Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik L6981C50DR geht beim Einschalten in Rauch auf


von Chris (christophe_d)


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Hi, ich nutze hier einen L6981C50DR für die Stromversorgung einer 
kleinen Schaltung, der Schaltplan des Stromversorgungsteils ist 
angehängt.

Als Netzteil verwende ich ein MeanWell Schaltnetzteil mit 24V. Bisher 
habe ich die Spannung immer über das Netzkabel ein/ausgeschaltet, sprich 
ich habe das komplette Schaltnetzteil an- und ausgeschaltet.

Jetzt habe ich das einmal anders gemacht, sprich das +24-V-Kabel 
sekundärseitig abgezogen und nach 1..2 Sekunden gleich wieder 
angesteckt.

Zu meiner großen Überraschung hat es dabei auf meinem Board einen 
Spannungsüberschlag gegeben (ein hörbarer Knall) und jetzt ist der 
L6981C50DR hinüber, Pin 4 (Vout) liegt dauerhaft auf GND.

Meine Frage: was bitte kann denn da schief gegangen sein? Hat meine 
Stromversorungsschaltung einen Fehler oder das Netzteil? Der L6981C50DR 
sollte eigentlich problemlos mit bis zu 30V klarkommen und ich würde 
jetzt nicht annehmen, dass das Schaltnetzteil im Leerlauf eine höhere 
Spannung abgibt!?

Irgend welche Ideen, was hier schief gelaufen sein könnte?

: Bearbeitet durch User
von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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Hatte mal einen ähnlichen Fall: deine verlustarmen Kondensatoren am 
Eingang bilden mit der Induktivität der Zuleitung einen Schwingkreis, 
der macht beim harten Einschalten eine gedämpfte Schwingung, die 
kurzzeitig bis 48V hochschaukelt. Die Lösung war in meinem Fall eine 
Supressordiode am Eingang.

Edit: hier gibt es Details
Beitrag "LM2841 stirbt bei steilem Anstieg der Eingangsspannung auf 26V"

: Bearbeitet durch User
von Mark S. (voltwide)


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Ein Elko mit ein paar 100uF und nur mäßig gutem ESR tuts an der Stelle 
auch.

von Chris (christophe_d)


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OK, an welcher Stelle? Eingangsseitig an den 24V?

: Bearbeitet durch User
von Mark S. (voltwide)


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Der Elko kommt parallel zu den Stromführungsanschlussen der Platine. Der 
mit den Zuleitungsinduktivitäten entstehende Serien LC Resonanzkreis, 
bestehend aus Zuleitungen und dem eingangsseitigen Stützkondensator, 
wird damit auf eine wesentlich tiefere Resonanzfrequenz abgestimmt, 
wobei der Gütefaktor und damit das Überschwingen drastisch gedämpft 
werden.
Es geht nur um den Einschaltmoment, also ist ein Parallelwiderstand 
nutzlos.
Ein Reihenwiderstand würde auch diesen Resonanzkreis bedämpfen und 
könnte daher Abhilfe schaffen.
Viele dieser Schaltungen sind genau aus diesem Grunde nicht 
hot-swap-fähig.

: Bearbeitet durch User
von Ingo W. (uebrig) Benutzerseite


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Mark S. schrieb:
> Der Elko kommt parallel zu den Stromführungsanschlussen der Platine.

Also in deinem Falle parallel zu C33-35. War damals mit Platz zu 
knauserig und musste mich daher für die Supressordiode (33V) 
entscheiden.

von Chris (christophe_d)


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Ingo W. schrieb:
> War damals mit Platz zu
> knauserig und musste mich daher für die Supressordiode (33V)
> entscheiden.

OK, darauf wird's bei mir wohl auch hinauslaufen, da ist echt kaum noch 
Platz für irgend was größeres...

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