Ich suche eine Zeitschaltuhr, die einen 230V-Verbraucher (ca. 300W) nach einer programmierbaren Verzögerungszeit (ca. 1-5h) einschaltet und dann nicht wieder ausschaltet.
Der Verzögerungszeit soll immer dann "losticken", wenn die Zeitschaltuhr bestromt wird.
Die Zeitschaltuhr soll nur 1x programmiert werden und darf die einmal eingestellt Verzögerungszeit auch im stromlosen Zustand nicht
wieder "vergessen".
Bei jeder Bestromung soll der Vorgang erneut beginnen (mit derselben Verzögerungszeit).
Hintergrund: wenn ein Fahrradakku in meine Wärmebox gelegt wird,
so ist der Akku und auch die Wärmebox noch kalt.
Er soll jedoch erst dann geladen werden, wenn er von der Wärmebox
hinreichend erwärmt wurde. Daher soll der Ladevorgang ca. 1-5 Stunden
verzögert gestartet werden.
Ich stelle mir den Ablauf wie folgt vor:
Akku wird in die Wärmebox (in der Garage) gelegt und dort mit
dem Ladegerät verbunden (das Ladegerät hängt seinerseits hinter
der gesuchten Zeitschaltuhr, die Ihrerseits in einer schaltbaren
Steckerleiste hängt)
Dann wird der Kippschalter der besagten Steckerleiste eingeschaltet
und die Heizung der Wärmebox wie auch die Zeitschaltuhr erhälten
nun Spannung (das ist quasi das "Startsignal")
Die Zeitschaltuhr schaltet dann ihrerseits nach einer einstellbaren
Zeit das Akkuladegerät ein.
Wenn der Akku am nächsten Morgen entnommen wird, werden Zeit-
schaltuhr samt angeschlossenen Lader und auch die Heizung der
Wärmebox über die externe Steckerleiste wieder ausgeschaltet.
Kennt Ihr solche eine (programmierbare) Zeitschaltuhr, die nach einer einstellbaren Zeit (T_delay) einen Verbraucher bestrom und dann aber nicht mehr ausschalten solange sie selber Spannung erhält.
Wenn die Spannung dann einmal weg ist, so sollte der Vorgang erneut beginnen - die Zeitschaltuhr darf also Ihre Verzögerungszeit T_delay nicht vergessen, wenn sie selber einmal keine Spannung hat.
Teo hatte eigentlich schon das richtige Gerät verlinkt - nur leider sind mir 89€ wirklich zu viel.
Ich dachte eher an 10-20€, kann aber auch mit Euren Suchbegriffen nichts Passendes finden. Habe gerade das Gefühl, dass ich mich irgendwie ungeschickt anstelle ...
Es muss doch Billig-Timer geben, die auch eine Einschaltverzögerung bieten - ist doch funktions-/implementierungsmäßig ein Klacks, diese Funktion zu den anderen Funktionen dazuzuprogrammieren. Allein - ich finde nix.
Es muss doch Billig-Timer geben, die auch eine Einschaltverzögerung
bieten
Ja, z.B bei Aluexpress, Ebay, Amazon. Nur sind deren Beschreibungen meist sehr unklar, so dass ich micht nicht traue, dir ein konkretes Produkt zu empfehlen.
Beachte, dass die billigen Produkte aus China in der Regel eine für unser Netz unzureichende Schutzisolation haben. Meistens werden Telais verwendet die auf 1500V isolieren. Für deinen Aufbau gelten nach VDE aber 2500V (mit Netzstecker) oder 4000V (wenn fest angeschlossen).
Allein - ich finde nix.
Eltako wurde bereits empfohlen. Sicherheit von verantwortungsbewussten Herstellern kostet Geld.
Nimm eine Tasmota fähige WLAN Steckdose.
Da kannst du dann einfach ein Script draufmachen was deine Zeiten einhält.
Die Zeiten musst du dann halt per WLAN einstellen. Aber ich denke Mal die ändern sich auch nicht so häufig.
@hhinz: ja, das mit dem Umbau von Billig-Funksteckdosen hatte ich auch schon überlegt - in Summe dürfte da aber trotzdem 1 Tag bei mir dafür draufgehen. Hmmmm …
@Peter G.: Shelly scheint interessant. Ist die voll frei programmierbar (Welche Sprachen und welcher Prozessor) und behält ihr Wissen auch wenn sie stromlos ist?
George M.: nein es geht nicht um die Temperatur - dafür habe ich den Thermostaten (siehe anfangs verlinkter anderer Thread).
@N. M.: das mit der Tasmota WLAN Steckdose klingt super interessant.
Wie programmiert man die? Welche Steckdosen kannst Du empfehlen? Könnte ich da wirklich eine Einschaltverzögerung reinprogrammieren, die jedes Mal nach der Bestromung der Steckdose aktiv wird?
@Wolf und Nepomuk: Ich suche explizit eine Steckerlösung, weshalb Eure Vorschläge für mich erst der Plan B wären.
3 Stunden Vorlauf noch AUS, dann alles EIN.
Bei jeden neuen anschliessen des Akkus dann die Scheibe soweit drehen, daß die Vorlaufzeit abläuft.
Ja, Arbeit, jedesmal neu tun.
Daß der Akku nach 21h erstmal 3h nimmer geladen wird dürfte hier unproblematisch sein.
@Peter G.: Shelly scheint interessant. Ist die voll frei programmierbar
(Welche Sprachen und welcher Prozessor) und behält ihr Wissen auch wenn
sie stromlos ist?
Bei Shelly lässt sich schon sehr viel per Webinterface bzw. App parametrisieren, zusätzlich können eigene Skripte in Javascript geschrieben werden. Ihr "Wissen" behalten sie, nur die Uhrzeit geht verloren, aber die kommt normal über NTP.
Wenn Tasmota drauf ist lässt du die Steckdose entweder in dein WLAN oder sie macht ein eigenes WLAN auf. Dann gehst du mit dem Browser und der IP der Steckdose auf das Webinterface und kannst sie programmieren.
Könnte ich da wirklich eine Einschaltverzögerung reinprogrammieren, die
jedes Mal nach der Bestromung der Steckdose aktiv wird?
Ja, kein Problem. Da kannst du deutlich komplexere Dinge mit machen.
Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten über Rules,Scripts u.ä. deine einfache Sache dürfte mit allen funktionieren.
Letzten Endes musst du das Startup Event verwenden. Dann einen Timer stellen oder runter zählen. Und wenn der dann zuschlägt einschalten. Also kein Hexenwerk.
3 Stunden Vorlauf noch AUS, dann alles EIN.
Bei jeden neuen anschliessen des Akkus dann die Scheibe soweit drehen,
daß die Vorlaufzeit abläuft.
Ja, Arbeit, jedesmal neu tun.
Daß der Akku nach 21h erstmal 3h nimmer geladen wird dürfte hier
unproblematisch sein.
Diese Idee hatte ich auch schon und ich habe genau die von Dir verlinkte Zeitschaltuhr sogar hier herumliegen. Aber ich habe die Idee trotzdem verworfen, weil die Akkuladung dann alle 24h wieder anstarten würde:
nämlich dann, wenn das Ladegerät wieder Strom erhält, feststellt, dass die Spannung vielleicht 0,1V unter Soll ist und wieder einen (wenn auch kurzen) Ladevorgang anstößt.
So jedenfalls meine Annahmen ...
Jetzt, wo ich Dir diese Zeilen schreibe, kommt mir der Gedanke, dass ich diese Annahmen ja sehr einfach einmal selber überprüfen könnte. Vielleicht startet ja gar kein neuer Ladevorgang - dann wäre diese Simpel-Zeitschaltuhr tatsächlich die Lösung.
@hhinz: ja, das mit dem Umbau von Billig-Funksteckdosen hatte ich auch
schon überlegt - in Summe dürfte da aber trotzdem 1 Tag bei mir dafür
draufgehen. Hmmmm …
Vielleicht bei dieser Schaltuhr https://www.hornbach.de/p/digital-wochenzeitschaltuhr-lcd/3149562/ die Schaltstufe von dem Uhrenmodul ablösen und mit einem ATtiny zeitverzögert aktivieren.
Ein Foto vom Innenleben zeigt, daß es reicht, die 3-pol. Verbindung zu trennen und dort eine passende Schaltverzögerung anzuschließen: ATtiny, ICM7555, CD4060, CD45... Was gerade so passt und man so in der Schublade findet.
Hatte ich schon mal und 3 V liefert das Kondensator-'Netzteil' auch ;-)
Wenn Andreas vor Ort wäre, würde ich ihm das Teil ja schenken, da die Schaltuhr nicht mehr automatisch schalten will, was erst in der Weihnachtszeit aufgefallen ist. Aber ein Versand lohnt sich nicht.
...der ist für diesen Anwendungsfall wie gemacht. Die genaue Anschlussbelegung von den Pins 5 bis 13 müsste ich im Bedarfsfall noch mal aus meinem schlauen Buch rauskopieren.
1.) die mögliche Leistungsmessung (dann könnte ich sehen, wann der
Akku geladen wird und wann die Ladung abgeschlossen ist) - aber
das haben wohl alle Tasmota-Dosen.
2.) der eingebaute Temperatursensor - mit dem könnte ich die Temperatur
in meiner Wärmebox verfolgen und prüfen, ob die Regelung einigermaßen
funktioniert
Als "must have" Hauptfunktion erhoffe ich mir natürlich, dass ich das Dingen auch auf "Einschaltverzögerung" programmieren kann. Was meint Ihr: ist das mit dem oben verlinkten Teil möglich?
Viele Grüße
Igel1
PS: ich tapere jetzt gleich erst einmal in die Garage und schaue, ob ich dort überhaupt WLAN-Empfang habe ...
Hier noch etwas Feedback von mir zu Euren Beiträgen:
@msx:
Wenn Andreas vor Ort wäre, würde ich ihm das Teil ja schenken [...]
Ach ja, Du bist echt ein Netter, ist mir schon häufiger aufgefallen ...
Wird aber nicht nötig sein - danke trotzdem.
Und Deine Hornbach-Idee ist auch gut, aber wieder Frickellei und somit eher Plan B für mich.
@Peter N. und Enrico E.:
Ja, ich gebe zu: das Problem schreit quasi nach Selber-Basteln, aber ich habe aktuell einfach nicht die Zeit (Familie ist zu Weihnachten endlich mal komplett zusammen) und ehrlich gesagt auch nicht die Lust, um 2 Tage Basteln für eine saubere, sichere Lösung eines letztlich so trivialen Problems zu investieren. Da möchte ich eigentlich lieber spannendere Dinge machen.
Als "must have" Hauptfunktion erhoffe ich mir natürlich, dass ich das
Dingen auch auf "Einschaltverzögerung" programmieren kann. Was meint
Ihr: ist das mit dem oben verlinkten Teil möglich?
Kein Problem. Ich finde Tasmota echt gut und auch ziemlich mächtig. Nicht jede Funktion geht mit den Standard Images. Deine Funktion sollte aber ohne Probleme gehen.
1.) die mögliche Leistungsmessung (dann könnte ich sehen, wann der
Akku geladen wird und wann die Ladung abgeschlossen ist) - aber
das haben wohl alle Tasmota-Dosen.
Ne, Strommessung haben nicht alle. Aber die neuen haben es oft.
Das ist vermutlich nur der interne Die Sensor des ESP. Da würde ich nicht viel drauf geben wenn das so ist. In der Bedienungsanleitung bei deinem Link steht die Temperatur auf 75 Grad Celsius 😁
Ich war gerade in der Garage und - so ein Pech - dort genau habe ich
kein WLAN mehr.
Dieses 'Pech' habe ich auch, sehe es aber mittlerweile als Vorteil an: man kann sich da auch völlig verzetteln und hat abschließend mehr Probleme als vorher.
Bei mir ist es eine Balkonanlage, die ich auch per Smartmeter + WLAN 'optimal' betreiben wollte: nur Zusatzkosten und vergebliche Mühe. Anstatt meine Leistungsdaten nach CN zu schicken, habe ich einen Zwischenstecker mit Leistungsmessung, die auch 'rückwärts' funktioniert und lese hin und wieder mal ab.
Da bekanntlich mit dem Anwachsen der Möglichkeiten auch die Wünsche anwachsen, so kam bei mir ein weiterer Wunsch hinzu:
So möchte ich nicht nur das Ladegerät bzw. den Ladevorgang nach Anlegen der Spannung ca. 2-3h verzögert starten, sondern auch nach 8-10h wieder abschalten (ja, ja - das war im Eingangspost noch anders gewünscht, aber inzwischen hat sich mein Wunsch halt etwas geändert).
Dafür musste ich mich ca. 1-2h in die Bedienung der Tasmota-Software meines A8T-Adapters einarbeiten. Doku dazu gibt's ohne Ende - für meine Zwecke fand ich hier die notwendigen Infos:
https://tasmota.github.io/docs/Rules/
... und kam am Ende auf folgende Kommandos, die im folgenden Beispiel die Steckdose 10s verzögert einschalten und nach 25s wieder ausschalten:
1
PowerOnState 0
2
rule1 1
3
rule1 on system#boot do ruletimer1 10 endon on Rules#Timer=1 do power on endon
4
rule2 1
5
rule2 on system#boot do ruletimer2 25 endon on Rules#Timer=2 do power off endon
Erklärung: Dort werden 2 sogenannte "Rulesets" aktiviert:
Das erste Ruleset (rule1) setzt nach einem Systemboot (= nach Bestromung des Adapters) einen sogenannten ruletimer1 auf den Wert 10 (Sekunden) und fügt dann eine weitere Regel hinzu, die bei Ablauf des ruletimers1 die Steckdose einschaltet.
Das zweite Ruleset (rule2) setzt nach einem Systemboot einen ruletimer2 auf den Wert 25 (Sekunden) und fügt dann eine Regel hinzu, die bei Ablauf des ruletimers2 die Steckdose ausschaltet.
Funktioniert 1A.
Und was mani weiter oben schon angedeutet hatte, wurde dann auch mir klar: mit der relativ einfachen Programmierbarkeit so einer Tasmota-Smart-Steckdose ergeben sich noch 1000 weiter Einsatzmöglichkeiten - einfach toll.
Danke daher an dieser Stelle Euch allen für Eure super Ideen - von denen ich letztendlich N.M.'s Vorschlag umgesetzt habe (extra-Dankeschön daher an mani!).
Viele Grüße und einen guten Start ins neue Jahr Euch allen!!
Igel1
PS: als nächstes werde ich mich jetzt mit den Möglichkeiten der Temperatur- und Leistungsmessung dieser Steckdose beschäftigen - bin mal gespannt ...
Die A8T ist tatsächlich eine der besseren Optionen mit "Tasmota ab Fabrik", weil sie einen esp32 statt nur einem esp8266 drin hat. Das bringt meiner Erfahrung nach u.A. zuverlässigeres WLAN.
Achtung: die Leistungsmessung ist ab Werk komplett unkalibriert, solange du die nicht ordentlich parametrierst ist die zu nichts zu gebrauchen.
Die gemessene Temperatur kannst du aber komplett knicken, deswegen ist die auch per default nicht aktiviert.
Meine haben zur Zeit 55,6°C (bei Zimmertemperatur von 16°C), 33,9°C (bei Umgebungstemperatur von 10°C) und 43,9°C (bei nicht genau bekannter Umgebungstemperatur)
Das ist nicht umsonst gelabelt als "ESP32 Temperature"...