref eingestellt. Falls extern eingestellt, dann messe, ob eine externe Referenz tatsächlich funktioniert und die gewünschte Spannung liefert. (Der Wert 1023 wird natürlich oft dann angezeigt wenn VREF sich unter der ADC Eingangsspannung befindet oder ganz fehlt). Auch gegen Kurzschluss von AREF prüfen. Auch sollte dort immer ein Abblock-C mit geeigneten Wert angeschlossen sein. Auch nicht vergessen zu überprüfen, ob AVCC überhaupt die korrekte gefilterte Betriebsspannung kriegt und ob die Drossel oder Widerstand von Vcc zu Avcc tut was sie sollen. Auch AVcc gebührt ein entsprechend bemessener Abblock-C. Auch würde ich die LP und Lötqualität unter die Lupe nehmen. Manchmal gibt es auch hier Überraschungen. Ich habe vor zwanzig Jahren viel mit diesen Käfern kommerziell gearbeitet und hatte niemals irgendwelche ADC Probleme. Wenn das alles nichts hilft, mit Microchip Kundensupport Verbindung aufnehmen. Auch mit dem Lieferanten das Problem besprechen und Nachweis der Bezugsquelle und Weg verlangen. Ggf. Exemplare dem Hersteller zur Untersuchung zur Verfügung stellen. Gerhard
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> Wir hier haben schon das geflügelte Wort, "wurdest Du heute schon > beschimpft"? Gemeint ist, ob man schon im Microcontroller-Forum war ;) * Nach Details wie Schaltung, config nachfragen ist IMHO völlig berechtigt. * Hinweis, das eher der IC-Hersteller Chargen-Fehler kennt als eine willkürlich herausgepickte Stichprobe Anwender ist auch berechtigt. * Hinweis das das Fehleranalyse eher der Job des TO ist der dafür Lohn erhält ist auch berechtigt. Also den pauschalen Vorwurf der "Schimpferei" sollte man hier schon selbstbewusst entgegen treten. Die Verteilung der "Mimosen" ist wohl auch regional sehr verschieden, was dem Einen 'geschimpft', das dem Anderen wohlmeinende "Schmäh".
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Ob S. schrieb: > Oliver S. schrieb: > >> Das kann sein, aber sicher keiner in der Initialisierung, und wenn da >> keine Spezialhandstände dür die Beschaltung von ARef gemacht wurden, >> sind auch da die Möglichkeit für exotische Schaltungsfehler eher >> begrenzt. > > Bestückungsfehler ist immer möglich. Natürlich. Vielleicht wurde auch der falsche Test draufgeflasht. Jetzt ist halt der TO gefragt. Wolfgang S. schrieb: > Ich bin gerade am klären, ob das ein Fehler von uns (Statik?) ist Die Datenlage scheint ja eh noch sehr dünn zu sein. Oliver
Oliver S. schrieb: > Wolfgang S. schrieb: >> Ich bin gerade am klären, ob das ein Fehler von uns (Statik?) ist Hmmm.. Statik? Ist der jetzt Bauingenieur oder Maschinenbauer? Oder soll es Statistik heißen? Fragen über Fragen.
Wer weiß., vielleicht ist ja auch die eigentliche Platine der Übeltäter. Kurzschlüsse, Unterbrechungen.. Auch sowas ist möglich, wobei hier wahrscheinlich nicht relevant: Ich hab da auch schon Serienplatinen auf den Tisch bekommen, bei dem der Einkauf den Lieferanten oder der den Herstellungsprozess geändert hatte. Das Lagen Stackup mit dem Prepegdicken hatte sich geändert, die Impedanzen der Leiterbahnen stimmten nicht mehr und dann waren Dinge nicht mehr abgleichbar. Und da das ja schon 20 Jahre so funktionierte, wurde von dem Erstentwickler auch nicht an eine Mess- Teststruktur zur Wareneingangskontrolle auf dem Nutzen gedacht. So ne IPC Teststreifenleitung z.B. Bis es dann irgendwann knallte und der recht frische Absolvent und Funkamateur das dann aus der Fertigung hochgebracht bekam und Ursachenfindung betreiben dürfte. Auf Teeren und Federn der Übeltäter wurde verzichtet, da sonst mehrere Abteilungsleiter hätten beschichtet werden müssen. Also - vielleicht einfach schlechte Leiterplatten? E- Test mit dabeigewesen? Oder hat wer im CAD oder beim Platinenlieferanten irgendwas an den Daten gemacht? Und an den Weltfremden ltg_boimler : davon, dass hier im Land noch was produziert und exportiert wird, profitierst Du bestimmt auch. Daher sind auch berufliche Tipps in diesem Forum mehr als Sinnvoll.
Auf Elektrostatik bin ich jetzt gar nicht gekommen. Aber gut, nach 20 Jahren SMD Fertigung und etlichen Millionen Bauteilen sind die Fälle, in denen ein einzelnes Bauteil einen ESD Schaden erlitten hat, an einer Hand abzuzählen, obwohl ich keine besonderen Maßnahmen getroffen habe (ok, habe keinen PVC Boden). Am ehesten werden noch diskrete Mosfets am gate beschädigt. In einer bestückten Schaltung müsste wohl direkt der Blitz einschlagen daß da was kaputt wird.
Oliver S. schrieb: > Antwort: die gleichen, die auf unzähligen identischen in den letzten 10 > Jahren gefertigten Boards einwandfrei funktioniert haben. Damit sollte > das Thema ADC-Initialisierung und Beschaltung erledigt sein. Du argumentierst wie meine Frau, die verkramt gern etwas. Wenn etwas im Schrank nicht zu finden ist und ich sage, wo wir mal nachsehen müssten, dann sagt sie sofort: "Dort müssen wir nicht nachsehen, da kann es nicht sein, weil ..." Meine Antwort ist dann immer: "Wenn man an sämtlichen möglichen Orten erfolglos gesucht hat, dann hat man beim Suchen mindestens einmal etwas falsch gemacht." Und nun rate mal, wo ich es am Ende finde. Meist dort, wo es gar nicht sein kann. :-)
Schon mal optisch, einen der 95% mit einem der 5% verglichen? Vielleicht sieht man ja einen Unterschied? Oder macht der Fertiger dies automatisch?
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Arduino F. schrieb: > Am Ende findet man es immer dort, wo man zuletzt sucht. Am Ende findet man es immer dort, wo es gelegen ist.
Maik .. schrieb: > ... Prepeg ... Was für Zeugs? Klingt ungeheuer schlau - aber fast getroffen ist auch vorbei.
Rainer W. schrieb: > Maik .. schrieb: >> ... Prepeg ... > > Was für Zeugs? > Klingt ungeheuer schlau - aber fast getroffen ist auch vorbei. Wie heißen denn die Glasfasergewebeeinlagen in den mehrlagigen Patinen Deiner Meinung nach. Und wie sollte man es kurz und bündig besser benennen? Oder willst Du nur stänkern. So ein leiser Verdacht...
Maik .. schrieb: > Rainer W. schrieb: >> Maik .. schrieb: >>> ... Prepeg ... >> >> Was für Zeugs? >> Klingt ungeheuer schlau - aber fast getroffen ist auch vorbei. > > Wie heißen denn die Glasfasergewebeeinlagen in den mehrlagigen Patinen > Deiner Meinung nach. Und wie sollte man es kurz und bündig besser > benennen? > Oder willst Du nur stänkern. So ein leiser Verdacht... https://de.wikipedia.org/wiki/Prepreg
Maik .. schrieb: > Das Lagen Stackup mit dem Prepegdicken hatte sich geändert, die > Impedanzen der Leiterbahnen stimmten nicht mehr und dann waren Dinge > nicht mehr abgleichbar. Und die Coredicken wurden dabei nicht verändert?
Ich würde mal eine Messorgie empfehlen. Sollte auch kein Problem sein, wenn man ein und dasselbe Board vor sich liegen hat, wovon eines Funktioniert und das andere nicht. Ich unterstelle hierbei natürlich, dass keiner am Source-Code "Verschlimmbesserungen" vorgenommen hat. In einem Betrieb, in dem ein Mikrokontroller am Laufen gehalten wird, sollten sich wohl ein Messgerät und ein Oszilloskop auftreiben lassen. Könnte natürlich auch zu einfach sein. Wie oft habe ich mir schon gewünscht, ein funktionierendes Board zum Vergleich zu haben.
> der ausgelesene digitale Wert ist immer die 1023 (0x03ff)
Also sobald der Messplatz aufgebaut ist und auf dem Monitor Schalt- und
Bestückplan sowie BOM verfügbar sind, wäre das der erste Ansatzpunkt.
Wie wird die b'11_1111_1111' letzlich übertragen? -> Scope an die
Leitungen. Ist es irgendwo I2C ähnliches könnte der Pullup zu niedrig
sein.
Wenn diese Verbindung OK ist, halt nachmessen was am ADU-In wirklich
anliegt. Und im Datenblatt die Operating Conditions nachlesen und
checken.
Vergleich mit einem "golden Sample" wurde schon oben vorgeschlagen.
Vergleich optisch kann man auch anhand Fotos alter Stücke machen, da
braucht es das Vergleichstück nicht physisch. Brille aufsetzten genügt
meist, unterm Mikroskop sieht es gerne schlimmer aus als es ist. Und Die
Beschriftungen überprüfen, da wird schonmal 10 statt 10k draufgepappt.
Oder gleich R mit C vertauscht.
Typisch bei sowas sind Bestückfehler, bspw. Feeder falsch angemeldet,
oder ein falscher Gurt o.ä. eingelegt. Oder garkein Feeder, oder
leergelaufen. Grabstein wäre auch ne Möglichkeit, könnt halt überlagerte
Paste sein.
Mal die Produktion fragen, wie sie ihre Prozessschritte überwacht haben,
bspw. AOI oder nicht.
Das beim Waschen was abfällt, ist eher ungewöhnlich.
Die Verbindung Tester <-> DUT sollte man sich auch anschauen.
Falls die nicht passt produziert auch ein golden sample Fails.
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Naja, das ist ein klassischer Serienfehler. Vorteil, man hat mehr als genug Exemplare mit dem Fehler, kann also nach Herzenslust messen und testen, ggf. auch zerstörend. ;-) Ich hatte vor ein paar Wochen einen Fehler, daß seit langer Zeit ca. 30% Der Platinen durch den Endtest der Programmierung fielen. Erster Verdacht Lötfehler unter dem BGA-Gehäuse vom DSP, denn mit Drücken konnte man den Fehler manchmal beseitigen. 25 Stück beim Dienstleister röntgen lassen. Alles 1A! Hmmm. Kopf kratzen und Stirn runzeln. Dann die defekten Platinen an den Debugger hängen lassen (beim Kollegen, der das Ding beherrscht). Und siehe da, 1 Tag später die Diagnose. Ein Softwarefehler, bei dem eine alte, nicht deaktivierte Komponente den DSP mit Massen an Interrupts eines offenen IO-Pins lahmlegt! Komponenten deaktiviert, 100% Testabdeckung! Es gab dann zwar noch einen weiteren Bug, der wurde aber auch schnell gefunden. Ergo. Man betreibe eine systematische Fehlersuche. Wenn ein ADC im Anschlag ist, kann man das schon relativ schnell in ein paar Stunden eingrenzen. Referenzspannung, Eingangsspannung, IO. Viel mehr kann es kaum sein. Oder halt Software. 8-0
Andreas S. schrieb: > Maik .. schrieb: >> Das Lagen Stackup mit dem Prepegdicken hatte sich geändert, die >> Impedanzen der Leiterbahnen stimmten nicht mehr und dann waren Dinge >> nicht mehr abgleichbar. > > Und die Coredicken wurden dabei nicht verändert? Die wurde auch geändert. War aber nicht primär ausschlaggebend. Da die mit HF Bauteilen bestückten Leiterbahnen auf der Oberseite liefen - und somit die Dicke des Prepegs zur Kupferbeschichtung auf der Corelage entscheidend für die Impedanz war. Die hatten beim Lieferantenwechsel drinnen alles geändert, Aber die Gesamtdicke - die stimmte noch. Die Augen wurden groß als die verschiedenen Dicken der Platineinnenlagen des alten und neuen Lieferanten zum Vergleich auf dem Tisch lagen. Nur so als Fallgrube, in die nicht jeder neu reinfallen soll. Ich war ja nur Verkünder der unschönen Katastrophe. In einem ähnlichen Fall bin ich auch schonmal mit einer versaubartelten QFN Lötung bei einem Serienanlauf fix in 10 Minuten zu meinem Zahnarzt gefahren. Danach waren dann mit Fahrzeit innerhalb einer Stunde die Folgen der falschen Lötpastenmaske (Falsches Bild /Lötpads und Soldeemask/ von der CAD Mitarbeiterin=Layouterin in die Datenbank eindigitalisiert) sofort sichtbar mit Folgen auf dem Tisch. Es passieren da schon die seltsamen Dinge..
Martin M. schrieb: > Oder macht der Fertiger dies automatisch? Wolfgang S. schrieb: > Das wird automatisch gemacht. Das nennt sich AOI. AOI, kenn' ich. Ich hatte über die Jahre von verschiedenen Bestückern schon - SMD-LEDs, die kopfüber auf dem Board saßen, - fehlenden Bauteile, - versetzt oder schief sitzende Bauteile, - über das Board verschmierte Lötpaste, - und einige andere kreative Fehler mehr. Sind alle durch die AOI gegangen. Eigentlich sollte es HAOI heißen, das H für halb. Denn automatisch wird nur ein optischer Vergleich zwischen aktuellem Board und einem Gutteil gemacht, Abweichungen erscheinen am Bildschirm und ob das durchgeht oder nicht wird von einem Menschen entschieden. Da wird wohl ab und zu etwas im Halbschlaf durchgewinkt. Allerdings kommt dabei keine Fehlerrate von über 90% heraus.
Maik .. schrieb: > Die hatten beim Lieferantenwechsel > drinnen alles geändert, Aber die Gesamtdicke - die stimmte noch. Die > Augen wurden groß als die verschiedenen Dicken der Platineinnenlagen des > alten und neuen Lieferanten zum Vergleich auf dem Tisch lagen. Den Einkäufer interessiert nur der nackte Einkaufspreis. Danach bemisst sich sein Quartalsbonus. Wenn die Qualität der Ware schlecht ist, kann man die Schuld immer noch auf andere Abteilungen schieben. Ich habe auch den Fall erlebt, dass eine Baugruppe ewige Zeit problemlos gefertigt wurde und funktioniert. Ab einem bestimmten Fertigungslos gab es dann 100% Ausschuss, den sich niemand erklären konnte. Ich bekam solch eine Baugruppe auf den Tisch und stellte fest, dass etliche Bauteile fehlten. Es stellte sich heraus, dass irgendeine Jung-Controller alle Produkte und Stückliste auf Einsparpotentiale hin überprüfte. Dabei bemerkte er, dass auf dieser Baugruppe mehrere gleiche Bauteile vorhanden waren. Daraufhin erstellte er eine Änderungsmitteilung an die Fertigung, dass solche Mehrfachbestückungen zu unterlassen wären. Natürlich unterschrieb er das nicht selbst, sondern suchte sich irgendeinen nicht involvierten Hardwareentwicklung, der die Änderungsmitteilung unterschreiben musste. Trotz eines Fertigungloses, das komplett für die Tonne war, wurde der Controller belobigt und die Kosten einfach unserem Standort belastet, obwohl weder der Controller noch der Hardwareentwicklung zu uns gehörten. Der Hardwareentwickler redete sich damit raus, dass unsere Firmware eben so scheiße sei, wenn sie mit der minderbestückten Baugruppe nicht zurechtkäme.
M.A. S. schrieb: > AOI, kenn' ich. Ich hatte über die Jahre von verschiedenen Bestückern > schon > - SMD-LEDs, die kopfüber auf dem Board saßen, > - fehlenden Bauteile, > - versetzt oder schief sitzende Bauteile, > - über das Board verschmierte Lötpaste, > - und einige andere kreative Fehler mehr. Oh, darunter war dann bestimmt auch ETB? Wobei die solch einen Pfusch auch alleine hinbekommen.
Andreas S. schrieb: > Es stellte sich heraus, dass irgendeine Jung-Controller alle Produkte > und Stückliste auf Einsparpotentiale hin überprüfte. Dabei bemerkte er, > dass auf dieser Baugruppe mehrere gleiche Bauteile vorhanden waren. > Daraufhin erstellte er eine Änderungsmitteilung an die Fertigung, dass > solche Mehrfachbestückungen zu unterlassen wären. Natürlich unterschrieb > er das nicht selbst, sondern suchte sich irgendeinen nicht involvierten > Hardwareentwicklung, der die Änderungsmitteilung unterschreiben musste. Da muss ich spontan an Einräder mit Einzylindermotor in Einventiltechnik denken.
H. H. schrieb: > Da muss ich spontan an Einräder mit Einzylindermotor in Einventiltechnik > denken. Das erinnert mich an einen Ducati-Verkäufer in Dinslaken, der die Einzylinder konsequent als "Eintakter" bezeichnet hat.
Andreas S. schrieb: > Oh, darunter war dann bestimmt auch ETB? ETB kennen wir auch aber die beschriebenen Sachen haben andere verbrochen. Wobei die besseren unter den Bestückern solche Fehler nur genau ein mal gemacht haben, die weniger guten lernen nicht so konsequent aus ihren Fehlern.
Maik .. schrieb: > Also - vielleicht einfach schlechte Leiterplatten? E- Test mit > dabeigewesen? Dazu muss ich leider sagen: hatten wir auch schon und der E-Test hat uns hier nicht gerettet. Es war vereinzelt bei Multilayern mit Blind- und Burriedvias zu Wackelkontakten bei Durchkontaktierungen gekommen. D.h. die LPs hatten den Test bestanden, der Fehler trat später nach dem Löten auf. Mechanischer Druck auf die LP konnte den Fehler manchmal temporär beseitigen. Heimtückisch, sowas.
Lange Rede von uns allen, kurzer Sinn: Der Fehlermöglichkeiten gibt es viele. (Oder wie der Berliner sagt: der Anschiss lauert überall...)
M.A. S. schrieb: > Andreas S. schrieb: >> Oh, darunter war dann bestimmt auch ETB? > ETB kennen wir auch aber die beschriebenen Sachen haben andere > verbrochen. > Wobei die besseren unter den Bestückern solche Fehler nur genau ein mal > gemacht haben, die weniger guten lernen nicht so konsequent aus ihren > Fehlern. ETB hatte u.a. mal seitlich abstrahlende LEDs verkehrt herum bestückt, obwohl im Bestückungsplan und Kennzeichnungsdruck sowohl die Kontur der LED und ein Pfeil für die Abstrahlrichtung enthalten war. Und STEP-Modelle gehörten auch noch zu den Fertigungsunterlagen. Außerdem war ETB damit beauftragt, das Gerät zu montieren, so dass sie auch das Gehäuse mit den Öffnungen für die LEDs vorliegen hatten. Trotzdem erkannte ETB die Reklamation meines Kunden nicht an, sondern der schmierige Vertriebler suchte nach immer weiteren Ausreden, warum die Fehlbestückung nicht deren Schuld sei. Und als dann zumindest der Konsens erreicht wurde, dass das ganze Fertigungslos nachgearbeitet werden musste, kann der richtige Hammer: die Kunststoffklumpen, denen man ansehen konnte, dass sie früher wohl mal LEDs gewesen sein könnten, saßen jetzt zwar richtig herum, wurden aber offenbar mit einem Hammerlötkolben und Dachrinnenlot bearbeitet.
Andreas S. schrieb: > M.A. S. schrieb: >> Andreas S. schrieb: >>> Oh, darunter war dann bestimmt auch ETB? >> ETB kennen wir auch aber die beschriebenen Sachen haben andere >> verbrochen. >> Wobei die besseren unter den Bestückern solche Fehler nur genau ein mal >> gemacht haben, die weniger guten lernen nicht so konsequent aus ihren >> Fehlern. > > ETB hatte u.a. mal seitlich abstrahlende LEDs verkehrt herum bestückt, > ... Oh mann! In welchem Jahr war das? Unsere Zusammenarbeit mit denen ist schon länger her, damals sind so schlimme Dinge nicht passiert. In meinem früheren Job habe ich bei einer sehr kleinen Firma, die auf dem selben Gelände untergebracht war, wie wir, sowohl die Leiterplatten fertigen lassen als auch die Bestückung durchführen lassen. Damals haben wir sehr kleine Serien von 10 bis 50 Stück bauen lassen. Bei der LP fertigung fanden sich kurze Leiterzüge an Stellen, an denen ich keine gezeichnet hatte und die zwei andere Leiterbahnen kurzschlossen. Ich monierte dies, Antwort: Wenn das auf der LP ist, war es auch in der Gerberdaten. Meine Erwiderung darauf: 1. Nein. Und 2. sind diese Züge komischerweise (und zu meinem Glück!) nur auf 4 von 10 LPs. :) Damit hatte sich jedes Argument der Gegenseite erübrigt...
M.A. S. schrieb: > Oh mann! In welchem Jahr war das? Unsere Zusammenarbeit mit denen ist > schon länger her, damals sind so schlimme Dinge nicht passiert. Ich musste auch erst einmal die Korrespondenz heraussuchen. Das war im Jahr 2016, aber ähnlichen Pfusch gab es auch sonst immer wieder. Mein Kunde war damals nur bei ETB, weil er keinen anderen Bestücker kannte. Ich konnte durchsetzen, dass die weiteren von mir entwickelten Baugruppen bei anderen Fertigern (Paratus, ATP) hergestellt wurden, mit denen es nie derartige Probleme gab. Ein Riesenproblem war bei ETB, dass der Vertriebler nicht am Fertigungsstandort saß, aber sämtliche Kommunikation zunächst immer über ihn laufen musste; erst bei einer "Eskalation" gab es dann manchmal den direkten Kontakt zur Fertigung.
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Maik .. schrieb: > Das Lagen Stackup mit dem Prepegdicken hatte sich geändert, die > Impedanzen der Leiterbahnen stimmten nicht mehr und dann waren Dinge > nicht mehr abgleichbar. > > Auch sowas ist möglich, wobei hier wahrscheinlich nicht relevant: Aber Du musst es trotzdem loswerden, obwohl klar ist, dass es für den ATMega nicht zutreffen kann. Andreas S. schrieb: > Ich musste auch erst einmal die Korrespondenz heraussuchen. ... um hier noch mehr Palawer zu erzeugen, was mit dem Problem von Wolfgang S. (wolfgangsch) nichts zu tun hat?
>> Ich musste auch erst einmal die Korrespondenz heraussuchen. > > ... um hier noch mehr Palawer zu erzeugen, was mit dem Problem von > Wolfgang S. (wolfgangsch) nichts zu tun hat? Wohl eher um die zwischendurch gestellte Frage mit dem gebotenen Willen zur Kooperation zu beantworten. Abgesehen davon das selbst der TO wohl nicht recht weiss wo sein Problem liegt.
Bradward B. schrieb: > Abgesehen davon das selbst der TO wohl nicht recht weiss wo sein Problem > liegt. Der scheint das gleich Problem wie der o.g. Vertriebler von ETB zu haben - er ist zu weit weg von den PCBAs.
Rainer W. schrieb: > Bradward B. schrieb: >> Abgesehen davon das selbst der TO wohl nicht recht weiss wo sein Problem >> liegt. > > Der scheint das gleich Problem wie der o.g. Vertriebler von ETB zu haben > - er ist zu weit weg von den PCBAs. Oft können sich Menschen wie Bradward nicht einmal dazu durchringen, mit einfachsten verfügbaren Werkzeugen eindeutigen Mitteln zu bedienen, eindeutige Bezüge herzustellen. Es geht sogar so weit, dass die sogar vorsätzlich solche Bezüge entfernen.. Es gibt überall dämliche Menschen.
Offtopic Start: > Oft können sich Menschen wie Bradward nicht einmal dazu durchringen, mit > Es gibt überall dämliche Menschen. Danke, gleichfalls. Offtopic Ende.
Hannes J. schrieb: > Von ein paar defekten Platinen die ATMegas auslöten und sie in einer > Versuchsschaltung mit minimalen Peripheriebauteilen testen. Ja klar... ;-) https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser Ein Test des ADC, notfalls mittels "Fremdeinspeisung" eines Testsignals, sollte in kurzer Zeit erledigt sein. Natürlich nachdem man überhaupt mal das Signal selbst und REF, VCCA und GND gemessen hat. Ich selbst tippe auf fehlende VREF oder Falschbestückung der Eingangsbeschaltung. 1-2 Stunden Fehlersuche höchstens. Ach, und 95% Ausschuss sind ein Glücksfall! Das ist leicht zu finden. Das Problem ist ja fast zu 100% verbaut. Eklig ist es dann, wenn es nur 30% sind. Gruß
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Das mit dem Reworking ist bei deutschen Firmen wohl ein allgemeines Problem. Die kosten sind zu hoch. Bei asiatischen Fertigern hatten wir die Probleme nie und die haben teilweise echt Kunststücke hingelegt. Der Output war überwiegend qualitativ besser als bei den Fertigern in Deutschland.. deren Auslastung ist halt auch entsprechend sodass sie genug Erfahrung sammeln können. Hab selber schon so einiges in Asien gesehen von hoch moderner Fertigung (vollklimatisiert, mit klarer SOP, die Lötpaste wird am selben Tag nach der Öffnung entsorgt) bis zur Bretterbude mit veralteten Juki Bestückungsmaschinen wo ein religiöser Bibel-Virus auf den Maschinen lief. Viele Hersteller in Deutschland sind am Kämpfen .. vor allem Aufgrund der gescheiterten Wirtschaftspolitik von ahnungslosen Möchtegern-Politikern in Europa (so sehe ich das wenn ich es mit den Rahmenbedingungen in Asien vergleiche). Deutsche Politiker kann man sowieso nicht mehr ernst nehmen auf der Weltbühne, die werden nur noch zum Geld verschenken eingeladen... und lustigerweise machen die das auch.
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Ich hatte mit dem ATMEGA 4809 mal ähnliche Probleme Und zwar muss man in dem Register den Prescaler vom ADC einstellen. ADC0_CTRLC = ADC_PRESC_DIV8_gc; Stellt man den zu schnell ein, dann geht es nicht richtig. Ist im Datenblatt leider unzureichend dokumentiert. Du musst den mindestens auf 8 einstellen. Beim ATMEGA32-16AU weiss ich natürlich nicht, ob das ein Problem ist. Vielleicht kannst du das ja mal versuchen. Gruss
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Sandro A. schrieb: > Beim ATMEGA32-16AU weiss ich natürlich nicht, Auch bei diesem kann/wird ein falsche eingestellter Vorteiler zu falschen Werten führen. Aber wir dürfen die Einstellungen/ADCinitialisierung ja leider nicht sehen.
Arduino F. schrieb im Beitrag > Aber wir dürfen die Einstellungen/ADCinitialisierung ja leider nicht > sehen. Ein dauerhaftes 1023 wird man durch einen falschen Vorteiler kaum hinbekommen. Vor allem nicht, wenns schon jahrelang funktioniert hat. Oliver
Oliver S. schrieb: > Ein dauerhaftes 1023 wird man durch einen falschen Vorteiler kaum > hinbekommen. Vor allem nicht, wenns schon jahrelang funktioniert hat. Doch, solche Probleme können "plötzlich" auftreten, wenn das Anschwingverhalten des externen Oszillators etwas anders aussieht wie zuvor. Und das ist chargenabhängig vom Quarz/Resonator, Microcontroller, Ziehkondensatoren, Mondphase, Luftfeuchtigkeit, Lötprofil, usw..
> Ach, und 95% Ausschuss sind ein Glücksfall! Das ist leicht zu finden. > Das Problem ist ja fast zu 100% verbaut. Zeitliche Verteilung/Abfolge der Testergebnisse (laufende Seriennummer) könnte auch Hinweise geben - sind bspw. die ersten 50 ‰ komplett gut und die folgenden 950 ‰ schlecht, wird wohl der Tester selbst "ausgestiegen" sein. Manche Fertiger haben auch schon eine Testpause im Fertigungslauf angeboten. Also das erste Los kurz vor (Produktions-)Feierabend fertigen, dem Kunden zum nächtlichen Test die "Premiere-Stücke" die Hand drücken und am nächsten Tag aufbauend auf den Erkenntnissen des Tests den Rest durchlaufen lassen. Fun Fact: Im WWII schätzen die Amis anhand der Seriennummer aufgefundenem Kriegsgerät die Materialreserven der Wehrmacht ab: * https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/rechentrick-der-alliierten-wie-seriennummern-die-nazi-industrie-verrieten-a-728211.html Also bitte nicht "Statistik" im Curriculum als angebliches "Langweilerfach" abwählen. > Ich selbst tippe auf fehlende VREF oder Falschbestückung der > Eingangsbeschaltung. 1-2 Stunden Fehlersuche höchstens. Volle Zustimmung, aber nur wenn man nicht wie ein Blinder im falschen Topf herumstochert.
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