Neues Gesetz soll Recht auf Reparatur stärken Hersteller sollen elektronische Geräte künftig zu fairen Bedingungen reparieren. Verbraucherschutzministerin Hubig stützt sich auf eine EU-Richtlinie. https://www.wiwo.de/politik/deutschland/recht-auf-reparatur-neues-gesetz-soll-verbraucherschutz-staerken/100191667.html Heißt das, stolze Europäer bekommen mehr Rechte, chinesische Geräte zu reparieren? Oder werden Geräte zur Reparatur nach China geschickt? -------------------------------------------------- Bitte hier nicht klicken: Beitrag "Recht auf Reparatur?" --------------------------------------------------
:
Bearbeitet durch User
Georg M. schrieb: > Heißt das, Es könnte bedeuten, daß außereuropäische Anbieter neue Auflagen erfüllen müssen, wenn sie ihre Produkte im europäischen Markt anbieten wollen. Wie in der Praxis und im Einzelfall die Umsetzung aussehen wird, wird man sehen.
Ich denke man wird eher sehen, wie die sich drum herum mogeln warum Reparaturen an ganzen Baugruppen nicht möglich oder unzumutbar sind etc. Ein bißchen richtig harte Vergussmasse, angeblich zur Kühlung oder Abdichtung, schon wird jeder Reparaturversuch unwirtschaftlich.
Wobei sich wieder mal das alte Sprichwort bewarheitet: Recht haben und Recht bekommen, sind 2 Paar Schuhe...
Gerald B. schrieb: > Wobei sich wieder mal das alte Sprichwort bewarheitet: Bewahrheiten tut sich da noch gar nichts, das ist hier alles nur Spökenkiekerei.
H. H. schrieb: > Gerald B. schrieb: >> Recht haben und Recht bekommen, sind 2 Paar Schuhe... > > Für Pferde kein Problem. Wo wir dann wieder beim alten Fritz sind. Der sagte: "das Denken sollte man den Pferden übrlassen, die haben die größeen Köpfe"
Mir würde es fürs Erste schon reichen wenn dieses Verdongeln von Hardware-Komponenten verboten wird. Also daß ich z.B. ein BMS an einem Elektrofahrzeug selbst zurücksetzen kann wenn ich am Akku gebaut habe und dafür keine Werkstatt brauche, die mir ganz viel Geld aus der Tasche zieht oder sagt das ginge gar nicht, da braucht man immer einen ganzen neuen Akku für 30k Euronen...
Sinnvoller wäre es eine Hinterlegung von Schaltplänen und ähnlichem gesetzlich verpflichtend zu machen, die dann z.B. nach 2 Jahren freigegeben werden. Gern ab einer Bagatellklausel von z.B. xxxx jährlich verkauften Geräten. Das da alle Firmen wegen IP-Schutz* und ähnlichem zu jammern anfangen ist klar. Es schadet ihrem Neugeschäft und ihrem Servicegeschäft. Auch Entwurfsfehler mit Serienfehlern würden schneller und dokumentiert auffallen. Aber es würde die Müllberge durch einfachere Reparatur und Messmöglichkeiten deutlich verringern. Das soetwas grundsätzlich ginge, sieht man ja an den Geräte- Elektronik-Innenphotos der FCC Messberichte für den amerikanischen Marktzugang, die man sich ja aus dem Netz angeln kann. * Das mit dem IP Schutz ist jedoch größtenteils Humbug, da der Wettbewerber, der es kommerziell nachbauen wird, sich ohnehin die Mühe eines Reengineerings machen wird.
H. H. schrieb: > Gerald B. schrieb: >> Recht haben und Recht bekommen, sind 2 Paar Schuhe... > > Für Pferde kein Problem. Die wollen aber auch keine ungleichmäßigen Schuhe. ;)
Und es müsste gesetzlich verpflichtend werden, das wenn bei IOT Geräten die Server abgeschaltet werden, ein letztes FW-Update rauszugeben, wo man dann die Möglichkeit bekommt sowas selbst, oder woanders zu hosten. Ansonsten heißt es: "Das Gerät ist nicht kaputt, es funktioniert nur nicht mehr"
Harald K. schrieb: > Es könnte bedeuten, daß außereuropäische Anbieter neue Auflagen erfüllen > müssen, wenn sie ihre Produkte im europäischen Markt anbieten wollen. > > Wie in der Praxis und im Einzelfall die Umsetzung aussehen wird, wird > man sehen. Es geht um die internationale Arbeitsteilung: die einen entwickeln und produzieren, die anderen reparieren und reinigen. Dementsprechend sind die Wertschöpfung und der technologische Fortschritt und letztendlich der Wohlstand.
Gerald B. schrieb: > Und es müsste gesetzlich verpflichtend werden dass ASSiA verboten wird, und alle anderen Techniken die ein dauerhaftes Standby erzwingen. Damit man die Geräte gefahrlos vom Stromnetz trennen kann.
Wenn man WIRKLICH Ressourcenprobleme hätte, müsste man das Pferd (um beim Thema zu bleiben) von hinten aufzäumen: Garnicht erst soviel produzieren. Und wenn, dann müssten Bau-/Ersatzteile zwischen SEHR vielen Geräten untereinander austauschbar sein, damit es sich überhaupt lohnt Ersatzteile vorrätig zu haben. aber wenn alle paar Tage alles anders wird, kann man das einem Hersteller natürlich nicht zumuten. Am besten zeigt sich das bei Leuchtmittel für moderne Autos. Lampen konnte man früher an fast jeder Tankstelle kaufen. Heute gibts für Modelle selbst innerhalb des selben Herstellers unterschiedliches Geleucht. Dann Facelift - wieder alles anders. Früher waren Geräte baulich gesehen einfach zu reparieren. Paar Schrauben raus drehen, schon kommste an die Innereien im Bügeleisen oder im Toaster ran. Heute ist es ein einziges Gegnaggel, wenn man da ran wollte. Welche Marktforschung hat das eigentlich ergeben? Du hörst ja immer gerne von Kundenwunsch etcpp. Mit der einfachen Reparierbarkeit haben die Hersteller jedenfalls nicht am Hungertuch genagt.
.● Des|ntegrator ●. schrieb: > Wenn man WIRKLICH Ressourcenprobleme hätte, > müsste man das Pferd (um beim Thema zu bleiben) > von hinten aufzäumen: > > Garnicht erst soviel produzieren. Das wäre gut für die Umwelt. So lange Wirtschaftswachstum das Maß aller Dinge ist, wird das aber nicht passieren. > Am besten zeigt sich das bei Leuchtmittel für moderne Autos. > Lampen konnte man früher an fast jeder Tankstelle kaufen. > Heute gibts für Modelle selbst innerhalb > des selben Herstellers unterschiedliches Geleucht. > Dann Facelift - wieder alles anders. Früher hatten Autos funzelige Bilux- oder H4-Birnen. Heute Matrix-LED Scheinwerfer, bei Rückleuchten z.T. schon mit individuell steuerbaren Pixeln, die per Video-Stream über 10-Base-T1S angesteuert werden. Ob man das braucht, dass man die Lichtsignatur per (kostenpflichtigem) SW-Update ändern kann? Sicher nicht. Matrix-LED Frontscheinwerfer möchte ich dagegen nicht mehr missen. Ich habe auch noch nie Defekte an LED-Beleuchtung am Auto gehabt. An älteren VWs habe ich allerdings schon häufiger Ausfälle an den Rückleuchten gesehen. Die waren offenbar noch nicht besonders ausgereift, oder zu sehr auf billig getrimmt. > Früher waren Geräte baulich gesehen einfach zu reparieren. > Paar Schrauben raus drehen, > schon kommste an die Innereien im Bügeleisen oder im Toaster ran. > Heute ist es ein einziges Gegnaggel, wenn man da ran wollte. > Welche Marktforschung hat das eigentlich ergeben? > Du hörst ja immer gerne von Kundenwunsch etcpp. Das ist kein Kundenwunsch, sondern Optimierung auf niedrige Produktionskosten. Schnappverbindungen, Kleben oder Nieten sind deutlich günstiger als Schraubverbindungen oder Nähen (bei Textilien). Mit freundlichen Grüßen Thorsten Ostermann
Georg M. schrieb: > Heißt das, stolze Europäer bekommen mehr Rechte, chinesische Geräte zu > reparieren? Zunächst mal bedeutet es, dass die Hersteller auch unabhängige Werkstätten mit Ersatzteilen beliefern müssen. Z.B. für Smartphones kann man dann Akku und Display einzeln nachkaufen. Nicht geregelt ist aber der Preis dieser Ersatzteile. Bei Apple ist ein Ersatzdisplay für das iPhone genauso teuer wie die Reparatur beim Vertragshändler. Die Automobilindustrie kennt dieses "Recht auf Reparatur" schon lange. Da müssen Ersatzteile frei verkäuflich und bis mindestens 10 Jahre nach Serienauslauf verfügbar sein. Für die Hersteller bedeutet das einen gigantischen Logistik-Aufwand, den die sich fürstlich entlohnen lassen. Die Ersatzteilpreise liegen üblicherweise beim 20fachen Einkaufspreis.
Thorsten O. schrieb: > An älteren VWs habe ich allerdings schon > häufiger Ausfälle an den Rückleuchten gesehen. Bei ein paar Autos gabs einzelne Rücklichter, die im Sekundentakt nur ganz kurz aufgeblitzt sind. z.B. das re. Rücklicht OK, im linken dann dieses blitzen. Thorsten O. schrieb: > Das ist kein Kundenwunsch, sondern Optimierung dann soll'n die das auch beim Namen nennen und den Kunden nicht für blöd verkaufen. Wer will lackierte Stossfänger, die bei genau dem, wofür die da sein sollen, ein Kratzerchen bekommen, dessen Beseitigung am liebsten 2kEUR kosten soll?
Moinsen, die Frage ist, wer WILL dieses Recht denn in Anspruch nehmen? So in Prozent der Gesamtbevölkerung? Das mag es gewiss geben, bei einigen Geräten wie der teuren Miele-Waschmaschine, aber z.B. Autos (ja, ok, die werden auch mal repariert) oder Unterhaltungselektronik, wie Fernseher und Konsolen, werden doch meist entsorgt weil man was neues WILL, nicht weil es kaputt ist. Ich finde das grundsätzlich gut und richtig, aber ich fand ja auch das Lieferkettengesetz gut und richtig, daher kann ich kaum für die Mehrheit sprechen. Gruß Thomas
Ben B. schrieb: > Ich denke man wird eher sehen, wie die sich drum herum mogeln warum > Reparaturen an ganzen Baugruppen nicht möglich oder unzumutbar sind etc. Bei Mobilgeräten ist die Reparierbarkeit Teil der in der EU erforderlichen Produktspezifikation, die vor dem Kauf ersichtlich ist. Damit hat der Kunde die Wahl. Dieses Prinzip lässt sich auf weitere Produktklassen ausdehnen. Beispiel: https://eprel.ec.europa.eu/screen/product/smartphonestablets20231669/2339789?navigatingfrom=qr https://eprel.ec.europa.eu/fiches/smartphonestablets20231669/Fiche_2339789_DE.pdf
:
Bearbeitet durch User
.● Des|ntegrator ●. schrieb: > Thorsten O. schrieb: >> Das ist kein Kundenwunsch, sondern Optimierung > > dann soll'n die das auch beim Namen nennen > und den Kunden nicht für blöd verkaufen. Wer ist denn "sie"? Wer behauptet denn, dass sein ein Kundenwunsch, dass man Geräte nicht aufschrauben kann? Das kam von dir, also was ist deine Quelle? > Wer will lackierte Stossfänger, die bei genau dem, > wofür die da sein sollen, ein Kratzerchen bekommen, > dessen Beseitigung am liebsten 2kEUR kosten soll? Ich will jedenfalls nicht zurück zu Autos mit Stossfängern aus Blech oder unlackierten Kunststoffteilen. Wenn du sowas magst, kauf dir gerne einen Dacia oder einen Lada. HINT: Die eigentliche Stoßstange, die Schäden an den tragenden Teilen verhindern soll, liegt unter dem Kunststoffteil. Schäden am Lack verhindern heute Parkradar, Kameras und Einpark-Assistenten. Und ein geübter Mensch am Steuer. Mit freundlichen Grüßen Thorsten Ostermann
Thorsten O. schrieb: >> Wer will lackierte Stossfänger, die bei genau dem, >> wofür die da sein sollen, ein Kratzerchen bekommen, >> dessen Beseitigung am liebsten 2kEUR kosten soll? > > Ich will jedenfalls nicht zurück zu Autos mit Stossfängern aus Blech > oder unlackierten Kunststoffteilen. Wenn du sowas magst, kauf dir gerne > einen Dacia oder einen Lada. > > HINT: Die eigentliche Stoßstange, die Schäden an den tragenden Teilen > verhindern soll, liegt unter dem Kunststoffteil. Schäden am Lack > verhindern heute Parkradar, Kameras und Einpark-Assistenten. Und ein > geübter Mensch am Steuer. Außerdem kostet ein Kratzerchen 0 Euro. Man läßt eben das Kratzerchen Kratzerchen sein, und gut ...
Jens G. schrieb: > Außerdem kostet ein Kratzerchen 0 Euro Bei Mietwagen ist das leider nicht der Fall.
Ich hatte an meinem Auto die Abdeckung einer Rückleuchte zerbrochen. Original hätte man die ganze Lampe nicht nur kaufen, sondern auch einbauen lassen müssen, denn die neue Abdeckung hätte nicht auf die alte Lampe gepasst. Durch so etwas explodieren die Kosten unnötig. Zum Glück verwendet die Werkstatt auch nicht originale Ersatzteile. Ein niederländischer Hersteller lieferte passende Abdeckungen preisgünstig. Sie hat incl. Montage keine 50 Euro gekostet.
:
Bearbeitet durch User
Jens G. schrieb: > Außerdem kostet ein Kratzerchen 0 Euro. Man läßt eben das Kratzerchen > Kratzerchen sein, und gut ... Wenn man ein gesundes Verhältnis zum Auto hat - leider ist das in D nicht weit verbreitet.
Einhart P. schrieb: > Wenn man ein gesundes Verhältnis zum Auto hat - leider ist das in D > nicht weit verbreitet. Da sprichst Du wahr! Soul E. schrieb: > Zunächst mal bedeutet es, dass die Hersteller auch unabhängige > Werkstätten mit Ersatzteilen beliefern müssen. Z.B. für Smartphones kann > man dann Akku und Display einzeln nachkaufen. Nicht geregelt ist aber > der Preis dieser Ersatzteile. Bei Apple ist ein Ersatzdisplay für das > iPhone genauso teuer wie die Reparatur beim Vertragshändler. > > Die Automobilindustrie kennt dieses "Recht auf Reparatur" schon lange. > Da müssen Ersatzteile frei verkäuflich und bis mindestens 10 Jahre nach > Serienauslauf verfügbar sein. Für die Hersteller bedeutet das einen > gigantischen Logistik-Aufwand, den die sich fürstlich entlohnen lassen. > Die Ersatzteilpreise liegen üblicherweise beim 20fachen Einkaufspreis. Da bleibt tatsächlich abzuwarten, wie sehr das Recht auf Reparatur in der Praxis Auswirkungen hat. Meines Erachtens sollten Beispiele und Bauweisen wie das Fairphone verpflichtend sein. Andere - aber verwandte - Baustelle: Akkutausch. Bin gespannt, wie der ab 2027 verpflichtend einfach tauschbare Akku verwirklicht wird. Ist jedenfalls beim Smartphone die häufigste Baustelle. Nur ein einziges Mal habe ich Display wegen Spider-App tauschen müssen.
Rainer Z. schrieb: > ab 2027 verpflichtend einfach tauschbare Akku "Es gelten die folgenden Ausnahmen: Geräte, die speziell für den Betrieb in einer Umgebung ausgelegt sind, die regelmäßig Spritzwasser, Wasserströmen oder dem Eintauchen in Wasser ausgesetzt sind und die abwaschbar oder abspülbar sein sollen," https://www.produktentwicklung.ihk.de/produktmarken/ce-kennzeichnung/neue-batterieverordnung-6778722 Es könnte natürlich auch sein, das damit Wasserdichtigkeit nicht nur auf die erste Minute nach dem Auspacken beschränkt sein darf. "Zudem müssen Smartphone-Hersteller keinen wechselbaren Akku einbauen, wenn dieser nach 500 vollen Ladezyklen noch mindestens 83 Prozent Leistung sowie nach 1.000 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität inne hat." https://www.connect.de/news/smartphone-handy-akku-wechseln-austauschbar-eu-verordnung-3203909.html
:
Bearbeitet durch User
Soul E. schrieb: > Die Automobilindustrie kennt dieses "Recht auf Reparatur" schon lange. > Da müssen Ersatzteile frei verkäuflich und bis mindestens 10 Jahre nach > Serienauslauf verfügbar sein. Urban legend! https://motorschaden.de/wie-lange-mussen-ersatzteile-lieferbar-sein/ Und erwarte bitte keine "offiziellen" Quellen. Zu nicht bestehenden Regelungen gibt es die nämlich nicht. Die ominösen 10 Jahre sind eine freiwillige Verpflichung der dt. Automobilhersteller.
Soul E. schrieb: > Bei Apple ist ein Ersatzdisplay für das iPhone genauso teuer wie die > Reparatur beim Vertragshändler. https://www.ifixit.com/de-de/products/iphone-15-screen Dazu kommen 30€ für die Arbeitsstunde. Das geht doch noch...
Als der gute Max Grundig noch arbeitete lieferte er für jedes Gerät eine Service-Anleitung. Für jedes Einzelteil gab es eine Bestell-Nummer und die konnte man einzeln kaufen. Dazu gab es eine Erklärung wie man alles zerlegt und wieder zusammen baut - siehe oben. Da wurde nix verklebt. Sowas wünsche ich mir für die Zukunft der neuen Geräte.
:
Bearbeitet durch User
Mobiltelefon zu Zeiten von Max Grundig: http://www.oebl.de/A-Netz/Geraete/Philips/Mobilophone160/296.html
:
Bearbeitet durch User
Kilo S. schrieb: > Soul E. schrieb: >> Bei Apple ist ein Ersatzdisplay für das iPhone genauso teuer wie die >> Reparatur beim Vertragshändler. > > https://www.ifixit.com/de-de/products/iphone-15-screen Das sind keine Originalteile. Bei Apple kostet das Display EUR 339,-. 50 Euro bekommt man zurück wenn man das alte Teil abgibt.
Da ist die Rede von Reparatur innerhalb der "üblichen Produktlebensdauer", da würd ich mal für die China-Schnapper ein halbes Jahr ansetzen ...
René H. schrieb: > H. H. schrieb: >> Gerald B. schrieb: >>> Recht haben und Recht bekommen, sind 2 Paar Schuhe... >> >> Für Pferde kein Problem. > > Die wollen aber auch keine ungleichmäßigen Schuhe. ;) Doch. Hinten müßen die Schuhe größer sein. HolgerR
Die EU und Bundesregierung können sich viele Sachen ausdenken, wenn es "dem Chinesen" zu bunt wird liefert er einfach nicht mehr. Keine Rechner, keine Telefone, keine Haushaltsgeräte mehr zu kaufen. Dann werden Gesetze sehr schnell angepasst.
Georg M. schrieb: > Heißt das, stolze Europäer bekommen mehr Rechte, chinesische Geräte zu > reparieren? > Oder werden Geräte zur Reparatur nach China geschickt? Mein chinesisches E-Bike lässt sich problemlos reparieren, wenn der Akku schwächelt. Beim Bosch hingegen begeht das BMS Selbstmord, wenn ich die Balancerkabel am Akku abstecke.
Georg M. schrieb: > Hersteller sollen elektronische Geräte künftig zu fairen Bedingungen > reparieren. Also schluss mit den teilweise exorbitanten Preisen für Ersatzteile? Das wäre mal eine gute Entwicklung! Ja, ich weiß, Lagerkosten bei den Ersatzteilanbietern etc. Ich hatte aus meinem beruflichen Umfeld (automotive Bereich, größere Baugruppe) schon mal direkt einen Vergleich zwischen OEM- und Ersatzteilpreis. Das ist locker mal der 10-fache Preis - mindestens. Und das ist noch relativ relativ. ;-) Anmerkung: Ich weiß schon, es geht auch darum, dass Geräte überhaupt so gebaut sein sollten, dass man diese reparieren kann. Bei vielen elektrischen/elektronischen Geräten wäre schon ein großer Fortschritt, Schrauben statt Klappen/Raster bei Gehäusen zu verwenden, so dass sich diese zerstörungsfrei öffnen lassen. Klar ist, dass für die "Reparierbarkeit" technische Grenzen und bestehen und diese etwas höhere Kaufpreise für die Geräte zur Folge hat. Aber das dürfte in den meisten Fällen zu verschmerzen sein... ciao Marci
Soul E. schrieb: > Bei Apple kostet das Display EUR 339,-. 50 Euro bekommt man zurück wenn > man das alte Teil abgibt. Schönes Beispiel! Nicht nur krass, sondern wirklich krank. Ist aber nur der Preis für die (leider) sehr vielen Vollidioten-Appelaner, denn Recht auf Reparatur bedeutet auch, dass Drittanbieter reparieren können dürfen. In diesem Beispiel ist es ein Segen, dass es brauchbare Ersatz-Displays für rund 20 Euro gibt. Habe ich mal bei einem seriösen Berliner Verkäufer ("iDoc") besorgt und war einwandfrei.
Nemopuk schrieb: > Ich hatte an meinem Auto die Abdeckung einer Rückleuchte zerbrochen. > > Original hätte man die ganze Lampe nicht nur kaufen, sondern auch > einbauen lassen müssen, denn die neue Abdeckung hätte nicht auf die alte > Lampe gepasst. Durch so etwas explodieren die Kosten unnötig. ich wechsle gerade das Auto. Beim alten aus 2009 wollte ich schauen, wie ich als letzten Mangel noch die Wischwasserdüsen erneuern könnte. Sind dichtgesetzt und die üblichen Tips funktionieren nicht. Beim Freundlichen nachgefragt: "Ja gibts noch" AAABER: nur mit Schlauch - 140EUR ich so... ███▒▒▒▒▒▒▒ loading error @ 28% Mit anderen Dingen genauso: Ist das Motörchen für die Leuchtweitenregulierung defekt, muss man trotzdem viel grössere Einheiten kaufen. Am liebsten natürlich den gesamten Scheinwerfer.
Marci W. schrieb: > Also schluss mit den teilweise exorbitanten Preisen für Ersatzteile? Nein. Schluss mit Ersatzteilen nur für Fachbetriebe. Die müssen dann an jedermann verkauft werden. Teuer dürfen sie sein. Siehe Apple, wo ein Display so teuer ist wie die Reparatur beim Vertragshändler. Und 10x so teuer wie ein nachgemachtes Ersatzteil auf dem freien Markt. Aber es gibt nun Originalteile für jedermann. Du kannst natürlich nicht jeden Transistor einzeln kaufen, sondern sinnvoll gefasste Baugruppen. Display, Akku, Mainboard. Oder bei der Waschmaschine Motor, Pumpe, Steuerung.
Soul E. schrieb: > Schluss mit Ersatzteilen nur für Fachbetriebe. Die müssen dann an > jedermann verkauft werden. > > Teuer dürfen sie sein. Irgendwie sind hier nur Träumer, Nerds mit eigener Werkstatt, oder Reparaturcafe-Idealisten unterwegs. Wer soll denn die Arbeitszeit einer professionellen Reparatur bezahlen? Eine reell bezahlte Reparatur-Arbeitsstunde kosten ab 100 Euro brutto aufwärts, und die ist selbst bei einfachen Kleinreparaturen mit Fehlersuche, Ersatzteilbestellung, und Reparatur schnell weg. Das Ersatzteil kommt dann noch oben drauf. Da wirds selbst bei der Waschmaschine schnell völlig unrentabel. Oliver
:
Bearbeitet durch User
Oliver S. schrieb: > Irgendwie sind hier nur Träumer, Nerds mit eigener Werkstatt, oder > Reparaturcafe-Idealisten unterwegs. Schulliung aber... Wir sind hier ein Technik-Forum! Schö'n Freidach!
.● Des|ntegrator ●. schrieb: > Schulliung aber... > Wir sind hier ein Technik-Forum! > Schö'n Freidach! Natürlich. Nur nutzt das dem großen Rest der Bevölkerung rein gar nichts. Oliver
Oliver S. schrieb: > .● Des|ntegrator ●. schrieb: > >> Schulliung aber... >> Wir sind hier ein Technik-Forum! >> Schö'n Freidach! > > Natürlich. > > Nur nutzt das dem großen Rest der Bevölkerung rein gar nichts. > > Oliver Wozu auch? Zur Not macht man es halt wieder so, dass nur zertifizierte Betriebe (...) Da können die Ersatzteile NOCH so verfügbar und chinesisch billig sein, Gestern war in den Lokalnachrichten, dass man im Grunde schon einen zertifizierten braucht, nur um einen Ast vonnem Baum abzusägen. Anders kann man sich in diesem Land eben keine Arbeit mehr sichern. Zölle, nur in etwas anderer Form.
Ein altes repariertes Gerät ist ein altes Gerät, das auch noch kaputt war. Reparaturen sind Investitionen in die Vergangenheit.
Noch ist es unrentabel zu reparieren wegen der teuren Arbeitszeit, aber wer weiß ob unser Wohlstand erhalten werden kann. Vielleicht schon bald sind die Importwaren aus China für uns so teuer, daß sich wieder reparieren lohnt.
Oliver S. schrieb: > Wer soll denn die Arbeitszeit einer professionellen Reparatur bezahlen? Das Gesetz regelt die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Eine Deckelung von Lohnkosten ist nicht vorgesehen. Im Gegenteil, viele Länder der EU haben Mindestlöhne eingeführt. Es geht nur um die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für jedermann. Noch darf der Hersteller frei entscheiden, ob und was er an wen verkauft. > Eine reell bezahlte Reparatur-Arbeitsstunde kosten ab 100 Euro brutto > aufwärts, und die ist selbst bei einfachen Kleinreparaturen mit > Fehlersuche, Ersatzteilbestellung, und Reparatur schnell weg. Das > Ersatzteil kommt dann noch oben drauf. Korrekt, aber darum geht es nicht.
:
Bearbeitet durch User
Soul E. schrieb: > Korrekt, aber darum geht es nicht. Doch, genau darum geht es. Wenn sich eine Reparatur nicht lohnt, wird sie nicht durchgeführt, egal, ob es Ersatzteile gibt oder nicht. Das Gesetz geht völlig an der Realität vorbei, und wird genau gar nichts verändern. Abzusehen ist, daß es dann in per Paketdienst erreichbaren Niedriglohnländern Reparaturbetriebe für verschickbare Geräte geben könnte, aber auch das ist fraglich. Oliver
> Doch, genau darum geht es. Wenn sich eine Reparatur nicht lohnt, wird > sie nicht durchgeführt, egal, ob es Ersatzteile gibt oder nicht. Das > Gesetz geht völlig an der Realität vorbei, und wird genau gar nichts > verändern. Genausogut kann man behaupten, das der Wunsch nach Reparatur innerhalb der "üblichen Produktlebensdauer" an der Realität vorbei geht. Wenn ein Produkt unter üblichen Bedingungen kaputt geht, dann ist das eine Fehlkonstruktion. So ein "Vereckerle" möchte man nicht haben, erst recht nicht "wiederbelebt" aka repariert. Da wechselt man lieber zu einem Hersteller von langlebigen/robusten Produktenn ix "mit der heißen Nadel Gestricktes".
:
Bearbeitet durch User
Der erstbeste Reparaturshop im Web macht es beim Pixel 7 für 69€ (Rückseite) bis 169€ (Display) und 189€ (Hauptkamera). Beim Samsung A06 kostet die Reparatur vom Display 79€. Letztlich geht es bei den EU Regelungen wesentlich darum, dass solche Reparaturen zu vertretbaren Preisen möglich sind. Nicht nur bei Mobilgeräten. Und wenn sich beim Kauf eines Gerätes andeutet, wie die Situation bei potentiellen Reparaturen sein wird, kann man das als Käufer einrechnen.
:
Bearbeitet durch User
Georg M. schrieb: > Ein altes repariertes Gerät ist ein altes Gerät, das auch noch kaputt > war. > > Reparaturen sind Investitionen in die Vergangenheit. Gib mir Dein Auto wenn die Bremsscheiben neu müssen. Oder Deinen Rechner, wenn die Platte nicht mehr will.
Georg M. schrieb: > Reparaturen sind Investitionen in die Vergangenheit. Nur wenn die Vergangenheit keine Zukunft mehr hat. Rechnet man Geräte mit einer Einsatzlebensdauer von 1-2 Jahren, hast Du recht. Rechnet man sie mit 5 Jahren fürs Mobilgerät und 25 Jahren für die Waschmaschine, sieht es oft anders aus.
Oliver S. schrieb: > Reparaturbetriebe für verschickbare Geräte geben > könnte, aber auch das ist fraglich. Warum? Ich würde mich nicht wundern, wenn mancher Reparaturshop das intern heute schon so macht, nur nicht gross rauskrakeelt. Ist halt auch eine Zeitfrage, weshalb eher Europa drin sein dürfte als Fernost. 2x Standard-Versand Vietnam ist zu langsam für den Kunden, und Express-Versand frisst die Ersparnis der Arbeitskosten wieder auf.
:
Bearbeitet durch User
Beitrag #7994586 wurde vom Autor gelöscht.
Oliver S. schrieb: > (...) Das > Gesetz geht völlig an der Realität vorbei, und wird genau gar nichts > verändern. Natürlich tut es das, und das wurde auch von niemandem bestritten. Aber wir haben ein Gesetz, das die böse Industrie mit ihrer "geplanten Obsoleszenz" einhegt und alle sind zufrieden. Sogar die Industrie, denn der schreibt niemand vor was genau sie jetzt eigentlich vorhalten muss und was es kosten darf. Das Beispiel Apple-Display vs. Reparatur am freien Markt mit nachgemachtem Ersatzteil zeigt ja deutlich, dass die heutigen Lösungen eigentlich schon funktionieren. Auch für Autos und Waschmaschinen gibt es freie Werkstätten und Teile von Drittherstellern. Da, wo es sich lohnt.
:
Bearbeitet durch User
Soul E. schrieb: > Oliver S. schrieb: >> (...) Das >> Gesetz geht völlig an der Realität vorbei, und wird genau gar nichts >> verändern. > > Natürlich tut es das, und das wurde auch von niemandem bestritten. Aber > wir haben ein Gesetz, das die böse Industrie mit ihrer "geplanten > Obsoleszenz" einhegt und alle sind zufrieden. Sogar die Industrie, denn > der schreibt niemand vor was genau sie jetzt eigentlich vorhalten muss > und was es kosten darf. „Geplante Obsoleszenz“ ist so ein unausrottbarer Mythos. Die gibt es nur äußerst selten. Alles andere ist schlichte Inkompetenz oder Ignoranz. Und was Ersatzteile von Drittanbietern jetzt mit dem Thema zu tun haben, erschließt sich mir auch nicht. Aber egal,schaun wer mal, dann sehn wer schon, was da rauskommt. Oliver
Oliver S. schrieb: > „Geplante Obsoleszenz“ ist so ein unausrottbarer Mythos. Die gibt es nur > äußerst selten. Alles andere ist schlichte Inkompetenz oder Ignoranz. Exakt. Und um den Anhängern dieses Mythos den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben wir nun ein Gesetz. Das stellt weitgehend Augenwischerei dar, aber alle Beteiligten sind damit zufrieden. > Und was Ersatzteile von Drittanbietern jetzt mit dem Thema zu tun haben, > erschließt sich mir auch nicht. Die sind bereits heute eine günstige Alternative zu den nun gesetzlich verordnet verfügbar gemachten teuren Originalteilen.
Soul E. schrieb: > Aber es gibt nun Originalteile für > jedermann. hilft nur nichts wenn die teurer sind als neue Geräte und die Lieferzeit ewig dauert. Erinnert mich an Ersatzteile aus meiner Fernsehtechnikerzeit Ende der '70er: Tuner für Sonie 300,-DM Lieferdauer 6 Wochen Tuner für Löwe 72,-DM Lieferzeit sofort, da half es nicht wenn der Sonie TV 300,-DM günstiger war, die Kunden waren trotzdem sauer. Zu apple Displays da gab es mal ein YT Video wo das "Ersatzdisplay" zwar funktionierte aber nicht die Helligkeit vom Original erreichte was natürlich die Tagestauglichkeit herabsetzte. Noch ärgerlicher bei einem alten BMW 750iL, da gab es nach 10 Jahren auch für Geld und gute Worte keine Ersatzxenonscheinwerfer, Abhilfe auf Halogen zurückrüsten.
(prx) A. K. schrieb: > 2x > Standard-Versand Vietnam ist zu langsam für den Kunden, und > Express-Versand frisst die Ersparnis der Arbeitskosten wieder auf. Dann mußt du es im großen Stil, auf die chinesische Art machen. Einzelaufträge sammeln, bündeln, als eine Sendung schicken, und Retour genauso. Wird sicherlich bei Brillendiscountern u.ä. so gemacht. Nur das dort Einzelstücke produziert wurden und nur 1x verschickt werden brauchen.
(prx) A. K. schrieb: > Letztlich geht es bei den EU Regelungen wesentlich darum, dass solche > Reparaturen zu vertretbaren Preisen möglich sind. Wo siehst Du denn da etwas mit "vertretbaren Preisen"? Abgesehen von den Lohnkosten sieht man Ersatzteilpreise, denen man Reparaturabwehr unterstellen muß.
Oliver S. schrieb: > Wer soll denn die Arbeitszeit einer professionellen Reparatur bezahlen? Das wird sich ganz einfach erledigen. Es werden irgendwo ein paar Lager aufgemacht, wo die Ersatzteile hingeliefert werden. Dann wird das sich selbst überlassen. Allein an den Lagerkosten werden die Teile jedes Jahr teurer und am Schluss steht der Konkurs. Das passiert schon lange bevor die zehn Jahre abgelaufen sind.
Manfred P. schrieb: > Wo siehst Du denn da etwas mit "vertretbaren Preisen"? Bei den Reparatur-Shops.
Für mich klingt das alles wie eine Luftnummer. Warum keine Pflicht, dass Hersteller Explosionszeichnungen inklusive Teilenummern veröffentlich müssen? Demontageanleitungen verpflichtend, um alle Plastenasen unbeschadet entrasten lassen zu können? Die Ersatzteilbeschaffung hingegen, ausgenommen bei Smartphoneersatzteilen, war für mich persönlich noch nie ein Problem. Einige Hersteller sind diesbezüglich vorbildlich (erst vor wenigen Wochen einen hornalten, grünen Boschhammer repariert mit Ersatzteil direkt vom Hersteller) und alternativ findet man doch alles bei Ebay oder Ali, wenn man denn die korrekte Teilenummer herausfinden konnte. Und beim Auseinandernehmen der Kaffeemaschine so viele Plastenasen gebrochen sind, dass man das Ding aus Frust noch nicht direkt entsorgt hat. Außerdem empfinde ich 10 Jahre Ersatzteilverfügbarkeit bei einer Waschmaschine als nicht gerade üppig. Früher hielten die auch mehrere Jahrzehnte, warum nicht die Garantie bei solchen Geräten auf 10-15 Jahre rauf? Ich muss nur einmal im Leben eine Waschmaschine kaufen.
Karsten B. schrieb: > Ich muss nur einmal im Leben eine Waschmaschine kaufen. Und dann reparieren, reparieren, reparieren...
Georg M. schrieb: > Und dann reparieren, reparieren, reparieren... Das Gesetz wurde vermutlich vergessen zu gendern. Da Frauen sich bekanntlich nach 7 Jahren an einem Produkt "sattgesehen" haben, wäre es diesen dann ganz recht, wenn mal etwas durch was neuen ersetzt werden muss. In dem Punkt geht das bereits mit zehn Jahren schon wieder an der Realität vorbei.
Georg M. schrieb: > Karsten B. schrieb: >> Ich muss nur einmal im Leben eine Waschmaschine kaufen. > > Und dann reparieren, reparieren, reparieren... Meine hat bislang 25 Jahre ohne Reparatur verbracht.
Georg M. schrieb: > Karsten B. schrieb: >> Ich muss nur einmal im Leben eine Waschmaschine kaufen. > > Und dann reparieren, reparieren, reparieren... Ich habe auch noch meine erste WaMa. Bisherige Reparaturen: Riemenscheibe an der Trommel abgebrochen - repariert. Riemenscheibe ausgeleiert - Riemenscheibe und Riemen ersetzt. Elkos in der Steuerung geplatzt - ausgetauscht. Die Motorkohlen müsste ich mir auch mal ansehen, dazu muss ich aber den Motor ausbauen. da gehe ich ohne Not nicht ran...
Peter N. schrieb: > da gehe ich ohne Not nicht ran... Zum Austausch der Dämpfer habe ich vorne einfach ein Revisionsloch in die Waschmaschine gemacht um mir die komplette Zerlegung von oben zu ersparen.
Dieter D. schrieb: > Zum Austausch der Dämpfer habe ich vorne einfach ein Revisionsloch in > die Waschmaschine gemacht um mir die komplette Zerlegung von oben zu > ersparen. Ich habe einfach vorne die Tür aufgeklappt. Als meine Miele nach 20 Jahren beim Schleudern klang wie die fabrikneue Bauknecht der Nachbarn, habe ich mir mal neue Dämpfer gegönnt.
Georg M. schrieb: > Karsten B. schrieb: >> Ich muss nur einmal im Leben eine Waschmaschine kaufen. > > Und dann reparieren, reparieren, reparieren... Ja genau, das ist ja der Gag an dem Recht auf Reparatur? Der Betonklotz oder die Trommel in der Waschmaschine halten ewig, es gibt wenig Grund, diese neue zu beschaffen, wenn mal irgendein Teil der Maschine hinüber ist. Verschleißteile sollten für den Endanwender ohne Spezialwerkzeug getauscht, defekte Baugruppen ersetzt werden können. Es hindert dich doch niemand daran, nach 10 Jahren dennoch eine neue Maschine zu kaufen und die alte bei Kleinanzeigen zu verticken. Ausgelegt werden dürften Geräte aber dennoch für eine lange Lebensdauer, z.B. weiße Ware lebenslänglich, Heizungen 30 Jahre und länger, Konsumerzeug gern auch 5 Jahre aufwärts. Die EU erzeugt doch Unmengen Papier, da findet sich sicher ein Platz für begründete Ausnahmen bei Produkten, bei denen es partout nicht anders geht.
Karsten B. schrieb: > (...) Die EU erzeugt doch Unmengen > Papier, da findet sich sicher ein Platz für begründete Ausnahmen bei > Produkten, bei denen es partout nicht anders geht. Nun muss man aber mal überlegen, wie die Gesetzgebung abläuft. Die Politiker sind reine Verwaltungsangestellte. Die kennen sich mit der Technik nicht aus. Also holt man sich kompetente Gremien. Bei Autos den VDA, bei Elektrik den VDE oder andere Industrievertreter. Und was will die Industrie? Langlebige Produkte, die man einmal verkauft und dann nie mehr ersetzen muss? Wo man lediglich alle zehn Jahre ein paar Ersatzteile nachschiebt, die man vorher einige Jahrzehnte lang eingelagert hat? Würde die Lobbyarbeit von den Repaircafes gemacht, oder von der Innung der Radio- und Fernsehtechniker, dann sähen die Ergebnisse vermutlich etwas anders aus. Ich bin ja froh, dass die Repair-Cafes noch nicht verboten wurden. Immerhin stellen von Laien reparierte Geräte eine Gefahr für die Endverbraucher dar. Außerdem entziehen Reparaturen dem Markt Kaufkraft, d.h. es werden weniger Neugeräte verkauft. Und Wirtschaftswachstum ist das Ziel, auf das sich bisher alle Politiker einigen konnten. Eigentlich ein Grund, den privaten Weiterverkauf gebrauchter Dinge möglichst unattraktiv zu machen...
:
Bearbeitet durch User
Soul E. schrieb: > Außerdem entziehen Reparaturen dem Markt Kaufkraft, > d.h. es werden weniger Neugeräte verkauft. In deinem Sinn hilfreich ist jedoch, dass bei lokal erfolgenden Reparaturen aufgrund der Arbeit ein höherer Inlandsanteil besteht, als bei reinem Import. Also müssten deine Verwaltungsangestellten darauf drängen, dass importierte Geräte oft kaputt gehen, um Arbeitsplätze zu sichern.
:
Bearbeitet durch User
(prx) A. K. schrieb: > um Arbeitsplätze zu sichern. Unser (kaputtes) Wirtschaftssystem interessiert sich nicht für Arbeitsplätze. Und unsere Politik interessiert sich sehr dafür, das aktuelle Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, denn es gibt keine überzeugend bessere Alternative.
Nemopuk schrieb: > Wirtschaftssystem Ja, genau, ich betrachte dieses Thema aus makroökonomischer Perspektive. Letztendlich geht es um Menschen – intelligente Menschen, die neue Elektronik entwickeln, und weniger intelligente Menschen, die alte Elektronik reparieren.
Schlussfolgerung: Die Intelligenzia wirft beim ersten Problem weg? Oder benötigt sie die anderen, weil sie diesen Part nicht beherrscht?
:
Bearbeitet durch User
Übrigens das ist auch ein schönes Beispiel, wie das Recht auf eine Reparatur nur an den Hersteller gebunden werden könnte: Warum Hacker einen Zug reparieren mussten, den niemand reparieren "durfte" I BTS https://www.youtube.com/watch?v=P2mUzlS7SfQ
Nemopuk schrieb: > denn es gibt keine > überzeugend bessere Alternative. Warum konnte man die Sozialistische Idee,was meiner Meinung die Beste Gesellschaftsordnung ist(wird nur vom Menschen zerstört), nach der Wende nicht unter Kapitalistischen Kontrolle neu aufbauen. Wir würden heute auf jeden Fall keinen Putinin und Trampel haben dürfen. ;--)) MfG ein 81 Jähriger P.S. ..und Rohstoffsorgen hätten wir auch nicht ,da alles wiederverwendet und Repariert wird ;--)))
:
Bearbeitet durch User
Dieter D. schrieb: > Übrigens das ist auch ein schönes Beispiel, wie das Recht auf eine > Reparatur nur an den Hersteller gebunden werden könnte: Mit kriminellem Einsatz lässt sich einiges machen. Zumindest vorübergehend. Das ändert aber nichts am Recht.
Al. K. schrieb: > Warum konnte man die Sozialistische Idee,was meiner Meinung die Beste > Gesellschaftsordnung ist(wird nur vom Menschen zerstört), Die Natur läßt nur die Besten und Fittesten überleben. Im Wettbewerb mit anderen Nationen, fällt man daher mit Gleichmacherei auf die wirtschaftliche Schnauze. > nach der Wende nicht unter Kapitalistischen Kontrolle neu aufbauen. Genau das passierte nach der Wende, die Idee im Kapitlismus wieder aufbauen. Parallel dazu läuft auch der Sprachterror analog zu 1984. Beispiele hierzu aus der IT wären Master und Slave, Genderismus, usw. Das Ergebnis ist hier Stagntation und bei anderen Nationen läuft es besser.
Ralf X. schrieb: > Das ändert aber nichts am Recht. Recht haben und Recht bekommen, sind zwei gänzlich unterschiedliche Stiefel. In Deutschland und Österreich kann aber so etwas wie im Film, des Falls in Polen, nicht passieren. Da ist das Knacken von der Software verboten (§ 202, 303). Strafbar ist bereits der Versuch oder das bloße Eindringen, unabhängig davon, ob ein Schaden entsteht, mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu mehreren Jahren. https://www.dsecured.com/artikel/bundestag-wissenschaftlicher-dienst-ist-hacking-legal-vergleich-april-2024
Al. K. schrieb: > Nemopuk schrieb: >> denn es gibt keine >> überzeugend bessere Alternative. > > Warum konnte man die.. Und du beschwerst dich in anderen Threads ständig darüber schlecht zitiert zu werden. Ich zitiere dich hier übrigens bewusst nicht komplett, weil ich deinen politischen Beitrag nicht wiederholen möchte.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.
