Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Kondensatortausch Onkyo M510


von Martin (ikaruga)


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Neuer Versuch. Nachdem ich die Fehler in meiner Endstufe gefunden habe 
und die Platinen noch offen vor mir liegen, frage ich mich, ob sich ein 
kompletter recap der Elkos lohnt.
Zur Zeit sind drei Arten von Nichicons verbaut. Original aus 1986. Sehr 
viele SE(M), 1 CE und ca. 9 LL Typen mit 10 % Toleranz.
Nun suche ich nach sinnvollem Ersatz für alle Elkos. Für die LL vsl. sie 
Nichicon UKL. Für den CE wäre wahrscheinlich ein Panasonic FR ganz 
passend. Für die NP Typen Nichicon ES. Für alle unter 1 uF würde ich 
schauen ob WIMA MKP passen.

Nun ist meine Frage an die Audio-Experten hier, was ich mit den ganzen 
restlichen SE(M) machen sollte. Alle gegen einen Typ ersetzen (wenn ja 
welche aktuell verfügbaren) oder nochmal unterteilen?

Ich hänge einen Schaltplan an, in dem ich alle Elkos markiert habe (habe 
gerade feststellt auf NAPS-2193 fehlen C91 und C91 (im Schaltplan 
C391,C392 und C491, C492)
1
Bauteil          | Wert (Original)    | Ersatz
2
-----------------+-----------------------
3
### NADA-2191/92 Power Driver ###   
4
C02, C03         | 100 µF / 25V       |
5
C05, C06         | 47 µF / 25V        |
6
C14              | 220 µF / 6,3V      |
7
C15, C16         | 100 µF / 6,3V      |
8
C27, C28         | 47 µF / 10V (LL)   | UKL
9
10
### NAMA-2194 Power Amplifier ###
11
C007, C008       | 100 µF / 25V       |
12
C014, C015       | 4,7 µF / 25V       | 
13
C016, C017       | 47 µF / 16V        |
14
C045, C046       | 330 µF / 16V       |
15
C047, C048       | 47 µF / 25V        |
16
C049, C050       | 1 µF / 50V         | WIMA MKP
17
18
### NAPS-2193 Power Supply ###
19
C91, C92        | 4700 µF / 10V       |
20
21
### NAPS-2197 Power Supply ###
22
C901             | 4700 µF / 16V      |
23
C902             | 470 µF / 16V (LL)  | UKL
24
25
### NAPC-2196 Protector Circuit ###
26
C507, C515       | 2,2 µF / 50V       | (WIMA MKP)
27
C508             | 4,7 µF / 25V       | (WIMA MKP)
28
C513             | 3,3 µF / 50V       | (WIMA MKP)
29
C518, C519       | 1000 µF / 10V (LL) | UKL
30
C520             | 330 µF / 16V       |
31
C526             | 1 µF / 50V (NP)    | ES bzw. WIMA MKP
32
C527             | 0,33 µF / 50V      | WIMA MKP
33
C528             | 0,22 µF / 50V (NP) | ES bzw. WIMA MKP
34
C531             | 4700 µF / 16V      | Panasonic FR
35
C532             | 100 µF / 16V       |
36
37
### NAME-2198 Meter Circuit ###
38
C02, C03         | 3,3 µF / 50V       | (WIMA MKP)
39
C04              | 1 µF / 50V         | WIMA MKP
40
C08              | 4,7 µF / 25V (LL)  | UKL
41
C09, C10         | 10 µF / 16V (LL)   | UKL
42
C11, C12         | 22 µF / 25V        |
43
C13, C14         | 47 µF / 25V        |
44
C15, C16         | 150 µF / 35V       |
45
C17, C18         | 220 µF / 25V       |
46
C19, C20         | 4,7 µF / 25V       |
47
C24              | 1 µF / 50V         | WIMA MKP

: Verschoben durch Moderator
von Lu (oszi45)


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Wer fleißig arbeitet, kann auch viele Fehler machen. Aktuelles Foto 
wären hilfreich zur Entscheidungsfindung. Ausgesuppte Elkos würde ich 
jetzt tauschen, bevor sie mehr Schaden anrichten.

von Martin (ikaruga)


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Optisch auffällige Elkos gibt es keine, auch C017 der (neben anderen 
Bauteilen) Defekt war, war optisch unauffällig. Habe auch schon diesen 
braunen Kleber entfernt, der mit der Zeit leitend werden kann, womit 
einige größere Elkos auf PCB geklebt wurden.

Es geht mir um einen vorsorglichen Tausch der Elkos, bevor wieder etwas 
kaputt geht. Das komplizierteste für mich ist das drehen und zerlegen 
des 65 kg Klotzes und das ist getan...

: Bearbeitet durch User
von Torsten B. (butterbrotstern)


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Kompletten Recap würde ich mir sparen, never change a running system.
Besser: Es gibt Messgeräte, die den ESR in circuit mit sehr geringer 
Spannung messen können. Damit alle Cs durchtesten und nur die 
auffälligen tauschen.

Von welchem Hersteller war der C017 (47µF/16V)? Diese evtl. genauer 
untersuchen.

von Michael L. (nanu)


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Torsten B. schrieb:
> Kompletten Recap würde ich mir sparen, never change a running system.

Selten dämlicher Spruch, schon immer gewesen. Aber so einen, der hier 
mal wieder paßt, hab ich auch: A fool with a tool is still a fool.

> Besser: Es gibt Messgeräte, die den ESR in circuit mit sehr geringer
> Spannung messen können. Damit alle Cs durchtesten und nur die
> auffälligen tauschen.

Da kann ich Dir, ohne gemessen zu haben, schon weissagen, daß die dabei 
alle durchfallen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Torsten B. schrieb:
> Kompletten Recap würde ich mir sparen, never change a running system.

Das würde ich erst mal auch so sehen. Wobei Fotos der Elkos auf der 
Platine Personen mit Tauscherfahrungen mehr sagen als die Tabelle.

Damals waren die Elkos noch nicht vom Elektrolyt so auf Kante genäht, 
wie heute, wegen geforderter Schadstoffmengenminimierungen.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Torsten B. schrieb:
> Es gibt Messgeräte, die den ESR in circuit mit sehr geringer
> Spannung messen können. Damit alle Cs durchtesten und nur die
> auffälligen tauschen.

Dämliche Idee! Zur Messung müssen die Elkos ausgebaut werden, dann kann 
man auch gleich neue einbauen - an den paar Euro wird das kaum klemmen. 
"ESR in circuit" klingt nach Voodoo und zeigt irgendwelche Zahlen aus 
unbekannter Meßbedingung.

Michael L. schrieb:
>> Kompletten Recap würde ich mir sparen, never change a running system.
> Selten dämlicher Spruch, schon immer gewesen.

Eher ein selten dämlicher Kommentar. "recap" ist bei den Milchbubis in 
Mode, aber nur selten sinnvoll.

Also Deckel zu und das Gerät in Ruhe lassen, solange es unauffällig 
funktioniert!

von Marci W. (marci_w)


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Michael L. schrieb:
> Selten dämlicher Spruch

das wird der TO spätestens dann anders sehen, wenn die Kiste nach dem 
recap nicht mehr läuft...

ciao

Marci

von Martin (ikaruga)


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Danke für die bisherigen Rückmeldungen, auch wenn einige davon wie immer 
in diesem Forum eher wenig zur Problemlösung beitragen.

Wie beschrieben sind alle Kondensatoren von Nichicon.

Ich habe schon diverse andere kleinere Audiogeräte überholt. Warum 
sollte das Gerät nach dem Tausch von Kondensatoren nicht mehr gehen?

Ja, ich habe einen Komponententester. Aber die alten Elkos auszulöten, 
nur um festzustellen, dass sie "naja" sind, und sie dann wieder 
einzulöten, halte ich für keine gute Praxis (thermische Belastung der 
Pads etc.). Wenn ich sie schon draußen habe, kommen frische 
Markenbauteile rein, um Ruhe für die nächsten Jahre zu haben.

Wäre es ein Running System gewesen, würde es nicht zerlegt auf meiner 
Werkbank liegen.

Dieter D. schrieb:
> Damals waren die Elkos noch nicht vom Elektrolyt so auf Kante genäht,
> wie heute, wegen geforderter Schadstoffmengenminimierungen.

Ich habe dir mal ein Bild angefügt, ein besseres besitze ich gerade 
nicht, da ich über die Feiertage unterwegs bin.

von Martin (ikaruga)


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Bild vergessen..

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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Ich würde zusätzlich zum Recap noch ein Reres und ein Recoil 
durchführen.
Also Platine leer machen und alles neu drauf. Das hilft sicher.

Schöne Weihnachtszeit.

von Oliver S. (oliverso)


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Beitrag "Re: Hilfe bei Reparatur einer alten Endstufe"

Du wolltest dir doch woanders Hilfe holen.
Und was jetzt kaputt war, und vor allem, wie und womit du das repariert 
hast, hast du uns auch noch nicht verraten.

Oliver

von Christoph K. (christoph_k314)


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Jetzt mal ernsthaft. Du hast ja von schon vorbildlich den Schaltplan 
rausgesucht und markiert. An deiner Stelle würde ich mir jetzt bei den 
Caps mal überlegen was ihre jeweilige Aufgabe ist und wie sich 
steigender ESR und fallende Kapazität auswirken. Ausgehend davon kann 
man sich dann ggf. überlegen was man Tauscht. Im Signal weg wird ESR 
erstmal keine große Relevanz haben.

Meiner Einschätzung nach, sind veränderte Kapazitätswerte selten ein 
Grund für Probleme in Audioschaltungen. Die Frequenzen sind noch 
komfortabel niedrig. Die Schaltungen haben idR eine hohe PSRR. Es muss 
also idR schon arg daneben liegen bis was nicht mehr geht. Insofern wäre 
ich recht entspannt, hätte mir die Kondensatoren rausgesucht bei denen 
es entweder eine hohe Strombelastung gibt, die schlecht gekühlt sind 
oder bei denen es weh tut wenn die Frequenz gar nicht mehr passt. Ist 
doch ne nette Übung für zwischen den Tagen

Grüße

von Michael L. (nanu)


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Marci W. schrieb:
> Michael L. schrieb:
>> Selten dämlicher Spruch
>
> das wird der TO spätestens dann anders sehen, wenn die Kiste nach dem
> recap nicht mehr läuft...

Was? Ein paar Elkos auf vergleichsweise übersichtlichen Platinen? Das 
sollte ja nun kein Problem sein.

von Mark S. (voltwide)


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Klangverluste in Form von deutlichem Bassabfall habe ich auch schon 
erlebt. Hier ware vor allem Elkos mit kleinem Durchmesser, die offenbar 
eher austrocknen als die dickeren Artgenossen, der Fehler.
Ferndiagnosen sind in diesem Umfeld reine Mutmaßungen, es gibt einfach 
zuviele Variablen in dem Spiel. Entgegen anderslautenden Meinungen hier 
habe ich durchaus die Erfahrung gemacht dass man mit einem LCR-meter 
eingebaute Elkos in der stromlosen! Schaltung messen kann. Natürlich 
funktionert das nur an Stellen wo die Impedanz des Kondensators 
dominiert.

: Bearbeitet durch User
von Michael L. (nanu)


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Christoph K. schrieb:
> An deiner Stelle würde ich mir jetzt bei den
> Caps mal überlegen was ihre jeweilige Aufgabe ist und wie sich
> steigender ESR und fallende Kapazität auswirken. Ausgehend davon kann
> man sich dann ggf. überlegen was man Tauscht. Im Signal weg wird ESR
> erstmal keine große Relevanz haben.

Da braucht man beim analogen Verstärker, was ESR betrifft, nicht 
allzuviel überlegen.

Das Tauschen der Elkos ist ja keine Riesenaktion und geeignete Elkos 
guter Qualität gibt es ja. Die Frage ist doch eher, ob man möglichst 
viel im Originalzustand belassen möchte.

Christoph K. schrieb:
> Meiner Einschätzung nach, sind veränderte Kapazitätswerte selten ein
> Grund für Probleme in Audioschaltungen.

Das Teil ist vierzig Jahre alt. Gerade kleine Ekos sind da mitunter 
halbtot. Und Klangveränderungen über die Jahre bekommt man, sofern es 
keine Störgeräusche gibt, auch kaum mit, da das Gehirn beim Hörer sehr 
gut adaptiert.

von H. H. (hhinz)


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Mark S. schrieb:
> Elkos mit kleinem Durchmesser, die offenbar
> eher austrocknen als die dickeren Artgenossen,

ACK.

von Jachi (hoppereiter)


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Auf ebay bietet jemand einen Reparatursatz mit allen M-510 Kondensatoren 
an:
https://www.ebay.at/itm/267291679723

von Michael L. (nanu)


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Jachi schrieb:
> Auf ebay bietet jemand einen Reparatursatz mit allen M-510
> Kondensatoren
> an:

Na, zu dem Preis sollten die aber vergoldet und bei Vollmond gewickelt 
sein.

von Mark S. (voltwide)


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Wenn sich da jemand ein Geschäft verspricht, muß der Fehler ja schon 
öfter diagnostiziert worden sein, ich denke da an den berüchtigten 
LNK309.

von Martin (ikaruga)


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Wolfgang R. schrieb:
> Ich würde zusätzlich zum Recap noch ein Reres und ein Recoil
> durchführen.
> Also Platine leer machen und alles neu drauf. Das hilft sicher.
>
> Schöne Weihnachtszeit.

Danke für diesen sinnigen Kommentar. Gefühlt gibt es hier viele einsame 
ältere Männer im Forum....

von Martin (ikaruga)


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Danke Christoph und Michael für eure guten Beiträge!
Ich hatte mich etwas belesen und hatte gelesen, das Low ESR im Signalweg 
ggf. nich vorteilhaft ist. Wäre es denkbar dort die Muse ES einzusetzen 
also auch dort, wo eigentlich keine bipolaren Kindensatoren verbaut 
wurden?
Und bei der Spannungsversorgung eher in Richtung Panasonic FR?

Christoph K. schrieb:
> Jetzt mal ernsthaft. Du hast ja von schon vorbildlich den Schaltplan
> rausgesucht und markiert. An deiner Stelle würde ich mir jetzt bei den
> Caps mal überlegen was ihre jeweilige Aufgabe ist und wie sich
> steigender ESR und fallende Kapazität auswirken. Ausgehend davon kann
> man sich dann ggf. überlegen was man Tauscht. Im Signal weg wird ESR
> erstmal keine große Relevanz haben.

Michael L. schrieb:
> Da braucht man beim analogen Verstärker, was ESR betrifft, nicht
> allzuviel überlegen.

von Michael L. (nanu)


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Mark S. schrieb:
> Wenn sich da jemand ein Geschäft verspricht, muß der Fehler ja schon
> öfter diagnostiziert worden sein, ich denke da an den berüchtigten
> LNK309.

Nö, ganze Branchen leben davon, funktioniernde Teile zu tauschen, weil 
anderfalls die große Katastrophe droht. Mal nebenbei: Die Horrorfotos 
bei dem Ebayangebot sind sicher nicht von dem Verstärker.

von Martin (ikaruga)


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Jachi schrieb:
> Auf ebay bietet jemand einen Reparatursatz mit allen M-510 Kondensatoren

Den hatte ich tatsächlich vor ein paar Tagen aus Interesse einmal 
angeschrieben und gefragt ob er mir genau sagen kann, welche 
Kondensatoren in dem Set vorhanden sind... Er hatte mir geschrieben, 
dass er mir in den kommenden Tagen eine Liste erstellt.

Wenn es Nichicons z.B. der Serie UKZ, UES sind könnte der Preis 
hinkommen, allerdings bezweifle ich das.

von Martin (ikaruga)


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Michael L. schrieb:
> Die Horrorfotos bei dem Ebayangebot sind sicher nicht von dem
> Verstärker.

Ja, das ist korrekt, die Fotos haben nichts mit dem M510 zu tun.

von H. H. (hhinz)


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Nur Elkos mit Granderwasser basiertem Elektrolyt einbauen!

von Mark S. (voltwide)


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Michael L. schrieb:
> Na, zu dem Preis sollten die aber vergoldet und bei Vollmond gewickelt
> sein.
Ja, ziemlich heftig. Auf der anderen Seite ist die Ersatzteilbeschaffung 
für solche Reparaturen schon ziemlich schwierig geworden, wobei so ein 
paar Elkos noch eher unproblematisch sind. Letztlich hatte ich einen 
Marshall-Röhrenverstärker auf dem Tisch, wo der Umschalter 
Triode-Pentodenbetrieb zu ersetzen war. Eine einfache 230V/2xUm 
Schaltwippe für snap-in Montage. Den passenden der Fa Marquardt gab es 
a.L. nur bei Bürklin, Mindestbestellmenge 100 Stück. Ich habe dann den 
aus deutscher Produktion stammenden Schalter schließlich bei Mouser in 
München bestellt. Der wurde dann in Austin/Texas eingetütet und lag 2 
Tage später im Briefkasten. Kostete insgesamt 30€ inkl 20€ Fedex. Alles 
in allem habe ich für die Beschaffung mindestens 1h verbracht.
Was ich damit sagen will ist - wer Oldtimer am Leben erhalten will - 
muss zahlen, oder eigeninitiativ werden.

: Bearbeitet durch User
von Christoph K. (christoph_k314)


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Martin schrieb:
> Ich hatte mich etwas belesen und hatte gelesen, das Low ESR im Signalweg
> ggf. nich vorteilhaft ist.

Wüsste nicht, warum das so sein sollte. im Signalweg hat man bei den 
Kondensatoren typischerweise nur eine Hand voll Funktionen. Das wäre 
AC-coupling, oft an Eingängen oder zwischen funktionellen Blöcken. Im 
Grunde sind das zusammen mit der Eingangsimpedanz der Folgestufe 
Hochpässe und mit der Ausgangsimpedanz der vorhergehenden Stufe 
Tiefpässe. Ein paar Ohm ESR haben dort idR keinerlei Einfluss. Ein 
deutlicher Kapazitätsverlust kann zu den bereits mal erwähnten Abfällen 
beim Bass führen.

Ansonsten sind Kondensatoren gerne mal in Filterstufen. Allerdings sind 
das idR bis auf den Tiefbass eher Folien oder Keramiken. Auch dort ist 
der ESR weil deutlich kleiner als die Widerstände Außenrum (die zusammen 
mit der Kapazität die Grenzfrequenzen setzen).

Ich halte das für (vielleicht bist auf Sonderfälle) für Bullshit.

Nimm die die Zeit und fang an selber zu denken und nicht nur 
nachzuplappern. Gerade in den Goldohren-Foren gibts bestenfalls 
Halbwissen.

Wenn du selber denken willst lohnt es sich den Kondensator als 
verlustbehaftetes nichtideales Bauteil zu zeichnen. (mit ESL, ESR und 
einem idealen C) ...dann wird dir schnell klar was los ist.

Grüße und viel Erfolg.

PS: lass es wie es ist. Wenn du Diagnose machen willst? Frequenzgang 
messen (geht auch mit Soundkarte). Und wenns nicht brummt, dann ist auch 
das Powersupply nicht total am Ende.

von Mark S. (voltwide)


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Christoph K. schrieb:
> Wenn du Diagnose machen willst? Frequenzgang
> messen (geht auch mit Soundkarte). Und wenns nicht brummt, dann ist auch
> das Powersupply nicht total am Ende.

Genauso!

von Rainer W. (rawi)


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Michael L. schrieb:
> Da kann ich Dir, ohne gemessen zu haben, schon weissagen, daß die dabei
> alle durchfallen.

Geringer ESR war zur damaligen Zeit nur selten eine Anforderung. Ohne 
die Solldaten der Elkos kannst du gar nicht beurteilen, ob ihr ESR 
gegenüber den spezifizierten Daten unzulässig angestiegen ist. Und dann 
kommt es noch drauf an, ob für den Einsatzzweck in der Schaltung der ESR 
ein kritischer Parameter ist.

von Michael L. (nanu)


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Rainer W. schrieb:
> Michael L. schrieb:
>> Da kann ich Dir, ohne gemessen zu haben, schon weissagen, daß die dabei
>> alle durchfallen.
>
> Geringer ESR war zur damaligen Zeit nur selten eine Anforderung. Ohne
> die Solldaten der Elkos kannst du gar nicht beurteilen, ob ihr ESR
> gegenüber den spezifizierten Daten unzulässig angestiegen ist. Und dann
> kommt es noch drauf an, ob für den Einsatzzweck in der Schaltung der ESR
> ein kritischer Parameter ist.

Ist doch alles schon abgehandelt. Lies doch einfach mal den Thread.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Martin schrieb:
> Nachdem ich die Fehler in meiner Endstufe gefunden habe

Martin schrieb:
> Ein Kanal
> ist tod. Den Fehler würde ich erstmal auf dem Poweramplifierboard
> suchen. Offensichtlich defekt ist Q026 - dort hat es Beinchen C und B
> regelrecht verpuffen lassen. R045 ist heiß geworden.

Hallo,

Glückwunsch zur erfolgten Lokalisation des Fehlers!

Ich hoffe nur, daß der ehemals defekte Kanal inzwischen einwandfrei 
funktioniert, was bedeutet, daß sich auch bei Erwärmung keine 
Arbeitspunkte verschieben und die Stabilität insgesamt nicht aus dem Lot 
gerät.

mfg

von Max I. (powermeter)


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Michael L. schrieb:
> Mal nebenbei: Die Horrorfotos
> bei dem Ebayangebot sind sicher nicht von dem Verstärker.

Mag sein, aber insbesondere die Onkyos (und ein paar andere Hersteller) 
aus der Zeit haben alle irgendwann das Thema mit heftig ausgelaufenen 
Siebelkos, die mit den "Doppelpins". Übrigens auch in deutlich kleineren 
Geräten. Dabei zerfrisst es auch immer alles darunter, incl. Bodenblech. 
Passende Kupferplatten habe ich hier noch im Dutzend liegen, von diesen 
2x4 Elko-Platinen sind gefühlt hunderte in die Tonne gegangen.

Der bei den "mittelgroßen" Elkos teils verwendete Kleber macht nach den 
Jahrzehnten auch immer Ärger, das Zeug muss raus, alles andere ist 
Murks.

Elkos kann man nur ausgebaut wirklich sinnvoll messen. Aus- und wieder 
einlöten muss man sowieso, messen muss man auch, also besser gleich 
tauschen. Besser für's Material und viel Zeit gespart.

von Christoph K. (christoph_k314)


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Max I. schrieb:
> Aus- und wieder
> einlöten muss man sowieso, messen muss man auch, also besser gleich
> tauschen. Besser für's Material und viel Zeit gespart.

Halte ich aus bereits genannten Gründen für Quatsch. Man muss Probleme 
nicht herbeiphantasieren. Es gibt ein paar Risikofaktoren, die kann man 
wie bereits erwähnt Prüfen. Alles andere ist meiner Meinung nach 
Arbeitsbeschaffung. Dieses auf gut Glück Kondensatorgetausche ist eine 
Seuche die nicht Totzukriegen ist, auch weil es immer wieder "empfohlen" 
wird.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Christoph K. schrieb:
> Kondensatorgetausche ist eine Seuche die nicht Totzukriegen ist

Die breitet sich aus, weil bei Reparaturen es haeufig auch so laeuft. 
Tauschen bis der Fehler gefunden. Wem das zu dumm wird, stellt sei 
Fahrzeug den Autodoktoren zur Verfuegung.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Gerollte Alufolie mit Papierstreifen, die seit 40 Jahren in einem Napf 
ätzendem Zaubertrank mit gelochtem Gummideckel liegt, und das bei 50 
Grad im Schatten. Was kann sich da schon verändert haben gegenüber 
damals?

Ich hatte schon 20-30 Jahre alte Multimeter, bei denen ein erbsgroßer 
Elko Kurzschluß auf der Versorgungsspannung machte. Dual Plattenspieler, 
Bauer Filmprojektor, Labornetzeile sowieso. Das notorische Keithley 2000 
nicht vergessen.

Und es gibt genügend Restaurationsvideos oder -blogs, wo am Ende ein 
ganzes Häufchen verendeter Kondensatoren daliegt.

Wer die vielen Hochlastwiderstände bei der Einschaltstrombegrenzung 
(Bild oben rechts) so dicht gestapelt hat, wohnte wohl in Tokyo und 
konnte sich gar nicht vorstellen, daß man Dingen auch ihren Raum lassen 
kann. :)

: Bearbeitet durch User
von Basti (echolot)


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Mal ein Kommentar zum Messen im eingelöteten Zustand: ich habe ein 
5stelliges ( genau: 22 000 Counts DMM) Multimeter UT61E, mit dem ich die 
Zellspannung auf das Millivolt genau von geladenen Konion-Akkuzellen ( 
9P, 11S, ohne BMS) meines DIY E-bike angleiche 1 x jährlich oder auch 
seltener. Mit diesem Gerät kann man auch Elkos im eingelöteten Zustand 
messen. Ein billiges Ladegerät für 2 x 12V Bleiakkus eines Treppenlifts 
versagte,

die eingebauten Ladekondensatoren am Eingang hinter dem Netzspannungs-
Gleichrichter hatten nur noch 20% ihres Nennwerts,

und das nach nur etwa 4 Jahren. Aber das ganze Ladegerät war hin.

: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Torsten B. schrieb:
> Damit alle Cs durchtesten und nur die auffälligen tauschen.

und nur die, wo der ESR überhaupt relevant ist.

von Thomas S. (Firma: Chipwerkstatt) (tom_63)


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Michael L. schrieb:
> Jachi schrieb:
>> Auf ebay bietet jemand einen Reparatursatz mit allen M-510
>> Kondensatoren
>> an:
>
> Na, zu dem Preis sollten die aber vergoldet und bei Vollmond gewickelt
> sein.

Naja es sind ja:
KIT enthält 94 Elektrolytkondensatoren.

Leistungskondensatoren sind nicht im Lieferumfang enthalten. 4x33000uF 
100V sind nicht im Lieferumfang enthalten.

So überzogen find ich das nun wieder nicht. Versand sind in den 105,- 
Eur auch dabei.

von Michael L. (nanu)


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Thomas S. schrieb:
> Naja es sind ja:
> KIT enthält 94 Elektrolytkondensatoren.
.
.
> So überzogen find ich das nun wieder nicht. Versand sind in den 105,-
> Eur auch dabei.

Na, die wird es für 20€-30€ als "Markenkondensatoren" selbst bei 
Reichelt geben.

von Ulf P. (bastler2004)


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Jachi schrieb:
> Auf ebay bietet jemand einen Reparatursatz mit allen M-510 Kondensatoren
> an

Laut Beschreibung sind das "Elektrolytkamapitoren", sind die kompatibel?

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Ulf P. schrieb:
> Laut Beschreibung sind das "Elektrolytkamapitoren", sind die kompatibel?

siehe

https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Elektrolytkamapitoren

gibt es diese neuartigen Bauteile für Audiogeräte von vor mehr als 30 
Jahren ziemlich oft.

mfg

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