News ESP32-E22, schneller Chip aus dem Hause WCH, ressourcensparendes WiFi 7 uvam


von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Im Rahmen der CES lancieren Controllerhersteller verschiedenste Neuigkeiten. Espressif zeigt seinen WiFi 6-fähigen ESP32, während das extrem preiswerte und auf dem Raspberry Pi 3 basierende Compute Module bei LCSC erhältlich wird. Was es sonst Neues gibt, verraten wir wie immer hier...

Espressif ESP32-E22 – WiFi 6-ESP32 auf CES gezeigt

Auf der DevCon (siehe Beitrag "Espressif Devcon 2025 - der Sieger läuft samt Beute vom Feld") berichtete Espressif darüber, an einem mit WiFi 6 kompatiblen ESP32 zu arbeiten. Am Espressif-Stand auf der CES gab es nun mehr Informationen zu sehen.

Bildquelle, beide: https://x.com/tks via https://www.cnx-software.com/2026/01/07/espressif-systems-showcases-esp32-e22-wi-fi-6e-soc-and-esp32-h21-ble-mcu-for-battery-powered-devices/

Interessant ist, dass der mit zwei 500 MHz schnellen RISC/V-Kernen ausgestattete Microcontroller – zumindest per Stand Heute – nur sein internes 1 MB an RAM ansprechen kann und kein PSRAM-Interface mitbringt.

WCH CH32H417 – Hardwareverfügbarkeit beginnt

WCH war bisher vor Allem für extrem preiswerte Mikrocontroller bekannt. Mit dem an sich seit Juni bekannten CH32H417 möchte der Hersteller nun in höheren Leistungsklassen Fuß fassen. Das in der Abbildung gezeigte Struktogramm informiert über die Verfügbarkeit von zwei RISC/V-Kernen, von denen einer mit bis zu 400 MHz arbeitet. Außerdem steht ein USB 3.0-Interface zur Verfügung.

Bildquelle: https://www.wch-ic.com/products/CH32H417.html

Wer mit dem Chip experimentieren möchte, kann dies ab Sofort über ein Evaluationsboard tun. Erster Anbieter war der in der Vergangenheit für das “Exportieren chinesischer Chiptechnologie” bekannte Webshop AnalogLamb.

Bildquelle: https://analoglamb.com/product/wch-ch32h417-usb3-0-development-board/

Raspberry Pi Compute Module Zero im Hands On-Test

Das technisch auf dem Pi Zero 2 W basierende und 39 x 39 mm kleine Modul ist von Seiten der Uptoniten – wir berichteten in der Vergangenheit immer wieder – vor Allem für asiatische Märkte vorgesehen. HackADay berichtet unter https://hackaday.com/2026/01/05/hands-on-with-the-raspberry-pi-compute-module-zero/ nun darüber, dass die Module für in anderen Kontinenten Arbeitende via LCSC verfügbar sind.

Bildquelle: https://www.lcsc.com/search?q=raspberry%2520pi%2520cm0&s_z=n_raspberry%2520pi%2520cm0

Ebenda findet sich außerdem eine (kompakte) Vorstellung des Entwicklungskits und der Leistung des Gesamtsystems, die man mit Fug und Recht als “Im Westen Nichts Neues” zusammenfassen könnte...

PicoDVI – RP2350-Tour de Force in Sachen Videoausgabe

Die im RP2350 enthaltenen PIO-Engines animieren Maker seit Jeher zu allerlei Experimenten in Sachen Videoausgabe. Das unter der Bildquelle abrufbare Projekt ist insofern besonders, als es eine wahre Tour de Force darstellt – neben Peltierkühlung zwecks Übertaktung schafft der RP2350 hier sogar die Erzeugung eines HDMI-Datenstroms.

Bildquelle: https://www.instructables.com/Pico2DVI-the-Graphics-Card-You-Can-Build-Yourself/

STMicroelectronics STM32MP21 – preisgünstige MPU, (auch) für Computer Vision-Anwendungen

In Sachen MPU gibt es bei ST low-endingen Zuwachs: die Neulinge bringen zwar verschiedene MIPI-Interfaces mit, sind in Sachen Rechenleistung aber mit nur je einem Arm Cortex®-A35 und einem Arm Cortex®-M33-Kern schwächer aufgestellt als ihre Kollegen (siehe https://www.st.com/en/microcontrollers-microprocessors/stm32mp2-series.html).

Bildquelle: microprocessors-stm32mp2-series-overview.pdf

Zu beachten ist, dass die bei größeren Vertretern der MP2-Serie inkludierte GPU und NPU hier nicht von der Partie sind. Außerdem gilt, dass Bare Metal-Support derzeit nur rudimentär zur Verfügung steht.

Als eine Beispielanwendung avisiert ST das Weiterleiten von Kameradaten an eine zweite, mit mehr Funktionen ausgestattete MPU:

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Thanks to its architecture, engineers can use the STM32MP21x in an application that captures data from an image sensor and cleans it up before sending it to another MPU with a neural processing unit

Interessant ist außerdem, dass STMicro unter https://community.st.com/t5/developer-news/scaling-stm32-microprocessors-for-cost-efficient-low-power-and/ba-p/868331 über spezielle SKUs für vierlagige Platinen berichtet:

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STM32MP21 package options include 8mm x 8mm 225-pin and 10mm x 10mm 361-pin VFBGAs suited to 6-layer high-density interconnect (HDI) boards. In addition, a 11mm x 11mm 273-pin VFBGA and 14mm x 14mm 289-pin TFBGA are available for cost-conscious 4-layer boards. The 10mm x 10mm VFBGA361 is pin-to-pin compatible across the entire STM32MP2 series.
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As industrial products, the STM32 MPUs are included in STs rolling 10-year longevity program.
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Depending on package type and optional features, the STM32MP21 MPUs range from $5.70 to $8.50 for orders of 1000 units.

Allwinner V861 – SoC für AI-Kameras

Ein SoC, an das der soeben vorgestellte STM32 seine Analysearbeit auslagern könnte, wäre die neueste Vorstellung von AllWinner. Es handelt sich dabei um ein für Videoverarbeitung optimiertes SoC auf RISC/V-Basis, das sich wie in der Abbildung gezeigt präsentiert.

Bildquelle: https://www.cnx-software.com/2026/01/04/allwinner-v861-dual-core-64-bit-risc-v-ai-camera-sip-features-128mb-ddr3l-4k-h-265-h-264-video-encoder/

Zu beachten ist, dass der SoC für Mainland-Anwender vorgesehen zu sein scheint – zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Kurzmeldung findet sich keinerlei englische Dokumentation.

AMD Ryzen™ AI Embedded P100 and X100 – Zen 5 mit NPU

Im Hause AMD stehen Erweiterungen an den Embedded-Prozessoren ante Portas, die sich wie in der Tabelle gezeigt präsentieren.

Bildquelle: https://www.amd.com/en/newsroom/press-releases/2026-1-5-amd-introduces-ryzen-ai-embedded-processor-portfol.html

Interessant ist an der Meldung erstens die folgende Passage, die die Softwareumgebung beschreibt:

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The entire software stack is built on the open-source, Xen hypervisor-based virtualization framework that securely isolates multiple operating system domains. This enables Yocto or Ubuntu to power the HMI, FreeRTOS to manage real-time control, and Android or Windows to support richer applications, all running safely in parallel. With an open-source foundation, long-term OS support, and an ASIL-B capable architecture, they help customers reduce costs, simplify customization, and accelerate the path to production for automotive and industrial systems.

Zur Verfügbarkeit vermeldet man folgendes:

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AMD Ryzen AI Embedded P100 processors featuring 4-6 cores are sampling with early access customers. Tools and documentation are available with production shipments expected in the second quarter. P100 Series processors featuring 8-12 cores targeting industrial automation applications are expected to begin sampling in the first quarter. Sampling of X100 Series processors, which offer up to 16 cores, is expected to begin in the first half of this year.

Google verlangsamt Release-Kadenz von AOSP auf halbjährliche Releases

Analog zu IBM’s Erfahrungen mit dem PC (und den wenig erfolgreichen Versuchen zur Wieder-Kontrollierbarmachung des Marktes mit dem PS/2) scheint man auch im Hause Google ein wenig Sorge vor der unkontrollierten Weiterentwicklung der hauseigenen Embeddedsoftware bekommen zu haben.

BILDQUELLE: https://source.android.com/docs/whatsnew/site-updates?year=2025#aosp-changes

Spezifischerweise plant man, die bisher vierteljährlich erfolgende Open Source-Machung der hausintern erfolgten Änderungen an Android fortan langsamer durchzuführen.

ROHM und Tata partnern in Sachen Halbleiterfertigung in Indien

Indien forciert seit einiger Zeit die landesinterne Fertigung verschiedenster Bauteile: im Bereich Prozessoren lancierte man einige Eigenentwicklungen. Unter https://www.presseagentur.com/rohm/detail.php?pr_id=7569&lang=en findet sich nun die folgende Ankündigung, die auf engere Partnerschaft zwischen dem Automobil-Spezialisten Tata und der japanischen ROHM hinweist:

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As an initial focus, ROHM and Tata Electronics will establish a manufacturing framework for power semiconductors in India by combining ROHMs leading device technologies with the advanced backend technologies of Tata Electronics. In addition, by integrating the sales channels and networks, the partnership will create new business opportunities in the Indian market and deliver higher-value solutions to a wide range of customers.
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As the first step in this collaboration, Tata Electronics will assemble and test ROHMs India-designed automotive-grade Nch 100V, 300A Si MOSFET in a TOLL package, targeting mass production shipments by next year.

Seeed Studio: LoRA-Karte im MiniPCIe-Format

LoRA und LoRAWAN erfreuen sich in den letzten Monaten an permanent wachsender Nutzeraufmerksamkeit. SeeedStudio bietet nun eine neue Karte an, die für den Prozessrechnereinsatz vorgesehen ist und deren innere Struktur sich wie in der Abbildung gezeigt präsentiert.

Bildquelle: https://www.seeedstudio.com/Wio-WM1302-LoRaWAN-Gateway-Module-SPI-AS923-p-6586.html

Zu beachten ist, dass Seeed die Karte derzeit nur auf Aufforderung fertigt und die auf der Webseite auch angekündigte Version mit USB-Interface im Moment nicht einmal vorbestellbar ist.

WiFi 7 nun mit 20 MHz-Bändern zertifizierbar

Während die diversen Chiphersteller auf der CES ihre WiFi 8-Chips präsentieren, findet “im Hintergrund” eine für IoT und Co wichtige Anpassung statt. Das Standardisierungsgremium WiFi Alliance wird laut RCR (siehe https://www.rcrwireless.com/20260107/network-infrastructure/wi-fi-7-20-mhz-devices) fortan die WiFi 7-Zertifizierung auch dann erlauben, wenn das Funksystem des jeweiligen Geräts nur mit 20 MHz breiten Kanälen zurechtkommt.

FCC: Mehr Leistung im 6GHz-Band dank Geofencing

Europa und USA gehen das 6GHz-Band unterschiedlich an: während die EU auf Netzbetreiber setzt, möchte man in den USA mehr lizenzfreie Applikationen forcieren. Der im Allgemeinen gut informierte Branchennewsdienst RCR berichtet unter https://www.rcrwireless.com/20260108/wi-fi-2/fcc-votes-6ghz-wifi-iot?utm nun über die folgenden Pläne des Regulators:

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The Federal Communications Commission (FCC) will vote this month (January) on an order to expand unlicensed operations in the 6GHz spectrum. The vote would create a new category of highpower, outdoor-capable devices known as geofenced variable power (GVP) devices. . .

Noch ist es nicht klar, wie das Geofencing technisch umgesetzt wird...

EuroSatory: Besucherregistrierung beginnt

Auf der in Paris stattfindenden EuroSatory gibt es für an UAV und Radar arbeitende Elektroniker viel zu sehen. Soeben vermeldete das Veranstalterteam, dass sich Besucher ab Sofort anmelden können.

Bildquelle: https://info-eurosatory.com/eurosatory-2026-visitor-registrations-now-open.nifh?

Rechtliches, 1 – “Kündigungsschutz” für Freelancer in Österreich

Wer Arbeit an Freelancer auslagert, erspart sich normalerweise viel Aufwand mit der Personalverwaltung und ist flexibler. Dieser Flexibilität versuchen Staaten immer wieder, legistisch an die Pelle zu rücken. Schönherr berichtet unter https://mailchi.mp/schoenherr.eu/amendment-to-the-austrian-beneficial-owners-register-act-reporting-obligations-for-nominee-5238625?e=0 nun darüber, dass in Österreich ab 1. Januar weitere Bedingungen zu beachten sind:

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. . .freelance employment relationships (within the meaning of Section 4(4) of the Austrian General Social Security Act) that are not concluded for a fixed term may be terminated by either party upon notice with effect as of the 15th or the last day of each calendar month, subject to a notice period of four weeks, which is extended to six weeks from the commencement of the third year of service.

Rechtliches, 2 – verschiedene EU-Gesetze (Stichwort Right to Repair, AI Act und CRA) werden aktiv

Wer EU-Recht unterliegt, darf sich im neuen Jahr mit verschiedenen Richtlinien herumschlagen – unter https://mailchi.mp/schoenherr.eu/to-the-point-tech-digi-october-5238629?e=0c findet sich eine Liste, die die verschiedenen neuen Quellen von Bürokratie beleuchtet.

Lesestoff: wie man YIG-Oszillatoren ersetzen könnte

Wer Messtechnik wartet, kennt das Problem mit ausfallenden YIG-Oszillatoren. Auf der HP-Eigentümermailingliste findet sich nun eine unter https://groups.io/g/HP-Agilent-Keysight-equipment/message/155533 einsehbare und durchaus lebhafte Diskussion, die Alternativen und neuartige Designs vorzustellen sucht.

Lesestoff, 2: Mouser über RF-Signalketten

Mouser bietet unter https://resources.mouser.com/rf-wireless/rf-design-handbook-theory-components-applications ein ebook an, das sich mit den Grundlagen der RF-Signalketten auseinandersetzt.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Vanye R. (vanye_rijan)


Lesenswert?

> Interessant ist, dass der mit zwei 500 MHz schnellen
> RISC/V-Kernen ausgestattete Microcontroller – zumindest
> per Stand Heute – nur sein internes 1 MB an RAM
> ansprechen kann und kein PSRAM-Interface mitbringt.

Ja nun, was hast du erwartet? Niemand braucht mehr wie
640kByte, sowas weiss man doch!

Vanye

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