Hallo, In einigen Fällen reicht Kolophonium als Flußmittel nicht aus. Hab mir für die hartnäckigen bei Reichelt "No Clean" Paste in der Spritze geholt. Gute Idee, auch für die Leiterplatte, dachte ich. Der Gefahrenwarnungen auf dem Beipackzettel sind gruselig. Ich denke, ein Teil der Gefährdung rührt daher, das das Zeugs "No Clean" ist, also sich während des Lötens verdünnisieren / verdampfen soll. Das mag die Auswahl der Stoffe einschränken. Nun, wie dem auch sei, ich mag nicht mit Handschuhen und Gasmaske basteln. Was könnte ich als Flußmittel für die Fälle einsetzen, in denen Kolophonium nicht ausreicht? Ein Bad in Alkohol und etwas nachputzen mit dem Pinsel ist mir lieber als Arbeit unter Schutzausrüstung. Danke! Ibram
Ibram G. schrieb: > Ein Bad in Alkohol Lies mal das Sicherheitsdatenblatt von Ethanol.
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Ibram G. schrieb: > Nun, wie dem auch sei, ich mag nicht > mit Handschuhen und Gasmaske basteln. Nimm das No-Clean. Solange du es dir nicht fingerdick auf's Brot schmierst und ein bisschen auf Belüftung/Absaugung achtest, ist deine Angst unbegründet.
H. H. schrieb: > Ibram G. schrieb: >> Ein Bad in Alkohol > > Lies mal das Sicherheitsdatenblatt von Ethanol. Geht Flussmittel besser mit Ethanol oder Isopropyl ab?
H. H. schrieb: > Ibram G. schrieb: >> Ein Bad in Alkohol > > Lies mal das Sicherheitsdatenblatt von Ethanol. Schon gelesen. Vor längerem. Zur Reinigung mit Ethanol kommt die PCB 1) in geschlossene Box, 2) das ganze findet im Bad bei geöffnetem Fenster statt und 3) ist eher ... schnell. Alle 3 Punkte lassen sich für die Lötarbeit nicht umsetzen. Ibram
Niklas G. schrieb: > Geht Flussmittel besser mit Ethanol oder Isopropyl ab? Isopropanol hat den Vorteil, dass darauf keine Alkoholsteuer erhoben wird und extrem rein ist. Vergällter Ethanol (Spiritus) hinterlässt ggf. das Vergällungsmittel als weißen Schleier auf der Leiterplatte. Reinigungstechnisch ist der Unterschied vermutlich gering.
Sebastian R. schrieb: > Ibram G. schrieb: >> Nun, wie dem auch sei, ich mag nicht >> mit Handschuhen und Gasmaske basteln. > > Nimm das No-Clean. Solange du es dir nicht fingerdick auf's Brot > schmierst und ein bisschen auf Belüftung/Absaugung achtest, ist deine > Angst unbegründet. Und auch nicht in die Vape füllen...
Ibram G. schrieb: > Alle 3 Punkte lassen sich für die Lötarbeit nicht umsetzen. Mein nächster Vorschlag wäre Therapie... Nach'm Löten Hände waschen, die Dämpfe nicht einatmen (Einfache Absaugung oder ein oller PC-Lüfter) und gut ist. Es ist Flussmittel, keine Flusssäure.
Sebastian R. schrieb: > Vergällter Ethanol (Spiritus) hinterlässt ggf. das Vergällungsmittel als > weißen Schleier auf der Leiterplatte. Das bisschen Denatoniumbenzoat stört nicht wirklich. > Reinigungstechnisch ist der Unterschied vermutlich gering. Ethanol ist da schon etwas besser als Isopropanol.
Sebastian R. schrieb: > Reinigungstechnisch ist der Unterschied vermutlich gering H. H. schrieb: > Ethanol ist da schon etwas besser als Isopropanol. Okay danke. Habe mit Isopropyl die Erfahrung gemacht dass davon alleine der Dreck nicht verschwindet und man noch relativ kräftig mit der ESD-Bürste schrubben muss - "spülen" alleine reicht nicht.
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Niklas G. schrieb: > Isopropyl Das Zeug hat viele Namen, aber diesen nicht. https://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol
H. H. schrieb: > Niklas G. schrieb: >> Isopropyl > > Das Zeug hat viele Namen, aber diesen nicht. > https://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol Ist halt die Abkürzung von Isopropylalkohol. Scheint im englischen Sprachraum etwas verbreiteter zu sein.
Niklas G. schrieb: > H. H. schrieb: >> Niklas G. schrieb: >>> Isopropyl >> >> Das Zeug hat viele Namen, aber diesen nicht. >> https://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol > > Ist halt die Abkürzung von Isopropylalkohol. Scheint im englischen > Sprachraum etwas verbreiteter zu sein. Ist halt Dummschwatz, so wie "Transi".
H. H. schrieb: > Niklas G. schrieb: >> H. H. schrieb: >>> Niklas G. schrieb: >>>> Isopropyl >>> >>> Das Zeug hat viele Namen, aber diesen nicht. >>> https://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol >> >> Ist halt die Abkürzung von Isopropylalkohol. Scheint im englischen >> Sprachraum etwas verbreiteter zu sein. > > Ist halt Dummschwatz, so wie "Transi". Würde offenbar trotzdem verstanden.
Niklas G. schrieb: >> Ist halt Dummschwatz, so wie "Transi". > > Würde offenbar trotzdem verstanden. Klar, ist der Diminuitiv von Transformator. Und eine Isopropylgruppe kann eben an allerlei dranhängen.
H. H. schrieb: > Und eine Isopropylgruppe kann eben an allerlei dranhängen Kriege ich mit meinem Lötkolben nicht hin.
Hi, Um präzise zu sein, zum Reinigen setze ich etwas ein, auf dessen Kanister "ISOPROPANOL" steht, "Isopropyl alcohol (IUPAC name propan-2-ol and also called isopropanol or 2-propanol, C3H7OH". Echter Alkohol wäre mir auch sympathisch, aber das Vergällungsmittel stinkt schon ganz ordentlich, kann man machen, muß man nicht. Aceton geht super, punktuell, ich teile die Befürchtungen meiner Vorredner, das Aceton je nach Bauteil und Lack mehr lösen könnte als nur die Flußmittel-Reste. Womit wir wieder bei der Eingangsfrage wären. Der aktuelle Status ist: - No Clean nicht essen - No Clean Dämpfen aus dem Weg gehen / Gut Lüften - Nach Gebrauch Pfötchen waschen --> Dann paßt es auch. "Es ist Flussmittel, keine Flusssäure." Danke so weit! @Niklas, "und man noch relativ kräftig mit der ESD-Bürste schrubben muss". Ja. leider. Zahnbürste, Harter Pinsel, ... Was ist eine ESD Bürste / Wo kaufen? Ibram
Niklas G. schrieb: > H. H. schrieb: >> Und eine Isopropylgruppe kann eben an allerlei dranhängen > > Kriege ich mit meinem Lötkolben nicht hin. Üben!
Ibram G. schrieb: > Aceton geht super, punktuell, ich teile die Befürchtungen meiner > Vorredner, das Aceton je nach Bauteil und Lack mehr lösen könnte als nur > die Flußmittel-Reste. Es gibt ja noch andere Lösungsmittel.
Ibram G. schrieb: > Ich denke, ein Teil der Gefährdung rührt daher, das das Zeugs "No Clean" > ist, also sich während des Lötens verdünnisieren / verdampfen soll. Das heißt lediglich, dass Reste keine Korrosion verursachen. Also dass man nicht reinigen MUSS. Was du beschreibst trifft eher auf schwach aktivierende Flussmittel aus Glycerin und Zitronensäure zu. Eine solche Mischung sollte ab 400°C tatsächlich verdampfen, noch niedriger, wenn man ein sehr flüchtiges Alkohol oder eines mit niedrigem Siedepunkt dazumischen würde.
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Ibram G. schrieb: > Was ist eine ESD Bürste / Wo kaufen? Eine die sich nicht elektrostatisch auflädt. Sollte es überall da geben wo man Lötwerkzeug kaufen kann
Niklas G. schrieb: > Ist halt die Abkürzung von Isopropylalkohol. Scheint im englischen > Sprachraum etwas verbreiteter zu sein. Nö, dort heißt es IPA, zumindest bei den Amis. Bei uns heißt es umgangssprachlich eigentlich nur Iso
> Geht Flussmittel besser mit Ethanol oder Isopropyl ab? Am besten geht Kontakt LR. Ja ich weiss, ist zu 90% IPA, aber der Rest ist leider entscheidend. Ich wuerde das Zeug nicht kaufen wenn es einfach mit Isoprop ginge, davon hab ich naemlich auch immer so ein Liter da. Ich hab das aber in einem alten Marmeladenglas und Pinsel damit ab. Hinterher noch einmal mit IPA rueberspuelen. Dann braucht man nur alle 2-3Jahre mal eine Dose und der Kaufpreis haelt sich in Grenzen. Siehe das Video in der dritten Mail von unten: Beitrag "Geschuettelt und nicht geruehrt" Hat sich echt bewaehrt! :-D Vanye
Vanye R. schrieb: > Am besten geht Kontakt LR. Ja ich weiss, ist zu 90% IPA, Nö, noch nicht mal ganz 50%. > aber der Rest > ist leider entscheidend. Insbesondere die paar Prozent Methylal. Ethanol und Waschbenzin (je ca. 20%) sind ja leicht zu beschaffen.
> Insbesondere die paar Prozent Methylal. > Ethanol und Waschbenzin (je ca. 20%) sind ja leicht zu beschaffen. Methanol konnte man vor ein paar Jahren noch ein Belgien/Frankreich kaufen. Die putzen damit ihre Fenster. :) Vanye
Vanye R. schrieb: >> Insbesondere die paar Prozent Methylal. >> Ethanol und Waschbenzin (je ca. 20%) sind ja leicht zu beschaffen. > > Methanol konnte man vor ein paar Jahren noch ein Belgien/Frankreich > kaufen. Die putzen damit ihre Fenster. :) Methanol ist was anderes als Methylal.
Vanye R. schrieb: > Methanol konnte man vor ein paar Jahren noch ein Belgien/Frankreich > kaufen. Die putzen damit ihre Fenster. :) Bedingt durch die alles andere als zunehmende Intelligenz und Disziplin, war das nicht mehr haltbar. Wobei das Methanol verunreinigt war durch Ethanol. Das war meistens ein Abfallprodukt bei der Brennerei von Likören und Schnäpsen. Wegen der Wirkung als starkes Lösungsmittel und Entfetter war es beliebt in speziellen Reinigern (z.B. für Glas, Metall) zu verwenden. Aber wegen seiner hohen Toxizität (Blindheit, Organschäden) sollte es nicht als allgemeines Haushalts-Putzmittel, Desinfektionsmittel oder anstelle von Ethanol/Isopropanol verwendet werden. Da Methanol von den gleichen Enzymen verstoffwechwelt wird, wie Ethanol, gibt man auch große Mengen Ethanol als Gegengift. So lange die Enzyme mit Ethanol beschäftigt sind, machen sie aus Methanol kein Formaldehyd. Es wird mit viel Wasser über die Niere ausgeschieden. Das bedeutet, dass Methanol besonders schädlich für Abstinenzler ist.
Hallo Leute, bei den ganzen Gefahrenhinweisen sollte man nicht vergessen, dass es einen kleinen Unterschied macht, ob man das Zeug als Bastler alle paar Wochen mal für wenige Minuten beim Löten verwendet oder die Flussmittel und andere Chems in großen (Löt-)Anlagen in 100L-Fässern verwendet und 8h/Tag an solchen Anlagen arbeitet. Die meisten Gefahrensätze beziehen sich auf länger dauernde Exposition. Da sollte man einfach das Gefahrenpotential für sich abschätzen. In den vielen P- und G- Sätzen wird von länger andauernder Exposition ausgegangen, so jedenfalls meine Lesart. Ich kenne nicht die Sätze für Weizenmehl, aber da gibt es sicher auch Gefahrenhinweise. Diese gelten jedoch im allgemeinen nur in sehr abgeschwächter Form für den Hobby-Bäcker, der mal am WE einen Kuchen backt(*). Es gibt wenige (Haushalts-)stoffe und Chemikalien, für die überhaupt keine Gefahrensätze definiert sind. So jedenfalls meine Beobachtung. Bin aber kein Sicherheitsbeauftrager oder sowas. ciao Marci (*) Ganz ehrlich: ich habe mich schon mal gefragt, ob es unter blöden Umständen tatsächlich möglich ist, beim Umgang mit Mehl im Haushalt ne Mehlstaubexplosion auszulösen.
Marci W. schrieb: > Ganz ehrlich: ich habe mich schon mal gefragt, ob es unter blöden > Umständen tatsächlich möglich ist, beim Umgang mit Mehl im Haushalt ne > Mehlstaubexplosion auszulösen. Zünd' Dir 'ne Kippe an! Mit Glück wird Dir Deine Frage dabei beantwortet.
> bei den ganzen Gefahrenhinweisen sollte man nicht vergessen, dass es > einen kleinen Unterschied macht, ob man das Zeug als Bastler alle paar > Wochen mal für wenige Minuten beim Löten verwendet oder die Flussmittel Korrekt! Ich kann mich noch erinnern das mein Opa immer eine kleine Pulle Tri auf seiner Fensterbank stehen hatte mit dem er dieses und jenes geputzt hat weil es so ordentlich sauber gemacht hat. :-D Viele Gesundheitsgefahren bestehen zurecht wenn man in der Firma jeden Tag 8h damit Umgang hat und 50Jahre bis zur Rente arbeiten muss, aber wenn man privat so was ein paar mal im Jahr nutzt dann muss man sich nicht uebertrieben ins Hemd machen. Aber das ist wieder so ein Fall wo selbstaendiges Denken notwendig ist, wir entwickeln uns aber eher in die Richtung betreutes Denken. Man kann daher sowas nicht mehr voraussetzen. Vanye
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